Klick auf das Kreuzchen um das hier auszublenden ->

 ! Nachricht von: Team
Aus gegebenem Anlaß wurde die Antwortfunktion aus den Informationsrubriken entfernt. Wir sortieren gerade aus, wie wir weiterhin den Austausch in einigen threads ermöglichen können. Infos und Austausch wollen wir zukünftig klarer voneinander trennen.

Wenn ihr neue Themen für die "Hintergrundinformationen" habt, könnt ihr diese zunächst im Diskussionsbereich eröffnen. Das Team entscheidet dann, ob sie ggfs verschoben werden. Bei Ergänzungsvorschlägen zu bereits bestehenden threads, wendet euch bitte an das Team.


Dieses Forum ist rein privat und ehrenamtlich betrieben. Um unsere Unabhängigkeit zu gewährleisten, nehmen wir auch keine Spenden an.

Die meisten Beiträge sind für nicht angemeldete Besucher nicht einsehbar. Der Erfahrungsaustausch über das Ausschleichen von Psychopharmaka ist nur registrierten Mitgliedern zugänglich.

Wir sind ein Selbsthilfeforum. Wer sich registriert, um einen eigenen Thread zu eröffnen, entscheidet sich auch dafür, sich aktiv mit den bereitgestellten Informationen auseinanderzusetzen. Neue Mitglieder bitten wir daher, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten, die Grundlagentexte durchzulesen und anzueignen. Wer nach der Registrierung nur still mitlesen will, ist auch willkommen.

Wenn Du am Austausch teilnehmen möchtest, lies bitte bevor Du Dich registrierst, die Info für Neue und Interessierte:

Wenn Du Nebenwirkungen von den Medikamenten oder vom Absetzen hast, dann melde sie auf jeden Fall den öffentlichen Stellen.

Paroxetin-Betroffenen-Thread. Alles rund um Paroxetin, Symptome, Absetzmöglichkeiten, Erfahrungen, Austausch

Sammlung von Erfahrungsberichten mit Psychopharmaka.
ATom
Beiträge: 24
Registriert: 11.04.2021 08:01
Hat sich bedankt: 24 Mal
Danksagung erhalten: 16 Mal

Re: Paroxetin-Betroffenen-Thread. Alles rund um Paroxetin, Symptome, Absetzmöglichkeiten, Erfahrungen, Austausch

Beitrag von ATom »

Hallo liebes Forum,
ein paar meiner Paroxetin-Erfahrungen:
Beim "Einschleichen" des Medikaments, das kam zwei Mal vor, hatte ich immer zuerst mit einer Zustands-Verschlechterung zu kämpfen.

Als ich das Forum noch nicht kannte habe ich Paroxetin von 10mg kalt abgesetzt und es ohne nennenswerte Symptomatik geschafft.
Nach ca. 6-9 Monaten kam dann ein Rückschlag, der wieder in die Einnahme führte.
Das war um 2014,15, leider hab ich da noch keine genauen Aufzeichnungen.
Die Einnahmedauer vorher war ca. 1,5-2Jahre, kurzzeitig auf 20mg, die meiste Zeit auf 10mg.

Die Steigerungen von 10 auf 20 und die Reduzierungen (meist in 5mg Schritten), blieben ohne nennenswerte Symptomatik.

In den Jahren 2018, 2019, 2020, und 2021 habe ich es mehrmals versucht abzusetzen.
Ebenfalls noch ohne Kenntnis des Forums und seiner empfohlenen Herangehensweise.
Meine Versuch waren alle gleich angegangen, von 10mg auf ca. 5mg, die halbe Tablette (10mg) wurde mit einem Messer ungefähr geteilt.

Was da, im nachhinein betrachtet, sehr auffällig war: ich hatte nach der Dosisverkleinerung auf 5mg immer eine Zeit von ca. 4Wochen in der ich Hyperaktiv war.
Wie angetrieben durchlebte ich meine Tagesabläufe und das fühlte sich auch positiv an und bzw. wirkte sich positiv aus.

Doppelt so schwer wirkte sich dann der relativ plötzliche Symptomatik-Verlauf danach aus.
Damals waren wir (Therapeut, Psychiaterin und ich) dann immer überzeugt die Urerkrankung ist doch noch vorhanden und schuld an dem Verlauf.

Meine Symptomatik waren primär psychisch, wahnsinnige Unruhe, Depressionen, Ängste (das macht mir auch aktuell sehr zu schaffen).
Körperliche Symptome waren eher sekundär und relativ gut aushaltbar, Appetitverlust, trockener Mund, manchmal Schwindel, Mattigkeit.

Das Allerprimabeste euch
ATom
1998 erste bewusste Begegnung mit Depressionen, Angst und Panikattacken, damals mit meinem Hausarzt behandelt.
Danach Schub 2008/2009, relativ kurz und kleindosiert medikamentiert mit Tranxilium.
Februar 2009 Anfang tiefenpsych. Therapie (heute noch Kontakt zum Therapeuten).

2013 Schub, Medikamentierung mit Paroxetin.
Schnelle Aufdosierung auf 20mg und ein schnelles ausschleichen auf 10 und 0mg, was gut klappte.

2016 neuer Schub, wieder behandelt mit Paroxetin. Ab da, etwas genauere Aufzeichnungen, was Zeitpunkte und Dosierungen betrifft.

24.08.2016 Eintritt in eine Selbsthilfegruppe für Angst- & Panikattacken, Depressionen.

30.08.2016 10mg.
15.09.2016 15mg.
04.10.2016 20mg.
07.08.2017 15mg.
Ca. 17.05.2018 relativ schnell auf 10mg und 5mg. Beim Schritt auf 10, keine Symptome. Beim Schritt auf 5mg nach vier Wochen, Unruhe, frühes Erwachen, Alpträume aufgekommen, zurück auf 10mg.
08.04.2019 5mg.
30.06.2019 Symptome, Unruhe, Panikattacken, Schlafstörungen, depressive Phasen.
08.07.2019 10mg.
Mit 10mg bin ich dann gut und lange klar gekommen.

Studien über SSRIs und negative knochenbeeinflussende Wirkung:
https://www.onmeda.de/Wirkstoffe/Paroxe ... nt-10.html von 2013.
Und: Antidepressiva: Ungeahnte Effekte der Therapie (aerzteblatt.de) von 2019.
Hatte eine Tumorerkrankung im Kindesalter im Unterkiefer.
Später (1998), sehr aufwändige Knochentransplantation.
Im Jahr 2018, 2019 kam bei Kontrolluntersuchungen heraus das sich die Stelle verjüngt.
Das macht mir sehr große Sorgen.
Daraufhin, ultimativer Absetzgedanke.

Absetzversuche 2019 und einer 2020, immer von 10 auf 5mg.
Immer mit oben benannten Symptomen.
Immer zurück auf 10mg.

10.03.2021, neuer Versuch auf ca. 5mg, zu ungenau (Tablettenteiler), zu schnell, zu viel.
19.03.2021 erste Symptome.
29.03.2021 Symptomatik (vor allem Unruhe) verstärkt sich.
30.03.2021 auf ca. 7,5mg.
08.04.2021 Forum entdeckt. Aha Erlebnis!
16.04.2021 ca. 7,5mg. Waage ist da. Ab morgen geht’s genau. Symptomatik weiterhin vorhanden.
17.04.2021 Dosierung auf genaue 9,0mg hochgesetzt.
Weiterhin Symptomatik mit starkem Gewicht auf Unruhe leicht depressiv.
Sehr auffällig ist, das die Symptomatik immer in einem 24Stunden Rhythmus (Halbwertszeit von Paroxetin 24h) abläuft.
Morgens Unruhe, Mittags stärkere Unruhe Abends ruhig, Nacht 5-6stunden Schlafen mit 1-3 Unterbrechungen.
20.04.2021, 9,0mg, Unruhe geht zurück, Depression vor allem am Mittag geht in den Vordergrund. Abends geht es viel besser. 24Std. Rhythmus bleibt.
30.04.2021, 9,0mg, Tendenziell besser werdend.
17.05.2021, 9,0mg, guter Verlauf bis heute. Schlechte Nacht, Unruhe, Depressionen, ebenfalls am Morgen, unerwarteter und unerklärlicher Schub.
26.05.2021, 9,0mg, seit 17.05. jeden Tag massive Symptome im genannten 24h Ablauf.
27.05.2021, 9,25mg, sehr leichte tendenzielle Besserung der Symptome.
28.05.2021, 9,25mg, Morgens noch sehr schlecht. Im Zeitraum 14-15Uhr massive Verbesserung der Symptome, ab Nachmittags quasi unbeschwert.
29.05.2021, 9,25mg, morgens wieder Symptomatik in leicht-mittlerer Stärke. Nachmittag etwas besser, aber nicht so wie gestern.
12.06.2021, 9,25mg, gleichbleibender Tagesrhythmus morgens schlecht, mittags besser, nachmittags schlecht, abends gut. Nacht okay. Depression, Angst noch etwas Unruhe.
28.06.2021, 9,25mg, Bis heute Morgen besser und besser werdend. Dann schlagartig schlecht. Symptomatik, Angst, Unruhe Depressiv.
ATom
Beiträge: 24
Registriert: 11.04.2021 08:01
Hat sich bedankt: 24 Mal
Danksagung erhalten: 16 Mal

Re: Paroxetin-Betroffenen-Thread. Alles rund um Paroxetin, Symptome, Absetzmöglichkeiten, Erfahrungen, Austausch

Beitrag von ATom »

Liebes Forum,
ich habe Fragen speziell zu meinem Paroxetin-Absetz-Verlauf.
Meine Symptomatik scheint in der Regel ca. 4Wochen nach Änderung der Dosis anzufangen.
Sie beinhaltet hauptsächlich psychische in Form von starker Unruhe, Angst und Depressionen (ähnlich der Grunderkrankung), es gibt fast keine körperliche Symptomatik.
Sie beschreibt einen festen 24Stunden-Verlauf.

Morgens so gegen 05:00Uhr ansteigende Symptome, Höhepunkt etwa gegen 10:00-11:00Uhr, etwas zum Mittag abklingend, zum Nachmittag manchmal ansteigend, zum Abend abklingend bis fast normaler Zustand, starke Müdigkeit ab ca. 22:00Uh,r gutes einschlafen, mehrmalige Schlaf-Unterbrechungen
in der Nacht, und um 5:00 das Ganze von vorne.

Meine Psychologin wertet diesen Verlauf als Hinweis auf noch vorhandene Grunderkrankung.

Seht ihr das auch so?
Gibt es unter euch auch jemanden der solche 24Stunden Verläufe hat?

Bei meiner damaligen Grunderkrankung kann ich mich an solche Regelmäßigkeiten nicht erinnern, da ging es mir immerwährend schlecht und die negativen Spitzen-Ausschläge kamen wahllos verteilt.
Paroxetin hat eine Halbwertszeit von etwa 24Stunden, was den Verlauf erklären könnte...

Ich danke euch sehr,
ATom
1998 erste bewusste Begegnung mit Depressionen, Angst und Panikattacken, damals mit meinem Hausarzt behandelt.
Danach Schub 2008/2009, relativ kurz und kleindosiert medikamentiert mit Tranxilium.
Februar 2009 Anfang tiefenpsych. Therapie (heute noch Kontakt zum Therapeuten).

2013 Schub, Medikamentierung mit Paroxetin.
Schnelle Aufdosierung auf 20mg und ein schnelles ausschleichen auf 10 und 0mg, was gut klappte.

2016 neuer Schub, wieder behandelt mit Paroxetin. Ab da, etwas genauere Aufzeichnungen, was Zeitpunkte und Dosierungen betrifft.

24.08.2016 Eintritt in eine Selbsthilfegruppe für Angst- & Panikattacken, Depressionen.

30.08.2016 10mg.
15.09.2016 15mg.
04.10.2016 20mg.
07.08.2017 15mg.
Ca. 17.05.2018 relativ schnell auf 10mg und 5mg. Beim Schritt auf 10, keine Symptome. Beim Schritt auf 5mg nach vier Wochen, Unruhe, frühes Erwachen, Alpträume aufgekommen, zurück auf 10mg.
08.04.2019 5mg.
30.06.2019 Symptome, Unruhe, Panikattacken, Schlafstörungen, depressive Phasen.
08.07.2019 10mg.
Mit 10mg bin ich dann gut und lange klar gekommen.

Studien über SSRIs und negative knochenbeeinflussende Wirkung:
https://www.onmeda.de/Wirkstoffe/Paroxe ... nt-10.html von 2013.
Und: Antidepressiva: Ungeahnte Effekte der Therapie (aerzteblatt.de) von 2019.
Hatte eine Tumorerkrankung im Kindesalter im Unterkiefer.
Später (1998), sehr aufwändige Knochentransplantation.
Im Jahr 2018, 2019 kam bei Kontrolluntersuchungen heraus das sich die Stelle verjüngt.
Das macht mir sehr große Sorgen.
Daraufhin, ultimativer Absetzgedanke.

Absetzversuche 2019 und einer 2020, immer von 10 auf 5mg.
Immer mit oben benannten Symptomen.
Immer zurück auf 10mg.

10.03.2021, neuer Versuch auf ca. 5mg, zu ungenau (Tablettenteiler), zu schnell, zu viel.
19.03.2021 erste Symptome.
29.03.2021 Symptomatik (vor allem Unruhe) verstärkt sich.
30.03.2021 auf ca. 7,5mg.
08.04.2021 Forum entdeckt. Aha Erlebnis!
16.04.2021 ca. 7,5mg. Waage ist da. Ab morgen geht’s genau. Symptomatik weiterhin vorhanden.
17.04.2021 Dosierung auf genaue 9,0mg hochgesetzt.
Weiterhin Symptomatik mit starkem Gewicht auf Unruhe leicht depressiv.
Sehr auffällig ist, das die Symptomatik immer in einem 24Stunden Rhythmus (Halbwertszeit von Paroxetin 24h) abläuft.
Morgens Unruhe, Mittags stärkere Unruhe Abends ruhig, Nacht 5-6stunden Schlafen mit 1-3 Unterbrechungen.
20.04.2021, 9,0mg, Unruhe geht zurück, Depression vor allem am Mittag geht in den Vordergrund. Abends geht es viel besser. 24Std. Rhythmus bleibt.
30.04.2021, 9,0mg, Tendenziell besser werdend.
17.05.2021, 9,0mg, guter Verlauf bis heute. Schlechte Nacht, Unruhe, Depressionen, ebenfalls am Morgen, unerwarteter und unerklärlicher Schub.
26.05.2021, 9,0mg, seit 17.05. jeden Tag massive Symptome im genannten 24h Ablauf.
27.05.2021, 9,25mg, sehr leichte tendenzielle Besserung der Symptome.
28.05.2021, 9,25mg, Morgens noch sehr schlecht. Im Zeitraum 14-15Uhr massive Verbesserung der Symptome, ab Nachmittags quasi unbeschwert.
29.05.2021, 9,25mg, morgens wieder Symptomatik in leicht-mittlerer Stärke. Nachmittag etwas besser, aber nicht so wie gestern.
12.06.2021, 9,25mg, gleichbleibender Tagesrhythmus morgens schlecht, mittags besser, nachmittags schlecht, abends gut. Nacht okay. Depression, Angst noch etwas Unruhe.
28.06.2021, 9,25mg, Bis heute Morgen besser und besser werdend. Dann schlagartig schlecht. Symptomatik, Angst, Unruhe Depressiv.
Antworten