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Erfolgreiches Absetzen von Mirtazapin 50 mg

Verfasst: 01.09.2015 21:10
von zen39765
Hallo,

wollte gerne einen mutmachenden Absetzbericht schreiben.

Habe das Medikament aufgrund einer Depression 1,5 Jahre lang genommen und dann im Januar langsam abgesetzt. Zunächst lief alles gut, ich konnte trotz Absetzen gut schlafen, doch nach zwei Monaten (!) kam es zu Problemen: Ich konnte plötzlich gar nicht mehr schlafen. Ich ging ins Bett, versuchte einzuschlafen und lag dann bis zum Morgen wach. Das war grauenhaft und nach einer Woche bekam ich Panik bei dem Gedanken, ins Bett gehen zu müssen. Aber ich musste ja und dort bekam ich dann Herzrasen und Heulkrämpfe. Ich war fertig mit der Welt und ging zu meinem behandelnden Neurologen und erzählte ihm das Problem. Er meinte, es käme sehr selten vor, aber das wären wohl Absetzsymptome der Tabletten (mit Ausnahme von den gravierenden Schlafstörungen ging es mir psychisch ja allgemein gut, es konnte also nicht schon wieder eine Depression sein!). Er schickte mich ins angrenzende Schlaflabor, wo man mich zwei Monate behandelte - mit Schlafkompression (d.h. nur 5-6 Stunden Bettzeit pro Nacht, damit sich Schlafdruck aufbaut und man irgendwann schlafen MUSS, weil der Körper gar nicht anders mehr kann) und Aufklärung. Bei mir hatte sich eine Einschlafstörung entwickelt, d.h. ich hatte panische Angst vor dem Zu-Bett gehen. Nach 8 Wochen hatte ich das Schlafproblem wieder im Griff und hatte auch keine Probleme mehr. Leider bekam ich ein halbes Jahr später erneut einen Rückfall der Depression, also musste ich wieder mit Mirtazapin anfangen. Ich nahm das Medikament nochmal ein Jahr (es hilft mir einfach gut und ich vertrage es, deswegen nahm ich es wieder), es ging mir besser und wir machten uns wieder ans Absetzen. Diesmal aber nicht mit Tabletten, sondern mit Tropfen (Remergil - gleiches Medikament, nur in Tropfenform). Ich ging über einen Zeitraum von drei Monaten pro Woche 0,3 ml runter. Also ganz kleine Mini-Schritte. Und siehe da, ich habe nun (8 Monate, nachdem ich das Medikament komplett abgesetzt habe) überhaupt keine Probleme mehr gehabt. Ich glaube, mein Körper brauchte einfach nur eine ganz langsame Reduzierung des Medikamentes.
Dies nur zur Info für ähnliche Betroffene. Ich kann auch immer nur raten: Man muss selbst der beste Experte für die Medikamente werden und sich informieren. Wenn man Pech hat, kommt man an einen Arzt, der einen nicht ernst nimmt und das Ganze als Einbildung oder Symptom der Depression abtut!!! Also Vorsicht!!!

Re: Erfolgreiches Absetzen von Mirtazapin 50 mg

Verfasst: 01.09.2015 21:36
von Lana19
Hallo Zen39765
Danke für deinen aufmunternden Bericht und alles alles Gute für deinen weiteren Weg!