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Umgang mit Angst und Panik

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Umgang mit Angst und Panik

Beitrag von padma » Mittwoch, 01.06.16, 18:18

hallo zusammen, :)

da Angst und Panik ein häufiges Absetzsymptom ist, fange ich hier eine Sammlung mit hilfreichen Tipps dazu an.

liebe Grüsse,
padma

Tipps und Tricks, Mut bei Angst und Panik mit hohem Puls und Blutdruck
(von Angsthäsin83, wieder ausgegraben von Diane :) )

Mir persönlich hat es sehr geholfen, mich zu informieren, welche Prozesse hinter diesen Symptomen stehen und dies ist auch mein erster Tipp, den ich gerne weiter geben möchte: lernen, den eigenen Körper zu verstehen. Ich hatte mir für solche Phasen der Ängstlichkeit mal einige Kurzinformationen zusammengeschrieben, die ich mir immer durchlas, wenn ich besorgt war, um einfach zu merken, dass das alles vollkommen normal ist.

Blutdruck und Puls....
Blutdruck und Puls sind nie konstant über den Tag verteilt.
Jeder Gedanke, jedes Gefühl, jede Anstrengung, Aufregung usw. wirken auf Puls und Blutdruck ein. Das ist völlig normal, dass bei Aufregung der Puls schon mal kurzfristig auf über 150 steigen kann. Jeder Lagewechsel des Körpers, sei es Aufstehen, Aufwachen usw. bewirkt in erster Linie einen einen kurzen Anstieg des Pulses, der Körper gleicht sich damit einfach an eine neue Situation an, fährt den Kreislauf "in die Höhe".
Also keine Panik, wenn nach dem Aufstehen oder Aufwachen das Herz etwas kräftiger schlägt! Das ist ganz normal! Es ist auch bei den "Gesunden bzw. Nichtangsthasen" so, nur... die bemerken es halt nicht.
Es ist also auch nicht gefährlich, sondern eine ganz normale Reaktion, dass Puls und Blutdruck steigen, wenn wir uns unwohl fühlen ("weil da halt wieder etwas nicht stimmt"), besorgt sind usw.

Wenn sich dann den ganzen Tag die Gedanken um den eigenen Gesundheitszustand kreisen, läuft man wirklich Gefahr, dass sich daran auch nichts ändern wird, es ist ein regelrechter Teufelskreis: Sorge bewirkt Blutdruck und Pulsanstieg, Blutdruck und Pulsanstieg bewirkt keine Entlastung usw...

Auch ständiges Blutdruck und Pulsmessen führt zu keinem Ergebnis und sollte einfach unterlassen werden. Schon mal deswegen, weil man einfach im Moment des Messens schon wieder einen hohem Wert erwartet oder wahnsinnig unter Anspannung steht. Was den Wert ja wieder unnötig in die Höhe treibt, das beeinflusst dann unbewusst schon wieder die Gedanken des ganzen Tages.

Körperliche Symptome
Leider ist eine Panikattacke meist nur die Spitze des Eisberges. Es gibt viele körperliche ("funktionelle Symptome"), die uns erkennen lassen, dass eigentlich etwas mit uns nicht stimmt.

Ein Heilpraktiker hat mir einmal etwas interessantes erklärt, das mir sehr zum Verständnis geholfen hat:

Wenn Seele und Körper nicht mehr im Gleichgewicht sind, d.h. wenn die Seele mit etwas beschäftigt ist, das sie nicht überwinden kann, sich nicht anpassen kann (Stress bedeutet ja nicht nur Zeitdruck, sondern ist alles, was einem grob gesagt "stört"), dann redet sie durch den Körper um zu zeigen, dass etwas nicht stimmt und dringend eine Anpassung notwendig ist.

Dies fängt an mit einfachen Schlafstörungen, Kopfschmerzen, evtl auch Gereiztheit, Niedergeschlagenheit. Findet darauf keine Veränderung statt, muss die Seele halt zu drastischeren Maßnahmen greifen: Allergien, Magenbeschwerden, der Druck im Innenohr wird verändert um Schwindel zu erzeugen. Und wenn das alles nichts hilft und immer noch nichts verändert wird, muss die Seele etwas machen, was den Menschen wirklich in Schock, was er sicherlich bemerken wird: Im Herzkreislaufsystem: der Puls und der Blutdruck steigt längerfristig an, es kommt zu Herzrasen, Herzklopfen, spürbaren "Aussetzern".
Wenn es mal soweit gekommen ist, ist das ganze Nervenleitungssystem überreizt, d.h. der Körper reagiert ständig obwohl eigentlich gar nichts ist.

Oft sind Symptome wie Unwohlsein schon Vorboten eines solchen Vorgangs. Gekrönt wird das Ganze von der Panikattacke, die ja auch oft in Situationen ohne "Herzsymptomen" aus dem Nichts auftaucht. Damit entlädt sich sozusagen die Seele. Wer reagiert schon nicht, wenn er total unter Panik steht...

Leider merkt sich unser Körper auch, auf was wir reagieren. Wenn wir also immer nur erst dann reagieren, wenn das Herz betroffen ist, kontert die Seele natürlich in Zukunft immer gleich mit dem Herz.

Es ist auf jeden Fall sinnvoll, zu akzeptieren, dass nunmal das ganze "System überreizt ist" und es auch einige Zeit (Tage, manchmal 1 bis zwei Wochen) dauert, bis sich diese Überreizung wieder normalisiert. Der höhere Puls und der höhere Blutdruck muss als "normal" angesehen werden. Erst wenn man sich selbst dadurch keine Gedanken macht, beginnt sich dieses System zu normalisieren. Natürlich steigt der Blutdruck bei körperlicher Anstrengung dann kurzfristig noch etwas weiter in die Höhe, sodass einem schon mal schwindelig werden kann.

Aber wichtig ist zu sehen: Dieser Zustand kommt von der Seele und von keinem organischen Befund, was weitaus schlimmer wäre. Und die Tatsache zu wissen, dass man hier wirklich selbst beeinflussen kann, wie es weiter geht, sollte uns allen Mut machen!

Nicht nach innnen sehen, sondern nach außen!

Ablenkung ist das A und O
Ich weiß wie schwer es ist in Situationen, in denen das Herz rast, klopft usw. Ablenkung zu finden. Natürlich stimmt da etwas für den Moment nicht, aber man kann selbst beeinflussen, wie es weiter geht, indem man sich ablenkt!

Es ist auch ganz gut, sich schon abzulenken, wenn man leichte Anwandlungen merkt, dass etwas nicht stimmt, sich leicht unwohl fühlt, umso leichter wird es sein sich ablenken zu können und es kommt gar nicht erst zu einer richtigen Panik.

Wichtig bei der Ablenkung ist auch, die Gedanken an den Gesundheitszustand vollkommen auszuschalten. Wenn man dies erreicht,
wird es einem sehr schnell besser gehn. Ich hab schon Phasen erlebt, da war es, als ob vorher nie etwas gewesen war, obwohl es mich vorher über Stunden gedreht hat.

Mir persönlich hat es immer geholfen, am PC Minigames zu spielen. Am besten Puzzlespiele, Denkspiele oder ähnliches, die eine heitere Atmosphäre vermitteln.

Der Uhrentrick

In Momenten, in denen man sich nicht wohlfühlt oder in Panik kommt, hilft es auch ungemein, den Raum zu verlassen, sich in einen stillen Raum zu setzen, wo nur eine Uhr tickt. Auf diese Uhr konzentriert man sich, am besten macht man einen Laut bei jedem Ticken, ich mach z.B. immer "dimm" Wink .
Hilft auch sehr gut, wenn man innerlich total unruhig ist, die Uhr tickt 60 Mal in der Minute. Schafft man es, sich selbst auf diese Geschwindigkeit "herunterzuschrauben", ist man einem Normalpuls und Beruhigung wieder sehr nahe Wink
Man merkt durch die Übung auch sehr gut, wie "weit oben" man ist, umso schneller die eigene Uhr tickt, umso schwerer fällt es einem natürlich.

Aber es geht trotzdem. Wenn nötig einfach ein paar Mal tief durchatmen, Luft für einige Zeit anhalten.


Der Chakrentrick

Bei mir war es immer so dass ich meinen Herzschlag ganz enorm an der Bauchschlagader spürte, sehr unangenehm.
Stell dir vor, du hast an deinem Herz, in deinem Oberbauch und an deinem Bauchnabel Windräder, die sich mit jedem Atemzug drehen, wie vom Wind.
Mit jedem Atemzug wird warme Luft hingeblasen und sie drehen sich. Du kannst ihnen auch deine Lieblingsfarben geben.

Du gehst sie nach und nach durch von oben nach unten. Und schließlich drehen sie alle. Machst du es richtig, wird dein Bauch im Innern angenehm warm und du erzeugst ein Gefühl, dass du dich einfach wohl fühlst.


Bauchklopfen bei Herzklopfen

Es ist einfach wirklich so, dass man sein Herz nicht schlagen merken würde, wenn man sich nicht darauf konzentrieren würde Wink
Ich weiß wie schwer es ist, sich davon abzulenken, hier ein Trick, der mir immer geholfen hat, egal wie stark und schnell das Herz schlug.

In erster Linie: hinlegen, evtl bei einer ablenkenden Tätigkeit wie Fernsehschauen (von dem man ja meist wirklich nicht viel mitbekommt, wenn das Herz so rumort...)
Hand auf den Oberbauch legen und darauf "schlagen".
Den Takt und die Kräftigkeit kann man selbst festlegen, je nachdem wie schnell und kräftig das Herz im Moment pocht. In dem Moment wenn man schlägt, wird man das Herz nicht mehr pochen merken! Und wenn doch, einfach kräftiger schlagen.
Man konzentriert sich einfach nur auf das Schlagen auf den Bauch und natürlich auf den Fernseh.
Nach einiger Zeit kann man dann das Ganze verlangsamen und weniger kräftig schlagen und irgendwann ganz aufhören.
Und wenn das Herzklopfen nicht aufhört... Dann klopft man halt bis in den Schlaf Wink


Autosuggestion

In Phasen des Unwohlseins ist es auch sehr beruhigend sich aufrecht hinzusetzen, einfach tief durchzuatmen und sich selbst bestimmte Sätze zu sagen. Diese sollten mindestens 5 Mal langsam wiederholt werden, zwischendurch sollte immer mal wieder tief durchgeatmet werden:
"Mir geht es gut"
"Ich fühle mich wohl"
"Mein Herz schlägt ganz ruhig"
"Ich bin ruhig und ausgeglichen"


Hier noch eine Atemübung bei Unruhe und Angst, gepostet von Jamie :)
viewtopic.php?p=135718#p135718
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Re: Umgang mit Angst und Panik

Beitrag von padma » Montag, 13.06.16, 19:31

hallo,

Tipps von Anerom :) :
Wenn ich merke dass eine Panikattacke im Anflug ist (weil bei mir macht sich das mit einer Wärme die von den Füssen nach oben kommt bemerkbar) bewege ich mich. Ich laufe hin und her und atme tief ein und aus.

ich sprech mit mir selber und sage mir dass alles Gut ist. Ich lenke mich dann ab indem ich meine Umgebung anschaue und summe dann mein Lieblingslied

es ist auch schon vorgekommen dass das alles nicht geholfen hat. Dann bleibt mir nichts anderes übrig als die Panik zuzulassen. Mir ist dann jeweils so extrem schwindelig dass ich wirklich Angst kriege. Es ist keine Angst dass ich das Gefühl habe ich sterbe. Es ist die Angst umzukippen. Aber wenns so wäre, dann kann man ja die Ambulanz rufen.

Auch wenn es viel, sehr viel Kraft braucht ist es wichtig dass man sich sein Leben nicht von den Angstzuständen und Panikattacken regieren lässt.
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 73#p143973
Das hilft mir auch noch. Holt mich runter...meistens :wink:

https://www.angst-panik-hilfe.de/angst- ... hilfe.html
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 93#p143993
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Re: Umgang mit Angst und Panik

Beitrag von padma » Donnerstag, 16.06.16, 12:06

Tipp von Anerom :)
Heute habe ich ein Buch gelesen dass bei Angst und Panikattacken sehr empfehlenswert ist. Ich finde es auch so toll weil es viele Tipps drin hat und ich freue mich schon riesig das Geschriebene in die Tat umzusetzen :party2:

Angststörungen, Panikattacken und Phobien von Dr. Claudia Berger
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 37#p144437
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Re: Umgang mit Angst und Panik

Beitrag von Anerom » Donnerstag, 16.06.16, 15:30

Gerne möchte ich euch auch meine Geschichte, oder besser gesagt Leidensweg mitteilen.

Meine Panikattacken haben vor 6 Jahren begonnen. Es kam wie aus heiterem Himmel ohne irgendeine Situation die mir Angst einflöst. Ich merkte wie es mir ganz heiss wurde, Probleme mit dem Atmen hatte, schwindelig dass ich dachte ich kippe um. Ich ging dann zum Hausarzt und er bestätigte mir, dass ich körperlich gesund sei und dies eine Panikattacke war. Ich dachte mir, dass wäre eine einmalige Sache gewesen.

Aber nein, denn kurz darauf bekam ich solche Panikattacken auf dem Arbeitsweg dass ich wieder nach Hause ging und mich krank meldete. Dadurch ich mich nun öfters krank melden musste, bekam ich bald die Kündigung. Somit war ich zuhause und dachte mir, dass diese Auszeit mir gut tut. Leider war es nicht so :cry: Als ich eines Morgens einkaufen wollte fuhr ich mit dem Auto in die Tiefgarage und parkierte. Als ich aussteigen wollte wurde es mir ganz schwindelig und ich konnte nicht mehr richtig atmen. Ich setzte mich sofort in mein Auto und fuhr wieder raus. Ich fuhr sicher 4-6 mal um das Einkaufszenter weil ich nicht verstehen konnte wieso ich nicht aussteigen konnte.

Dann hatte ich mir den Entschluss gefasst jetzt oder nie (schliesslich musste ich mir ja Lebensmittel kaufen). Ich parkierte wieder und ich war turbomässig im Laden unterwegs und mein Gedanke kreiste immer um das Gleiche: mit geht es gut...oh Gott jetzt ist mir schwindelig jetzt kipp ich gleich um....nein nein alles Gut du schaffst das. Es war die Hölle für mich. Zuhause angekommen war ich so müde dass ich mich hinlegen musste. Ab dem nächsten Tag schaffte ich es nicht einmal mehr den Briefkasten zu leeren. Kaum war ich im Treppenhaus hatte ich Atemnot und extremen schwindel. So verbrachte ich einige Tage zuhause und hatte Angst raus zu gehen, wusste aber dass dies kein Zustand sein kann.

Ich machte einen Termin beim Hausarzt. Damit ich überhaupt dorthin konnte, nahm ich ein halbes Lexotanil zur Beruhigung ein (Einige Zeit vor der Panikattacke hatte ich einen Nervenzusammenbruch und bekam für Notfälle Lexotanil verschrieben). Der Arzt verschrieb mir dann Cipralex. Somit begann ich jeweils morgens 10mg einzunehmen. Dazu motivierte ich mich selber und sagte mir immer: Du kannst zum Briefkasten ohne das was passiert. Und es hat geklappt. Dann kam der Versuch mit dem Einkaufen und es hat wieder geklappt. Da ich aber immer diese Angst hatte es könnte mir schlecht gehen, dachte ich natürlich viel darüber nach und es entwickelte sich bei mir eine Gangunsicherheit. Mit der Zeit kam alles wieder in Ordnung mit Cipralex und meiner Autotherapie.

Dann ging mein Leben für ca. 2.5 Jahre so weiter ohne Ängste. Cipralex nahm ich immer noch, da mir der Hausarzt (nach einem Kaltentzug den ich versucht hatte) dass es noch zu früh sei mit dem Absetzen. Letztes Jahr, es war im Mai 2015, hatte ich auf einmal bei der Arbeit ganz starke Herzprobleme. Ich ging sofort zum Arzt und der machte ein EKG. Durch den Dauerstress den ich hatte, war die Diagnose Hermuskelverkrampfung. Somit wurde ich krank geschrieben und ich bekam wieder Panikattacken. Die Krankschreibung war sehr lange, dass ich die Kündigung erhalten habe.

Auch hier hatte ich ein ungutes Gefühl wenn ich zum Briefkasten ging oder einkaufen. Aber ich wusste dass es mir schon mal sehr be :censored: ging und ich wieder da raus kam. Ein Fehler von mir war zu dieser Zeit sicherlich, dass wenn ich merkte es könnte eine Panikattacke kommen, ich ein 0.75mg Lexotanil genommen habe und als es wirkte erledigte ich was ich Auswärts erledigen musste. Ich begann auch eine Psychotherapie. Ich bin ein Mensch der sehr offen kommuniziert und keine Hemmungen hat. Somit war es für mich kein Problem mich zu öffnen.

Doch nach ein paar Monaten merkte ich, dass ich eigentlich immer noch am gleichen Punkt und der Psychologe mir nicht weiterhelfen kann. Somit suchte ich mir einen Neuen. Letzten Herbst hatte ich die Therapie bei ihm angefangen. Ich hatte übrigens im November einen neuen Job angenommen. Nun zu meinem neuen Therapeuten. Ich ging 1x in der Woche zu ihm. Es war für mich eigentlich schön dass ich alles von der Leber reden konnte. Aber dennoch kam ich auch bei ihm nicht weiter und hatte meinen letzten Termin anfangs April 2016. Da ich ein Mensch bin der sich hinterfragt wieso gewisse Situation so sind, brauchte ich keinen Psychologen der mir sagte: Wären doch alle Patienten so wie sie, dich sich auch noch selber mit sich beschäftigen um eine Lösung zu finden.

Ich hatte selber gelernt (was sehr viel Zeit in anspruch genommen hat) wie ich am Besten mit meinen Angstzustände auskomme. Ja auskomme, denn es ist nun ein Teil meines Lebens. Ich weiss dass ich gesund bin und dass diese Angstzustände und Panikattacken mir nichts anhaben können. Am 18.5. habe ich begonnen das Cipralex auszuschleichen. Bin seit 05.06. bei 3mg und werde es so noch bis ende Juni weiterziehen, dann auf 2mg. Es geht mir eigentlich verwunderlich gut, nein, eigentlich viel besser.

Ich nehme noch 4x täglich Bachblüten und wenn meine innerliche Unruhe ganz schlimm wird dann die Notfalltropfen. Ich versuche vermehrt positiv zu denken. Ich mache täglich Atemübungen zum Entspannen. Ich habe gelernt nein zu sagen und mehr auf mich zu hören, sei es psychisch oder physisch. Wenn die Angst im Anflug ist, laufe ich in der Wohnung umher und beginn zu putzen oder so, sitzen oder liegen ist dann für mich der Horror. Interessant ist für mich, dass ich seit dem Ausschleichen 1 Panikattacke hatte, denn sonst waren es mehrere wöchentlich. Merke aber, dass wenn ich etwas enorm wichtiges erledigen muss die Angst wieder in mir aufkommt: Hoffentlich kriege ich dort keine Panikattacke. Wenn es dann gut gegangen ist, bin ich extrem stolz auf mich und beim nächsten Aufkommen der Angst denke ich das hast du dazu mal auch geschafft. Ganz ehrlich, es ist nicht immer einfach so zu denken, aber man muss so denken.

Mein Motto: Die Angst und Panik kommt und geht auch wieder ohne dass irgendetwas passieren kann

Ich wünsche euch allen die auch darunter leiden ganz viel Kraft und dass ihr für euch den richtigen Weg findet

Herzlichst Anerom
Zuletzt geändert von Murmeline am Donnerstag, 16.06.16, 15:55, insgesamt 1-mal geändert.
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2010 Cipralex täglich 10mg wegen starken Panikattacken
2013 kalter Entzug (wusste damals nicht dass man es einfach so absetzen kann)
war der Horror. Ging zum Hausarzt weil ich nicht wusste wieso es mir so schlecht geht. Sofortige Einnahme von 10mg

18.05.2016 - Beginn auszuschleichen mit 5mg (hatte das Gefühl wieder zu leben :party2: )
24.05.2016 - 4mg (fast täglich Müdigkeit)
05.06.2016 - 3mg (manchmal das Gefühl ich sei auf einem Schiff, etwas niedriger Blutdruck)
11.07.2016 - 2mg psychisch gut, physisch gelegentlich Übelkeit, sehr müde, vermutlich weil mein Blutdruck zu tief ist
25.07.2016 - 1mg und es geht mir zum Glück gut bis jetzt
seit 14.08.2016 - 0mg
seit Oktober 2017 3x300mg Johanniskraut, VitaminB Komplex, Vitamin D3
seit April 2017 zusätzlich Passionsblume

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Re: Umgang mit Angst und Panik

Beitrag von Murmeline » Samstag, 18.06.16, 6:36

Tipps von Kassiopeia

Schmidt-Traub, S. (2008): Generalisierte Angststörung. Ein Ratgeber für übermäßig besorgte und ängstliche Menschen.
Schmidt-Traub, S (2008): Angst bewältigen. Selbsthilfe bei Panik und Agoraphobie.
Basset, L./Terwort, N. (2011): Angstfrei leben: Das erfolgreiche Programm gegen Stress und Panik.
Dombrowski, H.-U. (2001): Angst erfolgreich überwinden.
Peurifoy, R.Z. (2006): Angst, Panik und Phobien. Ein Selbsthilfe-Programm.
Hoyer, J./Beesdo, K/Becker E.S. /(2007): Ratgeber Generalisierte Angststörung. Informationen für Betroffene und Angehörige.

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Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
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Re: Umgang mit Angst und Panik

Beitrag von padma » Montag, 27.06.16, 13:49

Jana Ina schrieb
Vielleicht hilft dir das was ich immer tue.
Ich stelle mir folgende Fragen: Was passiert gerade in diesem Moment mit mir? Warum habe ich solche Angst? Kann das wovor ich Angst habe eintreten? Ist es schon mal eingetreten?

Bei mir zum Beispiel heute ganz aktuell gewesen:
Was passiert gerade in diesem Moment? Mir ist schwindlig und schlecht außerdem fühle ich mich depressiv und meine Arme kribbeln.
Warum habe ich solche Angst? Weil diese Gefühle mir einfach Angst machen; das dieses schrekliche Gefühl wieder wochenlang anhält und ich nicht essen und trinken kann und wieder in ein tiefes Loch falle.
Kann das eintreten? Grundsätzlich ja, aber ich habe seit eineinhalb Jahren sowas nicht erlebt und lasse es auch nicht mehr zu, dass es soweit kommt. Vielleicht wird es so schlimm das ich spucken muss und daran stirbt man auch nicht. Der Schwindel hat mir große Angst gemacht, dass ich mal umfalle, was auch noch nie passiert ist.
Ist es eingetreten? Einmal eingetreten, seitdem nie wieder. Noch nie übergeben vor Übelkeit, noch nie umgefallen, noch nie dran gestorben 8-)

Ansonsten hilft mir immer aufstehen, rausgehen ablenken ablenken ablenken.
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 20#p145820
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Re: Umgang mit Angst und Panik

Beitrag von Arianrhod » Montag, 27.06.16, 17:47

Ich habe Angst als Absetzsymptom. Das heißt, es hat nix mit mir, meiner Psyche oder einer körperlichen Erkrankung zu tun, es wurde mir quasi aufgezwungen.
Das erzeugt in mir Wut, ich habe mich dabei ertappt, dass ich regelrecht mit mir schimpfe: "Jetzt stell dich nicht so an.... die Angst ist unbegründet.....etc." Ein Durchbruch erzielte mein Osteopath mit der Bemerkung: "Dein Gehirn leidet und du schimpfst mit ihm. Wenn das Gehirn DEIN Kind wäre und ihm wäre es schlecht - würdest du es dann auch beschimpfen? Oder würdest du dein Kind nicht eher trösten und ihm was gutes tun?"
Das hat mich zum Nachdenken gedacht. Ich fing an, mich zu bedauern und ja - meinen Körper zu bemitleiden. Armer Körper. Armes Gehirn. Sie versuchen doch alles richtig zu machen und leiden unter den Enztugssymptomen.
Seit ich mich liebevoll behandle, ist komischerweise die Angst weniger geworden. Vielleicht auch , weil bei Liebe andere Neurotransmitter ausgeschüttet werden, vielleicht weil liebevoller Umgang entspannt ...nicht umsonst soll es auch heilsam sein, eine Katze zu streicheln. Das wäre mal ein Thema für eine Studie.
Also, seit ich nicht mehr wütend auf mich selbst bin, hat meine Angst definitiv abgenommen.
liebe Grüße Arianrhod
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Re: Umgang mit Angst und Panik

Beitrag von padma » Donnerstag, 30.06.16, 17:22

 ! Nachricht von: padma
hallo Anerom, deinen Beitrag habe ich in deinen thread verschoben
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Re: Umgang mit Angst und Panik

Beitrag von padma » Dienstag, 23.08.16, 22:29

Tipp von Sybsilon :)
Habe ne Internetseite von einem Psychotherapeuten gefunden. Klaus Bernhardt, Ängste Panikattacken und Depression. Aus Berlin. Total interessant.
Neue Ansätze.
Er stellt ein kostenloses Hörbuch bereit. Der Hammer. http://www.panikattacken-loswerden.de/k ... s-hoerbuch
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Re: Umgang mit Angst und Panik

Beitrag von Esbri » Donnerstag, 01.09.16, 19:18

In den viel zu vielen Jahren, in denen ich meine Panikattacken nun habe, haben bei mir nur zwei Dinge zumindest manchmal geholfen. (die dritte Variante ist Alkohol, aber die empfehle ich jetzt nicht weiter ;-) )

Beim ersten bin ich zufällig raufgekommen. Ich war auf einer stundenlangen Zugfahrt auf dem Weg zu meiner Expsychologin. Sie war leider umgezogen, ich fuhr sie ca. 2x im Jahr besuchen, dann und wann schrieben wir Emails. Wir hatten noch Jahre nach meiner Therapie Kontakt und waren dann gut befreundet. Dabei ging es dann auch nicht mehr wirklich um Therapie.
Ich hab immer schon viel geschrieben, ich hab immer ein Notizbuch oder zumindest einen Zettel dabei. Das Schreiben hat mir immer bei meinen Problemen geholfen. Jedenfalls saß ich in dem Zug und hatte eine Panikattacke mit allem drum und dran.
Da ich nichts daran ändern konnte, wollte ich diese Panikattacke für meine Expsychologin "dokumentieren" und ich machte in meinem Notizbuch ein Diagramm. X Achse Zeit, Y Achse Stärke der Panik. Ich würde alle 5 Minuten die Stärke meiner Panikattacke eintragen. Das hat genau 15 Minuten funktioniert, dann war sie weg. Viel früher als erwartet.
Ich hab das später noch einige Male ausprobiert und bin draufgekommen, dass sich Panik mit Dokumentationsversuchen von Panik einfach nicht verträgt. Panikattacken möchten nicht beobachtet werden ;-) zumindest meine nicht. Die Konzentration darauf, dass man möglichst alle paar Minuten auf die Uhr schaut und das Kreuzchen macht, lenkt extrem ab.

Die zweite Variante ist aus einer Überlegung entstanden. Eine Panikattacke ist ja eine außer Kontrolle geratene Kampf/Flucht Reaktion des Körpers. Dafür stellt er z.B. Adrenalin bereit, erhöht den Puls und macht den ganzen Stress. Eigentlich sollte man mit der Hormonausstattung im Körper wegrennen oder kämpfen, was in jedem Fall ordentlich anstrengend ist. Für den Körper ist es sehr schwer, aus dem Zustand wieder runterzufahren, wenn die Energie nicht verbraucht wurde, aus rein biologischen Gründen.
Daher wollte ich es ihm leichter machen und habe überlegt, was ich tun könnte, um meinen Körper richtig anzustrengen. Beim ersten Versuch habe ich so lange auf einen Boxsack eingeschlagen (den gabs damals gerade in meiner Nähe), bis ich durchgeschwitzt und japsend am Boden saß. Panikattacke war weg. Bei anderen Versuchen habe ich mich an grobe Gartenarbeiten gemacht (umstechen, Heckenschneiden, Sträucher ausreißen). Hat auch funktioniert. Ich hab immer mal wieder den Effekt genützt, dass eine Panikattacke eine große Menge an frei verfügbarer Energie darstellt, die man nur zu verwenden braucht. Hilft auch bei Umzügen und Holzhacken. Ich hatte mal das Glück, in einem Haus zu sein, das abgerissen werden sollte, während ich eine Panikattacke hatte. Rumschreien, Möbel zertreten und Geschirr zerschlagen hilft enorm, ist aber nicht alltagstauglich. :P

Leider kann man seine Panikattacken nicht immer wegdokumentieren oder abarbeiten. Aber für mich war es schon eine Erleichterung, dass es zumindest dann und wann Möglichkeiten gibt, dieses Gefühl loszuwerden. Entspannungstechniken jeder Art haben bei mir leider den gegenteiligen Effekt.

Meine letzte Psychiaterin meinte noch bevor sie mir Tabletten verschrieben hat (die nicht halfen, aber wenigestens nicht soo schlimm waren wie die letzten), dass sie in der Klinik, in der sie arbeitet, großen Erfolg mit einem mehrwöchigen Kurs in Achtsamkeit haben. Und zwar bei allen möglichen Erkrankungen, von der Depression bis zur Essstörung. Es gibt wohl derzeit einen ziemlichen Hype um die Achtsamkeit, aber ich habe jetzt schon von mehreren Seiten gehört, dass da wohl was dran ist. Mein Freund hat vor Wochen auch mal kurz darüber geredet, ich bin mir aber nicht sicher, ob er mal DBT (Dialektisch-behaviorale Therapie) gemacht hat, jedenfalls weiß ich, dass es dort auch zu den "Skills" gehört und wohl ganz gut funktioniert.
Ich hab 2 Bücher darüber daheim und grad mal ein Viertel gelesen, Asche auf mein Haupt, ich war da eher nachlässig, weil ich gerade selten Panikattacken habe. Kann man sich aber sicher mal ansehen, das Thema "Achtsamkeit".

Liebe Grüße
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Panikstörung - seit 1997, Hypochondrie - seit dem Volksschulalter, skin picking disorder - schon immer, Dysthymie - schon immer, depressive Phasen - immer mal wieder, nicht näher definierte Persönlichkeitsstörung - vermutlich auch schon immer, Reizdarm?? - seit Dez.2015

Behandlungsversuche der Panikstörung mit diversen Antidepressiva: Citalopram (ein paar Wochen), Escitalopram (3 Monate), Sertralin (2 1/2 Monate), Fluoxetin (5 Jahre, später einmal 3 Tage), Amitriptylin (2 Wochen), Mirtazapin (4 Tage), alle abgebrochen wegen Wirkungslosigkeit und/oder schweren Nebenwirkungen, keine Abstzproblematik.
paradoxe Reaktion auf Benzodiazepine

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Re: Umgang mit Angst und Panik

Beitrag von padma » Dienstag, 11.10.16, 10:43

hallo zusammen, :)

hier ein sehr guter Beitrag von Katharina :) bzgl. Panikattacken
Liebe Diane !

Wie soll ich es schreiben -
Ich denke wenn ich ohnmächtig werde und bin organisch krank, werde ich alsbald im Krankenhaus sein.Tot oder lebendig.

Dann wacht man nicht irgendwann wieder auf und macht schlapp, verzagt erschrocken aber immerhin, weiter -

Ich erinnere nicht,aber es ist lange her da war was und es war das einzige Mal, das ich einen Notarzt rief.

Was ich sehr gut erinnere ist, als ich wußte er kommt - war ich imstande mich so anzuziehen wie ich gerne gesehen werde,
das Bett zu machen,etwas aufzuräumen ( .... )
und später um drei Uhr früh im Regen mit dem Rad um die Ecke zur Apotheke. = das war nicht Kranksein.

Ein anderes Mal, fast fertig beim Friseur aber komische Vorahnung, ich sah rote Punkte, mir ging es wochenlang bescheiden aber wegen der Lebertherapie war unklar was was war und sah draußen jemand Bekanntes, ich hoch, es war Hochsommer Haare feucht, egal bezahlt gerufen, warte bitte begleite mich und hilf mir.

Zwei Stunden später Notfallaufnahme, ein Arzt mit Fahrradhelm und Rucksack auf es war irgendwie Ferien und dieser wurde herbei gerufen weil er gut im Ultraschall war, ein und eine halbe Stunde stand der über mir und meinen Kolliken und der Bauchspeicheldrüsen-
Entzündung, meine Begleitung erzählte mir das, das sie erst dachte da könne wer was nicht, was dauert das.
Das war krank.

Meine nicht kranken Ohnmächte begannen so:
Schwach, schlapp, schwitzen, Krämpfe in den Händen und Fingern, hinlegen müssen und zugleich sich entleeren müssen, Ohrensausen, Irreal sieht alles aus und weg.
Das waren Panikattacken, Diane ganz schlimme.

Einmal kroch ich zur Wohnungstür in U-Hose und Tshirt ich wollte mich die Treppe runter rollen lassen das nur wer mich findet, und was tut, draußen egal wie ich aussehe, aber ich kam nicht an den Türgriff ran.

Ans Telefon irgendwie runter gezogen und sowie ich sagte, nachdem ich mich durch die Tasten gefunden hatte.....,bitte ruf mir den Dr. an - war der Bann gebrochen, ich hörte mich sagen, warte ich glaube ich sitze schon. ....

Auch das war eine arge Panikattacke denn wenn nicht - ich verwette meinen Kopf, dann wäre eine Krankheit gefolgt.

Nix ist gefolgt ,ich ging duschen und schlafen, es war überstanden.
Aber es war be :censored: es war angsterfüllt-

Jedoch nach dem Schlafen und dem Verdauen schonwieder so eine :censored: Attacke gehabt zu haben was mich tierisch Kraft kostet, unheimlich Energie verbraucht-
habe ich gebeten, das man bitte mit mir etwas raus ginge
denn ich wollte es wissen, verd :censored: t nochmal, ob es wieder gut war.
War es.

Es ist eine :censored: Zeit, Diane - die Du durch machst.

Und ja es ist beschi :censored: schwer, Kranksein von einer seelisch zum körperlich gemachten Symptom zu unterscheiden.

Ich denke inzwischen da ich oft daran scheitere, das das normal ist.
Jeder, der eine körperliche starke Erfahrung hat, wie plötzlich sack ich runter,
Zittern, Herzklopfen denkt als erstes: was geschieht mir hier.
Mein Körper ist nicht ok sonst wäre er nicht so.

Das ist der erste Gedanke denn normalerweise muss man sich ja darum schon kümmern und kann nicht sagen, egal.

Aber wenn man erfahren hat - das unter Umständen wie den Unseren die Psyche der Auslöser der körperlichen Reaktionen ist -
dann ist das unser Ding.

Diane, schau - wieviele hier sind im letzten halben Jahr im Krankenhaus mit organischen behandlungsbedüftigen Erkrankungen gelandet?
Niemand - ( Gott sei Dank ).

Niemand hat schreiben lassen: "..soundso kann selbst nicht schreiben, er liegt mit dem und dem schwer auf der Station für innere Medizin, Blutwerte entgleist und ähnliches. ...".

Ich habe das nicht gelesen.
Ich lese nur immer uns - und wir sind zuhause :sports:

( im schlimmsten Fall wieder in der Psychiatrie mit neuen Psychofarmaka :-(

es geht uns dreckig :evil: aber wir sind nicht krank.

:censored: Scheiße :censored: , was ?

Weiter gehts, heute ist geschafft und abgehakt :sports:

Schlaf gut, Diane -

Katharina :bettzeit:
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Re: Umgang mit Angst und Panik

Beitrag von Straycat » Dienstag, 11.10.16, 12:25

Hallo,

ich hoffe mein Beitrag ist hier richtig, sonst bitte gerne verschieben, falls er hier nicht passt!

Eure Berichte über Panikattacken machen mir auf jeden Fall Mut, dass ich mit diesem Problem nicht alleine bin!
Ich hatte früher nie Panikattacken und hatte nur wenige Male eine unter der Einnahme von Escitalopram (meistens wenn ich vortragen musste und nervös war oder ich mich anderwertig überfordert fühlte). Konnte sie dann meistens mit tiefer Bauchatmung früher oder später in den Griff bekommen. Hatte dabei immer das Gefühl ich muss mich übergeben... Habe dann oft Stunden auf dem WC verbracht, bis es besser wurde.

Nun ist es aber so, dass ich nach dem Absetzen von Escitalopram generell viel ängstlicher bin. Egal ob es gruselige Filme sind, die ich schon gesehen habe und die mir damals nichts ausmachten, ob in der Dunkelheit zum WC zu gehen, laute Geräusche hinter mir - ich fahre zusammen vor Schreck und fürchte mich ernsthaft. Gut, das mit den Filmen lässt sich leicht vermeiden, indem ich sie einfach erstmal nicht ansehe... aber gestern hatte ich Angst im dunklen Gang meiner Wohnung. Mein Partner war so lieb und ist dann mit mir durch die ganze Wohnung gegangen und wir haben in jedem Zimmer das Licht angedreht und komischerweise hat mich das wirklich beruhigt.
Es ist bei mir also eher eine Angst vor äußeren Dingen, als vor inneren, wie Herzrasen usw., bei denen ich mir Sorgen um meine Gesundheit mache. Ich habe Angst, es ist jemand da oder ich habe Halluzinationen oder so etwas...
Ich weiß von meinem Kopf her, dass da nichts schlimmes ist und ich mich nicht zu fürchten brauche, aber zittere trotzdem vor Angst.
Kennt ihr das auch?

Ich war eigentlich nie ein ängstlicher Mensch. Ich habe Gefahrsituationen, wie nachts alleine in dunklen Gassen zu sein, einfach vermieden und ansonsten konnte mich nichts wirklich stark ängstigen.
Ich vermute daher, dass diese plötzliche Angst ein Entzugssymptom von Escitalopram ist...

Mir hat dabei das rationale Überprüfen meiner Ängste (also eben nachsehen, ob da was im dunklen Gang ist, auch wenn ich wusste es kann da nix sein) geholfen und danach habe ich mich warm angezogen (weil mir schlagartig eiskalt wurde) und ich habe mich mit Atemübungen, die ich aus der Meditation kenne, beruhigen können, bis ich eingeschlafen bin.

Liebe Grüße,
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Behandlung mit Escitalopram 10mg, später Steigerung auf 15mg und 20mg - ingsgesamt 10 Jahre
08/2016: Bupropion 300mg - eingeschlichen 1 Woche 150mg, dann 300mg
seit Volldosierung Bupropion (300mg) schrittweises Ausschleichen von Escitalopram (1 Woche 15mg, 2 Wochen 10mg, 1 Woche 5mg)
Bupropion: - 10 Tage 150mg (noch während voller Dosis Escitalopram), danach auf 300mg für 7 Wochen, dann wieder Reduzierung auf 150mg für 7 Tage aufgrund von übermäßiger Agitation und am 26.10.2016 auf 0mg (eigene Entscheidung ohne Arzt, da die Agitation und Panikattacken nicht abnahmen)
Seit 03/2017: 2 Wochen 37,5mg Venlafaxin, seither 75mg Venlafaxin
04-05/2017: 50mg Trittico, wieder abgesetzt
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Re: Umgang mit Angst und Panik

Beitrag von LinLina » Dienstag, 11.10.16, 12:37

Hallo Cat

Dein Beitrag passt gut hier rein.

Ich kenne das auch. Nach dem Reduzieren ist es häufig so, dass ich sehr schreckhaft bin, zusammenfahre wenn jemand unerwartet ins Zimmer kommt/hinter mir steht. Angst im dunklen kenne ich auch, manchmal wache ich nachts auf und habe einfach Angst vor der Wohnung, oder bilde mir ein etwas unheimliches wäre da. Ich mache dann das Licht an und höre etwas Musik, um mich abzulenken dann geht es meist wieder. Manchmal sehr ich auch Dinge in Schatten oder Umrissen, die eigentlich was ganz anderes sind beim genaueren hinsehen, das passiert mir seit dem Absetzen sehr häufig.
Ich war eigentlich nie ein ängstlicher Mensch. Ich habe Gefahrsituationen, wie nachts alleine in dunklen Gassen zu sein, einfach vermieden und ansonsten konnte mich nichts wirklich stark ängstigen.
Ich vermute daher, dass diese plötzliche Angst ein Entzugssymptom von Escitalopram ist...
Ja, ich denke auch dass es ein Entzugssymptom ist und sich wieder beruhigt.
Mir hat dabei das rationale Überprüfen meiner Ängste (also eben nachsehen, ob da was im dunklen Gang ist, auch wenn ich wusste es kann da nix sein) geholfen und danach habe ich mich warm angezogen (weil mir schlagartig eiskalt wurde) und ich habe mich mit Atemübungen, die ich aus der Meditation kenne, beruhigen können, bis ich eingeschlafen bin.
Da hast du sehr gut reagiert finde ich. Ich denke auch, ein rationales überprüfen (durch nachsehen oder logisches Nachdenken) und sich körperlich in Sicherheit bringen (warm halten, mit einem Menschen oder Tier kontakt suchen, Atemübungen, einen warmen Beruhigungstee trinken) ist das beste was man tun kann.

Auch wenn wir vom Kopf wissen, dass die Angst unbegründet ist, braucht unser Körper von uns auch das Gefühl, dass wir in Sicherheit sind. Durch das warm halten und Atmung beruhigen können wir unserem Körper zeigen, dass alles ok ist und keine Gefahr droht.

Liebe Grüße
Lina
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Re: Umgang mit Angst und Panik

Beitrag von Straycat » Dienstag, 11.10.16, 12:49

Hallo Lina,

vielen Dank für deine liebe Antwort!
LinLina hat geschrieben: Ich kenne das auch. Nach dem Reduzieren ist es häufig so, dass ich sehr schreckhaft bin, zusammenfahre wenn jemand unerwartet ins Zimmer kommt/hinter mir steht. Angst im dunklen kenne ich auch, manchmal wache ich nachts auf und habe einfach Angst vor der Wohnung, oder bilde mir ein etwas unheimliches wäre da. Ich mache dann das Licht an und höre etwas Musik, um mich abzulenken dann geht es meist wieder. Manchmal sehr ich auch Dinge in Schatten oder Umrissen, die eigentlich was ganz anderes sind beim genaueren hinsehen, das passiert mir seit dem Absetzen sehr häufig.
Das beruhigt mich sehr, dass es dir ähnlich zu gehen scheint. Ich hoffe auch sehr, dass das nicht dauerhaft so bleibt. Deshalb sage ich mir auch immer wieder, dass es so ist, als würde man nach Tagen in einem dunklen Raum ohne Sonnenbrille in die Sonne gehen: Man muss sich einfach erst daran gewöhnen.

Das mit dem Musikhören ist ein guter Tipp! Das werde ich mir merken.
Zum Glück bin ich derzeit nicht alleine, aber ich fürchte mich schon vor den Nächten, wenn ich ganz alleine in meiner Wohnung bin und mich fürchte... Diese Angst vor der Angst ist einfach das schreckliche daran.

Liebe Grüße,
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Re: Umgang mit Angst und Panik

Beitrag von Straycat » Mittwoch, 26.10.16, 10:51

Liebe Angstgeplagten,

auf dieser Website habe ich einige nützliche Tipps zum Umgang mit Angst- und Panikattacken gefunden. Vor allem der Abschnitt "Denkmuster ändern bei Panikstörung" war für mich sehr hilfreich. Ich habe in letzter Zeit öfters Panikattacken und kann nicht genau ausmachen, was sie auslöst (habe sowohl das Absetzen von Escitalopram, als auch das Bupropion in Verdacht).
Gestern habe ich es aber geschafft, einer Panikattacke zu trotzen und hatte nachher einen super schönen Abend. Ich hoffe, mein Gerhin merkt sich das ;-)

Alles Liebe,
Cat
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Re: Umgang mit Angst und Panik

Beitrag von Annanas » Donnerstag, 27.10.16, 10:09

Hallo Cat :) ,
danke für das Verlinken der Seite - ich finde, es ist eine gute Zusammenfassung von Ursachen, Beschwerden und
Umgang mit der Angst.

Wirklich auch hilfreich - konnte ich gerade selbst testen, hänge in einer Absetzwelle, die diesmal mit Ängsten
verbunden ist - die Erklärungen auf der Seite nochmal zu lesen, hat zur Beruhigung beigetragen!

LG Anna
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Re: Umgang mit Angst und Panik

Beitrag von Straycat » Donnerstag, 27.10.16, 10:28

Hallo Anna,

ja mir hat es auch schon geholfen. Vorallem das Wissen, dass ich nicht in Ohnmacht fallen kann... das ist nämlich bei mir immer das vordergründigste Symptom.
Hattest du schon Ängste in der "Grunderkrankung"? Oder sind sie bei dir auch nur durch das Absetzen aufgetreten?

Liebe Grüße,
Cat
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Re: Umgang mit Angst und Panik

Beitrag von Annanas » Donnerstag, 27.10.16, 10:46

Hallo Cat,
Straycat hat geschrieben:Hattest du schon Ängste in der "Grunderkrankung"?
Ich bin 2007 wegen einer Angststörung in die Klinik gekommen - allerdings wußte ich nicht, woher diese
Ängste kamen, vollkommen diffus u. es gab keinen Grund.

Allerdings mit dem Wissen von heute (dem Forum sei Dank), meine ich, diese Ängste entstanden auch
durch einen Entzug.
Der Neurologe hatte mich 2 Monate vor dem Auftreten dieser Ängste von 20 mg Paroxetin (hatte ich zu dem
Zeitpunkt schon 8 Jahre genommen) auf Moclobemid umgestellt. Da wird es wohl einen Zusammenhang
gegeben haben :( !

Diese jetzigen Ängste schreibe ich wirklich dem Entzug zu - es gibt sonst absolut keinen Grund, habe vor
4 Jahren angefangen (bin noch nicht fertig), mein Leben komplett umzustellen, so daß es langsam zu mir
paßt. Von dieser Warte her, geht es mir seit der Zeit viel besser - diese Ängste jetzt, passen einfach nicht dazu.

Heute ist es auch schon wieder besser, hatte nachts nochmal ein paar Attacken - habe aber immer vor
mich hin gemurmelt - haut ab - ihr seid nur Absetzsymptome :D !

Cat, ich glaube, wenn so alles stimmig ist, man keine Riesenprobleme mit sich rumschleppt und gerade beim
Absetzen von Psychopharmaka ist - sind das Entzugssymptome!

Liebe Grüße von Anna
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Vorgeschichte:
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Venlafaxin (225 mg) - Einnahme seit 2007 - Absetzverlauf seit Januar 2016
► Text zeigen
28.01.2018 30. Red. 1 mg auf 6 mg - wegen starker Beschwerden am 02.02. auf 6,3 mg aufdosiert
______________________________________________________________________________________
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Re: Umgang mit Angst und Panik

Beitrag von Straycat » Donnerstag, 27.10.16, 11:22

Hallo Anna,
Annanas hat geschrieben: Cat, ich glaube, wenn so alles stimmig ist, man keine Riesenprobleme mit sich rumschleppt und gerade beim
Absetzen von Psychopharmaka ist - sind das Entzugssymptome!
ja, ich glaube das auch!
Andererseits fange ich durch die jetzige Gesprächstherapie erst an, herauszufinden woher meine depressiven Episoden kommen. Vielleicht stoße ich ja auch noch auf Gründe für Panikattacken... wer weiß!

Letztlich bleibt einem ohnehin nur übrig, damit umgehen zu lernen. Sie sind ja nun mal da, diese Zustände - egal ob durch Absetzen oder tiefsitzende Probleme ausgelöst. Ich versuche diese Zustände dann auch einfach anzunehmen und zu sagen "ist halt so, aber ich lasse mir dadurch jetzt nicht mein Leben zerstören". Ist zwar definitiv nicht einfach, aber was soll man sonst machen?

Mein Osteopath (mit dem ich sehr zufrieden bin) hat mir mal gesagt "Schenken Sie Ihrer Depression einfach nicht so viel Beachtung, dann wird sie Sie auch in Ruhe lassen". Das klang für mich anfangs ziemlich nutzlos, weil ich mir dachte "Ja haha und wie soll ich das machen?". Aber jetzt lerne ich mehr und mehr, wieviel Wahrheit hinter diesen Worten steckt. Es geht ja nicht darum, dass man Depressionen oder Ängste ignoriert im Sinne von "wegschieben und ausblenden". Das geht ja auch meistens nicht wirklich. Aber wenn man diesen Zuständen einfach weniger Platz im eigenen Leben zugesteht (so nach dem Motto: "Hallo Depression, Hallo Panikattacke, ich merke du bist da, aber ich lasse mir von dir jetzt trotzdem nicht meinen Alltag und mein Leben diktieren"), dann hilft das sehr. Aber es fällt mir an manchen Tagen leichter, an anderen wieder schwerer.
Man kennt diese Zustände dann schon so lange, dass sie wie lästige Bekannte sind, die zu dir in die Wohnung kommen und es sich auf deiner Couch gemütlich machen. Und man will sie eigentlich rauswerfen, aber man kennt sie halt schon so lange und so gut, dass man weiß, dass sie sich auch von alleine wieder verkrümeln...
Ich begrüße sie dann manchmal sogar ("Hallo Frau Depression, auch mal wieder da?") und versuche sie dadurch weniger bedrohlich und übermächtig werden zu lassen :)

Ich drücke dir die Daumen, dass die Panikattacken bei dir weniger werden und deine "mentale Couch" auch nicht mehr zu oft belagern ;-)

Alles Liebe,
Cat
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Seit 05.07.2018: Reduktion Venlafaxin um 10% der Restdosis (Reduktion um 6 mg) - derzeit 54,7 mg Venlafaxin
Seit 01.08.2018: Reduktion Venlafaxin um 10% der Restdosis (Reduktion um 5,5 mg) - derzeit 49,2 mg Venlafaxin
Seit 10.08.2018: leichte Anhebung wieder auf 54 mg Venlafaxin (aufgrund eines Kreislaufkollaps, von dem ich mir nicht sicher bin, ob eine Panikattacke dabei war)
Seit 19.09.2018: Reduktion Venlafaxin auf 50 mg (ca. um 7%)
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padma
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Re: Umgang mit Angst und Panik

Beitrag von padma » Dienstag, 08.11.16, 11:08

hallo, :)

hier hat Mona :) einen interessanten Buchauszug " Ängste verstehen und überwinden"von Dr. Doris Wolf, Diplompsychologin
eingestellt

http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 11#p165811

lg padma

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