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Cipralex nach langjähriger Einnahme reduzieren / absetzen

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rosa_wolke
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Cipralex nach langjähriger Einnahme reduzieren / absetzen

Beitrag von rosa_wolke » Montag, 22.06.15, 17:28

Hallo zusammen,

ich lese hier seit über einem Jahr immer mal wieder mit und heute habe ich mich entschlossen, mich hier anzumelden.

Ich nehme seit 3 1/2 Jahren Cipralex. Zu dem Zeitpunkt erfolgte auch zum ersten Mal die Diagnose Depression. Bis dato lautete die Diagnose "nur" Angst- und Panikstörung. Es ist mein erstes AD. Mir wurde es damals in einer Reha Klinik vorgeschlagen und ich habe nach ca 2 Wochen Bedenkzeit zugestimmt, weil es mir nur mit großer Kraftaufwendung möglich war, die alltäglichen Dinge wie Duschen, Zähneputzen, Essen usw zu erledigen. Ich hatte sehr große Angst ein Antidepressiva zu nehmen, weil ich der Meinung war, wenn ich die nehme habe ich versagt und weil ich um die Horrorgeschichten rund ums Absetzen wusste. Die ersten 3 Tage waren übel, aber danach ging es mit ein paar leichten Einbrüchen immer weiter bergauf. Nach ca 8 Wochen war ich angstfrei und die Depression wurde auch immer schwächer. Der dickste (im wahrsten Sinne des Wortes) Nachteil ist, dass ich zugenommen habe. Damit habe ich zu keiner Zeit meinen Frieden schließen können. Es belastet mich sehr. Die Libido war im ersten Jahr auch im Keller, aber danach wurde sie besser. Ist zwar nicht so wie ohne AD, aber auch nicht so, dass es mich wirklich einschränkt. Trotz diesen Nachteilen, bin ich diesem Medikament sehr dankbar, weil es mich aus dem tiefsten dunkel rausgeholt hat und in den Jahren danach mich vor 2 dunklen Löchern abgefedert hat.

Vor einem Jahr beschloss ich Cipralex wie hier oft empfohlen in Tropfenform zu reduzieren. In ca 5 Monaten habe ich es von 20 auf 10 Tropfen geschafft. Mir ging es währenddessen auch ganz gut. Doch dann plötzlich im vergangenen November waren die Depris wieder da. Damals stand ein Umzug unmittelbar bevor und ich hoffe, dass es daran gelegen hat. Nachdem es innerhalb ein paar Tagen rapide bergab ging, beschloss ich mit meiner Psychiaterin auf 15 mg aufzudosieren. Sie meinte, es müsse nach ein paar Tage besser werden. Wurde es aber nicht, also wurde auf 20 mg erhöht. Nach ca 2 Wochen ging es mir wieder besser. Zur Überbrückung und um mal durchatmen zu können, hat sie mir auf Promethazin mitgegeben. Davon hauen mich aber 8 Tropfen schon um.

Jetzt möchte ich den zweiten Versuch wagen, Cipralex runterzudosieren und evtl sogar ganz abzusetzen. Habe mir heute wieder Tropfen besorgt.
Einerseits freue ich mich auf das reduzieren, aber andererseits habe ich auch Angst meine "Stütze" loszulassen.

Ging oder geht es jemanden auch so?

Ich hoffe, ihr habt ein paar Tipps für mich, wie ich es diesmal besser machen kann??

Danke fürs Lesen :)

LG
Wolke

padma
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Re: Cipralex nach langjähriger Einnahme reduzieren / absetzen

Beitrag von padma » Montag, 22.06.15, 18:59

hallo Wolke :) ,

willkommen im ADFD.
Schön, dass du dich angemeldet hast.

Da Antidepressivas keine wirkliche Lösung sind, nicht heilen können und auch sehr problematische Medikamente sind, finde ich es gut, dass du sie absetzen möchtest.

Hast du ausser Medikamenten gegen deine Angststörung/Depression etwas unternommen? Das ist sehr wichtig, denn Antidepressivas können nicht heilen.
Doch dann plötzlich im vergangenen November waren die Depris wieder da.
Kannst du genauer schreiben, wie diese "Depris" ausgesehen haben? Was genau hattest du für Symptome? Wie genau hattest du reduziert?
Das ist wichtig um unterscheiden zu können, ob du tatsächlich wieder Depressionen hattest, oder Absetzsymptome.
Hier sind Kriterien zur Unterscheidung:
http://www.adfd.org/wissen/H%C3%A4ufig_ ... m_Absetzen

hier eine (nicht vollständige) Liste von Absetzsymptomen
http://www.antidepressiva-absetzen.de/Stufe_3.html
Nachdem es innerhalb ein paar Tagen rapide bergab ging, beschloss ich mit meiner Psychiaterin auf 15 mg aufzudosieren. Sie meinte, es müsse nach ein paar Tage besser werden. Wurde es aber nicht, also wurde auf 20 mg erhöht. Nach ca 2 Wochen ging es mir wieder besser.
Diese recht zügige Besserung spricht für eine Absetzproblematik.
Ich hoffe, ihr habt ein paar Tipps für mich, wie ich es diesmal besser machen kann??
Dazu müssten wir zuerst genau wissen, wie du das letzte Mal vorgegangen bist. Bitte erstelle dafür eine Signatur: Benutzername rechts oben anklicken, Persönlicher Bereich/ Profil/ Signatur ändern.

Falls du Promethazin nimmst, (oder sonst ein Medikament) schreib das bitte auch rein.

Wir unterstützen dich dann gerne.

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
► Text zeigen
1.1.2020: 0 mg, Die :schnecke: steht auf dem Kilimanjaro :D



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rosa_wolke
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Re: Cipralex nach langjähriger Einnahme reduzieren / absetzen

Beitrag von rosa_wolke » Montag, 22.06.15, 20:28

Hallo Padma :)

im vergangenen Winter habe ich meine dritte Therapie beendet. Die erste hatte ich mit 19 Jahren, die zweite mit 23.
Die Therapien haben immer eine zeitlang geholfen.

Ich hatte damals im Schnitt alle 2-4 Wochen um einen Tropfen reduziert. Wie gesagt, in dem halben Jahr hatte ich keinerlei Probleme gehabt.

Die Symptome kamen über Nacht. Ich bin aufgwacht und hab am ganzen Körper gezittert, konnte weder sitzen noch liegen und an wieder einschlafen war gar nicht mehr zu denken. Entspannungsübungen griffen auch nicht. Also bin ich die restliche Nacht durch die Wohnung gewandert. Hinzu kamen auch Ängste, dass alles von vorne anfängt, Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung, Antriebslosigkeit, Angst, dass ich mir was antue.
Ich muss dazu sagen, dass ich große Angst vor einer erneuten Depression habe, wie ich sie vor 3 1/2 Jahren erlebt habe. Mein Therapeut sagt, ich hätte eine Art Trauma davon getragen.

Du sagst, die Verbesserung sei zügig gewesen.
Ich fand 2 Wochen zu lange, dafür das ich nur aufdosiert hatte. Ich hab oft gelesen, dass man beim Aufdosieren nach ein paar Tagen Besserung verspürt und da es bei mir erst nach zwei Wochen bergauf ging, war ich der Meinung, dass es eine neue depressive Phase ist und keine Absetzerscheinung.
Bin jetzt verwirrt ..

Signatur habe ich erstellt. Leider nicht so ausführlich, weil ich mich nicht genau an die Abstände erinnere.
Promethazin habe ich nur 2-3 Mal genommen.
Ab Feb 2012 Cipralex 10 mg, Wirkung zu schwach hoch im
März 2012 auf 20 mg
Mai 2014 Cipralex tropfenweise reduziert bis Nov 2014 auf 10 mg ohne Probleme
dann Mitte Nov plötzlich depressive Symptome + Ängste hoch auf 20 mg
23.06.15 Start mit dem runterdosieren 19 Tropfen
20.07.15 17 Tropfen

padma
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Re: Cipralex nach langjähriger Einnahme reduzieren / absetzen

Beitrag von padma » Montag, 22.06.15, 22:58

hallo Wolke, :)

danke für die Signatur.

Die Abstände bei der Reduktion waren etwas kurz, wir empfehlen 4 - 6 Wochen. Der Zeitraum insgesamt passt, du hast ja 50% in 6 Monaten abgesetzt.
Die Symptome kamen über Nacht. Ich bin aufgwacht und hab am ganzen Körper gezittert, konnte weder sitzen noch liegen und an wieder einschlafen war gar nicht mehr zu denken.
Das hört sich für mich so an, als ob durch irgendetwas die Symptome getriggert wurden. Anders kann ich mir ein so plötzliches Auftreten der Symptome nicht erklären.
Hast du ein Medikament genommen, z.B ein Antibiotika oder Cortison? Oder ein Betäubungsmittel erhalten (Zahnarzt, OP)?
Oder etwas abgesetzt?

Schau mal hier ist eine Liste von möglichen Symptomauslöser/vestärker
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=6442

Falls es einen Auslöser gab, wäre es gut, das herauszufinden.
Ich fand 2 Wochen zu lange, dafür das ich nur aufdosiert hatte. Ich hab oft gelesen, dass man beim Aufdosieren nach ein paar Tagen Besserung verspürt und da es bei mir erst nach zwei Wochen bergauf ging, war ich der Meinung, dass es eine neue depressive Phase ist und keine Absetzerscheinung.
Das ist überholt. Es kann sein, dass es einem nach einer Aufdosierung sehr schnell besser geht, es kann aber durchaus auch 2 Wochen dauern. Da auch eine Aufdosierung Stress für das Nervensystem ist, kann es sogar zu einer vorübergehenden Verschlechterung kommen.
Die Therapien haben immer eine zeitlang geholfen.
Und dann hat der Erfolg wieder nachgelassen?
Ich muss dazu sagen, dass ich große Angst vor einer erneuten Depression habe, wie ich sie vor 3 1/2 Jahren erlebt habe. Mein Therapeut sagt, ich hätte eine Art Trauma davon getragen.
Das ist durchaus möglich. :hug: Ich würde daher diesmal besonders behutsam absetzen, höchstens alle 4 Wochen 1 Tropfen, und nur weitergehen, wenn du keine Symptome hast.

liebe Grüsse,
padma
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Panik
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Registriert: Montag, 30.09.13, 9:29

Re: Cipralex nach langjähriger Einnahme reduzieren / absetzen

Beitrag von Panik » Dienstag, 23.06.15, 10:41

Hallo,

ich kann aus leidvoller Erfahrung (auf die ich gerne verzichtet hätte) berichten, dass eine Besserung nach Hochdosieren bei mir auch immer recht lange gedauert hat. Locker 2-4 Wochen. Ich habe allerdings auch nicht solche extremen Sprünge gemacht wie Du. M.E. nach hast Du den "Fehler" gemacht und hast zu große Mengen wieder eindosiert. Weniger wäre hier wohl besser gewesen. Würde sagen das war eine Mischung aus Absetzsymtomen und NW beim Hochdosieren.

Bzgl. der Symptome über Nacht. Wenn es keine Trigger gab , wie Padma geschrieben hat, glaube ich, das dies damit zu tun hat, dass Du, wie viele hier, ich selbst auch, eine Schwelle erreicht hast die Dein ZNS nicht kampflos aufgeben will. Bei mir sind es die 8 gewesen und bei 5 erwarte ich die nächste. Dieses verfluchte Zeug schlägt auch gerne mal mit 14 tägiger Verspätung zu, sodass man Zusammenhänge nicht unbedingt genau herstellen kann. Evtl. gab es da ja was.

Traumatischen Erlebnisse, Angst vor der Angst, der Körper spielt verrückt usw.kennen wir alle hier. Es ist nicht immer alles gleich die Depression. Daran musst Du arbeiten, denn im Laufe des Ausschleichens kann es immer wieder solche Phasen geben. Muss nicht aber kann und dann ist es wichtig cool zu bleiben, flexibel zu reagieren, evtl. minimal wieder hoch zu gehen oder manchmal schlicht einfach nur aus zu halten.

durchhalten
panik

PS: was noch zu erwähnen wäre..ich halte die "Tröpfchen-abzähl-Methode" für das Absetzen für nicht geeignet. Spritze imo besser.
Diagnose: anfangs Anpassungstörung, dann Angst-/Panikstörung jetzt keine Ahnung
08/2011 Antikoagulation Macumar abgelöst durch
25.11.2013 Thrombozytenaggregationshemmer ASS100
13.07.2012 Escitalopram 10mg
08.10.2013 Reduzierung Escitalopram 9mg
20.10 2013 Reduzierung Escitalopram 8,5mg
23.10 2013 Reduzierung Escitalopram 8mg
10.11.2013 Reduzierung Escitalopram 7mg
07.12.2013 Aufdosiert Escitalopram 8mg
15.12.2013 Reduzierung Escitalopram 7,5mg
29.12.2013 Reduzierung Escitalopram 7mg
19.01.2014 Reduzierung Escitalopram 6mg
16.02.2014 Reduzierung Escitalopram 5,5mg
23.02.2014 Aufdosiert Escitalopram 6mg
08.03.2014 Aufdosiert Escitalopram 6,5mg
17.03.2014 Aufdosiert Escitalopram 7mg
30.03.2014 Aufdosiert Escitalopram 8,5mg
25.05.2014 Reduzierung Escitalopram 8mg
07.06.2014 Aufdosiert Escitalopram 8,5mg
20.07.2014 Reduzierung Escitalopram 8mg
15.08.2014 Aufdosiert Escitalopram 8,25mg
18.08.2014 Aufdosiert Escitalopram 8,5mg
26.10.2014 Reduzierung Escitalopram 7,5mg
31.10.2014 Aufdosiert Escitalopram 8,5mg
14.12.2014 Reduzierung Escitalopram 8,2mg
21.01.2015 Reduzierung Escitalopram 4,0mg
04.04.2015 Reduzierung Escitalopram 3,8mg
30.04.2015 Reduzierung Escitalopram 3,6mg
30.05.2015 Reduzierung Escitalopram 3,2mg
08.06.2015 Reduzierung Escitalopram 3,0mg
05.07.2015 Reduzierung Escitalopram 2,8mg
26.07.2015 Reduzierung Escitalopram 2,6mg
11.08.2015 Reduzierung Escitalopram 2,4mg
19.10.2015 Aufdosiert Escitalopram 2,6mg
21.01.2017 Reduzierung Escitalopram 2,4mg --> hier
26.02.2017 Reduzierung Escitalopram 2,2mg --> oder hier
05.06.2017 Reduzierung Escitalopram 2,0mg --> oder hier Dosis real 2mg
11.10.2018 Reduzierung Escitalopram 1,67mg

Kevin05

Re: Cipralex nach langjähriger Einnahme reduzieren / absetzen

Beitrag von Kevin05 » Dienstag, 23.06.15, 11:19

Hallo,

also ich verstehe deinen Beitrag so, dass deine Zustände über Nacht kamen und dass du dann das AD begonnen hast zu nehmen oder war das schon nach dem Absetzen? Weil das ist schon ein Unterschied natürlich.

Wie andere schon schrieben löst das Medikament nicht die Ursache, wobei du eh mit Entspannungstechniken versucht hast dagegen zu steuern und Therapien, also man kann nicht sagen, dass du nicht einiges versucht hast.

Ich habe auch Depressionen, wobei ich glaube richtig mitreden kann man bei dem Thema erst, wenn man wirklich solche Depressionen hat dass man so kraftlos und antriebslos ist, dass man gar nicht mehr hochkommt. Was ich damit sagen will, auch hier gilt, dass man es erlebt haben muss um zu verstehen. Klar, wenn es da ein Medikament gibt was hilft, dann versucht man es , in deinem Fall hat es ja auch geholfen. Nur eines ist klar, wenn du es dann wieder weglassen willst kommt die Ursache wieder stärker hervor und was die Ursache ist herauszufinden ist schwer.

Das erfordert vielleicht selbst auch viel nachzudenken, zu reflektieren, die zeitlichen Zusammenhänge ansehen oder ob es einen konkreten Anlassfall gegeben hat wie einen Verlust eines geliebten Menschen oder eben auch ein Medikament was du nicht vertragen hast, wie Cortison.

Auf jeden Fall kann ich auch ohne es direkt erlebt zu haben mir denken, dass eine schwere Depression ein massives Problem darstellt und habe sogar Verständnis, dass man in solchen Fällen oft zu einem Medikament greift, weil man denkt es hilft, was es ja in einigen Fällen auch tut. Wie gesagt, ich bin kein AD-Experte, aber die Problematik verstehe ich gut. Aber auch hier sind wohl die einzig alternativen Möglichkeiten Sport bzw. eben gezielte Entspannung und Durchleuchtung der persönlichen Lebensumstände, was tut mir gut, was nicht, was kann ich verändern, belastet mich etwas usw. - das kann helfen, dauert aber auch Zeit. Du bist glaub ich noch sehr jung, es wäre schade, wenn du da nicht rauskommst, wobei es sicher mit viel Arbeit an dir selbst verbunden ist und mit Leid, aber die Chance ist sicher da, alles Gute, Kevin

rosa_wolke
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Registriert: Montag, 22.06.15, 16:26

Re: Cipralex nach langjähriger Einnahme reduzieren / absetzen

Beitrag von rosa_wolke » Dienstag, 23.06.15, 12:32

Hallo Zusammen,

heute fange ich mit dem Reduzieren an. Werde jetzt einen Monat lang 19 Tropfen nehmen. Meine Ungeduld zu überwinden wird auch nicht leicht :).

@ Panik
Warum hältst du nichts von der Tropfenzähl Methode? Was für eine Spritze meinst du?

@ Kevin
Ich habe nur aufdosiert. Ganz abgesetzt habe ich noch nie.

@ Padma
Also Cortison habe ich nicht genommen. Ein Antibiotika und Betäubung hatte ich letzen Sommer, also ca 2-3 Monate vor dem plöztlichen Absturz vom Zahnarzt bekommen, weil ich eine dicke Entzündung unterm Zahn hatte und dieser auch gezogen wurde.
Kann das trotz des langen Abstandes davon kommen?
Alles andere was in deinem Link steht trifft nicht auf mich zu.

Ansonsten könnte ich mir wie schon erwähnt, den Umzug als Trigger erklären. Das vermutete auch mein Psychiaterin und sie sagte auch, vielleicht wäre ich auch noch nicht soweit, dass ich reduzieren geschweige denn Absetzen könnte. Ich hab viel nach Ursachen gesucht. Einfach, um damit auch besser klar kommen zu können.


Hier ein kurzer "Lebenslauf" zum besseren Verständnis:

Die erste Therapie ging nur 9 Monate. Ich war 19 und hab das alles nicht so verstanden und durch die Lebensumstände (viel mehr action) wurden die Ängste und Panik auch schnell besser. Meine Hausärztin hatte mir Bisoprolol verschrieben, was ich aber kaum genommen hab, weil mit meinem Herz und meinem Blutdruck alles in Ordnung war.

Die zweite Therapie folgte im Anschluss an einen 8wöchigen Klinikaufenthalt in einer psychosomatischen Rehaklinik. In diese kam ich, weil ich sogar Panik hatte aus meinem Zimmer zu gehen usw. Da hatte ich von meiner Hausärztin Diazepam bekommen, wovon ich vielleicht 5 Stück genommen hatte, um zum Arzt und wieder nach Hause zu kommen. Es ging mir davon drei Stunden gut und danach bis zum nächsten Tag beschi.... Außerdem hatte ich große Angst vor der Abhängigkeit. Bin froh, damals so stark gewesen zu sein und nicht mehr genommen zu haben. Wegen den Panikattacken war ich ein paar Mal in der Notaufnahme und dort wollten Sie mir auch immer sowas geben, was ich immer abgelehnt habe.
Opipramol hat mir meine Hausärztin auch gegeben, was ich aber zu der Zeit nicht angerührt hatte.
Nach dem Ende dieser Therapie ging es mir ca 4 Jahre gut und ich konnte sogar Flugreisen unternehmen, einfach alles, was ein gesunder Mensch kann.

Dann merkte ich, wie es mir langsam schlechter ging und ich hab mir sofort wieder einen Therapeuten gesucht und auch einen erneuten Rehaaufenthalt beantragt. Das ging eine zeitlang gut, bis ich vor 3 1/2 Jahren ins tiefste Loch fiel. Ich muss sagen, dass ich damals in meiner Beziehung sehr unglücklich war. Ich denke das und die überwiegend schlechten Erfahrungen aus meinem Elternhaus (Schläge, seelische Demütigungen) haben mich über die Jahre langsam aber sicher in die Depression geritten. Durch meine damalige Psychiaterin habe ich keine Hilfe bekommen, weil diese selbst todkrank war und kurz darauf gestorben ist. Als ich nur noch zitternd, heulend und verzweifelt in der Ecke lag, hab ich mich von meinem damaligen Freund in die Psychiatrie bringen lassen. Und da beginnt das Trauma, weil diese 5 Tage Aufenthalt der Horror für mich waren. Die erste Ärztin wollte mir nach 5 Minuten Untersuchung Trevilor geben, was ich abgelehnt habe. Ich konnte zwar kaum noch denken oder sonst irgendwas, aber ich wollte nicht direkt Medikamente dieser Art bekommen. Am nächsten Tag ging es mir noch mieser und der Stationsarzt verschrieb mir Solian (oder so ähnlich) weil er meinte, er wüsste nicht was ich habe und er wolle schauen, ob mir das hilft. Ich hatte keine Kraft mehr und wäre aus dem Fenster gesprungen, wären diese nicht abgeschlossen gewesen. Also nahm ich es für 4 Tage und mir ging es noch viel schlechter. Ich habe mich dann zu Silvester selbst entlassen, das Solian weggeschmissen und konnte glücklicherweise am 3.1.2012 den Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik starten. Wie es dort weiter geht, könnt ihr in meinem ersten Beitrag lesen.

Ich weiß, dass viele Leute ADs verfluchen. Im Grunde find ich die auch nicht dolle, aber mir haben Sie damals mein Leben gerettet. Leider fällt mir auch keine Alternative ein, wie ich es sonst hätte schaffen sollen. Ich wünschte ich hätte eine, um gewappnet zu sein, falls wieder ein Loch auf mich wartet.

Ist leider doch nicht kurz geworden. Danke fürs Lesen :)
Ab Feb 2012 Cipralex 10 mg, Wirkung zu schwach hoch im
März 2012 auf 20 mg
Mai 2014 Cipralex tropfenweise reduziert bis Nov 2014 auf 10 mg ohne Probleme
dann Mitte Nov plötzlich depressive Symptome + Ängste hoch auf 20 mg
23.06.15 Start mit dem runterdosieren 19 Tropfen
20.07.15 17 Tropfen

Panik
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Re: Cipralex nach langjähriger Einnahme reduzieren / absetzen

Beitrag von Panik » Dienstag, 23.06.15, 13:25

Ich halte die Tröpfchen Methode wegen der Ungenauigkeiten pro Tropfen nicht für gut. Es gibt in der Apotheke Insulinspritzen mit der wesentlich genauer abgemessen werden kann. Gerade im unteren Dosisbereich halte ich das für wesentlich besser.

durchhalten
panik
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25.11.2013 Thrombozytenaggregationshemmer ASS100
13.07.2012 Escitalopram 10mg
08.10.2013 Reduzierung Escitalopram 9mg
20.10 2013 Reduzierung Escitalopram 8,5mg
23.10 2013 Reduzierung Escitalopram 8mg
10.11.2013 Reduzierung Escitalopram 7mg
07.12.2013 Aufdosiert Escitalopram 8mg
15.12.2013 Reduzierung Escitalopram 7,5mg
29.12.2013 Reduzierung Escitalopram 7mg
19.01.2014 Reduzierung Escitalopram 6mg
16.02.2014 Reduzierung Escitalopram 5,5mg
23.02.2014 Aufdosiert Escitalopram 6mg
08.03.2014 Aufdosiert Escitalopram 6,5mg
17.03.2014 Aufdosiert Escitalopram 7mg
30.03.2014 Aufdosiert Escitalopram 8,5mg
25.05.2014 Reduzierung Escitalopram 8mg
07.06.2014 Aufdosiert Escitalopram 8,5mg
20.07.2014 Reduzierung Escitalopram 8mg
15.08.2014 Aufdosiert Escitalopram 8,25mg
18.08.2014 Aufdosiert Escitalopram 8,5mg
26.10.2014 Reduzierung Escitalopram 7,5mg
31.10.2014 Aufdosiert Escitalopram 8,5mg
14.12.2014 Reduzierung Escitalopram 8,2mg
21.01.2015 Reduzierung Escitalopram 4,0mg
04.04.2015 Reduzierung Escitalopram 3,8mg
30.04.2015 Reduzierung Escitalopram 3,6mg
30.05.2015 Reduzierung Escitalopram 3,2mg
08.06.2015 Reduzierung Escitalopram 3,0mg
05.07.2015 Reduzierung Escitalopram 2,8mg
26.07.2015 Reduzierung Escitalopram 2,6mg
11.08.2015 Reduzierung Escitalopram 2,4mg
19.10.2015 Aufdosiert Escitalopram 2,6mg
21.01.2017 Reduzierung Escitalopram 2,4mg --> hier
26.02.2017 Reduzierung Escitalopram 2,2mg --> oder hier
05.06.2017 Reduzierung Escitalopram 2,0mg --> oder hier Dosis real 2mg
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Murmeline
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Re: Cipralex nach langjähriger Einnahme reduzieren / absetzen

Beitrag von Murmeline » Dienstag, 23.06.15, 13:51

Hallo Wolke,
Ich weiß, dass viele Leute ADs verfluchen. Im Grunde find ich die auch nicht dolle, aber mir haben Sie damals mein Leben gerettet.
Wenn das Deine individuelle Erfahrung ist, dann ist das für mich doch so in Ordnung und wird auch akzeptiert.

Ich finde das Thema "grundsätzlich Pro-oder-Kontra schwarz-weiß-Denken" auch manchmal schwierig. Für mich persönlich habe ich entschieden:

Diese Medikamente sind nicht die gut verträglichsten Mittel der ersten Wahl, die man unkompliziert langfristig nehmen kann. Sie sind nicht für jeden zu jedem Zeitpunkt ideal und sie bescheren einem individuell auch mal ganz dolle zusätzliche Probleme. (Und das sind alles Punkte, die zumindest bei meinen Ärzten und den Ärzten der ADFD-Mitglieder anders gesehen wurden/werden) Es muss anerkannt werden, dass es individuell auch sehr, sehr schwierig sein kann, diese wieder abzusetzen. Es muss anerkannt werden, dass Menschen durch die Einahme und durch das Absetzen langzeitentzugssyndrome entwickeln können, die wirklich schlimm sind und die der Medizin zum Teil noch ein Rätsel sind - von bekannten Behandlungsmöglichkeiten ganz zu schweigen.

Darüber hinaus gestehe ich dann gerne zu, dass jemand sagt: Im Rückblick würde ich sagen, damals war das lebensrettend.

Dass Du nun einen zweiten Versuch des Absetzens startest und diese Weg mit uns hier teilst freut mich sehr. :group:
Ich wünsche ich Dir alles, alles Gute dafür! :hug:

Grüße Murmeline
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
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Lisamarie
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Registriert: Freitag, 14.03.14, 19:16

Re: Cipralex nach langjähriger Einnahme reduzieren / absetzen

Beitrag von Lisamarie » Dienstag, 23.06.15, 18:11

Hallo Wolke, ich finde es gut das du das Cipralex absetzen möchtest, allerdings würde ich dir zeitnah auch nochmal zu einer Therapie raten, damit du lernen kannst mit depressiven Phasen besser umzugehen. Falls sie nochmals auftreten. Denn eins können Psychopharmaka nicht heilen.

Und Geduld ist das A und O beim absetzen, fix geht da überhaupt nichts. Außer schief. Du schreibst du hast dir die Tropfen wieder besorgt ? Was nimmst du denn bisher ? Tabletten oder Kapseln ? Also wenn du jetzt aktuell auf Tropfen umgestellt hast würde ich meinen Körper erst sich daran gewöhnen lassen, bevor du mit dem Absetzen anfängst . Wir empfehlen sogar umschichtig umzustellen, also erst einen Teil auszutauschen und dann erst nach und nach ganz umstellen. Manche User haben auch festgestellt das sie die Tropfenform gar nicht vertragen. Weil es von den Füllstoffen ne andere Zusammensetzung geben kann, die manche nicht vertragen. Schreib mal was du bisher genommen hast und ob du schon Erfahrung mit den Tropfen hast ? Ansonsten würde ich es so machen wie Padma dir schrieb alle vier bis sechs Wochen 1 Tropfen abzusetzen. Und unter 10 mg sogar noch weniger , da da noch besonders viel Rezeptoren mit Wirkstoff belegt sind, wären da Schritte von 0,5 mg besser.
Falls du dich fragst wie man 0,5 mg Schritte hinbekommt, also das geht nach der Wasserlösmethode. 1 mg in 2 ml Wasser und mit der Spritze 1 ml verwerfen.
Lg Petra
2012 noch 5 Monate Mirtzapin,Pipamperon,Levomepromaxin
Bis auf die Praxiten von heute auf morgen kalt abgesetzt, erste Absetzbeschwerden nach sechs Wochen, aber dann
6 Monate heftigste Absetzproblematik.Magendarm 30 Kilo in vier Monaten abgenommen.Halbes Jahr bettlägerig.Schwer suzidal zum stabilisieren fast ein Jahr gebraucht.
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padma
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Re: Cipralex nach langjähriger Einnahme reduzieren / absetzen

Beitrag von padma » Dienstag, 23.06.15, 22:26

hallo Wolke, :)
Ich denke das und die überwiegend schlechten Erfahrungen aus meinem Elternhaus (Schläge, seelische Demütigungen) haben mich über die Jahre langsam aber sicher in die Depression geritten.
Ich kann mir auch vorstellen, dass da das Problem liegt. Möglicherweise leidest du an einer Traumafolgestörung, auf die sich eine Depression "draufgesetzt" hat. Das könnte auch erklären, warum es immer wieder zu diesen Einbrüchen kam. Traumatische Erinnerungen können ja leicht getriggert werden, auch ohne, dass man den Auslöser bewusst mitbekommt.
Und man kann dadurch generell sensibler auf Dinge reagieren, wie z.B.auf einen Umzug.

Vielleicht könnte eine auf Traumatas ausgerichtete Therapie dir weiterhelfen

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
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1.1.2020: 0 mg, Die :schnecke: steht auf dem Kilimanjaro :D



Was finde ich wo im Forum
Infoartikel: Antidepressiva absetzen
FAQ: Alles, was Ihr übers Absetzen wissen müsst!




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rosa_wolke
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Re: Cipralex nach langjähriger Einnahme reduzieren / absetzen

Beitrag von rosa_wolke » Mittwoch, 24.06.15, 23:57

Danke für eure Beiträge :)

Ich habe im Grunde eine gute Psychiaterin, aber beim Thema Absetzsymptome ist sie wie die meisten anderen Ärzte;
für sie dauert sowas "höchsten zwei Wochen".
Sie akzeptiert natürlich meine Vorgehensweise tropfenweise auszuschleichen, aber ist der Meinung, dass das alles Kopfsache ist.
Als ich damals wo es mir so schlecht ging nur um 1-2 Tropfen erhöhen wollte, meinte sie "das bringt nix" und ich habe vor lauter Angst
vor einer erneuten Depression auf sie gehört und bin direkt auf 15 und dann auf 20 gegangen.
Um so glücklicher bin ich, dass es dieses Forum gibt und ich mich mit euch austauschen kann :)

@ Lisamarie
Ich hab bis vorgestern die Schmelztabletten von Hexal genommen. Ob ich die Tropfen so gut wie damals vertragen werde, wird sich die Tage zeigen.

@ Padma
Ich muss mit der Therapie leider erstmal pausieren, weil die Krankenkasse nur alle 2 Jahre eine bezahlt.
Bisher habe ich immer Verhaltenstherapie gemacht, was ja auch sinnvoll gegen die Panik war.
Vielleicht sollte ich demnächst eine Tiefenpsychologische machen??
Ab Feb 2012 Cipralex 10 mg, Wirkung zu schwach hoch im
März 2012 auf 20 mg
Mai 2014 Cipralex tropfenweise reduziert bis Nov 2014 auf 10 mg ohne Probleme
dann Mitte Nov plötzlich depressive Symptome + Ängste hoch auf 20 mg
23.06.15 Start mit dem runterdosieren 19 Tropfen
20.07.15 17 Tropfen

Jamie
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Re: Cipralex nach langjähriger Einnahme reduzieren / absetzen

Beitrag von Jamie » Donnerstag, 25.06.15, 0:16

Hallo rosa_wolke,

das ist natürlich nicht schön, dass du momentan keinen Therapieanspruch hast. Wie lange musst du noch warten, ehe du dich wieder für einen Therapieplatz bewerben darfst?

Ich habe insgesamt sieben Jahre lang tiefenpsychologische Psychotherapie gemacht, währenddessen umgesattelt auf Psychoanalyse und in einer psychosomatischen Klinik anschließend noch Trauma-Therapie (EMDR) gemacht.
Psychoanalyse fand ich (ich spreche natürlich nur für mich) nicht hilfreich, in der tiefenpsy. Psychotherapie habe ich tief gegraben und viel Vergangenheit aufgearbeitet. Mir fehlt aber bis heute das integrierende Moment - denn was nutzt es mir den ganzen Kram hochzuholen, wenn ich anschließend nicht lerne das zu verarbeiten / damit zu leben?
Aus diesem Grund sehe ich mich demnächst nochmal nach einer Verhaltenstherapie um; idealerweise gepaart mit Traumatherapie-Elementen.

Selbstverständlich ist jeder Mensch unterschiedlich; was dem einen hilft kann der andere einfach nur doof finden.
Du solltest, wenn es wieder soweit ist, dich einfach mit dem Therapeuten zusammensetzen und erörtern, was hilfreich und gut für dich wäre und ob dieser dies zu leisten imstande ist, was du dir vorstellst.

Was das Cipralex betrifft - wie bekommt dir denn diese erste Reduktion? Merkst du was oder geht es dir nach wie vor gut?
Ich finde es klasse, dass du ein Leben ohne AD wagen möchtest. Das ist jetzt zwar noch ein längerer Weg, aber die Gesundheit profitiert auf jeden Fall von jedem Krümel Escitalopram weniger. :group:

Grüße
Jamie
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rosa_wolke
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Re: Cipralex nach langjähriger Einnahme reduzieren / absetzen

Beitrag von rosa_wolke » Freitag, 10.07.15, 21:53

Hallo liebe Leute!

Seit gut zwei Wochen bin ich bei den 19 Tropfen und fühle mich gut.

Nun würde ich gern wissen, ob man im oberen Bereich nicht schneller vorgehen kann?
Soweit ich hier mitbekommen habe, hat man meist im unteren Bereich Probleme.
Ich will nichts überstürzen, aber könnte ich auch schneller oder in 2 Tropfen Schritten reduzieren bis ich bei 10 Tropfen angelangt bin?

@ Jamie
In ca einem Jahr kann ich wieder eine Therapie beginnen.
Ab Feb 2012 Cipralex 10 mg, Wirkung zu schwach hoch im
März 2012 auf 20 mg
Mai 2014 Cipralex tropfenweise reduziert bis Nov 2014 auf 10 mg ohne Probleme
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Lisamarie
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Re: Cipralex nach langjähriger Einnahme reduzieren / absetzen

Beitrag von Lisamarie » Samstag, 11.07.15, 9:13

Hallo rosa Wolke, 10% von 20 mg wären ja 2 mg, aber dann lieber die sechs Wochenabstände berücksichtigen. Und schauen wie dir der 2 mg Schritt bekommen ist, denn es kann sein das dein ZNS jetzt so sensibilisiert ist durch den letzten Absetzversuch, das du langsamer als die 10% absetzen kannst. Probier einen 2 mg Schritt aus und schau wie der dir bekommt . Und dann wirklich fünf bis sechs Wochen warten bis zum nächsten Schritt.
Lg Petra
2012 noch 5 Monate Mirtzapin,Pipamperon,Levomepromaxin
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Mak
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Re: Cipralex nach langjähriger Einnahme reduzieren / absetzen

Beitrag von Mak » Samstag, 11.07.15, 9:37

Hallo Wolke,

wie Du in meiner Signatur sehen kannst, bin ich auch eine derjenigen, die ein schnelleres Ausschleichen vertragen hat.

In Deiner Situation bin ich da aber ehrlich gesagt ein bisschen skeptisch. Du hattest beim ersten Absetzversuch schon Probleme, die möglicherweise zeitversetzt aufgetreten sind. In diesem Fall würde ich lieber vorsichtiger vorgehen.

Im Grunde musst Du das selbst entscheiden und Deinen Absetzweg finden. Da muss man sich ein bisschen einfühlen.

Genieße erst mal die Reduktion auf 19 mg.
2007 Citalopram 20 mg
27.11.14 Vom Arzt empfohlener Kaltentzug mit starken Absetzsymptomen (Schlafstörungen, Schwindel, Überempfindlichkeit, Angst, ...)
04.12.14 wieder aufdosiert auf 20 mg noch ein paar Tage Schlafstörungen
Neuer Absetzversuch (diesmal ausschleichen) folgt in Kürze
22.12.14 19 mg keine Absetzsymptome (1 Woche)
29.12.14 18 mg keine Absetzsymptome (1 Woche)
06.01.15 17 mg keine Absetzsymptome (1 Woche)
12.01.15 16 mg häufig unterschwellige Kopfschmerzen, Wetter oder Absetzsymptome?! (1 Woche)
19.01.15 15 mg keine Absetzsymptome, Kopfschmerzen weg (1 Woche)
26.01.15 14 mg keine Absetzsymptome (1Woche)
02.02.15 13 mg keine Absetzsymptome (1 Woche)
09.02.15 12 mg Kopf- u. Nackenschmerzen, gelegentlich Schwindel u. Übelkeit, Konzentrationsprobleme, Weinanfälle, sehr gestresst und überempfindlich - Pause mit dem Absetzen :( (2 Wochen)
23.02.15 11 mg hin und wieder Nacken- + Kopfschmerzen, depressive Phasen
07.03.15 immer noch 11 mg. pychische Verfassung sehr gut, keine Symptome, außer leichte Übelkeit
09.03.15 10 mg keine Absetzsymptome
18.03.15 9 mg psychische Erschöpfung, Herzschmerzen... langsame Besserung
30.03.15 8,5 mg keine Absetzsymptome
05.04.15 8 mg z. T. sehr müde
13.04.15 7,5 mg ok
19.04.15 7 mg Darmgrippe, sonst keine Beschwerden
26.04.15 6 mg Herpes, sonst keine Beschwerden
04.05.15 5 mg keine Beschwerden
11.05.15 4 mg grippaler Infekt, leichte Unzufriedenheit (Wut)
22.05.15 3,5 mg keine Beschwerden
31.05.15 3 mg keine Beschwerden
05.06.15 2,5 mg keine Beschwerden
08.06.15 2 mg keine Beschwerden
12.06.15 1,5 mg keine Beschwerden
15.06.15 1mg ENDSPURT!!!!
19.06.15 0,5 mg etwas konfus, schreckhaft, lebhafte Träume
22.06.15 o mg aus und vorbei, mit dem festen Entschluss niemals niemals niemals wieder Psychopharmaka anzurühren.

Viel Kraft an alle, die sich noch auf dem Weg befinden! Auch Euer Weg führt zum Ziel - ein medikamentenfreies selbstbestimmtes Leben!

Aktualisiert:

wenige Monate danach: Schwangerschaft
Geburt im Mai 2016
Baby war 3 Monate lang Schreikind. War nervlich sehr gestresst und verzweifelt. Danach blieb eine innere Unruhe, z. T. depressive Verstimmungen und Angstgefühle.

Symptome wurden schleichend schlimmer

Mitte Januar beschlossen psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

ab 26.01.16 Verhaltenstherapie
und Akkupunktur + Vitaminspritzen
31.01.17 Johanniskrauteinnahme
Bluttest ergab Progesteronmangel
02.02.17 Progesterincreme 3% jeden 2ten Tag
Stimmungsschwankungen wurden immer stärker

ab etwa 13.02.17 sehr schlimme Angstzustände, Unruhe, zittriges Gefühl, Schwindel, Herzschmerzen, Verzweiflung, Grübeln - dann plötzlich wieder alles wie weggeblasen/im Minutentakt

17.02.17 Progesteroncreme weggelassen
22.02.17 erster komplett symptomfreier Tag, als wäre nie was gewesen

Thomas
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Re: Cipralex nach langjähriger Einnahme reduzieren / absetzen

Beitrag von Thomas » Samstag, 11.07.15, 12:06

Hallo Wolke,

Wenn Du schon die Tropfen zur Verfügung hast und damit perfekt dosieren kannst, dann nutz das doch aus und reduzier in 1 Tropfen-Schritten. Dafür kannst Du die Schritte ja schneller machen. Also nicht 2 Tropfen alle 4-6 Wochen, sondern 1 Tropfen alle 2 bis 3 Wochen bzw. je nach Befinden. Damit kann sich Dein Körper noch sanfter anpassen.

Bin da echt neidisch. Ich schleiche auch das Cipra momentan aus und hab nur olle 10 mg Tabs, die ich achteln muss, um in einigermaßen anständigen Schritten gehn zu können. Hab zwar einen Teiler, aber der bekommt das auch nicht richtig hin. Bei der Krümelei gibts tägliche Schwankungen in der Dosis. Echt nicht ideal, aber ich komm hier in der Klinik nicht an Tropfen oder andere Tabs ran. Mach das ja heimlich. Offiziell ist mir Cipralex von 5 auf 0 abgesetzt worden. Eine Freundin hier bekommt das Cipralex die Tage von 10 über 5 auf 0 in wenigen Tagen abgesetzt und durch Mirtazapin ersetzt. Wozu, weiß ich nicht, aber ich finds eine miese Sache.

Freu Dich, dass Du es so toll perfektionieren kannst. Das wird sicher gut werden bei Dir. :)

Alles Gute
Thomas
Persönliche Erfahrung mit Zyprexa/Olanzapin, Cipralex, Prometazin, Tavor, Diazepam. Mehrere aus Unkenntnis gescheiterte Absetzversuche. Endgültiges Ausschleichen seit 2014. Frei von Psychopharmaka seit August 2015.

rosa_wolke
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Re: Cipralex nach langjähriger Einnahme reduzieren / absetzen

Beitrag von rosa_wolke » Sonntag, 12.07.15, 11:51

Ich werde dann ab morgen schon auf 18 Tropfen runter gehen und mir das min 4 Wochen anschauen.
Wenn es gut läuft gehe ich dann auf 16 Tropfen für ca 6 Wochen.

Ich will dieses Zeug nur noch los werden oder zumindest erstmal auf 10 Tropfen reduzieren.
Psychisch ist es für mich sehr schlimm, auf der Höchstdosis zu sein. Ich fühle mich so abhängig und unfähig
ohne dieses Zeug zu leben.

@ Thomas
Ich hab mal gehört, dass der Wirkstoff nicht in der Tablette gleichmäßig verteilt ist. Das heisst, es könnte sein,
dass du mal eine Ecke erwischst, in der sich nur Füllstoff befindet.
Warum sind die in der Klinik gegen Tropfen?
Ab Feb 2012 Cipralex 10 mg, Wirkung zu schwach hoch im
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20.07.15 17 Tropfen

Thomas
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Re: Cipralex nach langjähriger Einnahme reduzieren / absetzen

Beitrag von Thomas » Sonntag, 12.07.15, 12:43

Hallo Wolke, die sind in der Klinik gegens Ausschleichen und da brauchts auch keine Tropfen. Die setzen einfach ab und feddisch. Mein Cipra haben sie auch abgesetzt und ich muss es nun mit den Mitteln, die ich hier hab selbst ausschleichen, um keine Absetzsymptome zu riskieren. Lösemethode geht leider nicht, da ich dafür nicht genug Tabletten hab. Die Leute müssen es draußen ohne ärztliche Hilfe machen und in der Klinik müssen sie es heimlich machen. Das ist schon ziemlich krank. :frust:

Bist Du sicher, dass auch speziell beim Cipralex der Wirkstoff nicht gleich verteilt ist? Das wär mir neu.

Grüße
Thomas
Persönliche Erfahrung mit Zyprexa/Olanzapin, Cipralex, Prometazin, Tavor, Diazepam. Mehrere aus Unkenntnis gescheiterte Absetzversuche. Endgültiges Ausschleichen seit 2014. Frei von Psychopharmaka seit August 2015.

Jamie
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Re: Cipralex nach langjähriger Einnahme reduzieren / absetzen

Beitrag von Jamie » Sonntag, 12.07.15, 13:22

Hallo,

ich wiederhole nochmal eine pharmazeutische Regel: Gemäß dem Gesetz der Gleichförmigkeit der Masse muss der pharmazeutische Hersteller eine Tablette so herstellen, dass der Wirkstoff überall gleichmäßig in der Tablette verteilt ist. Das ist eine Vorgabe des Arzneibuchs.
Das zur Theorie.
Ob in der Praxis das wirklich auch so ist, das ist die Frage. Aber wenn, dann ist das sicher kein Problem, das nur ausschließlich Escitalopram betrifft, sondern alle Tabletten.

Viele Grüße,
Jamie
...........SIGNATUR...............


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