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Extreme Schwäche

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Jeanny444
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Extreme Schwäche

Beitrag von Jeanny444 » Freitag, 21.07.17, 18:04

Hallo an alle,

Seit einem Jahr bin ich ohne Venlafaxin. Die Symptome haben sich verschlimmert und ich weiß nicht mehr weiter. Am Anfang kam der Verlust von Hungergefühl und Appetit. Das ist auch geblieben. Dann begann die Schwäche in den Beinen, die unterdessen so extrem ist, dass ich das Haus nicht mehr verlassen kann. Stehe ich längere Zeit, fangen die Beine an zu zittern. Die Schwäche merke ich auch in den Pomuskeln, ebenso in den Armen. Die Muskeln vibrieren zum Teil bis in die Fußsohlen. Es ist ständig ein ekliges Gefühl da, als ob den Muskeln schlecht ist.Ich habe viel über die Schwäche gelesen und weiß, dass es sich um ein Symptom handelt. Nur konnte ich nirgendwo erfahren, ob es wieder weggeht mit der Zeit. Ich habe solche Angst im Rollstuhl zu landen. Gibt es Betroffene, die das auch hatten und wo es wieder weggegangen ist? Ging es von allein weg oder hat etwas dabei geholfen? Ich liege fast nur noch auf der Couch.

Ich habe ein Druckgefühl im Kopf und ich kann nicht mehr richtig sehen. Die Sicht ist klar, aber nicht fokussiert. Schnelle Bilder verwirren mein Gehirn. Ich denke nicht richtig. Die Vorstellungskraft ist betäubt, ebenso wie meine Gefühlswelt. Mein Kaninchen starb vor ein paar Tagen, ich kann nicht mal trauern. Es ist keine Verbindung zu meinen Gefühlen da. Auch Liebe empfinde ich nicht. Ich bin ständig rastlos. Ich kann nicht lange sprechen und auch nicht zuhören. Ich bin nach paar Minuten total überfordert.

Ich weiß, dass es sich um Symptome handelt, die vom Absetzen gekommen sind. Ich hätte nie gedacht, dass man so krank sein kann. Mir ist auch klar, dass mir niemand sagen kann, wie lange es dauert bis eine Besserung eintritt. Ich wüsste nur gern, ob es Betroffene gibt, die dieselben Symptome haben oder hatten und ob die Schwäche wieder weggeht, ob die normale Sicht wiederkommt.
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Diagnose: Depression

Einnahme von Venlafaxin von 2007 bis 2016

Hochdosiert auf 2 mal täglich 150 mg

Dann auf 2 mal täglich 75 mg

Die letzten Jahre 2 mal 37,5 mg täglich

Das letzte halbe Jahr vor dem kompletten Absetzen einmal 37,5 mg

abgesetzt im Juli 2016 von 37,5 mg auf 0 nach Aussage von 3 Psychiatern, dass es sicher sei

Wiedereindosierung im Mai fehlgeschlagen. War ein Versuch, die Symptome abzufangen

Seit Oktober 2016 diverse Symptome, die immer schlimmer wurden:

Verlust von Appetit und Hungergefühl, Schwäche in den Beinenund Armen mit Stromgefühl und Empfindungsstörungen, Sehprobleme, Allgemeine Schwäche, Gewichtsverlust, Schwindel, Benommenheit, Konzentrationsprobleme, Verwirrtheit, Weinen nahezu täglich, Druck im Kopf, Balanceprobleme, kann kaum noch aus dem Haus vor Schwäche, keine positiven Gefühle mehr, nur noch Traurigkeit und Angst vor den Symptomen

Aufenthalt in der Psychiartischen Klinik:

Aussage der Ärzte, dass sei alles psychosomatisch. Wollten Mirtazipin ansetzen und Psychotherapie beginnen. Habe mich nach einer Woche entlassen lassen.

Ululu 69
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Re: Extreme Schwäche

Beitrag von Ululu 69 » Freitag, 21.07.17, 18:31

Hallo Jeanny,

es tut mir sehr leid, dass es dir so schlecht geht.

Wurdest du mal von deinem Hausarzt durchgecheckt?

Ich meine so Dinge wie Blutuntersuchung und EKG?
Natürlich kann das alles auch noch von Entzug sein, solche Geschichten von langjährigen Verläufen liest man ja leider hier immer wieder.
Ich finde nur, dass man auch andere Ursachen ausschließen sollte.
Ist nur so eine Idee von mir.

LG Ute
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Re: Extreme Schwäche

Beitrag von lunetta » Freitag, 21.07.17, 20:49

Hallo und willkommen bei uns!

Du hast eigentlich kalt abgsetzt von 37,5 mg auf Null. Das ist eine extreme Belastung für das ZNS, und kann ich manchen Fällen zu einem Langzeitabsetzsyndrom führen.

Du sagst, dass du es mit einem Wiedereindosieren versucht hast - wieviel Venla und wie lange hast du das probiert?

Es gibt hier einige Mitglieder die schon jahrelang an solchen Symptomen leiden:(

Ich würde an deiner Stelle einmal alles abklären lassen was möglich ist, manchmal stecken wirklich Erkrankungen hinter solchen Symptomen.
MS sollte zumindest ausgeschlossen werden.

LG!
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Re: Extreme Schwäche

Beitrag von Jeanny444 » Freitag, 21.07.17, 21:27

Hallo Lunetta, Ja, es war ein kalter Entzug. Das wurde mir im Nachhinein klar. Ich vermute sehr stark, dass ich dieses Langzeitsyndrom habe.

Die Wiedereindosierung belief sich auf 37,5 mg. Das war zu viel, wie ich unterdessen erfahren und selbst gespürt habe.

Ich hatte gehofft, auf solche Mitglieder zu treffen, die bereits Erfahrungen mit solchen Symptomen haben und Veränderungen feststellen konnten. Leider lese ich meistens nur, dass es herkömmliche Absetzsymptome sind. Das hilft nur nicht weiter.

Dass ich jetzt MS entwickelt habe ist doch eher unwahrscheinlich oder? Sind solche Fälle bekannt im Zusammenhang mit dem Absetzen?
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Die letzten Jahre 2 mal 37,5 mg täglich

Das letzte halbe Jahr vor dem kompletten Absetzen einmal 37,5 mg

abgesetzt im Juli 2016 von 37,5 mg auf 0 nach Aussage von 3 Psychiatern, dass es sicher sei

Wiedereindosierung im Mai fehlgeschlagen. War ein Versuch, die Symptome abzufangen

Seit Oktober 2016 diverse Symptome, die immer schlimmer wurden:

Verlust von Appetit und Hungergefühl, Schwäche in den Beinenund Armen mit Stromgefühl und Empfindungsstörungen, Sehprobleme, Allgemeine Schwäche, Gewichtsverlust, Schwindel, Benommenheit, Konzentrationsprobleme, Verwirrtheit, Weinen nahezu täglich, Druck im Kopf, Balanceprobleme, kann kaum noch aus dem Haus vor Schwäche, keine positiven Gefühle mehr, nur noch Traurigkeit und Angst vor den Symptomen

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Aussage der Ärzte, dass sei alles psychosomatisch. Wollten Mirtazipin ansetzen und Psychotherapie beginnen. Habe mich nach einer Woche entlassen lassen.

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Re: Extreme Schwäche

Beitrag von Jeanny444 » Freitag, 21.07.17, 21:29

Ululu 69 hat geschrieben:Hallo Jeanny,

es tut mir sehr leid, dass es dir so schlecht geht.

Wurdest du mal von deinem Hausarzt durchgecheckt?

Ich meine so Dinge wie Blutuntersuchung und EKG?
Natürlich kann das alles auch noch von Entzug sein, solche Geschichten von langjährigen Verläufen liest man ja leider hier immer wieder.
Ich finde nur, dass man auch andere Ursachen ausschließen sollte.
Ist nur so eine Idee von mir.

LG Ute


Blut war soweit ok bis auf Vit D, welches bei 20 lag. Die Einnahme vom Vit D habe ich allerdings nicht vertragen. EKG war in Ordnung. Mein Blutdruck ist nur recht niedrig.
Diagnose: Depression

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Hochdosiert auf 2 mal täglich 150 mg

Dann auf 2 mal täglich 75 mg

Die letzten Jahre 2 mal 37,5 mg täglich

Das letzte halbe Jahr vor dem kompletten Absetzen einmal 37,5 mg

abgesetzt im Juli 2016 von 37,5 mg auf 0 nach Aussage von 3 Psychiatern, dass es sicher sei

Wiedereindosierung im Mai fehlgeschlagen. War ein Versuch, die Symptome abzufangen

Seit Oktober 2016 diverse Symptome, die immer schlimmer wurden:

Verlust von Appetit und Hungergefühl, Schwäche in den Beinenund Armen mit Stromgefühl und Empfindungsstörungen, Sehprobleme, Allgemeine Schwäche, Gewichtsverlust, Schwindel, Benommenheit, Konzentrationsprobleme, Verwirrtheit, Weinen nahezu täglich, Druck im Kopf, Balanceprobleme, kann kaum noch aus dem Haus vor Schwäche, keine positiven Gefühle mehr, nur noch Traurigkeit und Angst vor den Symptomen

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Re: Extreme Schwäche

Beitrag von ruher » Montag, 14.08.17, 20:18

Hallo Jeanny,

ich habe auch diese Schwäche in den Beinen. Bei mir war es aber schon vor dem Einnehmen des Antidepressiva so. Die Schwäche in den Beinen war der Grund, dass ich Ängste entwickelte (genauso wie bei dir das mit dem Rollstuhl). Ich schreibe heute wieder was in meinem Thread darüber. Kannst es lesen, wenn du Interesse hast:

viewtopic.php?f=18&t=10763

Viele Grüße
ruher
Zuletzt geändert von padma am Dienstag, 15.08.17, 17:56, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: link korrigiert
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Murmeline
Seit April 2015: 37,5 mg Venlafaxin wegen von heut auf morgen auftretender heftiger Angststörung nach Einnahme eines homöopathischen Mittels
Seit Mai 2015: 75 mg
Seit 09.2015: Angststörung zu 99% weg.
Erster Absetzversuch:
Seit 05.2016: 71.25 mg
Seit 25.02.2016: 75 mg -- Ausschleichen abgebrochen wegen aktuellem Streß
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Zweiter Absetzversuch
25.04: 67 mg -- Erträglich
16.05: 60 mg -- Erträglich
04.06: 52 mg -- Erträglich
23.06: 45 mg -- Am Ende der zweiten Woche ein Tag etwas stärkere Angst. Starke Verbesserung durch
13.07: 37 mg --- Halbzeit!!!! Alles gut soweit
28.07: 30 mg
15.08: 23 mg
27.08: 16 mg
09.09: 08 mg
21.09: 06 mg
04.10: 04 mg
14.10: 03 mg
24.10: 02 mg
01.11: 1.2 mg
10.11: 01 mg
15.11: 0.6 mg
19.11: 0.3 mg
24.11: 0.0 mg

Muryell
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Re: Extreme Schwäche

Beitrag von Muryell » Freitag, 15.09.17, 10:22

Liebe Jenny,

extreme Schwäche kenne ich nur zu gut. Das einzige, was mir hilft, ist mich hinzulegen. Ich nehme Pregabalin und Paroxetin, und Pregabalin macht mich extrem müde. Ich versuche, dieses Medikament so schnell wie möglich aber so langsam wie nötig auszuschleichen. Wenn ich die Dosis reduziere, reagiert mein Körper mit Schwäche. Dann geht es mir nach einigen Tagen besser. Dann habe ich wieder diese lähmende Schwäche, die vermutlich eine NW von Pregabalin ist. Also, die Schwäche ist sowohl NW als auch Absetzsymptom. Bis jetzt habe ich geschafft, mich zu beherrschen und nicht einfach das Zeug abzusetzen. Es ist aber schwer. Früher habe ich versucht, gegen die Schwäche zu kämpfen. Aussichtslos! Jetzt packe ich meine Bücher und gehe ins Bett. Mich konzentrieren kann ich aber nicht richtig.

Das Gute ist: Ich habe keine Angst, dass es so bleibt. Du wirst sehen, wir schaffen es.

Alles Gute

Muryell
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