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Umgang mit Grübelzwang, Zwangsgedanken

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Umgang mit Grübelzwang, Zwangsgedanken

Beitrag von padma » Mittwoch, 23.12.15, 22:15

hallo zusammen,

in Potatoivs :) thread hat sich ein sehr interessanter Austausch entwicklt, den ich mit ihrem Einverständnis hier rüberkopiert habe. Danke Potatoiv :hug:
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 51#p124751
Hallo alle!

Ich hätte eine Frage...leidet ihr, wenn ihr depressiv seid, auch so stark unter Grübelzwängen und Zwangsgedanken...zur Zeit ist es unerträglich...es quält mich den ganzen Tag.
Habt ihr vielleicht Tips für mich, wie man damit gut umgehen kann...hab ja so einiges gelesen, aber eigene Erfahrungen sind immer besser!

Danke,
potatoiv
Hallo,

Wenn es akut ist, hilft mir Spazierengehen und Hörbücher hören.

Alles Gute
Oliver
Hallo,

also von Zwangsgedanken bin ich glücklicherweise verschont geblieben, aber die endlos-12-Stunden-bis-in-den-Zusammenbruch-hineingehende-Zwangsgrübelei kenne auch ich :o .
Anfangs war ich so sehr darin gefangen, dass ich mein Verhalten überhaupt nicht reflektieren konnte und ich war wirklich ausgeliefert!
Kannte das Forum nicht, hatte kaum jemandem zum drüber reden.. war sehr schlimm :( .
Mittlerweile habe ich Techniken drauf, aber es ist wirklich so, dass jeder selbst rausfinden muss, was ihm hilft.

Liste ohne Wertung, wobei Punkt 2 für mich am wichtigsten war und auch Haushalt mich zumeist runtergeholt hat:

1) Hab irgendwann zu Leinwand und Ölpastellkreide gegriffen und meine Gefühle ausgedrückt
2) Immer wieder Eckhart Tolles Mega-Hörbuch "Jetzt! Die Kraft der Gegenwart" angehört. Das ist derart krass und beansprucht den Verstand so sehr, dass man überhaupt nicht mehr grübeln kann. Ich sage es immer wieder hier im Forum: Dieses Hörbuch hat mir das Leben gerettet!!!!
3) Nordic Walking
4) Moderates Putzen, Aufräumen, Sortieren
5) Mit Postcrossing begonnen (http://www.postcrossing.com)
6) Computerspiele, daddeln, Nintendo DS damals im WIFI-Modus :wink:


Grüße
Jamie
Lieber Oliver, liebe Jamie,

danke vielmals....ich hasse diese Grübelzwänge wirklich schon extrem...sie kommen immer schubweise, dann ist es wieder ein paar Tage besser und dann gehts wieder los....das schlimme ist, dass ich dann irgendwann anfange, die Dinge von den Zwangsgedanken fast schon zu glauben...das ist schrecklich, man weiss überhaupt nicht mehr, was stimmt, vor lauter denken! Kennt ihr das auch so extrem?

Ich werd mal durchprobieren von euren Vorschlägen!

Alles Liebe,

potatoiv
Hallo potatoiv, mir ging und geht es oft ähnlich, auch hab ich oft Kathastrophendenken dabei, wie wenn ich zur Türe rausgehe, das mit plötzlich durch den Kopf schießt, du kommst nicht wieder , nie wieder wirst du diese Türe aufschließen, dir wird was ganz schreckliches passieren. Ich sag mir dann immer das ist der Entzug , mir wird gar nichts passieren monoton vor mich her bis ich wieder ruhiger bin. Wenn ich dann nach Hause komme sag ich mir bewusst an der Türe siehst du war alles Quatsch du bist doch nach Hause gekommen. Was ich auch besonders hab ist wenn ich ein Lied gehört habe , das sich das ständig in meinem Kopf wiederholt, stundenlang, echt gruselig. Oder ich fang an mein Leben zu inspizieren, warum hast du da so gehandelt und nicht so ? Was wäre wenn ich anders gehandelt hätte und ich da von hundertsten ins Tausendstel abtauch.

Was mir dann hilft, ist mich abzulenken, ich nehm mein Smartphone und mach mir mit Kopfhörer Musik auf die Ohren am besten geh ich dann mit meinen Hunden raus in die Natur und merke dann nach einiger Zeit das es ruhig wird in meinem Kopf, dann lausche ich bewusst Vögeln, Geräusche der Blätter , spiel mit meinen Hunden , das schaltet diesen Grübelzwang bei mir aus.

Zuhause hilft mir aus diesem Zustand rauszukommen ganz banale Sachen wie putzen, kochen. Mittlerweile hab ich das ganz gut im Griff und merke wenn ich wieder droh in diese Gedankenkreiseln abzutauchen mir innerlich sofort ein strenges Stop zu setzen. Das funktioniert ganz gut wenn man sich da gleich am Anfang bei erwischt. Wenn man schon mittendrin steckt ist es schwieriger da wieder den Ausgang zu finden. Ich hab mir auch schon bewusst den Fernseher angemacht um ner Sendung zu lauschen die mich interessiert. Oder ich lasse ne Meditationtext laufen und mach die Übungen mit, bei youtube gibt es zahlreiche Angebote.
Frohe Weihnachten wünscht dir Petra
Liebe Petra,

danke für die weiteren Tips...es tut mir leid, dass ihr das auch so habt...aber irgendwie beruhigt es mich...ich komm mir immer so völlig irre vor...aber wenn ich höre, dass andere das auch haben, dann nimmt mir das dieses Gefühl.
Ich habe zur Zeit starke Zwangsgedanken wegen meinem Freund...ich glaube ich habe starke Angst ihn zu verlieren, weil es mir so schlecht geht und ich glaube, er wird das nicht immer mit durchstehen...sobald wir dann eine kleine Meinungsverschiedenheit haben, dann wird das ganz extrem...ich fürchte mich dann richtig vor den Gedanken, dass ich ihn verlassen muss, dass wir keine Zukunft haben und in weiterer Folge, dass ich ihn nicht mehr lieben könnte ( bin ja durch die Depri und die ganzen Entzüge auch so gefühllos), das steigert sich so, dass ich dann totale Angstzustände von dem Schmarren bekomme und voll verkrampfe und es rattert den ganzen Tag weiter dahin in meinem Schädel...bis zu dem Punkt, wo ich mir denke, wenn ich solche Gedanken über ihn habe, dann hat das ganze ja nie wieder einen Sinn, denn sonst würde ich ja nicht so denken...die Gedanken bestätigen sich sozusagen dann selbst....dann geht es mir hundeelend und ich werde total hoffnungslos.
oder ich denke die ganze Zeit, dass ich gleich verrückt werde, jetzt gleich, jetzt gleich und das macht natürlich die gleiche Angst...
und noch eine Reihe von Angst vor der Angst - Gedanken... sich hineinsteigern in die Angst...

schiach wie man sich selbst durch Denken das Leben schwer machen kann! Theoretisch weiss ich, dass das Angstgedanken, Grübelzwänge, Zwangsgedanken sind, die durch den Entzug und die Depression kommen, aber irgendwie glaubt ein kleiner Teil von mir, es könnte es wahres dran sein und dann steigert es sich wieder...

Danke auf jeden Fall und schöne Festtage,
potatoiv
Liebe Potatoiv,

Also dass mit den fixen Gedanken gg. dem Partner, das kenne ich auch. In der letzten Krise hab ich meine Mutter angeschrien, dass ich von ihm weg muss, weil er mit jemandem wie mir nie dauerhaft zusammensein kann und sollte. All diese zwanghaften Gedanken führten zu noch mehr Zusammenbrüchen. Ihn hab ich mir nach so stunden des Grübelns auch geschnappt und ihm lang und breit dagelegt, warum das auch in seinem Sinne besser ist, wenn es sofort beendet wird.

Er blieb immer ruhig und sagte, wir können das in sechs Monaten wieder besprechen, derzeit wird nix entschieden.

Ich bin sicher, dass es sich wahr anfühlt ist das tückischste an diesen Gedanken. Ich konnte mich nie wirklich stoppen, wenn ich drin war. Es bleibt also nur, zu schauen, dass es einen nicht so sehr reinzieht, und wenn man das verpasst hat, dann muss man leider oftmals einfach nur durch und warten, bis es abklingt.

Drück dich mal, Grüße murmeline
Liebe Murmeline,

vielen vielen Dank für deine Geschichte...ich komme mir wirklich total irre vor, aber anscheinend gehört das wirklich auch dazu... ich glaube, der Partner steht einem halt am Nächsten und wenn es einem so elend geht, versucht man einfach irgendeine Lösung zu bekommen, damit es einem besser geht und dann denkt man in alle Richtungen...vielleicht liegt es ja an der Partnerschaft, dass es einem so schlecht geht...ausserdem nimmt man eh nur das Negative wahr...

DANKE,
potatoiv
Hallo,

ich hab da auch meine eigene Version von, gegen die ich nun seit vielen Jahren mehr oder minder erfolgreich ankämpfe. Vorher gabe es eine sehr lange Phase, wo diese Ideen auch schon da waren, aber so sehr "ein Teil von mir", dass ich mir gar nicht bewusst war, dass das vielleicht einfach selbstzerstörerische Zwangsgedanken sind, gegen die ich angehen kann. Meine Zwangsgedanken oder Zwangsideen in meinen dunklen Phasen sind ganz einfach: Ich bin eine Last und ich bin schlecht für die Menschen um mich herum und ziehe sie nur runter.

Das fing schon in meinen Teenagerjahren an und es hat lange gedauert, bis ich das überhaupt als etwas identifiziert habe, gegen das ich angehen muss. Vieles was ich in meinen Teenagerjahren und bis so ca. Anfang 30 getan habe, war unbewußt getrieben von diesen Ideen. Ich war dadurch sehr leicht zu manipulieren, weil ich "als Ausgleich" versucht habe, es allen Recht zu machen und das hat Menschen angezogen, die das auszunutzen wussten. Ich hatte glaube ich trotzdem viel Glück, weil ich auch immer von lieben Menschen umgeben war, die es gut meinten, aber ich bin schon auch auf ein paar Leute reingefallen, die ich heute als gut getarnte Soziopathen bezeichnen würde.

Die Tatsache, dass ich das alles nun eigentlich weiß schützt mich trotzdem nicht davor, dass ich da immer mal wieder reinrutsche. Wenn ich da dann richtig drinstecke, finde ich auch immer Beweise dass das so ist und ich denke immer, ich muss weg von allem und irgendwo hin, wo ich keinem zur Last falle (meine Selbstmordgedanken in meiner schlimmsten Phase in 2002 waren so gesehen einfach nur eine konsequentere Art, das erreichen zu wollen - ich wollte einfach nicht mehr existieren, weil ich dachte, dass das dann besser für alle Beteiligten ist). Ich finde den Umgang damit bis heute sehr schwer und ich denke mittlerweile, dass das so tief drin steckt, dass ich das vielleicht niemals wirklich überwinden kann, aber seit einigen Jahren habe ic zumindest das Gefühl, dass ich lerne damit zu leben und es so zu integrieren, dass es möglichst wenig Schaden anrichtet.

Alles Gute
Oliver
Hallo, Liebe Eva!

Das mit dem Grübeln bis hin zu Zwangsgedanken kenne ich leider auch und komme selber immer nur schwer davon weg.
Ich habe dazu zwei Taktiken, um sie ein bisschen loszuwerden, vor allem beim Einschlafen! Die eine hab ich mir selber "erfunden" (vielleicht gibts die sowieso irgendwo niedergeschrieben): Ich gehe gerne im Wald bei kleinen Bacherln wandern. Ich stelle mir also bei düsteren Gedanken so ein Bacherl vor und schmeiß diese Gedanken dann dort hinein und das Bacherl spült die Gedanken fort. Oder ich stell mir auch vor, dass Bacherl rinnt durch meinen Kopf und spült gleich von dort die düsteren Gedanken raus...
Die andere Taktik hab ich in einem Buch "Der Biophilia-Effekt" von Clemens G. Arvay gelesen: Wenn unliebsame Gedanken auftauchen, soll man sie kurz betrachten und zu Wolken umdenken, die dann wegfliegen. Ist überhaupt ein schönes Buch über die heilsamen Kräfte des Waldes/der Natur.

Unter tags schau ich öfters meine Lieblingsserien auf DVD in Englisch an und dazu die deutschen Untertitel. Einerseits ist es sehr interessant, die originalen Stimmen der Lieblingsschauspieler zu hören, andereseits lenkt das Englisch verstehen bzw. das Lesen der deutschen Untertitel sehr ab, man braucht viel Konzentration dazu und kommt so weg von den Grübeleien!

Das Gefühl, nur mehr eine Belastung für die liebsten Menschen zu sein, kenne ich auch nur zu gut.

Hier - viewtopic.php?f=8&t=10648 - hab ich dazu mal meine Gedanken niedergeschrieben.

Wünsch dir alles Liebe und Gute, dass es dir bald besser geht!!!
Lieber Oliver, liebe Nora,

vielen lieben Dank für eure Worte...es ist so toll, wie man von euch allen unterstützt wird.
Es ist schlimm, wie sehr uns unsere eigenen Gedanken verletzen und fertig machen können!
Mein Selbstwertgefühl ist nach den letzten vier Jahren nur Angst und Depression und die ganze Medikamentenhölle wirklich weit unter Null!
Von daher kein Wunder, dass man so denkt...aber wie wieder aufbauen, aus dem Teufelskreis ausssteigen...ich habe auch große Angst davor, dass man das wirklich nicht mehr wegbekommt...so wie Oliver schreibt...es gräbt sich so tief in einem ein...aber ich denke, es gibt auch Ursachen dafür...die wirklich meist in der Kindheit liegen...irgendwann holt einen das ein.
Aber wir alle wünschen uns, das hinter uns zu lassen und endlich frei davon leben zu dürfen.

Ich bin zur Zeit wieder extrem überempfindlich...ich habe gerade gezeichnet um mich abzulenken...eine sehr kindliche Zeichnung von einem Raben, der irgendwie mein Krafttier ist...mein Freund ist gekommen und hat kurz geschaut und gelacht...ein bisschen so: na was zeichnest du da für eine Kinderzeichnung...ich bin sofort innerlich in Tränen ausgebrochen...er hat es sicher nicht böse gemeint...einfach spontan so, wie er es gerade ehrlich empfunden hat, aber ich bin sofort total innerlich zerstört, weil ich überhaupt keinen Selbstwert mehr habe...schaut er mich nur nachdenklich an, dann interpretiere ich schon das schlimmste....ich frage mich, wie soll einen wer lieben können, wenn man sich selbst oft gar nicht mehr lieben kann, weil man so fertig ist.
Und es macht mir Angst so überempfindlich zu sein, dass man gar keine Schutzhülle, Abwehr, Haut mehr um sich herum hat...alles gräbt sich sofort tief in einen ein...dringt ungehindert durch und tut unendlich weh...die Nerven liegen im wahrsten Sinne total blank...da bleibt nur der totale Rückzug, aber irgendwie macht der es noch schlimmer...

Morgen möchte ich zu meiner Familie fahren...das erste Mal seit 4 Jahren, als das alles begann...ich möchte es sehr und dennoch geht es mir jetzt so schlecht...ich habe Angst davor, es nicht zu schaffen...oder dass ich dort dann zusammenbreche! Ich bin sowas von instabil, das macht mich fertig, denn ich möchte so gerne wenigstens die Dinge machen könne, die ich mir wünsche!

Ich wünsche euch allen das Allerbeste,
potatoiv
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Re: Umgang mit Grübelzwang, Zwangsgedanken

Beitrag von padma » Montag, 18.01.16, 22:11

hallo zusammen,

ich kopiere hier einen Beitrag von Kimeta :) zu "Grübelgedanken" rein:
1. Die Zettel-Methode
Die habe ich viele Jahre angewendet, da besonders vor dem Schlafengehen oder beim Autofahren immer wieder derselbe Gedanke kam (Du darfst nicht vergesessen, dies und das zu machen. Obwohl ich früher nie was vergessen habe). Also habe ich es aufgeschrieben, dadurch war klar, dass ich es nicht vergesse und der Gedanke war gestoppt.

Die Methode habe ich in einer Situation erweitert, als ich viele Baustellen und Sorgen hatte und immer wieder darum kreiste: großes Blatt Papier nehmen und ein Mindmap mit allen Sorgen draufmalen. Dann dazu schreiben, ob man etwas machen kann und wenn ja was, und das Ganze mit Hilfe verschiedener Farben sortieren. Ich habe sogar einmal Karteikarten erstellt, eine für jede Sorge, und die nächsten Schritte draufgeschrieben. Bei Sorgen, bei denen man nichts machen kann (Krankheit in der Familie) oder auf etwas warten muss, was schönes draufschreiben oder -kleben bzw. ein Datum notieren, wann man sich damit weiter beschäftigen kann/muss. Die Karten habe ich dann immer mal ausgelegt oder durchgeblättert und so hatte ich das Gefühl, einen Überblick oder eine Kontrolle zu haben.

2. MBSR oder Achtsamkeitstraining
Das machen ja einige hier und auch ich empfinde das als sehr hilfreich: Wenn ein Gedanke kommt, ihn wahrnehmen ("Ah, da ist wieder der Gedanke x oder das Gefühl y") und ziehen lassen. Nicht ärgern, nicht bewerten, sich nicht hinein verstricken. Das kannst Du mit verschiedenen Bildern verknüpfen, z.B. der Gedanke ist eine Wolke, die vorüberzieht oder er schwimmt auf einem Fluss und wird weitergetragen

Wichtig ist die Formulierung. Also in Deinem Fall nicht: "Ich höre wieder Gespräche", sondern "Da sind wieder die Gespräche". Oder allgemeiner: nicht "Ich habe wieder Angst" sondern "Da ist wieder die Angst". Stell Dir vor, Du bist ein neutraler Beobachter, der auf Romy guckt und von außen registriert, wie Du Dich fühlst.
.
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 12#p127312
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Re: Umgang mit Grübelzwang, Zwangsgedanken

Beitrag von Arianrhod » Dienstag, 19.01.16, 17:26

ich berichte hier über eine psychologische Methode gegen Zwangsgedanken:
viewtopic.php?f=4&t=10825

liebe Grüße Arianrhod
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Re: Umgang mit Grübelzwang, Zwangsgedanken

Beitrag von Matt2000 » Mittwoch, 20.01.16, 15:23

Dann möchte ich gerne noch was dazu schreiben..

Für alle die meine Geschichte nicht kennen, ich habe wegen depressionen und einer schlimmen Angststörung, die letzten 13 Monate 8 verscheidene ADs und Benzos bekommen. Das letzte was ich noch nehme sind zurzeit 3,75 mg Mirtazapin.

Ich habe mich in den letzten 10 Monaten grundlegend verändert. Nichts ist mehr wie früher.
Ich bin fast 24 und lebe noch bei meinen Eltern im Haus.
Ich bin durch die Angststörung nicht mehr groß vor die Tür gegangen, wodurch sich dann natürlich die Depressionen entwickelt haben. Naja wie gesagt nahm viele Medis in kurzer Zeit, ist voll in die Hose gegangen, war hoch suiziedal etc, hab dann im August letzten Jahres die Notbremse gezogen.

Jetzt schleichen sich immer schlimmer werdende Gedankenkreise ein, die das Thema sich von Zuhause abnabeln haben, das meine Eltern irgendwann sterben und ich ganz alleine auf der Welt bin, ich das niemals schaffen werde etc.
Ich kann diesen Gedanken nicht mehr ausweichen, habe schon Paraneua und Albträume.. Ich habe auch schon versucht einen STOP Gedanken einzubauen, hilft nix wird immer nur noch schlimmer.

Womit habt ihr gute Erfahrungen gemacht, was euch in diesen Situationen hilft ?
2006-2014 Fluoxetin 10mg.

2014- über 4 Wochen ausgeschlichen (keine Probleme)

11.2014- Venlafaxin 75- 150mg. (keine Wirkung/unvereinbare Nebenwirkungen)

1.2015- Auf Anleitung des Neuro 150 mg Venla. kalt abgesetzt und fliegender wechsel
auf 10 mg. Escitalopram. Folge: Verdacht auf Serotoninsymdrom //
1. Woche KH.
1.2015 Wegen unertragbarer Symthome versuch erst 3. Wochen mit Tavor, dann mit 15 mg.
Doxepin zu puffern.

1.2015 Nach 3. Wochen Escitalopram kalt abgesetzt wegen zu starker Nebenwirkungen //
fliegender Wechsel auf Paroxetin 5 mg. + 10 mg. Doxepin
Nach der 4ten Dosis starke Depressionen und Suiziedgedanken// sofort abgesetzt.

2.2015 Fliegender Wechsel auf 10 mg. Fluoxetin nach 1 W. 20 mg.,nach 1 W. 30 mg.
+ 10 mg. Doxepin.//Paradoxe Reaktionen Suiziedales Verhalten, starke Depressionen,
Schmerzen, keine Kraft mehr, schlimme Panikattacken, Appetitsverlust + Erbrechen
Innerhalb von 2 Wochen bis auf 5 mg. reduziert.

5.2015 Fliegender Wechsel auf 5 mg. Brintellix, erst keine Besserung
Nach 5 Tagen Erhöhung 10 mg. + 10 mg. Doxepin.
Erste manische Phase für 2 Wochen, dann Absturtzt in Depression, Gefühl wie auf Droge.

6.2015 Aufnahme TK. Nur noch geweint, starke Stimmungsschwankungen, 2. Suiziedversuche,Depressionen
Appetitverlust, Übelkeit, beginn von DR /DP // Gefühl für sich total verloren, Angst vor mir selber.

6.2015 Absetzten Doxepin// ersetzt durch 15 mg. Mirtazapin.

7.2015 Entlassung TK (Diagn. Persönlichkeitsstörung) Medikation: 10 mg. Brintellix, 15 mg. Mirtazapin, 20 mg.
Prometazin.

7.2015 Vorstellung ambulant in einer Klinik// Vom Professor als Bipolar II eingestuft. Zusätzlich 50 mg.
Lamotrigin.

8.2015 Nach 3 Wochen Lamotrigin Nebenwirkungen wie Nasenbluten, Unruhe, Zittern im Gesicht.
8.2015 Im Urlaub Notbremse gezogen: Nur noch Suiziedgedanken, Lichtempfindlich, nichts mehr gegessen, starke DR/DP
Angst vor Psychose. DR // Ich habe NICHTS ! mehr wargenommen !
Brintellix für 2 Wochen auf 5 mg. dann abgestezt
Lamotrigin kalt abgesetzt.
Mirtazapin in 3 Wochen von 15 auf 3,75 mg. (absetzten bis Heute nicht möglich !)

9.2015 Stesstoleranz nimmt immer weiter ab, grundloses Weinen stellt sich ein, DR/DP werden immer schlimmer.Depressionen mit Suiziedgedanken, Verzweifelung, Albträumen, komisches Verhalten, Störung mit Anderen.

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Re: Umgang mit Grübelzwang, Zwangsgedanken

Beitrag von lunetta » Mittwoch, 20.01.16, 16:48

Hallo!

Einzig und allein: Ablenkung hilft bei mir.
Sobald ich mich auf`s Sofa setze oder mich ins Bett lege beginnt diese Gedankenspirale. Ich muß aktiv etwas tun, damit ich abgelenkt bin. Manchmal kann ich nicht einmal lesen, weil ich merke, dass ich eine Seite gelesen habe, aber nicht weiß WAS ich gelesen habe:(

Womit ich mich aber in letzter Zeit mehr beschäftige ist das Thema wovor ich mich am meisten fürchte und was die schlimmste Konsequenz wäre. Eigentlich ist es in meinem Fall sehr lapidar - Krankheit, Übelkeit, Sterben. Deshalb versuche ich bewußt mir den Supergau vorzustellen und dabei zu denken, dass wir alle irgendwann einmal sterben müssen und dass ich es ohnehin nicht beeinflussen kann - es also nur geschehen lassen muß.
Ich versuche mir immer einzureden, dass egal ob ich Angst habe und nervös bin oder ruhig und gelassen - der Tag geht rum. Und das ist jeden Tag so, jeder Tag endet irgendwann, jede Nacht endet mal und ob ich mich fürchte oder nicht ändert nichts, also ist es besser es nicht zu tun.
Ist leichter gesagt als getan, aber mir hilft es meistens (nicht immer).

Dann beschäftige ich mich auch intensiv damit, dass ich eigentlich Angst habe, weil ich schlimme Zeiten, Situationen erlebt habe. Deshalb habe ich Angst vor der Zukunft, dass mir das zukünftig wieder passieren wird. das Fatale daran ist, dass ich damit ständig in der Vergangenheit und Zukunft lebe, aber die Gegenwart, also das JETZT nicht lebe. Ist das nicht schrecklich?
Und das versuche ich zu ändern, indem ich bewußter den Augenblick, das JETZT wahrnehme. Ist aber sehr schwer!

LG
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Re: Umgang mit Grübelzwang, Zwangsgedanken

Beitrag von padma » Donnerstag, 21.01.16, 19:09

hier ein Beitrag von Gitte :) :
Ich habe auch in dem Grübelthread gelesen und kann vielleicht etwas zum Thema "Zwangsgedanken " beisteuern ,da mich die,ja auch lange Zeit fest im Griff hatten ........
Meine damalige Psychotherapeutin (leider schon in Pension )hat mir das so erklärt :Ich soll mir das Unterbewusstsein als einen Briefträger vorstellen ,der mir unbedingt und um jeden Preis einen Brief bringen will .Und da ich ja immer fürchterliche Angst vor diesen Gedanken hatte und sie versuchte zu verdrängen und zu ignorieren wurden sie immer stärker .Und so sollte ich mir das vorstellen ,der Briefträger will mir diesen Brief bringen ,und er wird um so energischer wenn ich ihn nicht nehme .Also musste ich hinschauen und diese Gedanken aussprechen ,und nun ja es wurde besser ...
Ich traute mich erst nicht ,weil ich halt dachte ,die Therapeutin lässt mich doch sicher sofort wegsperren und ich schämte mich auch fürchterlich für diese Gedanken .Aber irgendwann dachte ich ......wenn ich will das es besser wird muss ich´s wohl sagen .
Und sie war weder schockiert noch entsetzt sondern sagte :Böse Gedanken hat "jeder "Mensch ,sie bekommen erst Macht über uns wenn wir uns vor ihnen fürchten .Vielleicht würde es auch helfen ,wenn man sie aufschreibt und laut vorlest .....wär so eine Idee oder mit einem sehr vertrauten Menschen bespricht (ohne Bewertung quasi ).Es gibt da so ein schwedisches Sprichwort :nenne den Troll beim Namen und er wird platzen .....
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 99#p127599
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Re: Umgang mit Grübelzwang, Zwangsgedanken

Beitrag von Alex61 » Dienstag, 02.02.16, 12:42

Hallo,
auch ich scheine an Grübelzwang zu leiden. Die Gedanken kreisen und springen wie wild, und ich mache mir immer Sorgen, daß dieses oder jenes nicht klappen könnte. Eine Art Kontrollzwang? Bei mir erstreckt es sich aber konkret auf ein Thema, Kreditaufnahme und ob die Rückzahlung funktioniert. Sobald es etwas stockt, werde ich unruhig und denke die Entscheidung war falsch. Da ich die Kreditaufnahme aber nicht allein machen konnte, sind noch mehr dran beteiligt. Aber mich läßt es nicht mehr ruhig werden.
Das Sorgen ist glaube ich tatsächlich erlernt. Denn schon mein Vater (selbständig) führte bis morgens um 3 Uhr mit mir Diskussionen über geschäftliche und familiäre Probleme. Ich mußte am nächsten Tag in die Schule. :(
Damals (ich bin jetzt 54 Jahre weiblich) wurde das nicht als Krankheit gesehen. Es waren Sorgen. Und anscheinend hab ich DAS gut gelernt. :(

Viele Grüße
Alex
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Re: Umgang mit Grübelzwang, Zwangsgedanken

Beitrag von Annanas » Freitag, 08.04.16, 12:23

Hallo zusammen, am Tag kann ich mich relativ gut ablenken, meistens kommen bei mir diese Grübelgedanken abends kurz vor dem Einschlafen.
Ich versuche mir dann eine graue Mauer vorzustellen (nichts Farbiges - lenkt, zumindestens mich, auch ab) - immer wieder, auch wenn die
Gedanken wieder abschweifen wollen.
Was mir auch hilft, ist, zu rechnen (nicht einfach so ein paar Aufgaben - sagt mein Hirn - macht keinen Sinn). Ich rechne dann im Kopf in meinem Medi-Absetzplan rum - meistens schlafe ich dann darüber ein.
LG Anna
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Vorgeschichte:
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Venlafaxin (225 mg) - Einnahme seit 2007 - Absetzverlauf seit Januar 2016
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28.01.2018 30. Red. 1 mg auf 6 mg - wegen starker Beschwerden am 02.02. auf 6,3 mg aufdosiert
______________________________________________________________________________________
Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen Anderer ergeben haben.

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Re: Umgang mit Grübelzwang, Zwangsgedanken

Beitrag von MorulaMyomatosus » Mittwoch, 13.04.16, 8:39

Hallo liebe Leidensgenossen,

hier auch noch mal ein Lebenszeichen von mir..
Wie es mir geht? Jeden Tag anders. Von katastrophal bis ok ist alles dabei. Aber letztes Jahr ging es mir besser. Das ist schwer zu ertragen. Ich bin jetzt im 21. Monat nach Null. Puh.. Ich habe mir hier den Thread durchgelesen und nun habe ich eine Frage, ich würde mich über eure Gedanken dazu freuen. Es ist ja so, dass Zwangsgedanken bzw. generell Zwangsstörungen zumindest in den USA zu den Angststörungen zählen, in Deutschland wohl nicht. Meine Grunderkrankung waren ja Panikattacken verbunden mit Krankheitsängsten. Waren das vielleicht auch schon Zwangsgedanken? Also dass man immer meint totkrank zu sein? Die ZG die nach den SSRI gekommen sind hatten dann "nur" einen anderen Inhalt, nämlich im Besonderen Suizid. Für mich ist es immer noch schwer zwischen Grunderkrankung und Entzug zu unterscheiden. Leider. Ich wäre mir natürlich am liebsten zu 10000 % sicher, dass das immer noch Entzug ist. Aber die Zweifel sind immer noch da und das macht mir Angst.

Ich hoffe, dass es euch einigermaßen gut geht und ja... bis bald.

Morula
Irgendwann 2007
Diagnose „Panikstörung“.
Erste Einnahme von Citalopram 20 mg.
Wegen Schlafstörungen Zopiclon 7,5 mg über ein halbes Jahr.
Zopiclon selbstständig innerhalb von 8 Wochen ausgeschlichen. Keine Entzugssymptome wahrgenommen.
Tiefenpsychologische Therapie über 2,5 Jahre.

Anfang/Mitte 2010
Citalopram nur noch unregelmäßig genommen, dann eigenständig kalt abgesetzt, da ich dachte ich wäre über den Berg.

Ende 2010
Nach einigen Monaten auf 0 mg setzt, von jetzt auf gleich, der verzögerte Entzug ein. Hauptsymptom: Extreme Suizidgedanken. Ich wusste allerdings nichts von einem Entzug!
Neue Diagnose: „Autoaggressive Zwangsgedanken“ und "mittelschwere bis schwere Depression".
Zweite Einnahme von Citalopram 30 mg und begleitend Lorazepam 1,5 mg
Lorazepam nach ca. 3 Wochen abgesetzt. Keine Entzugssymptome wahrgenommen.
Citalopram wirkt nach 3 Wochen wieder, die Suizidgedanken und alle anderen Symptome sind weg.
Verhaltenstherapie über 3 Jahre.

Ende 2013
Citalopram wieder unregelmäßig genommen, dann wieder eigenständig und kalt abgesetzt, da ich einigermaßen symptomfrei war.

Mai 2014
Nach ca. 5 Monaten auf 0 mg setzt wieder, von jetzt auf gleich, der verzögerte Entzug ein. Hauptsymptome: Schreckliche Suizidgedanken, Gedanken an Fremdgefährdung, völlige Appetitlosigkeit mit starkem Gewichtsverlust.
Auch hier wieder keinen Zusammenhang erkannt, deshalb Wiedereindosierung von Citalopram 40 mg, dazu Lorazepam 1,5 mg.
Lorazepam nach ca. 8 Wochen, ohne erkennbare Probleme, abgesetzt.
Auch nach wochenlanger Einnahme zeigt das Citalopram diesmal keinerlei Wirkung. Es wurde immer schlimmer.
Ich beschäftigte mich langsam mit der Problematik der Psychopharmaka.

Juli 2014
Stationärer Aufenthalt und kurze Umstellung auf Escitalopram. Auch dann kein Wirkeintritt und keine Besserung.
Viel zu schnelles und deshalb unbewusst kaltes Absetzen des Escitalopram innerhalb von 2 Wochen, unter ärtztlicher Begleitung in der Klinik.
Letzte C*pralex am 14.07.2014, seitdem im protrahierten Entzug!
Erst nach der letzen Tablette habe ich langsam verstanden was da eigentlich passiert ist und einen klaren Zusammenhang zu der SSRI-Einnahme erkannt.

Ende August/Anfang September 2014
Es stellen sich die typischen Wellen & Fenster ein.

Update Oktober 2015
Ich bin immer noch im protrahierten Entzug. Es ist extrem wechselhaft und betrifft besonders die Emotionen.

Update April 2016
Seit der letzten Tablette sind nun 21 Monate vergangen. Leider halten die Symptome immer noch an. Seit ca. Jahresbeginn wechseln sich die Wellen und Fenster fast täglich, häufig auch stündlich bis minütlich, ab. Das ist alles extrem anstrengend. Tja... Weiter geht's :schnecke:

Update Mai 2017
34 Monate nach Null. Immer noch im protrahierten Entzug.

Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende!

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Re: Umgang mit Grübelzwang, Zwangsgedanken

Beitrag von padma » Mittwoch, 13.04.16, 18:23

liebe Morula, :)

schön von dir zu hören.
Es tut mir leid, dass es dir immer noch nicht gut geht.
Ich wäre mir natürlich am liebsten zu 10000 % sicher, dass das immer noch Entzug ist.
Eine absolute Sicherheit gibt es im Leben nicht.
Es ist ja so, dass Zwangsgedanken bzw. generell Zwangsstörungen zumindest in den USA zu den Angststörungen zählen, in Deutschland wohl nicht. Meine Grunderkrankung waren ja Panikattacken verbunden mit Krankheitsängsten. Waren das vielleicht auch schon Zwangsgedanken?
Entscheidend ist nicht die Klassifizierung der Psychater, die sind ja doch sehr willkürlich. Du erlebst andere Symptome, die erst durch das SSRI gekommen sind, das ist das Entscheidende:

Entzugssymptome müssen auch nicht vollständig anders sein, als die Ursprungsproblematik. Oft sind sie ja ähnlich, das macht die Sache so schwierig und heimtückisch.
Die ZG die nach den SSRI gekommen sind hatten dann "nur" einen anderen Inhalt, nämlich im Besonderen Suizid.
Ich sehe schon einen Unterschied zwischen Krankheitsängsten und ZG mit suizidalem Inhalt.
Wie es mir geht? Jeden Tag anders. Von katastrophal bis ok ist alles dabei.
Auch das ist typisch für eine Funktionsstörung des ZNS.
Aber die Zweifel sind immer noch da und das macht mir Angst
Ja, das verstehe ich, dass dir das Angst macht. :hug:
Ich bin jetzt im 21. Monat nach Null.
Für Betroffene im protahierten Entzug ist das leider noch keine Zeit.
Du könntest deine Frage auch noch im thread für Langzeitbetroffene stellen, sie lesen hier wahrscheinlich nicht mit.

ganz liebe Grüsse,
padma
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Absetzverlauf:
► Text zeigen
1.07.2018: 0,2 mg :schnecke:


Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=15490


Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.


Ich bin vorübergehend nicht im Forum aktiv und habe daher meine PN Funktion abgeschaltet. Bitte wendet euch aktuell bei Moderationsangelegenheiten an Murmeline oder Ululu 69

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Re: Umgang mit Grübelzwang, Zwangsgedanken

Beitrag von MorulaMyomatosus » Donnerstag, 14.04.16, 8:18

Danke liebe Padma, du hast natürlich recht. Ich glaube diese ganze Rumdenkerei, ob Entzug oder nicht, ist wohl auch Teil der Symptomatik. Ich habe das nämlich immer dann, wenn es mir nicht gut geht. Habe ich ein Fenster, ist das wieder kein Thema. Das ist sooooooooooooooo.. anstrengend!

Ich wünsche euch allen einen auhaltbaren Tag.

Morula
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Irgendwann 2007
Diagnose „Panikstörung“.
Erste Einnahme von Citalopram 20 mg.
Wegen Schlafstörungen Zopiclon 7,5 mg über ein halbes Jahr.
Zopiclon selbstständig innerhalb von 8 Wochen ausgeschlichen. Keine Entzugssymptome wahrgenommen.
Tiefenpsychologische Therapie über 2,5 Jahre.

Anfang/Mitte 2010
Citalopram nur noch unregelmäßig genommen, dann eigenständig kalt abgesetzt, da ich dachte ich wäre über den Berg.

Ende 2010
Nach einigen Monaten auf 0 mg setzt, von jetzt auf gleich, der verzögerte Entzug ein. Hauptsymptom: Extreme Suizidgedanken. Ich wusste allerdings nichts von einem Entzug!
Neue Diagnose: „Autoaggressive Zwangsgedanken“ und "mittelschwere bis schwere Depression".
Zweite Einnahme von Citalopram 30 mg und begleitend Lorazepam 1,5 mg
Lorazepam nach ca. 3 Wochen abgesetzt. Keine Entzugssymptome wahrgenommen.
Citalopram wirkt nach 3 Wochen wieder, die Suizidgedanken und alle anderen Symptome sind weg.
Verhaltenstherapie über 3 Jahre.

Ende 2013
Citalopram wieder unregelmäßig genommen, dann wieder eigenständig und kalt abgesetzt, da ich einigermaßen symptomfrei war.

Mai 2014
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Lorazepam nach ca. 8 Wochen, ohne erkennbare Probleme, abgesetzt.
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Erst nach der letzen Tablette habe ich langsam verstanden was da eigentlich passiert ist und einen klaren Zusammenhang zu der SSRI-Einnahme erkannt.

Ende August/Anfang September 2014
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Update Oktober 2015
Ich bin immer noch im protrahierten Entzug. Es ist extrem wechselhaft und betrifft besonders die Emotionen.

Update April 2016
Seit der letzten Tablette sind nun 21 Monate vergangen. Leider halten die Symptome immer noch an. Seit ca. Jahresbeginn wechseln sich die Wellen und Fenster fast täglich, häufig auch stündlich bis minütlich, ab. Das ist alles extrem anstrengend. Tja... Weiter geht's :schnecke:

Update Mai 2017
34 Monate nach Null. Immer noch im protrahierten Entzug.

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Re: Umgang mit Grübelzwang, Zwangsgedanken

Beitrag von padma » Montag, 25.04.16, 13:34

hallo zusammen, :)

hier mal was Mutmachendes:

Hoffnungsschimmer :) schreibt nach dem Absetzen von Atarax
Was aber das wichtigste ist, die Zwangsgedanken sind fast ganz weg.
Ab und zu kommt ein kurzer Gedanke, aber den kann ich sofort wegschieben.
viewtopic.php?p=137620#p137620

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Re: Umgang mit Grübelzwang, Zwangsgedanken

Beitrag von Mango » Donnerstag, 05.05.16, 19:55

Oh weia!
Das mit dem depressiven Zwangsgrübeln habe ich auch gerade :(
Die Gedanken kreisen ununterbrochen über mich ,meinen Zustand und die ganzen Ängste die ich mit mir rum schleppe. Zu allem Überfluss fange ich dann irgendwann dann auch noch an über die Gedanken nachzudenken. (wohl um mir eine Lösung zu suchen um aus dem Gedankenstrudel raus zu kommen) Die Gedanken auf andere Inhalte im Leben zu richten fällt brauchen wirklich viel Aktivierungskraft. Das ist echt ein furchtbarer Zustand und raubt mir die Lebensgeister. Manchmal glaube ich verrückt zu werden, das macht mir schon ein bisschen Angst immer wieder bei sich selbst anzukommen.
2003-2004 Trevilor ; Solian (hohe Dosis)
2004-2005: Citalopram , Risperidon (auch in gefühlter hoher Dosis)
ab Ende 2005 : 400 mg Quetiapin , 40 mg Fluoxetin mit Symptombesserung
ab 2006 : 300 mg Quetiapin, 40 mg Fluoxetin
am 2007 : 200 mg Quetiapin, 40 mg Fluoxetin
am 2009 : 100 mg Quetiapin, 40 mg Fluoxetin
am 2010 : 50 mg Quetiapin 40 mg Fluoxetin
2010 : nach anhaltender Erschöpfung und Müdigkeit Aufenthalt in der Schlafklinik : Diagnose Narkolepsie
ab 2010 : 50 mg Quetiapin, 40 mg Fluoxetin, 100 mg Modafinil
ab 2011 : 50 mg Quetiapin, 20 mg Fluoxetin, 200 mg Modafinil
ab 2013 : 25 mg Quetiapin 20 mg Fluoxetin, 200 mg Modafinil
ab 2014 : 25 mg Quetiapin, 200 mg Modafinil
Fluoxetin erfolgreich abgesetzt : Absetzsymptome -> u.a. Verstärkung Depressivität und Anspannung , Stromschläge , Schlaflosigkeit, Schreckhaftigkeit, Verbesserung der Absatzsymptome nach ca. 8 Wochen
Ab 2015 : 25 mg Seroquel, 200 mg Modafinil , Nahrungsergänzungsmittel : 5HTP
Mitte 2015 : Vergessen von Seroquel im Urlaub (hatte nur die halbe dosis dabei) Jeden zweiten Tag 1 Tablette.
Begeistert vom Gefühl ohne Seroquel : Absetzen der 25 mg über die nächsten Wochen (in einer ganz ganz dummen Lebenssituation ->Tod eines Familienmitglieds, Ende der Borderlinebeziehung und Bewegung am Belastungslimit)
Seit November 2015 : wieder 25 mg Seroquel , auf Bedarf 100 mg Modafinil , 5-Htp
Seit Dezember 2015 : zusätzlich 10000 IE Vitamin D3+Vitamin K2
Seit Januar 2016 : Reduktion auf 18,75 mg Seroquel , auf Bedarf 100 mg Modafinil , 5-Htp, Vitamin D3+Vitamin K2
Anfang März von 18.75 mg auf 15 mg Seroquel
Anfang April von 15 mg auf 13.5 mg Seroquel
Mitte April : von 13.5 mg auf 12.5 mg Seroquel
Mai : 18,75 mg Seroquel
Juni : 25 mg Seroquel
Dezember : 25 mg Seroquel + 2.5 mg Abilify
Januar 2017 : Abilify 2.5 mg
März 2017 : Abtausch von von Abilify gegen 20 mg Escitalopram (in 1 Monat aufdosiert)
Juni 2017 : kein weiteres Verschreiben von Escitalopram wegen massiver Nebenwirkungen (3 Monate max. 3h Schlaf/Nacht; massives Brennen der Fusssohlen) ; Daraufhin verordnen einen neuen ADs; dieses habe ich nicht mehr bei der Apotheke abgeholt; das Medikamente auf/ab muss jetzt ein Ende finden

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Re: Umgang mit Grübelzwang, Zwangsgedanken

Beitrag von padma » Mittwoch, 01.06.16, 23:00

hallo zusammen, :)

ich kopiere hier einen Austausch von von Leni :) und Diane :) rein:
lg padma
Leni hat geschrieben
Mir hat damals in den Wellen geholfen, dass ich mit mir eine Art Selbstgespräch geführt habe (teilweise auch schriftlich) und sobald die Zwangsgedanken kamen, habe ich ihnen sofort die realen Tatsachen (sprich Untersuchungsbefunde) gegenübergestellt. Die schriftlichen Selbstgespräche habe ich immer dann mitgenommen, wenn ich unterwegs war. Dann hat mir das Lesen geholfen, da es ein wenig schräg rüberkommt, wenn man in der Öffentlichkeit Selbstgespräche führt.

Ein fiktives Beispiel: Mein Gedanken sagen mir aufgrund der Bauchschmerzen, dass ich wohl einen schlimmen Tumor haben muss, schließlich habe ich das ja mal gelesen, dass es das gibt. Ich muss dringend zum Arzt. Dann habe ich sofort gesagt oder gedacht: "Ich habe meinen Bauch untersuchen lassen und es gab keinen Befund. Liebe Angst, du kannst kommen, aber du bist unnötig."

Das habe ich anfangs jede Minute machen müssen, vor allem morgens. Wenn dann die ersehnten Fenster kommen, war das nicht mehr nötig. Geholfen hat mir das Buch von Doris Wolf: Ängste verstehen und überwinden.

Wellen können dann besonders schlimm werden, wenn im Zyklus die Hormonanstiege sind, also 4-5 Tage vor dem Eisprung und 4-5 Tage nach dem Eisprung. Evt. hilft dir dann ein Zyklustee, der den Hormonmangel etwas abschwächt.
diane hat geschrieben:
Ich sage mir immer,es sei nix,alles wurde untersucht. Dann kommt der Gegenspieler u meint zb "is ja alles auch schon ewig her wo es untersucht wurde"...
Leni hat geschrieben
Das ist völlig normal, dass sich der Gegenspieler sofort wieder meldet. Und dann bist du wieder dran. Und dann wieder der Gegenspieler. Und dann wieder du. Das kann sehr lange gehen. Wenn die Welle aufhört, dann verschwindet der Gegenspieler. Vorher eher nicht, zumindest jetzt noch nicht.
Das Wertvolle daran war für mich, dass ich mich intensiv auf dieses Zwangsgedanken eingelassen habe und sie nicht einfach verdrängt habe, indem ich mich z.B. anders ablenke. Denn dieses Verdrängen hat viel mehr zu Unruhe geführt als das Damit-beschäftigen.
diane hat geschrieben:
ich bin kurz vor Ohnmacht u das hört dann einfach nicht auf. Bis ich im kh lande u ein ekg bek...
Wenn du es einmal schaffst, diesem Drang zu widerstehen und durchzuhalten, dann kann das eine absolut wertvolle Erfahrung für das Aushalten der nächsten Welle sein.
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 81#p142081
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Re: Umgang mit Grübelzwang, Zwangsgedanken

Beitrag von Leni » Donnerstag, 02.06.16, 14:23

@Padma <3

Ich moechte noch ergaenzen, dass es bei der oben beschriebenen Verhaltensweise bei Zwangsgedanken nicht darum geht, die Welle zu bekaempfen oder sie zu beenden. Es geht nur darum, sie auszuhalten bis sie von allein aufhoert. Das ist wichtig, um das nicht mit falschen Erwartungen anzuwenden.

LG Leni
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Re: Umgang mit Grübelzwang, Zwangsgedanken

Beitrag von padma » Donnerstag, 23.03.17, 18:25

von LinLina

ich würde versuchen, immer wieder zu üben, das grübeln zur Seite zu schieben und Gedanken über Entscheidungen, die du im Moment sowieso nicht treffen kannst und willst, nach einer angemessenen Zeit zu stoppen. Die Dinge erstmal so zu nehmen wie sie sind und das positve daran wertzuschätzen ohne gleich eine Entscheidung für die Zukunft treffen zu müssen, kann dir etwas von dem Stress nehmen und evtl. damit auch dein Befinden etwas verbessern.

Das ist nicht leicht, aber man kann es wirklich trainieren.

Ich kenne das auch, man fühlt sich dem so ausgeliefert. Aber ich schaffe es immer häufiger dann zu sagen "Stopp! Jetzt ist gut, jetzt bin ich wieder im hier und jetzt und überquere diese Straße, spüre den Wind, die Sonne oder den Regen" oder so ähnlich, gerne auch laut. Ich fokussiere dann auf andere Dinge z.b. eine Pflanze, meinen Hund, das Schreiben hier im Forum, ich denke über alles nach was ich an positivem hab im Leben und konzentriere mich darauf.

Wenn die Zeit gekommen ist, eine Entscheidung zu treffen, will ich mich dann damit auseinander setzen, und versuchen mich nicht jetzt andauernd damit zu quälen.
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Re: Umgang mit Grübelzwang, Zwangsgedanken

Beitrag von lakeSonne1 » Freitag, 24.03.17, 18:03

je mehr man versucht die Zwangsgedanken zu unterdrücken, umso stärker kommen sie.

Tips:

- Laß sie zu,
- beobachte sie,
- bewerte sie NICHT (sie sind es nicht wert)
- hab keine Angst vor ihnen, sie können nix tun
- mach wortspiele mit ihnen (wenn z.b. ein Gedanke kommt wie "hauen" mach "bauen" draus,
- wenn ein Zwangsgedanke kommt: fordere mehr! sag dir : "noch einen , aber dali!"
- begrüße sie, sag dir "ach du schon wieder"

--> so verlieren sie den schrecken und die macht über dich und werden letztendlich schwächer und verschwinden
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Diagnose:Angst,PA Sommer 2010
Medi: Citalopram 20 mg, Eindosiert über 4 Wochen , war ok. sonstige Medis: Pantoprazol 20mg abends
2012: Erster misslungener Absetzversuch
2016: 20.3.16 -3.9.16 von 20 auf 15mg
ABDOSIER-PAUSE: 3.9.2016 - 2.3.2017: 15mg
2017:
► Text zeigen
2018:
2.1.18: 10,0mg
.....Tag 1-15 Tag läuft sehr gut
.....Tag 17-20: Übelkeit / Brain Fog, neuro Emos, Einschlafstörung (Cortisolausschüttung) mit dicken, geröteten Händen
.....Tag21-22: Angst, Panik, Neuro-Emos
12.3.18: 9,3mg
.....Tag 1-7 alles ok
.....Tag 8: zurück auf 9,5mg wg. starken Symptomen (Matschbirne, PA, Übelkeit, Zaps, Schlapp)
.....Tag 8-12 Heftige Symptome: Matschbirne, Zaps, PAs
.....13-30 ok
21.4.18: 8,9mg (d.h. Reduktion um 0,6mg)
.....Tag 0-5 ok
.....Tag 6: Neuro Aggressionen, Kopf+Nackenschmerzen, leichte Migräne
.....Tag 7-10 ok
.....Tag 10-16: heiße, dicke und rote Hände beim einschlafen und aufwachen, Migräne, Übelkeit, Matschbirne, Bodyzaps, Übelkeit, Nadelstiche auf Haut, Sehstörungen
.....Tag 17-21: heisse Hände bei Einschlafen
.....Tag 22-23: Angstzustände, leichte Depri
2.6.18: 8,8mg Cita
9.6.18: 8,7mg Cita
15.6.18: Medi-Plan Änderung: Thyronajod auf 25 (von ehemals 50)
20.6.18: 8,6mg Cita
16.7.18: Medi-Plan Änderung: Thyronajod auf 0
17.7.18: 8,5mg Cita: wegen Thyronajod absetzten nur langsames, vorsichtiges Absetzten des Cita. Will Körper nicht überfordern
23.7.18 8,4mg Cita
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Re: Umgang mit Grübelzwang, Zwangsgedanken

Beitrag von gelblack » Sonntag, 29.10.17, 11:49

BRASSMONKEY_SA

Achtung - der Link funktioniert nur, wenn eine Registrierung bei SA erfolgte und der User angemeldet ist.

Liebe Foris,

Grübelzwang, Gedankenkreisel, Zwangsgedanken ausgelöst durch ein aus dem Takt geratenes ZNS haben mich den kompletten Entzug begleitet. 2,5 Jahre lang jeden Tag. Mich von diesen Gedanken zu lösen funktioniert(e) bei mir lediglich über Ablenkung. Hörbücher, lesen, TV, Gespräche, raus in die Natur, Basteln usw. und ich bin wirklich gerne zur Arbeit gegangen, weil hier die Ablenkung am effektivsten für mich ist/war.
In dieser Zeit habe ich mich auch bei Survivingantipressants umgesehen und eine gute Beschreibung zum Umgang mit Ruminating Thoughts (aufdringliche Gedanken) gefunden. Ich habe den Link eingestellt. Leider ist dieser auf Englisch.

Gutes gibt es ebenfalls zu berichten. Ich bin ab Montag in der 6ten Woche nach 0 und kann bestätigen, dass sich mein Gedankenkreisen verbunden mit der neuro-emotionalen Wut merklich entschleunigt hat.
Bis 4 Wochen nach 0 noch täglich und belastend hat sich dieses Phänomen in der 5ten Woche mehr als beruhigt. Von weggeblasen, wie ein Mitstreiter es hier beschrieben hat, kann ich "noch" nicht reden, aber es wirklich merklich besser geworden. Interessanter Weise erst nach 0. Während des Ausschleichens kam dieser Gedankenstrudel nicht annähernd zur Ruhe.

Der Umgang mit diesen Zwangsgedanken in Verbindung mit Neuroemotionen tagtäglich erleben zu müssen ist eine üble Quälerei und bedarf einer permanenten Kontrolle durch ignorieren, überblenden, kompensieren, rationales Verstehen, sich selbst gut zureden, relativieren, etc.

Somit auch meine Botschaft an all die Leidtragenden. Es gibt also eine gute Aussicht zur Besserung unmittelbar nach 0mg. Ich will hier nicht verallgemeinern, da der Entzug doch sehr individuell zu seien scheint.

Vielleicht lehne ich mich auch gerade etwas aus dem Fenster, aber derzeit habe ich wirklich das Gefühl mit diesem Thema weitestgehend durch zu sein und will dies den Betroffenen nicht vorenthalten. Gedankenkreisel und neuro-emotionale Wut lösen sich bei mir nachhaltig auf. Ich hoffe es geht so weiter ...

Euch viel Kraft, Ausdauer und Akzeptanz.

It will pass !! :hug:
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