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Forum-Umfrage zum Verschreibungsgrund für Psychopharmaka

Verfasst: 15.10.2020 14:13
von Straycat
 ! Nachricht von: Oliver
Bitte hier wirklich nur schreiben, wenn ihr die Fragen beantworten wollt. Fragen oder Diskussionen dazu bitte in anderen Threads. Danke :hug:
Liebe Foris,

Uns würde interessieren, was die "Ausgangsproblematik" war, aufgrund derer euch ein Arzt die Psychopharmaka erstmals verschrieben hat. Deshalb wollen wir hier gerne eine kleine Umfrage starten.

Da die Umfragen hier nur insgesamt 6 Antwortmöglichkeiten zulassen, sind einzelne Gruppen zusammengefasst. Wenn es einen anderen Grund zur Verschreibung gibt, könnt ihr den auch gerne noch als Antwort im Thread schreiben oder ergänzen/erläutern, was bei euch als "Grundproblematik" identifiziert wurde. Außerdem wäre es hilfreich, wenn ihr auch noch folgende Fragen in eurem Beitrag beantwortet:
  • Bist Du männlich oder weiblich oder divers?
  • Wie lange hast Du schon einen Leidensdruck gehabt, wegen dem Du zum Arzt gegangen bist?
  • Wie lang war(en) die Untersuchung(en) / das Gespräch, das zur Verschreibung geführt hat?
  • Wurden vorher körperliche Ursachen abgeklärt, bevor es zu einer psychiatrischen Diagnose kam?
  • Wie wurdest Du über Deine Diagnose informiert (also z.B.: "Sie leiden unter Depressionen")
  • Wurdest Du über Alternativen (Therapie) und Risiken aufgeklärt?
Vielen Dank für eure Teilnahme! :group:
Das Team des ADFD

Re: Forum-Umfrage zum Verschreibungsgrund für Psychopharmaka

Verfasst: 15.10.2020 14:16
von Straycat
Hallo ihr,

dann beginne ich auch gleich mal mit der Beantwortung der anderen Fragen:

Verschreibungsgrund war bei mir eine unipolare Depression mittleren Grades. Später kamen noch weitere Diagnosen hinzu.

Bist Du männlich oder weiblich? - Ich bin weiblich.
Wie lange hast Du schon einen Leidensdruck gehabt, wegen dem Du zum Arzt gegangen bist? - ca. 4 Jahre.
Wie lang war(en) die Untersuchung(en) / das Gespräch, das zur Verschreibung geführt hat? - 5 Minuten, keine Untersuchung, nur ein paar Fragen.
Wurden vorher körperliche Ursachen abgeklärt, bevor es zu einer psychiatrischen Diagnose kam? - nein
Wie wurdest Du über Deine Diagnose informiert (also z.B.: "Sie leiden unter Depressionen") - ja
Wurdest Du über Alternativen (Therapie) und Risiken aufgeklärt? - nein, es wurde nur einmalig empfohlen, ich solle parallel zur AD-Einnahme auch einen Psychotherapeuten aufsuchen, wenn ich will


Liebe Grüße,
Cat

Re: Forum-Umfrage zum Verschreibungsgrund für Psychopharmaka

Verfasst: 15.10.2020 16:55
von basic searcher
Bist Du männlich oder weiblich?
weiblich

Wie lange hast Du schon einen Leidensdruck gehabt, wegen dem Du zum Arzt gegangen bist?
In dieser Form -nicht mehr bewegen können, permanent weinen- erst seit ca. 1/2 Jahr

Wie lang war(en) die Untersuchung(en) / das Gespräch, das zur Verschreibung geführt hat?
Mein HA sagte das meine "Seele" erschöpft sei... nachdem ich das empört verneint habe, Überweisung zum Neurologen/Psychiater. Von diesem hatte ich innerhalb 5 Minuten Rezept - inkl. allem.

Wurden vorher körperliche Ursachen abgeklärt, bevor es zu einer psychiatrischen Diagnose kam? Nein!!

Wie wurdest Du über Deine Diagnose informiert (also z.B.: "Sie leiden unter Depressionen")
"Das sind Depressionen, nehmen Sie jetzt mal das Medikament!"

Wurdest Du über Alternativen (Therapie) und Risiken aufgeklärt?
Nein! .... weder, noch! Deshalb hab ich, auf Anraten der Neurologin/Psych. das Mirtazapin nach ca. 1 Jahr kalt wieder abgesetzt.... der Beginn der PP-Karriere...

Wenn ich heute drüber nachdenke, nicht einmal eine Therapieempfehlung..

LG basic-searcher

Re: Forum-Umfrage zum Verschreibungsgrund für Psychopharmaka

Verfasst: 15.10.2020 17:13
von Levande
Bist Du männlich oder weiblich?
Weiblich

Wie lange hast Du schon einen Leidensdruck gehabt, wegen dem Du zum Arzt gegangen bist?
15 Jahre, davon die letzten 2 mit Psychotherapie. Psychotherapeutin riet mir von Medikamenten ab, hatte keine anderen Idden. Ich konnte mich allein nicht mehr versorgen.

Wie lang war(en) die Untersuchung(en) / das Gespräch, das zur Verschreibung geführt hat?
1,5 h.

Wurden vorher körperliche Ursachen abgeklärt, bevor es zu einer psychiatrischen Diagnose kam? Ja

Wie wurdest Du über Deine Diagnose informiert (also z.B.: "Sie leiden unter Depressionen")?Er hat mir ganz vorsichtig nach einer Stunde zwei Diagnosen genannt und mir für jede Diagnose 2 Bücher empfohlen. Eines jeweils von einem Erfahrenen und ein ganzheitliches Imformationsbuch. Beim nächsten Termin wurde ich gefragt, wie es mir mit den Diagnosen geht und ob es mit meiner Wahrnehmung übereinstimmt. Das stimmte.

Wurdest Du über Alternativen (Therapie) und Risiken aufgeklärt? Risiken ja, so weit man sie Ende der 90ger kannte. Alternativen hatte ich schon durch, hat er aber alle die er kannte nachgefragt.

LG Levande

Re: Forum-Umfrage zum Verschreibungsgrund für Psychopharmaka

Verfasst: 15.10.2020 17:34
von Danci82
Hallo zusammen,

Verschreibungsgrund: Starke Panik und Angst Störungen, Depersonalisation/Derealisation

Bist Du männlich oder weiblich? Männlich

Wie lange hast Du schon einen Leidensdruck gehabt, wegen dem Du zum Arzt gegangen bist? Zum Ersten mal mit 10J. 1992 beim Kinderpsycholgoen
mit 17J erstmals beim Psychiater 1999

Wie lang war(en) die Untersuchung(en) / das Gespräch, das zur Verschreibung geführt hat? Ca. 30Min begleitet durch meinen Vater wegen Minderjährigkeit bei Medikamenten Verschreibung, Fluctin 20mg bekommen

Wurden vorher körperliche Ursachen abgeklärt, bevor es zu einer psychiatrischen Diagnose kam? Nur mal ein EKG und eine Routine Blutabnahme

Wie wurdest Du über Deine Diagnose informiert (also z.B.: "Sie leiden unter Depressionen"). Ja, ich würde unter Trauma und Angststörung leiden (keine Depression)

Wurdest Du über Alternativen (Therapie) und Risiken aufgeklärt? Nur über die anfänglichen Nebenwirkungen welche absolut nicht schlimm sein würden, es wurde nicht über Absetzrisiken gesprochen. Empfehlung zur weiterer Psychotherapie für Jugendliche

Info: In den ganzen Jahren kam kein Psychiater oder Arzt auf die Idee das Fluctin mal abzusetzen, also startete ich den Versuch mal alleine da es mir ja wieder gut ging, aber ohne Vorkenntnisse und ohne Ärztlicher Unterstützung, Google, Internet usw... um ein Leben ohne Psychopharmaka zu versuchen, nach ca 3 Monaten kam die Ernüchterung es wurde schlimmer als vor der Medikation
also wieder einnehmen und 3-4 Wochen quälen bis es wieder wirkte! Alles wurde natürlich auf die Wiederkehr der Krankheit geschoben usw...im laufe der Jahre wurde es schlimmer und man verschrieb mir 2005 das definitiv stärkere Paroxetin 20mg welches noch mehr dämpfte, später folgten 2 gescheiterte Absetzversuche , und irgendwann findet man sich damit ab und kriegt zu hören es ist wie mit Diabetes bla bla... 🤮 der weitere Verlauf ist in der Signatur zu lesen ! Danke das ich das loswerden durfte!

Re: Forum-Umfrage zum Verschreibungsgrund für Psychopharmaka

Verfasst: 15.10.2020 17:38
von Petunia
Bist Du männlich oder weiblich?
Weiblich

Wie lange hast Du schon einen Leidensdruck gehabt, wegen dem Du zum Arzt gegangen bist?
Panikattacken hatte ich schon über 10 Jahre immer wieder gehabt.

Wie lang war(en) die Untersuchung(en) / das Gespräch, das zur Verschreibung geführt hat?
20 Minuten. Das war 2002

Wurden vorher körperliche Ursachen abgeklärt, bevor es zu einer psychiatrischen Diagnose kam? Nein

Wie wurdest Du über Deine Diagnose informiert (also z.B.: "Sie leiden unter Depressionen")?
Mir wurde gesagt, ich hätte eine Angststörung.

Wurdest Du über Alternativen (Therapie) und Risiken aufgeklärt? Risiken nein, im Gegenteil. Gleichzeitige Psychotherapie wurde empfohlen

Liebe Grüße
Beate

Re: Forum-Umfrage zum Verschreibungsgrund für Psychopharmaka

Verfasst: 15.10.2020 17:53
von Sabs
Liebes Forum,
Da unterstütze ich doch gerne mit meinen Antworten:

Meine Diagnose war mittelgradige endogene Depression, und Persönlichkeitsstörungs-Tendenz Typ Borderline.

Bist Du männlich oder weiblich? Weiblich

Wie lange hast Du schon einen Leidensdruck gehabt, wegen dem Du zum Arzt gegangen bist? Nur einige Wochen.

Wie lang war(en) die Untersuchung(en) / das Gespräch, das zur Verschreibung geführt hat?
Max eine Stunde.

Wurden vorher körperliche Ursachen abgeklärt, bevor es zu einer psychiatrischen Diagnose kam?
Ja. Es wurde ein EEG beim Neurologen und Blutbild u.Ä beim Hausarzt gemacht.
Wie wurdest Du über Deine Diagnose informiert (also z.B.: "Sie leiden unter Depressionen")
So in etwa. Nicht wirklich ausführlich.

Wurdest Du über Alternativen (Therapie) und Risiken aufgeklärt?
Leider nein! Mir wurde zusätzlich ein Rezept für Psychotherapie ausgestellt.

Re: Forum-Umfrage zum Verschreibungsgrund für Psychopharmaka

Verfasst: 15.10.2020 18:11
von Rosenrot
Bist Du männlich oder weiblich? weiblich

ERSTE VERORNUNG 2012

Wie lange hast Du schon einen Leidensdruck gehabt, wegen dem Du zum Arzt gegangen bist?
Mir wurden 6 Jahre lang AD's zur Behandlung einer Panikstörung angeboten. Ich habe immer abgelehnt und mich statt dessen mit Tavor durchgehangelt. Nach 6 Jahren kam ich in die Toleranz und habe mich daraufhin auf die psychosomatische Station einweisen lassen.

Wie lang war(en) die Untersuchung(en) / das Gespräch, das zur Verschreibung geführt hat? 15 min

Wurden vorher körperliche Ursachen abgeklärt, bevor es zu einer psychiatrischen Diagnose kam? Ich glaube, ja

Wie wurdest Du über Deine Diagnose informiert (also z.B.: "Sie leiden unter Depressionen")
Ich habe die richtige Diagnose "Panikstörung" mitgebracht. Nach mehreren Notarzteinsätzen und Arztgesprächen wusste ich das bereits.

Wurdest Du über Alternativen (Therapie) und Risiken aufgeklärt?
Nein, aber in der Klinik bekam ich parallel eine sehr gute Verhaltenstherapie

ZWEITE VERORDNUNG 2017

Wie lange hast Du schon einen Leidensdruck gehabt, wegen dem Du zum Arzt gegangen bist?
Kam als Notfall ins Krankenhaus, weil ich mich nicht aus meinem Bett befreien konnte.
Verdacht auf erneuten Schlaganfall.


Wie lang war(en) die Untersuchung(en) / das Gespräch, das zur Verschreibung geführt hat? 5 bis 10 min

Wurden vorher körperliche Ursachen abgeklärt, bevor es zu einer psychiatrischen Diagnose kam? ja

Wie wurdest Du über Deine Diagnose informiert (also z.B.: "Sie leiden unter Depressionen")
Es wurde fälschlichweise "Depression" diagnostiziert. Wenn überhaupt, wäre "Panikstörung" die Grunderkrankung gewesen. Tatsächlich handelte es sich um ein Absetzsyndrom.

Wurdest Du über Alternativen (Therapie) und Risiken aufgeklärt?
Nein. Ich hatte zu 5 mg Escitalopram mein Einverständnis gegeben (wusste ja nichts vom Absetzsyndrom) und habe nicht gemerkt, dass die Dosis auf 10 mg erhöht wurde. Das hat mein Leben zerstört.

DANKE FÜR DAS INTERESSE UND DIESE INITIATIVE!

Re: Forum-Umfrage zum Verschreibungsgrund für Psychopharmaka

Verfasst: 15.10.2020 18:15
von Oliver
Hallo,

Mir wurde zwar einiges diagnostiziert, aber ich habe "Krise" angeklickt. Die Diagnosen waren "technisch" (laut ICD-10) auch nicht vollkommen verkehrt, aber da es sich ja bei allen psychiatrischen Diagnosen um rein symptomatische Diagnosen handelt, lehne ich dieses Konzept mittlerweile aus verschiedensten Gründen für mich grundsätzlich ab. Ich war nicht "psychisch krank" oder litt unter einer psychischen Störung, auch wenn das offiziell so gelabelt wird, wenn man beim Arzt bestimmte Symptome beschreibt. Ich steckte damals in einer schweren Lebenskrise und da gab es auch sehr gute Gründe für. Ich ließ mir, aufgrund von aus heutiger Sicht falschen Schlussfolgerungen, aus eigener Initiative prophylaktisch ein SSRI (Paroxetin) verschreiben, um zu vermeiden, dass ich in weitere depressive Phasen reinschlittere. Das ging zwar pharmazeutisch gesehen, schwer nach hinten los, aber der Effekt war schließlich doch, dass ich seitdem (also nun seit fast 20 Jahre), nie wieder in einer solch schlimmen depressiven Phase war, wie ich sie bis dahin über einige Jahre regelmäßig hatte, obwohl ich Paroxetin nur sehr kurz genommen habe und danach auch nie mehr andere Psychopharmaka.

Nun zu den Fragen:

Bist Du männlich oder weiblich? Männlich

Wie lange hast Du schon einen Leidensdruck gehabt, wegen dem Du zum Arzt gegangen bist? Ca. 2 Jahre (aber nicht konstant, mehrere schwer depressive Phasen, die sich über ca. 2-3 Monate zogen)

Wie lang war(en) die Untersuchung(en) / das Gespräch, das zur Verschreibung geführt hat?

Die ursprüngliche Diagnose (depressive Episode stand da glaub ich auf dem Überweisungsschein zum Therapeuten) war nich länger als eine Viertelstunde, bei einem Arzt, bei dem ich vorher noch nie war (der Familienhausarzt meiner damaligen Freundin). Er erwähnte Medikamente und Therapie als Optionen und ich wählte erstmal die Therapie. Die Verschreibung kam dann ein Jahr später, weil ich mich belesen hatte und selber zu dem Schluss gekommen war, dass ich wohl eine "biologisch bedingte" saisonale Depression hatte. Ich habe das mit meinem Therapeuten besprochen und er meinte, dass das schon sein könnte und überwies mich zu einem Neurologen. Dem erzählte ich dann meine Selbstdiagnose und auch, dass ich viel gutes über SSRI gelesen hatte und dass ich mir erhoffte, dass ich dadurch eine gewisse Stabilität schaffen könnte, die es mir ermöglicht, mein Studium abzuschließen und wieder ein irgendwie geartetes normales Leben zu führen. Er verschrieb mir daraufhin SSRI. Ich bin also selber schuld :)

Wurden vorher körperliche Ursachen abgeklärt, bevor es zu einer psychiatrischen Diagnose kam? Blutuntersuchungen wurden glaube ich gemacht, aber das war's.

Wie wurdest Du über Deine Diagnose informiert (also z.B.: "Sie leiden unter Depressionen")?

Der Hausarzt meiner Freundin, meinte: "Sie haben wohl gerade eine depressive Episode"

Wurdest Du über Alternativen (Therapie) und Risiken aufgeklärt? Ja. Therapie und Medikamente wurden gemeinsam erwähnt, aber ich kann mich nicht mehr erinnern, mit welcher Priorisierung. Ich habe zu dem Zeitpunkt Medikamente aber zunächst kategorisch abgelehnt, da ich mich damals noch nicht in das Thema eingelesen hatte und dachte, dass man Psychokram halt "wegredet" in einer Gesprächstherapie. Erst danach habe ich mich belesen und bin rückblickend auf irreführende Informationen reingefallen, welche "moderne Antidepressiva", als ganz sichere und ganz toll erforschte Medikamente darstellten, die gezielt eine "Stoffwechselstörung im Gehirn" behandelten.

lg
Oliver

Re: Forum-Umfrage zum Verschreibungsgrund für Psychopharmaka

Verfasst: 15.10.2020 18:35
von Blumenwiese
Hallo,

* weiblich

* Der Leidensdruck bestand schon sehr viele Jahre in Form von Eigengefährdung und die Sorge um Fremdgefährdung. Ich war dann ein halbes Jahr in psychotherapeutischer Behandlung. Dadurch verschlimmerte sich die Depression bis hin zu einer sehr schweren depressiven Episode. Meine Therapeutin und ich hatten dann gleichzeitig die Idee gehabt, dass ich ein Medikament nehmen sollte.

* Die Psychiaterin arbeitete eng mit meiner Therapeutin zusammen in Form von Supervision. Das Gespräch mit der Psychiaterin dauerte immer 1 Stunde, wenn ich bei ihr war.

* Ich erinnere mich an keine körperlichen Untersuchungen.

* Diagnosen bekam ich von der Therapeutin nach 2-3 Jahren Therapie erstmalig.

* Ich wurde weder über Alternativen noch Risiken des Medikaments aufgeklärt.

Re: Forum-Umfrage zum Verschreibungsgrund für Psychopharmaka

Verfasst: 15.10.2020 18:41
von Domurat
Hallo,

Bist du männlich oder weiblich: Ich bin männlich.

Wie lange hattest du schon einen Leidensdruck gehabt? Damals hatte ich schon 6 Jahre Depressionen gehabt. Im Oktober 1981hatte ich einen Nervenzusammenbruch.

Wie lange dauerte die Untersuchung/das Gespräch, das zur Verschreibung geführt hat?
Die Untersuchung dauerte nach meiner Erinnerung ca. eine halbe Stunde.

Wurden vorher körperliche Ursachen abgeklärt: Es wurde auch ein EEG gemacht. Es wurden regelmäßig das Blut untersucht (Leberwerte).

Informiert wurde ich über die Diagnose überhaupt nicht. Das habe ich später auf einer Überweisung gesehen. Über Alternativen wurde ich nicht aufgeklärt. Ich bekam nur Medikamente.

Viele Grüße
Domurat

Re: Forum-Umfrage zum Verschreibungsgrund für Psychopharmaka

Verfasst: 15.10.2020 19:28
von Maria__
Guten Abend,

Bist Du männlich oder weiblich? weiblich

Wie lange hast Du schon einen Leidensdruck gehabt, wegen dem Du zum Arzt gegangen bist? ca. 3 Monate

Wie lang war(en) die Untersuchung(en) / das Gespräch, das zur Verschreibung geführt hat? 10 Minuten

Wurden vorher körperliche Ursachen abgeklärt, bevor es zu einer psychiatrischen Diagnose kam? Nein

Wie wurdest Du über Deine Diagnose informiert (also z.B.: "Sie leiden unter Depressionen"): Genau so, "Sie haben eine Angststörung..."

Wurdest Du über Alternativen (Therapie) und Risiken aufgeklärt? Eine ambulante Psychotherapie habe ich derzeit schon gemacht; was die Risiken betraf wurde mir gesagt: "Diese Tabletten sind gut verträglich, machen nicht abhängig und verändern auch nicht Ihre Persönlichkeit"....

Alles Liebe
Maria

Re: Forum-Umfrage zum Verschreibungsgrund für Psychopharmaka

Verfasst: 15.10.2020 21:53
von Chahoua
Hallo,

ich schließe mich mal an:

Bist Du männlich oder weiblich?
weiblich

Wie lange hast Du schon einen Leidensdruck gehabt, wegen dem Du zum Arzt gegangen bist?
seit ca. 15 Jahren

Wie lang war(en) die Untersuchung(en) / das Gespräch, das zur Verschreibung geführt hat?
Das war das erste Gespräch mit meinem Psychiater. Es hat 10 Minuten ungefähr gedauert.
Dazu hat mir mein Psychologe geraten und gemeint, es wäre sinnvoll das ganze mit Medikamenten zu unterstützen.

Wurden vorher körperliche Ursachen abgeklärt, bevor es zu einer psychiatrischen Diagnose kam?
Ja: Blutbild

Wie wurdest Du über Deine Diagnose informiert (also z.B.: "Sie leiden unter Depressionen")
Das sind u.A. Depressionen, die mit Medikamenten behandelt werden müssen.
Vom Psychologen und Psychiater wurden immer wieder Diagnosen aufgestellt und nachdem ich zusätzlich zu Venlafaxin und Olanzapin auch noch Lamotrigin nehmen sollte ("es geht nicht anders; das ist unumgänglich"), habe ich die Behandlung abgebrochen.

Wurdest Du über Alternativen (Therapie) und Risiken aufgeklärt?
Nein, ich war in Therapie und er Psychologe hat mir dazu geraten. Der Psychiater hat gemeint, es gibt keine Risiken und wenn man Nebenwirkungen hat, dann nur am Anfang.

Liebe Grüße
Chahoua

Re: Forum-Umfrage zum Verschreibungsgrund für Psychopharmaka

Verfasst: 16.10.2020 09:16
von Verankh
Moin-moin

1. Ich bin Weiblich.

2. Ich hatte Beschwerden seit ca 3 Jahren.

3. Gesprech war sehr lang und umfangreich, es wurde über ADs erzählt aber nicht aufgezwungen. Danach gab es noch mindestens 3-4 Gespreche über 40-50 minuten, bis ich mich entschieden habe. Es ging ca 1 Monat, das ich überlegte, ob ich es nehmen möchte oder nicht.

4. Die Untersuchgen.
Bei mir wurde SD untersucht, Vitaminen Haushalt, Blut, Herz und irgendwas im Kopf.

5. Es gab mehrere Gespreche, der Arzt wollte sehr genau wissen, was zuerst da war, um zu sehen, ob es evtl. auch ohne AD behandelt werden kann. Nach 5 Wochen Gesprechstherapie habe ich selber ihn darum gebeten mit ADs anzufangen, es ging mir nur dreckig und nebenbei habe ich die anderen Mütter gesehen, die Glück ausstrahlten, so leicht waren, halt normal...ich wollte es auch sein. Ich möchte erwähnen, dass es kein normaler Psycheatr war, sondern ein Ärzte Team aus Mutter- Kind Tagesklinik. Meine Psycheaterin hat mich auch 2,5 Jahre Therapiert, und das war eine der besten. Sie hat mir sehr geholfen, was Therapie angeht.

6. Ja, ich wurde über Nebenwirkungen aufgeklärt und sollte Tabletten niedrig dosiert anfangen unter Ärztliche Begleitung. Ich weiss noch, dass ich wegen Abhängigkeit gefragt hatte, das hies - nein, die ADs machen nicht abhängig.

Herzliche Grüsse, Vera

Re: Forum-Umfrage zum Verschreibungsgrund für Psychopharmaka

Verfasst: 16.10.2020 10:56
von pegie
Hallo Forum,

Bist Du männlich oder weiblich?
männlich

Wie lange hast Du schon einen Leidensdruck gehabt, wegen dem Du zum Arzt gegangen bist?
ca. 3 Monate

Wie lang war(en) die Untersuchung(en) / das Gespräch, das zur Verschreibung geführt hat?
10 min.

Wurden vorher körperliche Ursachen abgeklärt, bevor es zu einer psychiatrischen Diagnose kam?
nein

Wie wurdest Du über Deine Diagnose informiert (also z.B.: "Sie leiden unter Depressionen")
Ich würde das ja kennen von meiner vorherigen Erkrankung.

Wurdest Du über Alternativen (Therapie) und Risiken aufgeklärt?
definitiv nein!!

Liebe Grüße

pegie

Re: Forum-Umfrage zum Verschreibungsgrund für Psychopharmaka

Verfasst: 16.10.2020 12:00
von Jasmin19
Hallo !

Die erste Behandlung mit AD (Saroten) erfolgte bei mir aufgrund von Schlafstörungen und depressiven Verstimmungen.

Ich bin weiblich.

Erstmalige Probleme mit ca. 17 Jahren; Behandlung mit AD ab meinem 20 Lebensjahr.

Das Gespräch, das zur Verschreibung geführt hat, dauerte ca. 20 Minuten.

Körperliche Ursachen wurden nicht abgeklärt (gab aber auch keine Anzeichen dafür).

Über die Diagnose wurde ich nicht persönlich informiert (auf dem Überweisungsschein stand Adoleszentenkrise).

Psychotherapie wurde mir empfohlen (hier erste Diagnose "Angst und depressive Störung gemischt").

Über Risiken wurde ich leider nicht informiert (es wurde mir gesagt dass ich die Medikamente ja mal versuchen könnte; ich könne sie ja jederzeit wieder absetzen).

Liebe Grüße
Jasmin

Re: Forum-Umfrage zum Verschreibungsgrund für Psychopharmaka

Verfasst: 16.10.2020 18:39
von nadelwaldfichte
Hallo,

ich sehe das sehr ähnlich wie Oliver; für mich ist zwischen "Krise" und "Depression" auch nicht so eindeutig zu differenzieren; und irgendwie verschwimmt auch mir die Diagnose "Depression" generell mehr und mehr (was nicht heißt, dass ich es nicht prinzipiell gut finde, dass die Gesellschaft hierfür inzwischen sensibilisiert ist). M.E. beinhalten Depressionen "falsch" erlernte Denkmuster, schwierige äußere Umstände sind eine Krise (mal einfach versucht auszudrücken) - bei mir war wohl beides irgendwie vorhanden. Ich werde dennoch gleich "Krise" ankreuzen.

Außerdem finde ich es interessant, dass ich manches, das in den Fragen gefragt wird, gar nicht mehr so 100%ig weiß...

Bist Du männlich oder weiblich?

weiblich

Wie lange hast Du schon einen Leidensdruck gehabt, wegen dem Du zum Arzt gegangen bist?
Ich glaube, leichtere depressive Tendenzen hatte ich schon einige Jahre, aber nicht gravierend.
Die Krise, aufgrund derer ich eine Therapeutin suchte, dauerte vielleicht ein paar Monate oder ein halbes Jahr, bevor ich dann ins psychiatrische/psychologische System geriet.

Wie lang war(en) die Untersuchung(en) / das Gespräch, das zur Verschreibung geführt hat?
Hmm, also ich war vielleicht 2-3 Sitzungen (à 45 min) bei einer Therapeutin, die mir sagte, ich solle mir ein Antidepressivum verschreiben lassen. Dann war ich bei meiner damaligen Hausärztin, die sehr naturheilkundlich angehaucht ist und es mir widerwillig verschrieben hat (Gespräch vielleicht 10 min); dann beim Psychiater, der nochmals eine Einschätzung vornahm und es mir ab dann verschrieben hat (Gespräch ca. 15 min)

Wurden vorher körperliche Ursachen abgeklärt, bevor es zu einer psychiatrischen Diagnose kam?
Die Diagnose "Depression" erhielt ich nicht aufgrund körperlicher Symptome, sodass hier m.E. auch nichts abgeklärt werden musste.
Ich hatte immer ziemliche Verspannungen, die sicher z.T. auch damit zusammenhingen, aber eigentlich nie so richtig einbezogen wurden in die psychiatrische Diagnose. Das war körperlich gut abgeklärt.

Wie wurdest Du über Deine Diagnose informiert (also z.B.: "Sie leiden unter Depressionen")
Weiß ich gar nicht mehr so genau. Meine naturheilkundliche Ärztin deutete sowas glaub an, und aufgrund dessen habe ich mir einen Platz bei einer Therapeutin gesucht.

Wurdest Du über Alternativen (Therapie) und Risiken aufgeklärt?
Nun ja, ich war ja bei einer Therapeutin, aber diese wollte eben unterstützend die Behandlung mit ADs.
Über die Risiken wurde ich deutlich zu wenig aufgeklärt.

LG nadelwaldfichte

Re: Forum-Umfrage zum Verschreibungsgrund für Psychopharmaka

Verfasst: 16.10.2020 19:56
von Towanda
Hallo,

ich habe aufgrund einer Infektion Fluorchinolone verschrieben bekommen. Ein paar Wochen später kamen Depressionen, Angstzustände, Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit. Ein Zusammenhang wurde nicht hergestellt und es wurde SNRI und Benzos verordnet.
  • Bist Du männlich oder weiblich?
weiblich
  • Wie lange hast Du schon einen Leidensdruck gehabt, wegen dem Du zum Arzt gegangen bist?
ein paar Tage
  • Wie lang war(en) die Untersuchung(en) / das Gespräch, das zur Verschreibung geführt hat?
ca. 30 Minuten
  • Wurden vorher körperliche Ursachen abgeklärt, bevor es zu einer psychiatrischen Diagnose kam?
ja, aber ein Zusammenhang zu FC wurde nicht hergestellt
  • Wie wurdest Du über Deine Diagnose informiert (also z.B.: "Sie leiden unter Depressionen")
ich wurde zum Psychiater geschickt, dort wurde sehr schnell eine mittelschwere bis schwere Depression diagnostiziert
  • Wurdest Du über Alternativen (Therapie) und Risiken aufgeklärt?
nein, es wurde sehr verharmlost

Grüße, Towanda

Re: Forum-Umfrage zum Verschreibungsgrund für Psychopharmaka

Verfasst: 16.10.2020 21:06
von Schwimmerin
Hallihallo :)

ich bekam Mirtazapin weil ich nicht mehr richtig schlafen konnte & an Gewicht verloren hatte

    Bist Du männlich oder weiblich? weiblich
    Wie lange hast Du schon einen Leidensdruck gehabt, wegen dem Du zum Arzt gegangen bist? 8 Monate ca.
    Wie lang war(en) die Untersuchung(en) / das Gespräch, das zur Verschreibung geführt hat? 1 Std. ca.
    Wurden vorher körperliche Ursachen abgeklärt, bevor es zu einer psychiatrischen Diagnose kam? nein
    Wie wurdest Du über Deine Diagnose informiert (also z.B.: "Sie leiden unter Depressionen") gar nicht
    Wurdest Du über Alternativen (Therapie) und Risiken aufgeklärt? nein sie empfahl von Beginn an Mirtazapin, damit könne ich auch gut etwas Gewicht zunehmen, was aber nicht geschah-

    LG :)

    Re: Forum-Umfrage zum Verschreibungsgrund für Psychopharmaka

    Verfasst: 17.10.2020 11:08
    von pina
    Hallo,

    ich bekam Cymbalta wegen einer schweren depressiven Episode nach einem zweiten Nervenzusammenbruch, wo ich mich in eine Klinik bringen lassen hab.

    Bist Du männlich oder weiblich? weiblich
    Wie lange hast Du schon einen Leidensdruck gehabt, wegen dem Du zum Arzt gegangen bist? 3/4 Jahr (langsam steigernd)
    Wie lang war(en) die Untersuchung(en) / das Gespräch, das zur Verschreibung geführt hat? 15 - 20 min
    Wurden vorher körperliche Ursachen abgeklärt, bevor es zu einer psychiatrischen Diagnose kam? Nein (allerdings über den Hausarzt im Laufe der Zeit vor dem Zusammenbruch eine Magenspiegelung)
    Wie wurdest Du über Deine Diagnose informiert (also z.B.: "Sie leiden unter Depressionen") irgendwann im Gespräch
    Wurdest Du über Alternativen (Therapie) und Risiken aufgeklärt? nein - ich wollte erst keine Medikamente nehmen, es wurde mir versichert sie machen nicht abhängig, da hab ich mich drauf eingelassen. Ich glaubte die überholte Theorie über das Ungleichgewicht der Botenstoffe im Hirn.

    Erst wurde Mitrazapin versucht, darauf reagierte ich so heftig mit Muskelkontraktionen, daß es direkt abgesetzt wurde und Cymbalta eingeschlichen wurde.

    LG