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Paroxetin-Betroffenen-Thread. Alles rund um Paroxetin, Symptome, Absetzmöglichkeiten, Erfahrungen, Austausch

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Horni
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Paroxetin-Betroffenen-Thread. Alles rund um Paroxetin, Symptome, Absetzmöglichkeiten, Erfahrungen, Austausch

Beitrag von Horni » Freitag, 18.12.15, 19:53

Hallo zusammen,
ich habe mir gedacht ich mache diesen thread, um uns Paroxetinler zusammen zu führen. :pillowtalk:
Wir sind alle verstreut auf adfd (was auch nicht schlecht ist) und schreiben unsere Erfahrungen, Tipps und Vorschläge, um Anderen zu helfen.
Ich habe mir gedacht diesen thread explizit für Paroxetin Betroffene zu gründen, um wichtige Dinge, wie Paroxetin-Eigenschaften, Wirksamkeit, Darreichungsformen, spezifische Symptomatiken, die Anzahl von uns Paroxetinlern bei adfd, wissenschaftliche Erkenntnisse, usw aufzuschreiben.
Wir können uns so ein besseres Uberschaubares Bild über uns machen und Anderen, die zum Beispiel neu bei uns auf adfd sind, einen einzigen kompakten thread bieten, der alle wichtigen Informationen
zu dem Wirkstoff Paroxetin.

In diesem thread ist weniger nach einer Diskussion, sondern mehr nach Fakten; Absetzmethoden; ab wann ist der knackpunkt bei einem erreicht wo das absetzen schwieriger wird; Symptomatiken, Wechselwirkungen zb mit Alkochol, oder anderen medikamenten, arbeitsfahigkeit, gefragt. Wurde schon unter anderen über Paroxetin im Fehrnsehr oder Zeitung berichtet.....
Ich vermute dass wir alle ähnliche Symptomatiken haben, die für Paroxetin typisch sind.

Ich fang einfach mal an....

Paroxetin hat eine kurze Halbwertszeit ( ca.20Stunden) und sollte möglichst ohne grosse Dosis Schwankungen und Dosissprüngen aus geschlichen werden.
Es ist leider ein SSRI mit den meisten Nebenwirkungen und ist oft Absetzproblematiken, vor allem nach langer Anwendungsdauer (Jahre) oder hoher dosis.
Je näher man an die 0 mg beim Ausschleichen kommt, desto wahrscheinlicher wird man mit den Nebenwirkungen konfrontiert. Begründbar ist es an der Rezeptor Belegung im Gehirn. Dort sieht man, dass bei 5 mg Paroxetin pro Tag noch ca. 50% der Rezeptoren belegt sind! Also bei 5 mg Einnahme von Paroxetin, es einfach nicht mehr zu nehmen, kann zu enormen Abseztsymptomen führen!
Siehe wissenschaftliche Studie:
http://ajp.psychiatryonline.org/doi/ful ... .161.5.826

Es gibt beim falschem Absetzen oder kaltem Entzug verschiedene Gefahren, vor denen man sich bewusst sein muss.

1. man setzt es ab hat paar Tage lang Problemchen und gut ist.
2. man hat mehrere Wochen bis paar Monate absetz- Symptome.
3. man hat viele Monate bis über ein Jahr Probleme
4. man kommt in den sogenannten protrahierten Entzug (Entzugssyndrom; protracted withdrawal)
Es ist der Supergau. Man hat jahrelang Probleme.
Hier ist eine wieder ein Dosierung von Paroxetin oft nicht mehr möglich ( paradoxe Reaktionen)

Man sollte auch wissen das vor allem bei Fällen 2 bis 4 die Symptome so stark sein können, dass man in der Klinik landen kann....

Man sagt nach ca. 6 Wochen auf 0 mg P. Wird beim Wiedereindosieren die Wahrscheinlichkeit paradox zu reagieren erhöht. ES SEHRWICHTIG: beim wieder eindosieren NICHT mit der Dosis zu hoch gehen!!!!!!! Hierbei sollte man sich unbedingt mit den Moderatoren absprechen!!!! Was passieren kann, wenn man zu hoch geht könnt ihr aus meinem Erfahrungsbericht erlesen.(siehe Erfahrungsbericht in meiner Signatur)

Bitte Absetzbegleitungen durch ADFD in einem eigenen Thread führen.

Absetzmethoden:

Meiner Erfahrung nach lässt sich Paroxetin in Tablettenform nicht im Wasser lösen. Ich hatte Schwebeteilchen die zu Boden gefallen sind und beim Rühren nicht verschwanden. Auch nicht nach dem ich die Tablette zermörsert habe.
Die Anwendung der Wasserlösmethode (http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=16&t=7936) ist daher eher unwahrscheinlich.

2 mir bekannte Möglichkeiten gibt es:
Es gibt Paroxetin in löslicher Form.
Es gibt das Paroxetin von Hormosan, wobei ein tropfen einem mg Paroxetin entspricht.
Es ist die genauere Methode mit der man genauere Dosierungen beim absetzen vornehmen kann.
Dabei soll man wissen, dass hier das Paroxetin in einer Flussiger Form vorliegt. Falls man von einer festen Form ( Tabletten) zu flüssiger wechselt können Verträglichkeitsprobleme auftreten. Also erst mal auf Verträglichkeit testen.

Die andere Methode ( fur Paroxetin in Tablettenform) ist mit Hilfe einer Feinwaage durchführbar. ZB. Die Von lana19 vorgeschlagene Waage http://www.adfd.org/austausch/viewtopic ... 08#p108006 ist gut dafür geeignet. Hab sie selber.
Dabei soll man auch wissen, dass je weniger man ein wiegt desto grössere Schwankungen ergeben sich beim wiegen. Ist aber trotzdem besser als die Tabletten nach Augenmaas zu teilen.

Paroxetin im Fehrnsehr:
https://m.youtube.com/watch?v=e8FkwsePO-0

Ich war neulich in einer Bücherei und habe in einem Medikamenten kritischen Buch unter SSRI gelesen:
Es wurde unter den ganzen ssris ein extra absazt fur Paroxetin erstellt, wo drin gewarnt wurde, dass Paroxetin zusammen mit Alkochol wahnvorstellungen und psychiosen erzeugen kann!

Es ist wichtig jeden Schritt beim Abdosieren hier im forum bekanntzugeben, damit vor allem die Moderatoren, die viel Erfahrung haben einen begleiten können.

Alles was auf adfd.org geschrieben wird, ersetzt nicht einen ärztlichen Rat und Beurteilung bzw. Diagnose. Wir sind alle Betroffene der Psychopharmaka-Einnahme und berichten über unsere Erfahrungen und geben uns gegenseitig Tipps. Dabei sind viele von uns Erkrankt und haben Psychopharmaka wegen individuell verschiedenen Diagnosen verschrieben bekommen.
Die Durchfuhrung unserer Ratschläge erfolgt auf eigene Gefahr.

Wissenschaftliche Studien:

Ein sehr interessanter Beitrag über Probanden mit paroxetin entzugssyndrom in bologna.
http://psylex.de/psychopharmaka/psychop ... in.html#a2

Withdrawal Symptoms after Selective
Serotonin Reuptake Inhibitor
Discontinuation: A Systematic Review
Giovanni A. Fava a, b Alessia Gatti a
Carlotta Belaise a
Jenny Guidi a
Psychother Psychosom 2015;84:72–81

News
Withdrawal from paroxetine can
be severe, warns FDA
Alison Tonks Bristol
02.02.2002

Serotonin Transporter Occupancy of Five Selective
Serotonin Reuptake Inhibitors at Different Doses:
An [11C]DASB Positron Emission Tomography Study
Jeffrey H. Meyer, M.D., Ph.D.
Alan A. Wilson, Ph.D.
Sandra Sagrati, M.Ed.
Doug Hussey, B.Sc.
Anna Carella, B.Sc.
William Z. Potter, M.D.
Nathalie Ginovart, Ph.D.
Edgar P. Spencer, Ph.D.
Andy Cheok, M.D.
Sylvain Houle, M.D., Ph.D.
http://ajp.psychiatryonline.org

Alarming report on persistent side effects of antidepressant drugs published online
http://www.news-medical.net/news/201303 ... nline.aspx

New Classification of Selective Serotonin Reuptake Inhibitor Withdrawal
Chouinard G.a, b · Chouinard V.-A.c
aClinical Pharmacology and Toxicology Program, Departments of Psychiatry and Medicine, McGill University, and bUniversity Mental Health Institute of Montreal, Research Center Fernand Seguin, University of Montreal, Montreal, Que., Canada; cPsychotic Disorders Division, McLean Hospital, Harvard Medical School, Belmont, Mass., USA
Psychother Psychosom 2015;84:63-71

Und viele andere....


Meine erlebten Symptome werde ich noch aufzählen.
Viele grusse
Horni
Zuletzt geändert von Horni am Sonntag, 20.12.15, 14:54, insgesamt 17-mal geändert.
"Berichtet euren Mitmenschen welche Verherende Wirkung Antidepressiva haben können und wie Verständnis los damit umgegangen wird."
Gebt uns eine Stimme!!!

Verküpfung zum Paroxetin Betroffenen Thread:
viewtopic.php?f=18&t=10777&hilit=Paroxetin+betroffenen

Dane
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Re: PAROXETIN-BETROFFENEN-THREAD. Alles rund um Paroxetin, Symptome, Absetzmöglichkeiten, Erfahrungen, Austausch

Beitrag von Dane » Freitag, 18.12.15, 22:05

Hallo Horni,

vielen Dank für diese Übersicht. Da kann man gut drauf verweisen, wenn sich "Neulinge" im Forum anmelden! ;)

Liebe Grüße und: Durchhalten :sports:
Dane
In den Wintermonaten 12/13 und 13/14: Einnahme von Johanniskraut (Laif 900, nicht ausgeschlichen)

06.2014 - 04.2015: Paroxetin (20/10mg) -> abrupt abgesetzt. Psychiaterin meinte: einfach weglassen!

Ende Juni beginnen die Absetzerscheinungen deutlich. Seitdem im kalten Entzug mit diversen Symptomen (vor allem Unruhe, Schwindel, Dauerübelkeit, Derealisation, Depression, Tinnitus, RLS, Druck/Ziehen hinter der Stirn, hohe Geräuschempfindlichkeit, kaum Libido).
Oft abwechselnd / wellenartiges Auftauchen & wieder verschwinden

> Versuch des krümelweise Wiedereinschleichens nach 2 Wochen abgebrochen! (Herzrasen, Panikattacken) <

Sep. - Nov. 2015: Promethazin (Atosil) bis zu 10 Tropfen -> zum Schluß heftige Symptomverschlimmerung :!:

Stand März 2016: Die meisten Symptome haben sich stark abgeschwächt; ich denke, ich befinde mich auf dem aufsteigenden Ast!

Was mir hilft: (oder zumindest nicht schadet)
Fischölkapseln
Passionsblumenkraut
Vitamin D3
Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training
und wenn es geht: viel Ruhe und Geduld :schnecke:

Sophie
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Re: PAROXETIN-BETROFFENEN-THREAD. Alles rund um Paroxetin, Symptome, Absetzmöglichkeiten, Erfahrungen, Austausch

Beitrag von Sophie » Samstag, 19.12.15, 10:31

Hey Horni.

Vielen Dank für deine Übersicht. Das ist eine gute Idee, dass sich hier alle Paroxetinler untereinander austauschen können.
Ich versuche mal ein paar von meinen Erfahrungen zusammenzufassen:

Ich nehme seit 2005 Paroxetin. Habe zwischendurch immer wieder auf Anraten der Ärzte versucht zu anderen Medikamenten umzuswitchen. Letzten Endes sind all diese Versuche gescheitert: Ich musste immer wieder zurück zum Paroxetin.
Habe 2009 einen Kaltentzug von Paroxetin versucht. Die erste Zeit fühlte ich mich prima: Klarer im Kopf, intensive Träume (an die ich mich am Morgen auch viel besser erinnern konnte), empfindsamer und einfach authentischer. Hatte zwar von Anfang an Brain Zaps, besonders stark beim Sport, und eine starke Geräuschempfindlichkeit, aber das Positive überwog deutlich. Was sicherlich noch bemerkenswert ist: Während unter Paroxetin meine Libido so gut wie tot war, kam diese ca. einen Monat nach dem Kaltentzug mit einer solchen Wucht zurück, was ich in diesem Ausmaß noch nie erlebt habe. Dieser Zustand hielt ca. 2 Monate an. Danach normalisierte sich mein Lustempfinden wieder, aber ich hatte zumindest wieder eins- im Gegensatz zur Zeit unter Paroxetin.
Tja, leider rutschte ich 3- 4 Monate nach diesem Kaltentzug immer weiter ab: verstärkte Grübelschlaufen, lähmende Angstzustände, Suizidgedanken, Stimmungsschwankungen, Weinerlichkeit. Ich habe meinen Alltag nicht mehr auf die Reihe bekommen. Habe leider wieder eindosiert und auch noch viel zu hoch. Wusste es damals nicht anders.
Habt ihr anderen Erfahrungen mit Kaltentzügen von Paroxetin? Falls ja, wie liefen diese bei euch ab?

Die Reduktion von 20 mg auf 10 mg Paroxetin vor 2 Jahren war auch zu groß und zu schnell. Nach 3-4 Monaten kam wieder die Quittung. Ich dosierte wieder auf 20 mg, was alles aber noch schlimmer machte. Folge: Klinik, neue Medikamente, Aufdosierungen.

Inzwischen habe ich dank euch dazugelernt. Ich befinde mich seit Beginn des Jahres in einem sehr viel langsameren Absetzprozess. Gerade jetzt, wo ich unter 10 mg bin, wird es immer härter. Die Ängste werden größer, verliere mich manchmal in meiner Panik und weine viel. Aber ich bin so fest entschlossen, das jetzt durchzuziehen. Werde jetzt aber erstmal einige Zeit auf meiner jetzigen Dosis bleiben, bis ich mich wieder stabilisiert habe.

Die Tropfen habe ich übrigens auch nicht vertragen. Gibt es überhaupt jemanden hier, der damit klarkommt? Bin mit Tablettenschneider und Nagelfeile am Werke.

Würde mich freuen hier auch von Menschen lesen zu können, die Paroxetin ganz los geworden sind.

Ein *Tschakaaa* für alle, die sich auch auf dem Weg befinden!!!
Liebe Grüße,
Sophie
Zuletzt geändert von Sophie am Samstag, 19.12.15, 13:44, insgesamt 1-mal geändert.
seit 2000: SSRI- Einnahme
seit 2004: zusätzlich Neuroleptika
... seitdem bis heute Kombitherapie von SSRI und Neuroleptikum, jedoch immer wieder Medikamentenwechsel
2013-2014: letzter gescheiterter Absetzversuch von Quetiapin und Paroxetin in zu großen Schritten, Klinik
2015: ADFD entdeckt
01.2015: 150 mg Quetiapin, 20 mg Paroxetin
02.2015: 100 mg Qu., 20 mg P.
03.2015: 75 mg Qu., 18 mg P.
04.2015: 75 mg Qu., 16 mg P.
05.2015: 75 mg Qu., 15 mg P.
06.2015: 62 mg Qu., 15 mg P.
08.2015: 50 mg Qu., 13 mg P.
09.2015: 50 mg Qu., 12,5 mg P.
10.2015: 50 mg Qu., 11 mg P.
11.2015: 40 mg Qu., 10 mg P.
12.2015: 30 mg Quetiapin, 9 mg Paroxetin

Harald33
Beiträge: 363
Registriert: Samstag, 29.08.15, 10:20

Re: PAROXETIN-BETROFFENEN-THREAD. Alles rund um Paroxetin, Symptome, Absetzmöglichkeiten, Erfahrungen, Austausch

Beitrag von Harald33 » Samstag, 19.12.15, 10:48

Hallo
Auch ich habe versucht Paroxetin abzusetzen und bin oft gescheitert! Nun seit 5 Wochen habe ich auf Cymbalta gewechselt! Der Wechsel hat aber leider nicht gut geklappt und ich habe derzeit wellenförmig mit Depressionen und Angst zu kämpfen! Derzeit hoffe ich nur dass es nicht schlimmer wird da ich ja immer die Erfahrung gemacht hatte dass das Paroxetin mit Monaten Verspätung noch Symptome auslöst! Was mir persönlich am meisten hilft ist Sport bzw lange Spaziergänge. Am schlimmsten finde ich die Benommenheit am Morgen so als wäre ich in einem Film.....
Ich muss dringenst abraten einen Medikamentenwechsel vorzunehmen!!!!!!!!!!!!!!
Ich hoffe dass sich die Wissenschaft endlich mal mit dem Thema befasst und Erklärungen und Lösungen findet!
Des weiteren würde mich die Dunkelziffer interessieren welche sich in den Psychiatrien befinden und gar nicht wissen dass sie am Paroxetinentzug leiden.....
Wie viele sind wir hier im Forum die unter Paroxetinentzug leiden? Was können wir geneinsam erreichen? Das muss doch mal öffentlich werden!
Hornie danke für diesen Thread!
Was hilft gegen den Entzug?:
Ich weiß: viel Bewegung
Was machen andere bzw. was hat geholfen?

Lg Harald
VORSICHT BEIM ZU SCHNELLEM ABSETZSCHRITTEN VON PAROXETIN, DIE SYMPTOME KOMMEN MIT MONATEN VERSPÄTUNG IN EXTREMEN AUSMAß, MEDIKAMENTENWECHSEL MACHT ALLES NUR NOCH SCHLIMMER DENN ES FUNKTIONIERT EINFACH NICHT, MÖCHTE NICHT DASS IHR DAS SELBE DURCHMACHEN MÜSST WIE ICH DENN ES IST EIN SPIEL MIT LEBEN UND TOD!

Paroxetin seit 18 Jahren alle Absetzversuche gescheitert!!!!!! Wahrscheinlich alle zu schnell bzw. zu große Schritte aber hinterher ist man immer schlauer ;-)

Seit 01.11.2015 fliegender wechsel auf 60 mg Cymbalta----- Paroxetin 0mg

28.12.2015 Cymbalta hat nicht gewirkt nur Nebenwirkungen und nun extreme Absetzerscheinungen von Paroxetin
zurück zu Paroxetin 20mg cymbalta 0mg hoffentlich geht es gut

Totaler Absturz: extreme Unruhe nicht aushaltbar, absolut Schlaflos Nächtelang, starke Ängste unbegründeter Natur,
Starke Depression bis zur Bettlägrigkeit,

02.01.2016-19.01.2016 ein wilder Mischmasch an Medikamenten, unregelmäßige Einnahme von Flurazepam und
Diazepam, fixe Einnahme von Paroxetin und 2x 25 mg Quentiapin

Medikation seit 03.02

20 mg Paroxetin, 25 quentiapin morgens, 25 quentiapin abends, Umstellung auf Diazepam 1,6 mg täglich
+Absetzplan festgelegt für Diazepam!
Schock hatte teilweise 25 mg Diazepam im Blut :zombie:

10.02 Diazepam auf 0,8 mg reduziert : Symptome leichtes Zittern der Finger, Unruhe, nächtliches Aufwachen
16.02 Diazepam auf 0,6 mg reduziert : Symptome leichtes Zittern der Finger, Unruhe, nächtliches Aufwachen
19.02 Diazepam auf 0,4 mg reduziert : Symptome leichtes Zittern der Finger, Unruhe, nächtliches Aufwachen
21.02 letzte Diazepameinnahne 0,4 mg dann Schluß
Quentiapin von 50 auf 25 mg reduziert

01.03.2016 9 Tage ohne Diazepam, keine Absetzerscheinungen ich denke ich habs geschafft :party2:
9 Tage seit reduktion von Quentiapin, merke keine Absetzerscheinungen und die Tagesmüdigkeit hat sich
gebessert.
10.03.2016 quetiapin auf 0 reduziert, gleichzeitie Antibiotikaeinnahme Augmentin

20.03.2016 beginnende Kreislaufprobleme, niedriger Blutdruck, schneller Herzschlag, ortostatische Hypotonie beim Aufstehen mit Herzrasen
vermehrt innere Unruhe daraus resultierende Angst usw.
25.03.2016 wiedereinnahme von Quetiapin 12,5 mg morgens und 12,5 mg abends, Symptome bessern sich sind aber nach wie vor vorhanden.
29.03.2016 zurück auf Quetiapin morgens 25mg und abend 25mg
Symptome bessern sich langsam allerdings starke Müdigkeit als Nebenwirkung von Quetiapin

Aktuelle Medikation 03,04,2016

Paroxetin 20mg werde ich vorerst so weiternehmen bis ich das Quetiapin los bin
Umstieg auf Wasserlösmethode und für Quetiapin, Morgens 12,5 mg , Mittags 12,5 mg, Abends 25 mg

Kazam
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Re: PAROXETIN-BETROFFENEN-THREAD. Alles rund um Paroxetin, Symptome, Absetzmöglichkeiten, Erfahrungen, Austausch

Beitrag von Kazam » Samstag, 19.12.15, 11:19

Hallo

Sehr gute Idee

Auch ich stehe gern zum Erfahrungsaustausch zur Verfügung.
In meinem eigenen Block
Paroxetin Nebenwirkungen Langzeitmedikation
Geht es ebenfalls nur ums Paroxetin im Bezug auf mich

Gerne beteilige ich mich wenn ich eine eigene Erfahrung als hilfreich Posten kann in diesem neuen thread

Momentan bin ich bei 10 mg Parkozitin :zombie:
40 jahre alt
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ein Aufenthalt in psychotherapeuthischer Klinik
Diagnose: generalisierte Angsstörung, neurotische Angststörung, Persönlichkeitsstörung

Momentan auf 7,5 mg paroxetin ab Ende August

Von März bis Juli schrittweise auf 5 mg runter
Ab Mitte Juli wieder auf 10 mg hoch wegen starker Absetzerscheinungen
Gescheiterter Absetzversuch mal drei

Psychotherapie: tiefenpsychologisch fundiert und analytisch. Einzel und Gruppe

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Re: PAROXETIN-BETROFFENEN-THREAD. Alles rund um Paroxetin, Symptome, Absetzmöglichkeiten, Erfahrungen, Austausch

Beitrag von Kazam » Samstag, 19.12.15, 11:32

Beim Absetzen hilft mir Ausdauersport. Knallhart diszipliniert egal wie die Stimmung ist. Eine dreiviertel Stunde jeden Tag. Danach geht's mir meist besser.

Ich habe einen eigenen ergometer im zimmer sodaß es keine Überwindung kostet. Joggen scheitert oft an depressiven Widerständen. Da ist oft die Überwindung für den Schritt zum umziehen und rausgefunden zu groß wenn man schlecht drauf ist. Aufs ergometer ist die Überwindung klein. Und wenn man erstmal zu treten beginnt macht es Spaß

Omega 3 und Darmbakterien sowie gesunde Ernährung und viel Wasser trinken tun auch gut
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Mohrmann
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Re: PAROXETIN-BETROFFENEN-THREAD. Alles rund um Paroxetin, Symptome, Absetzmöglichkeiten, Erfahrungen, Austausch

Beitrag von Mohrmann » Samstag, 19.12.15, 18:00

Gute Idee, der Paroxetin-Thread. Ich hatte mir schon mal alle Namen herausgeschrieben, wer denn unter P. (Entzug) leidet, so ist es übersichtlicher.

Leider habe ich noch niemanden gelesen, der Paroxetin erfolgreich abgesetzt hat. Die Kaltentzüge und Medi-Umstellungen, die sich im Nachhinein so katastrophal ausgewirkt haben, nicht mitgerechnet.

Ich versuche mir den Gedanken abzugewöhnen, bis dann und dann Paroxetinfrei sein zu wollen und habe mir den Weg zum Ziel gemacht. Auf jeden Fall geht es bei mir nur ganz langsam. Und da ich in meiner Leidensfähigkeit begrenzt bin sehe ich keinen anderen Weg, als den superlangsamen.

Ich glaube inzwischen, dass die ganze instabile Zeit der letzten zwei Jahre vom Paroxetinabsetzen geprägt waren. In dem Buch die "Mood Cure" wird empfohlen, Paroxetin nur im Frühjahr / Sommer zu reduzieren, da es dann leichter zu verkraften sei. Das würde dann ja eine nochmalige Verlangsamung bedeuten.

Was mir am meisten hilft, ist glaube ich Bewegung an der frischen Luft. Zweimal die Woche laufe ich, außerdem versuche ich jeden Tag bei jedem Wetter mindestens 30 Minuten draußen spazierenzugehen, Fahrrad zu fahren...

Ich achte immer mehr auf meine Ernährung. Den Kaffeekonsum kann ich seit einigen Wochen tatsächlich auf zwei Tassen pro Tag beschränken, es gibt öfter Fisch, Lachs, Hering, Kabeljau... Nur noch wenig Süßes... So bringen diese unseligen Zustände mit sich, dass ich immer gesünder lebe.

Momentan beschäftige ich mich mit Buddistischer Psychotherapie. In dem Buch "Praxisbuch Buddistische Psychoterapie" von Matthias Ennenbach gibt es Anregungen, wie ich alternativ zu Medikamenten mit Ängsten umgehen kann. Aber das will erlernt und trainiert werden.

Ganz neu ist für mich auch, dass mich das Hören von CDs beruhigen kann. Ich habe eine CD von Thich Nhat Hanh mit meditativen Texten. Sie entspannen mich im Moment des Hörens und bringen danach meine Gedankenflut in eine andere, konstruktivere Richtung, bzw. veranlassen mich, es zu probieren, wie Thich Nhat an sagt: Mir über meinen Atem bewusst werden, meiner Schritte, dem, was ich im Moment tue.

Im nächsten Jahr werde ich an einem MBSR-Kurs (Achtsamkeitsmeditation) teilnehmen. Hier zuhause allein schaffe ich es nur selten zu meditieren. Vielleicht gibt mir das Erlernen in der Gruppe einen höheren Anreiz.

Liebe Grüße, Ulrike
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weiterhin L-Thyroxin 100 seit 1997
seit Juli 2018 femoston 2/10 mg wegen Wechseljahresbeschwerden



05.05.2016 20 mg Paroxetin
01.08.2016 18 mg Paroxetin
13.01.2017 16,8 mg Paroxetin
01.04.2017 16 mg Paroxetin
01.06.2017 15,2 mg Paroxetin
01.09.2017 14,4 mg Paroxetin
15.02.2018 14 mg Paroxetin
10.07.2018 13,2 mg Paroxetin
12.09.2018 12,8 mg Paroxetin
15.11.2018 12,4 mg Paroxetin
01.01.2019 12 mg Paroxetin
01.04.2019 11,6 mg Paroxetin
27.05.2019 11,2 mg Paroxetin

Kazam
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Re: PAROXETIN-BETROFFENEN-THREAD. Alles rund um Paroxetin, Symptome, Absetzmöglichkeiten, Erfahrungen, Austausch

Beitrag von Kazam » Samstag, 19.12.15, 18:33

Hallo Ulrike

Es gibt viele Parallelen zwischen dir und mir was die Hilfsmittel gegen die Paroxetineffekte angeht.

Auch mein Therapeut ist überzeugt, wenn Absetzen dann nur im Frühling und Sommer. Seiner Meinung nach sind Absetzversuche im Winter zum Scheitern verurteilt. Falls doch dann Im Winter unbedingt Aut Vitamin D achten, ausreichend Bewegung und bißchen Sonnenstrahlen einfangen.

Psychisch gesund werden kann man auch im Paroxetinentzug. Und ich behaupte sogar man kann auch glücklich werden im Leben trotz Absetzerscheinungen.

Freue mich über die buddhistischen Therapieansätze bei dir und hoffe es bringt dich weiter.

Man darf einfach nicht Aufgeben und muss seinen Weg weitergehen
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Lana19
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Re: PAROXETIN-BETROFFENEN-THREAD. Alles rund um Paroxetin, Symptome, Absetzmöglichkeiten, Erfahrungen, Austausch

Beitrag von Lana19 » Sonntag, 20.12.15, 16:15

Hallo und vielen Dank für das Erstellen des Threads!

Meine Geschichte seht ihr ja in der Signatur....
Momentan komm ich ganz gut zurecht bin dem Reduzieren, bin ja aber noch bei 15mg. Erfahrungsgemäß ging es ab 10mg abwärts immer schwieriger. Aber soweit sehe ich derzeit noch nicht.

Meine größten "Probleme" beim Reduzieren dieses Jahr:
Unruhe, Unruhe, Unruhe, Übelkeit, Schlafstörungen, Angst, depressive Schübe, Muskelschmerzen

Mir hilft es sehr, dass ich meinen Job gekündigt habe und nun freier bin und mir meine Zeit einteilen kann. Ich gehe viel spazieren, dafür ist mein Hund Gold wert!
Ich habe mich Sportgruppen angeschlossen und arbeite ehrenamtlich, damit ich unter Leute komme. Ich versuche gleichmäßig morgens aufzustehen, auch wenn ich zeitlich liegen bleiben könnte. Ich nehme mir immer mal eine Auszeit und lese ein Buch oder tue etwas für mich.

Mitlwerweile habe ich auch mit Omega3 und Vitamin D angefangen, aber ob das hilft oder ob es ohne genauso gehen würde mag ich nicht beurteilen.

Mir geht es auf alle Fälle immer besser wenn ich irgendetwas draußen im Freeien, in der Natur zu tun habe.

Umstellen auf Seroxat ging gar nicht, vor einigen Jahren dagegen gut.
Reduziere mit der Feinwaage krümelchenweise. Das klappt prima.

Bin gespannt auf weitere Berichte!
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Harald33
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Re: PAROXETIN-BETROFFENEN-THREAD. Alles rund um Paroxetin, Symptome, Absetzmöglichkeiten, Erfahrungen, Austausch

Beitrag von Harald33 » Sonntag, 20.12.15, 20:40

Ich merke gerade dass alle beim absetzen von Ausdauersport profitieren.....ich denke es liegt an der Endorphinausschüttung und an der reduktion des Cortisolspiegels! Ich vermute dass der Cortisolspiegel im Entzug dauerhaft erhöht ist und wir dadurch alle an "Stress", Unruhe, Angst leiden.....
Die Idee wäre mal ein Cortisoltagesprofil zu machen um die Theorie zu bestätigen und dann zu schauen durch was man den Spiegel senken kann: z.b. Sport, Ernährung......
Wie von Ulrike erwähnt finde ich auch die Achtsamkeit aus den Budismus "im hier und jetzt bleiben ohne zu bewerten, einfach nur Wahrnehmen" eine hilfreiche Sache die einem das ertragen von Langzeitentzugssymptomen erträglicher macht!

Lg Harald
VORSICHT BEIM ZU SCHNELLEM ABSETZSCHRITTEN VON PAROXETIN, DIE SYMPTOME KOMMEN MIT MONATEN VERSPÄTUNG IN EXTREMEN AUSMAß, MEDIKAMENTENWECHSEL MACHT ALLES NUR NOCH SCHLIMMER DENN ES FUNKTIONIERT EINFACH NICHT, MÖCHTE NICHT DASS IHR DAS SELBE DURCHMACHEN MÜSST WIE ICH DENN ES IST EIN SPIEL MIT LEBEN UND TOD!

Paroxetin seit 18 Jahren alle Absetzversuche gescheitert!!!!!! Wahrscheinlich alle zu schnell bzw. zu große Schritte aber hinterher ist man immer schlauer ;-)

Seit 01.11.2015 fliegender wechsel auf 60 mg Cymbalta----- Paroxetin 0mg

28.12.2015 Cymbalta hat nicht gewirkt nur Nebenwirkungen und nun extreme Absetzerscheinungen von Paroxetin
zurück zu Paroxetin 20mg cymbalta 0mg hoffentlich geht es gut

Totaler Absturz: extreme Unruhe nicht aushaltbar, absolut Schlaflos Nächtelang, starke Ängste unbegründeter Natur,
Starke Depression bis zur Bettlägrigkeit,

02.01.2016-19.01.2016 ein wilder Mischmasch an Medikamenten, unregelmäßige Einnahme von Flurazepam und
Diazepam, fixe Einnahme von Paroxetin und 2x 25 mg Quentiapin

Medikation seit 03.02

20 mg Paroxetin, 25 quentiapin morgens, 25 quentiapin abends, Umstellung auf Diazepam 1,6 mg täglich
+Absetzplan festgelegt für Diazepam!
Schock hatte teilweise 25 mg Diazepam im Blut :zombie:

10.02 Diazepam auf 0,8 mg reduziert : Symptome leichtes Zittern der Finger, Unruhe, nächtliches Aufwachen
16.02 Diazepam auf 0,6 mg reduziert : Symptome leichtes Zittern der Finger, Unruhe, nächtliches Aufwachen
19.02 Diazepam auf 0,4 mg reduziert : Symptome leichtes Zittern der Finger, Unruhe, nächtliches Aufwachen
21.02 letzte Diazepameinnahne 0,4 mg dann Schluß
Quentiapin von 50 auf 25 mg reduziert

01.03.2016 9 Tage ohne Diazepam, keine Absetzerscheinungen ich denke ich habs geschafft :party2:
9 Tage seit reduktion von Quentiapin, merke keine Absetzerscheinungen und die Tagesmüdigkeit hat sich
gebessert.
10.03.2016 quetiapin auf 0 reduziert, gleichzeitie Antibiotikaeinnahme Augmentin

20.03.2016 beginnende Kreislaufprobleme, niedriger Blutdruck, schneller Herzschlag, ortostatische Hypotonie beim Aufstehen mit Herzrasen
vermehrt innere Unruhe daraus resultierende Angst usw.
25.03.2016 wiedereinnahme von Quetiapin 12,5 mg morgens und 12,5 mg abends, Symptome bessern sich sind aber nach wie vor vorhanden.
29.03.2016 zurück auf Quetiapin morgens 25mg und abend 25mg
Symptome bessern sich langsam allerdings starke Müdigkeit als Nebenwirkung von Quetiapin

Aktuelle Medikation 03,04,2016

Paroxetin 20mg werde ich vorerst so weiternehmen bis ich das Quetiapin los bin
Umstieg auf Wasserlösmethode und für Quetiapin, Morgens 12,5 mg , Mittags 12,5 mg, Abends 25 mg

Kazam
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Re: PAROXETIN-BETROFFENEN-THREAD. Alles rund um Paroxetin, Symptome, Absetzmöglichkeiten, Erfahrungen, Austausch

Beitrag von Kazam » Montag, 21.12.15, 7:05

Hallo Harald

Mein Körper reagiert auf das Absetzen im unteren Dosisbereich ab 10 mg mit einer Stressreaktion.
Also Gereiztheit und starke Ausgelaugtheit und körperliche Erschöpfung.
Es fühlt sich an als wäre der Körper von Stress überflutet so als ob ich tagelang durchgearbeitet und nächtelang nicht geschlafen hätte. Und sogar das Treppensteigen scheint auf einmal anstrengend anstrengend.

Die Stresshormone zeigen sich dann in vielfacher versteckter Wirkung am Körper zum Beispiel Muskelverspannung und Rückenschmerzen.

Bestimmt gibt es auch viele schädigende Wirkungen die man gar nicht so mitbekommt wie das gefäßsystem.

Wenn es gelingt eine wirksame Methode gegen diese stressüberflutung zu finden hätte man eine gute absetzhilfe denke ich.
40 jahre alt
männlich

ein Aufenthalt in psychotherapeuthischer Klinik
Diagnose: generalisierte Angsstörung, neurotische Angststörung, Persönlichkeitsstörung

Momentan auf 7,5 mg paroxetin ab Ende August

Von März bis Juli schrittweise auf 5 mg runter
Ab Mitte Juli wieder auf 10 mg hoch wegen starker Absetzerscheinungen
Gescheiterter Absetzversuch mal drei

Psychotherapie: tiefenpsychologisch fundiert und analytisch. Einzel und Gruppe

Kazam
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Re: PAROXETIN-BETROFFENEN-THREAD. Alles rund um Paroxetin, Symptome, Absetzmöglichkeiten, Erfahrungen, Austausch

Beitrag von Kazam » Montag, 21.12.15, 7:10

Nachtrag: bin mir ganz sicher dass der cortisolspiegel erhöht oder im Ungleichgewicht ist. Ebenso wie andere Hormone. Bei uns Männern ganz sicher das Testosteron. Kann mir vorstellen dass jeder anders reagiert aber jeder ins Hormonungleichgewicht kommt. Quasi jeder sein individuelles Ungleichgewicht.
Denke aber dass die Stresshormone bei allen erhöht sind.
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Horni
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Re: PAROXETIN-BETROFFENEN-THREAD. Alles rund um Paroxetin, Symptome, Absetzmöglichkeiten, Erfahrungen, Austausch

Beitrag von Horni » Montag, 21.12.15, 9:16

Hallo Paroxetinler!
Ich freue mich dass viele die Idee gut finden und über die gute Resonanz hier! Wir können später ein Resümee/ Zusammenfassung unter anderem unserer Symptomatiken, was uns gut tut usw. machen.
Ach mir fällt ein wir können noch schreiben wie lange wir Paroxetin genommen haben und bei welcher Dosierung. Auch falls über haupt, wie lange wir auf 0 mg waren bis wir in den Schlamassel gekommen sind oder wie haben wir Probleme mit P. bekommen. Vielleicht auch weswegen wir das Zeug verschrieben bekommen haben und wie haben wir bemerkt dass unsere Beschwerden von P. kommen. Ich werde mich bemühen einen detailreiche Aufzählung über meine Symptomatiken ( und ich hatte wirklich viele, mehr als auf dem Beipackzettel) zu schreiben.
Sorry konnte bis jezt nicht viel beitragen, Weihnachten werde ich leider auch kaum hier sein. Hab nicht viel Zeit.
Ich freue mich und wünsche euch frohe Weihnachten!
Viele grusse
Horni :hug: :group:
"Berichtet euren Mitmenschen welche Verherende Wirkung Antidepressiva haben können und wie Verständnis los damit umgegangen wird."
Gebt uns eine Stimme!!!

Verküpfung zum Paroxetin Betroffenen Thread:
viewtopic.php?f=18&t=10777&hilit=Paroxetin+betroffenen

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Re: PAROXETIN-BETROFFENEN-THREAD. Alles rund um Paroxetin, Symptome, Absetzmöglichkeiten, Erfahrungen, Austausch

Beitrag von LinLina » Montag, 21.12.15, 14:08

Hallo Horni,

auch von mir vielen Dank für die Erstellung dieses sehr informativen Threads! Ich würde ihn gerne auch als Grundlage für Information über unsere Erfahrungen mit Paroxetin für die Website verwenden, und ähnliche Threads für die anderen, wichtigsten Medikamente mit denen wir hier konfrontiert sind, erstellen.

Dir alles gute und ruhige, erholsame Weihnachten.

lg Lina
Im Absetzprozess seit 2014: Lorazepam (Benzo) erfolgreich abgesetzt. Mirtazapin aktuell (seit Sommer 2018) 0,005 mg.

Ich bin zur Zeit nicht im Forum aktiv. Bei Fragen und Bitten an das Team an padma, Ululu69 oder murmeline wenden.

Hinweis: Alle meine Aussagen dienen der allgemeinen Information und begründen sich auf Erfahrungswerte - meine eigenen, und die anderer Betroffener - und die wenigen bekannten Studien zur Absetzproblematik. Ich bin weder Ärztin noch Psychologin. Meine Erfahrungen und Tipps sind daher keine medizinische Beratung und können eine solche nicht ersetzen.

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Re: PAROXETIN-BETROFFENEN-THREAD. Alles rund um Paroxetin, Symptome, Absetzmöglichkeiten, Erfahrungen, Austausch

Beitrag von Mohrmann » Montag, 21.12.15, 19:41

Kazam hat geschrieben: Psychisch gesund werden kann man auch im Paroxetinentzug.
Der Satz hat sich bei mir eingebrannt. Habe ich mir noch nie so gesagt.

Ist dass mehr ein Bauchgefühl oder hast du es gehört oder gelesen?

Egal, den habe ich mir schon gemerkt. :)
► Text zeigen
weiterhin L-Thyroxin 100 seit 1997
seit Juli 2018 femoston 2/10 mg wegen Wechseljahresbeschwerden



05.05.2016 20 mg Paroxetin
01.08.2016 18 mg Paroxetin
13.01.2017 16,8 mg Paroxetin
01.04.2017 16 mg Paroxetin
01.06.2017 15,2 mg Paroxetin
01.09.2017 14,4 mg Paroxetin
15.02.2018 14 mg Paroxetin
10.07.2018 13,2 mg Paroxetin
12.09.2018 12,8 mg Paroxetin
15.11.2018 12,4 mg Paroxetin
01.01.2019 12 mg Paroxetin
01.04.2019 11,6 mg Paroxetin
27.05.2019 11,2 mg Paroxetin

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Re: PAROXETIN-BETROFFENEN-THREAD. Alles rund um Paroxetin, Symptome, Absetzmöglichkeiten, Erfahrungen, Austausch

Beitrag von Kazam » Montag, 21.12.15, 19:57

Der Satz ist von mir persönlich.
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Re: PAROXETIN-BETROFFENEN-THREAD. Alles rund um Paroxetin, Symptome, Absetzmöglichkeiten, Erfahrungen, Austausch

Beitrag von Dane » Montag, 21.12.15, 21:38

Hallo liebe Leute,

ich erkenne in den Paroxetin-Fällen immer wieder Parallelen... Viele scheinen auch nach abruptem Absetzen über Wochen symptomfrei zu sein, bis sich irgendwann die ersten Probleme einschleichen! Das macht das Zeug nochmal besonders heimtückisch :frust:
Es könnte daran liegen, dass Paroxetin sich besonders erfolgreich im Körpergewebe anreichert?! Ist nur eine Vermutung...

Insofern könnte man hier genannte Absetzempfehlung mal kritisch hinterfragen, da sie sich eben nicht mit der Erfahrung vieler Paroxetinbetroffener zu decken scheint.

http://antidepressiva-absetzen.de/Stufe_2.html

Viele Grüße
Dane
Zuletzt geändert von Dane am Montag, 21.12.15, 21:45, insgesamt 1-mal geändert.
In den Wintermonaten 12/13 und 13/14: Einnahme von Johanniskraut (Laif 900, nicht ausgeschlichen)

06.2014 - 04.2015: Paroxetin (20/10mg) -> abrupt abgesetzt. Psychiaterin meinte: einfach weglassen!

Ende Juni beginnen die Absetzerscheinungen deutlich. Seitdem im kalten Entzug mit diversen Symptomen (vor allem Unruhe, Schwindel, Dauerübelkeit, Derealisation, Depression, Tinnitus, RLS, Druck/Ziehen hinter der Stirn, hohe Geräuschempfindlichkeit, kaum Libido).
Oft abwechselnd / wellenartiges Auftauchen & wieder verschwinden

> Versuch des krümelweise Wiedereinschleichens nach 2 Wochen abgebrochen! (Herzrasen, Panikattacken) <

Sep. - Nov. 2015: Promethazin (Atosil) bis zu 10 Tropfen -> zum Schluß heftige Symptomverschlimmerung :!:

Stand März 2016: Die meisten Symptome haben sich stark abgeschwächt; ich denke, ich befinde mich auf dem aufsteigenden Ast!

Was mir hilft: (oder zumindest nicht schadet)
Fischölkapseln
Passionsblumenkraut
Vitamin D3
Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training
und wenn es geht: viel Ruhe und Geduld :schnecke:

Murmeline
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Re: PAROXETIN-BETROFFENEN-THREAD. Alles rund um Paroxetin, Symptome, Absetzmöglichkeiten, Erfahrungen, Austausch

Beitrag von Murmeline » Montag, 21.12.15, 21:44

Hallo dane!

Wir weisen immer wieder darauf hin, dass das veraltet ist, z.b. hier www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=19&t=6456

Grüße, murmeline
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

Kazam
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Re: PAROXETIN-BETROFFENEN-THREAD. Alles rund um Paroxetin, Symptome, Absetzmöglichkeiten, Erfahrungen, Austausch

Beitrag von Kazam » Dienstag, 22.12.15, 5:47

Hallo

Die heimtückische kommt meiner Meinung von mehreren Faktoren

Die kurze Halbwertszeit
Die sehr langsame Hirnchemie
Die individuelle Empfindlichkeit und Sensibilität gegenüber dem Wirkstoff
Die zahlreichen Wirkungen der Körperhormone

Gesteigert durch zu schnelles absetzen im unteren dosisbereich
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Re: PAROXETIN-BETROFFENEN-THREAD. Alles rund um Paroxetin, Symptome, Absetzmöglichkeiten, Erfahrungen, Austausch

Beitrag von Horni » Dienstag, 22.12.15, 9:24

Hallo zusammen,
interessant in dem Fall bei power geht es auch nach ca 3 Monaten los:

viewtopic.php?f=35&t=10710

"Was soll ich tun? Ich hab nur die 10mg Tabletten mit...bin im Ausland und hab Angst vor einer parodoxen Reaktion, wenn ich sie wieder einnehme (bin 3Monate weg von den Medikamenten).
Es ist alles aushaltbar, aber diese Panikattacken sind einfach wahnsinn! :frust: Die machen mich fertig! :(

Ich fuehl mich grad ziemlich...ich weiss einfach nicht was tun.

Lg power"


Ich habe gehört dass vieles was wie zu u s nehmen wird in Fettzellen gespeichert. Jemand aus meinem Freundeskreis hatte Probleme mit Alkochol, der sagte das auch.

Hier in der Seroxatusergroup.org.uk wir das Thema über die Fettzellen diskutiert. Dort steht dass Paroxetin (und andere Psychiopharmaka) fettlösliche Substanzen sind, um die Bluthirnschranke zu passieren. Es wird sehr wahrscheinlich in den Fettzellen gespeichert!
http://www.seroxatusergroup.org.uk/Dang ... 20SSRI.pdf

Noch was zu Paroxetin Entzug und entzugssyndrom:

Selective Serotonin Reuptake Inhibitor Antidepressant Treatment Discontinuation Syndrome: A Review of the Clinical Evidence and the Possible Mechanisms Involved
Thibault Renoir Published online 2013 Apr

"The characteristics of the discontinuation syndrome have been linked to the half-life of a given SSRI, with a greater number of reports emerging from paroxetine compared to other SSRIs."

"Notably, not all patients treated with SSRIs (which represents a very heterogeneous population) experience discontinuation symptoms. In that regard, a recent clinical study indicated a possible involvement of the C(-1019)G polymorphism of the serotonin 5-HT1A receptor gene in the occurrence of paroxetine discontinuation syndrome (Murata et al., 2010)"

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3627130/

--------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Data Based Medicine Paper:
Halting Antidepressants
Author:
Dr. David Healy
Date Last Revised:
7June 2012
https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q= ... b3KAd4BzyA

--------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Antidepressant Withdrawal or Discontinuation Syndrome? von Charles Sigler, D.Phil.
https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q= ... C9s6pxc9eg

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Restoring Study 329: efficacy and harms of paroxetine and imipramine in treatment of major depression in adolescence.
Le Noury J1, Nardo JM2, Healy D1, Jureidini J3, Raven M4, Tufanaru C5, Abi-Jaoude E6.
BMJ. 2015 Sep 16;351:h4320. doi: 10.1136/bmj.h4320.
http://www.bmj.com/content/351/bmj.h4320.full.pdf+html
https://www.youtube.com/watch?v=h0L78S_Ln9o
RESULTS:
The efficacy of paroxetine and imipramine was not statistically or clinically significantly different from placebo for any prespecified primary or secondary efficacy outcome. HAM-D scores decreased by 10.7 (least squares mean) (95% confidence interval 9.1 to 12.3), 9.0 (7.4 to 10.5), and 9.1 (7.5 to 10.7) points, respectively, for the paroxetine, imipramine and placebo groups (P=0.20). There were clinically significant increases in harms, including suicidal ideation and behaviour and other serious adverse events in the paroxetine group and cardiovascular problems in the imipramine group.
Zuletzt geändert von Horni am Dienstag, 22.12.15, 12:34, insgesamt 5-mal geändert.
"Berichtet euren Mitmenschen welche Verherende Wirkung Antidepressiva haben können und wie Verständnis los damit umgegangen wird."
Gebt uns eine Stimme!!!

Verküpfung zum Paroxetin Betroffenen Thread:
viewtopic.php?f=18&t=10777&hilit=Paroxetin+betroffenen

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