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Venlafaxin Wirkung/ Absetzen

Sammlung von Erfahrungsberichten mit Psychopharmaka.
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Matt2000
Beiträge: 71
Registriert: Donnerstag, 03.09.15, 8:53

Venlafaxin Wirkung/ Absetzen

Beitrag von Matt2000 » Freitag, 18.12.15, 11:07

Hier mal meine ''Erfahrungen'' mit Venlafaxin...

Da ich aus einer 9 Jährigen Behandlung mit Fluoxetin kam, musste ich dieses 2 Wochen (ich nahm 10 mg.) ausschleichen. Ich machte es aber langsamer, über 5 Wochen glaube ich. Ich merkte keine Entzugssymthome von Fluoxetin, im Gegenteil, mir ging es ohne sogar ein bisschen besser, villeicht auch, weil ich damals alle Hoffnungen in Venlafaxin setzte.
Ich fing mit einer 75 mg. Tablette an, und am ersten Tag, das weiß ich noch, hatte ich eine Leichte Übelkeit und ein bisschen Durchfall.
Ab dem 7 Tag setzte die enorme ! Antriebssteigerug ein. Ich hatte so eine Angst, das das alles nicht Normal war, und rief fast 3. mal Wöchendlich beim verschreibenen Psychater an , der meinte ,es sei alles normal, das würde sich legen , und damit ich beim nächsten aufdosieren nicht wieder so einen Energieschub bekommen würde sollte ich nach 7 ! Tagen meine Dosis auf 150 mg. anheben.

Das tat ich auch. Meine Panikattacken legten sich aber auch nach 4 Wochen auch nicht, und ich begann leichte Depressionen zu entwickeln, weil ich so verzweifelt war (die hatte ich aber unter Fluoxetin auch schon gehabt).
Die antriebssteigernde Wirkung verpuffte schnell, ich glaube so nach 3 Wochen unter 150 mg.
Ich schlief den ganzen Vormittag durch, was ich unter Fluoxetin auch schon tat, und warum ich auch gewechselt bin.

Ab Woche 4 unter 150 mg stellte sich dann ein nächtliches starkes Schwitzen, ich meine ,mein Bett war fast jede Nacht bis auf den Matrazenschoner pitsch nass, ich lag förmlich in Wasser.

Beim gang auf die Toilette war ich oft verstopft, und ein teeriger, schmieriger ,überlrichender Stuhl stellte sich ein.

An meinen Angstzuständen und Depressionen änderte sich überhaupt garnichts.

Beim gang zum Arzt wurde mir dann gesagt ,das die Noradrenalinwiederaufnahmehemmer dafür bekannt sein so etwas wie Nachtschweiß auszulösen.
Als ich die Verstopfungen ansprach, wurde mir gesagt, ich solle doch es mit Einläufen probieren. Ich sagte, ich konnte doch nicht mein ganzes Leben jetzt immer schweißgebadet und ohne vernünftigen Stuhlgang leben, (ich bekam Angst ,weil ich teils 10 Tage ! nicht abführen konnte. Der Arzt meinte nur: Warum denn nicht, ich sollte es nicht übertreiben. Also wollte ich das Medikament wechseln, er wollte die Dosis zwar nur herabsetzten, aber ich, dumm und uninformiert wie ich damals war, beharrte auf meiner Entscheidung.
Er verschrieb mir Escitalopram, und ich sollte am selben Tag Venlafaxin weglassen und am nächsten Morgen C*pralex 10 mg. dafür einnehmen.
Wenn ich ihn nicht noch 2. mal gefragt hätte, kann da was passieren? ... Nein villeicht haben Sie ein bisschen Bauchgrummeln aber das wird nach ein paar Tagen erledigt sein, ich habe Ihnen das gleiche nur in einer miledern Form aufgeschrieben.

Und ich tat es ,ließ die 2te 75 mg. Tablette Abends weg und nahm meine erste C*pralex am nächsten Morgen.

Am 1. Tag passiere garnichts, fühlte mich normal
Am 2. Tag wurde ich ein bisschen unruhig und hatte das gefühl, als würde mir wer mit kleinen Stecknadeln in den Hinterkopf stechen.
Am 3. Tag lag ich auf dem Sofa, Nix ,aber auch garnichts ging mehr !

Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Schwäche, Grippeartige Symthome, verschwommenes Sehen, Panik !!!, Bluthochdruck, hoher Puls, Durchfall

Ich schleppte mich zum Hausarzt, der mich untersuchte und empfahl gleich einen Krankenwagen zu bestellen, und ab ins Krankenhaus. Ich verneinte dieses, aber ließ mir eine Einweisung mitgeben, mit Verdacht auf Serotoninsymdrom.

Bei der Aufnahme im Krankenhaus war Puls und Blutdruck wieder fast normal. Schade eigendlich, weil man mich dort nur als ''Panikpatient'' abstempelte, mir nur 1 Woxhe lang Tavor gab, und sollte das C*pralex weiternehmen.

Das ist meine Geschichte zu Venlafaxin
2006-2014 Fluoxetin 10mg.

2014- über 4 Wochen ausgeschlichen (keine Probleme)

11.2014- Venlafaxin 75- 150mg. (keine Wirkung/unvereinbare Nebenwirkungen)

1.2015- Auf Anleitung des Neuro 150 mg Venla. kalt abgesetzt und fliegender wechsel
auf 10 mg. Escitalopram. Folge: Verdacht auf Serotoninsymdrom //
1. Woche KH.
1.2015 Wegen unertragbarer Symthome versuch erst 3. Wochen mit Tavor, dann mit 15 mg.
Doxepin zu puffern.

1.2015 Nach 3. Wochen Escitalopram kalt abgesetzt wegen zu starker Nebenwirkungen //
fliegender Wechsel auf Paroxetin 5 mg. + 10 mg. Doxepin
Nach der 4ten Dosis starke Depressionen und Suiziedgedanken// sofort abgesetzt.

2.2015 Fliegender Wechsel auf 10 mg. Fluoxetin nach 1 W. 20 mg.,nach 1 W. 30 mg.
+ 10 mg. Doxepin.//Paradoxe Reaktionen Suiziedales Verhalten, starke Depressionen,
Schmerzen, keine Kraft mehr, schlimme Panikattacken, Appetitsverlust + Erbrechen
Innerhalb von 2 Wochen bis auf 5 mg. reduziert.

5.2015 Fliegender Wechsel auf 5 mg. Brintellix, erst keine Besserung
Nach 5 Tagen Erhöhung 10 mg. + 10 mg. Doxepin.
Erste manische Phase für 2 Wochen, dann Absturtzt in Depression, Gefühl wie auf Droge.

6.2015 Aufnahme TK. Nur noch geweint, starke Stimmungsschwankungen, 2. Suiziedversuche,Depressionen
Appetitverlust, Übelkeit, beginn von DR /DP // Gefühl für sich total verloren, Angst vor mir selber.

6.2015 Absetzten Doxepin// ersetzt durch 15 mg. Mirtazapin.

7.2015 Entlassung TK (Diagn. Persönlichkeitsstörung) Medikation: 10 mg. Brintellix, 15 mg. Mirtazapin, 20 mg.
Prometazin.

7.2015 Vorstellung ambulant in einer Klinik// Vom Professor als Bipolar II eingestuft. Zusätzlich 50 mg.
Lamotrigin.

8.2015 Nach 3 Wochen Lamotrigin Nebenwirkungen wie Nasenbluten, Unruhe, Zittern im Gesicht.
8.2015 Im Urlaub Notbremse gezogen: Nur noch Suiziedgedanken, Lichtempfindlich, nichts mehr gegessen, starke DR/DP
Angst vor Psychose. DR // Ich habe NICHTS ! mehr wargenommen !
Brintellix für 2 Wochen auf 5 mg. dann abgestezt
Lamotrigin kalt abgesetzt.
Mirtazapin in 3 Wochen von 15 auf 3,75 mg. (absetzten bis Heute nicht möglich !)

9.2015 Stesstoleranz nimmt immer weiter ab, grundloses Weinen stellt sich ein, DR/DP werden immer schlimmer.Depressionen mit Suiziedgedanken, Verzweifelung, Albträumen, komisches Verhalten, Störung mit Anderen.

Alf2016
Beiträge: 1
Registriert: Mittwoch, 29.06.16, 22:29

Re: Venlafaxin Wirkung/ Absetzen

Beitrag von Alf2016 » Mittwoch, 29.06.16, 22:34

Hallo,
ich habe mich gerade erst hier angemeldet, nachdem ich hier etwas über Venlafaxin nachgelesen hatte. Dabei bin ich auch auf deinen Erfahrungsbericht gestoßen.
Ich hoffe du bist hier noch angemeldet und kannst mir antworten.
Dein Behandlungs"martyrium" kommt mir sehr bekannt vor und ich würde wirklich gerne wissen wie es dir inzwischen geht, ob endlich etwas hilft?
Ich würde mich sehr über einen Austausch mit dir freuen.

Liebe Grüße
Anna

Sunnyrose
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Registriert: Dienstag, 26.04.16, 10:20
Wohnort: Zürich

Re: Venlafaxin Wirkung/ Absetzen

Beitrag von Sunnyrose » Donnerstag, 30.06.16, 8:25

Guten morgen Anna

Herzlich willkommen :)

Du bist in Matt's Thread. Bitte eröffne doch einen eigenen Thread. Es gibt viele Mitglieder die Venlafaxin absetzen und Erfahrung haben.

http://www.adfd.org/austausch/viewforum.php?f=18
Auf neues Thema klicken.

Liebe Grüsse
Deria
Abgesetzt:
Lorazepam, Concerta, Truxal, Escitalopram

Zuletzt abgesetzt:
Escitalopram. Ursprünglich 30mg
Absetzstart September 2015
2,5mg runter alle 2 Monate bis 15mg.
Dann in 10% Schritten. Bis 10mg.
Dann schnelleres Vorgehen wegen Leberwerte.
Januar 2017: 6,8mg
15.2.17: 6mg
8.3.17: 4mg (psychotische Nebenwirkungen)
20.3.17: 0mg

Achtung: nicht nachmachen. Der grosse Schritt zum Schluss war für mich eine Notlösung. Langsames Vorgehen (5-15% Schritte, je nach Höhe der Dosis), wenn irgendwie möglich, ist der bessere Weg.

Ich bin jetzt frei von Substanzen jeglicher Art. Haltet durch! es lohnt sich.

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