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Jamies "all in a tumble" Thread

Sammlung von Erfahrungsberichten mit Psychopharmaka.
sybsilon
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von sybsilon »

Liebe Jamie,

oh mann, da hast du ja wieder was hinter Dir.
Wie du schon sagst, du lässt Nichts aus.

Auch von mir die Besten Wünsche zur Genesung.
Halt die Ohren steif.
Du bist so ein tapferen Mädchen.
Jeder Typ wäre schon lange in die Knie gegangen.

Ich denk an Dich.
LG sybsilon
Diagnose: Angst-Panikstörung
06/14 Venlafaxin 37,5 mg
07/14 Venlafaxin 75 mg
08/14 Venlafaxin 112,5 mg
10/14 Venlafaxin 75 mg
dann bis 02/15 Venlafaxin reduziert auf 37,5 mg
seit 14.2.15 auf anraten von Ärztin auf "0".
Seit Dezember 14 Schwindel, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Kreislaufprobleme, Ohnmachtsangst, Gangunsicherheit, elektrische Schläge im Magen, Panikattacken, Kribbeln Arm und Bein links, Massive Nackenprobleme. Herzrasen, Extrasystolen und starke Stimmungsschwankungen.
von 1.6.15-28.7.15 wieder Psychiatrieaufenthalt. 3 Wochen Mirtazapin erst 15mg dann 30mg aber wegen RLegs abgesetzt, dann Doxepin 25mg nacher Woche 50mg und nach ein paar Tagen auf 75mg aber wegen massiver Magenschmerzen, Suizidgedanken und RLegs auch abgesetzt.
Seit 20.7.15 Medikamentenfrei.
aktuelle Symptome: kribbeln, ziehen in Beinen und Armen, Leichte Übelkeit( nicht immer), sehr nervös, sehr geräuschempfindlich, vermehrte Panikattacken. Ab und zu Herzstolpern, aber nicht mehr so häufig. Das Haus zu verlassen fällt mir schwer.
Oktober 2015 :
Immer wieder Gangunsicherheit, leichter Schwindel und Übelkeit. Das löst Angst und Panik bei mir aus.
Einen Versuch mit Laif900 (Johanniskraut) gestartet aber wieder abgesetzt wegen Symptomverstärkung.
Ab 04.11.2015 Aufenthalt psychosomatische Klinik
Seit 19.1.16 wieder zu Hause. In der Klinik 3 Tage Trimipramin 12,5mg ausprobiert, aber zu starke NW.
Seit 27.1.16 Wiedereingliederung im Job, Beginn mit 4Std am Tag, danach sehr erschöpft, aber ansonsten wenig Symptome. Gegen Abend (ab ca.18.00Uhr) inneres Frieren und ganz leichte Übelkeit mit leichtem Magendrücken.
Stand 13.2.2016: Magenprobleme mit Rückenschmerzen, Rücken übersät mit großen Pickeln, Schlafprobleme, nach Vit.D Einn. Panikattacke.
4.3.16 Im Moment Welle/sehr erschöpft. Blutuntersuchung :B12=350, Vitamin D =18,1, Ferritin=15,5. Von Eisentabletten schon nach 1Tag Herzrasen mit Panikattacke. Abgesetzt. Ich vertrage absolut gar nichts mehr.
6.4.16 habe noch leichte Stimmungsschwankungen, Frieren in den Abendstunden nach der Arbeit (ca. 17-19 Uhr), Energiebereich schwankt sehr, Nackenschmerzen. Seit 1.4.16 nehme ich Nachtkerzenöl Kapseln, und ich habe das Gefühl sie tun mir gut.
18.6.16 Ich habe wenig Energie. Arbeite wieder voll seit 8.3., aber es strengt sehr an. Kann abends und am Wochenende Nichts unternehmen. Bei Anstrengung kommt leichte Übelkeit. Kann meine Vitaminspeicher nicht auffüllen da ich noch immer Nichts vertrage .:zombie: .Gefühle sind sehr gleichgültig und irgendwie macht mir alles keinen Spaß und ist sinnlos.
Seit 14.2.2015 "0" Venlafaxin
Seit 20.7.2015 "0" Mirtazapin und Doxepin
Seit 21.7.2015 definitiv medikamentenfrei!!!!
Zustand 21.7.2016: sehr erschöpft, leichte Übelkeit hin und wieder, kribbeln in linker Hand und Fuß und linke Gesichtshälfte. Psyche ganz o.k.! Blutwerte 21.7.2016: Vit.B12 253;Ferritin 19,5;Vit.D 31.
18.8.16:Entfernung Kupferspirale
Zustand 24.8.16: Seit 2 Tagen total erschöpft, Kopfrauschen, Nackenschmerzen, Übelkeit aber nicht vom Magen verbunden mit depressiver Stimmung, fast keinen Geruch und Geschmackssinn. Kein Durst- und Hungergefühl.
16.10.16: Zustand viel besser seit Kupferspirale entfernt. Ausschlag auf Rücken nahezu weg. Übelkeit weniger, depressive Stimmung nur noch etwas in der Zeit um die Regel. Brauche noch viel Ruhe und vertrage keine Hektik und Stress mehr. Energie etwas mehr vorhanden.
20.3.17 Vitamin D und B12 vertrage ich wieder.
20.12.17 Übelkeit so gut wie weg.
Jamie
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Jamie »

Teil 1

Hallo,

seit meinem letzten Eintrag habe ich eine höllische Zeit erlebt.
Ungelogen eine echte Zeit des Grauens :(

Die Schmerzen nach der Zahnbehandlung wurden nicht besser, sondern immer schlimmer.
Ich habe mehrfach mit der Uniklinik telefoniert und geschildert, was los ist.
Vor knapp 3 Wochen hatte ich dann einen Termin und die Studenten standen ratlos neben mir.

Ich hatte grauenhafte Zahn- und Nervenschmerzen, konnte nichts essen, kaum trinken, nicht reden (nur noch hm), nicht mehr schlafen.

Die Studenten testeten, ob es eine Zahnnerv- und Mark-Entzündung sein könnte (Pulpitis), kamen aber zu keinem eindeutigen Ergebnis, da der Kältetest ansprach und das Klopfen auf dem Zahn auch nicht wirklich weh tat.
Dann kam man auf die Idee der Trigeminusnerv könnte etwas abbekommen haben und prüfte in diese Richtung.
Nicht ohne zu erwähnen, dass ich ja unterschrieben hätte, dass so etwas bei einer Leitungsanästhesie passieren könne.
Auf meine Bitten mal Röntgenbilder anzufertigen und mein Implantat zu überprüfen, ging man nicht ein.

Der diensthabende Doc kam für 1min vorbei, klopfte kurz auf den Zahn, murmelte "nee, das ist es wohl nicht, wir schicken Sie jetzt zur Schmerzprofessorin" und verschwand wieder.

Die Schmerzprofessorin, spezialisiert auf Zahn-, Nerven und Gesichtsschmerz wollte mich nicht empfangen und ließ mich seitenweise Fragebögen ausfüllen. Es wurde mir versichert man würde mich die nächsten Tage dann zurückrufen und einen Termin anbieten, aber darauf warte ich heute noch :frust: .

Ich wurde von Abteilung zu Abteilung geschoben und keiner hat sich richtig für mich verantwortlich gefühlt. Demoralisierend.

Ich war am Ende wirklich völlig frustriert und schon dabei das Krankenhaus als Nervenschmerzpatientin zu verlassen.
Ich bat den Arzt noch mir stärkere (verschreibungspflichtige) Schmerztabletten aufzuschreiben; keiner war auf mich zugekommen und hat mir das mal angeboten und das, obwohl ich wirklich vor Schmerzen kaum noch stehen konnte.
Ich war wirklich gefrustet, verzweifelt und fertig.

Als ich dann da saß und auf mein Rezept wartete, überlegte es sich der diensthabende Arzt doch noch und wollte noch mal nach mir schauen. Aber es passierte nicht das, was man meinen sollte, was in einer guten Zahnklinik passieren würde.

Denn statt sich noch mal selbst intensiv um mein Problem zu kümmern, sagte der Arzt zu mir, er wolle mich nun in der Psychiatrie vorbei schicken, ich hätte mich suizidal geäußert.
Ich hatte vorher den Fehler gemacht in meiner Verzweiflung zu stöhnen, ich hätte solche Schmerzen, ich hätte gut Lust mich aus dem Fenster zu werfen. :cry:

Ich saß vollkommen paralysiert auf dem Stuhl und habe den Arzt fassungslos angestarrt.
Die Studenten haben betreten auf den Boden geschaut.
Ich habe mir dann innerlich gesagt "Jamie, bleib ruhig, wenn du jetzt austickst, ist das für ihn nur der Beweis, dass du psycho bist".
So "sachlich" es in diesem Moment ging, habe ich gesagt, dass ich ganz sicher nicht in die Psychiatrie gehen werde, sondern rasende Zahnschmerzen habe und Abhilfe haben will.
Darauf ließ er sich nicht ein, wiederholte mantraartig, ich habe mich suizidal geäußert.
Irgendwann wurde er laut, da habe ich ihm gesagt, er müsse nicht laut werden, wir seien erwachsene Menschen und können sachlich reden. Da wurde er dann wieder normal vom Tonfall.
Ein Albtraum.

Da wir beide nicht von unserer Position abrückten sagte der Doc, er hole jetzt den Oberarzt.
Daraufhin habe ich gesagt, das geht OK für mich.
Der Oberarzt ließ sich dann in zwei Minuten noch mal eine Kurzversion meines Martyriums schildern und sagte dann "Frau X, Sie haben eine atypische Pulpitis, ich bin mir sicher. Das sind Höllenschmerzen. Ich betäube Sie jetzt, wir bohren den Zahn auf und ziehen den entzündeten Nerv!".

Da bin ich vollkommen in Panik ausgebrochen.
Ich war eben gerade noch vor einer Psychiatrieeinweisung, hatte zwei Tage nichts gegessen und kaum getrunken, war dehydriert, mein Kreislauf am Boden, es war schwülheiß, ich war alleine eine Stunde mit dem Auto zur Uniklinik gefahren, hatte keinen bei mir.
Und erst recht würde ich mir in dem Zustand nicht den Zahn aufbohren und den Nerv ziehen lassen von einem Arzt, der telepathisch Ferndiagnosen stellt und mir nicht eine Sekunde in den Mund guckt und mich untersucht, keine Röntgenbilder anfertigt und das in einer Zahnklinik, die mich wie ein lästiges Stück Mensch behandelt, von Abteilung zu Abteilung schiebt und nicht wirklich an mir interessiert oder bemüht ist.

Der Oberarzt ging und sagte, ich solle es mir überlegen. Das Thema Psychiatrie war damit auch vom Tisch.
Ich überlegte es mir 20min, sagte dem Studenten, der bei mir geblieben ist, weil er all das protokollieren musste, dass ich jetzt gehe und bin mit einer Mischung aus völliger Verzweiflung, Todesverachtung und kurz vorm Zusammenklappen da raus gewankt.

Ich weiß nicht genau, wie ich heim gekommen bin, außer dass es heil war und ich mich bei all meinen himmlischen Helfern aufs Innigste bedanken muss.

Ich vereinbarte einen Notfalltermin für den nächsten Tag bei meiner regulären Zahnärztin und ging einen Tag später dort hin.
Sie hörte sich die Geschichte an und war völlig schockiert über das Verhalten in der Uniklinik.
Sie sagte einen so komplexen Fall wie mich bei Komplikationen bei den Studenten zu belassen und nicht selbst Verantwortung zu übernehmen, das sei unmöglich.
Den Studenten könne man keine Vorwürfe machen, sie seien zu unerfahren.
Es hätten sich die erfahrenen und versierten Zahnärzte um sich kümmern müssen.

Ihre Untersuchung war weniger ´vorsichtig´ und siehe da, beim (festeren) Klopfen auf den Zahn fing an dieser weh zu tun, was ein eindeutiges Zeichen für eine Pulpitis ist.
Da hatte der telepathische Oberarzt sich also nicht getäuscht; trotzdem habe ich mich nach diesen Vorkommnissen dort nicht mehr behandeln lassen wollen.
Ich denke jeder kann es mir nachempfinden.

Röntgenbilder zeigten auch schwache Entzündungszeichen an der Zahnwurzel. Also klare Sache.
Ich bat meine Zahnärztin auch nach meiner Backe zu schauen, die Stelle, die mir schon nach der ersten Behandlung so weh getan hatte.
Dabei stellte sich heraus, dass die Uniklinik eine schwere ausgeprägte Ohrspeicheldrüsenentzündung mit übersehen hatte, die einen Teil der massiven Schmerzen mit verursachte. Das würde man mit AB behandeln müssen, soviel war klar.
Meine Zahnärztin wollte aber noch den nächsten Tag abwarten um dann zu entscheiden, welches AB es wird; auch beruhend auf dem Befund, was sich ihr zeigen würde, wenn sie den Zahn aufbohrt.

So weit kam es nicht, denn ich bekam noch am gleichen Nachmittag Fieber, wie immer mittwochs nachmittags, wenn so etwas passiert....
Ich habe eine gut sortierte Hausapotheke und hatte noch eine ziemlich volle Schachtel Amoxicillin von meiner letzten schweren Mitelohrentzündung, wo ich im Krankenhaus gelandet bin.
Ich begann sofort mit der Einnahme und habe meiner Ärztin aufs Notfallhandy gesprochen.
Sie rief dann abends noch zurück und sagte, es wäre genau richtig gewesen und wir würden morgen weiterschauen.

Am nächsten Tag ging ich also voller Bammel in die Praxis; wir wollten ja einen Versuch unternehmen den Zahn aufzubohren und Medikamente einzugeben, unter anderem ein Mitel, das den Nerv zum Absterben bringt.

Meine Zahnärztin versuchte es experimentell mit dem normalen Ultracain mit Adrenalinzusatz bei der Lokalanästhesie - und was passierte? Nach der ersten Ampulle wurde mir ein paar Sekunden später ganz komisch und ich merkte, dass ich gleich ohnmächtig werde.
Ich konnte mich noch mitteilen und man kümmerte sich sofort um mich (Beine hoch usw) - Gott sei Dank trat die Ohnmacht nicht ein.
Taub fühlte sich überhaupt nichts an.

Ich sagte meiner Zahnärztin sofort, dass es wohl das Adrenalin ist, das ich nicht vertrage.
Sie meinte, es wäre meine Angst vor Spritzen (hab ich nicht!, ich hab keine Angst vor Spritzen, ich hab Angst, dass das Lokalanästhetikum nicht wirkt!).
Wir warteten 15 min und dann wurde eine weitere Ampulle gespritzt. Und was passierte?
Genau das Gleiche. Mir wurde wieder seltsam / halb ohnmächtig und es stellte sich wieder Null Betäubung ein.
Es war, als hätte ich Null komma Null Lokalanästhetikum gespritzt bekommen :frust:

Wir mussten daraufhin den Versuch den Zahn zu behandeln abbrechen und meine Zahnärztin versprach das Mepivacain zu bestellen; sie hatte es nicht vorrätig, weil es so toxisch ist und sie es normalerweise nicht benutzt.

Teil 2 folgt
Zuletzt geändert von Jamie am 15.07.2018 12:14, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Jamie »

Teil 2

Schmerzen.
Ich habe Erfahrung mit Schmerzen.
Ich habe mir von Kardiologen dicke Katheter in die Leisten bohren lassen müssen, ohne dass die Betäubung wirkte, weil ich damals schon Probleme mit diesen Medikamenten hatte, die bei mir nicht anschlagen. Ich habe das ganze Herzkatheterlabor zusammengebrüllt.

Ich habe eine OP am offenen Herzen hinter mir, bei der einem das Brustbein aufgesägt wird.
Ich dachte, es gibt kaum Schmerzen, die schlimmer sein können als postoperativ da zu liegen und einen explodierenden Brustkorb zu haben und das obwohl Opiate durch die Venen fließen.

Ich habe Schmerzerfahrungen auf höchster Skala.
Ich füge dieser Skala die Schmerzerfahrung meiner Mittelohrentzündung, wo das Trommelfell fast platzte, und die diesjährigen Zahn,- Nerven - und Gesichtsschmerzen zu.
Ich dachte mir fault bei lebendigem Leib der Kiefer ab.

Mehrfach war ich als Notfall bei meinem Hausarzt, der alles aufschrieb, was die Pharmazie her gibt.
Die Analgetika wirkten immer kürzer und immer schwächer.
Ich weiß ich hatte nicht mal mehr die Kraft zu weinen oder zu jammern.
Ich habe stumm vor Schmerz die Sprache verloren.

Ich bin komplett retraumatisiert und getriggert.

Es begann mit Ibuprofen 400, dann 600 und 800, Diclofenac 50, dann Diclofenac 100, Naproxen,
es kamen Tramadol und Tilidin hinzu und zum Schluss Morphium. Ja, Morphium.
Mir war alles egal, Hauptsache etwas Linderung.

Zeitweise war es so entzündet, dass sich ein feuerrotes Dreieck auf meiner Wange abbildete.
Die Schmerzen zogen in den Oberkiefer, die Schläfen, in das Ohr.
Ich hatte (habe immer noch) Ausfallerscheinungen an Zunge und Lippe, konnte die Zunge nicht mehr richtig bewegen. Meine Lippen links (alles ist links betroffen) fühlen sich kribbelig und taub an. Unter dem linken Auge brennt es zeitweise.

Ich musste am Ende Tabellen führen, wann ich welches Schmerzmittel nehme, um mich nicht überzudosieren und zu gefährden.
Ich aß in 5 Tagen eine halbe Milchschnitte und 2 Löffel Eiweißshake.
Ich vergaß bei brütender Hitze meinen Vögeln Wasser hinzustellen und sie waren Stunden ohne :cry:
An zwei Abenden musste ich meine Schwester bitten bei mir zu übernachten, weil ich solch schwere Panikanttacken und Retraumatisierungszustände hatte.

Jetzt beim Tippen muss ich weinen. Ich weiß überhaupt nicht wie ich die letzten vier Wochen überlebt habe außer, dass es Schaden auf vielen Ebenen bei mir hinterlässt.

Vom Amoxicillin bekam ich starken Durchfall. Nach 18 Tabletten (fast die ganze Schachtel) hatte sich die Ohrspeicheldrüsenentzündung und auch der entzündete Zahn immer noch kaum gebessert, sodass ich auf Clindamycin umsteigen musste, was den Durchfall nur noch verstärkte und am Ende zu so schweren Magen und Körper- Krämpfen führte, dass ich nach 15 Tabletten nicht mehr in der Lage war sie weiterzunehmen. Ich krümmte mich auf dem Boden; meine Mutter war schon davor den Notarzt zu rufen. Ich vertrug sie einfach nicht mehr.

Teil 3 folgt
Zuletzt geändert von Jamie am 15.07.2018 12:16, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Jamie »

Teil 3

Ein neuer Versuch bei meiner Zahnärztin wurde anberaumt.
Sie wollte nach wie vor nicht das Mepivacain spritzen, weil es ihr zu toxisch ist.
Deswegen einigten wir uns darauf es noch mal mit Ultracain zu versuchen, aber ohne Adrenalinzusatz.

Was geschah?
Sie spritzte sehr nah an meinem Kieferknochen um zu verhindern, dass das Mittel schnell in eine Blutbahn gelangt und sofort abgebaut wird. Ich baue diese Mittel ja zu allem Überfluss noch vermehrt ab.
20min geschah nicht viel, eigentlich gar nichts.
Es war einer der schmerzhaftesten Spritzen meines Lebens und noch mal lasse ich das nicht mit mir machen. Ich habe gestöhnt vor Schmerzen.

Dann spritzte sie eine zweite Ampulle. Dieses Mal passierte was, aber nicht das, was sollte.
Statt dass das Medikament den Unterkiefer betäubte, zog es sich den Trigeminusnerv entlang.
Es betäubte Wange, Schläfe, Ohr, Teile des Oberkiefers und Bereiche unter dem Auge, aber nicht meinen Unterkiefer. Himmelherrschaftszeiten :frust: :frust: :frust: .

In dem Moment war mir schon klar, dass das wieder nichts wird.
Meine Zahnärztin wollte dann noch zusätzlich Mepivacain spritzen, aber da legte ich mein Veto ein.
Ich weiß aus den Fachinformationen, dass die Kombination verschiedener Lokalanästhethika deren Toxizität massiv erhöht und ich leide bereits unter schweren Nebenwirkungen durch das Mepivacain alleine; ich hatte wirklich Angst, dass mich diese Kombination ins Krankenhaus bringen würde.
Also zog ich erneut unverrichteter Dinge ab und machte einen neuen Termin aus, den ich aber absagte, genau so wie den Folgetermin.

Ich habe momentan so schwere Angstzustände, bin wie erwähnt komplett retraumtisiert und getriggert und mein ZNS läuft Amok - ich fühle mich weder seelisch noch körperlich in der Lage mich in diesem Zustand behandeln zu lassen.

Ich werde Beruhigungstabletten einnehmen beim nächsten Versuch, so viel ist klar.
Auch in der Hoffnung dass durch die Beruhigung die Lokananästhesie besser wirkt, denn je panischer ich bin, desto aktiver ist mein Organismus und der Stoffwechsel.

Die Frage ist, was noch hilft? Meine Schwester gab mir 1,0mg Tavor zum Test, das war wie Smarties - als ob ich nichts genommen habe. Null Wirkung.
Meine Toleranz aus meinem früheren Benzoentzug schlägt sich da durch.
Ich werde nach einem Mittel suchen müssen, das noch hilft.
Aktuell habe ich meinen Hausarzt gebeten mit Bromazanil aufzuschreiben. Für einen Versuch.
Ich bin nicht die Bohne rückfallgefährdet, da muss keiner Angst haben.

Ich kann momentan auch nicht zu meiner Zahnärztin zurück; das Vertrauen fehlt mir.
Ich bin ihr dankbar, dass sie mich nach dem Zahnklinikdebakel empfangen hat und in letzter Zeit nach mir schaute und mich nicht auch wie eine heiße Kartoffel weggeschoben hat, sondern es wenigstens versuchte, aber diese vielen unterschwelligen Dinge, mich einfach nicht so enrst zu nehmen, wie ich es fühle und diese Sätze, es könne ja eigentlich nicht sein, dass nichts taub wird etc . - das unterminiert aber die Realität, die ich erlebe.
Wenn es nicht taub wird bei mir, wird es eben nicht taub! Egal, was die Medizin sagt, ob es müsste.
Ich selbst bin doch am unglücklichsten darüber :(.

Teil 4 folgt
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Jamie »

Teil 4

Wie geht es nun weiter?

Das Fieber ist Gott sei Dank weg, gelegentlich ist die Temperatur noch leicht erhöht.
Ich warte ab und beobachte.

Notfalls hab ich noch AB hier und kann mir helfen, bis ich einen Zahnarzt sehe.

Die Zahnklinik ist verbrannte Erde.

Meine Zahnschmerzen sind glücklicherweise besser bis fast verschwunden, wenngleich ich immer doch auch merke, dass da etwas herumrumort.
Seit gestern früh sind sie wieder vermehrt da, was mich sehr belastet und entmutigt.

Der Zahnnerv hätte nach der langen Zeit schon längst abgestorben sein müssen, ist er aber nicht.
Den Gefallen tut er mir nicht.
(Der neue Zahnarzt (s.u.) hat es festgestellt).

So lange es diese begrenzte Entzündung ist, droht keine Gefahr.
Wenn sie sich irgendwann ausbreitet, dann ist Alarmstufe Rot, dann droht schlimmstenfalls Sepsis.
Aber danach sieht es aktuell nicht aus.

Ich habe mir einen neuen Zahnarzt gesucht und ihn letzte Woche kennengelernt.
Ein ganz junger, der vielleicht noch nicht so vorbelastet ist mit Meinungen, wie etwas zu sein hat.

Er war sehr nett zu mir, hat sich eine volle halbe Stunde Zeit genommen mir zuzuhören und mich zu untersuchen. War betroffen über den immensen Vertrauensbruch durch die Zahnklinik mich in die Psychiatrie schieben zu wollen :(. Das hängt mir heute noch nach, das könnt ihr glauben.

Er hat Röntgenbilder gemacht, die er am Donnerstag mit mir besprechen will. Er will mir auch neue Schienen und Krankengymnastik und Massagen!!! :o verschreiben. Er hat sich richtig viel Zeit genommen meine Kiefer- und Gesichtsmuskeln abzutasten und meint, da seien überall Knoten und Verhärtungen in den Muskeln, das würde den Zahnschmerz natürlich weiter verstärken.
Den Zahn wollen wir abwartend beobachten, auch in der Hoffnung, dass die Entzündung doch noch weiter abklingt - das erhöht die Chancen, dass das Lokalanästhetikum besser wirkt (falls es wirkt).

Ich habe keine Ahnung, ob das was wird, wann das was wird und was noch alles passieren wird.
Ich taste mich momentan krümelchenweise voran in dem Thema.
Für den Anfang reicht es mir, dass ich den Arzt sympathisch finde und mir vorstellen kann Vertrauen aufzubauen.
Er ist über meine Posttraumatische Belastungsstörung informiert und wie schlimm das für mich ist, jetzt mit Ausgeliefertsein und Schmerzen konfrontiert zu sein.

Ich bin ihm dankbar.
Und der Rest wird sich weisen.

Danke fürs Lesen. Und sorry für den soooooo langen Text.

:hug: Jamie
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Gwen
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Gwen »

Ohne Worte...
:hug:
Diagnose: schwere rezidivierende Depressionen
Escitalopram: 0 mg!!

[spoil]Diagnosen: schwere rezidivierenden Depressionen seit der Kindheit, teilweise mit Angst-/ Panikattacken

Medikamente:
1999 Lorazepam (Bedarf), Opipramol (extreme Müdigkeit), Wechsel zu Paroxetin ca 2005 abgesetzt (selbständig langsam mit Seroxat-Suspension reduziert nach schlechten Erfahrungen beim Kaltenzugsversuch im KKH)

2008/09(?) Rückfall, Citalopram 20mg
irgendwann Wechsel auf Escitalopram 10mg
zwischendurch wg Schwangerschaft auf 2,5mg reduziert, nach der Geburt schwere postpartale Depression. 1 Woche Diazepam im AllgemeinKKH. Dank Beratung von "Schatten und Licht eV" eine Mutter-Kind Station gefunden. Zu Anfang Lorazepam als Bedarf und Escitalopram wieder 10mg.

03/2016 5mg Starke Kopfschmerzen und Müdigkeit
04/2016 6mg Besser. Jedoch seit Monaten erschöpft und müde
17.01.17 5,4mg. Lange Stabilisierungsphase. Es geht mir richtig gut. Viel Bewegung. Deutlich weniger Müdigkeit, viel fitter und ausgeglichener als sonst
09.04.17 3,5mg Übermut -> Kopfschmerzen, müde, Gliederschmerzen...
24.04.17 4mg stabiler! Dann EBV-Infektion - lange Erholungsphase
12.07.17 3,5mg
01.09.17 3,0mg
17.11.17 2,5mg
31.01.18 2,25mg
12.03.18 2,0mg
06.04.18 Omega3 (EPA+DHA=1200mg)
09.04.18 Magnesium 360mg

....
Zwischenschritte fehlen gegen Ende
Seit Ende Mai 2019 auf Null[/spoil]
Siggi
Beiträge: 1033
Registriert: 05.07.2007 19:49
Wohnort: Rheinland-Pfalz
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Siggi »

Oh je, liebste Jamie, :shock:

ich bin total fassungslos, entsetzt, ich kanns kaum erklären...
bin geschockt und voller Mitempfinden... :hug:
und möchte dich nur einfach ganz, ganz innig lieb drücken
und unseren Herrn um Hilfe bitten <3

:hug: :hug:
eine entsetzlich traurige Siggi :hug:
Mein Absetzverlauf:

[spoil]2002 wegen Angst-Panik-Depressionen 12 wöchiger Klinikaufenthalt, wo mir 15 µg Remergil und Tavor verschrieben wurde.
Diganose :Hashimoto . Danach Substitution von L.Thyroxin
Von 2003 bis 2005 Remergil von 15 µg auf 7,5. von 2005 bis 2007 Remergil auf 4,5 µg
Im Januar 2007 Remergil ausgeschlichen, 6 Wochen keine Entzugserscheinungen, doch danach umso heftiger, wie Schwindel, Derealisation, starke Benommenheit, Übelkeit und teilweise Depris mit Ängsten.
Ende 2007- ein langes Jahr lang- schwere Symptome aber- erfolgreich ausgeschlichen
2011 wegen 3 schweren OP's (lange Narkose) Angst, Unruhe Herzrasen,etc.erneute Einnahme mit 20 mgMirtazapin (Remergil Tropfen) begonnen!!
April 2012 bis Juli 2012 von 20 mg auf 8mg gesenkt (zu schnell!)
Absetzsymptome: massive innere Unruhe,begleitende generalisierte Angst, Benommenheit, Schwindel! Massive Histaminunverträglichkeit,Gluten-und Fructoseunverträglichkeit-vertrage nur noch wenige Lebensmittel.
Starke, Gelenk-Rücken-Knie-Knochen Schmerzen, Steifigkeit und Schmerzen bei jeder kleinen Bewegung
20.10. 2012 auf 7,2 mg. Mirta reduziert, einfach nur grausig mit allen Symptomen die man sich denken kann
27.12 2012 6,4 Mirta-Tropfen einfach die Hölle...
weiter, monatlich in kleinen Schritten von :
27.12. 2012 bis 7.8. 2014 reduziert!
seit 7.8. 2014 auf Null....
weiterhin kein gutes Befinden, nur wenige Fenster,Ängste, Katastrophengedanken, Unruhe.
sind es Wellen??
Gluten, Histamin, Fructose und seit Jan. 2016 noch Laktose-Unverträglichkeit, Ernährung immer karger.
Seit ca. 3 Monaten bei Vitalogen wegen massiver Nackenmuskelschmerzen und unbeweglich steifem Hals... seit ca. 4 Wochen Beweglichkeit und Radius, sowie Schmerzen durch Behandlung etwas besser.
Seit 7.8. 2014 keine Stabiliät.Immer wieder viel Auf und Ab mit all den Absetzsymptomen.
jedoch immer mal wieder Fenster.... die ich dann versuche zu genießen und davon zu zehren[/spoil]
Jofab
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Jofab »

Liebe Jamie - :hug:

Ich bin auch völlig fassungslos, was du aushalten musst !

Dazu noch die Drohung mit der Psychiatrie - das kann doch alles nur ein riesiger Alptraum sein !

Hoffentlich hast du wirklich Glück mit dem neuen Zahnarzt !
Das wünsche ich dir von ganzem Herzen.

Alles Liebe - ich denk an dich :hug:

Ilse
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padma
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von padma »

liebe Jamie, :)

es tut mir so leid, was du durchmachst.

Fühl dich ganz lieb :hug:

liebe Grüsse,
Padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, im :schnecke: Tempo ausgeschlichen
Absetzverlauf:
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1.1.2020: 0 mg, Die :schnecke: steht auf dem Kilimanjaro :D



Was finde ich wo im Forum
Infoartikel: Antidepressiva absetzen
FAQ: Alles, was Ihr übers Absetzen wissen müsst!




Hinweis:
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stubi
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von stubi »

Liebe Jamie, :hug:

auch ich bin vollkommen fassungslos was du alles aushalten musst.

Ich wünsche dir von Herzen, dass dir dieser neue Zahnarzt helfen kann, dann es hört sich ganz gut an wie du ihn beschreibst.

Alles erdenklich Gute.

Liebe Grüße
Renate
[spoil]seit 1990 Psychopharmaka, Fluoxetin, Lyrika, Trimiparmin, Bromazepan, Zopiclon, Lamotrigin, Sertralin. Seit März 2015 abgesetzt.[/spoil]
Marko92

Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Marko92 »

Liebe Jamie :)

es tut mir leid, was du da aushalten musst. - Mir fehlen da ehrlich die Worte.

Du hast weiter vorn schon mal geschrieben, dass Antibotika bei dir kaum gewirkt haben, wegen der Ohrenentzündung.
Ich hatte dasselbe (Amoxicillin) wegen Zysten am Oberkiefer an meinen maroden Zähnen und hatte ebenfalls kaum Wirkung.

Ich denke, viele Keime sind inzwischen fast resistent gegen AB, ist ja kein Wunder, sie sind ja inder Fleischproduktion quasi im Dauereinsatz.

Was aber viele Keime abtötet, sind ätherische Öle. - Hast du damit versucht, die Entzündungen zu bekämpfen?
Prof. Wabner empfielt u.a. bei Entzündungen im Mund, Zahnfleisch, Zahnabszessen, Ohrenentzündungen Teebaumöl - als Mundspülung und wenn man es verträgt, auf das Zahnfleisch aufgetragen, sparsam oder einen Tropfen auf Watte und in ein entzündetes Ohr geben.

Man kann auch ein wenig von der Spülung schlucken, dann ist die Wirkung nicht nur lokal.

Teebaumöl ist längerfristig weniger belastend als Eukalyptus, Salbei oder Thymian, bei denen man je nach Anbaustandort, Erntezeit und Qualität mit einem nicht genau bekannten Anteil an toxischen Thujon rechnen muss und vorsichtiger sein. (Salbei wirkt bei Frauen ausserdem als Phytoöstrogen).
Teebaumöl darf nur nicht alt sein, es oxidiert schnell und führt dann zu Reizungen, sonst ist es mild und nicht toxisch.

Vielleicht kannst du dir damit helfen und musst weniger AB nehmen.

Gute Besserung :hug:

LG Markus
Traurige
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Traurige »

Oh Jamie!

Das tut mir alles so leid, dass Du soviel ertragen musst! :hug:

Ich drücke Dir ganz fest die Daumen, dass Du mit Deinem neuen Zahnarzt mehr Glück hast, bis jetzt hört es sich ja ganz gut an...

Liebe Grüße
von Maria
1999 Burnout mit Diagnose V.a. paranoide Psychose, vorübergehende psychotische Störung (Medikament: Perazin, 60 mg; 2003 langsam ausgeschlichen ohne Probleme)
2011 schwere Depression mit psychotischen Symptomen (Medikament: Duloxetin 60 mg)
2015 schwere Depression mit psychotischen Symptomen nach Absetzversuch von Duloxetin (Medikamente: Duloxetin 60 mg; Risperidon 2 mg)
2016 mittelschwere Depression mit psychotischen Symptomen nach Absetzversuch von Risperidon (Medikamente: Duloxetin 60 mg; Risperidon 2 mg), Angststörung
April 2019 1 Woche Klinik, Diagnose schwere Depression mit psychotischen Symptomen
November 2019 eine Woche Klinik wegen Depression und Panik, Ängsten. Steht auch wieder psychotische Symptome drin :cry:

18.02.2017
Täglich
60mg Duloxetin
2mg Risperidon
Außerdem noch Cortison wegen Asthma und Blutdrucksenker wegen zu hohem Blutdruck - Update: Cortison abgesetzt wegen depressionsfördernder Wirkung. Blutdrucksenker reduziert auf 12,5 mg Hygroton täglich.
November 2019 Hygroton wird durch Ramipril ersetzt. Dieses entwässert nicht. Gewichtszunahme.

Ab Ende März zusätzlich Eferox 25 Mikrogramm
ab 23.07.2018 Erhöhung auf 37,5 Mikrogramm Eferox und Einnahme von Eisentabletten
ab 30.07.2018 Erhöhung auf 50 Mikrogramm Eferox
ab 06.08.2018 Reduzierung auf 37,5 Mikrogramm Eferox
inzwischen wieder erhöht auf 50 Mikrogramm (genauen Zeitpunkt muss ich recherchieren)
ab 03.04.2019 25 Mikrogramm Eferox
29.01.2020 derzeit 50 Mikrogramm Eferox

Ab 17.08.2018 Duphaston 10 mg morgens und abends für 14 Tage - massive gynäkologische Blutungen
Januar 2020 Ausschabung

18.05.2017 Reduzierung des Risperidon von 2 mg auf 1,5 mg
im August 2017 Absetzen des Cortisonpulvers, starke Verbesserung der Depression
21.09.2017 Reduzierung des Risperidon von 1,5 mg auf 1,25 mg
25.10.2017 Reduzierung des Risperidon von 1,25 mg auf 1,125 mg
05.11.2017 Reduzierung des Risperidon von 1,125 mg auf 1,0 mg
05.03.2018 Reduzierung des Risperidon von 1,0 mg auf 0,875 mg
09.04.2018 Reduzierung des Risperidon von 0,875 mg auf 0,75 mg
21.05.2018 Reduzierung des Risperidon von 0,75 mg auf 0,625 mg
17.07.2018 Reduzierung des Risperidon von 0,625 mg auf 0,5 mg
22.08.2018 Reduzierung des Risperidon von 0,5 auf 0,375 mg
01.10.2018 Reduzierung des Risperidon von 0,375 auf 0,25 mg
ab Anfang April 2019 Erhöhung Risperidon von 0,25 auf 0,5 mg

Bei Bedarf Neurexan
Marko92

Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Marko92 »

Liebe Jamie,

falls dein neuer ZA auch nicht weiterkommt, ich habe nachdem ich jahrelang gesucht habe, einen erfahrenen, freundlichen und geduldigen ZA gefunden, der nicht nur aufs Geld aus ist und Behandlungen in Ruhe bespricht und der einen nicht zu irgendwas drängt.

Er ist ZA und Chirurg und hat mich nachdem ich mich 4 Jahre zu keinem ZA mehr getraut habe, vom Schmerzen und Zysten befreit und auch nicht über mein ziemlich kaputtes Gebiß gelästert.

Ob er für deine Unverträglichkeiten eine Lösung hätte, kann ich natürlich nicht sagen, aber einen Versuch wäre es wert.

Wenn du magst, schreib mir eine PN, ich will meinen Wohnort nicht öffentlich posten.

LG Markus
Arianrhod
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Arianrhod »

Liebe Jamie,

ach das tut mir so Leid, und wie gut ich diese infamen Lügen kenne.
Als bei meiner OP wohl was schief ging ( ich kann es nicht beweisen, denn die Akten sind - seltsamerweise - verschwunden) sagte ich wie Du, dass ich die Schmerzen keinen Tag länger aushalte - und wurde als suizidal zwangseingewiesen. DIE machen Fehler und versuchen das, zu vertuschen - der Patient simuliert, agraviert,
ist "Psycho" etc. , ich bin fast sicher, dass es so ist.
Damit du nicht so viele Schmerzen aushalten musst, https://www.kosten-beim-zahnarzt.de/ueb ... rkose.html
es gibt die Möglichkeiten Behandlungen Vollnarkose oder Lachgas.

liebe Grüße Arian
[spoil]2005 mit Burnout und Depression in eine Tagesklinik gekommen.

Zuerst einmonatige Behandlung mit diversen Antidepressiva: Doxepin, Mirtazipin, Sulprid,
hypomane Reaktion
wobei die AD sofort und ohne Ausschleichen von den Ärzten abgesetzt wurden.


Verschiedene Diagnosen: schizoaffektive Psychose, Depression, bipolare Störung, Schizophrenie, dissoziative Identitätsstörung


Erst 2 Jahre Behandlung mit Amisulprid . Zu schnell auf eigene Faust abgesetzt.
Schwere Supersensitivitätspsychose .

Einstellen auf verschiedene Neuroleptika: Haloperidol, Quetiapin, Olanzapin, Risperidon, Paliperidon, Aripiprazol
Außerdem Lorazepam, Promethazin, Chlorprothixen, Melperon, Pipamperon

jahrelang , vieles gleichzeitig und in höchster Dosierung.
u.a. Berentung, 60 kg Gewichtszunahme
seit 2012 Ausschleichen von 800 mg Quetiapin retard innerhalb von 2 Jahren.
Meinen Absetzbericht findet man hier:
http://adfd.org/austausch/viewtopic.php ... 47#p120447
Seit Januar 2014 keine Neuroleptika mehr.

Ich leide seit 3 Jahren unter Nervenschmerzen, Kribbeln und Lähmungen. Bei mir wurde eine Polyneuropathie diagnostiziert und ein Zusammenhang mit NL vermutet - leider nicht beweisbar.

Außer Neuroleptika habe ich zwischenzeitlich auch Oxycodon ( ein Opioid) und Trimipramin nach zweijähriger Einnahme abgesetzt , die ich wegen chronischer Schmerzen verschrieben bekommen habe.
Pregabalin habe ich am 7.9.2016 endgültig ausgeschlichen.

Die Anzahl meiner Dauermedikamente beträgt gerade "0". :)

Ich weiß mittlerweile 2019 , dass ich Asperger- Autistin bin .
Jamie
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Jamie »

Liebe Katharina, hallo ihr lieben anderen :)
es geht mir nicht aus dem Kopf da Du keine Schmerzlinderung erfährst, ich überlege ob
ein Schmerzmittel in Panik
1. resorbiert werden kann
2. anhalten
bzw sofort weg verstoffwechselt wird.

Wüsste ich ich möchte zum Zahnarzt, plus Schmerzen ohne Schmerzmittel Lösung nur Problematik
ich wäre ein Brett aus Panik.
so ist es, durch die Panik und auch dadurch, dass ich Lokalanästhetika eh viel schneller verstoffwechsele als andere, werden sie fast in dem Moment unwirksam oder sofort abtransportiert und metabolisiert oder machen sonstwas Seltsames mit mir, in dem man mir sie spritzt.

Ich denke jeder wird verstehen, dass mich der Gedanke daran schon völlig panisch macht und verunsichert.

Ich kann mir nur einen Weg vorstellen: es so lange auszuprobieren, bis der Tag kommt, wo ich vielleicht mal nicht so aufgelöst bin.
Ich bin mir fast sicher, dass das möglich ist, denn in der Zahnklinik klappte es ja auch (wenngleich manchmal mehr schlecht als recht).

Nun ist es aber so, dass ich durch die Erlebnisse in meiner PTBS extrem retraumatisiert und getriggert wurde und das hat mein Nervensystem natürlich völlig hochgeschossen auf ein unerträgliches hohes Erregungsniveau und dazu noch die brodelnde subakute Entzündung und die Zahnschmerzen...

Ich werde mir Medikamente verschreiben lassen um die Zahnarztbesuche anzugehen.
Benzos suche ich zur Zeit... Lorazepam ist wirkungslos bei mir, ich werde es mal mit Bromazepam probieren.
Mein Hausarzt hat angeboten, ich habe ihn aktiv gefragt, mir ein Fentanyl-Nasenspray oder Fentanyl-Lutscher aufzuschreiben, falls die Betäubung nicht gut wirkt und ich wirklich durch muss.
Es wäre zwar hoch experimentell, aber ich bin halt kein Schema F Patient.
Es ist furchtbar lieb von ihm. Er leidet mit mir mit.

Ich weiß nicht, wer von Vollnarkose sprach, aber dieses Thema ist leider durch.
Ich habe mehrfach versucht dies zu beantragen und habe auch die entsprechenden ärztlichen und psychiatrischen Gutachten, dass dies medizinisch notwendig wäre (Kostenübernahme!), aber aufgrund meiner Anamnese (angeborener Herzfehler und div. Medikamentenunverträglichkeiten) haben mich mehrere Anästhesisten abgelehnt, auch sogar die Uniklinik :(.

Irgendwann versterbe ich an ner banalen Blinddarmentzündung, weil mich keiner operieren will... :?


Vielen Dank für euren Zuspruch :hug: :hug: :hug:
Das brauche auch ich manchmal...

Jamie
...........SIGNATUR...............


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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von lunetta »

Jamilein, Liebes!

Ich bin vollkommen schockiert, was dir alles mit deinem Zahn widerfahren ist!

Ich dachte schon, dass ICH traumatisiert bin durch meinen letzten Zahn, bei dem ein 5. Wurzelkanal nicht gesehen wurde, und somit nicht und nicht abgstorben ist, sondern 1 Jahr lange weh getan hat, aber du bist ja um Längen schlechter dran.

Bei uns in Österreich gibt es die Möglichkeit mit Lachgas zu behandeln, machen einige Zahnärzte. Und auch mit Propofol.

Ich weiß nicht inwieweit du das vertragen würdest.....?

Du hast mein vollstes Mitgefühl - Zahnschmerzen aus einer Pulpitis sind eines der schlimmsten Schmerzen!

Umarmung du armes Hascherl! GGLG!
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Marko92

Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Marko92 »

Liebe Jamie :)
auch dadurch, dass ich Lokalanästhetika eh viel schneller verstoffwechsele als andere, werden sie fast in dem Moment unwirksam oder sofort abtransportiert und metabolisiert oder machen sonstwas Seltsames mit mir, in dem man mir sie spritzt.
Ich habe von meiner PP-Zeit noch eine Tabelle mit Induktoren und Inhibitoren für die Enzyme, die bestimmte AD verstoffwechseln.
Das können Lebensmittel sein - Grapefruitsaft verlangsamt den Abbau von SSRI stark und führt bei normaler Dosis zu erhöhtem Spiegel oder andere Medikamente. - Rauchen beschleunigt den Abbau vieler Neuroleptika.

Eigentlich müsste man doch dort, wo du dich testen lassen hast auch beraten können, ob es einen verträglichen Inhibitor gibt, der den Abbau, der Lokalanästhetika bei dir für eine Weile verlangsamt.

LG Markus
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Maria_1492 »

Liebe Jamie,

du hast hier für so viele ein offenes Ohr und gibst soviele Tipps und Ratschläge und ich wollte einfach wissen, wie es dir eigentlich geht. Ich habe mich hier ein bisschen durchgelesen und ich ziehe den Hut vor deiner Taperkeit, deinem Mut und deiner Stärke.

Wir kennen uns nicht persönlich, aber ich glaube trotzdem, dass ich selten oder sogar vielleicht noch nie so eine starke Frau wie dich kennenlernen durfte.

Ich wünsche dir von Herzen nur das Beste und ich wünsche dir, Stunden, in denen du frei sein kannst.

Von deinem Hausarzt bin ich schwer begeistert, das scheint ein wirklich guter Mensch zu sein und ich wünsche dir, dass du diesen lieben Menschen in deinem Leben behalten darfst und dass noch mehr liebe Menschen in dein Leben treten, die dir helfen wollen.

Das klingt jetzt vielleicht ein bisschen "creepy" von einer wildfremden Person, aber wenn ich irgendetwas tun kann und sei es nur ein aufmunterndes Gespräch, darfst du dich gerne bei mir melden.

Verstehe mich nicht falsch, ich habe kein Mitleid mit dir, eher ein tiefes Mitgefühl. Ich spüre irgendwie, dass du ein guter Mensch bist und du gibst so vielen von uns hier Hoffnung und Rat und wenn ich davon etwas zurückgeben darf, wäre es mir eine Freude.

Halt den Kopf hoch, ich bin fest davon überzeugt, dass alles mal einen Sinn machen wird.

Herzlichste Grüße
Maria
Diagnosen: PTBS, schwere Depression, Panikstörung, Borderline

[highlight=yellow]Mein psychiatrischer "Werdegang"[/highlight][spoil]
2015
Diagnose: Panikattacken, Depressionen
März:
Venlafaxin ret.: 150mg - 0 - 0 - 0
Seroquel: 0 - 0 - 0 - 50mg
daraufhin dissoziative Krampfanfälle

Juni:
Seroquel:
wurde immer wieder gesteigert - zuletzt bis auf 800mg am Tag
Diazepam:
12 mg über den Tag verteilt, für vier Wochen, danach aus der Klinik entlassen ohne weiterführendes Rezept: Diazepam apprupt abgesetzt (1 Woche die Hölle, dann ging es wieder)

Im Herbst wurde das Seroquel ausgeschlichen über 3 Monate.

(Die hohe Dosierung des Seroquels wusste ich schon gar nicht mehr, habe aber in dem Arztbriefen nachgeguckt - nur falls ihr euch wundert warum das Seroquel jetzt aufeinmal hier drin steht - hab es irgendwie verdrängt)


Im restlichen Jahr wurde versucht mein Schlafproblem in den Griff zu bekommen, mit verschiedensten Medikamenten: Mirtazapin, Trimipramin, Atosil, Zopyclon, Tavor. - ein ständiges Ausprobieren


2016
Diagnose: PTBS
während Krankenhausaufenthalt: 12 mg Diazepam bekommen (1 Woche lang)
- Diazepam wurde über ca. 4 Monate ausgeschlichen
- Symptome: Schmerzen am ganzen Körper, Erschöpfung, Zittern, Muskeln verkrampfen sich

Ende 2016: Venlafaxin ret.: 225mg - 0 - 0 - 0

2017
keine Veränderung der Medikation.
Entzugssymptome vom Diazepam
- im Dezember: Vater verstorben (er war Alkoholiker und Mitauslöser meiner PTBS)

2018
Mai: Venlafaxin ret. wurde erhöht auf 262,5 mg.

Stand 28.06.2018:
Symptome: extreme Erschöpfung, Muskelschmerzen, stark depressiv, Antrieb kaum vorhanden, komplette Lustlosigkeit. Will einfach nur noch die Tabletten reduzieren und hoffe, dass ich irgendwann wieder "normal" leben kann.
[/spoil]
[highlight=yellow]Absetzverlauf[/highlight]
Venlafaxin ret. 262,5 mg absetzen

29.06.18: 250 mg (ca. 95,2%)
04.07.18: 250 mg - starke Bauchschmerzen, Übelkeit und Durchfall
12.07.18: 250 mg - Petechien nach Kratzen, seit einigen Tagen kaum Schlaf gefunden. Angst vor Psychose. Heulkrämpfe. Schmerzen am ganzen Körper, Schlafen hilft (wenn ich es kann).
17.07.18: 250 mg - Besserung der Symptome (Übelkeit, Schlaflosigkeit, Panik), Pochen im Ohr

Liebste Grüße
Maria
lunetta
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von lunetta »

Liebe jamie!

Was mir naturheilkundlich noch eingefallen ist: Käsepappel. Als Tee trinken, und auch die Blätter und Blüten lurz überbrühen und diese Pampe auf die Backe legen, und auch innen in die Backentasche geben, wo der schlimme Zahn ist.

Und zwischendurch könntest du auch eine Gewürznelke in die Wange innen klemmen.

Und eventuell Hepar sulfur in einer nicht allzu hohen Potenz, nur vielleicht 6 oder 12. Ist ja bekannt dafür dass es hartnäckige Entzündungen auflöst.


Und reines Lavendeleöl unverdünnt außen auf die Backe auftupfen.


Ich wünsche dir Genesung und alles Liebe! LG!
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Guglhupf
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Re: Jamies "all in a tumble" Thread

Beitrag von Guglhupf »

Liebe Jamie

mir fehlen die Worte für diese Sauerei, die dir da wiederfahren ist. Unglaublich was du aushalten musst :(

Ich wünsche dir hoffentlich endlich etwas Linderung und dass der Zinnober bald ein Ende hat.

Fühl dich gedrückt :hug:
Liebe Grüße Anna
Meine Signatur
[spoil] 2007 - erstmalig nach zahlreichen Panikattacken Citalopram genommen. Eingeschlichen in 5mg Schritten bis 10mg. Nach etwa 4 Monaten relativ rasch abgesetzt ohne NW
2011 - nach vermehrten Angstphasen wieder eingeschlichen, diesmal aber Escitalopram in 5mg Schritten bis 20mg
Okt. 2013 - von heute auf morgen aufgehört - Symptome: anhaltende Panikattacken, ÜW in KH, nach Anraten der Ärzte Escitalopram wieder eingeschlichen auf 15mg
2016 - Zustand stabil, 2. Absetzversuch wieder viel zu schnell - Folge: erneut heftige Entzugserscheinungen, wieder eingeschlichen auf 15mg
April 2017 - Reduktion auf 10mg
Mai 2017 - Reduktion auf 5mg
Juli 2017 - Reduktionsversuch auf 2,5mg - Absetzerscheinungen: Zwangsgedanken, starke innere Unruhe, andauernde Anspannung, dauerhaft erhöhter Puls, Zittern, keine Möglichkeit zur Ruhe zu kommen Verdauungsprobleme, sehr belastendes Gedankenkreisen, innere Unruhe
nach Anmeldung im Forum Dosiserhöhung auf 5mg - zwei Tage darauf NW weg
August 2017: 5mg nach 3 Wochen NW wie Ein- und Durchschlafstörungen, sehr lebhafte Träume, vermehrte Zuckungen vor dem Einschlafen, Gedankenkreisen, verspannter Nacken, Unruhe, Nervosität, ab und an leichte Panikattacken
26.8.17 - Reduktion auf 4,5mg klare Gedanken erst gegen Nachmittag möglich, vormittags spürbare Ausschüttung von Cortisol - Neigung zu Panikattacken
27.9.17 - Reduktion auf 4,1mg
6.11.17 - Reduktion auf 3,6mg schon ab Tag 2 nach Reduktion sehr starke Symptome, Herzrasen, Angstphasen, daher wieder Dosiserhöhung
9.11.17 - hoch auf 4,1mgStabilisierung der Symptome
18.11.17 - Reduktion auf 3,8mg ab Woche 3 lebhafte Träume, Zuckungen vor Einschlafen nur noch selten und leichter, noch immer starke innere Unruhe, Gefühl von "Nebel" aus belastenden Gedanken, gegen Abend klarere Gedanken möglich, ab Woche 4 zunehmend körperliche Symptome wie Verdauungsprobleme (starke Blähungen, weicher Stuhl, viel Luft in Magen-Darmbereich), auf sämtliche Symptome folgt immer sehr ängstliche Reaktion mit Neigung zu Panikattacken - irrationale Beurteilung von Symptomen
1.12.17 - Reduktion auf 3,6mg starke Muskelverspannungen im Schulter-/Nackenbereich, verkrampfte Kiefermuskulatur, dauerhafte Anspannung und innere Unruhe, erst gegen Woche 5 Besserung der NW
28.1.18 - Reduktion auf 3,3mg Bis Woche 2 keine NW, ab Woche 3 überwiegend Verdauungsbeschwerden mit vermehrt Blähungen und Aufstoßen (Verdauungstrakt reagiert empfindlicher auf zB Kohlensäure und Laktose), phasenweise innere Unruhe, einzelne leichte PAs, Menstruation verschlimmert Symptome, phasenweise aggressiver auf Mitmenschen, ab Woche 5 Stabilisierung
9.3.18 - Reduktion auf 3mg ab Woche 3 Verdauungstrakt reagiert empfindlicher auf zB Kohlensäure und Laktose, einzelne leichte PA lassen sich mit Meditation und achtsamen Atmen gut in Griff bekommen, Menstruation verschlimmert Symptome, phasenweise aggressiver auf Mitmenschen, ab Woche 5 Stabilisierung und kaum noch NW
19.5.18 - Reduktion auf 2,7mg
8.8.18 - Reduktion auf 2,5mg
4.10.18 - Wieder hoch auf 2,7mg
Absetzpause
14.11.19 - Reduktion auf 2,5mg
21.11.19 - nach Angstnebel wieder rauf auf 2,7mg :cry:
[/spoil]
- bei Bedarf Magnesium
- Passionsblumentee zur Milderung entzugsbedingter NW
- Mönchspfeffer
- reines Lavendelöl

"Der Optimist hat nicht weniger oft unrecht als der Pessimist, aber er lebt froher."
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