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Erfahrungsbericht Lithium absetzen

Sammlung von Erfahrungsberichten mit Psychopharmaka.
Tabin
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Erfahrungsbericht Lithium absetzen

Beitrag von Tabin » Sonntag, 27.08.17, 19:55

Hallo zusammen,

ich habe vereinzelt schon in anderen Beiträgen hier im Forum zum Thema Lithium absetzen geschrieben.
Nun verfasse ich auf Nachfrage noch einen Erfahrungsbericht dazu, greife dabei auch auf bereits von mir geschriebenes zurück.

Ich habe Lithium ca. über 7 Jahre lang genommen, das Absetzen fand auch in diesemZeitraum statt.
Zuvor hatte ich vor und wärend der Einnahme von Lithium verschiedenste AD und NL eingenommen.
Beim Absetzbeginn des Lithiums waren bereits alle anderen Medies erfolgreich abgesetzt.

Meine höchste Dosis war 1/2Tablette morgens, 1 Tablette abends./ 450g , retard.
Ich hatte die morgen Dosis schon einige Monate vor dem eigentlichen Ausschleichen,also bevor ich dies konkret beschloss, nach Absprache abgesetzt.
Ich hatte sie nicht mehr gut vertragen,
und kam gleichzeitig durch die emotional dämpfende Wirkung in der Zeit nicht an die in der Therapie notwendigen Gefühle ran.
Das eingentliche Absetzen habe ich auf 2 Jahre festgelegt.
Die einzelnen Schritte auf je 1/2 Jahr festgelegt.
Also die ersten 6 Monate um 1/4 reduziert.
Nach weiteren 6 Monaten wieder um 1/4 reduziert, somit nur noch eine halbe Tablette abends.
Und dann wieder nach 6 Monaten auf 1/4 runter.
Im letzten halben Jahr habe ich 5 Monate 1/4 genommen und dann noch 1 Monat 1/8.

Das war eine ziemliche Arbeit mit dem gleichmäßigen Zerteilen, aber mit einem sehr sehr feinen Messerchen hat das gut geklappt.
Wie schon geschrieben hatte ich durch das Zerteilen keine Nebenwirkungen. Davor hatte ich ja auch immer morgens eine halbe eingenommen und diese davor an der mittigen Bruchstelle geteilt. Mein Spiegel sank langsam, kontinuierlich ab.
Wissenschaftlich oder medizinisch kann ich es natürlich nicht ausschließen, dass es zu irgendwelchen unerwünschten Nebenwirkungen dadurch kommt.
Bei mir gab es dadurch keine.

An meinen Absetzplan habe ich mich strengstens gehalten und somit nicht vor Ablauf des halben Jahres beurteilt und geprüft, ob ich für den nächsten Schritt bereit bin.
Das würde ich jedem auf jeden Fall raten; halte euch an einen Zeitplan und schmeißt ihn, auch wenn es euch vor Ablauf des Zeitfensters danach ist, nicht um!
Das ist in meinen Augen eine sehr wichtige Selbstkontrolle.
Auch das in sich gehen und miteinbeziehen aussenstehender Personen wenn der nächste Schritt ansteht.
Gerade bei Manie und/oder Depression ist die eigene, aber auch die Rückmeldung von aussen wichtig um einen Krankheitsschub frühzeitig erkennen zu können. Und das, ist ja bei weitem nicht immer so eindeutig.
Viel Zeit, möglichst kleine Reduktionen um den Spiegel ganz langsam zu senken,
und um den neuen Umgang mit den wesendlich lebendigeren Gefühlen zu lernen und aushaltenzu können.

Begleitende Psychotheapie war für mich sehr wichtig, gerade um ein besseres Gefühl von mir zu entwickeln, innere psychische Vorgänge besser reflektieren und wahrnehmen zu können und neue, effektivere Strategien im Umgang mit meinen Gefühlen zu erlernen.

Ohne wäre ein Absetzen für mich nicht möglich gewesen.

Absetzsymptome traten immer so ca.2 Wochen nach der Reduktion auf. Ich verspürte eine vermehrte Anspannung, ein vermehrtes Hin und Herschwanken der Gefühle, auch die Intensität meiner Gefühle nahm in der Zeit zu. Ich verspürte ein Ungleichgewicht, ein Unausgeglichensein.
Die Ausprägung dieser Symptome war jedoch weit von einem Krankheitsschub entfernt.

Ich würde sagen, wenn 10, eine schwere Depressive Epeisode bei mir war, dann war die Intensität beim Absetzen ca.bei 3-4.
Allerdings war das am meist vorherschende Gefühl eine Gereiztheit und vermehrte Verunsicherung.
Also auch nicht diese für mich typische Auswegslosigkeit, Niedergeschlagenheit, Hoffnungslosigkeit,Angst, wie in den Krankheitsphasen davor.

Nach ein paar Wochen legte sich dies aber immer und ich konnte mich psychisch wie körperlich neu einpendeln.
Lithium hatte bei mir auf jeden Fall die Wirkung meine Gefühle zu dämpfen.
Nach dem Absetzen ist mein Gefühlsleben wesendlich lebendiger geworden, mit allen Vor- und Nachteilen.
Denn einen neuen, guten Umgang musste ich mir zeitgleich mit begleitender Psychotherapie hart erarbeiten. :)

Ich wurde gleichzeitig auch durch meine Psychiaterin begleitet, die weiterhin Blutuntersuchungen, Messen des Halsumfangs, EEG... durchführte. So wurde sichergestellt, dass bei mir körperlich alles in Ordnung war und sich auch nach dem Absetzen keiner meiner gesunden Werte verschlechtert hatte.

Ich hoffe ich konnte hier für euch einen ausführlicheren und hilfreichen Bericht verfassen ;)

LG Tabin
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Re: Erfahrungsbericht Lithium absetzen

Beitrag von Jamie » Sonntag, 27.08.17, 22:00

Hallo Tabin, :)

danke für deinen aufschlussreichen Bericht.
Wir haben wenige Teilnehmer, die sich mit Lithium auskennen bzw. es probiert haben abzusetzen und deswegen ist dieser Erfahrungsbericht umso interessanter und wichtiger für uns.
Ich werde deinen Beitrag künftigen Lithium-Betroffenen gerne verlinken.

Zwei Anmerkungen bzw. Fragen habe ich allerdings.
An meinen Absetzplan habe ich mich strengstens gehalten und somit nicht vor Ablauf des halben Jahres beurteilt und geprüft, ob ich für den nächsten Schritt bereit bin.
Das würde ich jedem auf jeden Fall raten; halte euch an einen Zeitplan und schmeißt ihn, auch wenn es euch vor Ablauf des Zeitfensters danach ist, nicht um!
Dieses hier möchte ich gerne kommentieren.
Es gibt Teilnehmer, die aufgrund von sich in Grenzen haltenden Absetzsymptomen gut mit dem Zeitplan zurechtkommen, den sie sich selbst gesteckt haben.
Die Mehrzahl der Menschen hier im Forum hat allerdings massive Probleme beim Absetzen und kommt mit Zeitplänen nicht zurecht. Ich würde sogar persönlich aktiv davon abraten, sich einen Zeitplan zu setzen, um sich nicht unnötig unter Druck zu setzen.
Je nach Persönlichkeitsstruktur mag ein Zeitplan sinnvoll sein, aber vermutlich nicht für jeden.

In den USA praktiziert ein Therapeut (ich muss den Namen noch mal recherchieren), der die Absetzsymptomatik vollauf anerkennt und der es sogar zur Bedingung für seine Patienten macht, dass sie sich keinen Absetzplan und kein Datum setzen, wann sie damit fertig sein wollen.
Er sagt, das ist in seinen Augen völlig kontraproduktiv und ruft nur Enttäuschungen hervor.
Er betreut keine Patienten, die sagen, ich will dann und dann fertig sein.

Und nun zu meinen Fragen.
Messen des Halsumfangs
1. Darf ich fragen, was das ist bzw. zu was diese Untersuchung dient?

Und zweitens: würdest du sagen, dass du Glück hattest, dass dein Spiegel immer okay war, obwohl du Lithium, das retardiert ist, zerkleinert hast (was man natürlich nicht soll)?
Ich weiß das ist sehr subjektiv, aber meinst du, man kann Teilnehmern anraten, sie könnten Lithium (ret) zum Ausschleichen teilen, wenn ein Arzt bereit wäre diese Menschen engmaschig zu begleiten und den Spiegel regelmäßig zu kontrollieren?
Für wie toxisch hältst du Lithium, das man als retardierte Tablette zerteilt?

Vielen Dank vorab :)
Viele Grüße
Jamie
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Re: Erfahrungsbericht Lithium absetzen

Beitrag von Tabin » Sonntag, 27.08.17, 22:59

Hallo Jamie,

zu meinem Zeitplan, das war von mir missverständlich ausgedrückt.
Der Zeitplan den ich mir gesetzt habe war nicht dazu da mir feste Absetzzeitpunkte zu setzen an denen ich mir vorgenommen habe "an dem Tag reduzierst du weiter"
Der Zeitpunkt hieß für mich " egal ob ich der Meinung bin es geht mir nach einem Monat schon total gut damit und ich kann ja jetzt schon weiter Absetzen,ich fühle mich ja damit gut .... ein ganz klares "nein, ich warte bis zu diesem Zeitpunkt""
Es diente mir also nicht dazu mir Druck zu machen, sondern mich in Geduld zu üben und nicht Vorschnell zu Handeln.
Denn ich wusste bei mir, dass ich durchaus, wenn es mir schon früher mit der neuen Dosis gut geht, ich zu schnell weitermachen könnte und das vllt zu vorschnell wäre.
Der Zeitplan ist für eine Mindestzeitspanne,keine Maximumzeitspanne.
Der erste Zeitpunkt jeweils an dem ich darüber nachgedacht habe ob nun der richtige Zeitpunkt ist weiter abzusetze noder noch nicht. Ich hatte Glück und es war immer ausreichend. Andere brauchen in derTat einfach auch länger, das ist garantiert bei jedem anders.

Ich bin damit gut gefahren und ich kann aus meiner Sicht auch nur das empfehlen.

Andere haben wiederum andere Erfahrungen und würden es evtl. anders machen, dazu kann ich natürlich mit keiner eigenen Erfahrung dienen ;)

Zum Punkt "das Zerteilen einer retard Tablette"
Da das Medikament als halbe oder ganze Tablette einzunehmen ist, musste ich diese davor schon über Jahre an der mittigen Bruchstelle teilen. Deshalb ging ich auch davon aus, dass dann ein vierteln, achteln nichts an der Wirkung ändern würde. Sonst wäre es vom Hersteller schon recht fragwürdig,wenn er ein Produkt verkauft,dass zu teilen ist, aber gar nicht geteilt werden darf.

Ich habe hier im Forum, ich weiß nicht mehr genau wo,ich glaube Mirta und Lithium absetzen ,etwas darüber nachträglich gelesen, dass der Wirkstoff in sich nochmals verpackt ist und es deshalb geht.

Da ich aber natürlich wie schon jedesmal betont, kein Arzt oder Wissenschaftler bin, der diese Frage objektiv klären kann,
kann ich auch hierzu nur sagen,dass es bei "mir" nichts ausgemacht hat. Meine Erfahrung ;)
Da meine Psychiaterin gegen das Teilen auch nichts einzuwenden hatte, hatte ich daher auch keine Bedenken.

Deshalb "Glück"...kann ich leider nicht objektiv beurteilen.
Das wäre sicherlich sehr sinnvoll und hilfreich, wenn wir dazu einen Fachmann zu rate ziehen könnten um diese Frage 100% zu klären.


Da ich davon ausgehe, dass jeder der Lithium einnehmen muss auch einen festen Psychiater hat, sollte jeder diese Frage auch mit diesem auf jeden Fall abklären.

Lithium ansich halte ich für hochtoxisch, daher auch die geringe Bandbreite und die engmaschige Überwachung, die unbedingt eingehalten werden muss.
Im Zusammenhang mit dem Teilen, hatte es bei mir keinen negativen Auswirkungen auf den Spiegel. Deshalb hielt ich es bei mir auch nicht für gefährlich. Das Weitere hatte ich ja schon oben geschrieben.

Da ich es in der Tat nur für mich aber nicht objektiv für jemanden anderen beurteilen kann, ja, auf jeden Fall vorher mit eurem behandelnden Arzt absprechen. Holt euch weiteren Rat ein!

Und noch zum Punkt "Halsumfang", der wird in regelmäßigen Abständen gemessen um beobachten zu können ob die Schilddrüse unter der Behandlung anwächst, dann müsste man natürlich reagieren.
Dazu wurde mir immer um genau die selbe Halsstelle ein Maßband gelegt und der Umfang dokumentiert.

Zum Glück hatte ich über die Jahre keinen dicken Hals bekommen :D

Liebe Grüße,Tabin
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Re: Erfahrungsbericht Lithium absetzen

Beitrag von Murmeline » Mittwoch, 20.09.17, 13:57

Hallo ihr,

möchte gerne noch den Erfahrungswert eines Bekannten festhalten.
Auch er hat retardierte Lithium-Tabletten sowohl geteilt als auch geviertelt, als er die Dosis nach unten anpassen musste (der Spiegel war angestiegen und die toxische Wirkungen machten sich bemerkbar). Das weitere Teilen der Tablette hatte keine negativen Auswirkungen - vielleicht auch, weil noch eine"ausreichende" Teilmenge als ganze Tablette genommen wurde.

Grüße, Murmeline
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Re: Erfahrungsbericht Lithium absetzen

Beitrag von Flummi » Dienstag, 23.01.18, 6:08

Hallo,
Ich hab mal geschaut. Es gibt so ein Tablettenüberzug namens Medcoat. Kennt das jemand und weiss, ob das geeignet wäre, ein Schutzfilm darzustellen, der den Wirkstoff erst langsam auflösen würde?

Liebe Grüsse,
Claudia
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Re: Erfahrungsbericht Lithium absetzen

Beitrag von Gwen » Dienstag, 23.01.18, 8:10

Hallo Claudia,

hier die Info vom Hersteller:
Keine Wechselwirkungen mit dem Medikament. MEDCOAT® Schluckhilfe beeinflusst die Wirksamkeit der Tabletten nicht und löst sich etwa eine Minute nach dem Schlucken auf.
http://www.medcoat-schluckhilfe.de/medc ... m-medcoat/

Das dürfte also keinen Unterschied machen, da es auch praktisch sofort aufgelöst ist.

Viele Grüße Gwen
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Re: Erfahrungsbericht Lithium absetzen

Beitrag von Flummi » Dienstag, 23.01.18, 9:56

Hallo Gwen,
Vielen Dank.

Ich Frage mich, wie man eine Retardierung hinbekommt, wenn man die Tabletten halbiert oder sogar Viertelt .

Die nächste Idee wäre, ob sie einem in der Apotheke die Tablettenhälften im Mörser zerkleinern und in Kapseln stecken? ( o Gott, ich merk Grad, ich hab sogar von dieser Frage heute nach geträumt) :D
Dann hätte man ja quasi ne Retardierung.....

Liebe Grüsse,
Claudia
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Re: Erfahrungsbericht Lithium absetzen

Beitrag von Jamie » Dienstag, 23.01.18, 10:07

Hallo,

medcoat ist eine Schluckhilfe, keine Retardierung. Es wird da leider nichts bringen.
Das sehe ich wie Gwen :).

Die nächste Idee wäre, ob sie einem in der Apotheke die Tablettenhälften im Mörser zerkleinern und in Kapseln stecken? ( o Gott, ich merk Grad, ich hab sogar von dieser Frage heute nach geträumt) :D
Dann hätte man ja quasi ne Retardierung.....
Wo soll da die Retardierung her kommen?
Sobald die Tabletten bearbeitet werden, geht die Retardierung partiell, teilweise oder ganz verloren.
In eine Kapsel gepackt kommt da auch keine Retardierung her, die Kapselhülle löst sich ca. nach 20 min auf.

Es gibt Versiegelungsflüssigkeit, die Kapseln magensaftresistent machen; das löst sich dann minimal später auf und auch erst im Dünndarm (wenn es gut geht, es ist sehr unsicher), aber das löst das Problem leider auch nicht.
https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ ... m5_25_2005

Hier geht es letztlich höchstens um ein paar Minuten.

Viele Grüße
Jamie
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Re: Erfahrungsbericht Lithium absetzen

Beitrag von Flummi » Dienstag, 23.01.18, 10:28

Hallo Jamie,

Ach Mensch, das ist ja alles nicht so gut.
Die Quilonium, die mein Mann nimmt, haben eben auch eine Bruchrille und Frage mich warum?

Mir macht das ein bisschen Angst, dass er die teilt und dann könnte es doch zum Anfluten des Wirkstoffes kommen, oder?
Und eine ganze absetzen, ist doch viel zu viel auf einmal....

Liebe Grüsse,
Claudia
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Re: Erfahrungsbericht Lithium absetzen

Beitrag von Gwen » Dienstag, 23.01.18, 11:14

Hallo Claudia,
Quilonum ist teilbar, das ist auch in der Packungsbeilage angegeben, dass es erlaubt ist.
Die Einzeldosis kann ½ bis 1 ½ Retardtabletten (entsprechend 6,1 bis 18,3 mmol Lithium) betragen.
https://m.apotheken-umschau.de/Medikame ... 24807.html

Der Stoff, der für die Retardierung sorgt, müsste das Eudragit sein.
Eudragit: Die verschiedenen Varianten von Eudragit sind anionische Copolymere von Methacrylsäure und Methylmethacrylat. Sie sind in Magensaft und in reinem Wasser unlöslich. In neutralen bis alkalischen Medien lösen sie sich durch Salzbildung mit Alkali auf und liefern magensaftresistente und darmsaftlösliche Überzüge. Auf diese Weise kann man Medikamente gut geschützt durch den Magen transportieren.[9]
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Methacryls%C3%A4ure
Eine Dosisreduktion während einer Langzeitbehandlung sollte in möglichst kleinen Schritten erfolgen, da bereits bei Verminderung des Lithiumspiegels im Blut um mehr als 0,2 mmol/l Rückfälle beobachtet wurden.
https://m.apotheken-umschau.de/Medikame ... 24807.html
Ich würde an eurer Stelle die Apotheke oder seinen behandenden Arzt bitten, beim Hersteller nachzufragen, inwieweit eine über die Halbierung hinausgehende Teilbarkeit gegeben ist. Da die Packungsbeilage ausdrücklich auf das Reduzieren in kleinen Schritten hinweist, sollten die da ja was zu sagen können!

Viele Grüße Gwen
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Re: Erfahrungsbericht Lithium absetzen

Beitrag von Flummi » Dienstag, 23.01.18, 11:17

Hallo Gwen,

Wow , ich bin beeindruckt. Vielen herzlichen Dank! <3

Herzliche Grüsse,
Claudia
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Re: Erfahrungsbericht Lithium absetzen

Beitrag von Flummi » Donnerstag, 25.01.18, 16:30

Hallo,
Ich schreib hier zur Info hin , was bei uns die Apothekerin gesagt hat: wenn Man es schon halbieren kann, dann kann man es auch vierteln. Man müsse nur mit dem Tablettenschneider aufpassen, dass man zwei gleich grosse Hälften hat.
Liebe Grüsse,
Claudia
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Re: Erfahrungsbericht Lithium absetzen

Beitrag von Flummi » Donnerstag, 15.02.18, 11:32

Hallo,
Ich habe eine holländische Apotheke gefunden, die anscheinend kleinere Mengen von Lithium, aber auch alle möglichen anderen PP extra zum Ausschleichen herstellt. Wie ich es verstanden habe, benötigt man ein Rezept und mir scheinen die Absetzintervalle zu kurz. Möglicherweise lässt sich das auch individualisieren. ...
Vielleicht ein Ansatz?

http://www.taperingstrip.org/prescribing-and-ordering/
->List klicken, dort das Medikament und dann den Download öffnen.

Herzliche Grüsse,
Claudia
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Re: Erfahrungsbericht Lithium absetzen

Beitrag von Flummi » Freitag, 16.02.18, 14:24

Hallo,
Ich kopiere mal hierein, was Camina beim Telefonat mit der holländischen Apotheke herausgefunden hat:

"Aber es gibt neben den vorgegebenen "tapering strips" auch sogenannte "costumized strips", das sind individuell festlegbare Reduzierungschritte, die sie einem dann auch so zuschicken können. Und dann gibt es noch die sogenannte "stabilization strips", dort könnte ich z. B. eine Monatseinheit nur für die Dosis "75 mg" (oder jede Einheit, die durch 5 mg teilbar ist) bestellen."

Liebe Grüsse und Dank an Camina,

Eure Claudia
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Re: Erfahrungsbericht Lithium absetzen

Beitrag von Gwen » Freitag, 16.02.18, 20:18

Hallo Claudia,

ich hab mir das gerade Mal angesehen und noch nicht verstanden, wo der grundsätzliche Unterschied zur deutschen Individualrezeptur (bei der der Arzt die entsprechende Dosis aufschreibt und die Apotheke dann entsprechende Kapseln herstellt) liegt. Mal abgesehen von den Tapering-Strips mit den täglich kleiner werdenden Dosen, die ja aber ziemlich schnell runter gehen im Verhältnis zum Vorgehen hier im Forum und daher schon Recht riskant sind. (Daher käme dann für das Vorgehen nach der hier empfohlenen Art sowieso nur der Stabilisierungs-Strip in Frage, oder?)

Und der Tatsache, dass man es selbst bezahlen muss (Reduktions-Strip 77€/28 Tage, Stabilisierungs-Strip mit 28 gleichen Dosen 38,50€). In Deutschland würden die Kosten bei einem normalen Rezept vom Arzt von der Krankenkasse übernommen.
Aber da wäre für mich die Frage, was das bei einer deutschen Apotheke kosten würde wenn man es selbst bezahlt, da es ja grundsätzlich auch möglich sein müsste, sich dies vom Arzt als Privatrezept verordnen zu lassen, wenn der das aus Budgetgründen sonst nicht machen will.

Wozu ich nichts gefunden habe ist die Frage, wie die das mit der Retardierung hin bekommen. Hast Du dazu Informationen?

Liebe Grüße Gwen
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Re: Erfahrungsbericht Lithium absetzen

Beitrag von Flummi » Freitag, 16.02.18, 23:08

Hallo Gwen,
Das mit der Retardierung bleibt für mich auch eine offene Frage. Das müsste man mal erfragen.
Auch bin ich unsicher, was diese Absetzschritte angeht. So richtig schön sind die nicht. Vor allem, wenn man Grad festgestellt hat, dass man auf einer gewissen Dosis erst mal bleiben möchte und man akut diese Dosis nachgeliefert brauch.
Ein Individualrezept wäre auch eine Möglichkeit. So genau hatte ich mich damit noch nicht beschäftigt. Danke für den Hinweis. Ich bin einfach davon ausgegangen, dass die -wenn die Lithium anbieten- eine Retardierung in Holland reinmachen. Wie das genau in einer deutschen Apotheke gemacht wird, weiss ich leider nicht. Mir schien der Weg recht einfach, dort etwas zu bestellen, wo der Arzt einfach seine Unterschrift drunter setzt bevor man mit dem Arzt nicht auf Absetzschritte übereinkommt. Liegt wahrscheinlich auch ein bisschen daran, wie meine Erfahrung mit Ärzten ist und in was für einer Tagesform man ist, mit dem Arzt ein Individualrezept auszuhandeln.
Ich hab vielleicht auch ein bisschen meinen Mann als Lithium -Patienten vor Augen, der sich nicht gern beim Arzt hinsetzt und mit dem etwas aushandelt....
Kannst Du etwas mehr zu den Thema Individualrezeptur sagen?

Herzliche Grüsse,
Claudia
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Re: Erfahrungsbericht Lithium absetzen

Beitrag von Jamie » Freitag, 16.02.18, 23:33

Hallo, :)

eine Retardierung in der Apotheke herzustellen ist eigentlich unmöglich.
Ich habe ja selbst eine pharmazeutische Ausbildung und unzählige Individualrezepturen hergestellt; Retardzubereitungen und magensaftresistente Zubereitungen sind hochkomplex, benötigen hunderttausend Euro oder noch teurere Spezialmaschinen und - Verfahren und können eigentlich nur industriell hergestellt werden, nicht aber in der Apotheke.

Ich frage mich, ob diese Apotheke evtl. eine Nische gefunden hat und mit einem Kleinunternehmen kooperiert, das nach Maß sowas herstellen kann? (Also auch retardiert)?

Es kommt noch hinzu, dass retard nicht gleich retard ist.
retard kann sein, dass der Wirkstoff über den Tag verteilt gleichmäßig verteilt abgegeben wird, es kann aber auch eine Spezialzubereitung sein, wo zu Beginn eine größere Menge Stoff abgegeben wird und dann verlangsamt sich die Freigabe. Andersrum gehts auch.
Da gibt es diverse Möglichkeiten.

Grüße
die Rezepturmaus Jamie
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Re: Erfahrungsbericht Lithium absetzen

Beitrag von Camina » Samstag, 17.02.18, 12:08

Hallo zusammen,

ich hatte ja bei der Apotheke in Holland angerufen. Ich hatte mich jetzt erstmal speziell für Bupropion informiert. Nehme zwar auch Lithium, aber das käme dann erst in einem nächsten Schritt dran mit Reduzieren. Ich hatte ihn gefragt, wie es denn mit der Retardierung von Bupropion sei und er sagte, es sei nicht retardiert. Er sagte, dass aufgrund der langen Halbwertszeit von Bupropion (etwa 20 Stunden, also die Zeit die es braucht, um im Körper abgebaut zu werden, nach meinem Laienwissen) eine Retardierug eigentlich nicht notwendig sei. Ob das jetzt so richtig ist weiß ich nicht, da kenn ich mich einfach zu wenig aus. Er sagte, es hänge eher mit Geld zusammen (dass so ein retardiertes Medikament nicht so leicht von anderen Herstellern zu kopieren sei oder so etwas Ähnliches - aber ganz ehrlich, das habe ich nicht richtig verstanden, was er da gesagt hat). In kleineren Dosen mit Bupropion würde ich mir da nicht so Sorgen machen. Was eine Retardierung von Lithium betrifft habe ich nicht nachgefragt.

@ Gwen: Das mit der indivuellen Rezeptur in Deutschland kannte ich nicht. Weißt Du, wie das genau funktioniert? Ich gehe zu meinem Arzt und er stellt mir ein Rezept für eine bestimmte Menge einer bestimmten Dosis eines Medikaments aus? Also z. B. für 25 mg Bupropion? Und damit gehe ich zur Apotheke? Mir ist nicht ganz klar, wie das funktionieren soll, wenn es Bupropion doch in Deutschland nur retardiert gibt. Dann kann die Apotheke es ja nicht teilen? Oder bestellen die es irgendwo? (Sorry, dass ich jetzt mit Bupropion im Lithium-Thread beginne - mich interessiert das für Lithium genauso!).

Der holländische Apotheker meinte zu mir, in Holland gäbe es Bupropion auch in kleinen Dosen. Das besondere an der Apotheke in Holland erscheinen mir diese "tapering strips", extra zum Runterdosieren - allerdings wie schon mehrfach gesagt wurde, scheinen auch mir die Schritte zu schnell. Aber bei diesen "costumized strips" könnte man einen individuellen Schritt angeben. Wenn ich persönlich in einem ersten Schritt z. B. von 450 mg Lithium auf 400 mg heruntergehen will in einem Monat, dann könnte ich mir das dort so anfertigen lassen (so jedenfalls verstehe ich es). Ich vermute ehrlich gesagt, dass das dann auch nicht retardiert ist und frage mich, ob das ein Problem ist. Allerdings steht dort auch, dass es teilweise mehrere Dosen pro Tag sind, die man nimmt, je nach Gesamtdosis. Ich glaube, man könnte das schon auf sich individuell zuschneiden. Denn nachdem man einen Monat um z. B. 50 mg reduziert hat, könnte man ja für z. B. 3 Monate auf dieser Dosis bleiben (und sich die dann entweder von einer deutschen oder der holländischen Apotheke herstellen lassen).

Ich versuche am Monatg mal bei meiner Krankenkasse herauszufinden, ob sie die Kosten für die Geschichte in Holland übernehmen. Denn es ist schon recht teuer, wenn man es selbst bezahlen muss.

Auf der Webseite steht:

In most countries the expenses of the medication in the tapering strips™ are covered by health insurance


Liebe Grüße
Camina
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JamieFlummi
Symptome: Diagnose:[redizivierende Depression, mit mittelschweren und zuletzt schweren Episoden/b]
Medikation: Quilonum retard 450 mg, seit Juli 2014, Spiegel bei etwa 0,45, und Buproprion 150 mg, seit Mai/Juni 2014

seit etwa 10-12 Jahren Einnahme verschiedener Medikamente: Citalopram (ca 1-2 Jahre), Escitalopram (nur kurz, keine Wirkung), Sertralin (ca 1-2 Jahre), Amitriptylin (beim Einschleichen wegen NW abgesetzt), Cymbalta (beim Einschleichen wegen NW abgesetzt), Venlafaxin (beim Einschleichen wegen NW abgesetzt), Trimipramin (in Tropfenform zum Schlafen)


Absetzverlauf Buproprion 150 mg

seit Anfang Dezember 2017 bis 31.12.2017: alle zwei Tage eingenommen

ab 01.01.2018 ganz weggelassen (da retardiert und nicht teilbar)

Nach einigen Tagen fühle ich eine starke Müdigkeit und Benommenheit, die etwa 2 Wochen anhält. Ich habe große Probleme, morgens aus dem Bett zu kommen.

nach ca 2 Wochen (ab ca 15.01.) nimmt die Müdigkeit ab, mir geht es besser

paralell Reduzierversuch Quilonum retard 450 mg

seit 3. Januar 2018 Tablette halbiert, reduziere Dosis auf 225 g

Da ich 3 Tage vorher das Bupropion weggelassen habe, kann ich keine Absetzerscheinungen oder Beeinträchtigungen identifizieren.

Ab dem 20.1. geht es mir zunehmend schlechter, eine Woche kämpfe ich mit ziemlich starken depressiven Symptomen. Ich bin sehr verunsichert, weil ich das aus den letzten 3 Jahren nicht mehr kenne und führe es auf das Reduzieren der Medikamente zurück. Allerdings weiß ich natürlich nicht, ob es wegen der Reduzierung von Lithium oder dem Weglassen von Bupropion ist. Ich bin so verunsichert, dass ich ab dem 22.1. zunächst Lithium wieder in der normalen Dosierung nehme.

Ab 29.01. nehme ich Bupropion alle 2 Tage im Verlauf von 4 Tagen wieder (also 2 Mal). Habe zu dem Zeitpunkt aus Verzweiflung über meinen Rückfall vor, die Medikamente wieder wie gehabt zu nehmen. Unter der erneuten Einnahme von Bupropion bilde ich mir ein, dass meine Stimmung besser ist, aber gleichzeitg beeinträchtigen mich die Symptome des Wiedereinschleichens (Aufgeputschtsein, Schlaflosigkeit). Habe einen Termin beim Psychiater, er rät eher zur Weiternahme der Medikamente.

Ich beschließe trotzdem, das Bupropion erstmal wieder wegzulassen und dem Reduzieren meiner Medikamente eine Chance zu geben.

Nach erneutem Weglassen von Bupropion ab 1.02: starke Symptome von Benommenheit
ab 08.02: weniger Benommenheit, dafür mehr Gefühle von Niedergeschlagenheit, Grübeln
Update 15.02.18: habe sehr mit depressiven Gefühlen zu kämpfen und im Hintergrund fühle ich meist eine leichte Müdigkeit

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Re: Erfahrungsbericht Lithium absetzen

Beitrag von Jamie » Samstag, 17.02.18, 15:34

Hallo Camina, :)

ich weiß nicht ob du meinen Beitrag gelesen hast (der steht über deinem letzten), aber da habe ich erklärt, dass das so nicht funktionieren wird.

Es gibt in Deutschland die Möglichkeit sich mit einem ärztlichen Rezept Kapseln in jeder gewünschten Stärke in der Apotheke herstellen zu lassen, aber dabei kann man keine Retardzubereitung machen.

Man könnte dir zB Bupropionkapseln zu 8mg herstellen (willkürlich gewählte Zahl), aber dabei würde die Retardierung verloren gehen (man nimmt als Ausgangstoff Bupropiontabletten und zermörsert sie; durch das Zermörsern wird die Retardwirkung aufgehoben).
Warum man die nicht in der Apotheke retardieren kann, habe ich oben erklärt.

Danke für deine Recherche. Sie ist wichtig.
Er sagte, dass aufgrund der langen Halbwertszeit von Bupropion (etwa 20 Stunden, also die Zeit die es braucht, um im Körper abgebaut zu werden, nach meinem Laienwissen) eine Retardierug eigentlich nicht notwendig sei
Das möchte ich anzweifeln. Ich glaube da irrt der Mann. Die HWZ ist eine Sache, problematisch beim Bupropion (und Lithium) ist, dass durch das schnelle Anfluten toxische Spitzen erreicht werden können und gerade bei Bupropion wurde beobachtet, dass das zu möglicherweise schwerwiegenden zerebralen Krampfanfällen führen kann.
HWZ ist keine Erklärung, dass dadurch das rasche Anfluten weniger gefährlich würde.
Deswegen ist Bupropion retardiert.

Hier habe ich auch noch mal auf ein Video verlinkt, wo in 3min gezeigt wird, wie man in der Apotheke Kapseln herstellt
viewtopic.php?f=18&t=9501&p=107361&hilit

Und hier noch mal generelle Infos zur Individualrezeptur:
viewtopic.php?f=19&t=1030


LG Jamie :)
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Re: Erfahrungsbericht Lithium absetzen

Beitrag von Tabin » Donnerstag, 15.03.18, 23:11

Hallo zusammen,

ich dachte mir, dass es vielleicht auch noch interessant wäre davon zu berichten, ob ich nach dem erfolgreichen Absetzen von Lithium stabil geblieben bin. Da es ja viele Studien darüber gibt, dass es in den ersten ein, zwei Jahren nach dem Absetzen häufiger zu Rückfällen kommen kann.

Ich bin weiterhin stabil, hatte in der Zwischenzeit keine Rückfälle und komme somit seit einem Jahr und acht Monaten gut ohne Psychopharmaka aus.

Ich denke, dass das sehr langsame Ausschleichen über 2 Jahre hinweg sehr wichtig war, wie auch meine damalige Psychotherapie, um das Lithium ohne Rückfälle absetzen zu können. :)
LG Tabin
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Erfahrungen mit

Lithium (Quilonum retard 450).
Amitriptylin (Saroten), Doxepin (Aponal), Trimipramin (Stangyl), Mirtazapin (Remergil), Paroxetin (Seroxat).
Atosil (Prometazin), Truxal (Chlorprotixen), Solian (Amisulprid), Zyprexa (Olanzapin).
Tavor (Lorazepam).
:whistle:

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