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Akzeptanz und Loslassen

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Sunnyrose
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Akzeptanz und Loslassen

Beitrag von Sunnyrose » Montag, 16.05.16, 21:10

 ! Nachricht von: padma
der reinkopierte Beitrag von Mario wurde aus Versehen gelöscht, daher nochmal reinkopiert :?
Mario schrieb
Seit ich begonnen habe mit all dem Bullshit zu leben, ihn anzunehmen ohne mir selbst Absetzzeitpläne aufs Auge zu drücken, um mich damit wieder selbst unter Druck zu setzen, lebt es sich merklich leichter. Meine bisher wichtigste Erkenntnis während der Erkrankung ist wohl eine ziemlich unspektakuläre :) Sie lautet einfach nur "annehmen" und "loslassen". Meine schlimmste Zeit und meine schlimmsten Phasen hatte ich immer dann, wenn ich der Meinung war, ich müsse gegen irgendetwas ankämpfen. Sei es die Angst, oder eine Depression.....oder irgendein körperliches Symptom, wie z.B. dieses allgegenwärtige Kribbeln an der Stirn und an den Waden. Seit ich nun endlich verstanden habe, dass alles so viel leichter wird, wenn man es erstmal angenommen hat und akzeptiert, ist es plötzlich auch viel leichter, das alles innerlich loszulassen. Das gelingt mir natürlich nicht immer. Und wenn es mir nicht gelingt, gerate ich nicht selten in die übliche Spirale aus Wut und Angst. Aber es gelingt mir immer öfter.....und das freut mich sehr. :)
Mir fällt plötzlich auf, wie unentspannt die meisten Menschen um mich herum sind, obwohl sie vermeintlich "gesund" zu sein scheinen.
Vieviel die Erkenntnis wert ist, klar und gesund den Alltag und jeden Augenblick leben zu dürfen ist "gesunden" Menschen offenbar gar nicht bewußt! War es mir zuvor auch nicht. Erst jetzt wird mir klar, dass erschreckend viele "gesunde" Menschen um mich herum wesentlich größere Probleme haben, als ich derzeit :D ...... und das trotz meiner Medikamentenabhägigkeit und all den Symptomen. Ich weiß nicht, ob und wann das alles für mich vorbei sein wird. Ich weiß allerdings auch nichtmehr, ob das überhaupt wichtig ist. Ich lebe mein Leben gemäß den Umständen. Das tun wir hier doch irgendwie alle. Der eine sieht schlecht, der andere hört nichts, den einen trifft es so, den anderen so. Die Frage ist doch nur, was wir aus dem machen, was sich uns bietet. Oder nicht ? Ich sah kürzlich im TV einen Menschen ohne Arme und ohne Beine....absolut glücklich in der besten Phase seines Lebens !! Er ist Motivationscoach ! Er hat seine Situation einfach angenommen und lebt damit vollkommen positiv. Das nenne ich Gleichmut :D

Wenn ich eine Nacht nicht schlafe und am nächsten Tag meine Nerven verrückt spielen, alles kribbelt und Wut sich in mir breit macht, weil es draußen regnet und ich in meiner Bude gefangen wieder vollkommen mir selbst ausgeliefert bin.......dann ist das eben ein Scheißtag :D ....ich lerne gerade mehr und mehr, das so anzunehmen, mir anschließend nichtmehr böse zu sein, den Tag abzuhaken und weiter zu machen. Ich darf Scheißtage haben. Scheißtage hat jeder. Wir sind damit weiß Gott nicht allein.

Ich habe immernoch diese Augenblicke, in denen ich mich tief im Inneren frage, wie lange das alles noch gehen soll. Ich habe einen rießen Mirtazapin- und Quetiapinberg vor mir (wenn ich an die Reaktionen von 10%-Absetzschritten denke, wird mir Angst und Bange). Aber ich habe aufgehört, mir eintrichtern zu wollen, dass das ganze noch max. 1 Jahr dauern dürfe. Das ist vorbei. Diese quälende Gedankenspirale, die sich fortlaufend nur um die Dauer des Leids und der Hilflosigkeit dreht, unterbreche ich einfach, indem ich mir sage, dass dies die Erkrankung ist, mit der ich Leben muss. Ende. Ich habe nichts davon, den Ärzten und anderen Menschen die Schuld in die Schuhe zu schieben. Ich habe mich in Wahrheit selbst in dieses Fahrwasser gezogen. Die Ärzte und die Psychologen haben am Ende nur getan, was sie immer tun.

So....ich mach jetzt nen Punkt :D Das musste raus. Schön, dass es dieses Forum gibt. Hier kann man in seinem eigenen Thread niederschreiben, was in der realen Welt nur wenige zu interessieren scheint. Mein völlig "gesunder" Nachbar (Versicherungsmakler) war gestern bei mir. Er kommt oft vorbei......um mir von seinem Leid zu berichten. Gestern kam er mit einem besonders schwerwiegendem Problem zu mir. Das Design seines 510 PS-Boliden gefiel ihm nichtmehr, nachdem er das neuere Model auf der Straße sah. Das machte ihn vollkommen fertig. Und während unseres gehaltvollen Gesprächs nahm er rege per Whatsapp an mind. 3 weiteren - sicherlich tiefgründigen - Unterhaltungen teil. Insgesamt verließ er in einem ziemlich hektischen, unentspannten Zustand meine Wohnung. Er sagt immer "das Leben ist ein Haifischbecken"......

In diesem Sinne....ein schönes Wochenende euch allen ! Und nur Mut !

Viele Grüße,
Mario
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 23#p139823




Liebe Padma, vielen Dank, dass du diesen hervorragenden Text von Mario entteckt hast. <3

Vielen Dank Mario. einfach klasse und enorm stresslösend, beruhigend, entspannend, hilfreich und ent-alptraumatisierend. Eine gute Medizin.

Ich versuche immer wieder zu akzeptieren, anzunehmen, loszulassen und ja sogar zu verzeihen, mir und all denen, die an dieser Geschichte, meiner Geschichte, teilgenommen haben. resp. mitgewirkt haben. Wie gesagt, wir wussten nicht was wir tun. Gingen den gängigen Weg, ich als Patient, und all die Mediziner.

Mir gelingt es oft, aber noch nicht sehr oft. Manchmal besser, manchmal weniger gut. Aber dein Text,deine Gedanken sind ein Quantensprung :) <3 :sports: im Schneckentempo :schnecke: :D

Wunderbar, danke.
Herzlichst Deria
Zuletzt geändert von LinLina am Donnerstag, 07.09.17, 20:33, insgesamt 1-mal geändert.
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Absetzstart September 2015
2,5mg runter alle 2 Monate bis 15mg.
Dann in 10% Schritten. Bis 10mg.
Dann schnelleres Vorgehen wegen Leberwerte.
Januar 2017: 6,8mg
15.2.17: 6mg
8.3.17: 4mg (psychotische Nebenwirkungen)
20.3.17: 0mg

Achtung: nicht nachmachen. Der grosse Schritt zum Schluss war für mich eine Notlösung. Langsames Vorgehen (5-15% Schritte, je nach Höhe der Dosis), wenn irgendwie möglich, ist der bessere Weg.

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Harald33
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Re: Aktzeptanz und Loslassen

Beitrag von Harald33 » Samstag, 21.05.16, 10:46

Deria hat geschrieben: Wie gesagt, wir wussten nicht was wir tun.
Deria
Ich hoffe dass die Ärzte auch irgendwann zu uns sagen "verzeihen sie uns wir wussten nicht was wir tun"
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VORSICHT BEIM ZU SCHNELLEM ABSETZSCHRITTEN VON PAROXETIN, DIE SYMPTOME KOMMEN MIT MONATEN VERSPÄTUNG IN EXTREMEN AUSMAß, MEDIKAMENTENWECHSEL MACHT ALLES NUR NOCH SCHLIMMER DENN ES FUNKTIONIERT EINFACH NICHT, MÖCHTE NICHT DASS IHR DAS SELBE DURCHMACHEN MÜSST WIE ICH DENN ES IST EIN SPIEL MIT LEBEN UND TOD!

Paroxetin seit 18 Jahren alle Absetzversuche gescheitert!!!!!! Wahrscheinlich alle zu schnell bzw. zu große Schritte aber hinterher ist man immer schlauer ;-)

Seit 01.11.2015 fliegender wechsel auf 60 mg Cymbalta----- Paroxetin 0mg

28.12.2015 Cymbalta hat nicht gewirkt nur Nebenwirkungen und nun extreme Absetzerscheinungen von Paroxetin
zurück zu Paroxetin 20mg cymbalta 0mg hoffentlich geht es gut

Totaler Absturz: extreme Unruhe nicht aushaltbar, absolut Schlaflos Nächtelang, starke Ängste unbegründeter Natur,
Starke Depression bis zur Bettlägrigkeit,

02.01.2016-19.01.2016 ein wilder Mischmasch an Medikamenten, unregelmäßige Einnahme von Flurazepam und
Diazepam, fixe Einnahme von Paroxetin und 2x 25 mg Quentiapin

Medikation seit 03.02

20 mg Paroxetin, 25 quentiapin morgens, 25 quentiapin abends, Umstellung auf Diazepam 1,6 mg täglich
+Absetzplan festgelegt für Diazepam!
Schock hatte teilweise 25 mg Diazepam im Blut :zombie:

10.02 Diazepam auf 0,8 mg reduziert : Symptome leichtes Zittern der Finger, Unruhe, nächtliches Aufwachen
16.02 Diazepam auf 0,6 mg reduziert : Symptome leichtes Zittern der Finger, Unruhe, nächtliches Aufwachen
19.02 Diazepam auf 0,4 mg reduziert : Symptome leichtes Zittern der Finger, Unruhe, nächtliches Aufwachen
21.02 letzte Diazepameinnahne 0,4 mg dann Schluß
Quentiapin von 50 auf 25 mg reduziert

01.03.2016 9 Tage ohne Diazepam, keine Absetzerscheinungen ich denke ich habs geschafft :party2:
9 Tage seit reduktion von Quentiapin, merke keine Absetzerscheinungen und die Tagesmüdigkeit hat sich
gebessert.
10.03.2016 quetiapin auf 0 reduziert, gleichzeitie Antibiotikaeinnahme Augmentin

20.03.2016 beginnende Kreislaufprobleme, niedriger Blutdruck, schneller Herzschlag, ortostatische Hypotonie beim Aufstehen mit Herzrasen
vermehrt innere Unruhe daraus resultierende Angst usw.
25.03.2016 wiedereinnahme von Quetiapin 12,5 mg morgens und 12,5 mg abends, Symptome bessern sich sind aber nach wie vor vorhanden.
29.03.2016 zurück auf Quetiapin morgens 25mg und abend 25mg
Symptome bessern sich langsam allerdings starke Müdigkeit als Nebenwirkung von Quetiapin

Aktuelle Medikation 03,04,2016

Paroxetin 20mg werde ich vorerst so weiternehmen bis ich das Quetiapin los bin
Umstieg auf Wasserlösmethode und für Quetiapin, Morgens 12,5 mg , Mittags 12,5 mg, Abends 25 mg

Sunnyrose
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Re: Aktzeptanz und Loslassen

Beitrag von Sunnyrose » Samstag, 21.05.16, 11:01

Lieber Harald

Ja. Das wäre so wünschenswert. :)
Aber bestimmt weit entfernte Zukunftsmusik. :evil:

Lieben Gruss
Deria
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Dann in 10% Schritten. Bis 10mg.
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Januar 2017: 6,8mg
15.2.17: 6mg
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kugayama
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Re: Aktzeptanz und Loslassen

Beitrag von kugayama » Sonntag, 22.05.16, 14:28

Mir fällt plötzlich auf, wie unentspannt die meisten Menschen um mich herum sind, obwohl sie vermeintlich "gesund" zu sein scheinen.
Vieviel die Erkenntnis wert ist, klar und gesund den Alltag und jeden Augenblick leben zu dürfen ist "gesunden" Menschen offenbar gar nicht bewußt! War es mir zuvor auch nicht. Erst jetzt wird mir klar, dass erschreckend viele "gesunde" Menschen um mich herum wesentlich größere Probleme haben, als ich derzeit :D ...... und das trotz meiner Medikamentenabhägigkeit und all den Symptomen. Ich weiß nicht, ob und wann das alles für mich vorbei sein wird. Ich weiß allerdings auch nichtmehr, ob das überhaupt wichtig ist. Ich lebe mein Leben gemäß den Umständen. Das tun wir hier doch irgendwie alle. Der eine sieht schlecht, der andere hört nichts, den einen trifft es so, den anderen so. Die Frage ist doch nur, was wir aus dem machen, was sich uns bietet.

Wenn ich eine Nacht nicht schlafe und am nächsten Tag meine Nerven verrückt spielen, alles kribbelt und Wut sich in mir breit macht, weil es draußen regnet und ich in meiner Bude gefangen wieder vollkommen mir selbst ausgeliefert bin.......dann ist das eben ein Scheißtag :D ....ich lerne gerade mehr und mehr, das so anzunehmen, mir anschließend nichtmehr böse zu sein, den Tag abzuhaken und weiter zu machen. Ich darf Scheißtage haben. Scheißtage hat jeder. Wir sind damit weiß Gott nicht allein.


So....ich mach jetzt nen Punkt :D Das musste raus. Schön, dass es dieses Forum gibt. Hier kann man in seinem eigenen Thread niederschreiben, was in der realen Welt nur wenige zu interessieren scheint. Mein völlig "gesunder" Nachbar (Versicherungsmakler) war gestern bei mir. Er kommt oft vorbei......um mir von seinem Leid zu berichten. Gestern kam er mit einem besonders schwerwiegendem Problem zu mir. Das Design seines 510 PS-Boliden gefiel ihm nichtmehr, nachdem er das neuere Model auf der Straße sah. Das machte ihn vollkommen fertig. Und während unseres gehaltvollen Gesprächs nahm er rege per Whatsapp an mind. 3 weiteren - sicherlich tiefgründigen - Unterhaltungen teil. Insgesamt verließ er in einem ziemlich hektischen, unentspannten Zustand meine Wohnung. Er sagt immer "das Leben ist ein Haifischbecken"......
Hallo,
ich gehöre zu den "Gesunden", bedeutet, ich nehme keine Medikamente (noch nie), und kannn es unterschreiben.
Auch Gesunde haben miese Zeiten, können oft nicht schlafen, sind genervt vom Wetter und hadern mit dem Leben an sich und haben so ihre Schwierigkeiten.
Unentspannte gibt es viele, viele...
Alles Gute!!

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Geduld aufbringen/Akzeptanz

Beitrag von Jessica_83 » Mittwoch, 15.03.17, 12:15

Man weiß ja wie furchtbar doch diese Entzugserscheinungen sind und das man dadurch an seine äußerste Schmerzgrenze gebracht wird. Umso wichtiger ist es sehr viel Zeit dafür aufzubringen. Ich selber lasse mir dahingehend auch alle Zeit der Welt. Außenstehende können das gar nicht wahrscheinlich beurteilen (sie kennens ja nicht). Nur muss man generell das gleiche Maß an Geduld und Wartezeit aufbringen wie der Abhängige es tut. Abseits davon muss man dafür für diese Sache das vollste Maß an Verständniss aufbringen. Sowieso muss man verstärkt rücksicht darauf nehmen.
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Re: Re: Aktzeptanz und Loslassen

Beitrag von padma » Donnerstag, 07.09.17, 18:51

von Jamie :)
Es ist ja so, dass man im Entzug dazu neigt, jede Unpässlichkeit und jedes Symptom sofort ängstlich zu interpretieren und daraus zu schließen, dass nichts mehr gut wird.
Es wäre günstiger, sich nicht auf seine Beschwerden zu fixieren, denn es kommen immer wieder Tage (und Nächte), die nicht so toll sind und das für ein gereiztes ZNS völlig normal!
Das ist kein Indiz, dass jetzt alles vor die Hunde geht, sondern typisch für Entzug.

Die beste Vorgehensweise ist es, liebevoll zu sich und seinem Körper zu sein und wenn Symptome auftauchen, sich zu sagen "OK lieber Körper, ich sehe du bist wahnsinnig am arbeiten! Und das schlaucht dich! Aber ich würdige deine großen Kraftanstrengungen und ich weiß, du willst mich nicht ärgern, sondern du suchst ein Gleichgewicht und das finde ich toll und danke dir dafür, auch wenn es mich manchmal ganz schön schafft" So in der Art.
Eine sanfte Grundhaltung zu sich selbst - und Akzeptanz (extrem wichtig!) - sind Bausteine, die deine Situation erträglicher machen können. Habe etwas Vertrauen :group:
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Artikel "Ich schaffe das"- radikale Akzeptanz

Beitrag von micha68 » Montag, 16.10.17, 17:54

Liebe ADFDler,

habe heute den Artikel bei Zeit-online gefunden über den Ansatz von Marsha Linehan "Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT)":

http://www.zeit.de/zeit-wissen/2017/05/ ... pressionen

Falls ich den Thread falsch platziert habe, bitte an den richtigen Platz schieben. Danke vorab!

Liebe Grüße in die Runde!
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Re: Re: Akzeptanz und Loslassen

Beitrag von Clarissa » Montag, 16.10.17, 19:26

Ausgezeichnet, der Artikel.

Das war das Therapiekonzept meiner Therapeutin in der Langzeit-Reha.
Es war damals sehr schwer für mich, diese radikale Akzeptanz anzunehmen und zu leben, es fällt mir teils heute noch schwer.

Aber dieses Konzept hat mich gerettet, was jahrelange Psychoanalyse und Verhaltenstherapie in keinster Weise vermocht hatten.

Ich habe meine Haltung zu vielen Dingen geändert. Die Dinge selbst sind ja oft nicht zu ändern.

Ich habe erkannt, daß nur ich allein meine Probleme lösen kann, auch die, an denen ich gar nicht schuld bin, und das sind nicht wenige.

Ich versuche, mein Schicksal, auch das mir widerfahren Leid, anzunehmen. Den Entzug beispielsweise.

Genau das habe ich in diesem Artikel wiedergefunden!

Danke an micha für die Recherche und das Einstellen.
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früher als sleepless2014 im Forum unterwegs gewesen, aber nicht mehr schlaflos :party2:

seit Mai 2015 EU-Rentnerin letztlich wegen der Entzugsproblematik

los ging alles mit lebenslangen Schlafproblemen, die sich in Lebenskrisen mit depressiven Episoden verstärkten

leidvolle Erfahrungen mit Elektro"heil"krampftherapie und ziemlich allen AD, zahlreichen NL und anderen Psychopharmaka wie z.B. Pregabalin, Carbamazepin, Valproat, Johanniskraut, leider auch Diazepam und Zolpidem (von letzteren beiden abhängig geworden) und dem Kaltabsetzen

Diazepam-frei seit November 2013, Zolpidem-frei seit Mitte April 2014, ohne jegliche Psychopharmaka seit September 2014 (zuletzt das "deckelnde" NL Dominal forte abgesetzt nach raschem Abdosieren)

aktuell im protrahierten Entzug (?) mit sehr unangenehmen, v.a. körperlichen Symptomen

Inzwischen fast 4 Jahre frei von Medikamenten. NR, keinerlei Alkohol und Koffein mehr, weil alles triggert. "Reizarmes" Leben einschließlich Ernährung, soweit sich das machen lässt.

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Re: Akzeptanz und Loslassen

Beitrag von padma » Montag, 20.11.17, 18:57

von Katharina:
das mit dem akzeptiere ich so eine Sache

das mit dem akzeptieren ist wirklich so eine Sache
ich vermute dass ich jeden Tag neu damit beginnen muss
es ist nicht so einmalakzeptiert und dann hat man das verinnerlicht gefestigt für den Zeitraum in die man akzeptieren muss

es jedes jeden Tag oftmals jede Stunde von neuem nötig
den Mut zu erneuern
die Akzeptanz zu erneuern
die Traurigkeit zu akzeptieren wenn die andern Menschen da draußen bei uns auf dem Hof hin und her laufen als sei das Leben federleicht

was ist natürlich auch für die anderen Menschen nicht ist
jeder trägt sein Paket.

Wenn man so in in einem "Gefängnis"sitzt
mit unbeschreiblichen Kopfsymptomatiken
and dann denke ich dennoch
auch wenn das Leben da draußen für die anderen schwer ist
dramatisch wie auch immer
aber sie erscheinen mir zumindest
als hätten sie zumindest einen klaren Kopf

das haben wir oft gar nicht

wenn ich den Deckel auf die Zahnpastatube nicht schrauben kann
das ist einfach fürchterlich
und vieles mehr dieser Art ,zapperei unruhiger Rücken, etc
chemischer erzwungener Schlaf, den was anderes ist ein Zolpidem Schlaf nicht,
für mich.

Akzeptanz, Mut, Kraft und Durchhaltevermögen wird ständig neu abgefragt und braucht ständig ein Update oder im backub, Reset
oder wie immer man das nennen möchte

Manchmal ist da überhaupt gar keine Akzeptanz.

Hass: man möchte denen die jemals aus den Laboratorien diese Medikamente entlassen haben mindestens an die Gurgel.

und dann versuche ich mich wieder zu beruhigen
gehe auf und ab in meiner Wohnung
trink ein gutes Glas kaltes Wasser
das hilft mir bei dem Kreislaufabsacken oder was immer dann ist
denn ich werde zur Zeit ab und an recht schlapp

dann wird es mal wieder besser das wechselt

und ich habe überhaupt gar keine Gelassenheit
bin ich gestern meinen Balkon sauber schrubben konnte mit einem leichtem Besen
nicht mit einem Schrubber
um nicht das Gefühl des "ich verkomme im Dreck" zu haben, aber nur weil es körperlich möglich war
nicht
weil ich es gerne wollte.
wollen ist nicht zur Zeit


heute hatte ich das Gefühl ich kann das Bett nicht mehr verlassen weil mir so kalt war
das ist mir unvorstellbar war unter diesen dicken Decken hervor zu kriechen.

Dann habe ich nur ein Gefühl EndZeitStimmung

dass ich mich dann trotzdem wie auch immer 2 Stunden später hier in der Küche mich vorfinde
und meine Temperatur ein Gleichgewicht ein gewisses Maß erreicht hat
obwohl ich mich für einige Zeit anziehen ausziehen anziehen ausziehen in Minutenschnelle muss,
ich sag mir es ist meine Zuhause Gymnastik.

ich versuche dann nicht zu Media zu werden
nach draußen gehen zum Beispiel ist heute für mich schlicht und ergreifend undenkbar
feuchte Kälte ist so wieso bewunders unangenehm, minus Grade super.

ich organisiere mich völlig um

das ist auch ein nicht nur Ruhe geben so wie ich es meinte
ich werde versuchen
dieses und jenes einfach online zu bestellen und mir nach Hause liefern zu lassen
so dass noch weniger Druck auf mir lastet

Sei es denn selbst wenn ich im Bett liegen müsste für eine Zeit
ich muss dennoch dafür sorgen ein paar Schritte zu tun
damit Körperfunktionen funktionieren,
hier in dieser Wohnung zu schaffen

ob ich nun im Krankenhaus wäre
wo ich das auch schaffen müsste
oder hier bei mir zu Hause liege ist völlig egal

Wenn der Arzt micht sehen will und ich dort nicht hin komme
dann muss er zufrieden sein, mit mir zu telefonieren.
Er hat ja die Liste.

Eine schwere Zeit,
dafür lassen wir das aber hinter uns.
Und niemals wieder Psychopharmaka.
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Re: Akzeptanz und Loslassen

Beitrag von Arianrhod » Dienstag, 21.11.17, 14:48

Für mich wichtig in dem Artikel: Psychische Probleme sind untaugliche Lösungsversuche, die man irgendwann gelernt hat - und wieder verlernen kann.
vielleicht war das Wort "irre" doch weniger diskriminierend als "psychisch krank" "psychisch gestört" oder gar "Die Neurotransmitter sind zu viel/ zu wenig/ an der falschen Stelle", wenn man "irre" von "sich irren" ableitet, einen "Irrweg gehen." . Wenn man sich "verirrt hat", kann man durchaus den richtigen Pfad wieder finden! Medikamente helfen da aber nicht.
Ich brauche einen "Leuchtturm", wenn ich mich "verirrt habe" - ein starkes klares Licht, das mir den Weg weist, freundliche Wegweiser, gütige, kluge Menschen um mich.

Wünsche euch allen Leuchttürme in eurer Gegend.

liebe Grüße Arian

Mein "Leuchtturm" war eine Psychotherapeutin, die nix auf Diagnosen gab.
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