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Aufruf: Wir brauchen eure Erfahrungsberichte

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fema
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Re: Aufruf: Wir brauchen eure Erfahrungsberichte

Beitrag von fema » Donnerstag, 31.12.15, 18:52

Ich würde auch gern was beisteuern, brauche aber ebenfalls noch Zeit.
Möglicherweise würde ich in Englisch schreiben. Braucht ihr das dann auch in deutsch?
Gibt es eine deadline?

LG
2003 nach Psychose (?) zuerst Citalopram, dann Zyp..xa (Dosierung weiß ich nicht mehr, eher niedrig).
2005 nach Reduzierung von Zyp. Psychoseanflug. Kurzzeitiger Klinikaufenthalt. Da ich Zyp..xa nicht mehr nehmen wollte (Gewichtszunahme 15 kg), Umstieg auf Sero..el, vermutl. max. 250 mg.
Nach schrittweiser Reduzierung auf fast Null, 2008 heftiger Psychoseschub (Drogen(entzugs)psychose?), Klinikaufenthalt. Mit 600 mg Klinik verlassen.
Schrittweise Reduzierung über langen Zeitraum auf 150 mg noch 2013.
Herbst 2013 nach Rücksprache mit Psychiater abwechselnd 150 und 100, dann 100 und 50, dann 50 und 0. Resultat: Heftiger Drehschwindel, Migräneanfälle, Diarrhoe, Bluthöchstdruck, rapide Gewichtsabnahme, Krankenhausaufenthalt mit Schlaganfallverdacht, da Sprechschwierigkeiten, jedoch klinisch kein Befund.
Ende 2013 Rückkehr zu 150 mg, Normalisierung nach ca. 10 Wochen.
Febr. 2014 weiterer Versuch über 125 mg auf 100 mg zu gehen. Wieder schlimmster Drehschwindel und Entzugserscheinungen, aber ich hielt durch.
Schwindel und Befinden normalisierten sich in 2-3 Monaten. Dosierung: 100. Blutdruckmittel sind ein Muss.
15.01.2015 Reduzierung von 100 mg um ¼ Tablette S25 mg = 93,5 mg, keine nennenswerten Entzugssymptome
03.03.2015 Minus weitere 1/4 Tablette = 87,5 mg
13.04.2015 Minus 1/4 Tablette = 81,5 mg
15.5.2015 Reduzierung auf 75 mg: zu kurzer Zwischenzeitraum: leichtes Schwindelgefühl, Kopfdrücken, Nackenverspannung
20.05.2015 Rückkehr zu 81,5 mg: Zwischendurch vereinzelt höherer Blutdruck, dadurch brennendes Gefühl im Kopf.
23.06.2015 Minus 1/4 Tabl. = 75 mg
Versuch einer Halbierung der Rückschrittsdosis, also Reduzierung um jeweils 3 mg (= 1/8 von 25mg S.) alle 3 Wochen.
Übergang ist gleitender, sehr gut vertragen!
Seit 27.11.2015: 50 mg. Erstes Hurra :D ! Noch gut 1 Jahr und ich habs geschafft!
Ab 2016 alle 3-4 Wochen 3 mg weniger. Dazu hab ich die Tabletten geviertelt (= ca. 6 mg) und in der Apotheke 3mg Tabletten machen lassen (vom Psychiater abgesegnet).
Hat funktioniert bis zu 33 mg.
Hatte dann des öfteren schlaflose Nächte mit Gedankenkaroussel.
Am 19.6.2016 ging es ab in die Klinik. Ich merkte, dass einiges nicht stimmte.
Heftiger Psychoseschub. Immer wieder Zweifel, ob Psychosegedanken wahr sind.
Da für mich Seroquel ein Teufelszeug war/ist, die verordneten erhöhten Dosen nicht genommen.
Die Psychose ließ nicht nach.
Überzeugung (in der Psychose!), dass Medikation notwendig war. Ab dann Medis genommen (nach 3 Wochen)
Umstellung auf neue Medikament bereits vollzogen:
3 mg Risperdal, 1-0-2
5 mg Abiliby, 1-0-0

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Re: Aufruf: Wir brauchen eure Erfahrungsberichte

Beitrag von Murmeline » Sonntag, 03.01.16, 16:53

Hallo Fema,

Wenn du etwas schreiben willst, gerne. Noch gibt es keine deadline.

Du musst es dann nicht übersetzen auf deutsch, außer du magst es hier im Forum in die erfahrungs Berichte einstellen. viewforum.php?f=51 wäre natürlich schön, wenn der forumsbereich auch noch etwas wächst.

Danke und Grüße, murmeline
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Re: Aufruf: Wir brauchen eure Erfahrungsberichte

Beitrag von xyz » Dienstag, 05.01.16, 16:00

Hier mein Erfahrungsbericht mit DEFINITIVEM Absetzen von Psychopharmaka.
Bin 69 Jahre, weiblich, und schluckte so an die 40 Jahre. Weiss noch haargenau, begonnen hat es mit "Haloperidol", weiter ging es mit "Lexotan". Mein Arzt meinte damals " ist so ein kl. "leck mich am Arsch-Pillchen". Sooo einfach war das damals. Kann jetzt keine Namen mehr nennen, was ich alles geschluckt habe, war unterschiedlich. Grund des Schluckens, keine Möglichkeit zur Selbstverwirklichung! Man bedenke die Zeit so um 1970. Kleinkind war da usw. Und ich solle, WIE SICH FUER EINE FRAU GEHÖRT, Kind erziehen, also "Heimchen am Herd." War todunglücklich, Suizid-Gedanken gaben es in unterschiedlicher Form. Später wären kl. Möglichkeit einer Berufstätigkeit möglich gewesen (hatte auch inzwischen Weiterbildung gemacht), doch jetzt hieß es, keine berufliche Erfahrung, oder, "tut uns leid, doch aufgrund ihres Alters sind Sie zu teuer" Da wird man als Frau beruflich gestraft, wenn man ein Kind gross zieht. Folge, mit 40 TOTALER Burn Out, AGGRESSIONEN PUR, gegen ALLES!
Von Hause aus war ich katholisch, wie es sich "gehört", doch DER DA OBEN hatte mir ja alles durchkreuzt, auch ER bekam meine Aggressionen voll zu spüren; Selbstverständlich fiel ich total von der Kirche ab! Natürlich schluckte ich weiter ohne ging es ja nicht mehr. Irgendwann kam der Gedanke sOOO kann es nicht weiter gehen. Mein Suchen nach Hilfe begann, ich war offen für vieles, was mir inneren Frieden bringen konnte. Z. B; gelangte ich mal in Aachen au einem christlichen Einkehrtag, eine nette Person bot mir das an, sie kannte mein Schicksal. Dieser Tag war fûr mich nach ca. 20 Jahren nochmal ein "INNERER-FRIEDEN-TAG", also den Glauben praktizieren. ha, ha, Glauben praktizieren? Nein ALLES aber DAS nicht! und doch! ER war cleverer als ich! Mein Suchen ging weiter, selbstverständlich, wie ich meinte, ohne Glauben und Gebet. Weiter nette Menschen schickten mich zu einem Geistheiler, er solle Hände auflegen, ich begab mich dahin, ABER Schreck las nach! Im Wartezimmer hing Werbung von Pilgerfahrten nach ("SAN DAMIAONO) " Norditalien bei Piacenza Waas??? "Da fährst du aber nie hin!" Mein Gedanke, ich musste auch eine Herz Jesu-Novene beten, aber wie macht man das? Ich "las" den Text einfach ab, gehorchen wollte ich, wollte ja gesund werden, ca; alle sechs Wochen suchte ich den Herrn auf, mehrere Jahre, natürlich schluckte ich noch, hatte den Herrn informiert diesbezüglich. Für diesen Geistheiler, ein erster Erfolg, nach 3 Jahren Händeauflegen saß ich FREIWILLIG im Pilgerbus (wo ich doch NIE hin wollte). Im Bus bediente eine nette Dame mit Kaffee und diversen anderen Getränke. In San Damiano konnten auch gegen 13 h "Sonnenfotos" gemacht werden, dann sei die Madonna unsichtbar anwesend, ich machte auch ein, Ein sehr schönes übernatürliches Zeichen war darin zu sehen, beim nächsten Geistheiler-Besuch zeigte ich dem Herrn das, er griff zum Telefon, ich hörte ihn sagen "Elschen", die Angela hat ein schönes San Damiano-Foto gemacht". bei passender Gelegenheit fragte ich diese Dame, ob sie für mich gebetet habe, JA hat sie. Meine Einstellung wurde immer positiver, aber Schlucken tat ich noch, da ich mit dem Job meines EX nicht klar kam "Trucker". Ich brauche ein geregeltes Leben, da kann dieser Beruf nicht gewährleisten. In 2008 scheiterte die Ehe und ich schluckte noch immer. Doch nach und nach begann ich das Single-Leben zu genießen, merkte erst gar nicht, dass ich noch immer schluckte, es war zur Gewohnheit geworden. Das Gebet und meinen Glauben habe ich wunderbar!!! wieder gefunden, fühle mich "spitze". Nun wollte ich aber NICHT mehr schlucken. ABER nach sooo langer Zeit. Seriöse Hypnose half mir, nach und nach setzte ich alles ab, mit medizinischem Einverständnis. Bin clean, doch mein Darm war total durchlöchert, wie es hiess aufgrund von diversen Chemie-Mitteln. Jetzt muss ich nur noch kurze Zeit Hypnose nehmen, dann bin ich TOTAL gesund, sehr glücklich, beginne im Februar in Köln in einem seriösen Institut Hypnose selbst zu lernen und organisiere eigenständig im kommenden April eine San Damiano-Fahrt mit normaler Busgröße. Fällt jetzt einem auf, wie der Schöpfer mich im positiven Sinne reingelegt hat?

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Re: Aufruf: Wir brauchen eure Erfahrungsberichte

Beitrag von mercedes » Samstag, 16.01.16, 14:49

Hallo ,
ich würde gern meine Erfahrungen mitteilen. Ich habe 12 jahre Antidepressiva genommen. Angefangen als ich 38 wsr und das erste mal eine Depression bekommen habe.Das Zeug hiess Annafranil....sorry weiss nicht ob das richtig geschrieben habe, das Zeug hat mir 25 kg gewicht gebracht. Eine Aufklärung gab es nicht , auf meine Frage ob es Nebenwirkungen gibt hiess es nein.
Danach folgten drei Depression immer wieder andere Medikamente, trevilor und Später Citalopram. Am Anfang des Jahres 2015 zog meine Tochter aus wo ich nicht drauf klar kam.....Klinik 6 wochen und später Paroxetin. Es hat 8 monate gedauert bis ich meine :evil: ausgelöste Krise überstanden hatte. Ich war so weit unten konnte nichts von mir fernhalten , Messerscharfe Emotionen ich dachte das ich das nicht schaffe, habe viel Gebetet und dann war ich durch im Sommer 2015. Mir ging es endlich wieder gut. Das Zeug Paroxetin hat mir dabei nicht wirklich geholfen, also dachte ich mir weg mit dem Zeug. Aber was da auf einen drauf zukommt kann man eigentlich keinen zumuten . Das Problem ist die Ärzte glauben nicht mal das es Absetzterscheinungen gibt. Mein Psychiater meinte jetzt wird es aber verrückt. Ich hätte keine Ahnung. Ich glaube ich hab mehr Ahnung als Sie. Kopfschmerzen zittern innen und außen. Brechen Angst vor allem Konzentration schwierig keiten Korperliche schmerzen Nacken haut kribbeln Suizidgedanken. Die ich gekonnt wegschicke zwangsgedanken der übelsten Art. Herzrasen Unruhe Schlaflosigkeit innere Schmerzen.Bin Selbstständig schwer zu Arbeiten. Bin zu meiner Tochter gezogen, kann nicht allein sein innere Leere.Einfach nur Grausam. Und dann die Info vom Arzt das kommt nicht vom Medi. Lg Mercedes
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Re: Aufruf: Wir brauchen eure Erfahrungsberichte

Beitrag von LinLina » Samstag, 16.01.16, 15:43

Hallo Mercedes,

Danke für deinen Bericht.

Wenn du dich mit anderen hier im Forum austauschen möchtest, eröffne doch erstmal hier http://www.adfd.org/austausch/viewforum.php?f=35 ein neues Thema wo du dich vorstellst. Dort kannst du dann auch Rückmeldungen auf deine Fragen und Erfahrungen bekommen.

Liebe Grüße,

Lina

Im Absetzprozess seit 2014: Lorazepam (Benzo) erfolgreich abgesetzt. Mirtazapin aktuell: 0,001 mg Mein Thread
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Re: Aufruf: Wir brauchen eure Erfahrungsberichte

Beitrag von Themawechsel » Montag, 18.01.16, 8:47

- ursprünglicher Grund der Erstverschreibung von Psychopharmaka

Nach Jahren der Verweigerung, kam der Zeitpunkt der Verzweiflung in der aktuellen Lebenssituation. Ich ging zu meinem Therapeuten und sagte ihm, dass ich mich bereit erkläre jetzt Psychopharmaka zu nehmen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich meinen ersten Affektsuizidversuche gerade hinter mir. Das ganze fand Anfang 2015 statt.

- Erstdiagnose

Die Überweisungsdiagnose zu einem Psychiater/Neurologen war ADHS/Borderline und schwere Depressionen. Da sich Therapeut und Psychiater kannten dauerte es nur 7 Tage und ich hatte mein erstes Rezept in der Hand.

- wie war die Begleitung des verschreibenden Arztes? / Hat sie überhaupt stattgefunden?

Der verschreibende Arzt hat mich monatlich gesehen für eine Kurzbeschreibung und alle 3 Monate für ein ausführliches Gespräch. Während der Zeit, fanden im Abstand von 1-2 Wochen Gespräche mit meinem Therapeuten statt. Je nachdem wie viel ich beruflich zu tun hatte.

- wurden begleitende Therapien verordnet?

Bis auf die bereits laufende Therapie keine zusätzlichen Maßnahmen, Psychiater erkundigte sich ab und zu nach der Häufigkeit der Termine beim Psychologen.

- wurde das Absetzen begleitet?

Mein Leben geriet durch äußere Einflüsse völlig außer Kontrolle. Ich bin nicht mehr krankenversichert, ja das ist in Deutschland möglich. Die Therapie wurde dann abgebrochen und die Termine für die medizinische Versorgung unterbrochen bzw. von mir ignoriert und vergessen. Ich habe seit November keine Begleitung mehr und habe im Dezember angefangen die Medikamente abzusetzen.

- wurden Benzodiazepine verschrieben und wurde über deren Risiken aufgeklärt?

Nur Venlafaxin. Die Nebenwirkungen wurden hinreichend erklärt.

- Entzugssyndrom: wie war das Verständnis der Ärzte? Wurdet ihr ernstgenommen?

Die Entzugsgeschichte ist sehr heftig. Die Symptome sind schlimmer als alles bisher dagewesene. Ich habe eine Referenz von einigen jugendlichen selbst Medikationen. Ich dachte ich sterbe.

Gleichgewichtsprobleme
Zaps
Halluzinationen, meist auditiv
Gliederschmerzen
Schlafparalyse, im Wachzustand
Ängste
Aggressionen
Autoaggression
Minderwertigkeitsgefühle
Suizidale Gedanken

- zum Absetzen habe ich bei Bedarf einfach ein paar der Tabletten die in den Kapseln waren gekaut. Zum Schluss also vorgestern nur noch eine.
Bedarf = unerträgliche Symptome.

- Dauer und Folgen des Absetz-/Entzugssyndroms

Bisher bin ich nicht fertig. Obwohl ich seit heute morgen Symptome habe und keine Medikamente mehr besitze.

- Anlaufstellen während des Entzuges? Von welchen Seiten gab es Unterstützung?

Meine Familie und Freunde sind nicht hilfreich, aber zumindest für mich da. Ärzte sind momentan nicht verfügbar. Ich hoffe ich finde noch irgendwo eine Kapsel und komme damit über die Woche.

Beste Grüße
Euer Themawechsel
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Re: Aufruf: Wir brauchen eure Erfahrungsberichte

Beitrag von Murmeline » Montag, 18.01.16, 12:24

Hallo themawechsel,

Danke für deinen Beitrag. Wenn du magst, kannst du unter Antidepressiva absetzen auch deinen eigenen Beitrag aufmachen viewforum.php?f=18

Da kannst du auch reinschrieben, wie du genau abgesetzt hast, von welcher Dosis und in welchem Zeitraum in welchen Schritten. Wir finden es wichtig, verschiedene absetzverläufe zu sammeln.

Lese ich das richtig, du hast die Kügelchen aus der Kapsel genommen und gekaut hast während des ganzen absetzprozesses? Venlafaxin in Kapsel mit Kügelchen ist glaube ich immer retardiert und sollte daher immer mit Kapsel genommen werden - wir setzen hier ab, indem man Kügelchen rausnimmt, die Kapsel wieder fest verschliesst und dann eben mit der verminderten Anzahl Kügelchen einnimmt. Ich weiß garnicht, ob/wie der Wirkstoff mit dieser Methode vom Körper aufgenommen wird?

Es tut mir leid, dass es dir so schlecht geht und dass du zudem eine schwierige Situation mit der Versicherung und therapeutischen der Unterstützung hast.

Ich würde mich freuen, wenn du einen Beitrag eröffnest.

Grüße, Murmeline
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Re: Aufruf: Wir brauchen eure Erfahrungsberichte

Beitrag von Themawechsel » Mittwoch, 20.01.16, 17:16

Hallo Murmeline,

Ich werde hier kurz Zeitraum und Dosis angeben.
Ich bin sehr glücklich darüber, dieses Forum gefunden zu haben und ziehe viel Kraft aus den Berichten anderer.

Aus Erfahrung weiß ich wie retardierte Medizin entretardiert wird.

Mein Präparat war von Heumann in enthielt kleine Tabletten mit 12,5 mg Wirkstoff.
Es waren also 12 Stück in einer Kapsel.

150 mg Venlafaxin 01.12.2015
75mg retard. 02.12.2015 + Bedarfskauen 0
75mg retard. 03.12 +Bedarfskauen 0
Hier kamen die ersten Probleme auf.
75mg retard. 04.12 +Bedarfskauen 0
67.5mg... + 0
50mg + 0
37,5mg + 0
Es ist nun der 08.12
12.5mg + 0
Bisher habe ich kaum Probleme gehabt, außer beim schnellen Absetzen anfangs. Dachte das ist der Stress.
0 am 09.12
Am 10.12 war Kreislauf, Bluthochdruck, Brain Zaps
Alles vollständig vorhanden und ich dachte jetzt sterbe ich.
Erstes Mal Google befragt und herausgefunden das es die Medikamente sein können.
Sofort 37,5mg gekaut, Symptome ließen innerhalb von 45-60 Minuten nach.
Tags darauf 25mg retard.
Meine Medikamente neigten sich schon dem Ende.
12,5mg retard am 12.12 - 04.01
Die Symptome waren schwach und wellenartig vorhanden, aber ignorierbar.
05.01 war der nächste Schritt zur Nüchternheit.
Heftige Symptome, die ich mit scharfem Essen bekämpft habe.
06.01 Durchfall, Schwindelanfälle, Brain Zaps.
Ich kaute wieder 12,5mg
07.01 nichts - Beruhigungstee, viel scharfes Essen...
08.01 wieder heftige Symptome und als Reaktion 12,5mg...
Ich entschied mich täglich wieder 12,5mg retard zu nehmen und wusste der 18.01 ist der letzte Tag an dem ich noch etwas habe.
Gestern war gut. Heute ist es wieder grauenhaft.

Ich habe in meinem Leben von folgenden Substanzen entzogen:
Cannabis
MDMA
Dextro Amphetamin
Kokain
Div. Cathinone
Methylphenidat
DHM
Codein
Benzodiazepine
- Alles kalt und bin problemlos klar gekommen.
Unwohlsein, Übelkeit, Schwitzen, Unruhe.
Annehmbar und innerhalb von drei bis vier Tagen war ich durch das gröbste durch.

Venlafaxin hat dem Wort Entzug völlig neue Dimensionen gegeben.

Ich werde jedem raten niemals SSRI zu nehmen.

Ich hoffe ich schockiere niemanden da ich aus einer anderen "Ecke" komme. Meine Erfahrungen mit "Selbstmedikation" sind aus einer Vielzahl von Gründen entstanden, was meine heutige Abneigung gegenüber jeglicher Chemie maßgeblich beeinflusst und untermauert.

Beste Grüße
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Re: Aufruf: Wir brauchen eure Erfahrungsberichte

Beitrag von padma » Mittwoch, 20.01.16, 17:42

hallo Themenwechsel, :)

ich denke, es wäre gut, wenn du Rückmeldungen/Unterstützung von uns bekommen würdest. Dazu brauchst du einen eigenen thread. Ich richte dir einen ein ( unter http://www.adfd.org/austausch/viewforum.php?f=35) und schiebe deine Beiträge dahin, okay?

lg padma
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LinLinaOliver
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
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1.07.2018: 0,2 mg :schnecke:


Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=15490


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Re: Aufruf: Wir brauchen eure Erfahrungsberichte

Beitrag von Leela » Donnerstag, 11.02.16, 14:33

Hallo zusammen,

Ich möchte hier meine Erfahrungen über meinen Xanaxentzug im Hochdosisbereich von 3,5 mg die ich 10 Jahre lang täglich konsumiert habe berichten. Die Tabletten habe ich das erste mal während meiner Berufsausbildung von meiner Chefin (selber Ärztin) bekommen. :frust: Ich litt unter sehr starken Angstzustände und hätte ohne das Medikament nicht funktioniert..ich war damals zu naiv und zu schwach um mich zu wehren und so habe ich dann auch mit "Erfolg" meinen Abschluss gemacht. Dass diese Sucht dann weitere 9 Jahre andauern würde, konnte ich nicht erahnen damals.

Warum ich die Benzos so lange weiternahm? Ich würde behaupten, ich war sehr schnell abhängig und ohne es zu merken, verschlechterte sich rückwirkend die Wirkung, was ich aber während der Einnahme nicht bewusst mitbekommen habe. Klar am Anfang nahm ich 1mg, etwa ein Jahr lang. Danach steigerte ich die Dosis langsam über die nächsten 3 Jahre bis auf 4 (!)mg täglich! Hm nun denn, ich werde mich in diesem Text auf den Entzug konzentrieren. Bitte verurteilt mich nicht, es fällt mir nicht leicht ehrlich zu sein.

Meine persönliche "Erlösung" und Schreck zugleich kam letzen November. Ich war schwanger! :shock: :shock: Ich war sehr verunsichert und wollte zuerst aus Angst und Scham, die Schwangerschaft beenden. Ich habe mich nur noch schuldig gefühlt und ich wusste, SO kann es nicht weitergehen. Also bekam ich den "Rat" und die Anweisung das Medikament SOFORT abzusetzen (zur Verhinderung / Minimierung von Neuralohrdefekten und anderen Behinderungen). Diesen tollen *ironie* Ratschlag gaben mir zwei Ärzte (Männer). Mir blieb also gar nichts anderes übrig...es begann eine sehr harte Zeit, ich würde behaupten, wohl einer der härtesten meines Leben. Die ersten 2,5 mg habe ich in 3 Wochen reduziert, danach war ich stabil bei 0,5. Eigentlich ging ich nach 3 Tagen sofort runter auf 0,1mg! Mir ging's echt mies und ich kann es auch niemandem empfehlen! Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen, hatte mörderische Kopfschmerzen (sowas kannte ich bis anhin nicht, obwohl ich schon oft Migräne hatte), das Gefühl mein Kopf würde gleich explodieren, meine Beine waren total wackelig, konnte kaum gehen, Muskelbrennen, Sehstörungen, Sprachfindungsstörungen, Zittern, Tinnitsus nonstop, extremen Durst, Hitzewallungen oder Fieber, Frieren, Weinkrämpfe, alle Sinne waren auf 400%, die Wände wackelten und dazu extreme Stimmungsschwankungen und die permanente Angst einen Krampfanfall zu bekommen und das Baby zu schädigen (natürlich können auch einige Symptome von der Schwangerschaft gekommen sein)!

Es war die Hölle und der einzige Grund der mich durchhalten lassen hat, war mein Engel. Ich dachte je weniger ich von diesem Dreck nehme, desto eher kommt mein Schatz gesund zur Welt. Nach drei Wochen hatte ich dann einen Termin beim FA, sie sagte mir, dass dies viel zu schnell war, ich hätte ja einen Entzug (ja wirklich? *ironie*) und das würde dem Baby nicht gut tun. Ich könne ruhig wieder auf 1mg rauf, damals war ich bei 0,12mg. Ich war schockiert (dass mir zwei Ärzte solch schlechte Anweisungen gaben und dass ich es "falsch" gemacht habe). Nun gut auf 1mg wollte ich jetzt nicht wieder rauf, zu hart war die Zeit davor und zum Glück hat sich mein Engel gut entwickelt. Bis dort.

In der 11 SSW ich hat mich der Schlag getroffen. Das Herzchen war stehen geblieben. :cry: Mir gings so mies und gleichzeitig war ich meinem Engel so dankbar für alles. Mittlerweile habe ich die Fehlgeburt fast ganz überwunden und bin total clean! Ich habe es geschafft von 3,5 mg auf 0mg zu kommen, in ambulanter Betreuung, in weniger als zwei Monaten nach 10 jähriger Benzoeinnahme im Höchstdosisbereich! Uff ich bin ganz schön stolz auf mich. Gleichzeitig war ich immer wieder traurig über die Fehlgeburt, aber ich weiss zum Glück, dass es nicht an den Tabletten lag. Ein Chromosomentest bestätigte die Fehlgeburt. Ich war also nicht schuld...ich konnte endlich wieder lächeln.

Und nun? Ich bin clean und hibble einer neuen Schwangerschaft entgegen. <3 Ich möchte allen hier Mut machen, ihr könnt es schaffen! Egal wie lange ihr das Medi schon nimmt, egal wie hochdosiert. Ich hätte auch nie geglaubt, dass ich das schaffen könnte. Und wie ihr sieht, es geht mehr als man sich zutraut. Ich habe auch viele üble Berichte gelesen, es sei schlimmer als von Heroin loszukommen etc. Ich kanns nicht beurteilen, da ich nie Heroin genommen habe...jedoch im Nachhinein, du bist es dir wert! Mir gehts nun viel besser. Meine Angstzustände sind viel besser, es ist als ob sich ein kalter grauer Schleier gelüftet hätte! Ehrlich! Die Farben sind intensiver, das Essen schmeckt besser, die Ängste sind weniger, die Depression ist weg, die Motivation ist zurück, ich lache viiiel mehr, ich spüre wieder die Emotionen, die ich vor 10 Jahren mal hatte.

Ich habe mein altes ICH zurück gewonnen!! Ich spüre MICH. Das wünsche ich allen, die in der selben Lage stecken wie ich damals. Es ist wie ein 3 facher Frühling. Du erwächst aus einem Albtraum, bei dem du gar nicht wusstest, dass du drin streckst! Jeder der diese Zeilen liest und sich fragt, kann ich es wohl auch schaffen? Ja du kannst. Ups, mein Post ist sehr lang geworden. Für Fragen bin ich offen. Nur Mut, ihr könnt es schaffen!

Klar ich empfehle euch, die ganze Sache langsamer angehen zu lassen. Entgegen der von Aston http://benzo.org.uk/german/index.htm vertretenen Meinung, zuerst auf Diazepam umzustellen, entgegne ich, dass man die ganze Sache so künstlich in die Länge zieht. Ich halte nichts davon. Viel wichtiger erscheint mir das Runterdosieren. Ich würde maximal alle 3 Wochen um 0,5mg reduzieren. Das ist dann wohl auch eher zügig, aber wenn du diszipliniert bist, ist es von den NW erträglich. Sehr wichtig finde ich auch, dass du genau schriftlich festhälst, wieviel du täglich nimmst. Schreib am besten einen Plan bevor du startest. Die ersten 3-7 Tage werden die schlimmsten sein. Danach sinkt auch die allgm. Krampfanfallgefahr.

Ich durfte keine Medikamente beim Entzug einsetzen da ich schwanger war. Ich empfehle euch zum schlafen Sequase (Neuroleptika) und evtl. einen Krampfblocker (Antiepileptika, Neuroleptika). Es geht aber meistens auch ohne gut, dass hat mir ein Arzt mit Erfahrung erzählt. Am besten arbeitet ihr mit einem Psychiater oder Hausarzt zusammen. Einige behaupten ja, dass entziehen ambulant sei nicht möglich. Das stimmt nicht. Jedoch muss man gut vorbereitet sein und es sollte auch jemand im selben Haushalt die ganze Zeit des Entzugs für dich da sein können. Du wirst nicht mehr schlafen oder einkaufen können. DIe ersten Tage war ich mehrheitlich im Bett. Es wird alles besser, mit der Zeit. Und danach fragst du dich, warum du nicht schon viel früher diesen Schritt gewagt hast. Nun, ich glaube mittlerweile, dass es manchmal einfach die richtige Motivation und vor allem viiiel Disziplin braucht. Belohnt wird man dafür reichlich, versprochen!!
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Re: Aufruf: Wir brauchen eure Erfahrungsberichte

Beitrag von Murmeline » Donnerstag, 11.02.16, 15:55

Hallo leela,

Danke für den ermutigenden Bericht, LinLina hat Dir ja auch hier darauf geantwortet: viewtopic.php?p=130158#p130158
Es ist schön zu lesen, dass es dir gut geht.

Ich wünsche dir alles Gute für die nächste Zeit und deine weiteren Planungen!

Grüße, Murmeline

PS: Empfehlungen für Medikamente sprechen wir hier nicht aus, Entzugdeckelung auch nicht :)
Das schmälert aber deinen Erfahrungsbeitrag nicht!
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
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Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

Katharina
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Re: Aufruf: Wir brauchen eure Erfahrungsberichte

Beitrag von Katharina » Samstag, 20.02.16, 19:30

Mein Erfahrungsbericht.

Ich war ein auffälliges Kleinkind,kam mit vier Jahren in das psychotherapeutische Institut für Kinder und Jugendliche, zwei mal in der Woche.
Die Akte die ich später einsah, beschrieb: Pavor Nocturno.

Ich blieb bis zu meinem 18Lebensjahr dort in Einzel- und Gruppentherapien.
Was ich hatte, kam nicht heraus.

Ich litt unter schweren Lernstörungen, erreichte mit Mühe die Mittlere Reife.
Ich weiß heute das ich immer Angst hatte und unter Depressionen litt.

Mit 18 fand ich das Valium meiner Mutter, hörte ein Telefongespräch in welchem sie jemandem erzählte das sie dank dieses Valiums
entspannte und die Rückenschmerzen zurück gingen.

Entspannen.-

Ich nahm mir eine Tablette und konnte erfreut in neuer entspannter Handschrift meine Hausaufgaben lösen.

Von da an habe ich mit allen Tricks versucht, immer an diese Medikamentengruppe zu gelangen und war 18 Jahre lang Psychofarmakaabhängig.
(Tavor, Diazepam,Rohypnol, welches damals in Italien leicht verschrieben wurde gegen meine Schlaflosigkeit,
sowie diverse Antidepressiva.

Mit 37 Jahren machte ich eine zweite Ausbildung, Physiotherapeutin und bestand das Examen mit 100 Tropfen Rohypnol gegen die Prfüngsängste die mich ein Leben lang begleiten, ich habe deshalb keine Füherschein.

Ich beschloss nach dieser Ausbildung und dem Annerkennungsjahr stationät zu entziehen, da ich keine Freude mehr empfand.

Der Entzug betrug 9 Wochen 1996 und war qualvoll.
Man riet mir, einen der Suchtklinik angehörenden Suchttherapeuten aufzusuchen um wieder zuhause zurecht zu kommen.

Wir begannen die Therapie schauten Ängste und Nöten an, denn nach dem stationären Entzug war ich so als hätte man mir meine Haut vom Körper abgezogen.
Ich konnte nicht mehr als 15 Stunden in der Woche arbeiten vor Erschöpfung.
Meine Familie half mir.

Nach vier Jahren konsequenter Therapie kam an meine Oberfläche in kleinsten Schritten das ich im Kleinstkindalter vergewaltigt wurde, brutal, kurz und Nachts fas ausschließlich, manchmal mit Fesselung, Würgen und einer zweiter Person.

Ich hatte dies verdrängt.

Nun lebte ich in Therapie und bestand mein Leben 10 Jahre ohne ein einziges Suchtmittel, kein Alkohol, eine Schmerztablette wenn ich zum Zahnarzt mußte.

Dann brach ich zusammen, denn ich litt seit meinem 18 Lebensjahr an einer Hepatitis C die zugleich mit der Ärztinn bei der ich Augenarzthelferin lernte.

2002 begann ich die damalig gegebene Therapie mit Peginterferon und Ribavirin, es klappte nicht in einem Zyklus
ich benötigte mit kurzen Pausen 64 Monate bis 2011. Seitdem Virusfrei.

Während dieser schweren und langen Therapie - ein Zyklus dauerte 1 1I2 Jahre am Stück lang, bekam ich eine schwere Depression die ich nicht bemerkte ich lag eh schwach und elend mager kaum zum Essen in der Lage unter Schmmerzen bis auf vier Stunden am Tag im Bett.

Der mich behandelnde Arzt sagte mit, wenn ich es nicht arrangieren könne das ihn bis 18 Uhr des selbigen Tages ein Psychiater meiner Wahl, der Kenntnisse von Interferon haben müsse, bei Ihm telefonisch melden würde, würde er die Therapie unterbrechen.

Dies gelang mir und mit Unterstüzung und Trost meines Suchttherapeuten, der mich auch am Bett besuchte, akzeptierte ich mit stärkesten Ängsten
die Einnahme von Escitalopram.
Bald hinzu folgte Lorazepam, denn von Escitalopram bekam ich Panickattacken die mich nur noch am Boden kriechen liessen,
eine Panikattacke macht mich immer ohnmächtig ich muss sofort liegen oder ich stürze.
Interferon macht einige Menschen schlaflos, se folgte die gezwungene Einnahme von Zolpidem denn das Nahziel war die Lebergenesung.

Es folgten Mirtazapin, Sertalin, viele andere und Diazepam.

Ich wurde verzweifelt und fand - Gott sei Dank - diese Forum.
Ich druckte die Reduziervorschläge, das Ashton-manual aus und legte dieses meinem Psychiater vor um ein medikament zu reduzieren, ich erinnere nicht mehr jedoch nachdem dieser Psychiater mich zuvor zu der Einnahme von Oxazepam zwang, welches meine Körper in eine kontinuierliche Zwangsbewegung brachte.

Ich bat ihn erneut, mich mit Diazepamtropfen und an meiner Seite der Suchttherapeut, zu reduzieren und er sagte ja.

(Mein besonderer Dank gilt Hannes Wien der damals hier im Forum half.)

Dieser Entzug streng nach Ashton gelang erfolgreich.

Ich mußter ins Krankenhaus, Pancreatitis für mich ein böser Trigger.
Ich konnte diesen Aufenthalt nur mit 80 Tropfen Diazepam täglich ausshalten, was ich mit den dortigen Ärzten besprach.

Danach habe ich wieder nach dem Ashton-Manual des Forums über ein Jahr reduziert und erfolgreich das Diazepam abgesetzt.

Dieses Medikament nehme ich nur in akuter Panik I Derealisazion et.al.
da ich mich von der Interferon/Ribavirintherapie bis heute nicht erholte und eine konstante Medikamenteneinnahme erforderlich (???) war:

-Escitalopram
-Zolpidem
-Mirtazapin
-Lorazepam

- eine Zeitlang Lyrica.

Diese Medikamente reduziere ich jetzt gemeinsam mit meinen langjährigen suchttherapeutischen Begleiter.

Seit drei Tagen nehme ich ein halbe Tablette (die Halbierung ist nicht vorgesehen ich vertrage sie jedoch und habe dies mit dem Psychiater abgesprochen) Bupropion, da ich vier Wochen depressiv kaum aufstehen konnte, kaum trank kaum aß, kaum das Bad benötigte und trozdem einen Diabetes Typ 1 im Griff behalten mußte (aktuell nur Basalinsulin).

Bupropion bekam ich vor zwei Jahren verordnet, es sei ein leichtes Antidepressiva harmlos da es ein Raucherentwöhnungsmittel in erster Linie war.
Vor zwei Jahren mit einer Tablette a`150 am Tag bekam ich einen solchen Wachheitszustand, Euphorie Redefluss, Tatendrang für vielleicht zwei Monate.
Dann bekam ich diskinetische Bewegungen, vergaß was drei Minuten vorher war, bekam eine Temperaturstörung, ich kann mich nicht adequat kleiden da ich nicht weiß wie warm oder kalt mir an den unterschiedlichen Teilen des Körpers ist, zusätzlich zu einem sehr starken Schwitzen, themperaturunabhängig.
Ich bekam Entfremdungszustände, litt unter Dauerschlafen, litt unter Reizüberflutung wenn nur drei Teller nebeneinander standen, wollte ich schreien.
Ich reduzierte dieses Medikament.

Jetzt aktuell nehme ich diese halbe Tablette Bupropion mit wachem Blick.
Ich werde meinen Psychiater und Scuhttherapeuten engmaschig aufsuchen,
ich protokolliere quasi wie es mir geht und was mir geschieht.

Mein Ziel:
Absetzen des Bupropiones sowie ich ca. 5 - 8 Tage auf den Füssen bin,
zumindest nur den Vormittag schlafen muss, jedoch den Nachmittag körperlich aktiv sein kann und seien es nur langsame Haushaltsbewegungen und Gymnastik.

Danach reduziere ich alle anderen Medikamente nach und nach so langsam wie hier beschrieben.

Schließlich lebte ich vor der Interferon/Ribavirintherapie ohne jegliche Psychofarmaka.

Ich bin depressiv ich war dies immer, aber ich habe Möglichkeiten dies ohne Medikamente anzunehmen.
Es ist logisch, in Hinblick auf meine Vergangenheit und gehört zu mir, sowie Dissoziation und Panik
welche ich gut in den Griff bekomme mit Übungen und Gesprächen und Selbstannahme.

Ich bin diesem Forum unbeschreiblich dankbar.

Katharina
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Re: Aufruf: Wir brauchen eure Erfahrungsberichte

Beitrag von padma » Samstag, 20.02.16, 19:44

liebe Katharina, :)

danke dir für deinen Bericht. :hug:

Ich bin nach dem Lesen erschüttert .

Ich glaube, du bist eine ganz besondere Frau. Du wirkst trotz allem,was dir angetan wurde nicht verbittert, sondern versuchst dein Leben anzunehmen und andere zu unterstützen.

Schön, dass es dich gibt. :hug:
liebe Grüsse,
padma

Katharina
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Re: Aufruf: Wir brauchen eure Erfahrungsberichte

Beitrag von Katharina » Samstag, 20.02.16, 20:54

Liebe Padma,

Ich danke Dir.
Nein, Verbitterung oder Pessimismus ich habe mich dagegen entschieden.
Dann hätten mich meine Peiniger besiegt.

Aber, oh nein.

Ich bin ein fröhlicher Mensch, Ich entscheide das, das ich Freude haben kann.
Es sei denn schwer depressiv,
Aber das vergeht, bzw. : diesmal habe ich bewusst etwas dagegen tun müssen, und so wie es ging habe ich mit meiner Nichte Quatsch gemacht Übelkeit etc. wenig Raum lassen können.

Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende
Uns allen nicht zu schwere Stunden.
Katharina
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Katharina
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Re: Aufruf: Wir brauchen eure Erfahrungsberichte

Beitrag von Katharina » Sonntag, 21.02.16, 13:01

How I came to use Psycofarmaca.

I was a difficult strange kid, they told, panickly sleepdisturbed, eatingproblems.
too thin, very very often sick.

at age of four they send me to an ambulant psycological instituition for childen and jung people.
twice a week I had my therapist.
At age 18 I left it.
what I was suffering of, they didnot find out.
later I read their folder: Pavor nocturno but no explanation why and where from.

I always had fears, I always was stressed, I understand and later was told I always was depressive.

I couldnot learn and study out of tension and fears those never ever left me.
Hardly got I my degree Mittlere Reife.

At age 18 I listened to a telefonecall of my mother who told somebody that now, relaxed from Valium her backpain was better.

Relaxed.

I took one Valium, the blue one went to my desk did my homework writings for the first time of my life with an relaxed hand!
I could write in a way that my teachers wouldnot groan and destroy my unlegibile handwriting homework.

I sensed a strange foreign feeling of light-being , being at ease, being somehow free of somewhat.

Since then, with every trick my focus was to get on those medicines, keep little amounts apart from home, keep them as a treasure. A granny had, some adulds in their bathrooms etc.

Later living abroad Rohypnol was easy to get from the doctors for my grave sleeplessnes
I got Halcion
I got Antidepressants
I got Lorazepame
I got Diazepame

I was and addict of those substances for 18 years.

back to Germany I got persciptions of similar substances for my sleeping horror.
Even Tilidin drops for herpes zoster pain, which gave me wonderful states of beeing relaxed.

After finishing my study becoming fisioterapist as I first was oftalmologig-medical-assistent I decided to detox in a clinic.
It was 1996 it took 9 weeks it was horror.
Aftherwards I felt like someone had took my skin of my body. I hardly could look at two objects on an table in the same time without getting a crisis of to "high stimulance reception",only in nature I could hardly stand it.

Luckily in the detox-clinic they send me right there to an terapist for drugsubstances who is an expert of dipendence .

Whit him, twice a week I started my new life.

After four years I started dreaming strange dreams not understanding but knowing thats it, this is it, whoever was it.

Little by little over years I became to understand that I earliest life I was abused mostly at night in the babybed because I do remember the sound of the click to get down the sideboard which prevents to leave this bed on my own.
As I remember the click of the light in the floor and the sound of his special walking when he came, short, quick, brutal - I have no visional remember, but of a big animalface all blurred.
I rememeber, a little older when i got a normal bed, my babysister in the babybed where exactly I was sitting after the night visits, it was on the bathroom on the cold floor, hidden behind the toilet, there wouldnot be place for an bigger child as I was now at age four.
I do remember that lying on the wooden board which they used over the bathtub to chnage nappies that there was a very big something without shape but with frightening "aura".

It wasnot easy for me to understand that my soul or psychic beeing was able to hide completely this from by conscious knowlege and I began reading about to understand,
always twice a week at my therapist.

So I lived since my detox without any substance for 10 years in a very difficult stressed way full of ansia nightmares etc but little by little I grew up into a proud woman who left the dress of a pained child.

2002 I had to begin the Interferone/Ribavirin-therapie against Epaitis C.
it didnot work the first periods of 10 month, or 12 month or one year and a half.
It took 64 month.

The worst of that was that very long curing was that I became heavily depressed, the doctors didnot accept my ongoing without antidepressants.

I was to take Escitalopram.
then Lorazepam because Escitalopram gave me severe panikattacks.
I didnot sleep without Zolpidem.
I got Mirtazapin and differend similiar medicines.

Always togehter with the care and help and courage-making therapist for substance-dipendence-problems.
And the psychiatrist who was expert of Interferone-sideeffects.

I was in a horror state with those medicines inside me and I had the second luck of my life, second after this special therapist who twice in a week consoled and cared for me with and for my horror-pack of psycofarmaca.
This second luck of my life in the horror of those substances was the moment I found via Internet the

ADFD.org Forum.

A milestone in my life.

I wept out of relief I am not alone anymore and there are ways out!
They have plans to reduce in a acceptable way to get rid little by little those substances out of my body again!

Twice times out of other severe sicknesses I had to take huge amounts od Diazepam.

The psychiatrist odered me Oxazepam to reduce Diazepam, I half got crazy with an estranged body who had to be in movement for two days or so, no sitting still or laying quite.

I took the Ashton-Manual to my psychiatrist and asked him, please give me the chance to reduce this very way I show you here. you well know that I meet twice a week the therapist for dipendence help. I will show up at you daily to show you I willnot dissabuse the Diazepam-drops.Ever.

And he said yes.

so twice after getting help from those blessed people here at ADFD.org suffering themselves enormeously as one can see at their signature, never tired to write, to give courage to give love and hugges, daily after few moments or some small hours ther was someone who wrote to my question and worrys.

twice I reduced Diazepam extremely slowly but steadily, over one year or more.
Twice I was succsessful free of Diazepam.

I use Diazepam in case of severe need against Panicattak or Dissoziations et.al.
I learned here for instance, that if I have a crisis I can use for exact four days Diazepam es less as possibile as much as needed ands then abrupt stop it.
It workes!

Still I have some medications left from Interferone/Ribavirin-threatment which in the end was succsesfull at least.
since four years no virus rilevabile
I never recovered strenghs, hence I can´t work anymore.
I still lay in bed in the morning than I get up.

Lately I had a trigger and got a severe depression, in bed withoud need to eat, to drink no need of bathrom.
short moments to eat small amount to keep Diabete Typ 1 up to date.
The trigger was explaines, understood alway toghether with the therapist now once in a week more for stableness and often none in months.
Because now I understand myself.

so there where no reason to be depressiv but nonetheless with all my tricks I remained in bed
emotionless.
Only Diazepam, 15 - 20 drops could melt it up so that I, at least could go tho therapist and psychiatrist for counselling.

Not be able to use this medicine as longer as after four days it gives dipendence to me
I got back, after supervision with therapist and psychiatrist to the tremendos
Elontril, which for two years I got for depression called an totally harmless medicine agains smoking with the favorite side effect of beeing antidepressant.
I write how I learned to know this medicine two years ago, but now it was my only option.
tree days ago I took half of Elontril 150mg a day.
after tree days I stopp it because yesterday it started giving me sudden forgetting where I wanted to get this apple or where I wanted do go and what I wanted to do here ore there in my flat, derealisation started, nausea headache migraine-like.

A nightmare.
I got at once after taking the pill 150mg an extreme euforic state which of course for me was like being in paradise.
Non-stop talking, money spending, running around getting up at eight, seeing the morning sun already forgotten. Maniac I would say - but is was fantastic even if contemporaneally I well knew this state won`t remain like that.

It followed stiff neck, headache, nausea, I forgot what I did a second before, I was hardly able at shopping to handle the money, I got extrapiramaidal movements, weeping breakdowns, nervous side to side looking , tremor, heavy need to lay and sleep not beeing able to get up an body too heavy to move and I divided the non- dividable pill
of 150mg to divide it nonetheless in a half one and so reduced.
The distubing sideeffect of confusion or not understanding my body-temperature, sweating feeling hot and cold contemporaneally not knowing what dress my body needed, remainded.

so, today my actual state of medication is down in my signature;
after this short crisis I hope at least, I will let past one month of time go by.

Then little by little I will reduce all the remaining psycofarmaca even or for all Escitalopram because I am sure it do not help me.
As Zolpidem doesnot help me anymore.

I managed 10 years bevor Hepatitis-treatment without any medication at all, no painkillers exept in case of dentist intervention.

Katharina

P. S. :
My sideeffects:

Derealisation

Zapping in the Head

Panicattac under which I had to lay or I would fall down, a very short way to breathe,
Cramps in the hands, hyperventilating not able to speak.

Fear to loose control and sure of getting mad.

Once I forgot totally my past so that I did not know when last I washed myself or the closes I actually dressed in.

Movement of body parts or better, I was compelled to move day and night.
Akitisy in by backbone like crayon on a wall it felt .

Depression which made me moveless, no need to eat, drink, no need to go to the bathroom only eyeball movement which close to late evening relaxed so I could reach Diazepamdrops
who melted this state and create further difficulties.

Extrapyramidal disturbings

Not being able to look at more than two pieces of ad ed two plates on an empty table
otherwise I got like crazy of the ' too much of things around me'

Outside I had to look on the ground to evitare seeing too many people, traffic moving etc.

Nausea
Bone ache
Headache, emicrania

Bodytemperature disturbance not able to adapt: one part of an arm very cold others sweating and hot, big problems to dress up.

No stimuli to speak.

Yawning continually
Heavy sleepy
Heavy body
Heavy extremely slow bodymovements

Severe eatingproblems
Severe underweight
Not able to smell food at all
Only able to eat cereals yogurt apples banana

Horror of institutions like ospital
Horror of darkness
Panic at hearing small little noises

Not being able to study I forgot at once
Hardly with worst degrees I got Mittlere Reife

Able to learn with Diazepam
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Harald33
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Re: Aufruf: Wir brauchen eure Erfahrungsberichte

Beitrag von Harald33 » Dienstag, 01.03.16, 8:17

Wir benötigen noch Erfahrungsberichte, die vor allem folgende Punkte berücksichtigen:

- ursprünglicher Grund der Erstverschreibung von Psychopharmaka
Angst vor Kontrollverlust ausgelöst durch mehrere Schwindelanfälle nach einer Gehrinerschütterung

- Erstdiagnose
Angststörung

- wie war die Begleitung des verschreibenden Arztes? / Hat sie überhaupt stattgefunden?
Begleitung war sehr schlecht, war gerade 15 Jahre alt als mir das Medikament Paroxetin verschrieben wurde obwohl es für minderjährige
nicht zugelassen war. Niemand klärte mich auf was ich da nehme, welche Nebenwirkungen es hat und Welche Absetzerschienungen auftreten
können.

- wurden begleitende Therapien verordnet?
ja Psychotherapie einmal im Monat

- wurde das Absetzen begleitet?
Es wurde angeordnet doch begleitet wurde ich nicht weder klärte man mich auf über Absetzerscheinungen wie Brain Zaps usw.

- wurden Benzodiazepine verschrieben und wurde über deren Risiken aufgeklärt?
ja wurden verschrieben, Risiken wurden nicht aufgeklärt, wurde nicht über eine mögliche Abhängigkeit weder über Nebenwirkungen informiert.

- Entzugssyndrom: wie war das Verständnis der Ärzte? Wurdet ihr ernstgenommen?
Das Entzugssyndrom war so schlimm dass mir ein Absetzen bis heute nicht möglich war. Extreme Unruhe, absolute Schlaflosigkeit. Starke
Depressionen
welche nicht meiner Erstdiagnose entsprechen, extreme irrationale Ängste welche mit der Erstdiagnose nichts gemein haben.
Das Verständnis des Arztes war nicht da. Kein Arzt glaubte mir und immer wurde behauptet ich sei pschisch krank und sollte weiter Pillen schlucken.

- Dauer und Folgen des Absetz-/Entzugssyndroms
Über die dauer kann nich nichts sagen weil ich nie vom Medikament losgekommen bin. Bei Dosisreduktion beginnt das Absetzsymptom innerhalb
eines Monats und hält mehrere Monate an. Auch bis zu 6 Monaten merkte ich bei geringer Reduktion Absetzsymptome.

- Anlaufstellen während des Entzuges? Von welchen Seiten gab es Unterstützung?
Unterstützung fand ich nur im ADFD Forum, kein Arzt konnte mich dabei unterstützen da mir nicht geglaubt wurde
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VORSICHT BEIM ZU SCHNELLEM ABSETZSCHRITTEN VON PAROXETIN, DIE SYMPTOME KOMMEN MIT MONATEN VERSPÄTUNG IN EXTREMEN AUSMAß, MEDIKAMENTENWECHSEL MACHT ALLES NUR NOCH SCHLIMMER DENN ES FUNKTIONIERT EINFACH NICHT, MÖCHTE NICHT DASS IHR DAS SELBE DURCHMACHEN MÜSST WIE ICH DENN ES IST EIN SPIEL MIT LEBEN UND TOD!

Paroxetin seit 18 Jahren alle Absetzversuche gescheitert!!!!!! Wahrscheinlich alle zu schnell bzw. zu große Schritte aber hinterher ist man immer schlauer ;-)

Seit 01.11.2015 fliegender wechsel auf 60 mg Cymbalta----- Paroxetin 0mg

28.12.2015 Cymbalta hat nicht gewirkt nur Nebenwirkungen und nun extreme Absetzerscheinungen von Paroxetin
zurück zu Paroxetin 20mg cymbalta 0mg hoffentlich geht es gut

Totaler Absturz: extreme Unruhe nicht aushaltbar, absolut Schlaflos Nächtelang, starke Ängste unbegründeter Natur,
Starke Depression bis zur Bettlägrigkeit,

02.01.2016-19.01.2016 ein wilder Mischmasch an Medikamenten, unregelmäßige Einnahme von Flurazepam und
Diazepam, fixe Einnahme von Paroxetin und 2x 25 mg Quentiapin

Medikation seit 03.02

20 mg Paroxetin, 25 quentiapin morgens, 25 quentiapin abends, Umstellung auf Diazepam 1,6 mg täglich
+Absetzplan festgelegt für Diazepam!
Schock hatte teilweise 25 mg Diazepam im Blut :zombie:

10.02 Diazepam auf 0,8 mg reduziert : Symptome leichtes Zittern der Finger, Unruhe, nächtliches Aufwachen
16.02 Diazepam auf 0,6 mg reduziert : Symptome leichtes Zittern der Finger, Unruhe, nächtliches Aufwachen
19.02 Diazepam auf 0,4 mg reduziert : Symptome leichtes Zittern der Finger, Unruhe, nächtliches Aufwachen
21.02 letzte Diazepameinnahne 0,4 mg dann Schluß
Quentiapin von 50 auf 25 mg reduziert

01.03.2016 9 Tage ohne Diazepam, keine Absetzerscheinungen ich denke ich habs geschafft :party2:
9 Tage seit reduktion von Quentiapin, merke keine Absetzerscheinungen und die Tagesmüdigkeit hat sich
gebessert.
10.03.2016 quetiapin auf 0 reduziert, gleichzeitie Antibiotikaeinnahme Augmentin

20.03.2016 beginnende Kreislaufprobleme, niedriger Blutdruck, schneller Herzschlag, ortostatische Hypotonie beim Aufstehen mit Herzrasen
vermehrt innere Unruhe daraus resultierende Angst usw.
25.03.2016 wiedereinnahme von Quetiapin 12,5 mg morgens und 12,5 mg abends, Symptome bessern sich sind aber nach wie vor vorhanden.
29.03.2016 zurück auf Quetiapin morgens 25mg und abend 25mg
Symptome bessern sich langsam allerdings starke Müdigkeit als Nebenwirkung von Quetiapin

Aktuelle Medikation 03,04,2016

Paroxetin 20mg werde ich vorerst so weiternehmen bis ich das Quetiapin los bin
Umstieg auf Wasserlösmethode und für Quetiapin, Morgens 12,5 mg , Mittags 12,5 mg, Abends 25 mg

Maja-Maja
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Re: Aufruf: Wir brauchen eure Erfahrungsberichte

Beitrag von Maja-Maja » Freitag, 11.03.16, 13:18

Bei mir fing alles 2002 (da war ich 45) an. Es wurde eine Autoimmunerkrankung festgestellt. Jetzt nach 14 Jahren hat sich herausgestellt, dass ich einen leichten Verlauf habe. Ich habe mich damals für eine Basistherapie in Form von Spritzen entschieden, die in den Stoffwechsel des Gehirns eingreifen und eine schwere Depression ausgelöst haben.

Seitdem nehme ich AD, jeweils in Höchstdosierung. Informationen über Nebenwirkungen oder Absetzsyptome gab es keine, auch nicht in späteren Gesprächen. Meine Bedenken wurden klein geredet: "Warum wollen Sie sich quälen, versuchen Sie's doch einfach mal". Habe auch begleitend eine Therapie gemacht.

Mirtazapin
Nebenwirkungen: 10 kg Gewichtszunahme, ständiger quälender Appetit, Ohrentzündungen, Harnverhalten, Müdigkeit war weg
Absetzsymptome: Schlaflosigkeit, Grippe

Paroxetin
Nebenwirkungen: extreme Müdigkeit, hab ganze Tage verschlafen, Magenschleimhautentzündung, Harnverhalten
Absetzsymptome: starke Antriebslosigkeit, Müdigkeit, Ängste, keine Lebensqualität mehr, habe mich freiwillig in die Psychiatrie einliefern lassen. Auch dort kein Hinweis auf Entzugssymptome sondern Diagnose mittelschwere Depression

Venlafaxin
Nebenwirkungen: Müdigkeit, Magenschleimhautentzündung, hoher Blutdruck
Absetzsyptome: keine, da man in 37,5 mg Schritten reduzieren konnte (von 375 mg)

Mirtazapin
Nebenwirkungen: 8 kg Gewichtszunahme durch Wassereinlagerungen, Müdigkeit war weg, Hinweis auf regelmäßige Blutkontrollen beim Hausarzt, was ich auch gemacht habe, aber nachgefragt hat die Neurologin (die auch Psychiaterin ist) nicht.
Absetzsymptome: Weinerlichkeit, Ängste, starke Müdigkeit. Innerhalb weniger Wochen verschlechterten sich die Leberwerte, daher Wechsel zum

Escitalopram.
Nebenwirkungen: Zwölffingerdarmgeschwür, Harnverhalten, Ängste, Panik, ca. 6 Wochen lang. Antriebslosigkeit, sfühle mich tark ruhig gestellt, müde
Versuche derzeit zu reduzieren, aber die kleinste Dosis ist 5 mg, was wieder zu Absetzsymptomen führt wie Übelkeit, starker Antriebslosigkeit, Müdigkeit. Es gibt Tropfen mit 15 ml = 15 Tropfen. Wie soll man damit über einen längeren Zeitraum reduzieren?

Frage an die Pharmaindustrie: Warum werden keine Antidepressiva hergestellt, die nicht abhängig machen? Warum gibt es keine kleineren Dosierungen um besser absetzen zu können?

Ich hoffe mein Bericht ist nicht zu lang geworden.

Viele Grüße
Maja-Maja
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Re: Aufruf: Wir brauchen eure Erfahrungsberichte

Beitrag von sabio » Dienstag, 29.03.16, 23:39

Also ich habe wegen Drogenkonsum und Prüfungsstress eine Depression entwickelt dachte ich . . . (heut denk ich, das war einfach ne Drogendepression die wieder abgeklungen wäre) ich ging zum Hausarzt, weil ich mich nicht konzentrieren konnte und er verschrieb mir AD . . . das war vor 11 Jahren . . . Die nahm ich über 2 Jahre . . . Dann, jedesmal wenn ich die absetzte, kriegte ich innert Tagen die Depressionen zurück . . . und so wurden die immer weiter verordnet und jetzt sind 11 jahre vorbei . . . ich wurde nicht begleitet und auch nie zum weglassen motiviert . . . von absetzsymptomen erzählte mir niemand, auch nicht 2 verschiedene psychiater, die ich in den 11 jahren konsultierte . . . inzwischen bin ich bei einem gelandet, der glaubt, dass ich an absetzsymptomen leide und diese immer wieder mit einer Depression verwechselt werden . . . denn die Symptome sind die gleichen, nebst 100 anderen üblen Begleiterscheinungen (physisch wie psychisch). . . dank eurer seite weiss ich, dass man das gaaaanz langsam ausschleichen sollte . . . meint ihr das macht noch sinn nach 11 jahren ??? eure meinung . . . ich werds so oder so versuchen auszuschleichen . . . ich fühl mich nicht echt und sexualität ist auch seit langer zeit ein ding der unmöglichkeit, da keine lust und kein orgasmus . . . wenn ich die AD's jeweils abgesetzt habe, ging das mit der sexualtät immer nach ca . 3 Tagen nach der letzten Einnahme von AD
Off Topic
Hinweis von jamie: sabios eigener Thread ist hier http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 18&t=11309 . Bitte dort weiterschreiben
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Re: Aufruf: Wir brauchen eure Erfahrungsberichte

Beitrag von Fleurianne79 » Dienstag, 12.04.16, 22:12

Hallo,

ich versuche stichpunktartig die letzten drei Jahre runter zu rattern. Die Gründe für Diagnose und Verschreibung von Psychopharmaka mögen durchaus berechtigt gewesen sein.
Nach einem harten Jahr mit vielen Schicksalsschlägen und Fehlentscheidungen kam 2013 ein totaler Zusammenbruch. Angststörung mit mittelgradiger Depression gepaart - so die Diagnose.
Ich ließ mich zeitnah in eine Klinik einweisen, dort verblieb ich 12 Wochen. Wurde auf Escitalopram eingestellt, welches keine zufriedenstellende Wirkung zeigte. Die Therapeuten nannten mich therapieresistent, konnten keine wirkliche Diagnose stellen, da in allen Tests etwas anderes herauskam und meine psychische Problematik nicht wirklich greifbar war. Zwischen der Diagnose Borderline, dependente Persönlichkeitsstörung, generalisierte Angststörung, Erschöpfungsdepression, PTBS war alles im Gespräch.

Auf meinen Wunsch hin nach 12 Wochen Entlassung und ambulante Psychotherapie vor Ort.
Hier hieß es: Sie sind gesund, bzw. durchschnittlich normal oder bekloppt und bei dem was sie durchhaben, darf man auch mal ne depressive Phase haben.

Bei der Psychiaterin in der Heimat vorstellig sagte die zu mir, naja wenn Escitalopram eh nicht greift, gehen Sie bitte erst mal zum Endokrinologen... der fette Knoten an ihrem Hals sieht verdächtig aus - nicht, dass Sie mir noch n Hashimoto haben oder sowas.

Vier Wochen nach dem Endokrinologentermin wurde mir ein 14cm langer Tumor samt halber Schilddrüse entfernt und Hashimoto diagnostiziert.
Es folgte ein ewiges Einstellen mit L-Thyroxin.
Parallel dazu versuchte es meine Psychiaterin mit Duloxetin zu stabilisieren. Ich war schließlich fertig, platt, nicht belastbar, hatte ein Kleinkind daheim und die Psychotherapie hatte extreme Wunden aufgerissen. Da mein Vater aufgrund einer Stoffwechselstörung ebenfalls seit Jahren Duloxetin nimmt, wagten wir den Versuch.

Ich nahm 30mg Duloxetin und behaupte - es war gut so.
Vielleicht wäre all das auch ohne gegangen, aber es gab mir Sicherheit.
Nach 80 Stunden Therapiesitzung war ich nun soweit, einen Absetzversuch zu starten.
Brav, jeden 2. Tag nur ne Kapsel und dann nix mehr.
Das war im August 2015 und ich landete im übelsten Absetzsyndrom wie es hier oft zu lesen ist.
Also wieder hochdosiert und auf Frühling 2016 verschoben.
Diesmal entgegen Ärzterat nach der Kügelchenmethode - immer 1mg weniger und wenn ich keine Beschwerden hatte, wurde nach 5-9 Tagen weiter runter reduziert, manchmal auch 2-3 mg.

Das ging super, bis ich bei 10mg ankam. Hier begann der Horrortrip.
Die hier erwähnten Absetzsymptome kamen trotz minimalstem Runterdosieren alle auf einmal und mit voller Wucht.
Die Abstände des Runterdosierens wurden länger und ich zwang mich, das auszuhalten, da ich nach den Osterferien ja wieder arbeiten musste und bis dahin das Gröbste rum haben wollte.

Ich war zwei Wochen krank geschrieben. Durchfall, Kopfweh, Gangunsicherheit, Zaps, Schüttelfrost, nächtliches Erwachen mit Alpträumen, Halluzinationen im Dunkeln...das komplette Programm.
Ohne meinen Lebensgefährten und meine Freundin, die bereits einen Benzodiazepin Entzug erlebt hat, wäre ich wahrscheinlich durchgedreht.

Nach drei Wochen...plötzliche Besserung des Empfindens:
Durchschlafen- erster Erfolg!!!!
Kopfweh ohne 600er Ibu aushaltbar - zweiter Erfolg!!!
Ich konnte kurze Strecken mit dem Auto fahren, ohne schwindelig zu werden oder das Gefühl zu haben, betrunken zu sein - dritter Erfolg!!!

Heute, knapp fünf Wochen nach Erreichen der 0mg geht es mir psychisch normal gut. Kopfweh, Zaps, Schlafprobleme, Halluzinationen, Ängste WEG!!!!
Durchfall und Übelkeit (so wie in den Schwangerschaftsmonaten oder wenn man unterzuckert ist) sind geblieben, bzw. wandelten sich vor ein paar Tagen scheinbar in einen üblen Blähbauch, Reizdarm, keine Ahnung was. Vielleicht ist es auch einfach Zufall und hat mit dem Absetzen nix zu tun...ich warte ab.

ABER: Wenn ich könnte, würde ich die Firma Lilly verklagen, wegen Vortäuschung falscher Tatsachen, Vorenthalten wichtiger Nebenwirkungen und wegen seelischer und körperlicher Grausamkeit!!!! :sports: :sports: :sports:

Ja, Duloxetin mag mir in einer schwierigen Lebensphase geholfen haben.
Ja, ich wurde darüber aufgeklärt, dass es beim Einschleichen und Einstellen Anfangssymptome wie Mundtrockenheit, Müdigkeit, Schwindel, Kopfweh geben kann.
ABER: DASS ICH WOCHENLANG DURCH DIE HÖLLE GEHE UND DAS - OBWOHL ICH mg weise AUSGESCHLICHEN HABE....das hat mir von der medizinischen Seite keiner gesagt.
UND ICH HABE VORAB HIER SEHR VIEL GELESEN UND DACHTE SCHON, DASS ES KEIN ZUCKERSCHLECKEN WIRD.....ABER DAS, WAS ICH DA DURHGEMACHT HABE ...DAS ÜBERTRIFFT DIE SCHLIMMSTEN VORSTELLUNGEN!!!!

Und das ALLERSCHLIMMSTE: Du denkst ja während des Absetzens: *shit*!!! vielleicht bin ich ja echt noch krank und muss das Zeug weiternehmen. Denn die ganzen Probleme, warum du mal begonnen hast, die Medis einzuwerfen, die kommen schlagartig und in übelster Form zurück....und wenn ich nicht im direkten Umfeld jmd. gehabt hätte, der immer wieder gesagt hat: Gibt dir bitte vier Wochen Zeit, dann darfst Du es wieder nehmen, wenn es nicht besser wird!! dann hätte ich das Zeug wieder hoch dosiert, nur um diese Qualen nicht durchzumachen.

Bitte, wenn ihr das lest und vorhabt Auszuschleichen. Weiht jemanden in den Plan ein. Lasst ihn hier die Berichte lesen. Macht irgendwelche Regeln aus, setzt Codewörter oder sonst etwas, damit euch jemand begleitet, der Ahnung hat und einen gesunden Blick auf euch und euer Verhalten werft.
Es gibt evtl. Phasen während des Ausschleichens, da seid ihr selbst nicht in der Lage zu entscheiden, was gut und gesund für euch ist.

Mein Freund wusste: Wenn ich suizidale Tendenzen entwickele ist Schluss mit lustig. Wenn ich abmagere oder Fieber entwickele, ebenfalls. Alles andere war verhandelbar und er hat mehr wie einmal mit meiner Therapeutin telefoniert und gefragt, ob ich nun besser wieder hoch dosieren soll oder ob es noch tolerierbar ist. Bei üblem Schüttelfrost, Durchfall und Erbrechen, da wurde er unsicher und hielt Rücksprache. Die Therapeutin sagte in solchen Fällen: 6-8 Stunden beobachten, wenn es nicht besser wird Krankenhaus und wieder auf die letzte Dosis hochgehen.
Das war zum Glück nie der Fall. Es ging wirklich nach ein paar heftigen Stunden weg. Es kam dann irgendein anderes dummes ekelhaftes Symptom in den Vordergrund, aber ich zog mich daran hoch, dass es weg ging. Nichts blieb ewig und ich war mir sicher: Die Zeit ist mein Freund.


Von ärztlicher Seite kam weniger Unterstützung beim Absetzen, als von der Therapeutin. Die kannte solche Stories vom Höllentrip und vertraute darauf, dass ich mir das nicht einbilde.
Die Therapeutin hat aber auch immer in einem Buch (Kompendium der Psychopharmaka oder sowas) nachgeschlagen und gesagt: Naja, hier steht das jetzt nicht so schlimm beschrieben drin, aber ich weiß von Erzählungen her, dass das was sie durchmachen normal ist.

Ich wünsche allen von Herzen, dass es ihnen gut geht. Ob mit oder ohne Medikamente.
Den Führungskräften der Pharmakonzerne wünsche ich, dass sie das Zeug mal selbst nehmen ...und auch wieder absetzen müssen!!! Vielleicht bekommen wir dann ja eine etwas ehrlichere Beschreibung der Nebenwirkung und Aufklärung über Absetzerscheinungen...die ja kein Entzug sind, sich aber genauso anfühlen!!!!
LG
Fleurianne
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zarax
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Re: Aufruf: Wir brauchen eure Erfahrungsberichte

Beitrag von zarax » Dienstag, 03.05.16, 1:32

Hallo liebe Forenmitglieder.
Ich bin zarax und mittel- bis Hochdosisabhängig von Lorazepam und zeitweise Zopiklon. Bei Alkoholkonsum geht es in den 30mg Bereich. Ansonsten nehme ich 2 bis 3 mg Lorazepam plus 15 mg Zopiklon, so vorhanden.

Aufgrund meiner vielfältigen Probleme habe ich Neuroleptika u Antidepressiva fast aller Arten "getestet", aber sie brachten mir nichts als Unheil und Entzug. Ärzte nennen es Absetzsyndrome ;-)

Mein letzter Versuch war stationär nach Schema der Klinik. Ich hatte Lungenentzündung und habe das 3. Mal mit einer furchtbaren Angst vor einer Psychose reagiert.

Als Ersatz für Lorazepam gab es Oxazepam. Das hiess für mich alle 4 h entzugig zu sein.
Nach Absetzen des Antibiotikums wurde es etwas besser, aber ich war in einem festen Entzugsschema, was nicht passte. Zumal sich die Schlafwache auch noch um 20mg verrechnet hatte. Also nahm ich einmalig 2mg Lorazepam, um nach 3 durchmachten Nächten nicht durchzudrehen.

Fazit für mich: Hoffentlich nie wieder stationär und neue Medikamente wie ssri auch nicht mehr.

Meine Ärtzin ist zum Glück bereit, das Ashton Protokoll mit mir zu machen.
Allerdings habe ich ziemlich Angst, dass es wieder nicht klappt.

LG und sry für die lange Vorstellung


PS Zum Absetzen v Ssri, Neuroleptika und co könnt ihr gerne fragen.
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Oliver

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