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Humoralpathologie

Was gibt es für andere Behandlungsformen? Was hast Du ausprobiert? Was hilft Dir? Antidepressiva, Benzodiazepine, Neuroleptika und andere Psychopharmaka können manchmal kurzfristig helfen, sind aber keine dauerhafte Lösung.
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Flummi
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Humoralpathologie

Beitrag von Flummi » Montag, 21.05.18, 8:14

Hallo,

durch meinen Mann, der Wissenschaftshistoriker ist, sind wir ein bisschen auf Medizingeschichte gekommen. Er erzählte mir, dass die heute vorherrschende „Zellularpathologie“ (wo die chemische Industrie ganz groß drin wurde) erst im 19. Jahrhundert die Humoralpathologie (Lehre von den Körpersäften) ablöste.
In der Humoralpathologie war wohl Grundsatz: erst das Wort, dann die Pflanze, dann das Messer.
So forschte ich nach der Behandlung seelischer Krankheiten und wir sammelten ein bisschen. Er sagte, Grundlage wären die Gemütszustände und die Körpersäfte. Für alle heute ausdifferenzierten „psychischen“ Krankheiten sagte man früher eher Melancholie (oder die Acedia) und machte die Schwarze Galle dafür verantwortlich. Warme Schwarze Galle ging eher in Richtung Manie, Wahn, kalte dagegen in Schwermut.
Mir ist zuallererst aufgefallen, dass die Begriffe von früher durch das Wort „Depression“ abgelöst wurden. Wir fanden, das passierte zum Teil auch noch in den letzten 15 Jahren.
Einen großen Teil hatte die Behandlung durch das Wort eingenommen (=Diätetik = Lebensführung) z.B. was man heute Tagesstruktur nennt. Dies war im Mittelalter an dem orientiert, was das Klosterleben ausmachte. So fiel mir ein, dass auch manchmal moderne Kranke sich wünschen, ins Kloster zu gehen, um dort Ruhe und Struktur zu finden. Manch einer kennt noch den „Pflanzen“-Teil, die Klostermedizin oder Traditionelle Europäische Medizin.
Das nur, was ich in der Kürze einmal gesammelt habe.

Gibt es jemand unter Euch, der sich mit der Humoralpathologie beschäftigt?

Liebe Grüße,
Claudia
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Arianrhod
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Re: Humoralpathologie

Beitrag von Arianrhod » Montag, 21.05.18, 15:52

Hi Flummi,
als ausgesprochener Römer - Fan weiss ich natürlich, die Vier-Säftelehre war DAS Krankheitskonzept der Antike. Mit starken Ähnlichkeiten zu chinesischen und Ayuveda- Vorstellungen finde ich - Krankheit ist Ungleichgewicht , Heilung ist "wieder ins Gleichgewicht bringen".
Besonderen Stellenwert hat die Prophylaxe. Denn da Operationen etc. doch ziemlich schlecht entwickelt waren, war es natürlich das Beste, erst gar nicht krank zu werden.
Psychiatrische Krankenanstalten sind bereits aus der Antike bekannt; das Asklepieion bei Pergamon kann aus moderner Sicht als eine der ältesten psychosomatischen Kliniken angesehen werden.Aus der Zeit des alten Roms sind zahlreiche Darstellungen von Krankheitsbildern überliefert, z. B. durch Cicero (Gespräche in Tusculum), Aulus Cornelius Celsus (ca. 30 n. Chr.), Soranos von Ephesos (ca. 100 n. Chr.) und Aretäus von Kappadozien (ca. 150 n. Chr.). Zu den römischen Behandlungsmethoden zählten Massagen, Aderlässe, Diäten, Schröpfen, die Gabe von Nieswurz und Ölumschläge am Kopf. Man versuchte den Verstand zu fördern, indem man kritische Texte lesen ließ und die Kranken befragte, bemühte sich um Aktivierung der Patienten durch Theaterspiele, Brettspiele oder auch Reisen.
Quelle wikipedia
( ich selbst halte den wikipedia- Abschnitt zu positiv bzw vermutlich nur für die gebildeten Stände gültig, beim ungebildeten Volk herrschten durchaus Gespenster- und Geisterfurcht und vermutlich auch rabiatere Mittel wie Fesseln)
Zumindest entspricht die Vorstellung aber der Vorstellung der "idealen Klinik ", wir hatten mal einen thread dazu, wie wir uns das vorstellen und das ist viel näher an der Humoralpathologie als an der modernen Psychiatrie:viewtopic.php?f=15&t=13066&hilit=Klinik

liebe Grüße Arian
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