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Kardiologin Christy Huff über Benzodiazepin-Abhängigkeit und Entzug

Sammlung von Erfahrungsberichten mit Psychopharmaka.
Kaenguru
Teamunterstützung
Beiträge: 2963
Registriert: 05.04.2018 17:58

Re: Kardiologin Christy Huff über Benzodiazepin-Abhängigkeit und Entzug

Beitrag von Kaenguru »

Liebe Finchen :) , liebe alle :)
FineFinchen hat geschrieben:
21.04.2020 09:24
Hallo,

vielen Dank fürs Einstellen, Murmeline

Hier ist die Übersetzung:
Vielen Dank für die Übersetzung.

Der Text ist für mich sehr wertvoll.

Er zeigt mir auf, dass ich nicht erwarten kann, dass meine Energie und Leistungsfähigkeit auf höchstem Niveau sind.

Den Fehler habe ich in der letzten Zeit auf Grund einer privaten sehr stressigen Situation gemacht. Wie Christy schreibt, könnte ich mich jetzt anschließend tagelang ins Bett legen.

Ich erkenne mich in ihr wieder, z.B. dass ich einen halben Tag meinen Alltgspflichten nachgehen kann und dann wäre dringend Ruhe angezeigt.

Jetzt sehe ich, dass ich mir die gönnen darf und muss, damit ich nicht abstürze. Dennoch ist es ein Segen ohne quälende Zwischenentzüge zu leben.
In denen war ich nämlich überhaupt nicht belastbar und der Griff zum nächsten Benzoportion nur logisch. Was für ein Segen, dass ich die Kraft hatte die Dosis nicht zu erhöhen.

Rückblickend war die Zeit der Einnahme eigentlich nur schrecklich. Die zu Anfang empfundene Erleichterung verkehrt sich rasch ins Gegenteil.

Mir geht es jetzt besser, aber ich muss auf mich achtgeben.
Im mittleren Alter gelingt einem diese aber sicher besser, als wenn man noch ganz jung ist.

Die radikale Akzeptanz der Situation ist auch wesentlich für eine verbesserte Lebensqualität.
Mit dem Schicksal zu hadern bindet viel Energie, die man stattdessen in die Ermittlung von Ressourcen, Erwerb von Skills, Durchführung einer Therapie oder ähnliches stecken könnte.

Viele Grüße
Sarah
[spoil]

Ca ab 2013 regelmässige Einnahme von Alprazolam (0,25 -0,375 mg) aufgrund schwieriger Lebensumstände . Ich wusste um die Abhängigkeit und habe nicht die Dosis erhöht.
Ab Nov 2017 konstante Dosis von 0,25 mg Alprazolam
8.1. 2018 1/4 davon reduziert
19.1.2018 weiteres 1/4 somit nun 0,125 mg
7.2.2018 Wechsel auf 2,5 mg Diazepam
wegen Schwierigkeit mit der Müdigkeit Versuch alles wegzulassen, nach 7 Tagen wieder eindosiert. Hatte Entzugsprobleme und Angst zu schnell zu sein.
13.3.2018 auf 2 mg Diazepam
3.4.2018 auf 1,5 mg Diazepam
10.4.2018 auf 1,25 mg Diazepam (geschätzt)
17.4.2018 auf 1,0 mg Diazepam
28.4.2018 auf 1,36 mg Diazepam erhöht
12.5.18 auf 1,22 mg Diazepam reduziert
Seit 2.6. auf 1,08 mg (2 Tage)
Seit 4.6. auf 1,22 mg (2 Tage)
Seit 6.6. auf 1,08 mg ( 5 Tage)
Seit 12.6. auf 1,15 mg wegen schweren Depressionen
6.7. und 7.7. Umstellung auf Alprazolam

8.7.18 0,0625 mg Alprazolam
11.7.18 : 0,05 mg Alprazolam
4.8.18 0,045 mg Alprazolam
5.8.18 0,040 mg Alprazolam
Zwischenentzüge anstrengend, Alprazolam hat Nebenwirkungen

6.8.18 0,0000000!!!!

6.4.19 Beginn Reduzierung Lamotrigin wegen NW
15 % weniger 170 mg
17.4. auf 150 mg
23.4. Zurück auf 170 mg starke Entzugssymptome
27.4. Zurück auf 180 mg (langsam ist besser)
7.5. zurück auf 200 mg Zwischenentzüge am Tag

Ich nehme Vitamin D 2000iE (manchmal)
Ferritin -Infusion 5x
- 29.11.18 - 1.4.2019

Regelmäßige Einnahme :
Sertralin 100 mg
Bupropion 300 mg
Lamotrigin 150 mg in Reduktion siehe oben [/spoil]
Seit 6.8.2018 Alprazolam auf Null
Werde bald anfangen Lamotrigin abzusetzen
HIT !

FineFinchen
Beiträge: 2665
Registriert: 08.04.2015 17:34

Re: Kardiologin Christy Huff über Benzodiazepin-Abhängigkeit und Entzug

Beitrag von FineFinchen »

Kaenguru hat geschrieben:
21.04.2020 10:06

Mit dem Schicksal zu hadern bindet viel Energie, die man stattdessen in die Ermittlung von Ressourcen, Erwerb von Skills, Durchführung einer Therapie oder ähnliches stecken könnte.

Viele Grüße
Sarah
Liebe Sarah, :hug:

ich glaube, darin liegt ein ganz wichtiger Schlüssel für Verbesserungen: die eigenen, wenn auch spärlich vorhandenen, Energien so für sich einzusetzen, dass sie sich (langfristig) positiv auswirken. Zumindest war das mein Erleben.

Mal ganz profan:
Direkt nach 0 war ich körperlich und seelisch absolut erschöpft. Ich habe dennoch jeden Tag eine Kleinigkeit erledigt: sei es ein winziger Spaziergang, eine Mahlzeit gekocht (nichts aufwändiges), irgendetwas aufgeräumt, eine Meditation gemacht, Skills trainiert etc. Und darauf war ich unglaublich stolz! Ich hatte etwas hinbekommen, trotz meiner abgrundtiefen Erschöpfung oder den Schmerzen im ganzen Körper. :-)
Für mich war das ein Erfolgserlebnis - eine winzige Kleinigkeit, aus der ich Kraft geschöpft habe. Ich habe gesehen, ich kann das, ich schaffe das und es war mir völlig "wurscht", ob das nun Minischritte waren oder nicht. Es waren für mich einfach Schritte in die richtige Richtung. :-)

Auf ein Erfolgserlebnis folgten zwei, dann drei und so weiter. Und irgendwann "wuppte" ich dann immer mehr. Klar gab es noch Symptome, aber die habe ich, getragen von meinem gut gefütterten Selbstwertgefühl, dann einfach mal "überschwebt" :wink:

Liebe Grüße
Finchen
[spoil]PPs: Lyrica, Trimipramin, Mirtazapin / Benzodiazepin: Alprazolam. Seit 2016 medikamentenfrei und alltagskompatibel :-) [/spoil]

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