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Cipralex nach langjähriger Einnahme reduzieren / absetzen

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rosa_wolke
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Re: Cipralex nach langjähriger Einnahme reduzieren / absetzen

Beitrag von rosa_wolke » Montag, 13.07.15, 12:20

Die Info hatte ich von meiner Internistin. Habe heute nochmal meine Psychiatrin gefragt und sie meinte,
man soll sich nicht darauf verlassen, dass der Wirkstoff gleichmäßig verteilt sei. Die Info, ob eine Tablette
teilbar sei oder nicht, stünde nicht umsonst auf den Packungen/Beilagen.
Wüsste jetzt auch nicht ob ich den beiden Ärztinnen oder Jamies Zitat glauben soll..

Hätte nicht gedacht, dass die das einem so strikt verweigern können, Tropfen zu geben. Das macht mir noch
mehr Angst vor psychiatrischen Kliniken.
Ab Feb 2012 Cipralex 10 mg, Wirkung zu schwach hoch im
März 2012 auf 20 mg
Mai 2014 Cipralex tropfenweise reduziert bis Nov 2014 auf 10 mg ohne Probleme
dann Mitte Nov plötzlich depressive Symptome + Ängste hoch auf 20 mg
23.06.15 Start mit dem runterdosieren 19 Tropfen
20.07.15 17 Tropfen

Jamie
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Re: Cipralex nach langjähriger Einnahme reduzieren / absetzen

Beitrag von Jamie » Montag, 13.07.15, 13:04

Hallo rosa Wolke :),

das widerspricht sich meiner Aussage ja keineswegs.
Das Konzept einer "perfekten" Tablette beinhaltet, auch weil es eine Vorschrift des europäischen Arzneibuches ist, dass überall in der Tablette der Wirkstoff gleichmäßig verteilt ist. Das in der Theorie.
In der Praxis kann ich nicht beurteilen, wie gut die Tablette wirklich produziert wurde und ob das auch tatsächlich so ist.
Insofern hat auch deine Ärztin auch recht, da gibt es keinen Widerspruch.

Wenn Tropfen nicht infrage kommen, dann löse die ganze Tablette auf entferne das, was du nicht einnehmen möchtest. Dann musst du dich auch nicht fragen, ob du evtl. den Teil der Tablette erwischt hast, in dem mehr oder weniger Wirkstoff gelandet ist.
Zu beachten ist aber, dass beim Auflösen der Wirkstoff schneller im Körper anflutet, da der Lösevorgang im Magen wegfällt (das passiert im Glas) - deswegen muss man schauen, wie der Körper darauf reagiert.

Viele Grüße
Jamie
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rosa_wolke
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Re: Cipralex nach langjähriger Einnahme reduzieren / absetzen

Beitrag von rosa_wolke » Donnerstag, 30.07.15, 13:49

Hallo Zusammen,

ich habe hier im Forum mal gelesen, dass Zitrusfrüchte nicht so gut sein sollen. Finde aber den Thread nicht mehr.

In der Packungsbeilage von den Escitalopram Tropfen steht aber, dass man diese auch mit O-Saft einnehmen kann.
Das mache ich auch schon immer so, weil die wirklich widerlich schmecken. Trinke auch sonst O-Säfte.
Habe aber nie gemerkt, dass es triggert, verschlimmert usw.

Kann mir vielleicht jemand sagen, was daran "schädlich" sein soll?
Möchte auf keinen Fall was falsch machen beim reduzieren. Bis jetzt läuft es nämlich sehr gut :)

LG
Ab Feb 2012 Cipralex 10 mg, Wirkung zu schwach hoch im
März 2012 auf 20 mg
Mai 2014 Cipralex tropfenweise reduziert bis Nov 2014 auf 10 mg ohne Probleme
dann Mitte Nov plötzlich depressive Symptome + Ängste hoch auf 20 mg
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20.07.15 17 Tropfen

Freudentraenchen
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Re: Cipralex nach langjähriger Einnahme reduzieren / absetzen

Beitrag von Freudentraenchen » Donnerstag, 30.07.15, 15:37

Hallo rosa Wolke,

zuerst einmal vielen Dank, dass du deine Erfahrungen hier teilst. Ich bin zwar recht neu in diesem Forum, finde es aber auch ungemein hilfreich.

Du hattest geschrieben, dass deine letzte Therapie noch keine 2 Jahre her ist, du deshalb keinen Anspruch auf sie hättest. Das "Problem" teilen wir. Nun gibt es allerdings die Möglichkeit trotz dieser Frist einen Platz zu bekommen. Soweit ich weiß, könntest du es mit einem Verfahrenswechsel begründen. Da du Verhaltenstherapie gemacht hast, gäbe es ja nun beispielweise die tiefenpsychologische Methode. Ich für meinen Teil beantrage gerade eine 2. Verhaltenstherapie. Auch hier besteht die Möglichkeit, das der Antrag durch kommt (sieht sogar gut aus). Zur Not würde die Krankenkasse einen unabhängigen Gutachter heranziehen.

Eventuell hilft das ja ein wenig, dir einen schönen Tag

S.
Diagnose: emotional-instabile Persönlichkeitsstörung und/oder paranoide Schizophrenie
Neuroleptika nehme ich wegen Wahnzuständen.

2010: hohe Dosen von unterschiedlichen Neuroleptika (Zeldox, Risperdal, Clozapin), zum Schluss 30 mg Abilify + 300 mg Amisulprid.
Anfängliche Wahnvorstellungen (vor Einnahme von Neuroleptika) steigerten sich nach plötzlichem Absetzen dieser und ließen sich lange Zeit nicht bessern. Es dauerte über 2,5 Jahre um wieder stabil zu werden.
2014: Nach Stabilisierung alles abgesetzt, falls ich Absetzerscheinungen hatte, habe ich diese nicht als solche eingeordnet
April 2015: Rückfall der Psychose, 8 mg Risperdal
ca. Mitte Juli: Reduktion von 8 mg auf 6 mg.
24.07.15: 3 mg Risperdal, Absetzerscheinungen: Kribbeln im Kopf, Herzklopfen, Kopfweh, Zittern, Dröhnen im Ohr, dass Tage später anhält
28.07.15: Dosis wieder auf 4 erhöht. Nehme kognitive Einbußen wahr, die sich bessern umso länger die Einnahme her ist.
02.08.15: Die starken Nebenwirkungen nicht länger ausgehalten. Reduktion auf 3 mg. Nach zwei Tagen Lichtempfindlichkeit, sich von Reizen (akustisch) schnell gestresst fühlen. Ansonsten alles o.k. Nach ca. einer Woche mäßige psychotische Symptome.
15.08.15: Aufgrund der psychotischen Symptome Erhöhung auf 3,5
(in der Zwischenzeit schwankte die Dosis leicht. Dummerweise habe ich experimentiert... aus Ungeduld. Ich weiß, nicht, überhaupt nicht gut.)
15.11.15: Runterdosiert auf 3,0
7.12.15: Erhöhung auf 3,25
12.12.15: Erhöhung auf 3,5

Meine AD-Geschichte bekomme ich nicht mehr ganz auf die Reihe. Hatte teilweise öfter ausgesetzt (bevor ich wusste wie gefährlich das werden kann).
2007: Fluoxetin (kalt abgesetzt)
Ab 2010: Citalopram (kalt abgesetzt)
Ab März 2015: 50 mg Sertralin

MorulaMyomatosus
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Re: Cipralex nach langjähriger Einnahme reduzieren / absetzen

Beitrag von MorulaMyomatosus » Freitag, 31.07.15, 9:45

rosa_wolke hat geschrieben:Die Symptome kamen über Nacht. Ich bin aufgwacht und hab am ganzen Körper gezittert, konnte weder sitzen noch liegen und an wieder einschlafen war gar nicht mehr zu denken. Entspannungsübungen griffen auch nicht. Also bin ich die restliche Nacht durch die Wohnung gewandert. Hinzu kamen auch Ängste, dass alles von vorne anfängt, Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung, Antriebslosigkeit, Angst, dass ich mir was antue.
Liebe Wolke,

auch ich habe viele Jahre (7) Citalopram/Escitalopram genommen.
Es ist zwar alles schief gegangen, weil ich kalt abgesetzt habe/wurde, aber das soll dir ja eben bitte nicht passieren.
Die Schilderung deiner Symptome lassen mich aufhorchen. Ich für meinen Teil bin mir ziemlich sicher, dass das Entzugserscheinungen waren. Genau so kenne ich sie 1:1!!! Wahrscheinlich warst du zu schnell unterwegs und dein ZNS hat Zeitverzögert reagiert. Kurze Info: Ich habe 2 mal kalt abgesetzt und die Entzüge fingen irgendwann nach 4-7 Monaten an.

Bitte mach langsam und gemächlich! Ich kann dir das nur ganz dringend empfehlen. Man weiß nicht wie du reagierst, aber ich erahne dass es heikel werden könnte. Und den Preis willst du wirklich nicht bezahlen!

Du hast keinen Grund zur Eile. Gib dir die Zeit!

Alles Liebe

Morula
Irgendwann 2007
Diagnose „Panikstörung“.
Erste Einnahme von Citalopram 20 mg.
Wegen Schlafstörungen Zopiclon 7,5 mg über ein halbes Jahr.
Zopiclon selbstständig innerhalb von 8 Wochen ausgeschlichen. Keine Entzugssymptome wahrgenommen.
Tiefenpsychologische Therapie über 2,5 Jahre.

Anfang/Mitte 2010
Citalopram nur noch unregelmäßig genommen, dann eigenständig kalt abgesetzt, da ich dachte ich wäre über den Berg.

Ende 2010
Nach einigen Monaten auf 0 mg setzt, von jetzt auf gleich, der verzögerte Entzug ein. Hauptsymptom: Extreme Suizidgedanken. Ich wusste allerdings nichts von einem Entzug!
Neue Diagnose: „Autoaggressive Zwangsgedanken“ und "mittelschwere bis schwere Depression".
Zweite Einnahme von Citalopram 30 mg und begleitend Lorazepam 1,5 mg
Lorazepam nach ca. 3 Wochen abgesetzt. Keine Entzugssymptome wahrgenommen.
Citalopram wirkt nach 3 Wochen wieder, die Suizidgedanken und alle anderen Symptome sind weg.
Verhaltenstherapie über 3 Jahre.

Ende 2013
Citalopram wieder unregelmäßig genommen, dann wieder eigenständig und kalt abgesetzt, da ich einigermaßen symptomfrei war.

Mai 2014
Nach ca. 5 Monaten auf 0 mg setzt wieder, von jetzt auf gleich, der verzögerte Entzug ein. Hauptsymptome: Schreckliche Suizidgedanken, Gedanken an Fremdgefährdung, völlige Appetitlosigkeit mit starkem Gewichtsverlust.
Auch hier wieder keinen Zusammenhang erkannt, deshalb Wiedereindosierung von Citalopram 40 mg, dazu Lorazepam 1,5 mg.
Lorazepam nach ca. 8 Wochen, ohne erkennbare Probleme, abgesetzt.
Auch nach wochenlanger Einnahme zeigt das Citalopram diesmal keinerlei Wirkung. Es wurde immer schlimmer.
Ich beschäftigte mich langsam mit der Problematik der Psychopharmaka.

Juli 2014
Stationärer Aufenthalt und kurze Umstellung auf Escitalopram. Auch dann kein Wirkeintritt und keine Besserung.
Viel zu schnelles und deshalb unbewusst kaltes Absetzen des Escitalopram innerhalb von 2 Wochen, unter ärtztlicher Begleitung in der Klinik.
Letzte C*pralex am 14.07.2014, seitdem im protrahierten Entzug!
Erst nach der letzen Tablette habe ich langsam verstanden was da eigentlich passiert ist und einen klaren Zusammenhang zu der SSRI-Einnahme erkannt.

Ende August/Anfang September 2014
Es stellen sich die typischen Wellen & Fenster ein.

Update Oktober 2015
Ich bin immer noch im protrahierten Entzug. Es ist extrem wechselhaft und betrifft besonders die Emotionen.

Update April 2016
Seit der letzten Tablette sind nun 21 Monate vergangen. Leider halten die Symptome immer noch an. Seit ca. Jahresbeginn wechseln sich die Wellen und Fenster fast täglich, häufig auch stündlich bis minütlich, ab. Das ist alles extrem anstrengend. Tja... Weiter geht's :schnecke:

Update Mai 2017
34 Monate nach Null. Immer noch im protrahierten Entzug.

Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende!

Jamie
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Re: Cipralex nach langjähriger Einnahme reduzieren / absetzen

Beitrag von Jamie » Freitag, 31.07.15, 13:59

Hallo rosa Wolke,

irgendwie finde ich die Kommunikation mit dir schwierig, denn du gehst ja eigentlich nie auf das ein, was wir schreiben - und zum Kommunzieren bedarf es schon zweier Parteien... :roll:

An ein spezielles Zitrusfrüchteverbot erinnere ich mich jetzt gerade nicht (das soll aber nichts heißen), aber was ganz klar vermieden werden muss, das sind Grapefruits, denn sie gehen komplexe Interaktionen mit Wirkstoffen ein, z.B. wirken sie oft als Inhibitor
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/i ... p?id=28071
Die Materie ist sehr schwerig, deswegen am besten alles rund um die Grapefruit weglassen, da bist du auf der sicheren Seite.

Grüße
Jamie

PS. was heißt du kommst gut voran mit dem Absetzen? Willst du uns mal ein paar Fakten nennen? :)
...........SIGNATUR...............


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