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De-Digitalisierung und simple life

Beitrag von Flummi » Montag, 06.08.18, 14:15

Hallo Ihr Lieben,

da ich gerade nicht weiß, wo das Thema gut hineinpasst, nun hier.

Während des Absetzens haben mein Mann und ich die Erfahrung gemacht, dass wir ohne/mit wenig Medikamenten eine starke Abneigung entwickelt haben gegen vieles, was digital-medial ist. Der Fernseher ist abgebaut (vor allem war das meines Mannes Hobby), wir nutzten unsere Smartphones nicht mehr, hatten kurzzeitig "alte" Handies (ich nutze nun gar keins mehr) und inzwischen haben wir unser Internet zu Hause abgebaut (leider im Moment auch das Festnetz, da das daran gekoppelt ist, suchen nach einer Lösung).

Wir sind beide schon recht jung digitale Nerds gewesen und während man Medikamente nahm, nahm der digitale Konsum sogar noch zu. Gemerkt haben wir nicht, dass uns das eigentlich schadete. Erst beim Absetzen fiel auf, dass wir in einem "simple life" viel besser zurechtkommen und dort keine Medis nehmen brauchen. Vor allem ich spüre eine merkliche Besserung.

Schreiben tue ich Euch nun von meinem Arbeitsplatz aus, der zwar keine besonders schwierigen Tätigkeiten für sich hat, dennoch stressig ist, weil ich die ganze Zeit abrufbereit auf Mails oder Anrufe warte, die oft schnell erledigt werden müssen. Zur Zeit geht es, da sind Ferien. Dennoch rät mein Mann, ich solle mich wirklich schonen und irgendwie raus diesem Job raus. Ich schätze, es wird sicher einen Weg geben, wie man dennoch ganz gut leben kann. Wir sind dabei, die Besitztümer der Familie weiterzuführen (dadurch Möglichkeit, dort zu wohnen) und haben auch sonst wenig Ausgaben.


Vielleicht gibt es hier ähnliche Erfahrungen von anderen?

Viele Grüße,
Claudia
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Re: De-Digitalisierung und simple life

Beitrag von Katharina » Montag, 06.08.18, 16:27

Hallo Claudia !

Ich habe mein TV vor ca 15 Jahren weggegeben.

Durch AD /PP- Entzugs - Nebenwirkungen bin ich gern draussen wenn ich kann,
was sehen möglich ist,

ich habe das Handy zum fotografieren im Flugmodus dabei,
freiwillig würde ich unterwegs nicht telefonieren.

Ich lese eBook da es leichter als das Buch ist und Schrift vergrößerbar, bei Bedarf.

Das Festnetz habe ich ausgestellt, telefonieren jedoch
ist damit akustisch besser wenn ich es muss.

Der Anrufbeantworter ist aus, das mache ich nicht mit.
Dann bin ich eben nicht erreichbar.

Ich nehme mir meine Ruhe und gestalte meine Zeit.

Ein Tablet 7zoll und Handy gewährleisten mir Kontakt,
da ich hauptsächlich liege, seit Monaten.

Ich nutze keine App-Spiele ich habe kein Interesse daran,
aber ich nutze Bildbearbeitung und Zeichenprogramme.

Email wenig,
online Einkäufe wenn ich nicht anders kann.

Die Mediathek da ich zzt nicht die Konzentration zum Lesen habe.

In all meinen Haushalten gab es kein TV
früher im Schrank und nur nach 20h angeschaltet, wir hatten kein Interesse und keine Zeit.

Als Kinder waren wir draussen,
es gab im TV für uns:
Bonanza, Fury, Lassy das Zauberkarussell

aber so toll fanden wir Kinder das nicht,

wir hatten ein Bibliothek-Abo und eine Zeit Felder vor der Türe
immer den grossen Stadtwald, Freunde, Radfahreren, Schrebergarten-Ferien (ohne tv) mit Mini-Plastik Kassetten-Rekorder/Pubertät und Büchern,
die waren in den Ferien von der Schule aus zu lesen, zum Glück,
aber wir haben immer alle gern gelesen und uns ausgetauscht, Flohmarkt-Bücher und LP's

Berieseln lassen ertrage ich nicht, einige Filme schätze ich sehr.

Die grosse Leinwand bedrückt mich, zuviel.

7 Zoll sind für mich ok.

Da kann ich sofort das Tablet weg neigen wenn mir ein Inhalt unangenehm wird, es ist sehr leise eingestellt.
Sehr gute Auflösung, ich habe es vor mir, sehe Mimik Gestik gut.

Die heutigen recht grossen tv Bildschirme sind mir zu aufdringlich,
ich möchte nicht so viel und so grosse Darstellungen sehen.

Schauspieler die ich mag, sehe ich mir gern an.

Was ich nie wieder freiwillig ansehe oder anhören werde ist: die Werbung.

Während einer langjährigen Chemo ähnlichen Behandlung habe ich mich 'weggerettet' von den Beschwerden der ersten Stunde bzw ersten zwei Tage einer neuen Spritze

rein ins kleine Tv - Gerät, die einzige Zeit in der ich eine TV- Sendezeitschrift besessen habe,
bis ich wieder lesen konnte. Das war gut.

Hätte ich in den letzten Jahren kein www
wäre das sehr hart,
informationslos was das adfd und anderes aus dem Internet betrifft
und ohne Kontakt zu anderen, da ich keine Menschen um mich haben kann durch die Reiz Verarbeitung.

So bin ich froh über Messenger,zzt nicht täglich.
Handy töne immer aus geschaltet.

Ich habe keine Sorge: mein Streben ist seit Kindesbeinen:
nach draussen.

Ich sitze nicht einmal mehr am Tisch, wegen Rücken und Bauch Missbehagen am alten Laptop den ich entsogen werde, wenn ich wieder auf den Beinen bin.

Ich habe extra Berufe die Bewegung vorraussetzen gesucht gefunden und ausgeübt.
Zum Glück alles schriftliche noch per Hand, Terminvergaben im Stehen, kein PC.

Ein gesunder Mix ist gut für mich.
Abschalten kann ich und ich kann ohne.
Abhängigkeiten sind mir zuwider.

Neulich ging der WLAN an und aus, es war mir egal.

( Grauenvoll: es gibt eine private Klinik in Süddeutschland in der Internet-Sucht mit
Antidepressiva behandelt wird; ab von einer Sucht in die nächste.

:-)

Alles Gute und eine schöne freie Zeit,

Katharina
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Re: De-Digitalisierung und simple life

Beitrag von Blumenwiese » Montag, 06.08.18, 20:03

Hallo,

Ich merke auch, dass mir das Smartphone schadet. Mir gehts besser, wenn ich es schaffe nicht ständig im Internet unterwegs zu sein.

Leider mach ich das ganz automatisch, um mich von schlimmen Gefühlen abzulenken. Ich versuche ständig Gefühle wegzumachen, weil ichs nicht ertrage.
Aber eigentlich verschlimmer ichs damit. Ich versuche aber schon mich zu verändern.

Ich merk auch bei meinem Mann, dass er durch extremen Medienkonsum total überreizt ist. Er guckt Fernsehen während er am Tablet spielt oder spielt Computer und am Tablet gleichzeitig!

Liebe Grüße
Blumenwiese
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Quetiapin Retard 150 mg 0-0-1-0
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*********************************
Sonstige Medikamente:
Movicol 1-2 Beutel pro Tag, Grazax u. SliTONE Ultra zur Desensibilisierung geg. Pollenallergie, Cranberry Kapseln, Magnesium 450 mg
Bedarf: Ibulysin 684 mg

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Re: De-Digitalisierung und simple life

Beitrag von Daniel89 » Dienstag, 14.08.18, 12:03

Hallo ihr Lieben,

ich kenne das Problem auch, muss aber sagen, dass ich nicht auf alle Geräte verzichten könnte oder den Willen dafür aufbringe. Gerade das Smartphone ist wichtig zum Musikhören und Surfen sowie wegen der Fitnessapp und für Sportübertragungen. Nachdem mein altes Handy kaputt ging, kam ich auch für einen Monat in den Genuss eines alten Klapphandys und es war tatsächlich sehr erholsam. Das ständige Erreichbar-sein-müssen ist einfach nervig. Whatsapp verwende ich schon länger nicht mehr, da ist einiges abgefallen.

Vor zwei Monaten habe ich meinen Rechner verkauft, was ein sehr wichtiger Schritt war. Ich habe sehr viel gespielt, da es das Gedankenkreisen beruhigt hat. Gleichzeitig habe ich aber dadurch den Blick auf die wichtigen Dinge im Leben, Beschäftigung die echte, langanhaltende Lebensfreude gibt, verloren. Seitdem der Computer außer Haus ist, bin ich wesentlich aktiver geworden, lebe bewusster und häng nicht gedanklich bei irgendwelchen Spielen, wenn ich mal außer Haus bin. Als Ersatz habe ich mir ein Netbook gekauft, das nur in Betrieb ist wenn nötig.

Handys, Fernseher und Computer bzw. die Art und Weise, wie wir sie zur Unterhaltung nutzen, können süchtig machen, da sie uns ohne oder geringen Input, also auf einfachste Weise, Spaß bringen. Gleichzeitig liefern sie aber keinen Output - digitale Erfolgserlebnise lassen sich nur sehr selten in die Realität übertragen. Jeder der in dieser Spirale mal drin war, weiß, dass man mit der Zeit aber immer mehr Abwechslung braucht, um noch Spaß zu haben, wodurch man mehr konsumiert. Mir ist es oft schon enorm schwer gefallen, mir einen interessanten 90 Minütigen Film anzusehen, da ich schon zur Hälfte Langeweile empfand. Deswegen beschäftigt man sich dann halt Simultan zum Fernsehen auch mit dem Handy.

Was ich allen ans Herz legen kann, ist ein Blaulichtfilter für eure Bildschirmgeräte. Meine langjährige Erfahrung ist, dass diese die Augen schonen (keine Ermüdungserscheinungen nach stundenlagen Bildschirmstarren) und sich vor allem positiv auf den Tag-Nacht-Rhytmus auswirken. Dass man nicht gut einschlafen kann, wenn man im Bett noch aufs Handy starrt, kennen wahrscheinlich einige. Am Anfang ist der orangene Bildschirm noch ungewohnt, aber das vergeht schnell.

Liebe Grüße
Daniel
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Bachplaetschern
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Re: De-Digitalisierung und simple life

Beitrag von Bachplaetschern » Mittwoch, 22.08.18, 20:11

Hallo ihr,


ein interessantes Thema ist das! Mich beschäftigt das schon seit einigen Jahren. Habe mir 2015 wieder Internet und Pc angschafft. Davor hatte ich 3 Jahre lang zu Hause keinen Pc.

Ich habe direkt gemerkt, wie ich vom Internet süchtig wurde. In der Zeit hat es mir geholfen, da ich mich von schwierigen Dingen einfach mal ablenken musste.

Die letzten ca 2 Jahre habe ich total das Bedürfnis den Pc auch mal nen ganzen Tag lang aus zu schalten. Aber ich schaffe es irgendwie nicht.
Ich merke auch, dass es mir generell nicht gut tut viel zu surfen. Einfach diese ganze Überflutung an Infos und Reizen.
Es gibt schon Inhalte im Internet die mir wahnsinnig helfen und mir auch gut tun. Aber auch nur in geringer Menge. (zB. diese Forum hier :) )

Ich würde es so gerne mal schaffen, das Internet mal paar Tage überhaupt nicht zu benutzen. Aber es fällt mir wirklich so schwer den pc nicht anzumachen.

Bei mir ist das so, dass ich mich vor den Pc hänge, weil ich es unangenehm finde allein zu sein. Da ich allein wohne kommt das relativ häufig vor, auch wenn ich guten Kontakt zu Freunden habe.
Dann versuche ich mich mit dem Internet o.Ä. von dem unangenehmen Gefühl abzulenken. Durch den Bildschirm fühle ich mich, als wäre da eine Resonanz.

Ich schätze auch, dass das mit meinen frühkindlichen traumatischen Verlusterlebnissen und Einsamkeitserlebnissen einhergeht.

Habt ihr vielleicht Tipps oder Ideen, was helfen könnte ohne Internet daheim sich gut zu fühlen?

Mich würde auch sehr interessieren, was für Dinge ihr daheim so macht, also womit ihr eure Zeit füllt?


Habe vor ca. 1,5 Jahren so ein Programm entdeckt, mit dem man Internetprogramme für eine beliebige Zeit blockieren kann.
Das hat mir dann doch schon geholfen. Aber es gibt dennoch Programme, die ich noch freigeschaltet habe.

Weiß grad nicht ob ich den Namen des Programms hier nennen darf?



Danke so sehr, dieses Thema mal anzusprechen! Ich freue mich sehr, mich mit euch auszutauschen!!


Viele liebe Grüße

Bachplätschern
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Meine Diagnosen: Depression, frühkindliches Bindungstrauma, Traumafolgestörung, Tinnitus

Symptomatik: geringe Belastbarkeit, geringe Stresstoleranz (bin ziemlich schnell gestresst), Reizüberflutung (visuell und akustisch), teilweise schlechte Stimmung, negativisitische Gedanken + Hoffnungslosigkeit, Anspannung (vorallem wenn ich allein bin), manchmal emotional instabil (fühle mich dann meistens sehr vulnerabel)



Mediktion: morgens:112,5 mg Velafaxin, 150mg Elotril, 5 Tr. Escitalopram / abends: 100mg Seroquel retard

Aktuelle Reduktion:

13.04.18 Venlafaxin 100 mg
11.05.18 Venlafaxin 87,5 mg
09.07.18 Venlafaxin 75 mg ( ging mir nicht gut damit)
11.07.18 Venlafaxin 87,5 mg
26.07.18 Venlafaxin 75 mg
04.09.18 Venlafaxin 87,5 mg + 25mg Seroquel Bedarf ( da schlechter Schlaf)
(25mg Seroquel langsam ausgeschlichen, seit 26.09.18 nicht mehr drin)





Dezember 2017 kurzzeitig versucht Venlafaxin auszuschleichen. Es war mir dann allerdings wichtiger, anzufangen, das Seroquel zu reduzieren, da ich ausprobieren möchte, ob sich meine Belastbarkeit dadurch verbessert.

2012: 450mg Seroquel retard, 60mg Duloxetin, Mirtazapin, Valdoxan (über die Jahre reduziert bzw. abgesetzt)

Seit 2016 : 150mg Seroquel retard, 7 Tr. Escitalopram (dadurch starke Unruhe, deshalb abgesetzt)

2017: Umstellung auf 112,5 mg Venlafaxin, für 2-3 Monate 200mg Seroquel retard, danach wieder auf Ursprungsdosis 150mg Seroquel retard

2018: Eindosierung Elotril 150mg, 5 Tr. Escitalopram (wegen Venlafaxin Absetzwunsch)



Vergangene REDUKTION:

8.1.18- 11.1.18 : 100mg Seroquel retard+ 50mg unretardiert
12.1.18-29.1.18: 100mg Seroquel retard+ 25mg Seroquel unretardiert
30.1.18-03.2.18: 150mg Seroquel retard+ 25mg Seroquel unretardiert
04.02.18- ? : 100mg Seroquel retard+ 50mg Seroquel unretadiert

Im Feburar Absetzversuch abgebrochen.

Weitere Reduktion im :schnecke: Tempo.


Im Bedarf habe ich Promethazin, theoretisch auch Tavor. ( Nehme aber absolut selten Bedarf)

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Sonstige Einnahmen:

Seit ca. November 2017 : Vitamin D Tropfen hochdosiert (5000 i. E.)
Alle paar Tage: 400mg Magnesiumcitrat

22.1.18-26.1.18 : 800mg Rhodiola Rosea (hat zu mehr Schlafstörung geführt, deshalb reduziert)
seit 27.1.18 : 400mg Rhodiola Rosea


~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Vielen Dank für euer Interesse! :)

Ich freue mich sehr, hier mit euch Erfahrungen uvm. auszutauschen! :pillowtalk:

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Re: De-Digitalisierung und simple life

Beitrag von Ululu 69 » Mittwoch, 22.08.18, 20:22

Hallo Bachplätschern,

wenn Dur das Programm geholfen hat und du diese Erfahrung teilen möchtest, darfst du es gerne nennen.
:)

Och persönlich habe leider relativ wenig freie Zeit.
Einen großen Anteil davonverbringe ich hier im Forum.

Leider schlafe ich bei allem möglichen immer gleich ein und vom Alleinsein kann ich nur träumen. :lol:

Die größte Entspannung ist für mich lesen. So richtig altmodisch mit einem echten Buch.
Dabei kann ich alles vergessen.

Leider komme ich nicht so oft dazu.

LG Ute
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Re: De-Digitalisierung und simple life

Beitrag von Flummi » Donnerstag, 23.08.18, 12:53

Hallo Bachplätschern,

mich würde das Programm auch interessieren :)
Ich finde Deine Erfahrungen sehr interessant, die Du schildest. So ähnlich erging es mir auch.

Was mache ich zu Hause? Den Haushalt, beten, träumen und nichts machen. Manchmal zu meinen Eltern runtergehen. Oder mit meinem Mann sprechen. Dann mal rausgehen in den Park zB
Am meisten hat es geholfen, die ganze Technik abzubauen und dann einfach zu faul gewesen, sie wieder anzuschalten. Smartphone abgeschafft. Führt einen nicht in Versuchung. Nur noch auf Arbeit Internet nutzen.

Eine Zeitlang fand ich die Texte bei webcare im Netz ganz gut zu Online-Abhängigkeit. Ich merke, dass es bei mir etwas mit den Tabletten zu tun hatte. Nun geht es wieder mit der Reduktion.

Ich denk an Dich und wünsche Dir alle Gute,

Claudia
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Re: De-Digitalisierung und simple life

Beitrag von Arianrhod » Donnerstag, 23.08.18, 19:41

Hallo,

ich bin gerade so bei der Huhn-und- Ei- Frage:

Fühlt man sich mies, WEIL man ständig im Internet ist oder ist man ständig im Internet, weil es einem nicht gut geht?

Als es mir nicht gut ging, war ich ständig online, denn Fernsehen oder Lesen gingen nicht - Information in kleinen Häppchen ging. Und die erste Solidarität, die ich überhaupt gefunden habe, nachdem ich dachte , ich wäre ganz allein auf der Welt mit meinen Problemen, das war auch hier - im Netz.
ich habe mich allerdings nie groß für Games, Social Media oder Videoplattformen interessiert, von anfang an waren FOREN mein Ding.

Ich habe ein Notebook, das aber meistens auf dem gleichen Platz steht und da sitze ich täglich einige Stunden - aber wenn es aus ist, ist es aus.

Was ich schlimm finde, ist die Handy-Sucht , also das permanente Stieren auf den Display und das auch in Gesellschaft. Daher besitze ich kein Smartphone, sondern nur ein uraltes Kartenhandy . Damit kann ich - telefonieren. Eben.
Wenn ich draußen bin, allein oder mit anderen, möchte ich das mit allen Sinnen erleben. Ich mache auch wenige Urlaubfotos. Ich bin gerade da - ich muss nicht dokumentieren, und offen gesagt - wann guckt man wieder Fotos im Handy an? Von besonderen Anlässen habe ich Fotoalben - und die sehe ich an , und Besucher fragen oft: "Darf ich mal?" und wollen die durchblättern.

Ich kaufe viel online und bin eine begeisterte ebay- Verkäuferin - es macht mir Spaß, Fotos zu machen und Texte zu verfassen, auch wenn es oft nur der Euro wird. Also ganz ohne Internet mag ich das Leben nicht, doch im Urlaub brauche ich es nicht .

Suchtgefahr besteht bei mir "nur", wenn es mir schlecht geht, wenn ich nicht aus dem Haus kann, wenn mein Leben sehr langweilig ist.

liebe Grüße Arianrhod
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Re: De-Digitalisierung und simple life

Beitrag von Bachplaetschern » Freitag, 24.08.18, 13:52

Hallo Arianrhod,


danke für deinen Text!

Ja, ich habe auch kein Smartphone (Finde die machen total süchtig und ich wäre unglücklich hätte ich eins) und komplett ohne Internet würde ich auch nicht leben wollen.

Es gibt viele Dinge die mir wirklich total gut tun im Netz!

Die Frage bei mir ist wirklich das Maß.

Ich habe mir vor 3 Jahren wieder Internet besorgt, weil ich nicht mehr lesen konnte (was ich sonst extrem viel gemacht habe).
Da hat es mir schon wahnsinnig geholfen, in dieser schweren Situation ne Ablenkung und auch irgendwie eine "Kontakt" zu haben.

In der Zeit habe ich auch eine Youtuberin gefunden, die für mich wie ein absolutes Antidepressivum war.
Teilweise waren ihre Videos der einzige Lichtblick für mich am Tag. Sie haben mich (und wenn es nur 1mm war) upgeliftet. ;)

Mit der Zeit habe ich allerdings gemerkt, dass mir zuviel vor der Kiste hängen dann doch echt nicht gut tut.
Abgesehen von den Nackschmerzen und- Verspannungen. Habe ich das Gefühl, bei zu viel online sein, meinen Körper schlechter zu spüren und einfach total überreizt und süchtig zu sein.

Ich brauche dann immer die Kiste um runterzukommen etc.
Und das will ich unbedingt ändern. Ich möchte mich unabhängig vom Pc fühlen. Und die Dinge (meistens sind es ja paar wenige), die mir gut tuen in nem guten Maß genießen.


Viele Grüße


Bachplaetschern
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Symptomatik: geringe Belastbarkeit, geringe Stresstoleranz (bin ziemlich schnell gestresst), Reizüberflutung (visuell und akustisch), teilweise schlechte Stimmung, negativisitische Gedanken + Hoffnungslosigkeit, Anspannung (vorallem wenn ich allein bin), manchmal emotional instabil (fühle mich dann meistens sehr vulnerabel)



Mediktion: morgens:112,5 mg Velafaxin, 150mg Elotril, 5 Tr. Escitalopram / abends: 100mg Seroquel retard

Aktuelle Reduktion:

13.04.18 Venlafaxin 100 mg
11.05.18 Venlafaxin 87,5 mg
09.07.18 Venlafaxin 75 mg ( ging mir nicht gut damit)
11.07.18 Venlafaxin 87,5 mg
26.07.18 Venlafaxin 75 mg
04.09.18 Venlafaxin 87,5 mg + 25mg Seroquel Bedarf ( da schlechter Schlaf)
(25mg Seroquel langsam ausgeschlichen, seit 26.09.18 nicht mehr drin)





Dezember 2017 kurzzeitig versucht Venlafaxin auszuschleichen. Es war mir dann allerdings wichtiger, anzufangen, das Seroquel zu reduzieren, da ich ausprobieren möchte, ob sich meine Belastbarkeit dadurch verbessert.

2012: 450mg Seroquel retard, 60mg Duloxetin, Mirtazapin, Valdoxan (über die Jahre reduziert bzw. abgesetzt)

Seit 2016 : 150mg Seroquel retard, 7 Tr. Escitalopram (dadurch starke Unruhe, deshalb abgesetzt)

2017: Umstellung auf 112,5 mg Venlafaxin, für 2-3 Monate 200mg Seroquel retard, danach wieder auf Ursprungsdosis 150mg Seroquel retard

2018: Eindosierung Elotril 150mg, 5 Tr. Escitalopram (wegen Venlafaxin Absetzwunsch)



Vergangene REDUKTION:

8.1.18- 11.1.18 : 100mg Seroquel retard+ 50mg unretardiert
12.1.18-29.1.18: 100mg Seroquel retard+ 25mg Seroquel unretardiert
30.1.18-03.2.18: 150mg Seroquel retard+ 25mg Seroquel unretardiert
04.02.18- ? : 100mg Seroquel retard+ 50mg Seroquel unretadiert

Im Feburar Absetzversuch abgebrochen.

Weitere Reduktion im :schnecke: Tempo.


Im Bedarf habe ich Promethazin, theoretisch auch Tavor. ( Nehme aber absolut selten Bedarf)

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Sonstige Einnahmen:

Seit ca. November 2017 : Vitamin D Tropfen hochdosiert (5000 i. E.)
Alle paar Tage: 400mg Magnesiumcitrat

22.1.18-26.1.18 : 800mg Rhodiola Rosea (hat zu mehr Schlafstörung geführt, deshalb reduziert)
seit 27.1.18 : 400mg Rhodiola Rosea


~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Vielen Dank für euer Interesse! :)

Ich freue mich sehr, hier mit euch Erfahrungen uvm. auszutauschen! :pillowtalk:

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Re: De-Digitalisierung und simple life

Beitrag von Daniel89 » Mittwoch, 29.08.18, 20:52

Bachplaetschern hat geschrieben:
Mittwoch, 22.08.18, 20:11
[...]

Ich habe direkt gemerkt, wie ich vom Internet süchtig wurde. In der Zeit hat es mir geholfen, da ich mich von schwierigen Dingen einfach mal ablenken musste.

Die letzten ca 2 Jahre habe ich total das Bedürfnis den Pc auch mal nen ganzen Tag lang aus zu schalten. Aber ich schaffe es irgendwie nicht.
Ich merke auch, dass es mir generell nicht gut tut viel zu surfen. Einfach diese ganze Überflutung an Infos und Reizen.
Es gibt schon Inhalte im Internet die mir wahnsinnig helfen und mir auch gut tun. Aber auch nur in geringer Menge. (zB. diese Forum hier :) )

Ich würde es so gerne mal schaffen, das Internet mal paar Tage überhaupt nicht zu benutzen. Aber es fällt mir wirklich so schwer den pc nicht anzumachen.

[...]

Habt ihr vielleicht Tipps oder Ideen, was helfen könnte ohne Internet daheim sich gut zu fühlen?

Mich würde auch sehr interessieren, was für Dinge ihr daheim so macht, also womit ihr eure Zeit füllt?

[...]
Hallo Bachplaetschern,

vielleicht ist es gar nicht so sehr das Internet, dass dich süchtig macht, sondern nur das vor dem PC sitzen? Ich habe mich früher oft ertappt, wie ich zum x-ten mal in kurzer Zeit die gleiche Seite angesteuert habe, ohne wirklichen Zweck, als wäre es ein Automatismus. Dann noch gespielt und dabei auch immer dasselbe gemacht - jeden Tag. Rückenschmerzen, der Nacken super verspannt, aber es war unmöglich, das Ding einen Tag nicht einzuschalten.

Wenn ich längere Zeit nicht zu Hause war (z.B. im Urlaub), ist mir der PC aber gar nicht abgegangen. Denn wenn ich gezwungen war, mich anderweitig zu beschäftigen, dann habe ich es auch gemacht.

Also habe ich meinen PC verkauft und dadurch hat sich einiges geändert. Ich denke, es ist wichtig, dass man regelmäßig neue Reize setzt in seinem Leben. Das Gehirn braucht Abwechslung, dann empfindet man viel eher Spaß und Freude an dem was man tut. Überlege dir, was dir sonst Freude bereiten könnte. Oft sind das ganz nahe liegende, alltägliche Dinge. Für mich war es zum Beispiel Essen. Wir alle essen gerne, machen es aber sehr oft vor dem Fernseher, dem Computer, im Bus und am Weg nach Hause. Ich habe oft nur gegessen, damit ich keinen Hunger habe. Dabei ist es gar nicht so schwer, jeden Tag beim Essen auch Spaß zu haben. Mein Punkt ist: Egal was du machst, mach es bewusst! Vor drei Monaten hab ich mich mit Frühstücktoast und Kaffee gleich mal hinter den Computer gesetzt. Husch, husch, Hunger stillen und dann surfen und zocken. Heute gibt es jeden Morgen Eier, Obst, Joghurt, Brot, Käse, Nüsse, Gemüse, Orangensaft und Kaffee. Alles in kleinen Schüsselchen, hübschen Tellerchen und schön angerichtet, damit es auch optisch was hermacht Es ist ein Erlebnis und dauert mindestens eine Stunde. Schon am Vortag überlege ich, was ich mir morgen zum Frühstück mache - eine schöne, belohnende Beschäftigung. :)

Auch das Internet kann dich unterhalten und beschäftigen. Wenn du hier im Forum bist, tust du dir etwas Gutes. Also würde ich es mir an deiner Stelle auch erhalten und auf die Inhalte, die dir nicht gut tun, verzichten.

Ich hab z.B. aufgehört Nachrichten zu lesen, weil es mich nur belastet. Für mich sind es auch oft zu viele Infos und Reize und ich kann auch gut damit leben, nicht zu wissen, was am anderen Ende der Welt gerade passiert ist.

Hast du einen Stand-PC oder Laptop? Wenn ersteres, könntest du dir überlegen, ihn zu verkaufen und durch einen kleinen Laptop zu ersetzen. Ich hab es sehr angenehm gefunden, als der PC aus meinem Blickfeld verschwunden ist. Und den Laptop kannst du in eine Lade geben. Aus den Augen aus dem Sinn.

Zu guter Letzt noch ein paar Alltagsbeschäftigungen, vielleicht inspiriert dich etwas:

- Sport: Vor 6 Monaten habe ich mir eine Fitnessapp für den Muskelaufbau gekauft und das hat einiges ins Rollen gebracht. Ich hätte nie gedacht, dass mich das interessieren könnte, aber jetzt erstelle ich mir Trainingspläne, versuch mich bewusster zu ernähren, gehe Laufen und sammle neue Infos, die ich dann einbaue.

-Ernährung: Ich bin vor Jahren auf Low-Carb umgestiegen und versuch es aktuell ohne Fleisch. Es reicht auch kleinere Änderungen hin und wieder zu machen, nur um neue Akzente zu setzen. Wenn du was aus deinem Speiseplan streichst, musst du dich zwangsläufig damit beschäftigen, wodurch du es ersetzt. Wenn du Trainierst, schaust du unter Umständen darauf, dass du dich eiweißreicher ernährst. Wenn du auf Fastfood verzichtest, wirst du vielleicht Freude am Kochen finden.

-Fernsehserien: Schau ich gerne und ich laufe kaum Gefahr, dass ich den ganzen Tag vor dem Fernseher bleib. Und wenn es doch mal passiert, ist es auch okay. :roll:

-Lesen: Kann eine wirklich schöne Beschäftigung sein, wenn ich ein Buch in die Hand bekomme, dass mich interessiert. Ich finde es nur wichtig, dass ich mir ein Buch selbst aussuche - denn so ein Buch ließt sich ja nicht von allein. Bei mir stehen schon unzählige geschenkte Bücher, die ich nie angerührt habe. :(

-Musik: Nur hören. Spielen ist nicht eins meiner Talente. Ich kann da schon sehr eintauchen, versuch immer was Neues zu finden und erstelle neue Playlists.

-Rätsel: Nachdem ich meinen Computer verkauft habe, habe ich mir einige Rätselhefte gekauft, um mich zu beschäftigen, weil ich die ersten Tage nicht wusste, was ich mit meiner Zeit anfangen soll. :D Heute setze ich mich auch noch gerne für eine halbe Stunde hin und mach ein Kreuzworträtsel. Das ist sehr entspannend und hilft gegen die Unruhe.


Womit auch immer du startest, habe Geduld. Aus einem kleinen Projekt kann etwas sehr Großes entstehen. :)

Liebe Grüße,
Daniel
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Re: De-Digitalisierung und simple life

Beitrag von Flummi » Donnerstag, 30.08.18, 10:15

Hallo,

voll der schöne Beitrag, danke!

Zu den Inspirationen:
Mein Mann hat sich jetzt auch ein Kreuzworträtselheft gekauft, nachdem wir nun aufs Land gezogen sind :)

Spazierengehen ist auch so ein Tip, einfach mal aufs nächste Dorf fahren und dort die Natur entdecken. Es ist einfach schön und nicht so wie Fahrradfahren zu einem bestimmten Zweck.

Nachrichten lesen wir schon länger nicht mehr, so wichtig ist es auch nicht, was irgendwo passiert. Gebe Dir voll recht, Daniel.

Internet habe ich nur noch auf meiner Teilzeit-Arbeit. Smartphone gar nicht mehr. Mein Mann und ich teilen uns das alte Handy.

Liebe Grüße,
Claudia
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Re: De-Digitalisierung und simple life

Beitrag von Daniel89 » Donnerstag, 30.08.18, 12:29

Hallo Bachplaetschern,

mir ist noch etwas zum Thema Einsamkeit eingefallen.

Wenn ich mich allein fühle, höre ich mir manchmal Talk-Sendungen im Radio/Internet an. Die Gespräche anderer zu verfolgen suggeriert irgendwie das Gefühl, dass man sozial partizipiert. Es gibt Podcasts, Diskussionssendungen, call-in-Sendungen und sicher noch vieles mehr zu den verschiedensten Thema. Also da ist wahrscheinlich für jeden etwas dabei. Ich hör sehr gerne Sendungen, bei denen Leute anrufen können und einfach über Themen reden, die ihnen gerade am Herzen liegen.

Und noch eine Ergänzung zum Thema Internet abdrehen.

Da gehen bestimmt die Meinungen auseinander, aber aus meiner Erfahrung ist es nicht sinnvoll, sich strikt etwas zu verbieten. Das erzeugt bei mir nur Stress und wenn ich "rückfällig" werde, bin ich unzufrieden mit mir. Ich finde, man darf sich ruhig Ausnahmen schaffen oder mit etwas Kreativität ein Bedürfnis befriedigen.
Ich habe zum Beispiel oft zum Rauchen aufgehört und habe nach einigen Monaten wieder angefangen. Immer in denselben Situationen: Mit Freunden auf ein Bier gegangen, alle haben geraucht, also steck ich mir auch eine an. Das einige Male wiederholt und flugs war ich wieder körperlich abhängig. Aber Auslöser war meine psychische Abhängigkeit - einmal Raucher, immer Raucher sagt man so schön. Seit einem halben Jahr stopfe ich als Tabaksubstitut Kräuter in Filterhüllen. Kein Nikotin, keine körperliche Abhängigkeit, wenige Zigaretten, dachte ich mir. Und es funktioniert. Von der Schachtel am Tag bin ich jetzt auf fünf Zigaretten im Monat und ich erspare mir viel Stress.
Zweites Beispiel sind Süßigkeiten. Ich habe lange Zeit sehr viel Süßes gegessen. Mein Hautbild war schlecht und meiner Verdauung hat es auch nicht gut getan. Also hab ich es mir verboten. Aber alle paar Wochen muss ich einfach etwas Süßes essen, da werde ich richtig wahnsinnig drauf und kann an nichts anderes denken :D Das habe ich lange Zeit als Misserfolg und Schwäche interpretiert, obwohl es eigentlich ein Erfolg ist, dass ich ein Monat nicht zur Schokolade greif. Um meinen Heißhunger zu stillen, kauf ich mir jetzt eben einen Liter Eis, verputze ihn bis mir übel ist, mach ein Verdauungsschläfchen und betrachte dieses in alte Muster zurückfallen als Belohnung für vier, fünf Wochen in denen ich "brav" war. :)

Alles Liebe,
Daniel
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Re: De-Digitalisierung und simple life

Beitrag von Flummi » Montag, 03.09.18, 19:42

Hallo,
mein Mann brachte mich die letzten Tage auf den Gedanken, dass "digital" ja übersetzt so was wie "mit den Fingern" heißt. Er sagte, der Mensch ist aber eher dazu geschaffen, seine ganzen Hände zu benutzen, um sein Tageswerk zu verrichten. Ganze Talente verkümmern, wenn außer lesen und schreiben das "Fingerwerk" zu den allgemeinen Haupttätigkeiten gehören. Und Menschen fühlen sich mehr und mehr austauschbar zB auf der Arbeit, wenn sie schon fast maschinengleich an den "Bildschirmmaschinen" sitzen, ob nun der eine diesen Job tut oder doch der andere, ob man diesen Job tut oder jenen anderen....

Viele Grüße,
Claudia
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Re: De-Digitalisierung und simple life

Beitrag von Flummi » Sonntag, 23.09.18, 22:28

Hallo,
inzwischen telefoniere ich fast gar nicht mehr privat. bzw. rufe fast nur noch selbst an mit dem Handy (Festnetz geht wegen telekom-Störung nicht). Die meiste Zeit ist es aus, irgendwie krieg ich eh nur nervige Anrufe mit organisatorischen Fragen, die man auch vis a vis klären könnte oder Menschen, die ich gerade eh nicht sprechen muss...hmmm,

Claudia
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