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In Klinik Lorazepam bekommen, jetzt keine Weiterverordnung

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Sergey
Beiträge: 8
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Re: In Klinik Lorazepam bekommen, jetzt keine Weiterverordnung

Beitrag von Sergey » Mittwoch, 17.06.15, 13:10

In die geschlossene kam ich wegen starker suizidalität. Der grund dafür ist eine angst erkrankung, die mittlerweile mein gesamtes leben beeinflußt. Ich besitze keine wegefähigkeit und menschen ertrage ich nur kurz egal wie oft ich trainiere. Ich habe alle therapien gemacht, die die kasse übernimmt, nichts hat erfolg gehabt. Ich habe gekämpft wie ein stier. Seit einem jahr habe ich kaum noch energie für den täglichen kampf. Dann kam die suizidalität, denn eigentlich will ich mal ruhe. Die einnahme von tavor führte dazu, das ich mich an etliche wochen hier im der klinik nicht mehr erinnere. Seit dem tavor reduziert wird habe ich keine erinnerungs lücken mehr. Bis letzte woche ging es mir mit bzw. Auf tavor relativ gut. Aber jetzt wo das tempo so angezogen wurde, ist alles schlimmer als vor meinem aufenthalt. Nein der besuch auf der geschlossenen hat nichts gebracht. Ich hoffe ich habe alles beantwortet, hier sind computer verboten . Deshalb alles über ein altes handy. Lieben gruß anja

Murmeline
Moderatorenteam
Beiträge: 15578
Registriert: Sonntag, 11.01.15, 13:50

Re: In Klinik Lorazepam bekommen, jetzt keine Weiterverordnung

Beitrag von Murmeline » Mittwoch, 17.06.15, 13:48

Hallo Anja,

das tut mir alles sehr leid, Deine aktuelle Situation und Deine letzten Jahre.
Die einnahme von tavor führte dazu, das ich mich an etliche wochen hier im der klinik nicht mehr erinnere. Seit dem tavor reduziert wird habe ich keine erinnerungs lücken mehr.
Das ist furchtbar, die haben Dich ja total zugeknallt.
Seit dem tavor reduziert wird habe ich keine erinnerungs lücken mehr. Bis letzte woche ging es mir mit bzw. Auf tavor relativ gut. Aber jetzt wo das tempo so angezogen wurde, ist alles schlimmer als vor meinem aufenthalt.
Das ist eine Entzugsreaktion, diese Suizidalität! Deshalb weisen wir Dich darauf hin, dass Du Dir einen Arzt suchst, der das weiter verschreibt damit Du es langsam absetzen kannst.

Wie wurdest Du seit Diagnose Angsterkrankung mit Medikamenten behandelt?
Ging es Dir davor schon mal schlecht und hast Du vorher schon Medikamente genommen?

Grüße, Murmeline
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

Kevin05

Re: In Klinik Lorazepam bekommen, jetzt keine Weiterverordnung

Beitrag von Kevin05 » Mittwoch, 17.06.15, 17:33

Es ist ja eigentlich alles gesagt in deinem Beitrag, ich möchte eher allgemein beitragen, dass ich es wirklich als einen Skandal sehe wie hier täglich in Westeuropa bzw. den USA Menschenleben kaputt gemacht werden indem man sie fahrlässig behandelt, weil die Langzeitauswirkung sind leider wirklich fatal, die Betroffenen fallen durch alle Auffangnetze durch und wenn es schlecht läuft kommen sie nie wieder zurück in ein nur annährend normales Leben. Ich hab ja im Laufe der Jahre viel gelesen hier, aber es wird tendenziell ja immer schlechter statt besser und ich kann nur für mich sagen, wenn ich solche Geschichten lese, dann steigt der Wutpegel in mir sehr, daher lese ich auch weniger..., aber ein Skandal bleibt es trotzdem, mein Mitgefühl für dich und du bist ja in guten Händen hier und heißt ja auch nicht, dass du jetzt verloren bist, ich sprach nur davon, wenn man nicht früh genug die Kurve kratzt und in gute Hände kommt, dann kann das schief gehen, alles Gute und vor allem Kraft, Kevin

fruehling
Beiträge: 998
Registriert: Samstag, 08.03.14, 19:48

Re: In Klinik Lorazepam bekommen, jetzt keine Weiterverordnung

Beitrag von fruehling » Freitag, 19.06.15, 21:47

Sergey, wie gehts dir?
Begleitung meiner Mutter
12. 2011 Kontrastmittelinduzierte SD-Überfunktion
Symptome;innere Unruhe und Gewichtsabnahme, Hypertonie,Schlafstörungen
03.2012, Behandlung in der Psychiatrie
mit Carbimazol, Cita und Olanzapin
12.2012; SD-Blocker abgesetzt
Plötzlich paradoxe Reaktion auf Cita (Erregtheit,innere Unruhe,Getriebenheit,Angst)
02.2013 Psychiatrie
Alles abgesetzt auf 0 (durchgedreht) es wurden sämtliche Psychopharmaka an ihr ausprobiert
- Verschlimmerung der Symptome, unbeschreiblich!
05.2013
Entlassungsmedikation;Lyrika 600mg, Mirtazapin 45mg
Verschlimmerung,Persönlichkeitsveränderung
Lyrika und Mirtazapin langsam abgesetzt
Starke Besserung aber Stimmungstief
Neurologe schlägt zur Stimmungsaufhellung wieder Citalopram vor:
schlimme Unruhe, Stromschläge, Hitzeströme im Nacken, Angst, sollte Tavor (3 mal 0,5mg)nehmen und weitermachen, nach 6 W. keine Besserung (Tavor auf eigene Faust ausgeschlichen)
07.2013
Diagn.: 4,5cm großer hormonaktiver Schilddrüsenknoten
08.2013 SD-OP
09.2013; Nachuntersuchung der SD
6 Wochen später erneute OP
Medikamente weiter ausgeschlichen, Besserung
11.2013 Citalopram in 14 Tagen abgesetzt,
2 Wochen später schlimme Bewegungsunruhe,Depressionen,Angstzustände,Gewichtsabnahme,Strom,-Hitzeströme im Nacken,Hoffnungslosigkeit
Psychiatrie
fast alle Medikamente wurden wieder eindosiert;
Entlassungsmedikation:
150mg Venlafaxin 1-0-0 (75mg)
10mg Olanzapin 0-0-1 (0!!)
7,5mg Zopiclon zur Nacht (0!!)
1mg Tavor 0,5-0,25-0 (0)
Substitution Diazepam (3,75)
Mirtazapin 15mg 0-0-0-1
Olanzapin Reduktion
11.04. - 1,5
01.05. - 1
01.06. - 1
04.07. -1,25 kontinuierliche Besserung, Antrieb/Freude, aushaltbare Absetzsymptome
01.08. -0,65
13.08. -0,65 Blutdruckanstieg, zwischendurch Anspannung, Weinerlichkeit
01.09. -0,65 verbesserter Schlaf, deutlich bessere Zuckerwerte
29.09. -0,65
zeitgleich wg Unruhe, Blutdruckanstieg, kleinen Magenblutungen
Venlafaxin -12,5
12.10. -12,5
27.10. -12,5
21.11. -12,5
25.05. -12,5
25.06. -12,5
10.08. -12,5
Zopiclon
07.11. -1,9mg, dann alle 4 Wochen 0,9mg reduziert,
seit dem 16.03.auf 0
Blutdruck normalisiert, weniger Unruhe, wirkt am Morgen aber sehr sediert
Olanzapin
06.04.
ca. alle 4-6 Wochen 0,7 mg (Bewegungsunruhe momentan so gut wie weg, Cholesterinwerte top,um fast 100 gesunken)
05.06; -0,6mg und immer etwas weniger
16.06. Olanzapin ade(!!?!!)
Lorazepam
16.07; -0,1mg am Mittag
08.08; -0,15mg
05.09. Substitution Lorazepam/Diazepam
In Tropfen: 3-1-3 (3,5mg)
30.10. Erhöhung wg Entzugssymptome
4-1-3 (4,0mg)
28.11.
4-1-2 (3,5mg)
08.12
3-1-2 (3mg)
18.12
2-1-2 (2,5mg) weinerlich, unruhig, Zunahme von Blepharospasmus
?
2-1-1 (2mg)
Erhöhung
11.01.
2-1-2 (2,5mg)
25.01
Umstellung auf 2,5mg am Morgen
Seit ca. Mai 0mg Diazepam :party2:

Sergey
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Registriert: Dienstag, 16.06.15, 8:31

Re: In Klinik Lorazepam bekommen, jetzt keine Weiterverordnung

Beitrag von Sergey » Samstag, 20.06.15, 12:12

Hallo Ihr Lieben,

vorne weg ich bin seit gestern zu Hause, und habe mich für eure Variante entschieden. Aber vorher probierte ich es wie der Arzt in der Klinik es wollte.
Der rasende Entzug führte zu unendlich vielen nebenwirkungen, körperlich und psychisch. Ich sprach den Behandelnden Arzt darauf an und er sagte nur, das kann garnicht sein das alles bilde ich mir nur ein. Ich ging also Mittwoch und Donnerstag durch meine ganz persönliche Hölle. Gestern früh bekam ich für den Transport von der Klinik nach Hause 1mg Tavor und siehe da alle Entzugserscheinungen verschwanden in den nächsten Stunden, natürlich war ich mit dem Klinikentzug noch nicht fertig und sollte den rest zu Hause machen. Da stand meine Entscheidung aber schon fest, ich bin also gestern zu einer Allgemeinmedizienerin gegangen ( ohne Arztbrief, denn den hatte in der Klinik noch keiner geschrieben) und bekam nach einem längeren Gespräch auch ein Rezept für Tavor, so das ich jetzt mind. 40Tage Zeit habe für den restlichen Entzug. Ich stelle mich erstmal auf 1,5mg am Tag und werde versuchen jede Woche um 0,25 - 0,5mg zu reduzieren.
Ich möchte mich ganz doll bei euch bedanken und werde euch auf dem laufenden halten. Leider kann ich mich noch nicht wirklich aktiv im Forum Beteiligen, da dies meine erste Erfahrung mit Benzos ist. Danke das Ihr für mich da wart und ich hätte gleich auf euch hören sollen.

Ganz lieben Gruß Anja

Lisamarie
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Re: In Klinik Lorazepam bekommen, jetzt keine Weiterverordnung

Beitrag von Lisamarie » Samstag, 20.06.15, 12:24

Hallo Anja, freut uns von dir zu hören. Tut mir leid das du zwei schlimme Tage hattest. Und klar sagen die Klinikärzte das das nicht sein kann, weil es ja überhaupt keine Entzugserscheinungen gibt. :frust: leider sind die Erfahrungen der Betroffenen da anders, ganz anders, aber wollen die feinen Herren ja nicht hören.

Gut das du zu einer verständnisvollen Ärztin gegangen bist wird sie dich denn weiter unterstützen ? Falls du etwas länger brauchst zum Ausschleichen ? Gerade Lorazepam ist heikel wegen der kurzen Halbwertzeit. Aber versuch es erstmal wie es bei dir so klappt. Man sollte mit Entzugssymthomen nicht weiter absetzen sondern abwarten bis man sich stabilisiert hat.
Lg Petra
2012 noch 5 Monate Mirtzapin,Pipamperon,Levomepromaxin
Bis auf die Praxiten von heute auf morgen kalt abgesetzt, erste Absetzbeschwerden nach sechs Wochen, aber dann
6 Monate heftigste Absetzproblematik.Magendarm 30 Kilo in vier Monaten abgenommen.Halbes Jahr bettlägerig.Schwer suzidal zum stabilisieren fast ein Jahr gebraucht.
Oxazepam reduzieren von umgerechnet 50 mg Diazepam:
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Murmeline
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Re: In Klinik Lorazepam bekommen, jetzt keine Weiterverordnung

Beitrag von Murmeline » Samstag, 20.06.15, 12:37

Hallo Anja,

ich bin froh, dass Du einen Arzt hast, der eine etwas längere Ausschleichphase begleitet.

Du musst ich nicht beteiligen, aber es wäre schön, wenn Du hin und wieder berichtest, denn Deine Erfahrungen können dann auch wieder für andere wichtig sein.
Der rasende Entzug führte zu unendlich vielen nebenwirkungen, körperlich und psychisch. Ich sprach den Behandelnden Arzt darauf an und er sagte nur, das kann garnicht sein das alles bilde ich mir nur ein.
Das macht mich richtig wütend. Der weiß doch, was das für ein potentes Mittel ist. Warum sagt der so etwas, statt Menschen zu helfen, ihre Zustände zu verstehen?
Gestern früh bekam ich für den Transport von der Klinik nach Hause 1mg Tavor und siehe da alle Entzugserscheinungen verschwanden in den nächsten Stunden
Das ist der eindeutige Beweis für die körperliche Abhängigkeit. Ich hoffe, Du komst da jetzt langsam erfolgreich runter.

Viele liebe Grüße, Murmeline
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
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Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
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