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seit 1.8.2019 gibt es Änderungen im Forum. Es ist nur noch teilweise öffentlich zugänglich. Ohne Anmeldung können nur die Rubriken "Informationen", "Neue Teilnehmer" sowie "Erfahrungsberichte" gelesen werden.

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Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Sammlung von Erfahrungsberichten mit Psychopharmaka.
Susanne1978
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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von Susanne1978 » Montag, 05.08.19, 20:06

Der 14.08.19 ist doch noch gar nicht?! 🤔
LG Susanne
-------------------- :P
Seit ca. 1998 nehme ich Antidepressiva
Doxepin, Sertralin, Venlafaxin

03/2017 nehme ich 150 mg Venlafaxin

01.12.2018 = abzgl. 5% = 142,50 mg
01.02.2019 = abzgl. 10% = 128,25 mg
01.03.2019 = abzgl. 10% = 115,50 mg
01.04.2019 = 112,50 mg
01.06.2019 = abzgl. 5% = 106,88 mg
11.07.2019 = abzgl. 5% = 101,54 mg
10.08.2019 100,00 mg
11.09.2019 = abzgl. 5% = 95,00 mg
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padma
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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von padma » Donnerstag, 29.08.19, 18:05

Susuli hatte Johanniskraut abgesetzt, es geht ihr nun wieder gut :D
Hallo,

ich wolle mich nach über einem Jahr nochmal melden.

Inzwischen geht es mir wieder gut, aber es hat echt ewig gedauert bis sich alles wieder beruhigt hat. Auch die emotionale Situation und die Schulterverletzung von meinem Mann (wobei der immer noch damit zu tun hat) haben sich geklärt. :o

Den Durchfall hatte ich insgesamt ca. 3 Monate, die Schlafstörungen wurden zügig besser als ich wieder zum Neurofeedback gehen konnte.

"Angegriffen" habe ich mich ungefähr bis Weihnachten gefühlt.

Ich wollte mich nur noch mal recht herzlich bedanken für die damalig Unterstützung und wünsche allen Forenteilnehmern hier viel, viel Kraft um auch von dem Teufelszeug (was auch immer es ist) los zu kommen.

Alles liebe
Susuli
https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... 06#p320806

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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von padma » Mittwoch, 11.09.19, 22:17

hallo,

Rachel hat Duloxetin erfolgreich abgesetzt :party2: :party2: :party2:
Nun nach über 3 Jahren Absetzen des Duloxetinsbin ich endlich bei Null angekommen. Ich bin sehr glücklich. Es,war ein langer Weg, den ich ohne euch hier nicht geschafft hätte. Ich habe wieder Freude am Leben, trotz meiner Wehwechen, die machen schon oft zu schaffen.
https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... 95#p322795

lg padma

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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von padma » Samstag, 14.09.19, 13:42

hallo, :)

Martina52 hat bereits im April 2018 Duloxetin erfolgreich abgesetzt. Es geht ihr soweit ganz gut
https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... 44#p316244

liebe Grüsse,
padma

Optimist2403
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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von Optimist2403 » Montag, 16.09.19, 18:07

Hallo liebe Forum-Mitglieder,

Nach 4 Jahren Venlafaxin Einnahme und 1 Jahr Ausschleichen bin ich das Teufelszeug endlich los :party2: !
Ich bin bis auf wenige Beiträge eher stiller Mitleser gewesen, weil ich meistens nur in schlechten Phasen Trost gesucht und gefunden habe. :group:

Nachdem ich nun 8 Monate auf 0 bin, möchte ich trotzdem von meiner Erfolgsgeschichte berichten.

Im Januar als ich auf 0 ging, war ich mit starken Absetzerscheinungen 2 Wochen krank und nicht in der Lage zu arbeiten.

Danach ging es bergauf und das habe ich nicht zuletzt den Beiträgen hier im Forum zu verdanken! :group:
Ich wäre wahrscheinlich durchgedreht und hätte mich für todsterbenskrank gehalten, wenn ich nicht gelesen hätte, dass die Hirnvernebelung und das Muskelzittern, die Brain Zaps und Kopfschmerzen zu Absetzerscheinungen gehören. Mir war oft so übel, dass ich kein Essen zu mir nehmen oder drinbehalten konnte. :zombie:

Danke Danke Danke für dieses Forum!!!!!

Mein Nervensystem ist dennoch reizbarer als vorher. Im August habe ich geheiratet und habe 1 Jahr lang meine Hochzeit mit 100 Gästen vorbereitet. Durch diesen Stress habe ich seit Juni Tinnitus auf dem linken Ohr.
Auch der Schwindel begleitet mich noch in stressigen Phasen.

Dennoch kann ich meinem Alltag nachgehen und wieder vieles genießen! Ich habe gelernt, meinen Körper zu respektieren und ihm Ruhe und Pausen zu gönnen. Allerdings muss ich mich trotzdem hin und wieder erinnern, was mein Körper durchmachen musste und Geduld üben, wenn einige Funktionen noch nicht wieder optimal hergestellt sind. Aber die Zeit wird es richten. Ich unterstütze ihn, indem ich fast keinen Alkohol trinke, auf gute Ernährung achte und genügend schlafe.

Ich möchte allen AD-Geplagten Mut machen! Es gibt ein Leben nach dem Entzug! Gebt die Hoffnung bitte nicht auf.
Ich wünsche allen viel Kraft und Verständnis seitens eurer Freunde, Familie und Kollegen!

Vielen Dank an alle, die hier ihren Beitrag leisten!

Edit von padma: hier ist der thread von Optimist https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... 06#p324306
Zuletzt geändert von padma am Montag, 16.09.19, 18:26, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Edit eingefügt
10.2014 8-wöchiger Klinikaufenthalt wegen Depressionen und Zwangsgedanken
Start mit 75mg Venlafaxin
Frühjahr 2015 Dosis halbiert --> 37,5 mg keinerlei Absetzsymptome

Juni 2017 erster Versuch abzusetzen reduziert auf 25mg
Nach schon 2 Wochen reduziert auf 12,5 mg
Ganz starke Absetzsymptome: extremes Zittern, Schweißausbrüche, Angstzuständen, konnte nicht allein sein, Konzentrationsschwierigkeiten, Appetitlosigkeit
Kurz danach wieder auf 25mg und dann auf 37,5mg hochgegangen
Psychologin meinte, ich brauche es wahrscheinlich
Im Februar 2018 habe ich dieses Forum entdeckt und es bestärkt mich, abzusetzen
02.02. reduziert auf 25mg
4 Wochen keine Symptome
03.03. Bauchkrämpfe,Niedergeschlagenheit
04.03. fast das ganze We nur geschlafen
05.03. am Morgen extreme Schweißausbrüche Angst, dass es wieder so schlimm wie beim letzten Versuch wird
06.03. seit 3:00 morgens starke Schweißausbrüche und Herzklopfen
10.05 20 mg
.
.
08.08. 11mg
07.09. 8 mg
08.10. 5 mg
07.11. 3mg
05.12. 2mg
03.01. 1 mg
23.01. 0

padma
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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von padma » Dienstag, 17.09.19, 18:04

hallo,

Wachstum hat erfolgreich Doxepin abgesetzt.
Hier sein Bericht:

Hallo,

ich wollte mich noch mal zurück melden, da ich inzwischen den Absetzprozess mehr oder weniger erfolgreich beendet habe und einiges in der Zeit passiert ist. Vielleicht ist mein Erfahrungsbericht für den einen oder anderen, der auch Doxepin absetzt/abgesetzt hat ja interessant.

Ende Februar, Anfang März 2019 war ja der letzte status, den ich hier mitgeteilt hatte, dass ich innerhalb weniger Wochen in zwei Schritten von 30mg auf 20mg reduziert hatte, kurz bevor ich im März einen neuen Job begann. Das war ein Fehler. Die Absetzsymptome kamen Zeitverzögert mit dem Beginn des neuen Jobs, der mir überhaupt nicht gefiel, und mir ging es innerhalb weniger Tage - auch durch den Arbeitsstress und die neuen Anforderungen - so schlecht, dass ich den Job wieder kündigen musste. Angstzustände, Intrusionen, emotionale Flashbacks, Gefühl sich im Schmerz und in der Angst aufzulösen, massives Überforderungserleben, völlige Energielosigkeit, depressive Verzweiflung und viele schwer zu besschreibende Symptome einer komplexen PTBS waren neben den üblichen Absetzsymptomen wie Brainzaps, Schlaflosigkeit, Albträume, Gefühl wie auf Drogen, Verwirrung, Benommenheit, Brainfog, Verlust von emotionaler Regulationsfähigkeit, Überflutungserfahrungen mit Trauer, Ängsten u.Ä., Verdauungsprobleme usw meine ständigen Begleiter.

Ich Entschied mich letztlich dafür, die kommende Zeit für das Ausschleichen zu nutzen und keinen anderen neuen Job mehr zu suchen. Die ganze Zeit über war ich in der Misere, dass ich ganz klar das Gefühl hatte, dass das Doxepin mir nur massiv schadet, ich keinen Nutzen davon habe und mich davon abhält, wieder Stabilität zu erreichen und in meine Kraft zu kommen. Und es machte mich depressiv, was ich in der Form vorher nie war. Trotzdem musste ich es ja langsam ausschleichen, ich hatte ja gesehen, was der zu große Absetzschritt in Kombination mit Existenzängsten mit mir gemacht hatte. Ein Dilemma, ich habe regelrechten Hass auf Doxepin entwickelt.

Nach der Reduktion auf 20 mg, blieb ich etwa 6-7 Wochen auf dieser Dosis, aber es stellte sich keine Verbesserung ein. Vormittags, bevor ich das Doxepin nahm, ging es mir noch einigermaßen ok, aber 2-3 Stunden nach jeder Einnahme, nahm das Fiasko täglich seinen Lauf. So erledigte ich stets bis zum Mittag noch Dinge im Haushalt, weil ich wusste, dass ich ab Nachmittags nur noch schwer depressiv und benommen im Bett liegen konnte und das Gefühl hatte, von einem LKW überrollt zu werden. Teilweise immer wieder Angstvolle Krisen und Zweifel, ob es wirklich nur am Doxepin liegt, oder ob ich gerade in eine schwere depressive Episode hineinrutsche. Gefühl von Ohnmacht, ausgeliefert sein, fehlende Selbstwirksamkeit, ich konnte die Situation einfach nicht ändern und sie verbesserte sich nicht. Irgendwann entschloss ich, dass es so nicht weitergehen kann, ich kam nicht vom Fleck und litt dauerhaft. Also reduzierte ich von 20mg auf 19mg, im Wissen, dass es dadurch entweder besser oder noch schlimmer werden würde.

Es passierte das, was ich im Inneren eh die ganze Zeit wusste. Mein Zustand verbesserte sich deutlich. Nun hatte ich die Bestätigung, dass mein miserabler Zustand hauptsächlich vom Doxepin verursacht war. Nach einigen Tagen traten wieder diverse Absetzsymptome auf, aber insgesamt ging es mir wesentlich besser. 2-3 Wochen nach der Reduktion fühlte es sich jedoch so an, als ob ein Antidepressivum anfängt zu wirken, ich war wieder völlig "verklatscht", drogenmäßig verballert und der Zustand verschlechterte sich wieder, also reduzierte ich wieder die Dosis.

Dieses Muster setzte sich bei jeder Reduktion fort. Zwar wusste ich, dass ich dem Gehirn nach jeder Reduktion eigentlich mehr Zeit geben müsste, um sich an den neuen Medikamentenspiegel anzupassen, aber die Erfahrung hatte ja gezeigt, dass dies auch nach 6-7 Wochen leiden nicht passierte und ich das Doxepin grundsätzlich einfach nicht gut vertrug. Ich hätte dieses ewige, elendige Dahinsiechen nicht ausgehalten, wenn ich immer 6 Wochen Pause zwischen den Schritten gemacht hätte, in denen sich der Zustand nicht bessert. Also reduzierte ich jeweils nach 2-3 Wochen, wenn die Wirkung wieder begann, eklig zu werden, das war für mich die einzige Möglichkeit damit umzugehen. Von April bis August war ich damit beschäftigt. Der Prozess war in etwa (ganz genau kann ich es nicht mehr sagen) so: 20mg -> 19 -> 16 -> 15 -> 12,5 -> 10 -> 8 -> 6 -> 5 -> 4 -> 3 -> 2 -> 1 -> 0,5 -> 0,3 -> 0 mg. Gegen die widerlichen Zustände/Absetzsymptome/Wirkung der neuen Doxepindosis half nur weiteres Reduzieren.

Mein Absetzprozess war demnach nicht konventionell und nach den Richtlinien, die hier empfohlen werden, aber nur so hat es für mich funktioniert. Offenbar muss jeder für sich selbst herausfinden, wie es für ihn funktieren kann. Es war mit ganz erheblichen Leid verbunden, mit Wut und Tränen, Verfluchen der Pharmaindustrie und Verzweifeln, mit einem halben Jahr Ausnahmezustand und gefühlten Gehirnschaden, mit immer wieder kehrenden Zweifeln und Ängsten.

Jetzt bin ich seit knapp 7 Wochen auf 0 mg. Der letzte finale Absetzschritt war dann noch mal sehr heftig. Wieder kamen nach 2 Wochen extreme Wellen und all die Zustände, die ich bereits beschrieben habe, nur dass ich ja jetzt nichts mehr dagegen tun konnte (weitere Absetzschritte). Zur Zeit ist es so, dass Es Welllen von 4-5 Tagen gibt, in denen ich mich fühle als hätte ich 40 grad fieber, einen 20kg schweren Kopf und 2,5 Promille Alkohol im Blut nur ohne angenehmen Rausch ;-) Ich kann dann kaum noch etwas machen, bin völlig kraftlos, mein IQ und meine Konzentrationsfähigkeit ist gefühlt halbiert, und die Gefühle sind kaum noch zu steuern, morgens fühle ich mich, als ob die Welt unter geht und ich verfluche die Tatsache, dass ich diese Substanz genommen habe. Es ist immer wieder ein Kampf, bewusst in die völlige Akzeptanz zu kommen, denn nur so lassen sich die Wellen aushalten. Und dann gibt es Fenster von 2-3 Tagen, in denen ich mich relativ normal fühle.

4 Wochen nach 0mg begann ich erneut einen neuen Job, leider wieder äußerst ungünstiges Timing, ging aber nicht anders, die Chance musste ich nutzen. Diesmal nur eine halbe Stelle in einem Arbeitsfeld, was mir wirklich Spaß macht, ich bin jetzt in der dritten Arbeitswoche und es macht mir Freude, wieder autonom für mich selbst sorgen zu können, und ich kann es gut bewältigen, trotz der nach wie vor bestehenden Absetzsymptomproblematik. In den Wellen hatte ich teilweise Angst, dass ich in einen protahierten Entzug gerate, weil es 7 Wochen nach 0mg immer noch so heftig ist teilweise und weil sich vielleicht durch die kurzen Pausen zwischen den Reduktionsschritten die Absetzsymptome "aufgestaut" haben und sich nah 0mg dann erst so richtig entladen. Insgesamt wirds aber doch besser, auch wenn ich manchmal das Gefühl habe, nachhaltig Schaden durch das Doxepin genommen zu haben. Ein absolutes Teufelszeug. Rückblickend muss ich sagen, das war die widerlichste Substanz, die ich je genommen habe und das Absetzen war eine der schwierigsten Erfahrungen meines Lebens (Sertralin oder Escitalopram abzusetzen war ein Witz dagegen, Mirtazapin war auch heftig aber kein Vergleich zu Doxepin) und ich habe in den 9 Jahren komplexe PTBS schon viel erlebt...

Mein Fazit:
Trotz der heftigen Absetzproblematiken ging es mir seelisch insgesamt mit sinkender Dosis immer besser und ich bin heilfroh, dieses Gift endlich los zu sein. Es war ein Befreiungsschlag, ein Kampf für meine Freiheit und Unabhängigkeit, ich bin oft wieder gefallen, immer wieder aufgestanden, es hat eine unglaubliche Kraft,Geduld und Akzeptanz erfordert und den starken Willen, endlich (wieder) medikamentenfrei und echt leben zu wollen. Es war Hart und schwer. Auch meine Partnerin war in manchen Phasen unglaublich wichtig für mich, ohne den sicheren Hafen einer guten Partnerschaft hätte ich es nicht geschaffen und auch nicht ohne das Wissen, dass ich mich in den Prozess reinfallen lassen kann, ohne Angst haben zu müssen, ins Bodenlose zu fallen (Wohnungsverlust, Kein Geld, usw). Für meine existenziellen Bedürfnisse war ja stets gesorgt, zur Not auch ohne mein Zutun. Dafür bin ich unglaublich dankbar. So kann ich für mich selbst nur sagen:
Nie wieder Antidepressiva.

LG
Wachstum
https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... 65#p324465
Hallo,

noch ein kleiner Nachtrag, vielleicht kann man ihn noch in mein Posting im "erfolgsgeschichten" thread hinein editieren?!

Nun sind es fast 11 Wochen nach 0 mg und ich kann berichten, dass sich die massiven Absetzsymptomwellen in den letzten 4 Wochen deutlich gelegt haben. Waren es vor 4 Wochen noch stets mehrere Tage mit heftigsten Absetzsymptomen auf allen Ebenen, die unterbrochen waren von wenigen Tagen ohne oder mit wenig Symptomen, sind die Wellen jetzt langsam aber stetig abgeebbt. Hin und wieder gibt es noch einzelne Tage, an denen es mir schlecht geht, ich mich ängstlich und unwohl oder leicht depressiv fühle, die Symptome sind dann allerdings nicht mehr so deutlich als Absetzsymptome identifizierbar, dennoch fühlt es sich nicht natürlich an, eigentlich läuft mein Leben gerade echt gut, wenn man bedenkt, was ich für einen 1,5 jährigen Horrortrip hinter mir habe. Ich habe das Gefühl mein Gehirn leistet Schwerstarbeit, um sich von diesem Eingriff in seine Chemie zu erholen.

Dieses absolut kraftlose, körperliche Grippegefühl mit Brainfog, gefühlt halbierten IQ und kaum vorhandenen Konzentrationsfähigkeiten, dafür mit schwer steuerbaren Neuroemotionen, ist an den schlechten Tagen nicht mehr vorhanden, dafür dann aber morgens nach dem Aufwachen Brainzaps, was noch das spezifischste Absetzymptom ist. Es ist eher diffus, nicht leicht da zu differenzieren, betrifft eher die Emotionen, aber das Grundgefühl, was mich begleitet, kenne ich so von mir nicht.

Ich merke nach wie vor, dass mein Gehirn sich neu organisiert und noch nicht geheilt ist, oft fühle ich mich leer, wenig belastbar, ernüchtert, wie ein "runterkommen". Ich habe ja schon einige Erfahrung mit Antidepressiva, aber Doxepin war für mich definitiv das Schlimmste; das bei dem ich das Gefühl habe, es hat wirklich Schaden im Gehirn hinterlassen. Dabei habe ich es mit 30 mg noch nicht mal hoch dosiert. Das kannte ich bisher von Escitalopram, Sertralin oder Mirtazapin nicht.

Aber ich habe es überstanden, der Entzug ist im Großen und Ganzen hinter mir, die Nachwirkungen - so würde ich den jetzigen Zustand eher nennen - sind lästig und unschön, aber auszuhalten, ich kann in meinem neuen Job arbeiten, habe meine sexuelle Energie wieder gefunden, meine durchs Doxepin verursachte erektile Dysfunktion überwunden und fange gerade eine Traumatherapie an. Ego-State-Therapie und Körpertherapie, verbunden mit Elementen aus dem Tai Chi und der Meditation.

Was mich am meisten belastet, sind die massiven Schlafprobleme, die ich seit dem Entzug habe. Nichts hilft, Schlafhygiene, Entspannungsübungen, Meditation, Baldrian, Melisse, Hopfen, Passionsblume, CBD, Melatonin - alles highdose schon probiert. Das einzige, was hilft, sind Benzos oder Alkohol, aber das kann es ja auch nicht sein. Ich habe das Gefühl, mein Körper hat Schlafen verlernt. Ich hoffe, das legt sich noch, es ist extrem kräftezehrend.

Definitiv war das für mich der letzte Ausflug in die Welt der Antidepressiva. Im wesentlichen haben sie mir nicht nur nicht geholfen, sie haben Heilungs- und Verarbeitungsprozesse verhindert/verlangsamt und meinem Gehirn massiv Schaden zugefügt. Gespürt habe ich das beim Doxepin von Anfang an, dass es dem Gehirn schadet, rückblickend gesehen eine schlechte Entscheidung, es überhaupt weiter zu nehmen, wenn ich allein daran denke, wie schlimm schon das Einschleichen war. Nun denn, hinterher ist man immer schlauer.

Ich denke, dies war mein letztes Posting, ich bedanke mich noch mal bei den Menschen, die mich in meinem Thread unterstützt haben. Vielleicht schreibe ich noch mal etwas, wenn ich das Gefühl habe, die "Nachwirkungen" sind vollständig abgeheilt. Allen anderen Absetzenden wünsche ich gutes Durchhaltevermögen. Es ist möglich und nur zu empfehlen.

Grüße
Wachstum
Zuletzt geändert von padma am Dienstag, 15.10.19, 19:26, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Nachtrag eingefügt

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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von padma » Freitag, 20.09.19, 19:21

hallo,

ein mutmachendes update von WinterSoldier (Sertralin, Mirtazapin und Risperidon abgesetzt)
Hallo zusammen,

nach über 6 Monaten ohne Medikamente möchte ich mich mal wieder melden, erzählen wie es mir inzwischen geht und einen Rückblick auf 2,5 Jahre Psychopharmaka geben.

Es geht mir sehr gut, die letzten Absetzsymptome sind verschwunden, keine Schweissausbrüche mehr und auch das sexuelle Desinteresse hat sich endlich verzogen.
Ich fühle mich wieder wie ich selbst, schaffe es wieder mehr Sport zu treiben und habe deutlich mehr Energie sowohl für den Alltag als auch für Freizeitaktivitäten.
Vom Übergewicht bin ich nun ca. die Hälfte wieder los, am Rest arbeite ich noch :wink:

Hier mal einen Überblick über meine Nebenwirkungen während der Tabletteneinnahme, positive Wirkungen und Absetzsymptome:

Meine Nebenwirkungen waren:
-emotionale Verflachung, Gleichgültigkeit
-Ödeme in den Beinen
-Bettnässen
-völliges sexuelles Desinteresse, Anorgasmie
-Schweissausbrüche
-sehr lebhafte Träume
-über 12 Stunden Schlaf pro Tag, trotzdem müde
-über 20kg Gewichtszunahme
-starke Trägheit, konnte mich zu nichts aufraffen

positive Wirkung:
-guter Schlaf

Absetzsymptome:
-Schlafstörungen
-Appetitlosigkeit
-Schwindel
-Schweissausbrüche
-grippeähnlicher Infekt
-Bindehautentzündung

Ich habe deutlich schneller abgesetzt als hier empfohlen (s. Signatur). Für mich hat das gut funktioniert und darüber bin ich auch froh :)
Insgesamt bin ich mit den Absetzsymptomen noch ganz gut weggekommen, sie haben mich nicht übermäßig lange behindert. Ich habe hier von viel schlimmeren Verläufen gelesen. Das tut mir so leid :hug:

Ich kann inzwischen gar nicht mehr begreifen warum ich nicht schon viel früher mit dem Absetzen angefangen habe. Muss wohl die tabletteninduzierte Trägheit gewesen sein :x
Ich meine, viel positive Wirkungen hatte ich ja nicht (eine einzige, um genau zu sein) und wenn man die Nebenwirkungen gegenüberstellt dann steht das ja in keinem Verhältnis.
Warum tut man sich sowas an? Und warum interessiert das keinen Arzt? Wenn ich nicht entschlossen gewesen wäre, alle Medikamente abzusetzen hätte ich sie heute noch.
Da sagt keiner, jetzt nehmen Sie die Medikamente schon soundso viele Jahre, jetzt wird es mal Zeit ans Absetzen zu denken.

Ich bin jedenfalls durch mit Psychopharmaka und mit Psychiatern bin ich ebenfalls durch. Der Psychiatrieaufenthalt hat mir keine Hilfe, sondern ein Trauma beschert. Ich war wirklich geschockt, wie da mit einem geredet wird. Arrogant, ignorant und von oben herab.
Wie das helfen soll, habe ich bis heute nicht verstanden. Das brauche ich nicht nochmal.

Ich wünsche euch allen viel Kraft und Erfolg beim Absetzen, körperliche und geistige Gesundheit und Durchhaltevermögen.

Bis dann und viele Grüße,
WinterSoldier
https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... 83#p324783

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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von padma » Montag, 30.09.19, 18:17

hallo, :)

ein Erfolgsbeitrag von Cavani, ihm geht es nach einem Kaltentzug von Duloxetin und Alprazolam nun wieder gut:
Guten Tag allerseits,
Lange ist es her, dass ich das letzte mal einen Beitrag verfasst habe oder im Forum aktiv war.
In dieser Zeit der Abwesenheit habe ich sehr gelitten ich ging jeden Tag durch die Hölle.
Es war grausam , das schöne ist ich kann heute sagen es WAR grausam also somit gehört es zur Vergangenheit.
Mir gehts es heute sehr gut.
90% der Symptome sind verschwunden, das interessante oder erwähnenswerte daran ist ich bemerkte es garnicht dass die Symptome verschwunden sind, erst nach einiger Zeit als ich mich selbst gefragt habe kamen mir gefühlt 12345678 symptome in den Sinn die ich heute nicht mehr habe und ich kann mich nicht einmal einfühlen wie sie sich angefühlt haben oder was ich gedacht habe es kommt mir heute so vor als hätte ich diese Symptome nie gehabt.komisches gefühl haha.
Suizidgedanken komplett weg ich bin so froh dass diese verfluchten Gedanken nicht mehr da sind.
Das einzige was ich heute noch habe ist diese permanente Derealisation/Depersonalisation.
Die geht mir übelst auf den Sack aber ich muss es akzeptieren .
Meine Formel = Akzeptanz + Zeit = Heilung
Ich habe nur noch fenster und wellen sind sehr sehr sehr selten geworden.
Ihr schafft das alle ich glaube an euch , ihr dürft niemals aufgeben.
Wenn ihr das überstanden habt dann gibt es nichts mehr aber wirklich nichts mehr auf dieser Welt , dass euch brechen könnte.
Ich bin so gewachsen an dieser Erfahrung ich kann nur für mich persönlich sprechen , dass es nichts mehr auf dieser Welt gibt das mich brechen könnte.
Diese Stärke, diese Energie , die sich 3 Jahre angestaut hat aber nicht raus konnte spuckt nur so aus mich aus.
Rückblicken kann ich sagen dass ich sogar froh bin diese Erfahrung gemacht zu haben , man schätzt das Leben viel mehr man geniesst das Leben in vollen zügen.
Macht euch bereit diese Zeit wird bei jedem von euch auch kommen.
https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... 28#p326728

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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von padma » Mittwoch, 09.10.19, 18:38

hallo zusammen,

Babs hat erfogreich Mirtazapin abgesetzt :party2: :
Huhu,

lang ist es her und ich wollte nur kurz mitteilen, dass ich es mit der hier vorgeschlagenen Methode geschafft habe, das Mirtazapin vollständig abzusetzen. Ich nehme es nun seit vielen Monaten nicht mehr und es geht mir gut.

Alles Gute für jeden und Danke nochmal für dieses tolle Forum!
Herzliche Grüße
Babs
https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... 01#p328301

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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von padma » Montag, 14.10.19, 18:10

hallo zusammen,

Manfred hat erfolgreich Escitalopram abgesetzt :party2: :
Hallo an Alle,

ich bin jetzt seit 4 Wochen auf Null und kann bis jetzt keine Beeinträchtigungen feststellen, FREU!!!

VIELEN, VIELEN DANK AN ALLE, DIE HIER GEANTWORTET HABE - IHR WART/SEID EINE GROSSE HILFE!!

Gruß von einem glücklichen

Manfred
https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... 96#p329096

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