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MJ93: Duloxetin absetzen

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MJ93
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MJ93: Duloxetin absetzen

Beitrag von MJ93 »

Hallo liebes Forum!

Ich lese schon eine Weile bei euch mit und habe mich jetzt entschlossen mich anzumelden.
Wenn man durch das Forum stöbert ist es fast nicht zu glauben wie schlecht es vielen hier geht.- Und das alles wegen Medikamente die wir eigentlich einnehmen, dass es uns besser geht.

Zu meiner Geschichte:
Von ca. 2016 bis 2017 (so genau weiß ich es nicht mehr) 1 Jahr lang Duloxetin 60mg eingenommen. Wegen körperbezogener Angststörung und dadurch Depression.- Mir ging es wirklich sehr schlecht! Mit Duloxetin deutliche Besserung und deshalb abgesetzt. Natürlich wie vom Neurologen empfohlen- ca. 1 Monat auf 0 reduziert. Kein Problem damit gehabt. Ich wusste damals nichts von Absetzsymptomen oder dergleichen. Wenn ich jetzt so darüber nachdenke hatte ich wohl doch Absetzsymptome habe sie damals aber anderen Ursachen zugeordnet. Alles in allem war es aber nicht so schlimm, zumindest kann ich mich nicht daran erinnern. Bis Ende 2019 ging es mir sehr gut.

Durch Stress im Job und so manche andere Sachen begannen bei mir Ende 2019 wieder vermehrt Anzeichen einer Depression. Starke Antriebslosigkeit, Kreisgedanken, schlechter Schlaf, Panikattacken, Freudlosigkeit usw....
Im Februar 2020 zum Neurologen. Wir erwarteten damals im April eine Tochter und ich wollte deshalb wieder unbedingt funktionieren. Da es mir schon mal geholfen hat begann ich wieder Duloxetin 60mg zu nehmen. Für ca. 11 Monate. Hat geholfen, mir ging es wieder gut.
Seit Mitte Januar 2021 schleiche ich jetzt aus.- Viel langsamer, da ich auf euer Forum gestoßen bin.

Seit Mitte Januar:
2 Wochen abwechselnd 30mg - 60mg
Dann für ca. 5 oder 6 Wochen auf 30mg geblieben. (Absetzsymptome waren da, verschwanden aber wieder v.a Schwindel)
2 Wochen 27mg
3 Wochen 25mg
3 Wochen 20mg
3 Wochen 15mg
seit 22 Tagen 10mg

Immer wieder mal Absetzsymptome, aber meist aushaltbar. Immer nur reduziert wenn es mir relativ gut gegangen ist.
Seit ca. 1 Woche spüre ich vermehrt Symptome wie Antriebslosigkeit, starke Tagesmüdigkeit, BrainFog, Konzentrationsschwierigkeiten, Schwindel, Traurigkeit, Gereiztheit etc...Gegen Abend werden die Symptome meist besser.

Wie würdet ihr weiter vorgehen?- Ich möchte diese Substanz so schnell wie möglich losbekommen.
Mich triggert irgendwie auch alles was ich hier an schlimmen Verläufen lese.- Danach geht es mir meist deutlich schlechter.
Hier liest man sehr oft ganz ganz schwere und lange Verläufe. Es kann mir vermutlich keiner sagen, aber wie wahrscheinlich ist es, dass auch mir so etwas bevorsteht?- Das macht mir extreme Angst!

Vielen Dank für eure Antworten!
Ich wünsche allen gute Besserung die gerade so sehr kämpfen!

Liebe Grüße!
Zuletzt geändert von Straycat am 14.06.2021 12:26, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Titel ergänzt
1. Einnahme von Duloxetin 60mg wegen Angststörung/Depression
2016/2017
1 Jahr 60mg --> über ca. 1 Monat viel zu schnell ausgeschlichen

2. Einnahme von Duloxetin 60mg wegen Antriebslosigkeit/mittelschwere Depression
Mitte Februar 2020 - Mitte Januar 2021 (ca. 11 Monate)
Ausschleichen seit Mitte Januar
2 Wochen abwechselnd 30mg - 60mg
ca. 5 Wochen 30mg --> Absetzsymptome, aber sind wieder weggegangen
27mg ca. 2 Wochen
25 mg 3 Wochen
20mg 3 Wochen
15mg 3 Wochen
10mg seit 22.05.21

Immer wieder Absetzsymptome, sind allerdings meist auszuhalten und bis jetzt auch immer wieder verschwunden.
Ca. 2 Wochen nach der Reduktion auf 10mg verstärkte Symptome. Tagesmüdigkeit, Schwindel, Brain Fog, Gereiztheit, Ängste,...
Towanda
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Re: MJ93: Duloxetin absetzen

Beitrag von Towanda »

Hallo MJ93,

willkommen im ADFD.

Hier zunächst einige wichtige Punkte zum Austausch im Forum:

Das ADFD ist ein Selbsthilfeforum und lebt vom gegenseitigen Austausch von Betroffenen untereinander. Mit der Anmeldung hast du dich für gelebte Selbsthilfe und aktiven Austausch auf der Basis der bereitgestellten Informationen entschieden.

Im Forum ist der Selbsthilfeaspekt zentral. Es ist sehr wichtig, dass du dich bemühst, dir selbstständig die wichtigsten Informationen anzueignen. Wenn du in den nachfolgenden Verlinkungen nicht fündig wirst, benutze bitte auch die Suchfunktion (rechts oben auf der Seite - Lupensymbol).

Bitte beachte, dass im Forum keine medizinischen Ratschläge gegeben werden. Du entscheidest dich selbstverantwortlich, ob du etwas von den Erfahrungen anderer Betroffener umsetzen möchtest.

Auch Teammitglieder sind keine medizinischen oder psychologischen "Berater", "Profis", "Fachleute" oder "Experten"! Wie alle anderen Teilnehmer auch, sind sie selbst Betroffene oder Angehörige und beteiligen sich, soweit es ihre Kräfte zulassen, am Austausch und geben Erfahrungen weiter.

Bevor du dich am Austausch beteiligst, lies dich bitte zunächst unbedingt in unsere Grundlageninfos zum Absetzen von Antidepressiva ein: Infoartikel: Ausschleichen von Antidepressiva und Erste Hilfe - Antidepressiva absetzen

Dies hier ist jetzt dein persönlicher Thread. Hier kannst du über deine Erfahrungen mit deinem Absetzverlauf berichten und dich mit anderen darüber austauschen. Du kannst hier auch deine Fragen zu deinem Absetzprozess stellen.

Damit du Rückmeldungen zu deinem Absetzverlauf bekommen kannst, ist es erforderlich, dass du eine Signatur erstellst. Die Anleitung wie das geht und was rein gehört findest Du hier: Signatur erstellen

Erfahrungen mit dem Umgang mit entzugsbedingten Schwierigkeiten/Symptomen findest du in den Bereichen Umgang mit dem Entzug und Gesundheit. Eine Übersicht über ausgewählte Themen findest du unter Was finde ich wo im Forum? Bitte benutze auch die Suchfunktion oben rechts.

Uns ist ein freundlicher, wertschätzender Umgang im Forum sehr wichtig.
Dazu gehört, Beiträge mit einem "hallo" zu beginnen und einem Gruß zu beenden.
Wenn du dich für eine Antwort bedanken möchtest, kannst du auf den Daumen hoch Button rechts oben in dem jeweiligen Beitrag klicken.

Wenn du Kraftausdrücke verwenden willst, benutze dafür bitte den censored smiley, also z.B. sch :censored: Beachte bitte auch unsere Regeln.

Damit die Beiträge besser lesbar sind, füge bitte Absätze und Leerzeilen ein.

Es kann etwas dauern, bis du eine persönliche Antwort auf dein Anliegen bekommst, bitte habe dann etwas Geduld.

Wichtig: Du wirst nicht automatisch darüber informiert, wenn du Antworten in deinem thread bekommst! Wenn du eine Information über mail wünschst musst du das zunächst einstellen.

Dein Thread befindet sich aktuell in der Rubrik "Hier bist du richtig". Sobald du im Forum "angekommen" bist, wird er von einem Moderator in die passende Rubrik Antidepressiva absetzen/ Benzodiazepine absetzen/ Neuroleptika absetzen verschoben.

Ich wünsche dir einen guten Austausch im Forum,
viele Grüße,

Towanda
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02.01.21 - 0,000 mg Mirtazapin

Weitere Medikamente:
Wegen Fluorchinolone-Schädigung jede Menge NEMs
alle 5 Tage Mirtazapin C30 5 Globuli - abgesetzt am 01.02.21


Wenn eine Schraube locker ist, hat das Leben etwas mehr Spiel.
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Re: MJ93: Duloxetin absetzen

Beitrag von Straycat »

Hallo MJ93,

willkommen bei uns im Forum :)

Wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass du länger oder an schwerwiegenderen Absetzsymptomen leiden wirst, kann man nicht sicher sagen. Es ist nur mittlerweile bekannt, dass Absetzsymptome bei sehr viel mehr Menschen auftreten, als ursprünglich angenommen wurde. Und auch, dass die Entzugssymptome längere Zeit anhalten können und nicht immer so rasch abklingen, wie erhofft.

Lies dich mal in die Grundlageninfos ein, die dir Towanda :) im Begrüßungstext verlinkt hat. Dann wirst du auch schnell entdecken, dass die meisten langsamer vorgehen als du. Unserer Erfahrung nach kann man Absetzsymptome am ehesten vermeiden (oder lindern), wenn man nicht mehr als 10% der letzten Dosis reduziert und zwischen den Reduktionen mindestens 4-6 Wochen Pausen einlegt. Manche Betroffene können schneller vorgehen, aber das individuell sehr unterschiedlich. Es ist meist empfehlenswert es erstmal langsam zu versuchen und nur wenn das gut (ohne oder mit nur milden Symptomen) geht, dann ggf. etwas schneller zu machen.

Da du schon Absetzsymptome hast und sehr viel schneller vorgehst, würde ich an deiner Stelle erstmal eine Absetzpause einlegen für mindestens 6 Wochen und schauen, ob die Symptome dann nachlassen. Die Symptome, die du beschreibst, sind typische Absetzsymptome.

Wenn es dir eher schlecht geht, wenn du von anderen Verläufen liest, dann würde ich es möglichst sein lassen. Es kann sein, dass einen das sehr triggert und dann ist es kontraproduktiv. Aber wichtig wäre dennoch, dass du dich eben in die Grundlageninfos einliest. Denn diese sind essentielle Infos, die sehr wichtig sind, damit man wohlüberlegte Entscheidungen treffen kann.

Alles Gute und liebe Grüße,
Cat
Meine Geschichte und mein Absetzweg:
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Re: MJ93: Duloxetin absetzen

Beitrag von padma »

hallo MJ93,

auch von mir willkommen.

Wenn du dich schon etwas eingelesen hast, hast du gesehen, dass dein Absetzempo zu schnell ist.
Ganz ungünstig waren die wechselnde Dosen im Januar. Danach waren die Schritte zu groß und die Abstände zwischen den Reduktionen zu kurz. Vermutlich haben sich bei dir im Hintergund die Absetzsymptome angereichert und sind jetzt deutlich zutage getreten.

Es ist oft so, dass der Absetzverlauf nach einer zweiten Einnahme deutlich schwieriger ist, als nach dem ersten Einnahmezyklus (kindling effekt).
Ich möchte diese Substanz so schnell wie möglich losbekommen
Das ist keine gute Idee. Es braucht die Zeit, die es braucht.

Zunächst geht es jetzt um Stabilisierung. Du könntest 1 mg höher gehen. Auf jeden Fall jetzt ausreichend lange Zeit lassen vor der nächsten Reduktion bis du keine oder fast keine Symptome mehr hast. Das wird schon einige Wochen, evtl. auch Monate in Anspruch nehmen.

Wenn du dich wieder stabil fühlst, kannst du mit der Kügelchenmethode in 10 % Schritten weiter reduzieren.
Hier liest man sehr oft ganz ganz schwere und lange Verläufe. Es kann mir vermutlich keiner sagen, aber wie wahrscheinlich ist es, dass auch mir so etwas bevorsteht?- Das macht mir extreme Angst!
Das lässt sich wirklich nicht voraussagen. Du kannst das Risiko deutlich minimieren, wenn du ab jetzt schön kleinschrittig vorgehst.

Bist du deine Angststörung und Depression auch nicht-medikamentös angegangen? Medikamente können ja nicht heilen, sondern bestenfalls nur die Symtome deckeln.

liebe Grüsse,
padma

überschnitten mit Cat :)
Fluoxetin nach über 10 jähriger Einnahme zur Schmerztherapie abgesetzt

Nach Quasi - Kaltentzug Wiedereindosierung und im :schnecke: Tempo ausgeschlichen; seit 1.1.2020 auf 0 :party2:
Absetzverlauf:
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Was finde ich wo im Forum
Infoartikel: Antidepressiva absetzen
FAQ: Alles, was Ihr übers Absetzen wissen müsst!




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Re: MJ93: Duloxetin absetzen

Beitrag von MJ93 »

Hallo,

vielen lieben Dank für eure schnellen Antworten! Ihr leistet hier wirklich tolle Arbeit.

Ich werde jetzt erstmal auf 10mg bleiben und euch wieder berichten wie es mir geht.
Dass mein Tempo zu schnell war ist mir bewusst.- Da es bisher relativ problemlos ging dachte ich, ich zähle vielleicht zu den glücklichen die kein Problem beim absetzten bekommen. Bzw. wüsste ich nicht mal dass es vom Absetzen kommt, wenn ich nicht euer Forum gefunden hätte.

Ich habe diese Woche wieder einen Termin beim Neurologen. Der weiß allerdings nichts davon, dass ich Kügelchen zähle und langsamer reduziere.
Ich werde es ihm auch nicht sagen. Er will zwar nur helfen, aber dass ich langsam reduzieren will versteht er sicher nicht. Er wollte wieder so absetzen wie schon bei meiner 1. Einnahme und meinte dass es bei mir sicherlich keine Probleme geben wird, als ich ihn darauf ansprach.

Ich hätte noch eine Frage, was ich nicht ganz verstehe. Wie ist es eigentlich möglich, dass es Leute gibt die AD ohne Probleme absetzen und andere die Jahre damit kämpfen? Mir ist bewusst, dass das ZNS schwer unter Stress steht und dass die Rezeptoren erst wieder ihr Gleichgewicht finden müssen, aber warum ist das bei manchen Leuten ohne größere Probleme möglich?

@padma
Vor meiner 1. AD Einnahme habe ich ca. 2 Jahre alles mögliche versucht. Damals bin ich noch von körperlichen Problemen (Bauchspeicheldrüse) ausgegangen. --> Ärztemarathon mit allem drum und dran o.B., bis ich dann AD bekommen habe.
Aber hier auszuholen würde den Rahmen sprengen. Es war irgendwann jedenfalls ein Zustand der unbeschreiblich war. :-(

Was mir derzeit wirklich gut hilft ist viel Sport. Das geht zum Glück recht gut, wenn es auch manchmal eine Überwindung ist.
Mit meiner kleinen Tochter habe ich auch sehr viel Freude auch wenn es manchmal echt anstrengend ist.
An diese Sachen klammere ich mich gerade, wenn es mir schlecht geht.

Ich fühle mich gerade echt erleichtert dass ich hier so frei von der Seele schreiben kann und auf Verständnis stoße. :-)

Liebe Grüße!
1. Einnahme von Duloxetin 60mg wegen Angststörung/Depression
2016/2017
1 Jahr 60mg --> über ca. 1 Monat viel zu schnell ausgeschlichen

2. Einnahme von Duloxetin 60mg wegen Antriebslosigkeit/mittelschwere Depression
Mitte Februar 2020 - Mitte Januar 2021 (ca. 11 Monate)
Ausschleichen seit Mitte Januar
2 Wochen abwechselnd 30mg - 60mg
ca. 5 Wochen 30mg --> Absetzsymptome, aber sind wieder weggegangen
27mg ca. 2 Wochen
25 mg 3 Wochen
20mg 3 Wochen
15mg 3 Wochen
10mg seit 22.05.21

Immer wieder Absetzsymptome, sind allerdings meist auszuhalten und bis jetzt auch immer wieder verschwunden.
Ca. 2 Wochen nach der Reduktion auf 10mg verstärkte Symptome. Tagesmüdigkeit, Schwindel, Brain Fog, Gereiztheit, Ängste,...
Niemandsland
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Re: MJ93: Duloxetin absetzen

Beitrag von Niemandsland »

Hallo MJ93,

auch von mir ein Willkommen im Forum. Du bist hier genau richtig und wirst andere Betroffenen finden, mit denen du dich austauschen kannst.
Außerdem kannst du hier eine riesige Fülle an Informationen finden, die dich sehr, sehr wahrscheinlich vor den gröbsten Symptomen bewahren wird.
Lies dich also in Ruhe ein.

Oft ist es so, das wenn das Nervensystem noch nicht sensibilisiert wurde (keine schnelle Dosissprünge, Medikamentenwechsel, abruptes Absetzen etc.) es tatsächlich so sein kann, dass einige schnell ausschleichen und nicht wirklich viel merken. Dazu kann hier im Forum natürlich nicht geraten werden, da man so etwas nicht messen oder in irgendeiner Weise testen kann. Deshalb sollte man immer kleinschrittig vorgehen, man weiß vorher nicht zu welcher Gruppe man gehört.

Der britische Berufsverband der Psychiater schätzt in seiner Patienteninformation, dass etwa 33 % bis 50 % aller Patienten zu einem gewissen Grad Entzugssymptome bekommen, auch wenn sich nicht alle Informationen darin mit denen hier im Forum decken. Hier kannst du eine Übersetzung dieser sehr nützlichen Patienteninformation finden: viewtopic.php?p=401827#p401827

Ist sicher auch etwas, dass dein Neurologe mal lesen sollte. Vielleicht hilft es, seine Ansichten zumindest etwas in Richtung neueste Erkentnisse zum Antidepressiva-Entzug zu ändern.

Ich kenne auch mindestens 2 Personen, die kaum Probleme hatten. Welcher wissenschaftliche Grund nun dahinter liegt, ist noch nicht erforscht (wie auch, Entzugssymptome bei Antidepressiva werden ja auch so noch kaum anerkannt). Hast du ja beim Neurologen selbst erlebt.

Liebe Grüße

Niemandsland
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2021 Wichtige Umfrage über Antidepressiva-Entzug, BITTE TEILNEHMEN: viewtopic.php?p=411512#p411512
MJ93
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Re: MJ93: Duloxetin absetzen

Beitrag von MJ93 »

Hallo liebes Forum,

Danke Niemandsland für deine Antwort und deine Erklärungen!
Ich bin jetzt seit 9 Wochen auf 10mg (60 Kügelchen). Mir ging es ab der 2. Woche nach der Reduzierung sehr schlecht. Langsam wurde es aber besser. Mir geht es jetzt noch bei weitem nicht gut oder normal, aber der Alltag ist gerade relativ gut zu meistern. Die lähmende Dauerbenommenheit hat abgenommen, Konzentration ist besser, Brain Fog besser, ich bin wieder etwas mehr belastbar, starke Tagesmüdigkeit ist auch besser, nicht mehr so gereizt wenn andere was von mir wollen.
Gleich geblieben ist, dass ich am Morgen kaum aus dem Bett komme, egal wieviel ich schlafe. Es ist eher sogar besser wenn ich nicht zu lange schlafe. Schlafen und einschlafen kann ich sehr gut und ich träume auch wieder, was davor eigentlich nicht der Fall war bzw. ich mich nicht an meine Träume erinnern konnte.
Alles in allem hat es sich sehr ähnlich angefühlt wie vor der Einnahme vom Duloxetin. Also richtig :censored: (Depression, Ängste)
Von diesen sehr typischen Absetzerscheinungen von denen viele Berichten wie z.B. Brainzaps hatte ich noch nie.
Was würdet ihr mir empfehlen wie ich jetzt weitermachen soll?- Meine Absetzschritte waren vorher zu groß, das ist mir bewusst, aber bis zum letzten Schritt hat es gut geklappt. So etwas wie in den letzten Wochen möchte und kann ich nicht mehr durchmachen, da würde ich mich irgendwann selbst einliefern müssen.
Soll ich auf meiner Dosis noch eine Weile bleiben oder kann ich ab jetzt, weil es mir besser (wie gesagt nicht gut!!) geht -10% reduzieren. Dass wären dann 9mg (54 Kügelchen).

Ich habe auch begonnen, Atemübungen und am Abend autogenes Training durchzuführen. Zwar nicht allzu konsequent, aber immerhin etwas. Habe mir dazu ein paar Anleitungen im Internet angesehen.
Ich nehme Vit. B Komplex und Magnesium nach Bedarf.
Was ich durch Zufall festgestellt habe ist, dass mein Blutdruck viel besser geworden ist seit den Reduktionen. Bei 60mg hatte ich oft 140-150/85, jetzt meist 120-125/70-75. Ich habe gelesen, dass man bei der Reduktion von Duloxetin eher zu hohem Blutdruck neigt, das scheint bei mir nicht der Fall zu sein?!
Ich merke auch, dass ich wieder mehr ich selbst werde. Alte Verhaltensmuster kommen wieder zum Vorschein (die negativen haben mir allerdings nicht gefehlt :) )

Ich bin sehr froh, dass man hier im Forum Leidensgenossen findet, die verstehen was man durchmacht. Ich freue mich auf eure Antworten, vielen Dank dafür im voraus.
Danach werde ich das Forum allerdings wieder meiden, da mich die Erfahrungsberichte und Leidenswege mancher schon sehr triggern und ich dann oft nicht mehr aufhören kann diese zu lesen und auf mich zu übertragen.- leider.
Ich wünsche euch allen viel Kraft und Alles Gute :sports:

Schöne Grüße
MJ
1. Einnahme von Duloxetin 60mg wegen Angststörung/Depression
2016/2017
1 Jahr 60mg --> über ca. 1 Monat viel zu schnell ausgeschlichen

2. Einnahme von Duloxetin 60mg wegen Antriebslosigkeit/mittelschwere Depression
Mitte Februar 2020 - Mitte Januar 2021 (ca. 11 Monate)
Ausschleichen seit Mitte Januar
2 Wochen abwechselnd 30mg - 60mg
ca. 5 Wochen 30mg --> Absetzsymptome, aber sind wieder weggegangen
27mg ca. 2 Wochen
25 mg 3 Wochen
20mg 3 Wochen
15mg 3 Wochen
10mg seit 22.05.21

Immer wieder Absetzsymptome, sind allerdings meist auszuhalten und bis jetzt auch immer wieder verschwunden.
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Re: MJ93: Duloxetin absetzen

Beitrag von Straycat »

Hallo MJ,

ob du dich schon stabil genug fühlst für den nächsten Reduktionsschritt kannst nur du beurteilen. Im Zweifelsfall würde ich lieber etwas länger warten, als zu früh mit der nächsten Reduktion zu starten.
Es ist hilfreich, wenn man seinen eigenen "Entzug-Normal" Zustand kennt. Der kann oft die Basis sein, dass man erkennt, wann wieder eine Reduktion möglich ist. Bei manchen Betroffenen ist auch der Entzug-Normal Zustand nicht völlig frei von Symptomen, aber eben generell stabil. Bei mir gibt es zB Symptome, die sind dauerhaft da - relativ unabhängig, ob ich gerade reduziert habe oder nicht - und andere, die kommen nur wellenförmig nach dem Reduktionen. Wenn diese "akuten" Symptome abgeklungen sind, weiß ich, dass ich wieder im Entzug-Normal Zustand bin und weiter reduzieren kann.
In unserem Lexikon findest du auch eine Beschreibung dieses "Entzug-Normal": viewtopic.php?p=311644#p311644

Liebe Grüße,
Cat
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Re: MJ93: Duloxetin absetzen

Beitrag von padma »

hallo MJ, :)
Ich habe gelesen, dass man bei der Reduktion von Duloxetin eher zu hohem Blutdruck neigt, das scheint bei mir nicht der Fall zu sein?!
Diese Dinge sind individuell sehr unterschiedlich, beides ist möglich.
Wenn es dir jetzt erst seit kurzem besser geht, würde ich noch etwas abwarten mit der nächsten Reduktion.

liebe Grüsse,
padma
Fluoxetin nach über 10 jähriger Einnahme zur Schmerztherapie abgesetzt

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