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Re: Hilfe beim Lorazepamentzug

Verfasst: Mittwoch, 28.06.17, 19:33
von LinLina
Hallo :-)

der nutzen von Statinen ist meines Wissens sehr umstritten, soweit ich weiß verbessern sie nicht die Lebenserwartung, dafür haben sie viele Nebenwirkungen.

Ich würde wenn irgendmöglich keine weiteren Medikamentenexperimente machen. Vielleicht kannst du über die Ernährung etwas versuchen zu verändern, aber möglichst langsam und schonend?

Liebe Grüße
Lina

Re: Hilfe beim Lorazepamentzug

Verfasst: Samstag, 26.08.17, 10:25
von Solveig
Hallo Lina!

Brauche dringend wieder Hilfe!!!

Danke für Deine Antwort! Habe sie erst jetzt gelesen!

Muss nur ganz dringend berichten, denn mir ist etwas Schreckliches passiert vor 6 Wochen! Mich hat da nämlich zweimal mein Defi geschockt, aufgrund von Kammerflimmern! Diese Schocks waren so unangenehm, dass ich schwer traumatisiert bin und wieder nur noch Angst habe! Dabei war ich mit dem Entzug so gut dabei! Bin wieder ganz am Ende! :cry: Habe auch eine Traumatherapie angefangen.

Außerdem habe ich auch einige neue Medikamente bekommen wie Amiodaron( gegen Herzrythmusstörungen) und ein neuartiger Cholesterinsenker (Ezetrol) und mein Betablocker ( Carvedilol) wurde erhöht!

Ein weiteres Problem ist jetzt auch, dass ich vor lauter Verzweiflung und Angst wieder zwei Wochen lang 1 mg Lorazepam nehmen musste, weil ich vor lauter Angst nicht mehr zur Ruhe kam! Jetzt weiss ich nicht, ob ich jetzt schon wieder abhängig bin? :cry: Was soll ich bloß machen?

Jetzt geht wohl alles wieder von vorne los! Habe auch wieder Diazepam bekommen. Werde das auch wieder probieren. Wie soll ich jetzt vorgehen? Könnt Ihr mir bitte nochmal sagen, wieviel 1mg Lorazepam in Diazepamtropfen entspricht?

Brauche schnell Eure Hilfe!!

Liebe Grüße

Solveig

Re: Hilfe beim Lorazepamentzug

Verfasst: Montag, 28.08.17, 9:51
von Murmeline
Hallo Solveig,

ich kann nur erahnen, was Du für einen Schreck bekommen hast, als der Defi aktiv wurde. Die Traumatherapie ziehtl direkt auf diese Erlebnisse ab? ich wünsche Dir sehr, dass es Dir hilfreich ist beim Verdauen. :hug:
Ein weiteres Problem ist jetzt auch, dass ich vor lauter Verzweiflung und Angst wieder zwei Wochen lang 1 mg Lorazepam nehmen musste, weil ich vor lauter Angst nicht mehr zur Ruhe kam! Jetzt weiss ich nicht, ob ich jetzt schon wieder abhängig bin? :cry: Was soll ich bloß machen?
Traust Du es Dir denn zu, hier sofort schrittweise zu reduzieren bzw. eine Teildosis gleich wieder wegzulassen?
Jetzt geht wohl alles wieder von vorne los! Habe auch wieder Diazepam bekommen. Werde das auch wieder probieren.
Hast Du das zusätzlich oder als Ersatz für das Lorazepam bekommen?
Könnt Ihr mir bitte nochmal sagen, wieviel 1mg Lorazepam in Diazepamtropfen entspricht?
Meines Wissens entspricht das etwa 10mg Diazepam.

Es meldet sich sicher noch jemand von den anderen - im Moment ist viel los und viele aus dem Team sind gerade selbst sehr kraftlos.

Grüße, Murmeline

Re: Hilfe beim Lorazepamentzug

Verfasst: Montag, 28.08.17, 11:53
von Kevin05
Hallo Solveig,

ich würde dir gerne was schreiben, was hilft, was du tun kannst, aber bei deiner Grunderkrankung ist das schwierig, da wage ich es nicht etwas zu sagen, tut mir leid auf jeden Fall, die Kombination deines Problems ist natürlich wirklich ungünstig, vor allem fürs Absetzen, dass du Angst hast verstehe ich, viel Kraft, mehr kann ich leider nicht beitragen, Ratschlag würde ich dir gerne geben, aber bevor was Falsches schweige ich da mal lieber, alles Gute Kevin

Re: Hilfe beim Lorazepamentzug

Verfasst: Montag, 28.08.17, 22:39
von Jamie
Liebe Solveig,

das geht auch mir nahe.
Ich habe einen Herzfehler (angeboren) und früher einige Jahre Kontakt zu Menschen gehabt, die ebenfalls einen angeborenen Herzfehler hatten. Es waren junge Leute und einem Teil von ihnen mussten auch Herzschrittmacher und / oder Defibrillatoren implantiert werden.

Meine ehemals beste Freundin, sie hat den Kontakt leider abgebrochen, war auch schwer herzkrank.
Sie hat es immer abgelehnt sich einen Defi implantieren lassen (es wurde immer wieder an sie heran getragen), weil sie sagte, dass sie wüsste, dass sie es psychisch nicht verkraften würde, wenn das Teil anspringt und sie bei Bewusstsein schocken würde :cry: .
Lieber wolle sie mit Herzrhythmusstörungen tot umkippen als das `live´ miterleben zu müssen. :oops:

Ich hatte damals schon ein Gefühl des Grauens, wenn ich darüber nachdachte und heute ist es auch so und wirklich - ich kann es deshalb extrem verstehen und nachvollziehen, wie schrecklich du dich fühlst, wie sehr dich das aufgewühlt hat, wie traumatisch das war und wie entsetzt du heute noch bist.

Das ist etwas, das können Gesunde wohl kaum ermessen.

Ich schicke dir mal ganz viele :hug: :hug: :hug: :hug: :hug:

Ich verstehe es auch völlig, dass du mit den Benzos ins Trudeln gekommen bist.
Den Entzug würde ich wohl tatsächlich anhalten / pausieren und schauen, ob du dich beruhigen kannst.
Erst dann bitte weitermachen, wenn du dich stabiler fühlst.

Ich muss auch etwas anderes erwähnen.
Einer der damaligen jungen Erwachsenen, ein junger Mann, bekam eine neue Kunstherzklappe, die ihm tatsächlich die Lebenserwartung erhöhte.
Leider haben Kunstherzklappen (im Gegensatz zu Schweineherzklappen) den unangenehmen Effekt, bei jedem Herzschlag ein leises "Klick" zu machen :o . Ich denke, das hat er weder gewusst noch hat man es ihm gesagt.
Nun hatte er die neue Klappe, die Aussicht auf ein besseres Leben, aber dieses permanente Klicken in seinem Brustkorb machte ihn derartig kirre und verrückt, dass er "halb zum Psycho mutierte" (nicht despektierlich gemeint, einfach nur schlimm traurig) und daraufhin hochgradig Benzo abhängig wurde. Die Benzos waren die einzigen Mittel, die ihm dieses Klick-Geräusch abpufferten :( .

Ich will darauf hinaus, dass alles, was organisch mit dem Herzen zu tun hat, im wahrsten wie auch übertragenen Sinne des Wortes uns im tiefsten Herzen (spirituell, seelisch) trifft und uns ins Mark erschüttern kann.

Möglicherweise könnte ein weiteres Vorgehen so aussehen: Dosis finden, die dich stabilisiert und darauf bleiben, erneuten langsamen Ausschleichversuch wagen. In der Zwischenzeit hoffen, dass die veränderte Medikamentierung das Herz ebenfalls stabilisiert und das Risiko für weitere solcher schwerer Zwischenfälle minimiert.

Ich wünsche dir von Herzen, dass es nie mehr zu einem Defi-Einsatz kommt; ich denke je mehr Monate verstreichen, desto eher kann deine erschütterte Seele vielleicht lernen sich damit zu arrangieren und ein gewisses Grundvertrauen zurückzubekommen, sodass man die Benzos sein lassen kann.
Therapie ist unerlässlich.

Und dann geduldig und voller Akzeptanz annehmen, dass falls in drei Jahren der Defi wieder "arbeitet" und man den nächsten Schock für´s Leben bekommt, dass man dann, wenn nichts Anderes hilft, eben wieder ein paar Monate in seinem Leben Benzos nimmt und auch dann wieder ausschleicht.

Niemand wäre sauer auf dich, wenn es so käme. Leute, die sagen, so ein Defi-Schock sei pillepalle, die haben schlichtweg keine Ahnung, was das mit einem macht.
Man wird ja nicht nur "geschockt" im Sinne von Herzschlag wiederherstellen, sondern eine riesen Flut an Schmerzimpulsen und Stresshormonen und anderen Botenstoffen fluten den Körper, was auch eine Art Schock ist und dazu noch den seelischen Schock!
Das hat sicher massivste Auswirkungen auf den ganzen Körper noch Wochen später!

Alles alles Liebe und Gute
Jamie

--------

Info: 1mg Lorazepam entspicht 10mg Diazepam entspricht 20 Tropfen Diazepam, wenn ein Tropfen 0,5mg Wirkstoff enthält (Diazepam ratiopharm Tropfen enthalten zB 0,5mg Wirkstoff pro Tropfen)

Re: Hilfe beim Lorazepamentzug

Verfasst: Dienstag, 29.08.17, 12:45
von Solveig
Hallo liebe Murmeline, hallo lieber Kevin, hallo liebe Jamie! :group:

Vielen Dank für Eure schnellen und lieben Antworten! :hug:

Bin sehr dankbar, dass es Euch gibt! <3 Ihr seid so lieb hier!

@Murmeline:

Ja, die Traumatherapie zieht direkt auf diese Erlebnisse ab. Hoffe auch sehr, dass es mir helfen wird.
Ich würde mir schon zutrauen, sofort wieder schrittweise zu reduzieren. Aber mein Psychiater meinte, genau wie Jamie auch), dass ich erstmal noch nicht reduzieren sollte. Auch wenn ich es am liebsten tun würde.

Aber habe da wohl erstmal nicht die Wahl. Das Diazepam habe ich zusätzlich zum Lorazepam bekommen. Soll das erstmal wieder mit einem Tropfen versuchen, so wie damals.

Danke Dir für die Auskunft wieviel 1mg Lorazepam :hug: entspricht in Diazepamtropfen. :)


@Kevin:

Danke auch Dir für Deine nette Antwort! :) Ja, meine Situation ist wirklich schwierig bei meiner Grunderkrankung! Danke, dass Du mir viel Kraft wünscht. Wünsche Dir auch alles Gute!


@Jamie:

Vielen, lieben Dank für Deine schnelle, lange und liebevolle Antwort liebe Jamie! :hug: Du hast ja einen angeborenen Herzfehler und es selber auch nicht leicht. Finde es so toll, dass Du soviel Verständnis für mich hast! Das hat mich wirklich getröstet!

Auch Deine Erfahrungen mit anderen herzkranken jungen Menschen haben mir geholfen. Ja, es ist schlimm und schade, dass man vor etwas Angst hat, was einem das Leben rettet! :(

Ich weiß es sehr zu schätzen, dass Du mich so gut verstehen kannst!

Finde Deinen Ratschlag gut. Ist natürlich schade, dass ich wieder anfangen muss Lorazepam zu nehmen, obwohl ich schon bei 0mg war und auf einem guten Weg, und dann wieder entziehen muss!

Hoffe, dass ich mich dann erstmal beruhigen kann.

Das stimmt, was Du sagst, liebe Jamie, dass alles was mit dem Herzen zu tun hat uns sehr trifft und auf die Seele geht.

Das weitere Vorgehen, welches Du vorschlägst hört sich vernünftig an. Hoffe auch, dass es niemehr zu einem weiteren Defi-Schock kommt. Das Amiodaron soll dies ja ziemlich zuverlässig verhindern. Wäre sehr froh, wenn ich es irgendwann schaffe, den Defi als Lebensretter zu
akzeptieren und die Angst vor den Schocks besser wird oder verschwindet und ich dann kein Lorazepam mehr brauche.

Du hast mir wirklich aus der Seele gesprochen, liebe Jamie! :hug: :hug:

Vielen Dank nochmal und Dir auch alles, alles Liebe und Gute! <3

Liebe Grüße

Solveig

Re: Hilfe beim Lorazepamentzug

Verfasst: Sonntag, 03.09.17, 13:29
von Solveig
Hallo nochmal!

Nehme das Lorazepam jetzt seit drei Wochen (1 mg)und denke, dass ich irgendwie zu viel Depersonalisierung davon bekomme und möchte jetzt gerne wieder ausschleichen.

Was meint Ihr? Kann ich nach kurzer Einnahmedauer schneller wieder ausschleichen? Also, immer ein Viertel jede Woche von 1mg?

Oder ist das zu schnell?

Ganz liebe Grüße

Solveig

Re: Hilfe beim Lorazepamentzug

Verfasst: Dienstag, 12.12.17, 17:25
von Solveig
Hallo!

Aufgrund meines Traumas, hatte ich ja wieder anfangen müssen Lorazepam zu nehmen. Nehme Das jetzt seit Mitte August diesen Jahres wieder regelmäßig.

Habe versucht wieder auszuschleichen, weil ich das Gefühl hatte, dass das Lorazepam mir nur ab und zu half und das Trauma nur etwas in den Hinterkopf zurückdrängte, aber irgendwie eher schlimme Symtome auftauchten. Seit September habe ich versucht es auszuschleichen, um immer 0,125 mg, aber auch manchmal um mehr als das. Ich wollte es wohl zu schnell wieder loswerden und bin ziemlich oft mit den Wochen zwischen den Reduzierungen und den Dosierungen hin und her gesprungen. Also alles irgendwie unregelmäßig und durcheinander.

Als ich Ende Oktober dann auf 0,375 mg Lorazepam war,
fing es plötzlich an ganz schlimm zu werden.
Es begann mit einer Blasenentzündung, wogegen ich Antibiotika (Cotrim) nehmen musste. Mir ging es während der Antibiotikaeinnahme schon ziemlich schlecht.Als ich damit fertig war, bekam ich einige Tage später plötzlich extreme Verkrampfungen im ganzen Körper. Mein Körper verkrampfte sich so sehr, dass es wehtat und ich kaum gehen konnte.

In der Notaufnahme der Neurologie sagte man, dass es psychosomatisch sei und ich lieber in eine Klinik für Psychosomatik gehen sollte. Dies tat ich dann Anfang November, weil ich so verzweifelt war. In der Klinik wollte man das Lorazepam möglichst ganz abgesetzt haben bis ich die Klinik wieder verlasse.

Dort wurde dann auf 0,25 mg Lorazepam reduziert. Zuerst ging es eine Woche, obwohl ich immer Anflüge von Verkrampfungen, Schwindel und unangenehmen Gefühlen hatte.

Dann wurde es aber wieder ganz schlimm und ich musste mich selbst entlassen, weil ich merkte, dass ich in dem Zustand nicht viel von den Therapien mitbekam.

Zu Hause bekam ich dann auch wieder schlimmste Zustände, in denen ich völlig wegtrat und keinen Zugang mehr zur Realität hatte zusammen mit einem Gefühl durchzudrehen. Ich hielt das nicht aus und bin seit 1 Woche auf 1 mg Lorazepam hochgegangen.

Hatte auch Neurocil bekommen gegen diese schlimmen Zustände. Trotz der Erhöhung geht es mir aber immernoch ziemlich schlecht.

Meine Ärztin möchte jetzt das Citalopram von 50 mg auf 40 mg reduzieren, weil ich einen zu hohen Spiegel davon im Blut habe. Um mir den Entzug zu erleichtern hat sie mir Neurocil verschrieben, wovon ich 3x am Tag 25 mg nehmen soll und damit ich dafür etwas von dem Lorazepam weglassen kann.

Was würdet Ihr dazu sagen?

Ich bin mir nicht sicher, ob ich das vertrage und was ich machen soll. Ich hoffe Ihr könnt mir schnell antworten, weil ich nächste Woche wieder zu meiner Ärztin muss.

Was meint Ihr?

Würde mich sehr über Eure Antworten freuen!

Ganz liebe Grüße von Solveig

Re: Hilfe beim Lorazepamentzug

Verfasst: Dienstag, 12.12.17, 22:06
von Jamie
Hallo Solveig, :)

oh je, da hast du ja was hinter dir... :(

Du bist völlig überdosiert mit 50mg Citalopram.
Wer hat dir so eine verantwortungslos hohe Dosis verordnet?
Bereits ab 20mg steigen die Risiken starker, potentiell lebensbedrohlicher Herzrhythmusstörungen, 40mg ist die absolute Höchstmenge, und das auch nur bei jungen, herzgesunden Menschen.
Ich würde in 2 Etappen sofort auf 40mg runtergehen; ich denke sogar, dass dieser Schritt kaum ins Gewicht fällt. Ich würde ab morgen auf 45mg (Lösemethode) gehen und weitere 7 Tage später runter auf 40mg.

Zum Neurocil (Levomepromazin). Wieviel nimmst du denn aktuell und seit wann? Kannst du auch die mg zusätzlicher zur Tropfenmenge angeben? 3 mal 25 Trpf erscheint mir sehr viel; ich würde erst einmal die Hände vom Aufdosieren lassen, du hast bereits jetzt unsägliches Chaos in deinem ZNS.
Wenn du Glück hast ist ein Teil der Symptome dem zu hohen Citalopramspiegel zuzuordnen, deswegen wäre es interessant zu schauen, ob sich etwas verändert, wenn du auf 40mg gehst. Das sollte jetzt Priotität haben.

Am Lorazepam würde ich aktuell nichts ändern, man soll nicht gleichzeitig an mehreren Substanzen etwas drehen, sonst wird das ZNS völlig erschüttert und man kann evtl. Symptome nicht zuordnen.
Der Benzoentzug sollte nachrangig durchgeführt werden oder wechselseitig.
Ich wiederhole mich, aber am dringlichsten scheint mir das Citalopram.

Ich nehme an du weißt es bereits, aber es gibt keinerlei Medikamente, die bei einem Trauma wirklich helfen können, das ist eine Sackgasse! Das Trauma kann nur durch Therapie, Annehmen und Integrieren bewältigt werden. Psychopharmaka können eine zeitlich begrenzte Krücke sein, aber sie heilen nicht und verhindern oft genug, dass das Trauma überhaupt richtig verarbeitet werden kann.

Ich werde deinen Thread temporär in den Bereich "Hier bist du richtig" zurückverschieben und den Titel ergänzen, da deine Thematik mittlerweile auch sehr mit Citalopram und Levomepromazin zu tun hat und nicht nur mit Benzos. Es kann zu jedem beliebigen Zeitpunkt wieder verschoben werden.
In den anderen Rubriken sind die Chancen auch etwas größer, dass der ein- oder andere Neue oder Versierte bei dir reinschaut; bei den Benzos haben wir zur Zeit nur wenig Kapazitäten.

Viele Grüße
Jamie

Re: Hilfe beim Lorazepamentzug

Verfasst: Mittwoch, 13.12.17, 10:21
von Solveig
Liebe Jamie! :)

Vielen, vielen Dank liebe Jamie für Deine schnelle und ausführliche Antwort! :hug:

Bin Dir sehr dankbar, dass Du mich darauf aufmerksam gemacht hast, wie wichtig es für mich ist weniger Citalopram zu nehmen! :shock: Hätte nicht gedacht, dass das in meinem Fall so gefährlich ist! Mein Psychiater, der mir dies verschrieben hatte, ist da wohl anderer Meinung gewesen.

Werde das Citalopram jetzt aber so reduzieren wie Du es vorgeschlagen hast. Werde mich dann mal mit der Wasserlösemethode vertraut machen.

Das Levomepromazin habe ich nur unregelmäßig seit Ende Oktober genommen und in sehr geringer Dosis ( 2 bis 5 Tropfen). In mg wären das dann so ca. 12,5 mg Tabletten.

Ich soll 3x am Tag 25 mg Tabletten nehmen- das wären dann 12 Tropfen 3x am Tag.

Dann lasse ich das Lorazepam erstmal für noch 5 Wochen auf 1mg, oder ist das nicht lange genug, wenn ich gleichzeitig mit Citalopram reduziere?

Sollte ich den Lorazepamentzug dann erstmal ruhen lassen? Was ist mit wechselseitig gemeint?

Ja, ich habe auch gemerkt, dass das Lorazepam nicht gegen das Trauma hilft.

Vielen, lieben Dank nochmal!

Ganz liebe Grüße

Solveig

Re: Hilfe beim Lorazepamentzug

Verfasst: Mittwoch, 13.12.17, 11:01
von Ululu
Hallo Solveig,

mit wechselseitig meint Jamie :) , dass du keinesfalls das Citalopram und das Lorazepam gleichzeitig reduzieren sollst.
Das heißt, solange du mit dem Citalopram runter gehst, solltest du mit den anderen Medis auf einer Dosis bleiben.

Wenn du später dann die Benzos reduzierst, solltest du das Citalopram in gleichbleibend er Dosis nehmen.
Ein Doppelentzug ist sehr schlecht und sollte vermieden werden.

Ich wünsche dir alles gute.

LG Ute

Re: Hilfe beim Lorazepamentzug

Verfasst: Mittwoch, 13.12.17, 12:10
von Solveig
Hallo Ululu! :)

Danke für Deine nette Antwort! Dann weiß ich Bescheid! :)

Ganz liebe Grüße

Solveig

Re: upgedated: Lorazepam, Citalopram überdosiert, Levomepromazin

Verfasst: Donnerstag, 28.12.17, 17:42
von Solveig
Hallo!

bin jetzt auf 45 mg Citalopram seit 2 Wochen. Habe das aber mit der Teilung einer 20mg Citalopram in zuerst 10 mg und dann nochmal in 5 mg gemacht, weil ich bei der Wasserlösemethode Angst hatte, dass es zu schnell ins Blut geht und etwas beim Herzen auslöst.

Beim Lorazepam bin ich jetzt bei 1,25 mg. Meine Ärztin meinte, wenn mir 3x am Tag 25 mg Tabletten zuviel wären und es mir morgens besser gehen würde, könnte ich ja die 0,5 mg Lorazepam morgens weglassen und mit Levomepromazin ersetzen.

Jetzt bin ich immernoch ziemlich unsicher und traue mich nicht einfach 0,5 mg Lorazepam wegzulassen und zu ersetzen. :?

Soll ich das versuchen oder ist das zu riskant, weil ich ja so empfindlich bin?

Ausserdem wollte ich fragen, ob das Levomepromazin Unruhe in den Entzug bringen kann und, ob der 2.Entzug schlimmer wird oder ist als der erste?

Soll ich noch meine Signatur anpassen oder wird sie dann zu lang?

Freue mich auf Eure Antworten!

Ganz liebe Grüße von Solveig

Re: upgedated: Lorazepam, Citalopram überdosiert, Levomepromazin

Verfasst: Freitag, 29.12.17, 14:20
von LinLina
Liebe Solveig :-)
bin jetzt auf 45 mg Citalopram seit 2 Wochen. Habe das aber mit der Teilung einer 20mg Citalopram in zuerst 10 mg und dann nochmal in 5 mg gemacht, weil ich bei der Wasserlösemethode Angst hatte, dass es zu schnell ins Blut geht und etwas beim Herzen auslöst.
wenn du dich so sicherer fühlst, ist das erstmal so ok. Ich hoffe, du kannst die Tablette möglichst gleichmäßig teilen? Perspektivisch wäre eine Feinwaage eine Investition wert, hier findest du Tipps dazu viewtopic.php?f=15&t=9608

Hast du denn eine Veränderung durch die Reduktion gemerkt?
Beim Lorazepam bin ich jetzt bei 1,25 mg. Meine Ärztin meinte, wenn mir 3x am Tag 25 mg Tabletten zuviel wären und es mir morgens besser gehen würde, könnte ich ja die 0,5 mg Lorazepam morgens weglassen und mit Levomepromazin ersetzen.
Ich würde überhaupt nicht mit Levomepromazin ersetzen, das ist kein Benzodiazepin. Nimmst du das Levomepromazin denn schon?
Jetzt bin ich immernoch ziemlich unsicher und traue mich nicht einfach 0,5 mg Lorazepam wegzulassen und zu ersetzen. :?

Soll ich das versuchen oder ist das zu riskant, weil ich ja so empfindlich bin?
Wenn überhaupt würde ich es in kleinen Schritten machen, maximal 0,125 mg weniger pro Schritt mit mindestens 2 Wochen abstand. Allerdings hast du ja gerade erst das Citalopram reduziert, und es wäre wichtig dass du damit erstmal etwas runter kommst von der hohen Dosis.
Ausserdem wollte ich fragen, ob das Levomepromazin Unruhe in den Entzug bringen kann und, ob der 2.Entzug schlimmer wird oder ist als der erste?
Prinzipiell können alle neuen Psychopharmaka Unruhe in den Entzug bringen, das ist aber sehr individuell. Es wäre besser, wenn es ohne ein zusätzliche Substanz gehen würde, du nimmst ja schon ziemlich viele Medikamente. Wenn du es trotzdem versuchen möchtest, würde ich mit einer Mini-Dosis am Abend anfangen, nicht gleich so viel und so oft wie deine Ärztin vorschlägt. Wichtig wäre auch hier, nicht mehrere Dinge gleichzeitig zu verändern. Gleichzeitig ein Medikament zu reduzieren und ein anderes neu einzunehmen ist nicht ratsam, dann weißt du nicht, welche Symptome von was kommen.

Der zweite Benzo-Entzug kann schwerer sein, muss aber nicht in jedem Fall. Das kann man nicht vorhersagen.
Soll ich noch meine Signatur anpassen oder wird sie dann zu lang?
Du solltest unbedingt die letzten Veränderungen mit aufnehmen, auch das Citalopram inklusive der Reduktionen mit Datum und das Levomepromazin wenn du es nehmen solltest. Du könntest dafür die Angaben von deinem vorigen Benzo-Entzug kürzen. Schreib es dir aber am besten vorher auf, damit du ggf. noch weißt wie du damals vorgegangen bist :-)

Liebe Grüße
Lina

Re: upgedated: Lorazepam, Citalopram überdosiert, Levomepromazin

Verfasst: Dienstag, 02.01.18, 17:54
von Solveig
Hallo Lina! :)

Danke für Deine nette Antwort!

Die Idee mit der Feinwaage ist wirklich nicht schlecht, weil es schon schwierig ist die halbe Tablette Citalopram gleichmäßig zu teilen. Gut, dass es so ok ist, dass ich erstmal auf 45 mg Citalopram gegangen bin.

Bin mir nicht sicher, ob ich eine Veränderung durch die Reduktion des Citaloprams gemerkt habe, weil ich nicht weiß, ob die Symptome durch das Lorazepam oder durch das Citalopram kommen. :?

Ok, dann werde ich das Lorazepam nicht durch das Levomepromazin ersetzen. Das Levomepromazin nehme ich nur unregelmäßig in geringer Dosis. Mal 3-6 Tropfen, wenn es ganz schlimm ist.

Ich werde dann das Lorazepam wieder in ganz kleinen Schritten reduzieren ( alle 6 Wochen 0,125 mg) sowie das erste Mal. Aber das mit der Minidosis Levomepromazin hört sich vernünftig an.

Meine Signatur werde ich etwas anpassen.

Vielen Dank nochmal liebe Lina!

Ganz liebe Grüße

Solveig <3

Re: upgedated: Lorazepam, Citalopram überdosiert, Levomepromazin

Verfasst: Samstag, 20.01.18, 15:56
von Solveig
Hallo!

Diesmal habe ich eine Frage zu Levomepromazin:

Ich nehme das Levomepromazin jetzt seit einigen Wochen regelmäßiger, also jeden Abend 3-6 Tropfen. Kann das Levomepromazin auch in der Dosis Nebenwirkungen verursachen? Und muss ich es später auch ausschleichen und mit Entzugssymptomen rechnen? Bin jetzt auch mit der Lorazepamreduktion angefangen. Seit bald einer Woche bin ich auf 1,125 mg Lorazepam. Dies ging bis gestern ganz gut, aber heute ist es wieder ziemlich schlimm.

Würde mich freuen, wenn Ihr mir sagen könntet,ob Ihr meint, dass das Levomepromazin die Symptome in dieser kleinen Dosis auch verschlechtern kann?

Ganz liebe Grüße

Solveig

Re: upgedated: Lorazepam, Citalopram überdosiert, Levomepromazin

Verfasst: Samstag, 20.01.18, 17:47
von padma
hallo Solveig, :)
also jeden Abend 3-6 Tropfen. Kann das Levomepromazin auch in der Dosis Nebenwirkungen verursachen?
Ja, definitiv.
Und muss ich es später auch ausschleichen und mit Entzugssymptomen rechnen?
Es sollte ausgeschlichen werden und Entzugssymptome sind möglich.
Seit bald einer Woche bin ich auf 1,125 mg Lorazepam. Dies ging bis gestern ganz gut, aber heute ist es wieder ziemlich schlimm.
Ganz ohne Entzugssymptome wird es wohl nicht gehen :( . Was hast du für Symptome?
Würde mich freuen, wenn Ihr mir sagen könntet,ob Ihr meint, dass das Levomepromazin die Symptome in dieser kleinen Dosis auch verschlechtern kann?
Ausschliessen kann man das nicht. Es soll die Entzugssymptome ja deckeln, aber ob das funktioniert ist sehr fraglich. Und dein Körper hat nun eine weitere Substanz mit der er fertig werden muss.

liebe Grüsse,
padma

Re: upgedated: Lorazepam, Citalopram überdosiert, Levomepromazin

Verfasst: Samstag, 20.01.18, 19:10
von Solveig
Hallo Padma!

Danke für Deine schnelle Antwort! :hug:

Sie hat mir sehr weitergeholfen.

Tja,die Entzugssymptome kenne ich ja schon eigentlich aus meinem 1.Entzug, aber sie verändern sich ständig und ich bekomme trotzdem Angst, weil ich die Symptome trotzdem nicht immer zuordnen kann. Es sind wieder die Depersonalisation und die Derealisation mit den Gefühlen mich völlig aufzulösen und nicht mehr zu existieren.

Dann weiß ich über das Levomepromazin Bescheid und werde noch weiter beobachten wie es sich mit den Nebenwirkungen verhält.

Vielen Dank nochmal liebe Padma!

Ganz liebe Grüße

Solveig

Re: upgedated: Lorazepam, Citalopram überdosiert, Levomepromazin

Verfasst: Donnerstag, 08.03.18, 13:43
von Solveig
Hallo!

Zur Zeit bin ich bei 1mg Lorazepam angekommen und es ist oft ziemlich unangenehm. Nun nehme ich ja auch zusätzlich noch das Levomepromazin( 3-6 Tropfen täglich).

Seit zwei Tagen merke ich Symptome, die ich in der Art nicht von meinem 1. Lorazepamentzug kenne. Meine Depersonalisation hat ungewohnte Ausmaße angenommen, so dass ich phasenweise das Gefühl habe, ganz aus der Realität zu entschwinden, sowohl geistig als auch körperlich und dies schlimmer als im 1. Entzug. Meine Wahrnehmung der Umgebung verhält sich auch sehr komisch, indem alles extrem unwirklich und weit weg wirkt und ich dem Geschehen um mich herum schwer folgen kann und ich nicht richtig merke was ich eigentlich sage und tue. :zombie:

Außerdem hatte ich starken Schwindel und das Gefühl bewusstlos zu werden. War deshalb auch beim Kardiologen und vom Herzen her ist wohl alles in Ordnung. Heute kommen noch Gefühle von leichten Wahnvorstellungen hinzu und leichte Muskelsteifigkeit.

Können das auch Einschleichsymptome und/ oder Nebenwirkungen von Levomepromazin sein?

Würde mich sehr über Antworten freuen!

Ganz liebe Grüße

Solveig

Re: upgedated: Lorazepam, Citalopram überdosiert, Levomepromazin

Verfasst: Donnerstag, 08.03.18, 16:35
von Clarissa
Liebe Solveig,

es tut mir leid zu lesen, was für Symptome Dich quälen.

Insgesamt spricht das für ein sehr gereiztes Nervensytem. Ganz schwer aufzudröseln, was wovon kommt, und entsprechend gegenzusteuern. Es können sowohl Entzugssymptomee vom Benzo als auch Nebenwirkungen des Neuroleptikums sein, wahrscheinlich beides zusammen.

Schwierig zu raten. Du hast ja nun leider neben dem Benzo auch das NL an der Backe. Längerfristig müssten sicher beide weg, um wieder Ruhe in's System zu bringen. Das kann viel Geduld, Durchhaltevermögen und einige Zeit erfordern.

Könntest Du Dir denn vorstellen, beides loszuwerden?

Teilnahmsvolle Grüße von Clarissa.