Klick auf das Kreuzchen um das hier auszublenden ->


An unsere neuen Mitglieder: Bitte lest euch zunächst selbst in unsere grundlegende Absetzinfos ein.

Erste Hilfe ... Antidepressiva absetzen | Benzodiazepine absetzen | Neuroleptika absetzen

Grüße vom Team

Glowy: 15 Jahre Venlafaxin - das Absetzen ein einziger Albtraum.

Stell Dich bitte hier vor, wenn Du Probleme mit Psychopharmaka hast, Infos brauchst oder noch nicht weißt, ob Du abdosieren solltest.
:schnecke: Bitte lies unsere Forenregeln, bevor Du Dich registrierst.
Antworten
Glowy
Beiträge: 3
Registriert: 14.02.2021 23:23
Hat sich bedankt: 2 Mal
Danksagung erhalten: 4 Mal

Glowy: 15 Jahre Venlafaxin - das Absetzen ein einziger Albtraum.

Beitrag von Glowy »

Hallo ihr lieben,

ich lese hier schon seit Monaten heimlich mit und konnte daraus immer etwas Kraft schöpfen. Da mein Zustand leider immer schlechter wird im Moment wollte ich euch um ein wenig Unterstützung bitten.

Zu meiner Person: ich bin 35 Jahre alt, männlich, Informatiker bzw. Softwareentwickler. Ich habe etwa 15 Jahre Venlafaxin durchgängig genommen. Aufgrund von Depressionen und Angstzuständen kurz nach dem Abitur wurde ich damals Stationär auf 75mg Venlafaxin morgens und 50mg Trimipramin abends eingestellt. Das Trimipramin konnte ich nach etwa 6 Monaten ohne größe Probleme absetzen - doch das Venlafaxin blieb. Nach etwa 3 Jahren auf 75mg (mit 23 Jahren) musste ich durch das erneute Auftreten von Depressionen auf 150mg erhöhen. Leider waren 2 Jahre später auch die 150mg nicht mehr genug und ich habe ein letztes Mal die Dosierung erhöht auf 225mg mit etwa 25 Jahren. Ich war auf dieser Dosierung sehr stabil die nächsten 8 Jahre.

Das Problem: Meine Leberwerte waren nicht gerade toll. Also habe ich mich entschlossen das Venlafaxin auf Null herunterzufahren um herauszufinden wie stabil ich damit leben kann.

225mg auf 150mg kaum etwas davon gemerkt. Funktionierte also ohne Probleme. 150mg auf 75mg. Hier ist der entscheidende Punkt. Nach etwa 4-6 Monaten auf 75mg stellte sich ein Schwankschwindel ein. Zuerst war dieser Schwindel nur ganz leicht und kaum zu spüren - wurde aber immer intensiver. Es fühlt sich manchmal wie auf einem Schiff bei hohem Wellengang an. Manchmal fühlt es sich so an als würde man mich von links nach rechts und umgekehrt schubsen. Der Schwindel ist zwar immer da aber manchmal ist er nicht so stark und manchmal so präsent, dass ich an nichts anderes denken kann bzw. mich nicht konzentrieren kann. Ich war natürlich bei den üblichen Ärzten, HNO, Augenarzt, Neurologe + MRT und Orthopäde. Bis dato leider ohne Diagnose. Des Weiteren kommt hinzu, dass ich seit dem ich 75mg nahm, sich bei mir Panikattaken eingestellt haben, die ich zuvor nie hatte. Ich arbeite bspw. gerade und auf einmal bekomme ich das Gefühl "Junge das wars - gleich stirbst du".

Hierbei ist mir allerdings aufgefallen, dass ich eher zu Panikattaken neige wenn ich das Venlafaxin einer bestimmten Firma genommen habe. Ist das überhaupt möglich?

Da ich wissen wollte ob der Schwankschwindel eventuell verschwindet wenn ich gar kein Venlafaxin mehr zu mir nehme habe ich seit Anfang des Jahres von 75mg auf 37,5mg reduziert und etwa vor einer Woche auf 0.

Interessanterweise ist der Schwindel zwar immer noch da aber gedämpfter. Ich hatte auch den Eindruck, dass die 37,5mg den Schwankschwindel noch verstärkt haben. Des Weiteren hatte ich bei 37,5mg starkes Herzklopfen.

Seit dem ich jetzt allerdings auf 0 bin habe ich unzählige andere Probleme.
Ich muss mich zwar nicht übergeben aber morgens ist mir furchtbar Übel. Ich hatte zwar bis jetzt noch keine Panikattake aber lebe nun in ständiger Angst. Vor allem mit der Angst eine schlimme Krankheit zu haben die keiner erkennt. Brainzaps sind durchgängig bei Kopf und Augenbewegungen vorhanden. Ich kann zwar einschlafen, träume dann aber von Dingen die mir furchtbare Angst bereiten und mich mindestens einmal die Stunde wecken. Ich fühle mich durchgängig benommen bzw. habe Sehstörungen und fühle mich sehr Müde. Des Weiteren fühle ich mich furchtbar gereizt bzw. halte Stress, auch wenn es nur ein wenig ist, kaum aus.

Ich könnte nun das alles beenden indem ich wieder 75mg Venlafaxin nehme. Allerdings stecke ich in einer Zwickmühle und habe auch Angst davor wieder Venlafaxin zu nehmen.

Hört der Schwankschwindel vielleicht ganz auf wenn erst einmal die Absetzsympthome überwunden sind? Meiner Leber würde ich damit sicherlich keinen Gefallen tun.

Wann hören die Absetzsympthome wieder auf? Im Moment macht es nicht den Eindruck, dass es besser wird, leider.

Sind die Angstzustände mit denen ich gerade lebe nur temporär oder sind diese von Dauer?

Da ich bei meinem Psychologen erst am 19.03 einen Termin bekommen habe war ich bei meinem Hausarzt. Dieser hat mir zur Überbrückung noch einmal Trimipramin 75mg verschrieben - da ich aber nicht weiß was passiert - habe ich auch davor Angst es zu nehmen.

Ich bin verzweifelt und kann mich zu keiner Entscheidung durchringen. Venlafaxin nehmen oder nicht? Trimipramin nehmen oder nicht? Ich finde es so furchtbar solche Angst vor allem zu haben im Moment.

Ich danke dir jedenfalls sehr für das Lesen. Des Weiteren danke ich dir natürlich dafür, dass du dir ggf. die Mühe machst um mir zu antworten.

Wirklich vielen lieben dank!
Mit vielen lieben Grüßen
Glowy
Zuletzt geändert von Annanas am 15.02.2021 06:50, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Nutzername im Titel ergänzt
Ursprüngliche Symptome: Depressionen (Antriebslosigkeit, Schlafstörungen, Suizidgedanken, psychische Schmerzen im Bauch)
Jahr 2005: Stationär eingestellt auf Venlafaxin 75mg + 50mg Trimipramin
Jahr 2005: Trimipramin konnte abgesetzt werden da es keine Schlafprobleme mehr gab.
Jahr 2008: Venlafaxin auf 150mg erhöt
Jahr 2010: Venlafaxin auf 225mg erhöt (sehr stabil)
Juni 2018: Venlafaxin reduziert auf 150mg
September 2019: Venlafaxin reduziert auf 75mg

März 2020: Einsetzen eines dauerhaften Schwankschwindels.

01.01.2021: Venlafaxin reduziert auf 37,5mg
08.02.2021: Venlafaxin reduziert auf 0mg
Straycat
Moderatorenteam
Beiträge: 5682
Registriert: 10.10.2016 16:51
Hat sich bedankt: 4231 Mal
Danksagung erhalten: 2836 Mal

Re: Glowy: 15 Jahre Venlafaxin - das Absetzen ein einziger Albtraum.

Beitrag von Straycat »

Hallo Glowy,

herzlich willkommen in unserer Runde :group:

Ich kann sehr gut mit dir mitfühlen, auch ich nehme nun bereits seit 15 (fast 16) Jahren AD. Aktuell schleiche ich auch Venlafaxin aus - willkommen im Club ;-)
Glowy hat geschrieben: 15.02.2021 01:03 225mg auf 150mg kaum etwas davon gemerkt. Funktionierte also ohne Probleme. 150mg auf 75mg. Hier ist der entscheidende Punkt. Nach etwa 4-6 Monaten auf 75mg stellte sich ein Schwankschwindel ein. Zuerst war dieser Schwindel nur ganz leicht und kaum zu spüren - wurde aber immer intensiver.
Deine Reduktionen waren sehr großschrittig (du hast von 225 direkt auf 150 und dann auf 75mg reduziert?). Das ist natürlich kein Vorwurf, aber viele vertragen so große Reduktionschritte schlecht oder gar nicht.
Von dem, was du dazu schreibst, dass der Schwindel seit dem gänzlichen Absetzen nun leichter geworden ist, könnte es gut möglich sein, dass es eine Nebenwirkung war. Oder ein Absetzsymptom, weil du zu rasch reduziert hast. So genau lässt sich das nicht immer sagen.
Glowy hat geschrieben: 15.02.2021 01:03 Des Weiteren kommt hinzu, dass ich seit dem ich 75mg nahm, sich bei mir Panikattaken eingestellt haben, die ich zuvor nie hatte. Ich arbeite bspw. gerade und auf einmal bekomme ich das Gefühl "Junge das wars - gleich stirbst du".

Hierbei ist mir allerdings aufgefallen, dass ich eher zu Panikattaken neige wenn ich das Venlafaxin einer bestimmten Firma genommen habe. Ist das überhaupt möglich?
Das ist durchaus möglich. Verschiedene Hersteller verwenden verschiedene Zusatzstoffe und wir haben hier schon von einigen Betroffenen gelesen, dass sie auf Wechsel von einem Präparat des einen Herstellers zu einem anderen sehr sensibel und mit Symptomen reagiert haben.
Glowy hat geschrieben: 15.02.2021 01:03 Seit dem ich jetzt allerdings auf 0 bin habe ich unzählige andere Probleme.
Ich muss mich zwar nicht übergeben aber morgens ist mir furchtbar Übel. Ich hatte zwar bis jetzt noch keine Panikattake aber lebe nun in ständiger Angst. Vor allem mit der Angst eine schlimme Krankheit zu haben die keiner erkennt. Brainzaps sind durchgängig bei Kopf und Augenbewegungen vorhanden. Ich kann zwar einschlafen, träume dann aber von Dingen die mir furchtbare Angst bereiten und mich mindestens einmal die Stunde wecken. Ich fühle mich durchgängig benommen bzw. habe Sehstörungen und fühle mich sehr Müde. Des Weiteren fühle ich mich furchtbar gereizt bzw. halte Stress, auch wenn es nur ein wenig ist, kaum aus.
Das hört sich sehr stark danach an, dass die Reduktionen und das Ausschleichen für dich einfach zu schnell war. Das geht sehr vielen Betroffenen so. Auch wenn Hersteller oft angeben, dass nur wenige an Absetzsymptomen leiden, sieht die Realität leider ganz anders aus. Auch Ärzte sind sich dessen oft nicht wirklich bewusst und empfehlen daher ein zu rasches Vorgehen beim Reduzieren und absetzen.
Wenn du in unsere Absetzsymptomliste schaust, dann siehst du, dass dort alle deiner Symptome zu finden sind.
Glowy hat geschrieben: 15.02.2021 01:03 Ich könnte nun das alles beenden indem ich wieder 75mg Venlafaxin nehme. Allerdings stecke ich in einer Zwickmühle und habe auch Angst davor wieder Venlafaxin zu nehmen.
Wenn du wirklich überlegst, wieder Venlafaxin einzudosieren, um die Absetzsymptome zu lindern, dann wäre 75mg eine viel zu große Einstiegsdosis. Wenn man erstmal auf 0mg war, kann es sein, dass man den Wirkstoff bei einer neuerlichen Einnahme nicht mehr so verträgt wie früher. Um dir hier besseres Feedback geben zu können, müssen wir wissen in welchen Schritten und wann du reduziert hast. Das gehört alles in die Signatur. Wie diese anzulegen ist und was da hinein gehört, findest du im Begrüßungstext, den ich dir gleich unten einstellen werde.
Glowy hat geschrieben: 15.02.2021 01:03 Hört der Schwankschwindel vielleicht ganz auf wenn erst einmal die Absetzsympthome überwunden sind? Meiner Leber würde ich damit sicherlich keinen Gefallen tun.
Ich würde davon ausgehen, dass der Schwankschwindel eine NW bzw. eine Symptom deines gereizten ZNS ist, als du so rasch reduziert hast. Daher würde ich meinen, dass er wieder verschwindet.
Glowy hat geschrieben: 15.02.2021 01:03 Wann hören die Absetzsympthome wieder auf? Im Moment macht es nicht den Eindruck, dass es besser wird, leider.
Leider kann dir das niemand mit Gewissheit beantworten. Bei manchen halten sich Absetzsymptome Wochen, bei anderen Monaten und in schlimmen Fällen auch Jahre. Das ist individuell sehr unterschiedlich.
Wenn du noch nicht lange auf 0mg bist, würde ich an deiner Stelle eine kleine Dosis wiedereinnehmen, um die Absetzsymptome vielleicht zu lindern. Aber hierzu bräuchten wir von dir - wie oben geschrieben - genauere Angaben in welchen Schritten und wann du reduziert hast.
Hier schon mal vorab die FAQ zum Wiedereindosieren, dann kannst du dazu schon mal etwas nachlesen: https://www.adfd.org/austausch/viewtopi ... 15#p106315
Glowy hat geschrieben: 15.02.2021 01:03 Sind die Angstzustände mit denen ich gerade lebe nur temporär oder sind diese von Dauer?
Auch das lässt sich sehr schwer beantworten.
In der Regel gehen die Symptome, die sich durch das Absetzen zeigen (oder als NW des AD), wieder komplett weg.
Glowy hat geschrieben: 15.02.2021 01:03 Da ich bei meinem Psychologen erst am 19.03 einen Termin bekommen habe war ich bei meinem Hausarzt. Dieser hat mir zur Überbrückung noch einmal Trimipramin 75mg verschrieben - da ich aber nicht weiß was passiert - habe ich auch davor Angst es zu nehmen.
Ich würde es an deiner Stelle nicht einnehmen. Das Deckeln von Entzugssymptomen von einem Psychopharmakon (PP) durch die Einnahme eines anderen PP funktioniert nicht wirklich. Denn dein ZNS ist an Venlafaxin gewöhnt und die Symptome zeigen sich, weil dein ZNS mit dem raschen Absetzen nicht hinterherkommt. Das wird auch sehr gut in den Basistexten zum Absetzen beschrieben, die im Begrüßungstext unten zu finden sind. Lies dir das am besten mal in Ruhe durch.
Glowy hat geschrieben: 15.02.2021 01:03 Ich bin verzweifelt und kann mich zu keiner Entscheidung durchringen. Venlafaxin nehmen oder nicht? Trimipramin nehmen oder nicht? Ich finde es so furchtbar solche Angst vor allem zu haben im Moment.
Am besten du versuchst möglichst nicht kopflos vorzugehen und schnell irgendetwas einzuwerfen. Lege dir mal eine Signatur an, dann können wir gemeinsam schauen, ob es vielleicht sinnvoll wäre eine kleine Menge des Venlafaxin nochmal einzunehmen und wenn du dich stabilisiert hast dann in kleinen Schritten auszuschleichen.
Dass dir das alles Angst macht, kann ich gut verstehen :( Aber vielleicht beruhigt es dich ja auch etwas, wenn du hier liest, dass es sehr vielen so geht und du nicht "verrückt" bist, sondern es eine normale Reaktion deines Körpers ist, dass er mit dem raschen Absetzen nicht klar kommt.

Kopf hoch, es wird auch wieder besser werden :hug:
Liebe Grüße,
Cat



Hier noch wie versprochen der Begrüßungstext:


Hallo Glowy

willkommen im ADFD.

Hier zunächst einige wichtige Punkte zum Austausch im Forum:

Das ADFD ist ein Selbsthilfeforum und lebt vom gegenseitigen Austausch von Betroffenen untereinander. Mit der Anmeldung hast du dich für gelebte Selbsthilfe und aktiven Austausch auf der Basis der bereitgestellten Informationen entschieden.

Im Forum ist der Selbsthilfeaspekt zentral. Es ist sehr wichtig, dass du dich bemühst, dir selbstständig die wichtigsten Informationen anzueignen. Wenn du in den nachfolgenden Verlinkungen nicht fündig wirst, benutze bitte auch die Suchfunktion (rechts oben auf der Seite - Lupensymbol).

Bitte beachte, dass im Forum keine medizinischen Ratschläge gegeben werden. Du entscheidest dich selbstverantwortlich, ob du etwas von den Erfahrungen anderer Betroffener umsetzen möchtest.

Auch Teammitglieder sind keine medizinischen oder psychologischen "Berater", "Profis", "Fachleute" oder "Experten"! Wie alle anderen Teilnehmer auch, sind sie selbst Betroffene oder Angehörige und beteiligen sich, soweit es ihre Kräfte zulassen, am Austausch und geben Erfahrungen weiter.

Bevor du dich am Austausch beteiligst, lies dich bitte zunächst unbedingt in unsere Grundlageninfos zum Absetzen von Antidepressiva ein: Infoartikel: Ausschleichen von Antidepressiva und Erste Hilfe - Antidepressiva absetzen

Dies hier ist jetzt dein persönlicher Thread. Hier kannst du über deine Erfahrungen mit deinem Absetzverlauf berichten und dich mit anderen darüber austauschen. Du kannst hier auch deine Fragen zu deinem Absetzprozess stellen.

Damit du Rückmeldungen zu deinem Absetzverlauf bekommen kannst, ist es erforderlich, dass du eine Signatur erstellst. Die Anleitung wie das geht und was rein gehört findest Du hier: Signatur erstellen

Erfahrungen mit dem Umgang mit entzugsbedingten Schwierigkeiten/Symptomen findest du in den Bereichen Umgang mit dem Entzug und Gesundheit. Eine Übersicht über ausgewählte Themen findest du unter Was finde ich wo im Forum? Bitte benutze auch die Suchfunktion oben rechts.

Uns ist ein freundlicher, wertschätzender Umgang im Forum sehr wichtig.
Dazu gehört, Beiträge mit einem "hallo" zu beginnen und einem Gruß zu beenden.
Wenn du dich für eine Antwort bedanken möchtest, kannst du auf den Daumen hoch Button rechts oben in dem jeweiligen Beitrag klicken.

Wenn du Kraftausdrücke verwenden willst, benutze dafür bitte den censored smiley, also z.B. sch :censored: Beachte bitte auch unsere Regeln.

Damit die Beiträge besser lesbar sind, füge bitte Absätze und Leerzeilen ein.

Es kann etwas dauern, bis du eine persönliche Antwort auf dein Anliegen bekommst, bitte habe dann etwas Geduld.

Wichtig: Du wirst nicht automatisch darüber informiert, wenn du Antworten in deinem thread bekommst! Wenn du eine Information über mail wünschst musst du das zunächst einstellen.

Dein Thread befindet sich aktuell in der Rubrik "Hier bist du richtig". Sobald du im Forum "angekommen" bist, wird er von einem Moderator in die passende Rubrik Antidepressiva absetzen verschoben.

Ich wünsche dir einen guten Austausch im Forum,
liebe Grüße,
Cat
Meine Geschichte und mein Absetzweg:
► Text zeigen
Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.
Sabs
Beiträge: 888
Registriert: 10.01.2020 09:42
Hat sich bedankt: 28 Mal
Danksagung erhalten: 335 Mal

Re: Glowy: 15 Jahre Venlafaxin - das Absetzen ein einziger Albtraum.

Beitrag von Sabs »

Hi und willkommen :-)
Ich habe auch 11 Jahre venlafaxin genommen - aktuell nehme ich noch eine winzige Dosis, da ich nach Kaltentzug versucht habe wieder einzudosieren - was nicht wirklich geklappt hat.
Die schlimmsten Symptome - wirklich unerträglicher Art hielten bei mir 10 Monate an. Mittlerweile geht es mir schon besser - aber oft trotzdem nicht gut. Ich würde versuchen venlafaxin nochmal geringfügig einzudosieren, denn der Zustand kann leider sehr lange anhalten und deine gesamte Existenz bedrohen.
Falls das Eindosieren nicht klappt, wird es dir trotzdem irgendwann besser gehen, kann aber schrecklich lange dauern :-(
Nimm kein anderes Medikament, das bringt in den meisten Fällen nicht viel und du hast das nächste medi an der Backe.

Gruß Sabs
► Text zeigen
Jamie
Moderatorenteam
Beiträge: 20578
Registriert: 04.02.2013 22:37
Hat sich bedankt: 7985 Mal
Danksagung erhalten: 10602 Mal

Re: Glowy: 15 Jahre Venlafaxin - das Absetzen ein einziger Albtraum.

Beitrag von Jamie »

Hallo Glowy, :)

ich kann mich meiner Vorrednerin :) nur in allen Punkten anschließen und dringlich noch einmal darauf aufmerksam machen, dass du uns unbedingt mitteilen solltest, seit wann du auf 0mg bist (genaues Datum) und was die letzte zuvor eingenommene Dosis ist.

Davon hängt nämlich deine Wiedereinnahme und die passende Dosis ab.

Ich würde unbedingt zu einer zeitnahen Wiedereinnahme tendieren, denn du schilderst ein massives Absetzsyndrom, das sich meist nur dadurch legen kann, indem man wieder etwas von dem Stoff eindosiert, von dem man körperlich abhängig ist. Dein Gehirn geiert geradezu danach.

Und dann sollte es am besten auch gleich die Firma sein, von der du das Gefühl hast, besser klarzukommen. Nimmst du Venlafaxin retard oder unretard? Das ist auch sehr wichtig zu wissen, da hiervon die Methoden der Wiedereinnahme abhängen.

Grüße und willkommen im Forum :)
Jamie
...........SIGNATUR...............


Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dies ist kein medizinischer Rat. Besprich Entscheidungen über Deine medizinische Versorgung mit einem sachkundigen Arzt / Therapeuten.



:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=12478


Meine PN-Funktion ist deaktiviert. Ich danke für euer Verständnis. Bei dringenden Problemen / Anfragen das Forum betreffend bitte an forenmaster@adfd.org wenden

-----------------------------

Infos ueber mich:
► Text zeigen
Glowy
Beiträge: 3
Registriert: 14.02.2021 23:23
Hat sich bedankt: 2 Mal
Danksagung erhalten: 4 Mal

Re: Glowy: 15 Jahre Venlafaxin - das Absetzen ein einziger Albtraum.

Beitrag von Glowy »

Erst einmal vielen herzlichen dank an euch, dass ihr euch die Zeit nehmt um mir zu antworten. Ich weiß es wirklich sehr zu schätzen.

Ich habe mal meine Signatur nach besten Wissen und Gewissen zu meiner Medikamenteneinnahme angepasst. Allerdings ist es mit dem Venlafaxin der Firma die ich zu mir genommen habe sehr schwierig eine bessere dosierung vorzunehmen da in der Retardkapsel nur 2 Kügelchen drinne sind zu je 37,5mg. Ich müsste also erst noch mal zum Arzt mir ein Venlafaxin verschreiben lassen in dem mehrere kleine Kügelchen sind. Wie finde ich raus welcher Hersteller so etwas anbietet oder kann man eine solche Information dem Apotheker geben und dieser könnte mir eine passende raussuchen?

Wenn ich ein solches Venlafaxin dann habe - wie sollte ich im Moment dann am Besten noch einmal eindosieren?
Sabs hat geschrieben: 15.02.2021 10:31 Ich würde versuchen venlafaxin nochmal geringfügig einzudosieren, denn der Zustand kann leider sehr lange anhalten und deine gesamte Existenz bedrohen.
Da ich in einer führenden Position bin ist mein Arbeitgeber bereits im Moment nicht amused dadrüber, dass ich so "instabil" bin. Ich nehme also im moment absolut meine Ganze Kraft zusammen um diese Absetzsymptome auszuhalten und gleichzeitig noch zu arbeiten.
Jamie hat geschrieben: 15.02.2021 11:55 Und dann sollte es am besten auch gleich die Firma sein, von der du das Gefühl hast, besser klarzukommen. Nimmst du Venlafaxin retard oder unretard? Das ist auch sehr wichtig zu wissen, da hiervon die Methoden der Wiedereinnahme abhängen.
Ich nehme schon immer die retardierte Form. Bei 225mg und 150mg waren es Retardtabletten und seit 75mg waren es Retardkapseln. Allerdings auch hier sehr häufig von unterschiedlichen Firmen aufgrund von Lieferengpässen.

Noch einmal danke ich euch sehr für eure Unterstützung.
Viele liebe Grüße
Glowy
Ursprüngliche Symptome: Depressionen (Antriebslosigkeit, Schlafstörungen, Suizidgedanken, psychische Schmerzen im Bauch)
Jahr 2005: Stationär eingestellt auf Venlafaxin 75mg + 50mg Trimipramin
Jahr 2005: Trimipramin konnte abgesetzt werden da es keine Schlafprobleme mehr gab.
Jahr 2008: Venlafaxin auf 150mg erhöt
Jahr 2010: Venlafaxin auf 225mg erhöt (sehr stabil)
Juni 2018: Venlafaxin reduziert auf 150mg
September 2019: Venlafaxin reduziert auf 75mg

März 2020: Einsetzen eines dauerhaften Schwankschwindels.

01.01.2021: Venlafaxin reduziert auf 37,5mg
08.02.2021: Venlafaxin reduziert auf 0mg
Straycat
Moderatorenteam
Beiträge: 5682
Registriert: 10.10.2016 16:51
Hat sich bedankt: 4231 Mal
Danksagung erhalten: 2836 Mal

Re: Glowy: 15 Jahre Venlafaxin - das Absetzen ein einziger Albtraum.

Beitrag von Straycat »

Hallo Glowy,

danke für das Anlegen der Signatur :)
So haben wir einen besseren Überblick.

Du bist nun seit ca. 1 Woche auf 0mg und hattest 37,5mg als letzte Dosis.
Ich denke, ich würde es an deiner Stelle mal mit einer Dosis von ca. 5mg probieren (da deine letzte Dosis mit 37,5mg ja doch noch relativ hoch war). Und dann müsstest du mal schauen, wie du mit dieser Dosis zurecht kommst und ob du dich darauf stabilisieren kannst. Mit der Dosis höher gehen, kann man immer noch, sollte es nötig sein.

Wenn du hier im Medikamentesteckbrief von Venlafaxin nachliest, haben wir ganz unten einen Link zu einer Auflistung der Präparate, die Kügelchen enthalten: viewtopic.php?p=376990#p376990

Ich würde an deiner Stelle gleich heute zum Arzt gehen und mir ein Venlafaxin-Präparat mit Kügelchen verordnen lassen.
Am besten rufst du vorher in der Apotheke an und fragst, welche der Präparate mit Kügelchen lagernd sind, damit du dir gleich das richtige vom Arzt verordnen lässt.

Liebe Grüße,
Cat
Meine Geschichte und mein Absetzweg:
► Text zeigen
Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.
Glowy
Beiträge: 3
Registriert: 14.02.2021 23:23
Hat sich bedankt: 2 Mal
Danksagung erhalten: 4 Mal

Re: Glowy: 15 Jahre Venlafaxin - das Absetzen ein einziger Albtraum.

Beitrag von Glowy »

Ich danke dir sehr liebe streune Katze,

ich habe direkt deine Worte in die Tat umgesetzt und sowohl beim Arzt als auch bei einer Apotheke angerufen.
Nach welcher Zeit sollte ich denn erkennen können ob ich noch einmal etwas höher dosieren muss oder nicht bzw. wie lange sollte es dauern bis sich die Absetzsympthome lindern?

Vielen lieben Dank noch einmal und
viele liebe Grüße
Glowy
Ursprüngliche Symptome: Depressionen (Antriebslosigkeit, Schlafstörungen, Suizidgedanken, psychische Schmerzen im Bauch)
Jahr 2005: Stationär eingestellt auf Venlafaxin 75mg + 50mg Trimipramin
Jahr 2005: Trimipramin konnte abgesetzt werden da es keine Schlafprobleme mehr gab.
Jahr 2008: Venlafaxin auf 150mg erhöt
Jahr 2010: Venlafaxin auf 225mg erhöt (sehr stabil)
Juni 2018: Venlafaxin reduziert auf 150mg
September 2019: Venlafaxin reduziert auf 75mg

März 2020: Einsetzen eines dauerhaften Schwankschwindels.

01.01.2021: Venlafaxin reduziert auf 37,5mg
08.02.2021: Venlafaxin reduziert auf 0mg
Straycat
Moderatorenteam
Beiträge: 5682
Registriert: 10.10.2016 16:51
Hat sich bedankt: 4231 Mal
Danksagung erhalten: 2836 Mal

Re: Glowy: 15 Jahre Venlafaxin - das Absetzen ein einziger Albtraum.

Beitrag von Straycat »

Hallo Glowy :)

Ich würde an deiner Stelle die Dosis dann mal für mindestens 1 Woche halten und schauen, wie sich die Absetzsymptome weiter entwickeln und dann neu bewerten.

Liebe Grüße,
Cat
Meine Geschichte und mein Absetzweg:
► Text zeigen
Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.
Jamie
Moderatorenteam
Beiträge: 20578
Registriert: 04.02.2013 22:37
Hat sich bedankt: 7985 Mal
Danksagung erhalten: 10602 Mal

Re: Glowy: 15 Jahre Venlafaxin - das Absetzen ein einziger Albtraum.

Beitrag von Jamie »

Hallo Glowy :),

ich halte 5mg für fast etwas zu niedrig.
1 Woche Null bei Absprung von 37,5mg runter, da könnte es auf etwas von 5-10mg hinaus laufen.
Trotzdem kannst du erst mal mit 5mg starten.
Manche haben Glück und merken schon am gleichen oder nächsten Tag Verbesserungen.

Ansonsten braucht es aber etwas Geduld :schnecke: , man muss sich schrittweise herantasten an die passende Dosis.

Grüße
Jamie
...........SIGNATUR...............


Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dies ist kein medizinischer Rat. Besprich Entscheidungen über Deine medizinische Versorgung mit einem sachkundigen Arzt / Therapeuten.



:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=12478


Meine PN-Funktion ist deaktiviert. Ich danke für euer Verständnis. Bei dringenden Problemen / Anfragen das Forum betreffend bitte an forenmaster@adfd.org wenden

-----------------------------

Infos ueber mich:
► Text zeigen
Susanne1978
Beiträge: 1136
Registriert: 23.12.2018 19:51
Hat sich bedankt: 60 Mal
Danksagung erhalten: 252 Mal

Re: Glowy: 15 Jahre Venlafaxin - das Absetzen ein einziger Albtraum.

Beitrag von Susanne1978 »

Hallo ihr Lieben, aus ganz aktuellem Anlass kann ich mich da anreihen....

Ich habe vor ca. einer Woche reduziert. Von 50 mg auf 45 mg. UND ICH MERKE ES SEHR.... Mich begleitet auch ein extremer Schwindel und Übelkeit.
Daher bin ich mir fast sicher das 5 mg Eindosierung zu wenig sein werden.
Ich würde es tatsächlich wieder mit 37,5 mg probieren und dann langsam mit 5% reduzieren.

Das Maß aller Dinge bin ich nicht, aber ich beobachte meinen Körper ganz genau und denke,
das ich tatsächlich "sachdienliche Hinweise und Informationen" diesbezüglich liefern kann. :o

LG Susanne
Seit ca. 1998 nehme ich Antidepressiva
Doxepin, Sertralin, Venlafaxin

03/2017 nehme ich 150 mg Venlafaxin

01.12.2018 . /. 5% = 142,50 mg/ 01.02.2019 . /. 10% = 128,25 mg/ 01.03.2019 . /. 10%= 115,50 mg
01.04.2019 = 112,50 mg/ 01.06.2019 = abzgl. 5% = 106,88 mg/ 11.07.2019 = abzgl. 5% = 101,54 mg
10.08.2019 = 100,00 mg/ 11.09.2019 = abzgl. 5% = 95,00 mg/ 29.10.2019 = abzgl. 8% = 87,50 mg
12.01.2020 = abzgl. 5% = 83,00 mg/ 18.02.2020 = abzgl. 10% = 75,00 mg/ 01.05.2020 = abzgl. 10% = 67,50 mg
02.07.2020 = abzgl. 7,5% = 62,50 mg/ 26.08.2020 = abzgl. 10% = 56,25 mg/ 23.10.2020 = abzgl. 10% = 50,00 mg
25.01.2021 = abzgl. 10% = 45,00 mg
29.01.2021 wieder auf 50 mg
10.02.2021. /. 10%= 45 mg

Seit 07.01.21 täglich 5 mg Amlodipin
Jamie
Moderatorenteam
Beiträge: 20578
Registriert: 04.02.2013 22:37
Hat sich bedankt: 7985 Mal
Danksagung erhalten: 10602 Mal

Re: Glowy: 15 Jahre Venlafaxin - das Absetzen ein einziger Albtraum.

Beitrag von Jamie »

Hallo liebe Susanne :)
Ich würde es tatsächlich wieder mit 37,5 mg probieren und dann langsam mit 5% reduzieren.
Das ist m.M.n. für den Einstieg zu hoch.
Auch nach einer Woche besteht die Möglichkeit, wenn auch zugegebenermaßen sehr gering, dass der Stoff nicht mehr richtig vertragen wird.
Eine Unverträglichkeit bei 37,5mg wird sich anders auswirken als bei 5 oder 10 mg; das macht wirklich keinen Spaß dann, außerdem können hohe Wiedereinstiegsmengen das ZNS zusätzlich reizen.

Ich sage auch ganz ehrlich, weswegen ich immer eher für niedrigere Mengen bin - ich will mir nicht vorwerfen lassen jemand mache wegen mir die Hölle durch, wenn sich dann tatsächlich eine Unverträglichkeit einstellen sollte.
Da diese Reaktionen sehr schlimm sein können (selber erlebt), bin ich da zurückhaltend.
Deswegen mein Credo: Lieber niedrig und dann steigern.

Viele Grüße
Jamie
...........SIGNATUR...............


Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dies ist kein medizinischer Rat. Besprich Entscheidungen über Deine medizinische Versorgung mit einem sachkundigen Arzt / Therapeuten.



:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=12478


Meine PN-Funktion ist deaktiviert. Ich danke für euer Verständnis. Bei dringenden Problemen / Anfragen das Forum betreffend bitte an forenmaster@adfd.org wenden

-----------------------------

Infos ueber mich:
► Text zeigen
Glowy
Beiträge: 3
Registriert: 14.02.2021 23:23
Hat sich bedankt: 2 Mal
Danksagung erhalten: 4 Mal

Re: Glowy: 15 Jahre Venlafaxin - das Absetzen ein einziger Albtraum.

Beitrag von Glowy »

Straycat hat geschrieben: 15.02.2021 13:27 ich würde es an deiner Stelle mal mit einer Dosis von ca. 5mg probieren (da deine letzte Dosis mit 37,5mg ja doch noch relativ hoch war). Und dann müsstest du mal schauen, wie du mit dieser Dosis zurecht kommst und ob du dich darauf stabilisieren kannst.
Jamie hat geschrieben: 15.02.2021 14:43 ich halte 5mg für fast etwas zu niedrig.
1 Woche Null bei Absprung von 37,5mg runter, da könnte es auf etwas von 5-10mg hinaus laufen.
Susanne1978 hat geschrieben: 15.02.2021 14:51 Ich würde es tatsächlich wieder mit 37,5 mg probieren und dann langsam mit 5% reduzieren.
Jamie hat geschrieben: 15.02.2021 15:03
Ich würde es tatsächlich wieder mit 37,5 mg probieren und dann langsam mit 5% reduzieren.
Das ist m.M.n. für den Einstieg zu hoch.
Auch nach einer Woche besteht die Möglichkeit, wenn auch zugegebenermaßen sehr gering, dass der Stoff nicht mehr richtig vertragen wird.
Wieder einmal, wirklich herzlichen Dank für eure Beteiligungen.

Ich habe mich jetzt zu 10mg entschieden da ich auch auf 37,5mg nicht stabil war aber dennoch das Medikament endlich loswerden wollte. Ich habe gegen 17 Uhr die 10mg eingenommen und merke jetzt schon, dass es mir ein wenig besser geht. Ich bleibe dann jetzt die nächsten paar Tage mal bei 10mg und schaue dann wie ich zurecht komme.

Ich habe mir übrigens 75mg Retardkapseln verschreiben lassen um einen größeren Spielraum zu haben im Zweifelsfall. Nebenbei erwähnt sei, dass mein Arzt das "Kügelchen zählen" als Schwachsinn empfindet und er mich lieber wieder direkt auf 75mg bzw. 150mg eingestellt hätte (ich glaube ich sollte mir mal einen neuen Hausarzt suchen).

Ich konnte in der Kapsel 75mg Venlafaxin 255 Kügelchen zählen. Habe dementsprechend 34 Kügelchen heute genommen.

Weil wenn 75mg = 255 Kügelchen entsprechen, sollten 34 Kügelchen etwa 10mg sein, oder begehe ich hier einen Denkfehler? (Ich frage nur zur Sicherheit)

Eine letzte Frage habe ich noch. Kann ich jetzt grundsätzlich davon ausgehen, dass in jeder Kapsel etwa 255 Kügelchen enthalten sind oder sind die tolleranzen so groß, dass ich jeden Tag die komplette Kapsel zählen muss um zu ermitteln wie viele nun davon etwa 10mg ergeben?

Noch einmal vielen herzlichen Dank und
viele liebe Grüße
Glowy
Ursprüngliche Symptome: Depressionen (Antriebslosigkeit, Schlafstörungen, Suizidgedanken, psychische Schmerzen im Bauch)
Jahr 2005: Stationär eingestellt auf Venlafaxin 75mg + 50mg Trimipramin
Jahr 2005: Trimipramin konnte abgesetzt werden da es keine Schlafprobleme mehr gab.
Jahr 2008: Venlafaxin auf 150mg erhöt
Jahr 2010: Venlafaxin auf 225mg erhöt (sehr stabil)
Juni 2018: Venlafaxin reduziert auf 150mg
September 2019: Venlafaxin reduziert auf 75mg

März 2020: Einsetzen eines dauerhaften Schwankschwindels.

01.01.2021: Venlafaxin reduziert auf 37,5mg
08.02.2021: Venlafaxin reduziert auf 0mg
Straycat
Moderatorenteam
Beiträge: 5682
Registriert: 10.10.2016 16:51
Hat sich bedankt: 4231 Mal
Danksagung erhalten: 2836 Mal

Re: Glowy: 15 Jahre Venlafaxin - das Absetzen ein einziger Albtraum.

Beitrag von Straycat »

Hallo Glowy,
Glowy hat geschrieben: 15.02.2021 21:43 Ich habe mich jetzt zu 10mg entschieden da ich auch auf 37,5mg nicht stabil war aber dennoch das Medikament endlich loswerden wollte. Ich habe gegen 17 Uhr die 10mg eingenommen und merke jetzt schon, dass es mir ein wenig besser geht. Ich bleibe dann jetzt die nächsten paar Tage mal bei 10mg und schaue dann wie ich zurecht komme.
Das klingt ja schon mal positiv, dass es dir besser geht :)
10mg halte ich auch für vernünftig. 5mg wären vielleicht wirklich etwas zu wenig gewesen, wenn deine letzte Dosis 37,5mg war.
Glowy hat geschrieben: 15.02.2021 21:43 Ich habe mir übrigens 75mg Retardkapseln verschreiben lassen um einen größeren Spielraum zu haben im Zweifelsfall. Nebenbei erwähnt sei, dass mein Arzt das "Kügelchen zählen" als Schwachsinn empfindet und er mich lieber wieder direkt auf 75mg bzw. 150mg eingestellt hätte (ich glaube ich sollte mir mal einen neuen Hausarzt suchen).
Ja, von meiner Ärztin wurde das auch nur "belächelt". Mittlerweile ignoriere ich solche Aussagen von Ärzten. Sollen sie es eben als "übervorsichtig" abstempeln... es ist ja immerhin dein Körper und dein ZNS und du leidest unter den Symptomen, nicht sie. Deswegen muss es letztendlich auch deine Entscheidung sein, wie du vorgehst.
Leider kennen sich nach wie vor viel zu wenige Ärzte mit Absetzsymptomen und kleinschrittigem Absetzen aus :oops:
Glowy hat geschrieben: 15.02.2021 21:43 Ich konnte in der Kapsel 75mg Venlafaxin 255 Kügelchen zählen. Habe dementsprechend 34 Kügelchen heute genommen.

Weil wenn 75mg = 255 Kügelchen entsprechen, sollten 34 Kügelchen etwa 10mg sein, oder begehe ich hier einen Denkfehler? (Ich frage nur zur Sicherheit)
Ich komme auch auf 34 Kügelchen für 10mg. Passt also :)
Glowy hat geschrieben: 15.02.2021 21:43 Eine letzte Frage habe ich noch. Kann ich jetzt grundsätzlich davon ausgehen, dass in jeder Kapsel etwa 255 Kügelchen enthalten sind oder sind die tolleranzen so groß, dass ich jeden Tag die komplette Kapsel zählen muss um zu ermitteln wie viele nun davon etwa 10mg ergeben?
Das wird von den Foris hier unterschiedlich gehandhabt. Manche zählen 10 Kapseln aus und errechnen sich einen Mittelwert, von dem sie immer ausgehen. Andere (ich zum Beispiel) zählen jede Kapsel neu aus.
Bei meinen Kapseln ist es so, dass die Anzahl der Kügelchen (bei 37,5mg) zwischen 125 und 145 variiert. Meistens sind es um die 135, aber es gibt auch Ausreißer. Deshalb zähle ich sie zur Sicherheit immer aus. Gerade im unteren Dosisbereich ist es mir das wert, damit ich genauer dosieren kann.

Liebe Grüße und weiterhin alles Gute
Cat
Meine Geschichte und mein Absetzweg:
► Text zeigen
Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.
Susanne1978
Beiträge: 1136
Registriert: 23.12.2018 19:51
Hat sich bedankt: 60 Mal
Danksagung erhalten: 252 Mal

Re: Glowy: 15 Jahre Venlafaxin - das Absetzen ein einziger Albtraum.

Beitrag von Susanne1978 »

Hallo Glowy, meine Ärztin belächelt es auch mit den Kügelchen. Sie sagt wenn die Kapsel geöffnet ist hat sie keine Wirkung mehr. Als ob der heilige Venlageist enthuscht.
Lg Susanne
Seit ca. 1998 nehme ich Antidepressiva
Doxepin, Sertralin, Venlafaxin

03/2017 nehme ich 150 mg Venlafaxin

01.12.2018 . /. 5% = 142,50 mg/ 01.02.2019 . /. 10% = 128,25 mg/ 01.03.2019 . /. 10%= 115,50 mg
01.04.2019 = 112,50 mg/ 01.06.2019 = abzgl. 5% = 106,88 mg/ 11.07.2019 = abzgl. 5% = 101,54 mg
10.08.2019 = 100,00 mg/ 11.09.2019 = abzgl. 5% = 95,00 mg/ 29.10.2019 = abzgl. 8% = 87,50 mg
12.01.2020 = abzgl. 5% = 83,00 mg/ 18.02.2020 = abzgl. 10% = 75,00 mg/ 01.05.2020 = abzgl. 10% = 67,50 mg
02.07.2020 = abzgl. 7,5% = 62,50 mg/ 26.08.2020 = abzgl. 10% = 56,25 mg/ 23.10.2020 = abzgl. 10% = 50,00 mg
25.01.2021 = abzgl. 10% = 45,00 mg
29.01.2021 wieder auf 50 mg
10.02.2021. /. 10%= 45 mg

Seit 07.01.21 täglich 5 mg Amlodipin
Jodie13
Beiträge: 573
Registriert: 21.09.2018 17:59
Hat sich bedankt: 175 Mal
Danksagung erhalten: 227 Mal

Re: Glowy: 15 Jahre Venlafaxin - das Absetzen ein einziger Albtraum.

Beitrag von Jodie13 »

Hallo Glowy,

ich bin so froh um jeden, der halbwegs "rechtzeitig" hierher findet. Nun hast du zwar schon zu schnell abgesetzt, aber bist zum Glück noch in dieser Wiedereindosierungsspanne. Und du hast dich ja jetzt schon super informiert und die Infos umgesetzt. Ich drücke dir von Herzen die Daumen, dass die Wiedereindosierung gut greift und dir ein Entzug erspart bleibt.

Lg von einer weiteren Venla-Betroffenen,

Jodie
Mein Thread

Vorgeschichte:
► Text zeigen
Absetzen aktuell:
► Text zeigen
Aktuelle Medikamente:
*Venlafaxin retard 75mg / 1-0-0-0
*Quetiapin unretadiert 50mg / 0-0-0-1
Antworten