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Neuro-Emotionen beim Absetzen

Stud_psych
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Re: Neuro-Emotionen beim Absetzen

Beitrag von Stud_psych » Montag, 23.10.17, 11:46

Hallo Katharina,

Vielen Dank für deinen Beitrag. Ich habe gestern auch einfach versucht mein Leben zu leben und ich denke, dass hat mir ganz gut geholfen.

Es ist einfach nur schwer, mit dieser Unsicherheit zu leben, die aus einem selbst kommt.

Ich wünsche dir auch viel viel Kraft!
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Februar 2017 150 mg Venlafaxin
Bis Ende März auf 110mg runter
Bis April runter auf 75 mg

Mai- September jede 6-8 Wochen um 3-4 mg reduziert.
Oktober pause
Anfang November auf 42 mg (um 3 mg reduziert).
01.01 Reduzierung auf 39 mg
01.4 reduziert auf 36 mg
22.5 reduziert auf 27 (ausversehen)
23.5 aufdosiert auf 33 mg

Katharina
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Re: Neuro-Emotionen beim Absetzen

Beitrag von Katharina » Montag, 23.10.17, 23:09

Lieben Dank, lieber Stud Psych !

Genau das ist auch für mich das Beste, Schritt für Schritt mit Scheuklappen mein Leben führen, mit Pausen.

Okay,da seit ihr, Symptome.
Ich mach euch den Einkauf knapp wenn es nicht so voll ist, organisiere mich, weiß wo alles steht.
Danach geht es wieder nach euren Bedürfnissen, die ich nie richtig kapiere
aber wir kriegen den Tag schon rum.

Nur für heute, heißt die Regel.
nur für heute.
nicht zurück schauen nicht auf morgen, wenn möglich, jetzt.
Ich kann nur jetzt.
Schritt für Schritt.


Jemand anderes beschreibt es wie wie hier oder wie viele auch im Forum:

".......es ist als sei dort ein Kippschalter.
Ich befinde mich entweder auf der einen Seite
oder auf der anderen.

Nur: dieser Kippschalter bedient sich selber. -
keine ( bisher bekannte ) Macht der Welt lässt ihn mich bedienen.
Ich kann ihn nicht betätigen.

Ich befinde mich im Grauen, und über diesen
äußerst befremdlichen Zuständen, die ich in meinen schlimmsten Lebensphasen nicht hatte
liegt die große Angst.
Mit großer Berechtigung.

Denn wen würden Zustände / Befindlichkeiten / Wellen / Neuro-emotionen
wie hier beschrieben,
nicht ( zu Tode ) ängstigen? ..... ".

Oft denke ich, man glaubt uns nicht - oder selten -
weil nicht sein darf, was nicht sein kann.

Vegessen wir nicht, was für eine Angst es für viele bedeutet wenn das Wort
'Psychiatrie' fällt.

Das herrscht das Unsichtbare, das Un-fassbare.
Da herrscht das, ja .... könnte mir "das da" nicht auch vielleicht begegnen....
hat nicht der Nachbar neulich irgend so etwas verlauten lassen..
zombie- Medikamente etc uvm
nix wie weg.


Lieber Orthopädie, ein dicker Gips.
alles klar, ok, kein Problem.
Selbst wenn der Bruch nicht gut zusammen wächst.
Rollator, selbst Rollstuhl.
Gibt es in allen Farben.

Und dennoch verzeihe ich denen nicht, denjenigen
denen etwas an uns liegt ( )
sich nicht zu informieren
keine Angehörigen Selbsthilfe auf zusuchen.

Dort könnte die Angst der Angehörigen gemildert werden etc
hingegen wird der Versuch nicht unternommen.

Und das in einem Land voller Selbsthilfe - Gruppen
Internet Gruppen.
Info wie nie zuvor, anonym, wer sich schämt.

Sondern sie verlassen uns . -

( mich meidet man gerade:
ich bin nicht wie sonst,
ich gebe nix. -
Ich setze nur einen Fuß vor den anderen.
Meinen Fuß.
Egoistisch, nicht wahr?
Auf Kosten des Staates. )


wenn wir uns nicht hätten hier...

alles Gute, Stud Psych :hug:
schlafe gut,
Katharina
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Re: Neuro-Emotionen beim Absetzen

Beitrag von orco500 » Freitag, 24.11.17, 18:03

Hm Hallo,

ja, könnte passen, dieses Überreagieren ohne die Chance sich zu beruhigen.

Weiss nun aber nicht so recht, sind das nicht Ängste, die mich dann überreagieren lassen und so wie heute morgen exxxtrem reizbar/aggressiv werden lassen?

Hmm...

Fragen über Fragen, keine eindeutigen Antworten möglich...

Schönen Abend (falls Euch möglich)
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Re: Neuro-Emotionen beim Absetzen

Beitrag von Katharina » Freitag, 24.11.17, 20:03

Hallo Orco !

Orco, Ich bin manchmal ganz friedlich,
plötzlich passiert etwas:

neulich ist mir einen Ring zu Boden gefallen
ich sah ihn nicht
ich fand ihn nicht;

ich bin derArt aggressiv hoch geschossen
meine Gefühle wie es für mich unvorstellbar ist

ich hätte durch die Wände jagen können.

ebenso verhält es sich mit Angst,
ich bin ganz ruhig und mache etwas nichts besonderes
schlagartig kommt eine Sorge wie ein Blitz herein

das ist nicht mein normales Sein
sondern meine Medikamenten Situation

im wahren Leben habe ich so gut wie gar keine Angst

ich bin die einzige die draußen sitzt wenn alle schlafen
jeder könnte von der Straße durch die Grundstück Türen hindurch dringen
durch ein kräftiges drücken
und könnte mich auf meinem Balkon überfallen
niederschlagen
in meine Wohnung eindringen
alles mögliche dort anrichten

ich habe diese Angst Gedanken nicht

diese Gedanken kommen mir nicht

ich sitze jeden Abend als einzige draußen zu einer bestimmten späten Stunde

ich habe keine Angst im wahren Leben
deswegen nenne ich diese großen, fast abartigen Zustände
wie Aggression
Verzweiflung
Wut
Hass
künstliche Gefühle

manchmal schaffe ich es kaum mich wieder herunter zu holen
und dann kommt ein neuer Tag

viel Kraft für dich Orco,das Forum trägt -
vertraue, es wird besser so ätzend das klingt

von Herzen Katharina
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Josy
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Re: Neuro-Emotionen beim Absetzen

Beitrag von Josy » Montag, 01.01.18, 13:08

Liebe Leute,
Nach einem gescheiterten reduzier Versuch plangen mich Neuroemotionen. In die ganz negative Richtung, Verzweiflung, Sinnlosigkeit, Gedanken dem ein Ende zu setzen. In diesen Wellen hab ich nichtmal mehr Gefühle für meine Kinder. Ist das normal? Es verunsichert mich sehr und ich kann es nur schwer aushalten.

Glg Josy
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Seit 9. August 2017 25mg Deanxit (1 Dragee)
Seit 11. August 1mg Xanor vorm Schlafengehen
Am 28.8. kein Xanor sondern Atarax (nicht vertragen)
25.8. bis 1.9. 1/2 (0,5mg) Xanor zum schlafen. 25mg Deanxit
2.9. bis 5.9. 1/4 Xanor (0,25mg) 25mg Deanxit
Xanor mittlerweile auf 0. Seeehr langsam.
Dezember 2017 Versuch Deanxit wegen starker Nebenwirkungen selbstständig zu reduzieren - nahm 5 Tage eine 3/4 Tablette. Es folgte eine 2 wöchige extreme Symptomwelle. Deanxit wieder 1 ganze Tablette.

Im Jänner 2018 3 wöchiger Aufenthalt im KH, Deanxit innerhalb von 2 Wochen abgesetzt. Gleichzeitig Stablon eingeschlichen.

März starke Absetzwelle und Nws. Also auch Stablon nach 6 Wochen Einnahme über 2 Wochen ausgeschlichen.

Seit ca 8 Wocheb auf 0.

Zeitweise extreme Symptome, besonders im Kopf. Hin und wieder auch Fenster.

Veilchenwien
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Re: Neuro-Emotionen beim Absetzen

Beitrag von Veilchenwien » Samstag, 20.01.18, 23:44

Hallo, ich bin ganz neu hier im Forum. Danke für diesen interessanten Thread.
Das mit den Neuroemotionen kenne ich auch. Gefühle, die oft total plötzlich da und extrem heftig sind und trotzdem nicht zu mir zu gehören scheinen. Im Nachhinein unangebracht, zu heftig, für andere verletzend oder befremdend. Und so Bemerkungen wie "das kommt aus deiner Kindheit, du brauchst unbedingt Therapie". Dabei WEISS ich, dass meine Kindheit nichts damit zu tun hat. (Naja, alles hat natürlich mit mir zu tun). Aber nicht in dem Ausmass. Besonders schlimm für mich ist Angst und Wut. Tröstlich, dass auch andere mit Citalopram diese Erfahrungen machen.
Liebe Grüße
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wegKatharinaLinLinaJamieFlummiArianrhodGuglhupf
Symptome 1: 2/ 1996: Schlafstörungen und Magenschmerzen, Erschöpfung bei Problemen am Arbeitsplatz; Diagnose: depressive Verstimmung
Medikation: 20 mg Seropram/Citalopram; ab ca 2008 Pram
Symptome 2: 2/2008 zur Vermeidung von Chronifizierung der starken Schmerzen bei einer Frozen Shoulder
Medikation: 25 mg Saroten/ Amytriptylin
Zusätzlich: seit 1999 Euthyrox (Hashimoto), zZt: abwechseln 75mg und 88 mg
seit Oktober 2014: Estradiol 1mg, seit 2/2017 Vit D 10000i.E./ Tag im Winter, Vit K1 und K2; seit 12/2017 Mentalfit, Ashwaganda und Omnibiotic Stress zwischendurch
Absetzgeschichte: Ab Herbst 1996 drei oder viermal Absetzen Seropram und wegen depressiver Symptome wieder Beginn (Psychiater: "Du brauchst das halt") - immer im Februar/ März! !
Aktuelles Absetzen: Auf Rat meiner neuen Psychiaterin im
Juli 2014 beide Medikamente für 2 Wochen auf die Hälfte reduziert und dann abgesetzt. Panikattacken, Hoffnungslosigkeit, Ängste, Kopfschmerzen, Durchfälle,Nebel im Kopf: wieder auf Normaldosis,
Dezember 2014 : Pram 10 mg für 14 Tage, dann 14 Tage jeden 2. Tag 10 mg, dann Ende; Saroten auf 10 mg, dann wie Pram, wieder starke Symptome; Hochdosieren auf täglich 10mg Pram und Saroten ;
Sommer 2015: wieder auf jeden 2. Tag , dann ganz abgesetzt
Bis November 2015 so starke Symptome (Angst, Panik, Durchfälle, Kopfschmerzen, Erschöpfung, Schlaflosigkeit, Weinerlichkeit, Reizbarkeit, Gelenkschmerzen...) dass ich mit neuer Psychiaterin mit wieder 20 mg Pram und 25 mg Trittico/ Tradozon weiter mache. Internetrecherchen führen mich zum ersten Mal zu "Absetzproblemen mit SSRI". Ernährungsumstellung wegen Sorbit und Laktoseunverträglichkeit
In Absprache mit Ärztin neuerlicher Absetzbeginn im
Mai 2016: Pram 14-tägig um 2mg reduzieren. Bei 10mg so starke Absetzprobleme (Durchfälle, Reizbarkeit, Ängste, ), dass ich auf dieser Dosis bleibe. Sympathikussyndrom diagnostiziert (Unruhe, Herzrasen)
Feber 2017: Pram 3 wöchig um 1mg bis auf 3 mg absenken; wieder Panik, Ängste, Reizbarkeit..
Sommer 2017: Hochdosieren auf 5 mg. Ich schlafe sehr gut (zum ersten mMal seit 30 Jahren), sehr stressanfällig und leicht reizbar. Zwischendurch Anfälle von totaler Hoffnungslosigkeit mit Weinkrämpfen und Suizidgedanken (wird seltener). Fühle mich häufig unter Strom.
Ich will Pram und dann Trittico ganz los werden.
20.1.2018 auf Anraten des Forums alle NEMs abgesetzt - Unruhe wird weniger, 5mg Pram mit Wasserlösemethode, nicht mehr nach Augenmaß
8.2.2018 nach ein paar Superguten Tagen zwei Katastrophentage (Angst, suizidale Gedanken). Jetzt wieder ziemlich gute Tage, aber immer wieder sehr unruhig, rastlos, getrieben mit Herzrasen.
Ab Mitte Feber engmaschige Psychotherapie
15.3.2018 nach Absprache mit Frauenärztin Estradiol wegen möglicher Mitursache für Unruhe abgesetzt. Statt dessen von ihr verordnetes NEM (Yamswurzel, Rotklee, Soja)

Mayborr
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Re: Neuro-Emotionen beim Absetzen

Beitrag von Mayborr » Mittwoch, 21.02.18, 21:33

Mein Hausarzt war zumindest auf dem richtigen Weg, als er sagte, dass er sich sehr sicher sei, dass meine Angstattacken nicht psychisch, sondern neuronal getriggert werden. Nur sein Vorschlag, dass man dagegen erneut ein SSRI verabreicht, weil es eben eine „endogene Depression“ sei, war wohl Unsinn.
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KatharinaArianrhod
seit 1996 Panikattacken
1999 zusätzlich Agoraphobie
1999-2001 Gesprächstherapie
2001-2004 Opipramol bis Höchstdosis ohne Erfolg
2004-2010 keine Medikamente - Angst und stark somatische Beschwerden
ab 15.01.2010 Citalopram 20-40mg - teilweise beschwerdefreie Phasen.
Kippte aber manchmal in eine Art Hyperaktivität
Mitte 2014 Absetzversuch (auf 10mg) auf Anraten eines neuen Arztes - wegen Absetzerscheinungen nach 5-6 Tagen aber schnell wieder auf 20mg aufdosiert. Seitdem Wirkverlust und stetige Verschlechterung des Zustands. Besserung bei Auslassen einer Einzeldosis, kippte dann aber schnell in Absetzsymptome.
Ende 2015 abrupt nach alternierender Einnahme abgesetzt, da nur noch Nebenwirkungen des Citaloprams vorhanden waren.
Anfang 2016 starke Magen/Darmprobleme, Schwindel, Erbrechen, Schwäche - Q2/2016 wieder auf 20mg aufdosiert und diese Absetzsymptome waren wieder weg. Nebenwirkungen waren jedoch massiver als zuvor wieder da - trotzdem weiter eingenommen. Zustand war immer 1-2 Stunden nach der Einnahme schlechter.
2017 mehrere hypertensive Krisen, verlängertes QTc, TdP mit Frequenzen um 230 - abruptes Absetzen von Citalopram in Q1/2017 auf ärztliche Veranlassung. QTc hat sich binnen 2 Monaten langsam normalisiert
Starke Angstzustände und alte Magen/Darmsymptomatik wiedergekehrt, sodass ich in Q2/2017 Citalopram 20mg eigenmächtig alternierend eingenommen habe.
Erneut Rythmusstörungen, QTc wieder verlängert, TdP Tachykardien, hypertensive Krisen mit 230/135, mehrere Notfallbehandlungen im KH.
Seit Q3/2017 wieder abrupt abgesetzt.
Mit Verzögerung starke Absetzsymptome und heftige, generalisierte Angst (24h Angst) bekommen. Nach 3 Monaten symptomatischer Bekämpfung mit Loratadin, Buscopan, Pantozol, Imodium, Baldrian, viel Ruhe, Tee - 0% Kaffee und Alkohol sowie 3 Wochen "Urlaub auf dem Sofa" scheinbar symptomfrei. Wurde von "ein auf den anderen Tag" besser, als sich die Magen/Darm Probleme gefangen hatten. War aber ein klassisches "Fenster".

10 Tage später wieder eine enorm hoffnungslose und schlimme Phase.
Das nun vom Hausarzt verordnete Opipramol habe ich nach 3-maliger Einnahme abgesetzt, da scheinbar alle alten H1-Antagonisten zu unerträglichen Verwirrtheitszuständen geführt haben.

Jan 18: Wieder ein "Fenster"
Feb 18: Massiv verunsichert. Zusammenbruch, Behandlung in der psych. Ambulanz, Tavor 0,5 für Notfälle bekommen. Tavor hat die Symptome zunindest kurzzeitig komplett gestoppt. Der Arzt aus der Notaufnahme ist der Meinung, dass wieder ein SSRI her muss.

Mehrere Termine in der Krisenambulanz. Kompetenten und sehr sorgfältigen, erfahrenen Arzt bekommen. Dieser vermutet damaliges Serotoninsyndrom aufgrund von Poor Metabolizing und bestätigt Absetzsyndrome, die sich deutlich von der ursprünglichen Störung unterscheiden. Nach gemeinsamer Abwägung von Nutzen-/Risiken vorrübergehend Pregabalin (25-150mg pro Tag) zur vorrübergehenden Symptomlinderung. Ab 150mg völlige Symptomfreiheit.
Nach 10 Tagen Verwirrtheit, grobschlägiges Zittern, "Horrorattacken". Pregabalin auf 50mg / Tag nach Rücksprache mit Ärztin in der PIA reduziert - Symptome nach 24 Stunden weg.
Nase voll von den Experimenten. Ich nehme keine Medikamente mehr gegen die Angst. Soll mich diese verdammte Angst doch holen. Ich hol mir jetzt mein Leben zurück.

Guglhupf
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Re: Neuro-Emotionen beim Absetzen

Beitrag von Guglhupf » Samstag, 03.03.18, 0:34

Hallo ihr Lieben :)

Auch ich kenne das nur zu gut. Katharina :) du hast das toll beschrieben, ich erkenne mich genau in deinen Worten wieder. Man weiß nicht woher das kommt und in dem Moment ist rationales denken nicht möglich, auch wenn man weiß, dass es gerade unpassend oder man in einer intensiven Angstphase gefangen ist.

Mir ging es gerade heute Nachmittag wieder so. Ich fühlte mich innerlich unruhig, unsicher, ängstliche Gedanken drängten sich ständig auf. Das dauerte gute 2,3 Stunden. Habe dann diese Phase verschlafen und kurz nach dem Aufwachen war der Spuk vorbei und ich wieder klar. Dann macht alles wieder Sinn und Spaß, was vorher ganz aussichtslos oder uninteressant schien.

Manchmal bin ich mir unsicher, ob das ernsthafte Beschwerden sind oder nur Neuroemotionen. Dann merke ich einen erhöhten Puls, Kribbeln und Hitze im Schulterbereich und ich freue mich fast über diese Bestätigung, dass es 'nur' die Angst ist.

Das sind aber auch die Phasen, die ich vor der Einnahme nicht hätte. Dagegen ist die Grunderkrankung bei mir ein Spaziergang.

Viele Grüße
Anna :group:
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"Der Optimist hat nicht weniger oft unrecht als der Pessimist, aber er lebt froher."

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Re: Neuro-Emotionen beim Absetzen

Beitrag von Katharina » Samstag, 03.03.18, 6:04

Guten Morgen, liebe Anna!

Genau, ich wache auf um diese Zeit, heute gleich sauer und wütend, Herz rast oder es bebt im Brustraum und Oberarmen, wie ein inneres Flattern, ko, raus durchlüften, etwas zu essen mit an das Bett, Gottfroh gleich weiter schlafen zu können. Es ist zu warm zu kühl, Husten Nase zu: Körper im Stress.
Das der das tagtäglich so mit macht, ist schon toll.
Es gibt mir immer mehr zu verstehen, weshalb man soviel Ruhe geben muss, wie möglich. Da arbeitet es auf Hochtouren.

Gleich wird es besser.

Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende, Anna!

Gruß,
Katharina
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Re: Neuro-Emotionen beim Absetzen

Beitrag von Kaenguru70 » Montag, 14.05.18, 9:15

Hallo liebe Foris,

gibt es Neuroemotionen auch beim Benzo -Entzug? Es wäre wirklich so hilfreich eine Erklärung zu haben für manche Gefühle.
Soweit ich hier lesen konnte beziehen sich die Quellen hauptsächlich auf SSRI Entzug.

Viele Grüsse
Sarah
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Re: Neuro-Emotionen beim Absetzen

Beitrag von LinLina » Montag, 14.05.18, 13:15

Liebe Sarah :-)

Meiner Erfahrung nach gibt es auch Neuro-Emotionen im Benzo-entzug. Ich denke, die allermeisten Symptome können sowieso bei allen Substanzklassen auftreten, die aufs zentrale Nervensystem wirken. Unterschiede sind meist mehr in persönlichen Prädispositionen bedingt als in den Substanzen.

Eine Ausnahme sind Brainzaps, die vorrangig bei Substanzen auftreten die auf das Serotonin-System einwirken.

Liebe Grüße
Lina
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Im Absetzprozess seit 2014: Lorazepam (Benzo) erfolgreich abgesetzt. Mirtazapin aktuell: 0,005 mg Mein Thread
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Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.


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Re: Neuro-Emotionen beim Absetzen

Beitrag von Mosilein » Donnerstag, 31.05.18, 20:13

Oh Gott, ich bin so froh, dass ich diese Berichte hier gefunden habe. Genau so ging es mir 2012/13 nach meinem Absetzversuch. Irgendwann kamen die Angstgefühle, ich hatte oft Herzrasen und dieses ekelhafte Gefühl im Bauch. Und mit der Zeit wurden diese Gefühle immer schlimmer und da ich mich völlig ausgeliefert fühlte, war es nur eine Frage der Zeit, dass ich zusammen breche.

Ich saß vor meiner Familie und konnte nicht erklären, warum ich diese Ängste habe. Ich habe ganz bewusst immer von Angstgefühlen gesprochen, weil ich überhaupt keinen Grund hatte, real ängstlich zu sein. Lediglich der Stress im Job hat mich immer wieder zurück geworfen. Was blieb mir denn anderes übrig, als wieder alle möglichen Pillen zu schlucken, wenn diese miesen Gefühle mich so quälen??

Jetzt sitze ich hier und habe mein Sertralin auf 12,5 mg runter dosiert und schon wieder stellt sich dieses flaue Gefühl ein. Absolut grundlos. Ich habe sogar in der Firma abgeklärt, man möge mich bitte mit Sonderaufgaben verschonen und irgendwie ist alles tutti. Ich werde jetzt einige Wochen diese Dosis beibehalten und dann mit der Wasserlösemethode langsam weiter abdosieren. Es ist doch traurig, dass viele Ärzte einem kein Handwerkszeug mitgeben. Statt dessen wird man belächelt. Hahaha...Sie wollen soooo langsam absetzen...das ist ja quatsch. Bla bla bla. Und ganz schlimm fand ich gestern die Bemerkung meiner neuen Hausärztin (übrigens ist sie auch Psychologin), dass doch Antidepressiva gar nicht den Appetit steigern. Ganz im Gegenteil...man nimmt doch davon ab :frust:.Eine Aussage von vielen, die mich wirklich in den totalen Frust treiben. Ja, wütend bin ich auch dauernd, besonders beim Autofahren :evil: :evil: :D
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ArianrhodUlulu 69padma
Diagnose Soziale Phobie, rezidivierende Depression, eher eine starke Traurigkeit während Kindheit und Jugend, mal mehr, mal weniger ausgeprägt. Die soziale Phobie besonders dann, wenn es um Autoritäten ging, somit Schwierigkeiten in der Schule und im Beruf. Trotzdem Studium der Sozialen Arbeit, Abschluss Diplom, Abitur Abendgymnasium parallel nach geholt.
Februar 2008 Beginn mit Citalopram. Einnahme ca. zwei Jahre, Höchstdosis 40mg. Wegen starker Gewichtszunahme Wechsel auf Solvex, 4mg, das nach zwei Monaten wieder abgesetzt wurde.
Wechsel im April 2010 zu Venlafaxin 37,5mg. Hochdosiert auf 100mg (mehr ertrug ich nicht!!), nach einigen Wochen wieder runter auf 50mg Kügelchenmethode).
Bis Ende Oktober 2012 runter dosiert, erst auf 37,5mg, dann weiter auf 12,5mg.
Absetzen Venlafaxin Ende Oktober 2012
. Absetzen erfolgte aufgrund meiner starken Gewichtszunahme und starker Gelenkschmerzen.
Es folgte eine lange Pause mit den üblichen Absetzsymptomen in den ersten zwei Wochen. Danach ging es mir ganz gut, bis Ende des Jahres 2012 Angstgefühle auftraten. Diese steigerten sich immer weiter und ich nahm ab Februar 2013 Opipramol bei Bedarf ein.
Zusätzlich ab März Sulpirid 25mg, dann 50mg ab Mai 2013. Absetzen des Sulpirids im Juni, danach Wechsel zu Moclobemid 150mg, abgesetzt nach 6 Tagen, es erfolgte Wechsel auf Fluoxetin, das nach zwei Tagen wieder abgesetzt wurde. Schließlich wieder Wechsel auf Venlafaxin 37,5 mg.
Diese Dosis wurde bis Dezember 2015 beibehalten. Wechsel auf Duloxetin 30mg aufgrund starker Gelenkschmerzen.
Einnahme Duloxetin bis 22. Januar 2018.
Seit dem 23. Januar 2018 Sertralin 25mg.
Ich weiß nicht, was Absetzsymptome vom Duloxetin und was Nebenwirkungen vom Sertralin sind.
Seit 1. Mai 2018 19mg Sertralin. Seit gestern (23.Mai) plötzlich leichte Angstgefühle bzw. innere Unruhe. Werde noch etwas warten und dann mit der Wasserlösemethode ganz langsam weiter reduzieren.
Ab dem 28. Mai Dosisreduktion auf 12,5mg. Diese Dosis werde ich jetzt eine ganze Weile so bei behalten und dann mit der Wasserlösmethode in 10%, wahrscheinlich eher in 5%Schritten abdosieren. Mir geht es eigentlich momentan recht gut. Allerdings hab ich häufig Herzrasen und bin etwas aggressiv. Ich kann damit aber leben. :party2:

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