Liebes Forum
Ich möchte mich für eure guten Wünsche und Zuspruch bedanken.
Teilweise habe ich erst eben gelesen, dass noch so viele reagiert haben.
Vor ein paar Tagen habe ich mich wieder nach langer Abstinenz (lange für mich
Ich bin am 2.1. aus dem Krankenhaus geschmissen worden (ich wollte nicht gehen) und war dann einige Tage völlig paralysiert bei meiner Familie, weil ich mir nicht vorstehen konnte.
Es folgten medikamentöse Irrläufe zB mit Palexia (Tapentadol) auf Höchstdosis und mein Gott, was musste ich da an MaryLou denken, die schlecht eingestellt war und darum sehr viel Novalgin nehmen musste.
Man wollte unbedingt, dass ich Palexia retard nehme und ggf. bis zur Höchtdosis (400mg) hochgehe - aber was für einen Sinn macht es, 8! 50mg Tabletten über den Tag verteilt zu schlucken, die dann nicht helfen???? Palexia hat eine niedrigere analgetische Potenz als Morphin - was ein Quatsch, wenn schon Morphin nicht stark genug wirkt.
Ich habe einige Tage später dann endlich einen Termin bei einer Schmerzärztin bekommen, die mich zurück umstellte auf Morphium retard.
Das ging ein paar Tage gut, bis meine Verdauung anfing zu streiken.
Ich bekam nicht ganz mit, was passierte, aber anscheinend rutschte aus dem Magen nichts weiter in den Darm, also weder Essen noch Medikamente, und eines Abends lag ich dann da und wurde plötzlich kalt und ganz ruhig. Ich atmete nur noch flach, mein Blutdruck fiel auf 90/55 und ich dachte, so fühlt es sich an, wenn man gleich friedlich von dieser Welt scheidet.
Ich hatte keine Angst und blieb ruhig, aber ich ahnte nichts Gutes.
Die am Tage eingenommenen Morphintabletten waren anscheinend nicht in den Darm gelangt, dafür dann abends auf einmal alles gleichzeitig und ich hatte eine Überdosis (GsD nur leicht und ich habe es auch noch selber bemerkt und vermutet).
Nach diesem Erlebnis habe ich aus Angst vor wirklich schweren Vorkommnissen auf weiteres Morphin verzichtet.
Mitte Januar hatte ich dann endlich! einen Termin in einer Schmerzambulanz einer Uniklinik.
Ich habe dem Arzt fast 3 h Stunden lang in einem Erstgespräch mein Martyrium geschildert und er war auch ziemlich beeindruckt von der Tortur, die hinter mir lag. Er bot mir an, er könne mich einen Monat später stationär aufnehmen und dann würde man versuchen, meinen Gesichtsnerv durch sog. Stellatus-Blockaden zu hemmen / zu beruhigen.
Da ich nach wie vor keine adäquate Schmerzmitteleinstellung hatte, wurde eine neue Umstellung probiert auf 5mg Oxycodon retard.
Ich kam drei vier Wochen damit zurecht, doch dann begann ein neues Problem.
Es entzündete sich ein weiterer Backenzahn im Kiefer und zwar genau der, wo vorher schon zwei Mal hintendran operiert wurde - mein Zahnarzt vermutete, dass durch die traumatischen Eingriffe an der immer gleichen Stelle die Wurzel einen irreversiblen Hau hatte.
Es waren furchtbare Schmerzen, doch dieses Mal gab es keinen OP Termin.
Erst einen in 4 Wochen und bis dahin wäre ich gestorben oder sonstwas.
Der Zahnchirurg in der Klinik griff dann zu einem Reserve-Lokalanästhetikum, das ausgezeichnet wirkte und ich hatte keinerlei! Schmerzen beim Zahnziehen, allerdings ist es nicht nur das Potenteste, sondern auch das mit der höchsten Toxizität und Plasma-Eiweiß-Bindung (Bupivacain). Der Eingriff bescherte mir 14 Tage Nonstop-Übelkeit, gegen die nicht mal Ondansetron wirkte und endete in einem viertägigen Migräneanfall.
Allerdings durfte ich auch die Erfahrung machen, dass es auch schmerzfreie Zahnarztbesuche gibt. Bis heute noch bin ich verdattert über dieses Ausmaß an Mut der Verzweiflung, das ich an diesem Tag aufbrachte.
Leider leider, und das war vorher meine Befürchtung, triggerte der Eingriff am Oberkiefer wieder den Trigeminusnerv an
Von Mitte bis Ende Februar lag ich 14 Tage auf der Schmerzstation.
(Teil 2 folgt)