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Pillepalle123: Mirtazapin loswerden

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Pillepalle123
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Pillepalle123: Mirtazapin loswerden

Beitrag von Pillepalle123 »

Hallo liebes Forum,

Ich bin sehr froh, diese Seite gefunden zu haben und erkannt zu haben, dass ich nicht allein mit meinen Problemen bin.
Es ist schön zu lesen, wie ihr euch gegenseitig unterstützt und hilfreiche Ratschläge parat habt.

Auf Anraten meiner Psychiaterin habe ich Medikamentös wohl einiges nicht ganz richtig gemacht und selbst gemerkt, dass meine Probleme wohl daher rühren.

Zu mir: ich bin Mitte 30, habe zwei Kleinkinder (davon eines mit Behinderung, was nervlich recht strapaziös ist), Job und damit den normalen Alltagswahnsinn zu wuppen.

Bis zu meinem Psychischen Einbruch 2019 nach 2 Operationen mit unbekanntem Ausgang und damit einigen Unsicherheiten über meine Zukunft und die meiner Familie habe ich mich weitestgehend gesund gefühlt.

Die Medikamente in meiner Signatur waren mir in schweren Zeiten ein Stütze, obwohl ich sie nie gern genommen habe und mich immer ein wenig neben mir fühle.

Seit meiner Krise im Sommer 2020 (wahrscheinlich ein Entzug, den ich damals als Wiederkehr der Depression interpretiert habe) bin ich sehr unsicher geworden, oft niedergeschlagen und habe ständig Angst davor, dass mit mir alles immer schlimmer werden könnte, wo ich doch für meine Familie funktionieren muss. Zum Glück habe ich einen guten Therapeuten gefunden, der mich emotional ein kleines Stück weit unterstützen kann.

Nun habe ich auf Anraten meiner Psychiaterin, die eine Abhängigkeit von Mirtazapin völlig leugnet, wohl zu rasch das Medikament reduziert (in Wasser gelöst auf die Empfehlung einer Apothekerin und nachdem ich davon im Internet gelesen hatte - wahrscheinlich hier auf der Seite) und fühle mich zunehmend schlechter.

Ich habe hier viel gelesen, bin aber unsicher, wie ich weiter machen sollte, weil ich aus Ungeduld wohl einfach viel zu schnell reduziert habe. Ich scheine zudem recht sensibel auf Medikamente zu reagieren.

Meint ihr, mein momentanes Vorgehen macht Sinn? Und ich sollte eine Weile wieder -20% von der Ausgangsdosis nehmen? Ich war gestern kurz davor, zu kapitulieren und einfach für immer 7,5mg zu nehmen. Aber ich schätze, dass das keine gute Idee ist. Ich möchte das ganze jetzt vernünftig angehen.

Danke, dass es euch gibt! Ich hoffe, jemand weiß einen Rat in meiner Lage.
Liebe Grüße von
Mary
Zuletzt geändert von Straycat am 18.02.2021 12:06, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Titel ergänzt
seit 6/2019: hochdosiert Tilidin wegen Nervenschmerzen,

9/2019: 2 OPs am Rückenmark, im Anschluss Tilidin kalt abgesetzt mit schweren Entzugssymptomen

10/2019: Diagnose schwere Postoperative Depression (inzwischen denke ich, die Auswirkungen des Opiatentzugs spielten arg mit rein) mit absoluter Appetitlosigkeit, heftige Schlafprobleme, Suizidgedanken, Apathie, Abwesenheit von Gefühlen, Sinnlosigkeit

Medikation:
10/2019: 7,5 mg Mirtazapin abends (gegen Schlaflosigkeit und Appetitlosigkeit- bis dahin in Kurzer Zeit 8kg verloren) - sofort wieder geschlafen und Appetit, aber dauernde Mattigkeit und Albträume,

10/2019: Escitalopram 5mg (Tröpfchenweise eindosiert) wirkte nach ca 4 Wochen gegen die trüben Gedanken und Antriebslosigkeit (anfangs starke innere Unruhe und Panikattacken als NW)

12/2019 Mirtazapin kalt abgesetzt wegen dem Wunsch nach echtem Schlaf ohne Betäubungsgefühl und irre Träume
4-5/2020 Escitalopram ausgeschlichen (jede Woche ein Tropfen weniger)

6/2020 Zusammenbruch mit plötzlicher absoluter Appetitlosigkeit, Schlafstörungen, innere Unruhe, Magen-Darm-Probleme, Kopfschmerzen, Schwindel

Seit 6/2020 6mg Escitalopram und 7,5mg Mirtazapin

Wegen wiederkehrender starker Albträume und Dauermattigkeit unter Mirtazapin Absetzversuch seit Januar 2021:
Seit 6/2020: 7,5mg Mirtazapin
3.1. 6,75 mg (- 10%)
22.1. 6,375mg (-15% von der Ausgangsdosis)
28.1. 6mg (-20% ~)
5.2. 5,625mg (25% ~)
11.2. 5,25mg (-30% ~)
17.2. 6mg (-20% ~)
Nach jedem Reduzierschritt hatte ich ca ab dem 3. Tag für ein paar Tage Kopfschmerzen und teils Magenprobleme. Ab dem 15.2. starke innere Unruhe, morgendliches Gedankenkarussell, depressive Symptome
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Re: Mirtazapin loswerden

Beitrag von Straycat »

Hallo Mary,

willkommen bei uns im ADFD.
Es tut mir sehr leid für dich, dass du in so eine Misere mit den Psychopharmaka und dem Absetzen gerutscht bist :(

Dein Absetzen in 2021 ist sehr rasch und großschrittig (das soll kein Vorwurf sein, aber so ein rasches Vorgehen führt bei vielen Betroffenen zu Absetzsymptomen).
Da du im Sommer letzten Jahres vermutlich bereits sensibel auf ein zu rasches Absetzen reagiert hast, würde ich es an deiner Stelle langsamer und schonender angehen.

Ich werde ehrlich gesagt noch nicht ganz schlau aus deiner Signatur :o
Du hast das Escitalopram im April/Mai 2020 abgesetzt?
Dann schreibst du du hast alles wieder eingenommen in 6/2020?
Und dann dass du Mirtazapin 12/2020 kalt abgesetzt hast?

Es ist generell besser du schreibst in der Signatur immer die mg-Angaben und nicht die prozentuelle Reduktion. Denn so weiß man nicht was die Ausgangsdosis war. Und am besten schreibst du je einen Absatz zu Mirta und zu Esci und die jeweiligen Dosisveränderungen, damit es nicht durcheinander kommt.
Also zB:
Escitalopram:
1-4/2020: 20mg
6/2020: 5mg
10/2020: 10mg
usw.

Mirtazapin:
1-4/2020: 7,5mg
12/2020: 0mg
02/2021: 7,5mg
Im Begrüßungstext unten findest du auch einen Link zur Beschreibung, wie eine Signatur aussehen sollte und was da hinein gehört :)

Lies dir am besten mal die ganzen Grundlagentexte durch, ich verlinke sie dir gleich hier in unserem Begrüßungstext.
Darin findest du auch Vorschläge für ein risikominimierendes Absetzen. Als Faustregel: maximal 10% der letzten Dosis mit mindestens 4-6 Wochen Abstand zwischen den Reduzierungen.

Liebe Grüße,
Cat


Begrüßungstext:

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Dies hier ist jetzt dein persönlicher Thread. Hier kannst du über deine Erfahrungen mit deinem Absetzverlauf berichten und dich mit anderen darüber austauschen. Du kannst hier auch deine Fragen zu deinem Absetzprozess stellen.

Damit du Rückmeldungen zu deinem Absetzverlauf bekommen kannst, ist es erforderlich, dass du eine Signatur erstellst. Die Anleitung wie das geht und was rein gehört findest Du hier: Signatur erstellen

Erfahrungen mit dem Umgang mit entzugsbedingten Schwierigkeiten/Symptomen findest du in den Bereichen Umgang mit dem Entzug und Gesundheit. Eine Übersicht über ausgewählte Themen findest du unter Was finde ich wo im Forum? Bitte benutze auch die Suchfunktion oben rechts.

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Wichtig: Du wirst nicht automatisch darüber informiert, wenn du Antworten in deinem thread bekommst! Wenn du eine Information über mail wünschst musst du das zunächst einstellen.

Dein Thread befindet sich aktuell in der Rubrik "Hier bist du richtig". Sobald du im Forum "angekommen" bist, wird er von einem Moderator in die passende Rubrik Antidepressiva absetzen verschoben.

Ich wünsche dir einen guten Austausch im Forum,
liebe Grüße
Cat
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Re: Pillepalle123: Mirtazapin loswerden

Beitrag von Pillepalle123 »

Liebe Cat,
Hab vielen Dank für deine rasche und ausführliche Antwort! Ein klassischer Lockdown-mit-Kindern-im-Dauerstress-Und Matschkopf-Fehler von mir. Ich werde die Signatur verbessern und alles runter rechnen, damit es Forums-Konform ist.
Meinst du, ich sollte also erstmal bei den -20% von der Ausgangsdosis bleiben oder nochmal erhöhen? Die Entzugssymptome hinken ja auch ein wenig hinterher. Kann es also sein, dass ich nochmal großzügiger mehr nehmen muss, um mich nicht mehr so elend zu fühlen?
Liebe Grüße und Riesen Dankeschön
Mary
seit 6/2019: hochdosiert Tilidin wegen Nervenschmerzen,

9/2019: 2 OPs am Rückenmark, im Anschluss Tilidin kalt abgesetzt mit schweren Entzugssymptomen

10/2019: Diagnose schwere Postoperative Depression (inzwischen denke ich, die Auswirkungen des Opiatentzugs spielten arg mit rein) mit absoluter Appetitlosigkeit, heftige Schlafprobleme, Suizidgedanken, Apathie, Abwesenheit von Gefühlen, Sinnlosigkeit

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10/2019: 7,5 mg Mirtazapin abends (gegen Schlaflosigkeit und Appetitlosigkeit- bis dahin in Kurzer Zeit 8kg verloren) - sofort wieder geschlafen und Appetit, aber dauernde Mattigkeit und Albträume,

10/2019: Escitalopram 5mg (Tröpfchenweise eindosiert) wirkte nach ca 4 Wochen gegen die trüben Gedanken und Antriebslosigkeit (anfangs starke innere Unruhe und Panikattacken als NW)

12/2019 Mirtazapin kalt abgesetzt wegen dem Wunsch nach echtem Schlaf ohne Betäubungsgefühl und irre Träume
4-5/2020 Escitalopram ausgeschlichen (jede Woche ein Tropfen weniger)

6/2020 Zusammenbruch mit plötzlicher absoluter Appetitlosigkeit, Schlafstörungen, innere Unruhe, Magen-Darm-Probleme, Kopfschmerzen, Schwindel

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Wegen wiederkehrender starker Albträume und Dauermattigkeit unter Mirtazapin Absetzversuch seit Januar 2021:
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22.1. 6,375mg (-15% von der Ausgangsdosis)
28.1. 6mg (-20% ~)
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11.2. 5,25mg (-30% ~)
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Re: Pillepalle123: Mirtazapin loswerden

Beitrag von Straycat »

Hallo Mary,

kein Problem - bei so viel Belastung ist es manchmal schwer ausreichend Ruhe und Konzentration für solche Dinge zu finden :)

Um dir besseres Feedback geben zu können, wäre es wichtig, dass man mal sieht wie viel du jeweils reduziert hast - da blicke ich wie gesagt noch nicht ganz durch mit den Prozentangaben ;-) Hast du stetig immer weiter reduziert oder hast du einmal 7,5mg minus 10% und einmal 7,5mg minus 20% usw eingenommen?
Auf wie viel mg bist du aktuell und wie hast du reduziert? Mittels Wasserlösmethode?

Liebe Grüße,
Cat
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Re: Pillepalle123: Mirtazapin loswerden

Beitrag von Towanda »

Hallo Mary,

bei welcher Dosis hast Du Dich denn einigermaßen stabil gefühlt? Nachdem Du erst 1Tag auf 6 mg bist, wäre es eine Möglichkeit, dahin zurückzugehen

Du hast in sehr engen Abständen die Dosis verändert, das kann sich bei Mirtazapin fatal auswirken. Mirtazapin ist bekannt dafür, dass Entzugssymtome mit bis zu 4 Wochen Verzögerung kommen können. Bei mir waren die kritischen Wochen 2. bis 4. Woche nach der Reduzierung. Dadurch können sich bei sehr kurzen Reduzierungsabständen die Symtome im Hintergrund aufstauen und irgendwann kommt der Crash.

Die 10% Reduzierung, die hier empfohlen wird, wird immer von der zuletzt genommenen Dosis berechnet. Dann ist es auch verständlich für die Mitlesenden.

Grüße, Towanda
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02.01.21 - 0,000 mg Mirtazapin

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Re: Pillepalle123: Mirtazapin loswerden

Beitrag von Pillepalle123 »

Liebe Cat, liebe Towanda,
Danke für euer Feedback. Ich habe jetzt versucht, die Signatur verständlicher zu gestalten.
Dann wäre es eine Idee, zu versuchen, auf den 6mg zu bleiben, bis ich mich wieder besser fühle und erst dann vernünftig langsam in 10% Schritten von der letzten Dosis auszuschleichen? Muss ich dann noch einen Crash erwarten? Ich fürchte mich 😰
Ich habe bis jetzt mit der auch hier empfohlenen Wasserlösemethode gearbeitet.
Ich bin ganz schön sauer auf mich selbst, dass ich dachte, einen Entzug so brachial hin zu bekommen 😏 Und von meiner Psychiaterin muss ich mir wieder anhören, dass ich eine hyper sensible Ausnahmeerscheinung bin und jeder andere diese Baby-Dosis ohne Probleme sofort weg lassen kann...
Danke euch riesig!!
Liebe Grüße
Mary
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3.1. 6,75 mg (- 10%)
22.1. 6,375mg (-15% von der Ausgangsdosis)
28.1. 6mg (-20% ~)
5.2. 5,625mg (25% ~)
11.2. 5,25mg (-30% ~)
17.2. 6mg (-20% ~)
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Re: Pillepalle123: Mirtazapin loswerden

Beitrag von Niemandsland »

Hallo Mary,

erstmal ein Willkommen im Forum!

Ich kann mich etwas in deiner Geschichte wiederfinden. Habe auch versucht schneller zu reduzieren und dann kam
der Crash. Ich halte meine Dosis jetzt seit etwa 4-5 Monaten und erst im letzten Monat würde ich von Stabilität sprechen.
Möchte dir damit nur sagen, es rächt sich leider schneller absetzen zu wollen als der Körper es verkraftet.

Du hast schonmal von der zuletzt genommenen Dosis reduziert, was gut ist. Und hast jetzt seit einem Tag 20 % aufdosiert, wenn
ich das richtig verstehe (in der Signatur steht - 20 % statt + 20 % Prozent)? Ich hatte auch nach etwa einer Woche wieder 20 % aufdosiert,
es hat dennoch etwas gedauert bis sich alles wieder gelegt hat und würde dir deswegen raten eine Absetzpause einzulegen und erst wieder zu
reduzieren, wenn du dich besser/stabil fühlst. In wie weit die (recht große) Aufdosierung richtig war, kann ich dir leider nicht sagen.

Die Aussagen der Ärzte kennen wir leider zur genüge, es ist ein Dilemma.
Lies dir mal diesen Beitrag hier durch (viewtopic.php?f=6&t=18092).
Das kannst du gerne ausdrucken und deiner Psychiaterin vorlegen, vielleicht sichert dir das etwas mehr Unterstützung von ihr zu!

Liebe Grüße

Niemandsland
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"Alt ist man erst, wenn man mehr Freude an der Vergangenheit hat als an der Zukunft!"

Mein Thread: viewtopic.php?f=35&t=17576

Euer Behandler erkennt den Entzug nicht an? Zeigt ihm diese Patienteninformation -> viewtopic.php?p=401827#p401827
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Re: Pillepalle123: Mirtazapin loswerden

Beitrag von Towanda »

Hallo Mary,

wenn Du auf 6 mg einigermaßen stabil warst, kannst Du erstmal plausibel dieser Dosis bleiben. Vor allem ist es wichtig, nun Ruhe in Dein System zu bringen, jede nicht wirklich lebenswichtige Veränderung zu vermeiden. Jede Veränderung, egal ob nach oben oder unten, strapaziert das Nervensystem.

Außerdem ist es wichtig, bei Mirta ganz besonders, mindestens 4-6 Wochen zwischen den einzelnen Schritten einzuhalten wegen den verzögert eintretenden Symptomen.

Gänzlich ohne Symptome ist meist der Entzug nicht zu bewerkstelligen. Oft ist es ein typisches Wellen-Fenster-Muster, dem man sich stellen muß. Viele Informationen dazu findest Du im Begrüßungstext und den dort gesetzten Links.

Das wichtigste im Entzug ist Geduld, keine Schnellschüsse, immer Schritt für Schritt je nach Verfassung.

Gruß, Towanda
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Re: Pillepalle123: Mirtazapin loswerden

Beitrag von Straycat »

Hallo Mary,

danke für die Klärung in der Signatur :)
Ich stimme Towanda :) und Niemandsland :) zu, ich würde auch mal die 6mg halten und abwarten, bis du dich stabiler fühlst (mindestens aber mal 4-6 Wochen).

Es ist auch gut möglich, dass es zu keinem Mega-Crash kommt. Man sollte nicht immer vom schlimmsten ausgehen :hug:
Aber es ist schon sinnvoll langsam und bedächtig vorzugehen, denn sonst kann man das ZNS schon gehörig irritieren und das will man ja vermeiden :)

Alles Gute,
Cat
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Re: Pillepalle123: Mirtazapin loswerden

Beitrag von Pillepalle123 »

Ihr Lieben alle,
Danke euch ehrlich für den Rat! Ich habe viele Erfahrungen von euch gelesen und größten Respekt vor eurem Durchhaltevermögen. Es war wirklich naiv, wie ich an die Sache ran gegangen bin. Aber um schlimmeres zu verhindern, bleibe ich jetzt bei den 6mg und hoffe das beste. Einen Crash kann ich mir beruflich und familiär momentan absolut nicht erlauben 😣
Liebe Grüße in die Runde
Mary
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Seit 6/2020: 7,5mg Mirtazapin
3.1. 6,75 mg (- 10%)
22.1. 6,375mg (-15% von der Ausgangsdosis)
28.1. 6mg (-20% ~)
5.2. 5,625mg (25% ~)
11.2. 5,25mg (-30% ~)
17.2. 6mg (-20% ~)
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Re: Pillepalle123: Mirtazapin loswerden

Beitrag von Pillepalle123 »

Liebe Alle,
es geht mir echt elend vor allem körperlich, aber mit dem Wissen im Kopf, dass es andere auch schon gepackt haben, ist da ein wenig Hoffnung.
Danke Niemandsland für den Artikel - ich bin inzwischen dazu gekommen, ihn zu lesen und werde ihn auf jeden Fall weiter geben an die „Profis“, die Absetzprobleme leugnen.
LG
Mary
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