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Norwegen - Erstes psychiatrisches Krankenhaus ohne Medikamente!

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Norwegen - Erstes psychiatrisches Krankenhaus ohne Medikamente!

Beitrag von LenaLena » Montag, 14.05.18, 9:42

Liebe Leute,

letztes Jahr im August gab es eine Meldung, dass in Norwegen das erste psychiatrische Krankenhaus eröffnet, in dem keine Medikamente erlaubt sind! Stattdessen gibt es verschiedene Bereiche mit alternativer Behandlung.
Ins Leben gerufen vom norwegischen Gesundheitsministerium.
Ein Schritt in die richtige Richtung!! <3 (Über die Umsetzung kann gerne diskutiert werden)

Laut Text wird den Patienten sogar geholfen, bisherige Medikamente schrittweise abzusetzen.

Hier der deutsche Text, auf den ich aufmerksam geworden bin:
http://www.curioctopus.de/read/15347/in ... term=15347

Hier die englische Originalquelle:
https://mentalhealthreformblog.com/2017 ... in-norway/

(ich hoffe, das wurde noch nicht gepostet, ich habe mit der Suchfunktion, mit der ich leider immer wieder hadere, nichts gefunden...)

Lena
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Re: Norwegen - Erstes psychiatrisches Krankenhaus ohne Medikamente!

Beitrag von Blumenwiese » Montag, 14.05.18, 11:27

Ohne Medikamente, solange es sich nur um Psychopgarmaka handelt, ist ja erstmal eine super Idee... aber Einzelzimmer wären da wirklich angebrachter. Ich war schonmal im 4Bett-Zimmer, wo alle außer ich geschnarcht haben. Nachtruhe kaum vorhanden. Und auch im 2Bett-Zimmer hatte ich schon sehr grenzüberschreitende Mitpatientinnen, die eine zusätzliche Belastung waren.

Das Behandlungskonzept mit Ergo- und Bewegungstherapien (evtl. auch Tanz-oder Musiktherapie), die dort angeboten werden, ist auch nichts Neues. Schade, dass die nicht ausfühlicher über das Konzept geschrieben haben.

Trotzdem ein Schritt in die richtige Richtung. Ich hoffe nur, dass das Konzept gut umgesetzt wird. Nicht dass die am Ende daraus den Schluss ziehen, dass es ohne Medikamente nicht geht.

Liebe Grüße
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Re: Norwegen - Erstes psychiatrisches Krankenhaus ohne Medikamente!

Beitrag von LenaLena » Montag, 14.05.18, 12:05

Hallo Blumenwiese,

ich denke auch, dass die 6-Bett-Zimmer die Schwachstelle sind. Außer, diese verfolgen irgendeine Strategie, über die hier nicht geschrieben wurde.

Ich denke, beim Konzept (übrigens lehren sie dort auch MBSR, also Achtsamkeitsmeditation, was meiner Meinung nach eins der wichtigsten Dinge für geistige Gesundheit ist) gibt es nichts "Neues", was man anwenden könnte, aber bei nicht allzu schweren Erkrankungen sind diese Therapieansätze ja in Studien als gleich wirksam bis wirksamer als medikamentöse Therapie bewiesen worden.

Wir können das hierzulande nur nicht wissen/prüfen, da es bei uns Therapie ohne Medikamente zumindest im stationären Aufenthalt kaum gibt (außer, man weigert sich und hat das Glück, nicht gleich aus der Klinik gekickt zu werden!).

Da ich aber überzeugt bin, dass bei den allermeisten Erkrankungen "psychischer" Art (über sehr schwere Fälle möchte ich nicht urteilen) Medikamente nicht oder nur kurz helfen und auf Dauer alles verschlimmern, bis hin zu medikamenteninduzierten Problemen wie Psychosen, Depressionen, Panikzustände, die ohne diese niemals aufgetreten wären, denke ich, dass so ein Konzept nachhaltige Wirkung zeigen kann und wird.

Allein wenn all die Patienten wegfallen, die wegen Medikamentenentzug von Psychopharmaka krank, arbeitsunfähig und pflegebedürftig sind, muss das für eine Volkswirtschaft und generell für eine Nation ein großer Gewinn sein.

Lena
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Re: Norwegen - Erstes psychiatrisches Krankenhaus ohne Medikamente!

Beitrag von Arianrhod » Montag, 14.05.18, 15:48

ich sehe den Schwachpunkt auch in den Sechsbettzimmern. Denn auch hierzulande braucht man in den psychiatrischen Krankenhäusern mehr Medikamente, da es keine Rückzugsmöglichkeiten für die Patienten gibt.
Ich kenne allerdings die sonstigen Lebensverhältnisse im hohen Norden Norwegens nicht.
In Kiel unterhielt ich mich mit einer Psychiaterin aus Weissrussland , dort sind Schlafsäle und Fünfbettzimmer noch üblich. Sie sagte mir aber, dass die meisten Menschen sehr beengt wohnen würden, das eine ganze Familie sich 1-2 Zimmer teilt, keine Seltenheit. Daher empfänden die Patienten das nicht als Einschnitt in ihre Privatsphäre, sondern als "normal".
Eventuell also kulturabhängig.

liebe Grüße Arian
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Re: Norwegen - Erstes psychiatrisches Krankenhaus ohne Medikamente!

Beitrag von Blumenwiese » Montag, 14.05.18, 17:02

Liebe Lena,

Das mit der Achtsamkeit hab ich wohl überlesen. Ich halte allgemein das DBT-Konzept (dialektisch behaviorale Therapie), das ja auch Achtsamkeit beinhaltet für eine wirklich gute Therapie (leider nicht von jeder Klinik gut umgesetzt). Da lernt man Anspannungszustände zu erkennen bevor Symptome auftreten, die schwer kontrollierbar sind. Dann wie man mit unterschiedlich starken Anspannungszuständen umgeht - dazu gehören dann auch die Achtsamkeitsübungen. Und dann kommt noch soziales Kompetenztraining dazu.

Ok das war jetzt etwas ab vom Thema :?
Ich bin auf jeden Fall sehr begeistert von Achtsamkeitsübungen, die ursprünglich vom Zen-Buddhismus sind und inzwischen für die Therapie genutzt werden.

Liebe Grüße
Blumenwiese

EDIT: Da stimme ich dir zu, Arian. Und ich kenne mich leider auch überhaupt nicht mit den kulturellen Umständen dort aus.
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