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Liebe Mitglieder des ADFD-Forums, liebe Interessierte,

wir mussten uns heute, am 31.03.2019, zu einem gleichermaßen ungewöhnlichen wie einschneidenden Schritt entscheiden.
Wir werden das Forum für ca. 4 Wochen für Neuanmeldungen schließen und damit einen Anmeldestopp verhängen.
Bislang freigeschaltete Mitglieder können das Forum natürlich wie gewohnt nutzen und dort schreiben.

Es tut uns leid für diejenigen, die sich nun gerne anmelden möchten und nicht können, aber aufgrund einer völligen Überlastungssituation sind wir nicht mehr in der Lage noch mehr Mitglieder zu betreuen.
Wir müssen uns in den kommenden Wochen auch überlegen, wie das Forum künftig organisiert werden kann, so dass es fortbestehen kann.
Das Forum wurde in den letzten Wochen geradezu mit Neuanmeldungen geflutet und es ist uns nicht mehr möglich, diese Massen an Anfragen auf Basis unseres ehrenamtlichen Engagements zu bewältigen.

Trotzdem wollen wir keinen von Euch hängen lassen.
Zum einen steht in diesem Forum wirklich alles Relevante, was Ihr wissen müsst, wenn Ihr Eure Psychopharmaka verantwortungsvoll, schonend und nachhaltig absetzen wollt und zum anderen haben wir auch extra noch mal die allerwichtigsten Artikel und Tipps für Euch zusammengestellt.
Nehmt Euren Wunsch, Eure Medikamente auszuschleichen aktiv in die Hand, lest die Infoartikel, wühlt Euch durch die Threads der anderen Betroffenen und erlebt, dass alle im gleichen Boot sitzen, benutzt gerne auch die Suchfunktion... Ihr werdet sehen, so gut wie keine Frage wird unbeantwortet bleiben.

=> Hier sind nochmal häufige Fragen von Neuankömmlingen für Euch beantwortet. <=

Für unsere Bestandsmitglieder und natürlich auch für diejenigen, die an den tiefer gehenden Gründen interessiert sind, weswegen wir den Anmeldestopp verhängt haben, haben wir eine genauere Erklärung verfasst.

Wir danken für Euer Verständnis und erbitten zahlreiches und konstruktives Mitwirken
Das Team des ADFD

Der Suizid meiner Tochter - Ein Erfahrungsbericht - (auf Depression-Heute)

Sammlung von Erfahrungsberichten mit Psychopharmaka.
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Peter_Ansari
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Der Suizid meiner Tochter - Ein Erfahrungsbericht - (auf Depression-Heute)

Beitrag von Peter_Ansari » Montag, 27.03.17, 11:37

Liebe ADFDler,

ich habe einen sehr lesenswerten Bericht von einer Mutter erhalten, deren Tochter Suizid begangen hat. Ich wünsche dem Text viele Leser, da die Mutter jetzt vieles anders einschätzt. Sie möchte mit ihrer Geschichte dazu beitragen, dass andere Menschen in vergleichbaren Situationen mehr über die Auswirkungen erfahren.

Ihr Fazit ist:
Christine (Name geändert) wäre vielleicht noch bei uns, wenn sie eine frühzeitige und durchgängige Psychotherapie bekommen hätte.

Die Psychopharmaka haben ihr wenig geholfen und langfristig geschadet. Die Nebenwirkungen gaben ihr das Gefühl unheilbar krank zu sein und haben den Weg in eine Medikamentenabhängigkeit geebnet.

Sie hat wertvolle Entwicklungszeit durch die Dämpfung ihres Erlebens und durch das Verlassen auf langfristig unwirksame, nebenwirkungsreiche Psychopharmaka verpasst. Wir haben auf das „falsche Pferd“ gesetzt. Sie wurde medikamentenabhängig. Immer mehr und immer heftigere Mittel. Die Zeit und die Hoffnung rannten ihr davon. Ihre Lebensträume zerplatzten wie Seifenblasen.

Den letzten Rest gab ihr ausgerechnet ein Antidepressivum, da bin ich mir sicher.
Der vollständige Text ist hier:
http://www.depression-heute.de/blog/gas ... er-tochter

Das Foto zeigt Ihre Tochter.
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Forscht an Depressionen und Antidepressiva. Möchte allen Menschen,
die unter der Einnahme der Antidepressiva leiden, eine Stimme geben.
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Rät zur Vorsicht im Umgang mit Antidepressiva und warnt vor der Langzeiteinnahme.Gratuliert allen, die es geschafft haben, die Medikamente abzusetzen und wünscht denen, die gerade dabei sind die notwendige Kraft :sports: um den Weg weiter zu beschreiten. Auch wenn es dauert: Ihr schafft das :hug: !

Mockingjay
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Re: Der Suizid meiner Tochter - Ein Erfahrungsbericht - (auf Depression-Heute)

Beitrag von Mockingjay » Freitag, 05.05.17, 10:36

Grausam, was der Tochter angetan wurde. Unglaublich, was sie alles an Medikamenten bekommen hat. Einfach unfassbar. Und bei Schlaflosigkeit noch ein Antidpressivum, da fällt mir nicht mehrs dazu ein, echt. Ist hart für die Mutter, die sich jetzt noch Vorwürfe macht, weil sie an dem Tag arbeiten musste. Es ist für Angehörige nicht immer einfach, immer korrekt abzuschätzen (bin selbst eine Borderlinerin). Ich glaube, sie hat sich gut um ihre Tochter gekümmert. Ich kann mich auch gut in die Tochter hineinversetzen, bei ihr ist es natürlich fatal, dass sie mit 15 schon AD bekommen hat. So früh und mit Borderline, das ist fast schon ein Todesurteil.

Sie hat es versucht, jahrelang gekämpft, und ich glaube ohne diese vielen Psychopharmaka hätte sie echt bessere Chancen gehabt.

Wünsche der Mutter viel Kraft.

LG
MJ
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Fluoxetin ab 2002 10mg (Angststörung), 2004 kaltes Absetzen ohne Probleme. 2000-2007 Drogenkonsum. Ab 2006 Wiederbeginn mit 20mg. Diagnose Borderline. Ab 2008 etliche gescheiterte Absetzversuche.
2016-2018:
Juni 2016 direkt von 20 auf 15mg -> schwere Probleme nach 2-3 Monaten, wieder aufdosiert.
Neuer Versuch ab Januar 2017 mit 1mg Schritten bis auf 10mg ab September 2017. 6 Monate Absetzpause.
Ab 18.04.2018 wieder rauf auf 15mg wegen akuter Suizidgefahr aufgrund neuer Jobsitutation. Anfang Juni während stationärem Aufenhalt auf 20mg und Abbruch des Absetzversuches bis auf weiteres. Seit Mai 2018 nicht mehr berufstätig. Beginn Abklärng Frührente (IV).
2019:
Ab Februar 15mg, ab ca. April weitere Reduktionsschritte (jeweils 10% alle 4-6 Wochen).
Jahrgang 1974.

Mockingjay
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Re: Der Suizid meiner Tochter - Ein Erfahrungsbericht - (auf Depression-Heute)

Beitrag von Mockingjay » Freitag, 05.05.17, 10:50

Dem Psychiater waren zudem die möglichen Nebenwirkungen wie „Suizidgedanken werden verstärkt“, die im Beipackzettel stehen, nicht bekannt. Er schaute erst mal im PC nach dem Beipackzettel,
ohne Worte...

Man hat in der Tagesklinik nichts von ihren Suizidgedanken gewusst, hieß es.
ja nee is klar, mit der Vorgeschichte und der Diagnose... muss ja eine extrem unfähige Klinik sein. Das Fragen nach Suizidgedanken ist in der DBT-Therapie seit langem Standard.
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Ab 18.04.2018 wieder rauf auf 15mg wegen akuter Suizidgefahr aufgrund neuer Jobsitutation. Anfang Juni während stationärem Aufenhalt auf 20mg und Abbruch des Absetzversuches bis auf weiteres. Seit Mai 2018 nicht mehr berufstätig. Beginn Abklärng Frührente (IV).
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Re: Der Suizid meiner Tochter - Ein Erfahrungsbericht - (auf Depression-Heute)

Beitrag von sigli » Dienstag, 29.08.17, 17:44

Hallo zusammen,

ich bin einfach nur erschütttert. Wie vielen mag es mit diesen Medikamenten ähnlich ergehen und sie stehen an der Schwelle zu einem Schritt in die Unendlichkeit, weil sie einfach nicht mehr weiter wissen.

Gruß Sigli
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2.4.2018: Diazepam: 0 mg
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