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Anja82: Nach Absetzen von Escitalopram ist das Leben nur noch eine Qual

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Anja82
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Anja82: Nach Absetzen von Escitalopram ist das Leben nur noch eine Qual

Beitrag von Anja82 »

Hallo zusammen!

Ich melde mich nun hier und schreibe meinen ersten Beitrag. Ich bin 38 Jahre alt und habe seit meinem 18. Lebensjahr Escitalopram eingenommen.
Ich habe es damals verschrieben bekommen wegen Angstzuständen und Panikattacken. Letztes Jahr in 2020 habe ich beschlossen das Medikament auszuschleichen, weil ich wieder Panikattacken, Angstzustände und Zwangsgedanken bekommen habe. Außerdem bin ich in eine tiefe Depression gerutscht. Dies aber alles noch unter der Einnahme von Escitalopram.

Dazu kam dass ich mich auch körperlich nur noch schlecht gefühlt habe. Schwindelattacken, komplette nervöse Unruhe, Gangstörungen usw.
Ich muss dazu sagen, all die Jahre zuvor hat meine Hausärztin Escitalopram fröhlich weiter verschrieben, ohne jemals erfragt zu haben, ob man das Medikament mal ausschleichen sollte.

Im September 2020 habe ich also begonnen die Dosis über zwei Monate hinweg von 15 mg bis auf null zu reduzieren.
Dieses Absetzen hatte anfangs relativ gut funktioniert, bis ich mit Reduzierung der Dosis immer mehr merkte, dass ich depressiver und depressiver wurde. Auch kamen Schwindel und Angstzustände hinzu. Das war aber alles noch kein Vergleich zum jetzigen Zustand.

Seit etwa vier Monaten geht es mir täglich schlechter und schlechter. Mittlerweile kann ich den Alltag überhaupt nicht mehr bewältigen. Ich bin in einer tiefen Depression mit den schlimmsten Panikattacken und Angstzuständen die ich in meinem Leben je mitgemacht habe.
Hinzu kommen noch quälende Zwangsgedanken. Ich bin verheiratet und habe vier Kinder, ich versuche täglich zu überleben, Leben kann man das nicht mehr bezeichnen.

Ich bin mittlerweile so verzweifelt gewesen dass ich vor einem Monaten für eine Woche in die Psychatrie gegangen bin, dort wollten sie mich aber nur mit erneuten Antidepressiva und Benzodiazepinen vollstopfen. Anders kann man es leider nicht nennen. Ansprache oder Therapie, Fehlanzeige.

Ich habe dann Begonnen vor drei Monaten Johanniskraut einzunehmen. Leider liegt ich darunter unter starker Übelkeit und mein Schwindel wurde noch schlimmer. Ich habe es jetzt abgesetzt und meine Panikzustände sind nun so schlimm wie noch nie zuvor.

Mittlerweile bin ich so verzweifelt dass ich nicht mehr weiter weiß. Meine Psychiaterin möchte jetzt dass ich Venlafaxine nehme, Tavor und am besten noch Neuroleptika.

Ich weiß wirklich nicht mehr was ich machen soll. Ich habe die Medikamente hier zu Hause habe sie aber noch nicht genommen weil ich panische Angst davor habe. Ich denke aber dass ich es nicht mehr ohne Tavor aushalte, denn mittlerweile habe ich auch Todesangst.
Ich habe auch schon verschiedenste Berichte und Artikel und so weiter im Internet durchstöbert und bin da auf einen Doktor William Walsh gestoßen, der wohl mit Nutrients dieses ganze Thema behandelt.

Ich wäre von Herzen dankbar, wenn mir jemand weiterhelfen könnte. Ich habe schon Panikzustände aus lauter Verzweiflung, Beklemmungsgefühle und wie schon geschrieben Todesangst.
Liebe Grüße an alle ❤️❤️
Zuletzt geändert von Annanas am 23.02.2021 05:31, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Nutzername im Titel ergänzt, Absätze eingefügt
Hier meine Leidensgeschichte:

Im Jahr 2002 begonnen mit Citalopram 10 mg (wegen Angstzuständen und Panikattacken).

Einnahme über 3 Jahre hinweg, dann Wechsel zu Escitalopram 5 mg.

Nach zwei Jahren Erhöhung auf 10 mg Escitalopram weil die Angstzustände wieder kamen.

Im Jahr 2012 Wechsel zu Paroxetin 10 mg, weil erneut Angstzustände auftraten. Nach einem Jahr Erhöhung auf 20 mg.

Im Jahr 2014 erneuter Wechsel auf Escitalopram 5 mg, wegen Nebenwirkungen von Paroxetin beziehungsweise Gefühllosigkeit und Taubheitsgefühlen (nicht körperlich). Ich fühlte mich auch irgendwie wesensverändert.

Nach einem halben Jahr Erhöhung auf 10 mg Escitalopram.

Ende 2015 Erhöhung auf 15 mg Escitalopram, wegen Depressionen, erneuten Angstzuständen und nun auf Zwangsgedanken.

Im September 2020 schrittweises Ausschleichen über drei Monate hinweg. Im ersten Monat 7,5 mg Reduktion im zweiten Monat weitere 4 mg Reduktion und im letzten Monat noch mal 3,5 mg Reduktion.
Dies habe ich auf eigene Faust durchgeführt, weil der Endokrinologe meinte, die Menschen laufen mit Antidepressiva wie Zombies herum, ich solle es einfach absetzen.
Zudem hat die Wirkung plötzlich aufgehört, habe ganz schlimme Depressionen bekommen, heftigste Zwangsgedanken und erneut Ängste.

Im November 2020, keine Medikation mehr.

Dezember 2020 auf Grund massiver Verschlechterung des allgemeinen Zustandes wie Depressionen, Angstzuständen und massiven Zwangsgedanken Einnahme von 900 mg Johanniskraut täglich.
Heftigste Nebenwirkungen wie Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Schweißausbrüche und Zittern. Wirkung ist nicht wirklich eingetreten.

Februar 2021 Abbruch der Einnahme des Johanniskraut.

Seitdem massivste Angstzustände, fürchterliche Panikattacken mit Todesängsten Beklemmungsgefühlen etc. Schlimme Depression und auch Zwangsgedanken. Ständige Derealisations- und Depersonalisationzustände und Schlaflosigkeit.
Körperlich: Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen.

Seit 2002 ständige Einnahme von L-Thyrox in den verschiedensten Dosen, wegen Autoimmunthyreoditis.
Susanne1978
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Re: Anja82: Nach Absetzen von Escitalopram ist das Leben nur noch eine Qual

Beitrag von Susanne1978 »

Hallo Anja, willkommen hier.
Eine Frage vorweg, verhütest du noch hormonell?
Denn mich haben Pille und Spirale in die Tablettenfalle getrieben....
LG Susanne 🙋
Seit ca. 1998 nehme ich Antidepressiva
Doxepin, Sertralin, Venlafaxin

03/2017 nehme ich 150 mg Venlafaxin

01.12.2018 . /. 5% = 142,50 mg/ 01.02.2019 . /. 10% = 128,25 mg/ 01.03.2019 . /. 10%= 115,50 mg
01.04.2019 = 112,50 mg/ 01.06.2019 = abzgl. 5% = 106,88 mg/ 11.07.2019 = abzgl. 5% = 101,54 mg
10.08.2019 = 100,00 mg/ 11.09.2019 = abzgl. 5% = 95,00 mg/ 29.10.2019 = abzgl. 8% = 87,50 mg
12.01.2020 = abzgl. 5% = 83,00 mg/ 18.02.2020 = abzgl. 10% = 75,00 mg/ 01.05.2020 = abzgl. 10% = 67,50 mg
02.07.2020 = abzgl. 7,5% = 62,50 mg/ 26.08.2020 = abzgl. 10% = 56,25 mg/ 23.10.2020 = abzgl. 10% = 50,00 mg
25.01.2021 = abzgl. 10% = 45,00 mg
29.01.2021 wieder auf 50 mg
10.02.2021. /. 10%= 45 mg

Seit 07.01.21 täglich 5 mg Amlodipin
Towanda
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Re: Anja82: Nach Absetzen von Escitalopram ist das Leben nur noch eine Qual

Beitrag von Towanda »

Hallo Anja82,

willkommen im ADFD.

Hier zunächst einige wichtige Punkte zum Austausch im Forum:

Das ADFD ist ein Selbsthilfeforum und lebt vom gegenseitigen Austausch von Betroffenen untereinander. Mit der Anmeldung hast du dich für gelebte Selbsthilfe und aktiven Austausch auf der Basis der bereitgestellten Informationen entschieden.

Im Forum ist der Selbsthilfeaspekt zentral. Es ist sehr wichtig, dass du dich bemühst, dir selbstständig die wichtigsten Informationen anzueignen. Wenn du in den nachfolgenden Verlinkungen nicht fündig wirst, benutze bitte auch die Suchfunktion (rechts oben auf der Seite - Lupensymbol).

Bitte beachte, dass im Forum keine medizinischen Ratschläge gegeben werden. Du entscheidest dich selbstverantwortlich, ob du etwas von den Erfahrungen anderer Betroffener umsetzen möchtest.

Auch Teammitglieder sind keine medizinischen oder psychologischen "Berater", "Profis", "Fachleute" oder "Experten"! Wie alle anderen Teilnehmer auch, sind sie selbst Betroffene oder Angehörige und beteiligen sich, soweit es ihre Kräfte zulassen, am Austausch und geben Erfahrungen weiter.

Bevor du dich am Austausch beteiligst, lies dich bitte zunächst unbedingt in unsere Grundlageninfos zum Absetzen von Antidepressiva ein: Infoartikel: Ausschleichen von Antidepressiva und Erste Hilfe - Antidepressiva absetzen

Dies hier ist jetzt dein persönlicher Thread. Hier kannst du über deine Erfahrungen mit deinem Absetzverlauf berichten und dich mit anderen darüber austauschen. Du kannst hier auch deine Fragen zu deinem Absetzprozess stellen.

Damit du Rückmeldungen zu deinem Absetzverlauf bekommen kannst, ist es erforderlich, dass du eine Signatur erstellst. Die Anleitung wie das geht und was rein gehört findest Du hier: Signatur erstellen

Erfahrungen mit dem Umgang mit entzugsbedingten Schwierigkeiten/Symptomen findest du in den Bereichen Umgang mit dem Entzug und Gesundheit. Eine Übersicht über ausgewählte Themen findest du unter Was finde ich wo im Forum? Bitte benutze auch die Suchfunktion oben rechts.

Uns ist ein freundlicher, wertschätzender Umgang im Forum sehr wichtig.
Dazu gehört, Beiträge mit einem "hallo" zu beginnen und einem Gruß zu beenden.
Wenn du dich für eine Antwort bedanken möchtest, kannst du auf den Daumen hoch Button rechts oben in dem jeweiligen Beitrag klicken.

Wenn du Kraftausdrücke verwenden willst, benutze dafür bitte den censored smiley, also z.B. sch :censored: Beachte bitte auch unsere Regeln.

Damit die Beiträge besser lesbar sind, füge bitte Absätze und Leerzeilen ein.

Es kann etwas dauern, bis du eine persönliche Antwort auf dein Anliegen bekommst, bitte habe dann etwas Geduld.

Wichtig: Du wirst nicht automatisch darüber informiert, wenn du Antworten in deinem thread bekommst! Wenn du eine Information über mail wünschst musst du das zunächst einstellen.

Dein Thread befindet sich aktuell in der Rubrik "Hier bist du richtig". Sobald du im Forum "angekommen" bist, wird er von einem Moderator in die passende Rubrik Antidepressiva absetzen/ Benzodiazepine absetzen/ Neuroleptika absetzen verschoben.

Ich wünsche dir einen guten Austausch im Forum,
viele Grüße,

Towanda
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02.01.21 - 0,000 mg Mirtazapin

Weitere Medikamente:
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alle 5 Tage Mirtazapin C30 5 Globuli - abgesetzt am 01.02.21


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Re: Anja82: Nach Absetzen von Escitalopram ist das Leben nur noch eine Qual

Beitrag von simonb »

Hallo Anja, bitte erstelle mal eine Signatur, dann können wir dir weitere Tips geben.
Vorsicht bitte mit Johanniskraut, das kann im Entzug triggern, und macht uU eine ähnliche Abhängigkeit wie die synthetischen AD.
Das hört sich nach sehr massiven Absetzsymptomen an, man kann da aber wieder rauskommen, aber das kann leider länger dauern.

Man könnte es nochmal mit einer Mikro Wiedereindosierung probieren, dann aber höchstens 0,5 mg Esci.
Denn du bist schon seit November auf 0 ,und mit der Zeit steigt das Risko von Unverträglichkeiten bei der Wiedereindosierung.
Im besten Fall kann so eine Mikrodosis den Entzug abfangen. Aber auch da braucht es zunächst Geduld.

LG Simon
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Mit dem Entzug ist es wie mit dem pupsen, wenn man's zwingt ist's Schei :censored: e!

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Re: Anja82: Nach Absetzen von Escitalopram ist das Leben nur noch eine Qual

Beitrag von Anja82 »

Susanne1978 hat geschrieben: 23.02.2021 07:44 Hallo Anja, willkommen hier.
Eine Frage vorweg, verhütest du noch hormonell?
Denn mich haben Pille und Spirale in die Tablettenfalle getrieben....
LG Susanne 🙋
Hallo liebe Susanne!

Nein, ich nehme weder die Pille noch verhüte ich mit Spirale!
Mein Mann hat eine Vasektomie durchführen lassen ;-)
Ich habe allerdings eine Autoimmunthyreoditis und nehme L-Thyrox 112 Mikrogramm.
Laut der Blutwerte stimmt der TSH Wert, fühle mich aber nicht danach, als ob es stimmen würde. Sehr seltsam.
Darf ich fragen wie es dir jetzt geht? Ganz liebe Grüße, Anja
Hier meine Leidensgeschichte:

Im Jahr 2002 begonnen mit Citalopram 10 mg (wegen Angstzuständen und Panikattacken).

Einnahme über 3 Jahre hinweg, dann Wechsel zu Escitalopram 5 mg.

Nach zwei Jahren Erhöhung auf 10 mg Escitalopram weil die Angstzustände wieder kamen.

Im Jahr 2012 Wechsel zu Paroxetin 10 mg, weil erneut Angstzustände auftraten. Nach einem Jahr Erhöhung auf 20 mg.

Im Jahr 2014 erneuter Wechsel auf Escitalopram 5 mg, wegen Nebenwirkungen von Paroxetin beziehungsweise Gefühllosigkeit und Taubheitsgefühlen (nicht körperlich). Ich fühlte mich auch irgendwie wesensverändert.

Nach einem halben Jahr Erhöhung auf 10 mg Escitalopram.

Ende 2015 Erhöhung auf 15 mg Escitalopram, wegen Depressionen, erneuten Angstzuständen und nun auf Zwangsgedanken.

Im September 2020 schrittweises Ausschleichen über drei Monate hinweg. Im ersten Monat 7,5 mg Reduktion im zweiten Monat weitere 4 mg Reduktion und im letzten Monat noch mal 3,5 mg Reduktion.
Dies habe ich auf eigene Faust durchgeführt, weil der Endokrinologe meinte, die Menschen laufen mit Antidepressiva wie Zombies herum, ich solle es einfach absetzen.
Zudem hat die Wirkung plötzlich aufgehört, habe ganz schlimme Depressionen bekommen, heftigste Zwangsgedanken und erneut Ängste.

Im November 2020, keine Medikation mehr.

Dezember 2020 auf Grund massiver Verschlechterung des allgemeinen Zustandes wie Depressionen, Angstzuständen und massiven Zwangsgedanken Einnahme von 900 mg Johanniskraut täglich.
Heftigste Nebenwirkungen wie Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Schweißausbrüche und Zittern. Wirkung ist nicht wirklich eingetreten.

Februar 2021 Abbruch der Einnahme des Johanniskraut.

Seitdem massivste Angstzustände, fürchterliche Panikattacken mit Todesängsten Beklemmungsgefühlen etc. Schlimme Depression und auch Zwangsgedanken. Ständige Derealisations- und Depersonalisationzustände und Schlaflosigkeit.
Körperlich: Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen.

Seit 2002 ständige Einnahme von L-Thyrox in den verschiedensten Dosen, wegen Autoimmunthyreoditis.
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Re: Anja82: Nach Absetzen von Escitalopram ist das Leben nur noch eine Qual

Beitrag von Anja82 »

simonb hat geschrieben: 23.02.2021 11:29 Hallo Anja, bitte erstelle mal eine Signatur, dann können wir dir weitere Tips geben.
Vorsicht bitte mit Johanniskraut, das kann im Entzug triggern, und macht uU eine ähnliche Abhängigkeit wie die synthetischen AD.
Das hört sich nach sehr massiven Absetzsymptomen an, man kann da aber wieder rauskommen, aber das kann leider länger dauern.

Man könnte es nochmal mit einer Mikro Wiedereindosierung probieren, dann aber höchstens 0,5 mg Esci.
Denn du bist schon seit November auf 0 ,und mit der Zeit steigt das Risko von Unverträglichkeiten bei der Wiedereindosierung.
Im besten Fall kann so eine Mikrodosis den Entzug abfangen. Aber auch da braucht es zunächst Geduld.

LG Simon
Lieber Simon,

herzlichen Dank für Deine Antwort!
Ja, ich bin sehr verzweifelt und weiß wirklich nicht mehr weiter. Diese Panik und Angstzustände sind wirklich die Hölle auf Erden. Ich habe Tropfen vom Escitalopram, Wobei ein Tropfen 1 mg Beträgt. Wie bekomme ich denn 0,5 mg? Und du würdest nicht empfehlen nochmal mit Johanniskraut weiter zu machen, da ich dieses ja die letzten 2-3 Monate genommen habe und dann abgesetzt habe.
Wobei ich es eigentlich nicht mehr nehmen möchte, wegen heftigster Nebenwirkungen. Natürlich hat die Psychiaterin keinerlei Ahnung gehabt, dass Johanniskraut da komplett kontraproduktiv ist.
Liebe Grüße, Anja
Hier meine Leidensgeschichte:

Im Jahr 2002 begonnen mit Citalopram 10 mg (wegen Angstzuständen und Panikattacken).

Einnahme über 3 Jahre hinweg, dann Wechsel zu Escitalopram 5 mg.

Nach zwei Jahren Erhöhung auf 10 mg Escitalopram weil die Angstzustände wieder kamen.

Im Jahr 2012 Wechsel zu Paroxetin 10 mg, weil erneut Angstzustände auftraten. Nach einem Jahr Erhöhung auf 20 mg.

Im Jahr 2014 erneuter Wechsel auf Escitalopram 5 mg, wegen Nebenwirkungen von Paroxetin beziehungsweise Gefühllosigkeit und Taubheitsgefühlen (nicht körperlich). Ich fühlte mich auch irgendwie wesensverändert.

Nach einem halben Jahr Erhöhung auf 10 mg Escitalopram.

Ende 2015 Erhöhung auf 15 mg Escitalopram, wegen Depressionen, erneuten Angstzuständen und nun auf Zwangsgedanken.

Im September 2020 schrittweises Ausschleichen über drei Monate hinweg. Im ersten Monat 7,5 mg Reduktion im zweiten Monat weitere 4 mg Reduktion und im letzten Monat noch mal 3,5 mg Reduktion.
Dies habe ich auf eigene Faust durchgeführt, weil der Endokrinologe meinte, die Menschen laufen mit Antidepressiva wie Zombies herum, ich solle es einfach absetzen.
Zudem hat die Wirkung plötzlich aufgehört, habe ganz schlimme Depressionen bekommen, heftigste Zwangsgedanken und erneut Ängste.

Im November 2020, keine Medikation mehr.

Dezember 2020 auf Grund massiver Verschlechterung des allgemeinen Zustandes wie Depressionen, Angstzuständen und massiven Zwangsgedanken Einnahme von 900 mg Johanniskraut täglich.
Heftigste Nebenwirkungen wie Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Schweißausbrüche und Zittern. Wirkung ist nicht wirklich eingetreten.

Februar 2021 Abbruch der Einnahme des Johanniskraut.

Seitdem massivste Angstzustände, fürchterliche Panikattacken mit Todesängsten Beklemmungsgefühlen etc. Schlimme Depression und auch Zwangsgedanken. Ständige Derealisations- und Depersonalisationzustände und Schlaflosigkeit.
Körperlich: Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen.

Seit 2002 ständige Einnahme von L-Thyrox in den verschiedensten Dosen, wegen Autoimmunthyreoditis.
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Re: Anja82: Nach Absetzen von Escitalopram ist das Leben nur noch eine Qual

Beitrag von Susanne1978 »

Hallo Anja, danke def Nachfrage, mir geht es gut, manchmal sogra sehr gut.

Hast du im Februar 2021 das Kraut abgesetzt?! In der Signatur steht 2020?!🤔

Du steckst im Entzug! Aber ziemlich dolle sogar.... Du hast leider sehr, sehr schnell abgesetzt.

Ich hoffe von den Mods meldet sich jemand, um ein eventuelles Vorgehen zu besprechen.

So paradox wie es klingt, aber viel hilft nicht immer viel. Wenn es uns schlecht geht erhöhen die Ärzte gerne das Medikament und es wird noch schlechter, dabei wäre ein langsames abdosieren einfach besser.

Deine damaligen Zustände können tatsächlich Nebenwirkungen gewesen sein.

LG Susanne
Seit ca. 1998 nehme ich Antidepressiva
Doxepin, Sertralin, Venlafaxin

03/2017 nehme ich 150 mg Venlafaxin

01.12.2018 . /. 5% = 142,50 mg/ 01.02.2019 . /. 10% = 128,25 mg/ 01.03.2019 . /. 10%= 115,50 mg
01.04.2019 = 112,50 mg/ 01.06.2019 = abzgl. 5% = 106,88 mg/ 11.07.2019 = abzgl. 5% = 101,54 mg
10.08.2019 = 100,00 mg/ 11.09.2019 = abzgl. 5% = 95,00 mg/ 29.10.2019 = abzgl. 8% = 87,50 mg
12.01.2020 = abzgl. 5% = 83,00 mg/ 18.02.2020 = abzgl. 10% = 75,00 mg/ 01.05.2020 = abzgl. 10% = 67,50 mg
02.07.2020 = abzgl. 7,5% = 62,50 mg/ 26.08.2020 = abzgl. 10% = 56,25 mg/ 23.10.2020 = abzgl. 10% = 50,00 mg
25.01.2021 = abzgl. 10% = 45,00 mg
29.01.2021 wieder auf 50 mg
10.02.2021. /. 10%= 45 mg

Seit 07.01.21 täglich 5 mg Amlodipin
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Re: Anja82: Nach Absetzen von Escitalopram ist das Leben nur noch eine Qual

Beitrag von lena0053 »

Liebe Anja,
die Fälle mit Schilddrüsenproblemen und (Es)Citalopram absetzen mit anschließenden heftigen Problemen scheinen sich hier zu häufen. Auch im Schilddrüsen-Forum bin ich schon auf einen Fall getroffen. Ich habe keinerlei Lösung. Würde aber in nächster Zeit auf keinen Fall die L-Thyrox Dosis erhöhen! So wie ich es hier lesen konnte ist eine Verringerung eher hilfreich! Ich suche immer noch nach jemandem der irgendwie eine Ahnung haben könnte wie beides zusammenhängt 🤷🏼‍♀️
LG
2008 Diagnose Panikstörung Agoraphobie

Medikamente:
2008- April 2020 Einnahme Citalopram (Zumeist 20mg, auch mal 10mg und 30mg). Innerhalb von 10 Tagen abgesetzt.

Symptome bis Dato (Januar 2021) kommen und gehen sind aber immer welche sehr massiv da. Fenster so gut wie keine und wenn dann nie Symptomfrei
-Hitzewallungen beim aufwachen (meist gegen 5 Uhr)
- Schwindel in tausend Varianten
- Kribbeln und Vibrieren im ganzen Körper
- sehr starke Erschöpfung und Müdigkeit
- Umkipp Gefühle
- Derealisation, veränderte Umweltwahrnehmung
- absolute Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit
- ich kann praktisch NICHTS mehr (Hirn funktioniert nicht mehr)
- den ganzen Tag völlig benebelt
- verlasse das Haus nicht mehr
-Atemnot
- starke Angst wegen Symptomen
- sehr viele Symptome die sich nicht beschreiben lassen mir aber die absolute Hölle auf Erden bescheren.
- Den ganzen Tag das Gefühl keine Sekunde mehr aushalten zu können
- Tinnitus
und und und


L-Thyrox zurzeit 50mg
Seit 4.10.20 70mg
Towanda
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Re: Anja82: Nach Absetzen von Escitalopram ist das Leben nur noch eine Qual

Beitrag von Towanda »

Anja82 hat geschrieben: Gestern 00:19 Ich habe Tropfen vom Escitalopram, Wobei ein Tropfen 1 mg Beträgt. Wie bekomme ich denn 0,5 mg? Und du würdest nicht empfehlen nochmal mit Johanniskraut weiter zu machen, da ich dieses ja die letzten 2-3 Monate genommen habe und dann abgesetzt habe.
Wobei ich es eigentlich nicht mehr nehmen möchte, wegen heftigster Nebenwirkungen. Natürlich hat die Psychiaterin keinerlei Ahnung gehabt, dass Johanniskraut da komplett kontraproduktiv ist.
Hallo Anja,

feine Dosierungen kannst Du mit der Wasserlösmethode herstellen, wie das geht findest Du im Begrüßungstext (bitte unbedingt sehr aufmerksam lesen) unter "Erste Hilfe - Antidepressive absetzen".

Johanniskraut wirkt sehr ähnlich wie ein synthetisches AD, es kann also gut sein, daß in Deinen Zustand auch Absetzsymptome vom Johanniskraut mit hereinspielen. Hast Du es von heute auf morgen weggelassen?

Ich würde nun einen Versuch mit Escitalopram wagen, Du kannst z.B. 1 Tropfen in 100 ml Wasser geben, gut umrühren und davon 50 ml trinken. Dabei gilt es, sehr genau zu arbeiten, entweder mit einem Gefäß mit sehr genauer Skalierung oder mit einer genauen Waage.

Die Empfehlungen der Psychiaterin, auf ein anderes AD umzusteigen, werden Dir sehr wahrscheinlich nicht helfen, weil Dein Nervensystem Absetzsymptome von Escitalopram zeigt und man das nicht mit einem anderen Stoff deckeln kann. das wäre so, als würde man einem Alkoholiker eine Tasse Kaffe zur Deckelung anbieten - das wird auch nicht funktionieren.

Alles Gute und viele Grüße,

Towanda
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Re: Anja82: Nach Absetzen von Escitalopram ist das Leben nur noch eine Qual

Beitrag von simonb »

Hallo Anja :)

Ich antworte dir hier auf deine PN.
Zunächst einmal , lies dich bitte unbedingt in den Begrüßungstext ein, da stehen sehr wertvolle Infos für dich.
Towanda hat es dir auch schon geschrieben.

Ich kann mir vorstellen, das das lesen vielleicht in deinem Zustand schwierig ist, dann lies jeden Tag nur ein bisschen.

Es ist häufig im Entzug, das man bestimmte Nahrungsergänzungsmittel wie Zink oder gerade auch Vitamin D nicht verträgt.
Wieviel hast du denn davon genommen? Man sollte NEMs im Entzug sehr vorsichtig mit einer sehr geringen Menge antesten (Krümelchen)...

Ich würde an deiner Stelle zinkhaltige Lebensmittel probieren. Beim Vitamin D hast du Glück, es wird Frühling und danach Sommer.
Du solltest dich in der Sonne aufhalten, dann steigt auch der Vitamin D Spiegel.

LG Simon
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Re: Anja82: Nach Absetzen von Escitalopram ist das Leben nur noch eine Qual

Beitrag von Straycat »

Liebe Anja,

auch von mir herzlich willkommen in der Runde :group:
Was du zu deiner Geschichte mit der Einnahme von Escitalopram und die Reaktionen der Ärzte schreibst, kommt mir sehr bekannt vor. Ich habe da auch ähnliches erlebt (nehme auch seit ich 19 bin AD ein :( ).

Wenn ich es deiner Signatur richtig entnehme, nimmst du seit November 2020 kein Escitalopram mehr und hast es sehr großschrittig abgesetzt.
Inzwischen hattest du für 3 Monate 900mg Johanniskraut eingenommen. Das hast du einfach wieder weggelassen, oder?

Wenn du es mit einer Wiedereindosierung von Escitalopram versuchen willst, würde ich allerdings eine noch kleinere Dosis von 0,1-0,2mg vorschlagen. Du nimmst es jetzt seit 3-4 Monaten nicht mehr und dein ZNS hat bereits angefangen, sich an das Fehlen des Wirkstoffs anzupassen (nähere Infos dazu, was durch die Einnahme von AD im Gehirn passiert und was das Absetzen bewirkt und wie es da zu Absetzsymptomen kommt, kannst du in den Grundlagentexten nachlesen). Wenn du nun eine zu große Dosis Escitalopram wieder einnimmst, könnte es sein, dass du es schlecht verträgst. Zusätzlich ist dein ZNS durch die Einnahme des Johanniskraut vermutlich auch noch gereizt. Da würde ich sicherheitshalber sehr behutsam vorgehen mit der Wiedereindosierung. Du könntest die 0,1 oder 0,2mg mal ausprobieren und dann etwas abwarten, wie du dich damit fühlst.
Hier sind auch noch unsere FAQ zum Wiedereindosieren: https://www.adfd.org/austausch/viewtopi ... 15#p106315

Wie du eine "krumme" Dosis herstellst, hat dir Towanda :) schon beschrieben.

Alles Gute,
Cat
Meine Geschichte und mein Absetzweg:
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Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.
Sabs
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Re: Anja82: Nach Absetzen von Escitalopram ist das Leben nur noch eine Qual

Beitrag von Sabs »

Hi und willkommen,
Was ich an deiner Geschichte so schwierig finde, ist; dass du ja schon unter Esci irgendwann schlimme Symptome entwickelt hast - deshalb bin ich unsicher, ob eine Eindosierung Sinn macht.
Du bist nun in der Zwickmühle, dass es dir mit und ohne Esci schlecht geht :-/
Da es Dir aber ohne Esci scheinbar noch schlechter geht, könntest Du eine Minidosis Eindosieren.
Falls du daraufhin verstärkte Symptome hast, solltest du es ohne weiter aushalten.
Bei mir hat die Eindosierung zB nicht funktioniert und nun nach über einem Jahr geht es mir wieder viel besser.
Nur so zur Hoffnung, man erholt sich irgendwann - mit und ohne.

Gruß Sabs
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Anja82
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Re: Anja82: Nach Absetzen von Escitalopram ist das Leben nur noch eine Qual

Beitrag von Anja82 »

Sabs hat geschrieben: Gestern 13:07 Hi und willkommen,
Was ich an deiner Geschichte so schwierig finde, ist; dass du ja schon unter Esci irgendwann schlimme Symptome entwickelt hast - deshalb bin ich unsicher, ob eine Eindosierung Sinn macht.
Du bist nun in der Zwickmühle, dass es dir mit und ohne Esci schlecht geht :-/
Da es Dir aber ohne Esci scheinbar noch schlechter geht, könntest Du eine Minidosis Eindosieren.
Falls du daraufhin verstärkte Symptome hast, solltest du es ohne weiter aushalten.
Bei mir hat die Eindosierung zB nicht funktioniert und nun nach über einem Jahr geht es mir wieder viel besser.
Nur so zur Hoffnung, man erholt sich irgendwann - mit und ohne.

Gruß Sabs
Hallo Sabs,

lieben Dank für deine Antwort! Du hast es genau richtig erfasst,
Ich bin in einer richtigen Zwickmühle, weil es mir unter Esci Auch schon nicht mehr gut gehen, allerdings bin ich jetzt in einer Situation der völligen Verzweiflung und ich habe das Gefühl ich halte es keine Sekunde länger mehr aus.
Ich überlege mir ob ich eine minimale Wiedereindosierung probiere.

Liebe Grüße, Anja
Hier meine Leidensgeschichte:

Im Jahr 2002 begonnen mit Citalopram 10 mg (wegen Angstzuständen und Panikattacken).

Einnahme über 3 Jahre hinweg, dann Wechsel zu Escitalopram 5 mg.

Nach zwei Jahren Erhöhung auf 10 mg Escitalopram weil die Angstzustände wieder kamen.

Im Jahr 2012 Wechsel zu Paroxetin 10 mg, weil erneut Angstzustände auftraten. Nach einem Jahr Erhöhung auf 20 mg.

Im Jahr 2014 erneuter Wechsel auf Escitalopram 5 mg, wegen Nebenwirkungen von Paroxetin beziehungsweise Gefühllosigkeit und Taubheitsgefühlen (nicht körperlich). Ich fühlte mich auch irgendwie wesensverändert.

Nach einem halben Jahr Erhöhung auf 10 mg Escitalopram.

Ende 2015 Erhöhung auf 15 mg Escitalopram, wegen Depressionen, erneuten Angstzuständen und nun auf Zwangsgedanken.

Im September 2020 schrittweises Ausschleichen über drei Monate hinweg. Im ersten Monat 7,5 mg Reduktion im zweiten Monat weitere 4 mg Reduktion und im letzten Monat noch mal 3,5 mg Reduktion.
Dies habe ich auf eigene Faust durchgeführt, weil der Endokrinologe meinte, die Menschen laufen mit Antidepressiva wie Zombies herum, ich solle es einfach absetzen.
Zudem hat die Wirkung plötzlich aufgehört, habe ganz schlimme Depressionen bekommen, heftigste Zwangsgedanken und erneut Ängste.

Im November 2020, keine Medikation mehr.

Dezember 2020 auf Grund massiver Verschlechterung des allgemeinen Zustandes wie Depressionen, Angstzuständen und massiven Zwangsgedanken Einnahme von 900 mg Johanniskraut täglich.
Heftigste Nebenwirkungen wie Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Schweißausbrüche und Zittern. Wirkung ist nicht wirklich eingetreten.

Februar 2021 Abbruch der Einnahme des Johanniskraut.

Seitdem massivste Angstzustände, fürchterliche Panikattacken mit Todesängsten Beklemmungsgefühlen etc. Schlimme Depression und auch Zwangsgedanken. Ständige Derealisations- und Depersonalisationzustände und Schlaflosigkeit.
Körperlich: Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen.

Seit 2002 ständige Einnahme von L-Thyrox in den verschiedensten Dosen, wegen Autoimmunthyreoditis.
Anja82
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Re: Anja82: Nach Absetzen von Escitalopram ist das Leben nur noch eine Qual

Beitrag von Anja82 »

Towanda hat geschrieben: Gestern 08:21
Anja82 hat geschrieben: Gestern 00:19 Ich habe Tropfen vom Escitalopram, Wobei ein Tropfen 1 mg Beträgt. Wie bekomme ich denn 0,5 mg? Und du würdest nicht empfehlen nochmal mit Johanniskraut weiter zu machen, da ich dieses ja die letzten 2-3 Monate genommen habe und dann abgesetzt habe.
Wobei ich es eigentlich nicht mehr nehmen möchte, wegen heftigster Nebenwirkungen. Natürlich hat die Psychiaterin keinerlei Ahnung gehabt, dass Johanniskraut da komplett kontraproduktiv ist.
Hallo Anja,

feine Dosierungen kannst Du mit der Wasserlösmethode herstellen, wie das geht findest Du im Begrüßungstext (bitte unbedingt sehr aufmerksam lesen) unter "Erste Hilfe - Antidepressive absetzen".

Johanniskraut wirkt sehr ähnlich wie ein synthetisches AD, es kann also gut sein, daß in Deinen Zustand auch Absetzsymptome vom Johanniskraut mit hereinspielen. Hast Du es von heute auf morgen weggelassen?

Ich würde nun einen Versuch mit Escitalopram wagen, Du kannst z.B. 1 Tropfen in 100 ml Wasser geben, gut umrühren und davon 50 ml trinken. Dabei gilt es, sehr genau zu arbeiten, entweder mit einem Gefäß mit sehr genauer Skalierung oder mit einer genauen Waage.

Die Empfehlungen der Psychiaterin, auf ein anderes AD umzusteigen, werden Dir sehr wahrscheinlich nicht helfen, weil Dein Nervensystem Absetzsymptome von Escitalopram zeigt und man das nicht mit einem anderen Stoff deckeln kann. das wäre so, als würde man einem Alkoholiker eine Tasse Kaffe zur Deckelung anbieten - das wird auch nicht funktionieren.

Alles Gute und viele Grüße,

Towanda
Liebe Towanda!!

Ganz herzlichen Dank für eure Hilfe! Ja ich habe das Johanniskraut abrupt abgesetzt.
Ja ganz genau, die Psychiaterin hat mir auch das Johanniskraut verschrieben, sie kennt sich nicht im Ansatz mit dieser Problematik aus.
Ich habe jetzt das Problem dass es mir so dermaßen schlecht geht dass ich das Gefühl habe es keine Sekunde länger auszuhalten.
Ich weiß jetzt auch nicht was ich machen soll, könnte ich denn das Tavor nehmen oder verschlimmert das alles nur noch?
Wobei ich das Gefühl habe, dass es schlimmer nicht werden kann.

Kennst du Ärzte, die sich mit dem Absetzsyndrom auskennen und diese Problematik ernst nehmen? Ich wäre sehr dankbar dafür.

Liebe Grüße, Anja
Hier meine Leidensgeschichte:

Im Jahr 2002 begonnen mit Citalopram 10 mg (wegen Angstzuständen und Panikattacken).

Einnahme über 3 Jahre hinweg, dann Wechsel zu Escitalopram 5 mg.

Nach zwei Jahren Erhöhung auf 10 mg Escitalopram weil die Angstzustände wieder kamen.

Im Jahr 2012 Wechsel zu Paroxetin 10 mg, weil erneut Angstzustände auftraten. Nach einem Jahr Erhöhung auf 20 mg.

Im Jahr 2014 erneuter Wechsel auf Escitalopram 5 mg, wegen Nebenwirkungen von Paroxetin beziehungsweise Gefühllosigkeit und Taubheitsgefühlen (nicht körperlich). Ich fühlte mich auch irgendwie wesensverändert.

Nach einem halben Jahr Erhöhung auf 10 mg Escitalopram.

Ende 2015 Erhöhung auf 15 mg Escitalopram, wegen Depressionen, erneuten Angstzuständen und nun auf Zwangsgedanken.

Im September 2020 schrittweises Ausschleichen über drei Monate hinweg. Im ersten Monat 7,5 mg Reduktion im zweiten Monat weitere 4 mg Reduktion und im letzten Monat noch mal 3,5 mg Reduktion.
Dies habe ich auf eigene Faust durchgeführt, weil der Endokrinologe meinte, die Menschen laufen mit Antidepressiva wie Zombies herum, ich solle es einfach absetzen.
Zudem hat die Wirkung plötzlich aufgehört, habe ganz schlimme Depressionen bekommen, heftigste Zwangsgedanken und erneut Ängste.

Im November 2020, keine Medikation mehr.

Dezember 2020 auf Grund massiver Verschlechterung des allgemeinen Zustandes wie Depressionen, Angstzuständen und massiven Zwangsgedanken Einnahme von 900 mg Johanniskraut täglich.
Heftigste Nebenwirkungen wie Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Schweißausbrüche und Zittern. Wirkung ist nicht wirklich eingetreten.

Februar 2021 Abbruch der Einnahme des Johanniskraut.

Seitdem massivste Angstzustände, fürchterliche Panikattacken mit Todesängsten Beklemmungsgefühlen etc. Schlimme Depression und auch Zwangsgedanken. Ständige Derealisations- und Depersonalisationzustände und Schlaflosigkeit.
Körperlich: Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen.

Seit 2002 ständige Einnahme von L-Thyrox in den verschiedensten Dosen, wegen Autoimmunthyreoditis.
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Re: Anja82: Nach Absetzen von Escitalopram ist das Leben nur noch eine Qual

Beitrag von simonb »

Hallo Anja, wir empfehlen hier nicht die Einnahme von Benzodiazepinen,
das führt uU in die nächste sehr gravierende Abhängigkeitspirale.

Das ist mMn ein absolutes Notfallmedikament, und man kommt davon oft nur sehr schwer wieder los, wenn man das mal 2-3 Wochen genommen hat.
Tavor wirkt häufig sehr entlastend im Entzug, und das macht es so gefährlich. Ich persönlich denke eine Einnahme in einer absoluten Grenzsituation ist vielleicht gerechtfertigt, das ist aber eine Frage, die du mit deinem Arzt erörtern solltest.

Es gibt eine kurze Liste von Ärzten, schreib am besten eine der Moderatorinnen per PN an. Ganz toll ist diese Empfehlung vom Dachverband britischer Pschiater (vom Nutzer Niemandsland). viewtopic.php?f=6&t=18092
um Ärzten die Problematik begreifbar zu machen.

Warte nicht zu lange , wenn du versuchen willst wiedereinzudosieren, das Risiko von Unverträglichkeiten steigt mit der vergangenen Zeit an.
Cat hat dir geschrieben du könntest es mit 0,1- 0,2 mg probieren, das ist scheinbar eine sehr geringe Menge, aber in Wirklichkeit wahrscheinlich so viel wie nötig und so wenig wie möglich.

Viele hier kennen solche Zustände, wie du sie beschreibst , und sind da wieder rausgekommen.

LG Simon
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Mit dem Entzug ist es wie mit dem pupsen, wenn man's zwingt ist's Schei :censored: e!

"Weniger ist mehr im Entzug" ( meine Meinung zu Nems)
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Re: Anja82: Nach Absetzen von Escitalopram ist das Leben nur noch eine Qual

Beitrag von Anja82 »

Susanne1978 hat geschrieben: Gestern 07:59 Hallo Anja, danke def Nachfrage, mir geht es gut, manchmal sogra sehr gut.

Hast du im Februar 2021 das Kraut abgesetzt?! In der Signatur steht 2020?!🤔

Du steckst im Entzug! Aber ziemlich dolle sogar.... Du hast leider sehr, sehr schnell abgesetzt.

Ich hoffe von den Mods meldet sich jemand, um ein eventuelles Vorgehen zu besprechen.

So paradox wie es klingt, aber viel hilft nicht immer viel. Wenn es uns schlecht geht erhöhen die Ärzte gerne das Medikament und es wird noch schlechter, dabei wäre ein langsames abdosieren einfach besser.

Deine damaligen Zustände können tatsächlich Nebenwirkungen gewesen sein.

LG Susanne
Hallo liebe Susanne, oh dann muss ich meine Signatur ändern, natürlich 2021 habe ich es abgesetzt. Vielen Dank für dein Hinweis!
Viele Grüße, Anja
Hier meine Leidensgeschichte:

Im Jahr 2002 begonnen mit Citalopram 10 mg (wegen Angstzuständen und Panikattacken).

Einnahme über 3 Jahre hinweg, dann Wechsel zu Escitalopram 5 mg.

Nach zwei Jahren Erhöhung auf 10 mg Escitalopram weil die Angstzustände wieder kamen.

Im Jahr 2012 Wechsel zu Paroxetin 10 mg, weil erneut Angstzustände auftraten. Nach einem Jahr Erhöhung auf 20 mg.

Im Jahr 2014 erneuter Wechsel auf Escitalopram 5 mg, wegen Nebenwirkungen von Paroxetin beziehungsweise Gefühllosigkeit und Taubheitsgefühlen (nicht körperlich). Ich fühlte mich auch irgendwie wesensverändert.

Nach einem halben Jahr Erhöhung auf 10 mg Escitalopram.

Ende 2015 Erhöhung auf 15 mg Escitalopram, wegen Depressionen, erneuten Angstzuständen und nun auf Zwangsgedanken.

Im September 2020 schrittweises Ausschleichen über drei Monate hinweg. Im ersten Monat 7,5 mg Reduktion im zweiten Monat weitere 4 mg Reduktion und im letzten Monat noch mal 3,5 mg Reduktion.
Dies habe ich auf eigene Faust durchgeführt, weil der Endokrinologe meinte, die Menschen laufen mit Antidepressiva wie Zombies herum, ich solle es einfach absetzen.
Zudem hat die Wirkung plötzlich aufgehört, habe ganz schlimme Depressionen bekommen, heftigste Zwangsgedanken und erneut Ängste.

Im November 2020, keine Medikation mehr.

Dezember 2020 auf Grund massiver Verschlechterung des allgemeinen Zustandes wie Depressionen, Angstzuständen und massiven Zwangsgedanken Einnahme von 900 mg Johanniskraut täglich.
Heftigste Nebenwirkungen wie Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Schweißausbrüche und Zittern. Wirkung ist nicht wirklich eingetreten.

Februar 2021 Abbruch der Einnahme des Johanniskraut.

Seitdem massivste Angstzustände, fürchterliche Panikattacken mit Todesängsten Beklemmungsgefühlen etc. Schlimme Depression und auch Zwangsgedanken. Ständige Derealisations- und Depersonalisationzustände und Schlaflosigkeit.
Körperlich: Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen.

Seit 2002 ständige Einnahme von L-Thyrox in den verschiedensten Dosen, wegen Autoimmunthyreoditis.
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Re: Anja82: Nach Absetzen von Escitalopram ist das Leben nur noch eine Qual

Beitrag von Anja82 »

simonb hat geschrieben: Gestern 18:17 Hallo Anja, wir empfehlen hier nicht die Einnahme von Benzodiazepinen,
das führt uU in die nächste sehr gravierende Abhängigkeitspirale.

Das ist mMn ein absolutes Notfallmedikament, und man kommt davon oft nur sehr schwer wieder los, wenn man das mal 2-3 Wochen genommen hat.
Tavor wirkt häufig sehr entlastend im Entzug, und das macht es so gefährlich. Ich persönlich denke eine Einnahme in einer absoluten Grenzsituation ist vielleicht gerechtfertigt, das ist aber eine Frage, die du mit deinem Arzt erörtern solltest.

Es gibt eine kurze Liste von Ärzten, schreib am besten eine der Moderatorinnen per PN an. Ganz toll ist diese Empfehlung vom Dachverband britischer Pschiater (vom Nutzer Niemandsland). viewtopic.php?f=6&t=18092
um Ärzten die Problematik begreifbar zu machen.

Warte nicht zu lange , wenn du versuchen willst wiedereinzudosieren, das Risiko von Unverträglichkeiten steigt mit der vergangenen Zeit an.
Cat hat dir geschrieben du könntest es mit 0,1- 0,2 mg probieren, das ist scheinbar eine sehr geringe Menge, aber in Wirklichkeit wahrscheinlich so viel wie nötig und so wenig wie möglich.

Viele hier kennen solche Zustände, wie du sie beschreibst , und sind da wieder rausgekommen.

LG Simon
Lieber Simon!

Herzlichen Dank für deine Antwort! Ich weiß, ich habe mich jetzt auch drei Tage lang gegen Tavor gewährt, aber ich fühle mich tatsächlich in einer Grenzsituation, ich fühle mich als ob ich selbst in mir ersticke.

Verzweifelte Grüße Anja
Hier meine Leidensgeschichte:

Im Jahr 2002 begonnen mit Citalopram 10 mg (wegen Angstzuständen und Panikattacken).

Einnahme über 3 Jahre hinweg, dann Wechsel zu Escitalopram 5 mg.

Nach zwei Jahren Erhöhung auf 10 mg Escitalopram weil die Angstzustände wieder kamen.

Im Jahr 2012 Wechsel zu Paroxetin 10 mg, weil erneut Angstzustände auftraten. Nach einem Jahr Erhöhung auf 20 mg.

Im Jahr 2014 erneuter Wechsel auf Escitalopram 5 mg, wegen Nebenwirkungen von Paroxetin beziehungsweise Gefühllosigkeit und Taubheitsgefühlen (nicht körperlich). Ich fühlte mich auch irgendwie wesensverändert.

Nach einem halben Jahr Erhöhung auf 10 mg Escitalopram.

Ende 2015 Erhöhung auf 15 mg Escitalopram, wegen Depressionen, erneuten Angstzuständen und nun auf Zwangsgedanken.

Im September 2020 schrittweises Ausschleichen über drei Monate hinweg. Im ersten Monat 7,5 mg Reduktion im zweiten Monat weitere 4 mg Reduktion und im letzten Monat noch mal 3,5 mg Reduktion.
Dies habe ich auf eigene Faust durchgeführt, weil der Endokrinologe meinte, die Menschen laufen mit Antidepressiva wie Zombies herum, ich solle es einfach absetzen.
Zudem hat die Wirkung plötzlich aufgehört, habe ganz schlimme Depressionen bekommen, heftigste Zwangsgedanken und erneut Ängste.

Im November 2020, keine Medikation mehr.

Dezember 2020 auf Grund massiver Verschlechterung des allgemeinen Zustandes wie Depressionen, Angstzuständen und massiven Zwangsgedanken Einnahme von 900 mg Johanniskraut täglich.
Heftigste Nebenwirkungen wie Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Schweißausbrüche und Zittern. Wirkung ist nicht wirklich eingetreten.

Februar 2021 Abbruch der Einnahme des Johanniskraut.

Seitdem massivste Angstzustände, fürchterliche Panikattacken mit Todesängsten Beklemmungsgefühlen etc. Schlimme Depression und auch Zwangsgedanken. Ständige Derealisations- und Depersonalisationzustände und Schlaflosigkeit.
Körperlich: Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen.

Seit 2002 ständige Einnahme von L-Thyrox in den verschiedensten Dosen, wegen Autoimmunthyreoditis.
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Re: Anja82: Nach Absetzen von Escitalopram ist das Leben nur noch eine Qual

Beitrag von Anja82 »

Straycat hat geschrieben: Gestern 11:16 Liebe Anja,

auch von mir herzlich willkommen in der Runde :group:
Was du zu deiner Geschichte mit der Einnahme von Escitalopram und die Reaktionen der Ärzte schreibst, kommt mir sehr bekannt vor. Ich habe da auch ähnliches erlebt (nehme auch seit ich 19 bin AD ein :( ).

Wenn ich es deiner Signatur richtig entnehme, nimmst du seit November 2020 kein Escitalopram mehr und hast es sehr großschrittig abgesetzt.
Inzwischen hattest du für 3 Monate 900mg Johanniskraut eingenommen. Das hast du einfach wieder weggelassen, oder?

Wenn du es mit einer Wiedereindosierung von Escitalopram versuchen willst, würde ich allerdings eine noch kleinere Dosis von 0,1-0,2mg vorschlagen. Du nimmst es jetzt seit 3-4 Monaten nicht mehr und dein ZNS hat bereits angefangen, sich an das Fehlen des Wirkstoffs anzupassen (nähere Infos dazu, was durch die Einnahme von AD im Gehirn passiert und was das Absetzen bewirkt und wie es da zu Absetzsymptomen kommt, kannst du in den Grundlagentexten nachlesen). Wenn du nun eine zu große Dosis Escitalopram wieder einnimmst, könnte es sein, dass du es schlecht verträgst. Zusätzlich ist dein ZNS durch die Einnahme des Johanniskraut vermutlich auch noch gereizt. Da würde ich sicherheitshalber sehr behutsam vorgehen mit der Wiedereindosierung. Du könntest die 0,1 oder 0,2mg mal ausprobieren und dann etwas abwarten, wie du dich damit fühlst.
Hier sind auch noch unsere FAQ zum Wiedereindosieren: https://www.adfd.org/austausch/viewtopi ... 15#p106315

Wie du eine "krumme" Dosis herstellst, hat dir Towanda :) schon beschrieben.

Alles Gute,
Cat
Liebe Cat!

Ganz herzlichen Dank für deine Antwort und deinen Rat! Liebe Grüße, Anja
Hier meine Leidensgeschichte:

Im Jahr 2002 begonnen mit Citalopram 10 mg (wegen Angstzuständen und Panikattacken).

Einnahme über 3 Jahre hinweg, dann Wechsel zu Escitalopram 5 mg.

Nach zwei Jahren Erhöhung auf 10 mg Escitalopram weil die Angstzustände wieder kamen.

Im Jahr 2012 Wechsel zu Paroxetin 10 mg, weil erneut Angstzustände auftraten. Nach einem Jahr Erhöhung auf 20 mg.

Im Jahr 2014 erneuter Wechsel auf Escitalopram 5 mg, wegen Nebenwirkungen von Paroxetin beziehungsweise Gefühllosigkeit und Taubheitsgefühlen (nicht körperlich). Ich fühlte mich auch irgendwie wesensverändert.

Nach einem halben Jahr Erhöhung auf 10 mg Escitalopram.

Ende 2015 Erhöhung auf 15 mg Escitalopram, wegen Depressionen, erneuten Angstzuständen und nun auf Zwangsgedanken.

Im September 2020 schrittweises Ausschleichen über drei Monate hinweg. Im ersten Monat 7,5 mg Reduktion im zweiten Monat weitere 4 mg Reduktion und im letzten Monat noch mal 3,5 mg Reduktion.
Dies habe ich auf eigene Faust durchgeführt, weil der Endokrinologe meinte, die Menschen laufen mit Antidepressiva wie Zombies herum, ich solle es einfach absetzen.
Zudem hat die Wirkung plötzlich aufgehört, habe ganz schlimme Depressionen bekommen, heftigste Zwangsgedanken und erneut Ängste.

Im November 2020, keine Medikation mehr.

Dezember 2020 auf Grund massiver Verschlechterung des allgemeinen Zustandes wie Depressionen, Angstzuständen und massiven Zwangsgedanken Einnahme von 900 mg Johanniskraut täglich.
Heftigste Nebenwirkungen wie Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Schweißausbrüche und Zittern. Wirkung ist nicht wirklich eingetreten.

Februar 2021 Abbruch der Einnahme des Johanniskraut.

Seitdem massivste Angstzustände, fürchterliche Panikattacken mit Todesängsten Beklemmungsgefühlen etc. Schlimme Depression und auch Zwangsgedanken. Ständige Derealisations- und Depersonalisationzustände und Schlaflosigkeit.
Körperlich: Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen.

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