Klick auf das Kreuzchen um das hier auszublenden ->



Liebe ADFDler,

wir wünschen Euch eine schöne Osterzeit mit möglichst entspannten Feiertagen und schönem Wetter.

Das Team ist während dieser Zeit u wahrscheinlich auch etwas länger anhaltend, aus verschiedenen Gründen personell stark unterbesetzt, so daß hauptsächlich nur administrative Aufgaben erledigt werden können.

Wir bitten Euch deshalb, verstärkt gegenseitig nach Euch zu schauen u zu unterstützen.

Danke für Euer Verständnis, liebe Grüße vom Team

---

An unsere neuen Mitglieder: Bitte lest euch zunächst selbst in unsere grundlegenden Absetzinfos ein: Antidepressiva absetzen | Benzodiazepine absetzen | Neuroleptika absetzen

Saskia70: schlimmste Symptome nach fast kaltem Entzug (AD, Benzos)

Stell Dich bitte hier vor, wenn Du Probleme mit Psychopharmaka hast, Infos brauchst oder noch nicht weißt, ob Du abdosieren solltest.
:schnecke: Bitte lies unsere Forenregeln, bevor Du Dich registrierst.
Antworten
Saskia70
Beiträge: 2
Registriert: 26.09.2020 13:06
Danksagung erhalten: 9 Mal

Saskia70: schlimmste Symptome nach fast kaltem Entzug (AD, Benzos)

Beitrag von Saskia70 »

Hallo alle zusammen,

bisher war ich stille Mitleserin, weil ich einfach zu krank war um zu schreiben.
Ich habe in meinem Leben immer wieder mit Depressionen zu tun.

1995 -Tagesklinik

2005 - Tagesklinik

seit ca. 2010 Einnahme von 75mg Venlafaxin

Mai 2017 Burnout und Depression

seit Mai 2017 Erhöhung von Venlafaxin auf 150 mg
Zwischen Juli und Oktober 2 Todesfälle im Freundeskreis und im Oktober Notoperation bei meiner Mutter.

im Oktober 2019 Umstellung auf 100mg Milnaneurax innerhalb von 3 Tagen, Venlafaxin raus und Milaneurax eindosiert, viel zu schnell

Ich kam mir vor wie Forrest Gump, musste ständig laufen und mich bewegen.
Die Antriebslosigkeit hatte ich gegen Angst und Agitiertheit eingetauscht.
Habe mich die nächsten Wochen und Monate nur über Wasser gehalten.

ab April 2020 - erstmalig stationär mit agitierter schwerer Depression und Coronaangst

In der Klinik wurde ich auf 100mg Sertralin eingestellt, was mich noch agitierter und ängstlicher machte.
Dazu um mich zu beruhigen bekam ich TAVOR viermal am Tag.
Am Anfang bekam ich 4 mg, dann "nur noch" 3 mg.
Insgesamt wurde ich über 5 Wochen mehrmals täglich mit TAVOR behandelt.

In der letzten Woche wurde ich innerhalb von paar Tagen auf 0 gesetzt.
Ich dachte ich halte das nicht mehr aus vor Entzugsschmerzen.
Ich habe mein ganzes Leben noch nie solche Schmerzen erlebt, hatte vorher noch nie Beruhigungs- oder Schlafmittel eingenommen.

Den nächsten Tag musste ich mit dem Entzugsschmerz sofort in die Tagesklink.

Juni 2020 4 Wochen Tagesklinik

Juli 2020 4 Wochen psychosomatische Klinik

Seit meiner Tavoreinahme April und Mai 2020 habe ich jeden Tag Weinkrämpfe, noch viel mehr Ängste, Suizidgedanken.
Ich habe stechende brennende Schmerzen in den Armen und in der Brust, komisches kaltes Gefühl beim Einatmen, Unterleibsschmerzen.
Deswegen habe ich monatelang mit Kühlakkus auf meinen Armen verbracht.
Totale Hoffnungslosigkeit, es war kein Leben mehr, jeden Tag nur ein Aushalten. :frust:

September 2020 psychatrische Klinik

Dort wurde Sertralin gegen Amitriptylin ausgetauscht, dadurch Schmerzen bisschen aushaltbarer.

Oktober - November 2020 Rehaklinik

Dieses Wochenende ist das erste Wochenende, wo sich nach langen 11 Monaten ein Fenster bei mir geöffnet hat.
Ich hatte schon meine ganze Hoffnung verloren.
Wer auch so schlimme Entzugserfahrungen mit Benzodiazepinen gemacht hat, kann mich sehr gern anschreiben!!!!!! :group:

Seit Mai 2020 befinde ich mich im protahierten Entzug. :schnecke:

Liebe Grüße an alle
Zuletzt geändert von Jamie am 06.04.2021 10:01, insgesamt 1-mal geändert.
Hallo alle zusammen,

bisher war ich stille Mitleserin, weil ich einfach zu krank war um zu schreiben.
Ich habe in meinem Leben immer wieder mit Depressionen zu tun.

1995 -Tagesklinik

2005 - Tagesklinik

seit ca. 2010 Einnahme von 75mg Venlafaxin

Mai 2017 Burnout und Depression

seit Mai 2017 Erhöhung von Venlafaxin auf 150 mg
Zwischen Juli und Oktober 2 Todesfälle im Freundeskreis und im Oktober Notoperation bei meiner Mutter.

im Oktober 2019 Umstellung auf 100mg Milnaneurax innerhalb von 3 Tagen, Venlafaxin raus und Milaneurax eindosiert, viel zu schnell

Ich kam mir vor wie Forrest Gump, musste ständig laufen und mich bewegen.
Die Antriebslosigkeit hatte ich gegen Angst und Agitiertheit eingetauscht.
Habe mich die nächsten Wochen und Monate nur über Wasser gehalten.

ab April 2020 - erstmalig stationär mit agitierter schwerer Depression und Coronaangst

In der Klinik wurde ich auf 100mg Sertralin eingestellt, was mich noch agitierter und ängstlicher machte.
Dazu um mich zu beruhigen bekam ich TAVOR viermal am Tag.
Am Anfang bekam ich 4 mg, dann "nur noch" 3 mg.
Insgesamt wurde ich über 5 Wochen mehrmals täglich mit TAVOR behandelt.

in der letzten Woche wurde ich innerhalb von paar Tagen auf 0 gesetzt.
Ich dachte ich halte das nicht mehr aus vor Entzugsschmerzen.
Ich habe mein ganzes Leben noch nie solche Schmerzen erlebt, hatte vorher noch nie Beruhigungs- oder Schlafmittel eingenommen.

Den nächsten Tag musste ich mit dem Entzugsschmerz sofort in die Tagesklink.

Juni 2020 4 Wochen Tagesklinik

Juli 2020 4 Wochen psychosomatische Klinik

Seit meiner Tavoreinahme April und Mai 2020 habe ich jeden Tag Weinkrämpfe, noch viel mehr Ängste, Suizidgedanken.
Ich habe stechende brennende Schmerzen in den Armen und in der Brust, komisches kaltes Gefühl beim Einatmen, Unterleibsschmerzen.
Deswegen habe ich monatelang mit Kühlakkus auf meinen Armen verbracht.
Totale Hoffnungslosigkeit, es war kein Leben mehr, jeden Tag nur ein Aushalten. :frust:

Mai - September 100 mg später 75 mg Sertralin, dazu zweimal 20 mg Dipiperon.

September 2020 psychatrische Klinik

Dort wurde Sertralin 100 mg gegen Amitriptylin 85 mg ausgetauscht, dadurch Schmerzen bisschen aushaltbarer.

Oktober - November 2020 Rehaklinik

Seit September 2020 :
85 mg Amitriptylin verteilt über den Tag
20 mg Dipiperon zweimal am Tagl

Dieses Wochenende ist das erste Wochenende, wo sich nach langen 11 Monaten ein Fenster bei mir geöffnet hat.
Ich hatte schon meine ganze Hoffnung verloren.
Wer auch so schlimme Entzugserfahrungen mit Benzodiazepinen gemacht hat, kann mich sehr gern anschreiben!!!!!! :group:
Niemandsland
Beiträge: 318
Registriert: 07.05.2020 02:30
Wohnort: Niemandsland
Hat sich bedankt: 488 Mal
Danksagung erhalten: 496 Mal

Re: Saskia70: schlimmste Entzugssymptome nach fast kaltem Entzug

Beitrag von Niemandsland »

Hallo Saskia

erstmal herzlich Willkommen. Es tut mir leid, was du schon durchmachen musstest.

Ich vermute (wie du schon selbst schreibst), das der schnelle Entzug vom Venlaflaxin und die Umstellung auf Milnacipran der erste Auslöser für die späteren Symptome und Klinikaufenthalte war. Das dann nochmal ein fliegender Wechsel auf Sertralin gemacht wurde und mit Tavor versucht wurde die Entzugserscheinungen zu deckeln, hören wir leider immer wieder. Es ist außerdem möglich, das du in diesem Zeitraum Tavorabhängig geworden bist.

Es ist ein natürlich etwas glücklich, das dein nochmaliger Wechsel auf Amitriptylin dir wenigstens etwas Erleichterung gebracht hat. Solche schnellen Wechsel und großen Dosissprünge sind sehr schlecht für das Nervensystem und zeigen sich dann mit Symptomen.

Ich denke man kann momentan nur schwierig auseinander halten, welcher Entzug dir nun hauptsächlich diese schlimmen Symptome beschert hat, da nehmen sich leider Benzos und Antidepressiva nicht viel. Beide können abhängig machen und Entzugserscheinungen verursachen. Eine Deckelung der Entzugserscheinungen durch die Einnahme anderer Psychopharmaka, funktioniert oft nicht. Leider ist dieses Wissen bei den Ärzten noch nicht angekommen und der Entzug von ADs und Benzos wird immer viel zu schnell gemacht. Mit entsprechenden Konsequenzen für die Betroffenen.

Das du nun schon Fenster hast, ist ein wirklich gutes Zeichen. Ich wünsche dir noch sehr viele mehr davon!

Du bekommst gleich noch den Begrüßungstext mit vielen Informationen zum Absetzen und dem Entzug von Benzos und Antidepressiva. Bitte lies dir diese Infos aufmerksam durch.

Liebe Grüße

Niemandsland
Zuletzt geändert von Niemandsland am 05.04.2021 14:26, insgesamt 5-mal geändert.
► Text zeigen
"Alt ist man erst, wenn man mehr Freude an der Vergangenheit hat als an der Zukunft!"

Euer Behandler erkennt Entzugssymptome nicht an? Zeigt ihm diese Patienteninformation -> viewtopic.php?p=401827#p401827
Niemandsland
Beiträge: 318
Registriert: 07.05.2020 02:30
Wohnort: Niemandsland
Hat sich bedankt: 488 Mal
Danksagung erhalten: 496 Mal

Re: Saskia70: schlimmste Entzugssymptome nach fast kaltem Entzug

Beitrag von Niemandsland »

Hallo Saskia

willkommen im ADFD.

Hier zunächst einige wichtige Punkte zum Austausch im Forum:

Das ADFD ist ein Selbsthilfeforum und lebt vom gegenseitigen Austausch von Betroffenen untereinander. Mit der Anmeldung hast du dich für gelebte Selbsthilfe und aktiven Austausch auf der Basis der bereitgestellten Informationen entschieden.

Im Forum ist der Selbsthilfeaspekt zentral. Es ist sehr wichtig, dass du dich bemühst, dir selbstständig die wichtigsten Informationen anzueignen. Wenn du in den nachfolgenden Verlinkungen nicht fündig wirst, benutze bitte auch die Suchfunktion (rechts oben auf der Seite - Lupensymbol).

Bitte beachte, dass im Forum keine medizinischen Ratschläge gegeben werden. Du entscheidest dich selbstverantwortlich, ob du etwas von den Erfahrungen anderer Betroffener umsetzen möchtest.

Auch Teammitglieder sind keine medizinischen oder psychologischen "Berater", "Profis", "Fachleute" oder "Experten"! Wie alle anderen Teilnehmer auch, sind sie selbst Betroffene oder Angehörige und beteiligen sich, soweit es ihre Kräfte zulassen, am Austausch und geben Erfahrungen weiter.

Bevor du dich am Austausch beteiligst, lies dich bitte zunächst unbedingt in unsere Grundlageninfos zum Absetzen von Antidepressiva ein: Infoartikel: Ausschleichen von Antidepressiva und Erste Hilfe - Antidepressiva absetzen

Bevor du dich am Austausch beteiligst, lies dich bitte zunächst unbedingt in unsere Grundlageninfos zum Absetzen von Benzodiazepinen ein: Erste Hilfe - Benzodiazepine absetzen

Dies hier ist jetzt dein persönlicher Thread. Hier kannst du über deine Erfahrungen mit deinem Absetzverlauf berichten und dich mit anderen darüber austauschen. Du kannst hier auch deine Fragen zu deinem Absetzprozess stellen.

Damit du Rückmeldungen zu deinem Absetzverlauf bekommen kannst, ist es erforderlich, dass du eine Signatur erstellst. Die Anleitung wie das geht und was rein gehört findest Du hier: Signatur erstellen

Erfahrungen mit dem Umgang mit entzugsbedingten Schwierigkeiten/Symptomen findest du in den Bereichen Umgang mit dem Entzug und Gesundheit. Eine Übersicht über ausgewählte Themen findest du unter Was finde ich wo im Forum? Bitte benutze auch die Suchfunktion oben rechts.

Uns ist ein freundlicher, wertschätzender Umgang im Forum sehr wichtig.
Dazu gehört, Beiträge mit einem "hallo" zu beginnen und einem Gruß zu beenden.
Wenn du dich für eine Antwort bedanken möchtest, kannst du auf den Daumen hoch Button rechts oben in dem jeweiligen Beitrag klicken.

Wenn du Kraftausdrücke verwenden willst, benutze dafür bitte den censored smiley, also z.B. sch :censored: Beachte bitte auch unsere Regeln.

Damit die Beiträge besser lesbar sind, füge bitte Absätze und Leerzeilen ein.

Es kann etwas dauern, bis du eine persönliche Antwort auf dein Anliegen bekommst, bitte habe dann etwas Geduld.

Wichtig: Du wirst nicht automatisch darüber informiert, wenn du Antworten in deinem thread bekommst! Wenn du eine Information über mail wünschst musst du das zunächst einstellen.

Dein Thread befindet sich aktuell in der Rubrik "Hier bist du richtig". Sobald du im Forum "angekommen" bist, wird er von einem Moderator in die passende Rubrik Antidepressiva absetzen/ Benzodiazepine absetzen/ Neuroleptika absetzen verschoben.

Ich wünsche dir einen guten Austausch im Forum,
liebe Grüße

Niemandsland
► Text zeigen
"Alt ist man erst, wenn man mehr Freude an der Vergangenheit hat als an der Zukunft!"

Euer Behandler erkennt Entzugssymptome nicht an? Zeigt ihm diese Patienteninformation -> viewtopic.php?p=401827#p401827
Saskia70
Beiträge: 2
Registriert: 26.09.2020 13:06
Danksagung erhalten: 9 Mal

Re: Saskia70: schlimmste Entzugssymptome nach fast kaltem Entzug

Beitrag von Saskia70 »

Danke Niemandsland.

Die Schmerzen und die ganz schlimmen Symptome fingen erst bei der Tavorreduzierung an.
In der Klinik ist eine körperliche Abhängigkeit entstanden.
Hallo alle zusammen,

bisher war ich stille Mitleserin, weil ich einfach zu krank war um zu schreiben.
Ich habe in meinem Leben immer wieder mit Depressionen zu tun.

1995 -Tagesklinik

2005 - Tagesklinik

seit ca. 2010 Einnahme von 75mg Venlafaxin

Mai 2017 Burnout und Depression

seit Mai 2017 Erhöhung von Venlafaxin auf 150 mg
Zwischen Juli und Oktober 2 Todesfälle im Freundeskreis und im Oktober Notoperation bei meiner Mutter.

im Oktober 2019 Umstellung auf 100mg Milnaneurax innerhalb von 3 Tagen, Venlafaxin raus und Milaneurax eindosiert, viel zu schnell

Ich kam mir vor wie Forrest Gump, musste ständig laufen und mich bewegen.
Die Antriebslosigkeit hatte ich gegen Angst und Agitiertheit eingetauscht.
Habe mich die nächsten Wochen und Monate nur über Wasser gehalten.

ab April 2020 - erstmalig stationär mit agitierter schwerer Depression und Coronaangst

In der Klinik wurde ich auf 100mg Sertralin eingestellt, was mich noch agitierter und ängstlicher machte.
Dazu um mich zu beruhigen bekam ich TAVOR viermal am Tag.
Am Anfang bekam ich 4 mg, dann "nur noch" 3 mg.
Insgesamt wurde ich über 5 Wochen mehrmals täglich mit TAVOR behandelt.

in der letzten Woche wurde ich innerhalb von paar Tagen auf 0 gesetzt.
Ich dachte ich halte das nicht mehr aus vor Entzugsschmerzen.
Ich habe mein ganzes Leben noch nie solche Schmerzen erlebt, hatte vorher noch nie Beruhigungs- oder Schlafmittel eingenommen.

Den nächsten Tag musste ich mit dem Entzugsschmerz sofort in die Tagesklink.

Juni 2020 4 Wochen Tagesklinik

Juli 2020 4 Wochen psychosomatische Klinik

Seit meiner Tavoreinahme April und Mai 2020 habe ich jeden Tag Weinkrämpfe, noch viel mehr Ängste, Suizidgedanken.
Ich habe stechende brennende Schmerzen in den Armen und in der Brust, komisches kaltes Gefühl beim Einatmen, Unterleibsschmerzen.
Deswegen habe ich monatelang mit Kühlakkus auf meinen Armen verbracht.
Totale Hoffnungslosigkeit, es war kein Leben mehr, jeden Tag nur ein Aushalten. :frust:

Mai - September 100 mg später 75 mg Sertralin, dazu zweimal 20 mg Dipiperon.

September 2020 psychatrische Klinik

Dort wurde Sertralin 100 mg gegen Amitriptylin 85 mg ausgetauscht, dadurch Schmerzen bisschen aushaltbarer.

Oktober - November 2020 Rehaklinik

Seit September 2020 :
85 mg Amitriptylin verteilt über den Tag
20 mg Dipiperon zweimal am Tagl

Dieses Wochenende ist das erste Wochenende, wo sich nach langen 11 Monaten ein Fenster bei mir geöffnet hat.
Ich hatte schon meine ganze Hoffnung verloren.
Wer auch so schlimme Entzugserfahrungen mit Benzodiazepinen gemacht hat, kann mich sehr gern anschreiben!!!!!! :group:
Jamie
Moderatorenteam
Beiträge: 20634
Registriert: 04.02.2013 22:37
Hat sich bedankt: 8160 Mal
Danksagung erhalten: 10710 Mal

Re: Saskia70: schlimmste Symptome nach fast kaltem Entzug (AD, Benzos)

Beitrag von Jamie »

Hallo Saskia70,

du hast je wirklich Einiges hinter dir, das klingt nach schlimmen Erfahrungen. :(

Benzodiazepine können - kurz angewandt - sehr hilfreich sein um akute Ausnahmezustände zu lindern (es sind Notfallmedikamente), aber bei 3-4mg über mehrere Wochen und das auch zudem, um ein nicht verträgliches Medikament (Sertralin) "erträglicher" zu machen :frust: , hat man dich leider in eine Abhängigkeit geführt, eine völlig sinnlose noch dazu, weil das Sertralin ja nicht vertragen wurde.

Diese Mittel (Psychopharmaka generell, aber auch Benzos) können auch Einfluss auf Schmerzen und Schmerzrezeptoren haben; in dem Fall war die Wahl des Amitriptylins gar nicht so verkehrt, weil es eine Zulassung zu Behandlung von Nervenschmerzen hat (allerdings niedriger dosiert, man sagt 25mg / Tag
Vielleicht profitierst du auch etwas von dessen deckelnder Wirkung.

Ich wünsche dir, dass sich jetzt immer wieder Fenster zeigen, in denen es dir langsam besser geht und du mal wieder einen Silberstreif am Horizont sehen kannst. :hug:

Bei deiner Vorgeschichte musst du extreme Vorsicht walten lassen je wieder ein Benzodiazepin einzunehmen; ich vermute es würde sofort wieder triggern und Kaskaden in Gang werfen, die dich um Monate zurückwerfen würden.

Viele Grüße und willkommen im Forum :)
Jamie
...........SIGNATUR...............


Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dies ist kein medizinischer Rat. Besprich Entscheidungen über Deine medizinische Versorgung mit einem sachkundigen Arzt / Therapeuten.



:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=12478


Meine PN-Funktion ist deaktiviert. Ich danke für euer Verständnis. Bei dringenden Problemen / Anfragen das Forum betreffend bitte an forenmaster@adfd.org wenden

-----------------------------

Infos ueber mich:
► Text zeigen
Saskia70
Beiträge: 2
Registriert: 26.09.2020 13:06
Danksagung erhalten: 9 Mal

Re: Saskia70: schlimmste Symptome nach fast kaltem Entzug (AD, Benzos)

Beitrag von Saskia70 »

Hallo Jamie,

ich werde nie wieder Benzodiazepine nehmen, vor der Klinik habe ich es in meinen bisherigen Leben nie gebraucht und somit auch nie eingenommen.
Die Klinik hat mich fertig gemacht. Das Amitriptylin hat mir ein anderer Arzt verschrieben, weil ich ihn direkt darauf ansprach mit meinen Schmerzen und meiner Depression. Das erste Mittel, was bisschen hilft.
Ich hatte solche schlimmen Entzugssymptome, jetzt haben die Symptome sich etwas verändert.
Jeder neue Tag ist ein Kampf. Voriges Jahr war es nicht mehr zum Aushalten, hatte solche Angst, dass etwas schlimmes passiert.
Seit Monaten und bis vor kurzem konnte ich noch nicht mal etwas am PC schreiben. Selbst Fernsehen wurde zur großen Herausforderung.
Viele Grüße
Saskia
Hallo alle zusammen,

bisher war ich stille Mitleserin, weil ich einfach zu krank war um zu schreiben.
Ich habe in meinem Leben immer wieder mit Depressionen zu tun.

1995 -Tagesklinik

2005 - Tagesklinik

seit ca. 2010 Einnahme von 75mg Venlafaxin

Mai 2017 Burnout und Depression

seit Mai 2017 Erhöhung von Venlafaxin auf 150 mg
Zwischen Juli und Oktober 2 Todesfälle im Freundeskreis und im Oktober Notoperation bei meiner Mutter.

im Oktober 2019 Umstellung auf 100mg Milnaneurax innerhalb von 3 Tagen, Venlafaxin raus und Milaneurax eindosiert, viel zu schnell

Ich kam mir vor wie Forrest Gump, musste ständig laufen und mich bewegen.
Die Antriebslosigkeit hatte ich gegen Angst und Agitiertheit eingetauscht.
Habe mich die nächsten Wochen und Monate nur über Wasser gehalten.

ab April 2020 - erstmalig stationär mit agitierter schwerer Depression und Coronaangst

In der Klinik wurde ich auf 100mg Sertralin eingestellt, was mich noch agitierter und ängstlicher machte.
Dazu um mich zu beruhigen bekam ich TAVOR viermal am Tag.
Am Anfang bekam ich 4 mg, dann "nur noch" 3 mg.
Insgesamt wurde ich über 5 Wochen mehrmals täglich mit TAVOR behandelt.

in der letzten Woche wurde ich innerhalb von paar Tagen auf 0 gesetzt.
Ich dachte ich halte das nicht mehr aus vor Entzugsschmerzen.
Ich habe mein ganzes Leben noch nie solche Schmerzen erlebt, hatte vorher noch nie Beruhigungs- oder Schlafmittel eingenommen.

Den nächsten Tag musste ich mit dem Entzugsschmerz sofort in die Tagesklink.

Juni 2020 4 Wochen Tagesklinik

Juli 2020 4 Wochen psychosomatische Klinik

Seit meiner Tavoreinahme April und Mai 2020 habe ich jeden Tag Weinkrämpfe, noch viel mehr Ängste, Suizidgedanken.
Ich habe stechende brennende Schmerzen in den Armen und in der Brust, komisches kaltes Gefühl beim Einatmen, Unterleibsschmerzen.
Deswegen habe ich monatelang mit Kühlakkus auf meinen Armen verbracht.
Totale Hoffnungslosigkeit, es war kein Leben mehr, jeden Tag nur ein Aushalten. :frust:

Mai - September 100 mg später 75 mg Sertralin, dazu zweimal 20 mg Dipiperon.

September 2020 psychatrische Klinik

Dort wurde Sertralin 100 mg gegen Amitriptylin 85 mg ausgetauscht, dadurch Schmerzen bisschen aushaltbarer.

Oktober - November 2020 Rehaklinik

Seit September 2020 :
85 mg Amitriptylin verteilt über den Tag
20 mg Dipiperon zweimal am Tagl

Dieses Wochenende ist das erste Wochenende, wo sich nach langen 11 Monaten ein Fenster bei mir geöffnet hat.
Ich hatte schon meine ganze Hoffnung verloren.
Wer auch so schlimme Entzugserfahrungen mit Benzodiazepinen gemacht hat, kann mich sehr gern anschreiben!!!!!! :group:
Saskia70
Beiträge: 2
Registriert: 26.09.2020 13:06
Danksagung erhalten: 9 Mal

11 Monate nach Tavorentzug immer noch starke Symptome

Beitrag von Saskia70 »

Hallo liebe Mitglieder,

wem geht es ähnlich?

In der Klinik habe ich 5 Wochen viermal am Tag Tavor erhalten.
Vorher noch nie ein Beruhigungs- oder Schlafmittel genommen.

extreme Entzugsschmerzen

Bald ist es 1 Jahr her, seitdem ich Tavor abgesetzt habe.

Wer hat auch noch starke Entzugssymptome ???

Liebe Grüße
Hallo alle zusammen,

bisher war ich stille Mitleserin, weil ich einfach zu krank war um zu schreiben.
Ich habe in meinem Leben immer wieder mit Depressionen zu tun.

1995 -Tagesklinik

2005 - Tagesklinik

seit ca. 2010 Einnahme von 75mg Venlafaxin

Mai 2017 Burnout und Depression

seit Mai 2017 Erhöhung von Venlafaxin auf 150 mg
Zwischen Juli und Oktober 2 Todesfälle im Freundeskreis und im Oktober Notoperation bei meiner Mutter.

im Oktober 2019 Umstellung auf 100mg Milnaneurax innerhalb von 3 Tagen, Venlafaxin raus und Milaneurax eindosiert, viel zu schnell

Ich kam mir vor wie Forrest Gump, musste ständig laufen und mich bewegen.
Die Antriebslosigkeit hatte ich gegen Angst und Agitiertheit eingetauscht.
Habe mich die nächsten Wochen und Monate nur über Wasser gehalten.

ab April 2020 - erstmalig stationär mit agitierter schwerer Depression und Coronaangst

In der Klinik wurde ich auf 100mg Sertralin eingestellt, was mich noch agitierter und ängstlicher machte.
Dazu um mich zu beruhigen bekam ich TAVOR viermal am Tag.
Am Anfang bekam ich 4 mg, dann "nur noch" 3 mg.
Insgesamt wurde ich über 5 Wochen mehrmals täglich mit TAVOR behandelt.

in der letzten Woche wurde ich innerhalb von paar Tagen auf 0 gesetzt.
Ich dachte ich halte das nicht mehr aus vor Entzugsschmerzen.
Ich habe mein ganzes Leben noch nie solche Schmerzen erlebt, hatte vorher noch nie Beruhigungs- oder Schlafmittel eingenommen.

Den nächsten Tag musste ich mit dem Entzugsschmerz sofort in die Tagesklink.

Juni 2020 4 Wochen Tagesklinik

Juli 2020 4 Wochen psychosomatische Klinik

Seit meiner Tavoreinahme April und Mai 2020 habe ich jeden Tag Weinkrämpfe, noch viel mehr Ängste, Suizidgedanken.
Ich habe stechende brennende Schmerzen in den Armen und in der Brust, komisches kaltes Gefühl beim Einatmen, Unterleibsschmerzen.
Deswegen habe ich monatelang mit Kühlakkus auf meinen Armen verbracht.
Totale Hoffnungslosigkeit, es war kein Leben mehr, jeden Tag nur ein Aushalten. :frust:

Mai - September 100 mg später 75 mg Sertralin, dazu zweimal 20 mg Dipiperon.

September 2020 psychatrische Klinik

Dort wurde Sertralin 100 mg gegen Amitriptylin 85 mg ausgetauscht, dadurch Schmerzen bisschen aushaltbarer.

Oktober - November 2020 Rehaklinik

Seit September 2020 :
85 mg Amitriptylin verteilt über den Tag
20 mg Dipiperon zweimal am Tagl

Dieses Wochenende ist das erste Wochenende, wo sich nach langen 11 Monaten ein Fenster bei mir geöffnet hat.
Ich hatte schon meine ganze Hoffnung verloren.
Wer auch so schlimme Entzugserfahrungen mit Benzodiazepinen gemacht hat, kann mich sehr gern anschreiben!!!!!! :group:
Murmeline
Moderatorenteam
Beiträge: 16364
Registriert: 11.01.2015 13:50
Hat sich bedankt: 3252 Mal
Danksagung erhalten: 4931 Mal

Re: Saskia70: schlimmste Symptome nach fast kaltem Entzug (AD, Benzos)

Beitrag von Murmeline »

Beitrag hinzugefügt, bitte schreibe zu deinem Verlauf immer hier, danke!
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier
Antworten