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Unterstützung durch Partner_In, Freund_in beim Entzug

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Tritone
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Unterstützung durch Partner_In, Freund_in beim Entzug

Beitrag von Tritone » Donnerstag, 08.10.15, 16:04

Liebe Leute,

wie ihr wisst, begleite, unterstütze ich meine Partnerin Chicoline dabei, von dem Venla-Dreck wegzukommen. Es vergeht kein Tag, an dem wir uns nicht Face-to-Face über diesen lang andauernden Absetzweg austauschen. Beide haben wir den festen Glauben, es diesmal zu schaffen. Nun ist Chicoline als "Venla-Schluckerin" die Hauptbetroffene - sie ist es, die die Nebenwirkungen nach 10 Jahren deutlich spürt - und diese auch als Nebenwirkung erkennt...und nicht als Symptome ihrer - wahrscheinlich schon längst überwundenen Depression (Sorry - ich neige zu Schachtelsätzen - und bevor Chicoline wieder meckert, kommt jetzt mal ein Punkt :lol: ). Allerdings bin ich ja - sowohl während des vorherigen Einnahmezeitraums und jetzt auch im Entzug sowas wie ein "Mitschlucker" (sorry - mir fällt kein anderes Wort ein), insbesondere der - Wort habe hier im Forum kennengelernt - Neuro-Emotionen...und hier setzt meine Frage an:
Gibt es Erfahrungen, Ideen von euch, wie ich als Partner Chicoline liebe- und hoffnungsvoll - ohne Druck aufzubauen - unterstützen kann...was hilft, was ist weniger hilfreich, was wird gewünscht, was ist " :censored: " und über-protektiv??? Fragen über Fragen - über die ich ständig im Austausch mit ihr bin...aber ihr wißt, dass es bei diesem Weg auch Phasen geben kann/wird, in dem ich sie trotz meines Wissens und der allerbesten/-liebevollsten Absichten nicht erreichen kann...diese Phasen möchte ich minimieren und reflektiert damit umgehen, um die Unterstützung zu geben, die sie braucht. Nun habe ich einiges professionelles Wissen (bin selbst Fachpflger Psychiatrie mit antipsychiatrischer Haltung - Cooper, de Laing, Basaglia lassen schön grüßen - und phämomenologisch denn biologistsich unterwegs) - es ist, aber durchaus für mich ein emotionaler Unterschied, auf der einen Seite Menschen als Profi aus Beruf beim Absetzen zu begleiten oder - wie im Fall von Chicoline - einen Menschen, dem ich mit aufrichtiger Liebe verbunden bin.
Also: Bin über jede Anregung dankbar, die mich zum Reflektieren meines Verhaltens oder Un-Verhaltens auf unserem gemeinsamen Weg bringt.
Grazie mille! :fly:
Zuletzt geändert von Murmeline am Donnerstag, 08.10.15, 16:30, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Unterstützung durch Partner_In, Freund_in beim Entzug

Beitrag von padma » Donnerstag, 08.10.15, 18:23

hallo Tritone, :)

hier ist ein Beitrag von Finchen :) zum Thema: http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 59#p114859

lg padma
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Re: Unterstützung durch Partner_In, Freund_in beim Entzug

Beitrag von tulpe » Dienstag, 24.11.15, 12:50

Das find ich mal richtig gut!
Einer der wichtigsten Aspekte im Entzug, der total unterschätzt wird.
Ich bin z.B. in diesem meinen jetzigen Entzug sehr suidizal (richtig geschrieben?), depressiv, voller Angst und oft am weinen.
Wenn mein Partner nicht wäre, hätte ich mich schon mehrere Male versucht umzubringen.
Er erinnert mich immer wieder daran, dass diese ganzen Gefühle auf einem chemischen Ungleichgewicht basieren. Er sagt immer so wunderbar schön: "so ein scheiß Entzug!". Er nimmt mich in den Arm, nimmt mir Arbeit im Haushalt ab oder macht mir klar, dass man den Mist auch einfach mal liegen lassen kann. Er hat gelernt, dass Druck mir schadet und dass mich unter Druck setzen regelmäßig zu furchtbaren Streitereien führt. Also gibt es keine Sätze, die mit "Du musst..." beginnen. Er fragt stattdessen: "hast Du schon....?". Und steht dann für mich auf und macht mir Tropfen oder holt eine Tablette oder sonst was. Er entlastet mich bei ganz vielen Dingen, die getan werden müssen. Ganz oft bewegt er mich dazu mich anzuziehen und raus zu gehen. Er fährt mich dann mit dem Auto durch die Gegend oder setzt sich mit mir in irgendeinen Bäcker. Wir reden dann zum tausendsten Mal über den schlimmen Entzug und beobachten andere Menschen. Er guckt mit mir am Abend Serien, die mich ablenken und versucht mir immer wieder mittels irgendwas Ablenkung zu verschaffen. Er muss auch ganz schön viel aushalten und kämpft sich durch meinen Entzug. Es ist total anstrengend für ihn aber für mich ist er mein Ritter in stählerner Rüstung. Er kämpft für mich und ist sehr mutig. Und er verlässt mich nicht!!! Ein total toller Mann, ohne den ich schon lange aufgegeben hätte!

Ich liebe Dich sehr - du mein Ritter!
Deine tulpe
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Chronisch Schmerzkrank seit 2006. 2007 Diagnose Depressionen, Agoraphobie und Angststörung.
2010 Medikamente aufgrund eines Benzoentzuges: Lyri*a 100-100-100-100; Seroqu*l 100-100-100-100; Cymbal*a 120-0-0
2011 Seroqu*l reduziert auf 0-0-0-75; Lyri*a reduziert auf 100-0-0-100; Valdoxa*n 0-0-50
Lyric*a zwischendurch für Krankenhausaufenthalte auf 4x100 erhöht
2012 Fentanylpflaster 50mq/h nach einem Jahr anwendung abgesetzt durch Umrechnung auf retadierten Kapseln
2013 2x Morphinentzug von 300mg auf 3x10mg; dafür habe ich das Lyri*a auch mit 4x100mg verwendet und das Seroqu*l zusätzlich als Bedarf
ab 02.02.14 Lyri*a 0-0-0-0 (stolz, stolz, stolz)
400mg intravaginal Progesteron seit 12/2013
B50 Komplex hochdosiert (hilft mir sehr gut)
Schmerzmedikamente bei Bedarf:
Novalgin
Katalodon (nicht mehr wegen Todesfälle)
DoloVisan*o (auch nicht mehr wegen Gefahren)
23.03.14 Seroqu*l 0-0-50mg
31.03.14 Seroqu*l 0-0-37,5mg
04.04.14 Seroqu*l 0-0-25mg
11.05.14 Seroquel 0-0-12,5mg
20.04.14 Seroqu*l 0-0-0 mg
17.07.14 Valdoxan von 50 auf 25mg reduziert
Cymbalt*a:
10.11.14 ca. 48-50mg; 04.12.14 ca. 36mg; 05.01.15 ca. 30mg; zwischendurch auf 0;am 15.03.15 wieder auf 10mg hochdosiert / 07.04.15 auf 12,5mg hochdosiert /14.04.15 auf 15mg hochdosiert
Entzugssymptome: explodierte Haut, Albträume, Rücken-, Kopf-, Zahnschmerzen, extreme Übelkeit, Bauchkrämpfe, Gereitztheit, Unruhe, depressive Momente, Angstmomente, heiße Wellen, Kribbeln in Gliedmaßen, Launisch, Tinnitus und vieles mehr.
18.05.15 Fentanylpflaster 50mq
22.05.15 Fentanylpflaster 37,5mq
22.05.15 Duloxetin von 15mg auf 30mg hochdosiert
29.05.15 Fentanylpflaster weg, Kapseln eindosiert (hat Entzug verursacht)
15.09.16 Truxal von ca. 2 mg auf 0
15.11.16 Clonidin von 37,5 mq auf 0
----------
aktuell:
Morphin 30-30-30 mg retardiert
Cymbalta 60-0-0 mg (von 60mg seit Oktober 14 reduziert, leider wegen starker, chronischer Schmerzen wieder hochdosiert)
Valdoxan 0-0-25 mg
Baldrian 0-0-600 mg
Clonidi*n 0-0-0 mq
Truxal 0-0-0 mg (musste ich im Mai beginnen mit 18,75mg)
Novalgin bei Bedarf bis zu 4x 1000mg tgl.
Ortoto*n im Notfall (max. 3x 2 Stück)
Buscopa*n, Ibuprofe*n (nur, wenn der Ishias durchdreht)
B50 Vitamin Komplex
B12 hochdosiert 5000 mqg täglich,D3 4000 Einheiten tgl.
Cranberol*a 1-3 täglich
Macrogo*l 0 täglich (Abführmittel), Magnesiumcitrat
Schmerztherpie: Nervenblockade am Bauch: Anästhetikum Novocain per Spritze an 2 Nerven 1x pro Woche
Heizkissen ohne Ende (Achtung: alles ab 40°C verursacht Verwachsungen; auch Wärmflaschen am Rücken z.B.)
Tensgerät

Seit Anfang okt. 17 nenne ich CBD Öl
Außerdem habe ich eine Therapie bei Heilpraktiker begonnen: PSE

Flummi
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Re: Unterstützung durch Partner_In, Freund_in beim Entzug

Beitrag von Flummi » Dienstag, 26.12.17, 9:58

Hallo,
Wir sind zu zweit im Entzug. Mein Mann hat im Oktober 10 mg Citalopram abgesetzt und ich im August 20 mg. Nun rund um Weihnachten sind wir beide manchmal abwechselnd schlapp und kraftlos. Keiner drängt den anderen zu etwas, muntert ihn aber auf oder schlägt mal einen Spaziergang in nahegelegenen Park vor oder wir beten gemeinsam um Kraft.
Dennoch bin ich sehr froh, dass wir dieses Citalopram einfach abgesetzt haben, auch wenn ich das nicht weiterempfehlen würde. Wir haben beide nach der Heirat gemerkt (wir sind ein bisschen altmodisch und haben bis zur Heirat gewartet), dass wir sexuelle Funktionsstörungen damit hatten und es war nicht aushaltbar. Eine Freundin von mir hatte es auch abgesetzt und hat eine Weile Neuroemotionen gehabt. Sie kann ich auch ein bisschen danach fragen. Letzlich scheint der Faktor Zeit und Ruhe aber viel zu tun, einfach abwarten und Tee trinken.
Ich bin ja schon eine Weile hier im Forum und nun kommen diese Erscheinungen. Vielleicht ist das dann nicht so schlimm, hier in guten Händen mit Gleichen zu sein. Man weiss, was Fenster und Wellen sind....Mal schauen, wie ich arbeiten kann (mein Mann ist Student). Bis zum 8.1. Habe ich noch Ferien. Das ist mit noch unklar....
Sicher kann es gut tun, wenn man dem Partner oder der Familie dieses Forum zeigt. Das vielleicht als Hinweis für die, die nicht so viel Verständnis von Ihrem Partner bekommen.
Alles Gute,
Claudia
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Arianrhod
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Re: Unterstützung durch Partner_In, Freund_in beim Entzug

Beitrag von Arianrhod » Dienstag, 26.12.17, 17:49

Hallo Tritone,
möchte dir sagen, dass ich ganz gerührt über dein posting bin. Es gibt sie also, die liebevollen Partner , die ihre Partner durch den Entzug begleiten.
Ich drücke euch so die Daumen.

liebe Grüße Arian
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