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Katzenminze00: Absetzen von Olanzapin

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Katzenminze00
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Katzenminze00: Absetzen von Olanzapin

Beitrag von Katzenminze00 »

Hallo,

ich bin Katzenminze, 30 Jahre alt und Psychiatrieerfahrene und arbeite als Sozialarbeiterin in der Gemeindepsychiatrie.

Vor 5 Jahren hatte ich meine erste Psychose. Ich vermute getriggert durch Drogen und Schlafentzug aufgrund von Schlafstörungen. Zur damaligen Zeit habe ich außerdem versucht wieder mehr Kontakt zu meiner Familie herzustellen. Meine Kindheit war schwierig, geprägt durch häusliche Gewalt (physisch, psychisch und sexuell). Ich bin damals viel in Tagträume geflüchtet. Mittlerweile würde ich sogar so weit gehen und sagen, dass meine damalige Bewältigungsstrategie auch Dissoziation gewesen sein könnte. Ich war immer ein stilles, „ernstes“ Kind. Das wurde mir u.a. von Dritten rückgemeldet. Ich war sehr perfektionistisch und ehrgeizig, wollte mich aus meiner Situation herausarbeiten. Lernen war zum Teil aber auch einfach nur ein Safespace für mich, in den ich mich vor der Realität verkriechen konnte. In meinem Erwachsenenleben habe ich dann schrittweise den Kontakt zur Familie abgebrochen, weil ich gemerkt habe wie viel besser es mir ohne diese Menschen geht.

Angestiftet durch meinen damaligen Freund jedoch dachte ich mit Mitte 20 dann, dass es doch besser wäre wieder Kontakt zu haben. Das war definitiv ein Trugschluss. Kurz vor Weihnachten (mit der Aussicht über die Feiertage bei meinen Eltern zu verbringen) war es dann soweit: Psychose Nr. 1, danach mehrmonatiger Aufenthalt in der Psychiatrie. Dort habe ich mich überhaupt nicht verstanden gefühlt. Es wurde nicht mit mir gesprochen, es sei denn es ging um Medikamente und selbst dann wurde sehr wenig auf das was ich bezüglich Nebenwirkungen gesagt habe eingegangen. Es wurden verschiedene Antipsychotika ausprobiert, die auch sofort „halfen“. Die Symptome waren binnen weniger Tage komplett weg. Zuerst nahm ich Risperidon (Kopfschmerzen des Todes), dann Abilify (ich konnte nicht mehr still sitzen, war immer wie aufgeputscht), dann Olanzapin, wodurch ich nur noch schlafen musste und in kürzester Zeit 20 kg zugenommen habe. Mit Olanzapin wurde ich dann entlassen. Zunächst war ich noch einige Wochen in der klinikeigenen Tagesklinik. Auch dort hatte ich nicht das Gefühl gehört zu werden oder die Unterstützung zu bekommen, die ich brauchte. Ich wollte über meine Kindheit und die sexuellen Übergriffe, die ich erlebt hatte, sprechen, denn das war auch viel Thema der Psychose und ich hatte das Gefühl, dass ich endlich mit „Fachkräften“ darüber sprechen möchte um damit zu arbeiten. Nichts dergleichen. Immer nur Medikamente, Malen und Kartenspielen. Betäubung und Ablenkung.

Anschließend hatte ich eine wunderbare, verständnisvolle Psychiaterin, die die NL-Dosis nach kürzester Zeit auf 2,5 mg reduzierte und die mir zuhörte. Das Problem damals war, dass die Psychiaterin in meiner Heimatstadt war und ich dort aufgrund der schlimmen Erinnerungen so schnell wie möglich wieder weg wollte.

Ich bin danach recht zügig in eine ganz andere Stadt gezogen, habe mir einen Job gesucht und gearbeitet. Jedoch keinen adäquaten Ersatz für meine Psychiaterin gefunden. Daher habe ich dann recht schnell die Medikamente kalt abgesetzt. Nach einem halben Jahr (wieder zu Weihnachten) kam der Rückfall, die zweite Psychose. Ich hatte in der Zwischenzeit auch wieder Drogen konsumiert. Nun wurde mir mit einem Beschluss gedroht, wenn ich nicht wieder in die Psychiatrie gehe. Also erneuter Aufenthalt dort. Eindosierung von Fluanxol. Habe mich wieder gefühlt wie ein Zombie und konnte gar keine Gefühle mehr fühlen. Alles hat sich ganz weit weg angefühlt und ich habe mich nur noch von Tag zu Tag gehangelt. Angeblich seien das die Negativsymptome der Erkrankung, das würde irgendwann weg gehen. Habe dann erstmal wieder kalt abgesetzt als ich zuhause war, weil ich schon darüber nachgedacht hatte mir das Leben zu nehmen. Danach hatte ich jedoch wirklich krasse Schlafstörungen. Daher habe ich mit einer Psychiaterin wieder Olanzapin 2,5 mg eindosiert. Dabei blieb es jetzt die letzten 4 Jahre mehr oder weniger. Teils nahm ich auch mal nur 1,25 mg, teils die vollen 2,5 mg. Entgegen der Behauptungen die Müdigkeit würde sich schon legen, bin ich die ganze Zeit immer sehr sehr müde und betäubt gewesen. An schlechten Tagen habe ich das zugegeben auch mal ausgenutzt, mehr genommen als ich sollte, weil ich dadurch nur noch schlafen und nicht mehr denken musste. Es gab kaum einen Tag, an dem ich es ohne einen Mittagsschlaf ausgehalten habe, weil ich so todmüde war.
Meine Psychiaterin hat vor 2,5 Jahren aufgehört, danach bin ich aus Not zu einem männlichen Psychiater, der mir wieder wenig zuhörte und der mir am liebsten wieder mehr NL gegeben hätte, denn die Müdigkeit sei ja durch die Erkrankung. Ich habe das abgelehnt, denn bei höherer Dosis war ich vorher immer noch müder gewesen.

Mittlerweile nehme ich seit etwa einem Jahr (u.a. mangels Gelegenheiten) auch keine Drogen mehr (auch Kaltentzug). Ich merke, dass ich immer noch manchmal Suchtdruck habe, für quasi alles war irgendwie süchtig macht. Süßigkeiten, Alkohol, Kaffee, manche anderen Drogen. Ich weiß aber, dass es mir langfristig besser geht, wenn ich enthaltsam bleibe. Schade finde ich nur in diesem Zusammenhang, dass ich damit auch erstmal den Kontakt zu einigen Leuten abbrechen musste, durch die ich mich wirklich verstanden fühlte, weil sie ähnliches erlebt haben wie ich oder wirklich zuhörten.

Die Therapeutinnensuche gestaltet sich wirklich schwierig. Ich hatte kurzzeitig einen Therapeuten, aber ich kann mich aufgrund meiner Erfahrungen Männern nicht gut öffnen und ich hatte auch nicht das Gefühl, dass er wirklich auf mich einging. Ich würde gerne Therapie machen, es gibt hier nur kaum bis keine Therapieplätze (wie wohl überall). Bin aber auf der Suche. Ich weiß ja auch durch die Arbeit eigentlich wie man an einen Platz kommen kann, aber mich demotiviert auch noch ein bisschen, dass mir immer angeraten wird eine Verhaltenstherapie zu machen und ich mich da im ersten Versuch eher deplatziert fühlte.

Außerdem habe ich auf der Arbeit meine Erkrankung aus Selbstschutz nicht thematisiert und würde eigentlich gerne nicht in dieser Stadt Therapie machen. Ich habe Kolleg*innen, die Vorurteile gegenüber den Klient*innen haben und ich möchte mich vor diesen schützen. Eigentlich finde ich Peersupport und Ex-In-Gedanke wirklich zielführend und ich würde den Klient*innen gegenüber gerne mit offenen Karten spielen, aber ich befürchte, dass das in dieser Einrichtung nicht gut ankommt. Längerfristig stelle ich mir vor eher in Einrichtungen zu arbeiten, die mit Soteria, Recovery und/oder Offenem Dialog arbeiten. Leider gibt es das derzeit noch nicht in der Region, in der ich lebe.

Ich habe mir mittlerweile ein dichtes soziales Netz gewoben, das mich ggf. auffängt. Ich achte auf mich und ich bin in einer festen, entspannten Partnerschaft. In einem Jahr etwa planen wir es eventuell mit Nachwuchs zu versuchen. Daher habe ich im letzten Sommer das Olanzapin auf 1,25 mg reduziert. Dabei hatte ich zum ersten Mal Entzugserscheinungen: Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Schweißausbrüche, Übelkeit und Magen-Darmbeschwerden. Das ging jedoch nach ein paar Wochen wieder weg.

Nun habe ich nach Weihnachten komplett auf 0 reduziert. Gerade ist es auf körperlicher Ebene wieder ein Auf und Ab. Wenn ich meine Periode habe, habe ich vermehrt Kopfschmerzen und schlafe schlecht. Ich muss außerdem mit Nahrungsergänzungsmitteln, Alkohol und Kaffee aufpassen, da ich dadurch auch starke Kopfschmerzen bekomme. Teils gut schlafanstoßend wirken für mich jedoch CBD-Öl und Lavendeltee. Manchmal helfen sie aber auch nicht und dann liege ich die ganze Nacht wach.

Nach dem Lesen im Forum habe ich festgestellt, dass ich wohl auch zu schnell abgesetzt habe, aber gerade sind es ja auch erst 4 Wochen seitdem ich auf 0 bin. Deswegen möchte ich gerade noch nicht wieder hochdosieren. Habt ihr Tricks um mit den Kopfschmerzen klar zu kommen? Ich merke wie ich dadurch teils doch sehr dünnhäutig bin.

Ich habe noch keine wirklich paranoiden Gedanken, aber ich habe z.B. Angst wieder in die Psychiatrie zu müssen, mich dort wieder macht- und hilflos zu fühlen.

Ich hoffe, dass mich der Support im Forum dabei unterstützt „gesund“ zu bleiben.
Jamie
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Re: Katzenminze00: Absetzen von Olanzapin

Beitrag von Jamie »

Hallo Katzenminze,

willkommen im Forum :)

Es tut mir leid, was du alles durchmachen musstest. Das klingt nach einem schweren Schicksal. :(

Ich finde aber deine Ansätze, die du so beschreibst, eigentlich fantastisch.
Für die Zukunft wünsche ich dir, dass du wirklich einen Arbeitsplatz findest, wo du offen sein kannst und all deine Erfahrungen weitergeben kannst; ich hoffe für uns alle, dass die Themen peer-support, Ex-In und Soteria-Konzepte weiter wachsen werden, denn das ist die richtige Richtung! :fly:

Zum Therapeuten. Ich denke wirklich, dass für dich nur Frauen infrage kommen und dafür musst du dich nicht schämen. Man kann das auch vor der Krankenkasse begründen, deine Neurologin kann dir ein entsprechendes Attest ausstellen.
Ob eine Verhaltenstherapie allerdings geeignet ist, das weiß ich nicht. Ich bin mir nicht ganz sicher.
Traumatisierungen und sex. Übergriffe aus der Kindheit brauchen meines Erachtens einen anderen Rahmen. Verhaltenstherapie eignet sich m. Er. nicht, um das aufzuarbeiten.

Zum Olanzapin. Nach 4-6 Wochen auf Null, spätestens ab 6 Wochen, steigt das Risiko von Unverträglichkeitsreaktionen und ich würde das an deiner Stelle zeitlich nicht ausreizen.
Eigentlich wäre jetzt genau der Zeitpunkt über eine Wiedereinnahme nachzudenken, vielleicht nutzt du den heutigen Tag zum Recherchieren und Überlegen?
Ich glaube schon, dass ich dir zu einer Wiedereinnahme raten würde, vielleicht 0,1mg - 0,2mg für den Anfang und schauen, ob das reicht.

Aber das musst natürlich du entscheiden.

Viele Grüße, ich reiche dann noch den Begrüßungstext nach
Jamie
...........SIGNATUR...............


Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dies ist kein medizinischer Rat. Besprich Entscheidungen über Deine medizinische Versorgung mit einem sachkundigen Arzt / Therapeuten.



:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=12478


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Re: Katzenminze00: Absetzen von Olanzapin

Beitrag von Jamie »

Hallo Katzenminze00 :)

willkommen im ADFD.

Hier zunächst einige wichtige Punkte zum Austausch im Forum:

Das ADFD ist ein Selbsthilfeforum und lebt vom gegenseitigen Austausch von Betroffenen untereinander. Mit der Anmeldung hast du dich für gelebte Selbsthilfe und aktiven Austausch auf der Basis der bereitgestellten Informationen entschieden.

Im Forum ist der Selbsthilfeaspekt zentral. Es ist sehr wichtig, dass du dich bemühst, dir selbstständig die wichtigsten Informationen anzueignen. Wenn du in den nachfolgenden Verlinkungen nicht fündig wirst, benutze bitte auch die Suchfunktion (rechts oben auf der Seite - Lupensymbol).

Bitte beachte, dass im Forum keine medizinischen Ratschläge gegeben werden. Du entscheidest dich selbstverantwortlich, ob du etwas von den Erfahrungen anderer Betroffener umsetzen möchtest.

Auch Teammitglieder sind keine medizinischen oder psychologischen "Berater", "Profis", "Fachleute" oder "Experten"! Wie alle anderen Teilnehmer auch, sind sie selbst Betroffene oder Angehörige und beteiligen sich, soweit es ihre Kräfte zulassen, am Austausch und geben Erfahrungen weiter.


Bevor du dich am Austausch beteiligst, lies dich bitte zunächst unbedingt in unsere Grundlageninfos zum Absetzen von Neuroleptika ein: Erste Hilfe - Neuroleptika absetzen

Dies hier ist jetzt dein persönlicher Thread. Hier kannst du über deine Erfahrungen mit deinem Absetzverlauf berichten und dich mit anderen darüber austauschen. Du kannst hier auch deine Fragen zu deinem Absetzprozess stellen.

Damit du Rückmeldungen zu deinem Absetzverlauf bekommen kannst, ist es erforderlich, dass du eine Signatur erstellst. Die Anleitung wie das geht und was rein gehört findest Du hier: Signatur erstellen

Erfahrungen mit dem Umgang mit entzugsbedingten Schwierigkeiten/Symptomen findest du in den Bereichen Umgang mit dem Entzug und Gesundheit. Eine Übersicht über ausgewählte Themen findest du unter Was finde ich wo im Forum? Bitte benutze auch die Suchfunktion oben rechts.

Uns ist ein freundlicher, wertschätzender Umgang im Forum sehr wichtig.
Dazu gehört, Beiträge mit einem "hallo" zu beginnen und einem Gruß zu beenden.
Wenn du dich für eine Antwort bedanken möchtest, kannst du auf den Daumen hoch Button rechts oben in dem jeweiligen Beitrag klicken.

Wenn du Kraftausdrücke verwenden willst, benutze dafür bitte den censored smiley, also z.B. sch :censored: Beachte bitte auch unsere Regeln.

Damit die Beiträge besser lesbar sind, füge bitte Absätze und Leerzeilen ein.

Es kann etwas dauern, bis du eine persönliche Antwort auf dein Anliegen bekommst, bitte habe dann etwas Geduld.

Wichtig: Du wirst nicht automatisch darüber informiert, wenn du Antworten in deinem thread bekommst! Wenn du eine Information über mail wünschst musst du das zunächst einstellen.

Dein Thread befindet sich aktuell in der Rubrik "Hier bist du richtig". Sobald du im Forum "angekommen" bist, wird er von einem Moderator in die passende Rubrik Neuroleptika absetzen verschoben.

Ich wünsche dir einen guten Austausch im Forum,
liebe Grüße
Jamie
Katzenminze00
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Re: Katzenminze00: Absetzen von Olanzapin

Beitrag von Katzenminze00 »

Hallo,

danke Jamie für deine Antwort. :)

Ich habe bisher noch nicht wieder mit der Einnahme begonnen, denn momentan geht es mir recht gut. Seitdem ich die Eisentabletten, Vitamin D Tropfen, Alkohol und Kaffee weg lasse, sind auch die Kopfschmerzen weg. Das einzige, was mich momentan etwas schlaucht sind gelegentliche Schlafprobleme, die ich eher auf die Psyche schiebe. Ich schlafe meist gut und ausreichend, wenn mein Partner neben mir liegt, aber da wir das berufsbedingt nicht jede Nacht machen können, ist es manchmal schwierig. Ich habe schon ein paar Tipps aus dem Forum genutzt, die mir schon etwas geholfen haben. Ich hoffe mal, das legt sich auch bald wenigstens etwas.

Ansonsten merke ich aber auch positive Veränderungen. Ich bin viel klarer, fühle mich im Umgang mit meinen Mitmenschen schwingungsfähiger (bekomme von meinem Umfeld auch viel positive Resonanz). Ich kann auch endlich wieder weinen und richtig herzhaft lachen. Ich kann nachts wieder träumen. Beim Sport bin ich wieder leistungsfähiger und mein Körper fühlt sich endlich wieder kräftiger an. Ich habe aktuell wirklich Lust auf gesundes Essen und Bewegung, muss mich also nicht mehr dazu zwingen. Meine Verdauung ist auch viel besser geworden.

Allerdings habe ich auch immer noch Angst, dass es umkippen könnte, dass ich mich "zu gut fühle" und dadurch wieder psychotisch werde.

Ich habe diese Woche von einem Selbsthilfenetzwerk in meinem Bundesland gehört und bin am überlegen mich dort mal zu melden. Ich merke nämlich ein bisschen, dass mich die Fülle an Infos und die Anonymität im Forum doch etwas hemmen.

Viele Grüße,
Katzenminze
Katzenminze00
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Re: Katzenminze00: Absetzen von Olanzapin

Beitrag von Katzenminze00 »

Hallo,
mir geht es immer noch gut.
Sogar gefühlt noch etwas besser als noch vor ein paar Wochen. So langsam vertraue ich mir selbst wieder Schritt für Schritt ein bisschen mehr und bin nicht mehr so super misstrauisch meinen eigenen Gedanken, Empfindungen und Gefühlen gegenüber. Natürlich bin ich immer noch vorsichtig und habe mir vorgenommen, dass ich falls ich wieder "abrutschen" werde auch wieder mit den Medikamenten anfange. Mein Partner hat da gerade auch ein Auge auf mich.

Außerdem habe ich bemerkt, dass ich seit der Diagnose vieles auf die Symptome der Erkrankung oder die Medikation geschoben habe, vielleicht auch weil mir das damals oft von Ärzten so vermittelt wurde. Das versuche ich gerade etwas aufzubrechen und auch zu schauen ob mein Unwohlsein vielleicht auch andere Ursachen haben könnte. Beispielsweise sind meine Müdigkeit und die Schlafprobleme nun viel besser, nachdem ich eine Eiseninfusion von meiner Ärztin bekommen habe. Und psychisch stabilisiert es mich ungemein, wenn ich einfach mit den betreffenden Personen über meine Gedanken und Gefühle spreche.

Das Selbsthilfenetzwerk habe ich noch nicht kontaktiert. Irgendwie ist mir gerade nicht danach dem Thema wieder super viel Raum in meinem Leben zu geben. Die Erfahrung gehört zu mir und ich sehe mittlerweile sogar auch positive Dinge darin, aber ich merke auch, dass es mir nicht gut tut mich zu sehr damit zu beschäftigen.
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Re: Katzenminze00: Absetzen von Olanzapin

Beitrag von Towanda »

Hallo Katzenminze,

kannst Du bitte eine Signatur erstellen, damit wir wissen, wovon Du sprichst, ohne den ganzen Thread zu lesen? Wie das geht findest Du oben im Begrüßungstext - danke!

Viele Grüße, Towanda
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