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Re: Fasten bei psychischen Beschwerden

Beitrag von LinLina » Sonntag, 21.01.18, 13:05

Hallo Eva :-)
Ich finde es für mich nicht immer einfach, zu einem Thema Stellung zu nehmen, ohne den Eindruck zu erwecken, dass dies nun eine Rundum-Empfehlung darstellt; aber so ist es von mir defintiv nie gemeint. Vielleicht sollte ich das wirklich jedesmal dazuschreiben, sicherheitshalber?
das verstehe ich. Du musst das nicht zwangsweise immer dazu schreiben, aber in einem Absetzforum wo viele sensibel reagieren, vielleicht nicht stabil und körperlich fit sind und Medikamente nehmen ist es schon sinnvoll, regelmäßig darauf zu verweisen, dass im Entzug und bei Medikamenteneinnahme (wie Ute :-) zu den Betablockern angemerkt hat) nicht immer vertragen wird, was für andere hilfreich sein kann.

Wenn du mal nicht daran denkst, macht es eben jemand anders, oder jemand schreibt das nochmal zusätzlich obwohl du dran gedacht hast, das ist aber keine Kritik an dir und deinen Beiträgen sondern geschieht einfach aus Achtsamkeit denen gegenüber, die die Entzugssituation/die Auswirkungen von verschiedenen Einflüssen noch nicht so einschätzen können.

Viele hier suchen ja verzweifelt nach Erleichterung, aber vieles kann leider die Situation noch verschlimmern wenn man sehr sensibel reagiert, deswegen besser einmal zu viel zur Vorsicht angemahnt (es spricht aber nichts dagegen, vorsichtig auszuprobieren welcher Essensrhythmus einem gut tut, es ist immer nur wichtig wirklich gut auf die Signale des Körpers zu hören).

Liebe Grüße
Lina
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Re: Fasten bei psychischen Beschwerden

Beitrag von Ululu 69 » Sonntag, 21.01.18, 16:15

Hallo Eva, :)

auch mein Beitrag bezog sich absolut nicht auf deine Erfahrungen. Entschuldige, wenn du den Eindruck gewonnen hast.
:hug:
Es war einfach so , dass ich meine Tabletten für die kommende Woche gerichtet habe und eine neue Packung Betablocker geöffnet habe.
Von Zeit zu Zeit werde ich dann einen Blick in den Beipackzettel und bin dabei auf diese Warnung bezüglich des Fastens gestoßen.
Da ich weiß, dass viele hier Betablocker nehmen, habe ich es dann hier gepostet.
Ich finde, dass du inzwischen in deinen Beiträgen sehr deutlich machst, dass es sich dabei um deine persönliche Erfahrungen handelt. :)
Wenn jemand von uns irgendwo etwas liest, was in unseren Augen missverständlich wirken könnte, reagieren wir, damit kein Schäden angerichtet wird.

In keinem Fall ist das persönlich oder gar böse gemeint, wir sind ja dankbar, wenn hier Erfahrungen geteilt werden.

LG Ute
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Re: Fasten bei psychischen Beschwerden

Beitrag von Flummi » Dienstag, 23.01.18, 18:51

Hallo Ihr,
Hat von Euch jemand eigentlich vor, etwas in der Fastenzeit zu fasten?

Herzliche Grüsse,
Claudia
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Re: Fasten bei psychischen Beschwerden

Beitrag von Flummi » Sonntag, 11.02.18, 14:24

Ich hab mich nämlich für jeweils einen Tag Wasserfasten entschieden bzw. Tee.

Heute "übe" ich Quasi schon. Muss mal n Tag aussetzen mit Essen. Bauchschmerzen waren zu stark.

Liebe Grüsse,
Claudia
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Re: Fasten bei psychischen Beschwerden

Beitrag von Eva » Sonntag, 11.02.18, 14:26

Hallo Claudia,

wenn Du einen Tag gut durchhalten kannst, ist das doch prima.

Ich hatte mit einem ganzen Tag plus der Nacht immer die größten Schwierigkeiten, weil ich vor Hunger nicht in den Schlaf kam.

Daagegen fällt mir ein Intervallfasten von 18-20 Stunden, mit einem ausgiebigeren Essen am frühen Abend, sehr leicht. Jeder sucht sich das Seine, so solls auch sein. :wink:

LG Eva
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Re: Fasten bei psychischen Beschwerden

Beitrag von Flummi » Montag, 12.02.18, 12:54

Hallo Eva,
Bei mir gibt es gute Neuigkeiten. Seit ich gestern zu fasten angefangen habe, sind meine wahrscheinlich medikamenten-induzierten Zwangsgedanken seit dem Abend verschwunden. Bin ganz Happy!

Liebe Grüsse,
Claudia
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Re: Fasten bei psychischen Beschwerden

Beitrag von Eva » Montag, 12.02.18, 13:19

Hi Claudia!
Das ist ja unglaublich. Ich freue mich mit! :party2:

Lieben Gruß
von Eva
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Re: Fasten bei psychischen Beschwerden

Beitrag von Feelfree » Sonntag, 18.02.18, 23:30

Hallo ihr Lieben.

Ich bin noch nicht so lange hier im Forum und gerade am Einlesen in den diversen spannenden Themengebieten.
Während der Fastenzeit verzichte ich erstmals auf Zucker. Ich mag generell sehr gerne süße Sachen, daher ist es für mich eine ziemliche Herausforderung.

Wegen des Fastens, da ich oft, wahrscheinlich auch verstärkt durch das Antidepressivum, einen niedrigen Blutzuckersliegel habe, habe ich mich bisher noch nicht ans Fasten gewagt. Habt ihr irgendwelche Tipps zum Einstieg? Ich glaube, das es mir sicher gut tun würde.

Lieben Gruß,
Carina
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Flummi
November 2011: Zusammenbruch; mehrere Medikamente eingenommen weil ich einen Hilferuf setzen wollte; hatte eine schwere Bulimie und damit einhergehend eine Depression und Ängste; hab mich völlig zurückgezogen und keine sozialen Kontakte mehr wahrgenommen; bin auf der Straße jedem Blick ausgewichen, konnte einfach nicht mehr unter Leuten sein

War dann von November 2011 - Mitte Dezember 2011 einen Monat stationär in einer Klinik und habe mit der Medikation von Fluctin 20mg 2 Stück pro Tag begonnen.

Eigentlich hätte ich damals schon mit einer Psychotherapie beginnen sollen, war aber extrem verwirrt und unsicher, und habe die erste nach einem Erstgespräch bei einer Psychologin und die zweite nach einigen Sitzungen bei einer miesen Kassenärztin wieder abgebrochen.

Den genauen Zeitpunkt weiß ich nicht mehr, weil ich mich an die Zeit damals nicht mehr so gut erinnern kann, jedenfalls habe ich Fluctin dann auf eine Tablette pro Tag reduziert und irgendwann bin ich dann auf Mutan 20 mg umgestiegen, weil ich von Fluctin einige Nebenwirkungen gehabt habe.

Aufgehört mit den Mutan habe ich dann selbstständig und, wie ich jetzt weiß, auch nicht richtig im September 2015.

Nach einer ziemlich durchwachsenen Phase habe ich dann im Februar 2017 mit einer halben Sertralin 50 mg begonnen. Habe diese dann bis Juni 2017 genommen und reduziert, zuerst ca. 2 Wochen alle 2 Tage eine halbe Tablette, und dann bis zum 25.November 2017 alle 3 Tage eine halbe Tablette.

Da ich dann ein ziemliches Tief gehabt habe und ich oft massive Angstzustände habe, nicht mehr klar denken kann und teilweise auch schon keinen Ausweg mehr gesehen habe, bin ich dann zu meiner Psychiaterin die mir die Citalopram 10mg verschrieben hat, und gemeint hat, ich soll es mal mit einer halben Tablette versuchen.

Mi, 7.2: Start der Einnahme einer halben Citalopram 10 mg
In meiner Verzweiflung stoße ich beim Surfen im Internet zufällig auf das ADFD-Forum und finde endlich Gleichgesinnte, die auch eine kritische Meinung gegenüber den Medikamenten haben, und so viel hilfreiche Berichte und Informationen. :hug:
Durch Beratung und Austausch mit den Leuten im Forum:
Mi, 14.2: Beginn des Ausschleichens mit der Wasserlösemethode: 4 mg
Do, 15.2: 2,5 mg
Fr, 16.2: 1,25 mg
Sa, 17.2: Pause
So, 18.2: Start des Eindosierens von 2mg Sertralin mit der Wasserlösemethode um die massiven Absetzsymptome abzufangen
Sa, 24.2: Erhöhung auf 3 mg Sertralin, aufgrund massiver Angstzustände
Fr, 9.3: 4 mg Sertralin
Fr, 22.3: 5 mg Sertralin

Flummi
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Re: Fasten bei psychischen Beschwerden

Beitrag von Flummi » Mittwoch, 07.03.18, 10:54

Hallo Carina,
so genau kenne ich mich da auch nicht aus. Es gibt viele Arten zu fasten. Man kann mehr oder weniger fasten (nur Wasser, oder nach Buchinger, oder Basenfasten) oder auch intermittierend oder durchgehend. Man kann danach Aufbautage machen oder auch schon vorher das Essen reduzieren. Eine komplette Übersicht kann ich Dir dazu hier leider nicht geben.
Ich selbst habe entweder über mehrere Stunden gefastet oder mehrere Tage. Am liebsten nur Tee getrunken. Und es einfach angefangen....

Alles Gute für die Fastenzeit!

Liebe Grüße,
Claudia
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Blumenwiese
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Re: Fasten bei psychischen Beschwerden

Beitrag von Blumenwiese » Sonntag, 22.04.18, 0:20

Hallo *wink*

Fasten kann bestimmt für einige Menschen hilfreich sein. Ich könnte mir vorstellen, dass es durch das ganze drum herum, wenn man dies im Kloster oder in einem schönen Kurort macht, noch einmal mehr bewirken kann.

Ich möchte aber auch gern noch einen Warnhinweis geben, den ich von meiner Therapeutin habe. Bei postraumatischer Belastungsstörung sollte man aufs Fasten verzichten, ebenso aufs Hungern für Diäten, denn das erhöht die Flashbackneigung.

Vielleicht ist es beim Fasten allgemein besser, dies mit dem Arzt oder Therapeuten vorzubesprechen, ob man das bei seiner eigenen Krankengeschichte überhaupt darf.

Liebe Grüße
Blumenwiese
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LinLinaGwenUlulu 69
Diagnosen u. vorherige Medikation:
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Quetiapin Retard Verlauf:
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Aktuell:
Quetiapin Retard 150 mg 0-0-1-0
Bedarf: Promethazin bis zu 50 mg/Tag
*********************************
Sonstige Medikamente:
Movicol 1-2 Beutel pro Tag, Grazax u. SliTONE Ultra zur Desensibilisierung geg. Pollenallergie, Cranberry Kapseln, Magnesium 450 mg
Bedarf: Ibulysin 684 mg

goat
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Re: Fasten bei psychischen Beschwerden

Beitrag von goat » Mittwoch, 20.06.18, 23:07

Ich arbeite gerade noch an meinem eigenen Thread, also verzeiht mir bitte das dies mein erster Beitrag ist, aber ich habe heute diesen interessanten Artikel zum Thema gefunden. Es lohnt sich zwar ihn ganz zu lesen, es geht mir jedoch besonders um diese Abschnitte:
Neurobiologische Effekte und psychische Auswirkungen des Fastens
Prof. Dr. rer. nat., Dr. habil. med. Gerald Huether, Göttingen

(...)

Neuronales Netzwerk
Die Informationsverarbeitung im Zentralen Nervensystem wird heute als ein gleichzeitig seriell und parallel ablaufender Prozeß der Aktivierung multifokaler, eng miteinander verschalteter neuronaler Netzwerke verstanden. Jedes dieser Netzwerke besitzt strukturell festgelegte Verschaltungen mit anderen Netzwerken. Jede von Außenreizen oder inneren Verarbeitungsmechanismen ausgelöste Veränderung des Aktivierungszustandes eines bestimmten Netzwerkes wird so auf andere Netzwerke übertragen. Kann keine geeignete Reaktion zur Beseitigung der so entstandenen Störung ausgelöst werden, so bereitet sich die Erregung als unspezifische Aktivierung aus und erreicht schließlich auch für die emotionale Reaktionen (Streß und Angst) verantwortliche limbische Hirnregionen.

Anhalten läßt sich dieser Prozeß auf unterschiedliche Weisen: durch Aktivierung einer Verhaltensreaktion, die den "Unruheherd" abstellt (s.o.), durch die Einnahme von Pillen, die die Erregungsübertragung hemmen (Beruhigungsmittel, z. B. Alkohol oder Benzodiazepine) oder durch die Stimulation eines global wirksamen Transmittersystems (z. B. durch vermehrte Zufuhr von Kohlenhydraten oder Fett, aber auch durch Fasten). Die Aktivität der in verschiedenen Bereichen des ZNS operierenden lokalen Netzwerke wird nämlich durch "überregionale" Systeme mit weitreichenden Projektionen kontrolliert und aufeinander abgestimmt. Ein besonders effektives, globalisierend und harmonisierend auf die in räumlich getrennten, regionalen Netzwerke des Gehirns generierten Aktivitäten wirkendes Transmittersystem ist das serotonerge System. Die Fortsätze seiner im Mittelhirn lokalisierten Nervenzellen ziehen wie ein riesiger "Projektionsbaum" in alle Hirnbereiche und schütten normalerweise an ihren Enden (den serotonergen Präsynapsen) während des gesamten Tages regelmäßig ihren Botenstoff Serotonin aus (3-5mal/Sekunde), der die Erregbarkeit der nachgeschalteten Nervenzellen beeinflußt: Auf diese Weise übt das serotonerge System einen ständig präsenten global wirksamen "Harmonisierungseffekt" auf die im ZNS ablaufenden Informationsprozesse aus. Nur während des Traumschlafes erlischt die Aktivität dieses serotonergen Systems. Verstärken läßt sie sich durch Psychopharmaka und bestimmte Drogen (Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, Ecstasy) und durch nutritive Manipulationen: kurzfristig (postprandial) durch den Verzehr von stark kohlenhydrat- und/oder fetthaltigen Nahrungs- (bzw. Genuß-)mitteln, längerfristig durch Nahrungsrestriktion (Fasten).

Fasten, Serotonin und Psyche
Aus Tierversuchen ist schon seit längerem bekannt, daß es auch bei kurzzeitiger Nahrungskarenz zu einer erhöhten Tryptophanverfügbarkeit im Gehirn und daher zu einer gesteigerten Serotoninsynthese und -freisetzung durch serotonerge Präsynapsen kommt. Noch interessanter ist ein zweiter Effekt auf das serotonerge System, der erst nach einigen Tagen eintritt (18): Nahrungsrestriktion vermindert die Anzahl von Serotonintransportern in den Nervenendigungen serotonerger Neurone. Wenn Ratten nur die Hälfte ihrer normalerweise täglich aufgenommenen Futtermenge bekommen, führt diese restriktive Ernährung (die mit einer 10-20%igen Gewichtsreduktion einhergeht) nach einer Woche zu einer deutlichen Verringerung der Dichte von Serotonintransportern im Kortex. Nach vierzehntägiger Nahrungsrestriktion ist dieser Effekt noch ausgeprägter. Aufgrund der verringerten Serotonintransporterdichte im Kortex kommt es zu einer permanent verminderten Effizienz der Wiederaufnahme des freigesetzten Transmitters. Die erhöhte Konzentration und längere Verweildauer von Serotonin im extrazellulären Raum ermöglicht eine länger andauernde und weiter reichende Interaktion dieses Transmitters und Neuromodulators mit einem seiner zahlreichen Rezeptoren an nachgeschalteten neuronalen oder glialen Zellen. Durch die zusätzlich bei restriktiver Ernährung gesteigerte Serotoninsynthese und -freisetzung wird die extrazelluläre Konzentration des Serotonins und damit die Dauer und der Radius der Transmitterwirkung in noch stärkerem Ausmaß als durch die selektiven Wiederaufnahmehemmer erhöht.

(...)
Lese ich also richtig, dass beim Fasten (Intervall oder über mehrere Tage) mit gleichzeitiger AD Einnahme die Möglichkeit eines Serotonin-Syndroms gegeben sein könnte?
Ärztliche Diagnosen: mittelgrad. Depressionen, generalisierte Angststörung, HB
"Meine" Vermutungen: HSP, PCOS, C-PTSD

Ausgangsdosis: Venlafaxin 225mg
14.06.2018 Venlafaxin 213 mg (+ 375 mg Magnesium)
26.06.2018 Venlafaxin 213 mg (+ 375 mg Magnesium + 2 Tr. Nachtkerzenöl)

goat
Beiträge: 4
Registriert: Sonntag, 03.06.18, 22:08
Danksagung erhalten: 2 Mal

Re: Fasten bei psychischen Beschwerden

Beitrag von goat » Donnerstag, 21.06.18, 12:20

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"Meine" Vermutungen: HSP, PCOS, C-PTSD

Ausgangsdosis: Venlafaxin 225mg
14.06.2018 Venlafaxin 213 mg (+ 375 mg Magnesium)
26.06.2018 Venlafaxin 213 mg (+ 375 mg Magnesium + 2 Tr. Nachtkerzenöl)

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