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Seit das ADFD gegründet wurde, haben sich die Verschreibungen von Psychopharmaka ungefähr verdreifacht! Die Gründe warum diese Substanzen verschrieben werden sind sehr unterschiedlich. Es wäre interessant und hilfreich für die Gemeinschaft und auch Außenstehende, einen besseren Einblick in die Verschreibungshintergründe zu bekommen. Darum ...


... macht bitte alle bei unserer Umfrage zum Verschreibungsgrund mit :)


Begünstigen SSRI die Entstehung von Multipler Sklerose?

Sammlung von Erfahrungsberichten mit Psychopharmaka.
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Matthias Seibt
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Begünstigen SSRI die Entstehung von Multipler Sklerose?

Beitrag von Matthias Seibt »

Liebe Mitglieder des ADFD,

eine Bekannte von mir hat selber in ihrem Bekanntenkreis 3 Menschen
mit der Diagnose Multiple Sklerose (MS), die alle vorher jahrelang SSRI-
Antidepressiva genommen haben. Sie fragte mich, ob ich da als Psycho-
pharmaka-Experte etwas wisse. Meine Antwort war nein, aber ich frage
andere Menschen, die sich auskennen.

Ich grüße Euch Matthias
Von Dezember 77 bis Januar 85 nach einem 10-wöchigen Psychiatrieaufenthalt von Neuroleptika (und teilweise von Antidepressiva) dauerabhängig. Mehrere vorsichtige Reduktions- und Absetzversuche musste ich in diesen Jahren rückgängig machen, weil ich nach einiger Zeit merkwürdige Seelenzustände erlebte. Einen zweiten Psychiatrieaufenthalt wollte ich nicht riskieren. 85 bis 10 gelegentlicher (0 bis 4-mal jährlich, meistens halbe oder ganze Tablette) Konsum von 25 mg Neurocil / Levomepromazin zum Zweck der Schlaferzwingung. In dieser Zeit (90 und 92) zwei kurze (14 Tage und 3,5 Tage), zwangsweise Psychiatrieaufenthalte. Seit 11 nur noch Alkohol (sehr massvoll) und Kaffee. Letzterer wird bei beginnenden Schlafstörungen auf eine Tasse am Tag reduziert.
Jamie
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Re: Begünstigen SSRI die Entstehung von Multipler Sklerose?

Beitrag von Jamie »

Hallo Matthias, :)

das ist eine sehr interessante Frage.
Ich kenne die Antwort leider nicht.

Auch hier im ADFD gibt es einige MS-Patienten; bei manchen ist es aber so, dass die Diagnose anscheinend vorher schon da war und dann erst kam der Psychopharmaka-Konsum (MS hat ja auch psych. Auswirkungen bzw. manche PP haben schmerzmodulierende Eigenschaften, sodass die Ärzte dann hiermit Therapien ausprobieren).
Bei anderen ist es anders herum.

Ich denke es wäre dringend weitere Forschung hier vonnöten. Professionelle Forschung.

Alles Gute dir und deinen Bekannten :)
Jamie
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Leni
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Re: Begünstigen SSRI die Entstehung von Multipler Sklerose?

Beitrag von Leni »

Hi Matthias,

ich sehe durchaus einen möglichen Zusammenhang zwischen der Gabe von SSRI und der Entstehung von Autoimmunerkrankungen wie z.B. MS.

SSRI blockieren die Arbeit der Leberenzyme, dadurch findet eine deutlich geringere Verstoffwechslung (Stufe 1 und Stufe 2 der Entgiftung sind betroffen) statt und einiges bis vieles, was die Leber sonst umgewandelt und entsorgt hätte (z.B. Schwermetalle aus Zahnersatzmaterialien), bleibt im Körper und setzt sich irgendwo ab. Bevorzugt im Drüsengewebe und gerne auch im Gehirn. Vor allem Menschen mit einer genetisch eingeschränkten Stoffwechsellage (Störungen der NAT, GST) sind hier mehr gefährdet als andere, da die Leber auch ohne PP schon nicht richtig arbeitet und durch Pp quasi komplett matt gesetzt werden kann.

Ist der Körper irgendwann überlastet (Job, Schwangerschaft, Wechseljahre, Trauer, Krise ...), dann können durch diese doppelte massive Belastung autoentzündliche Prozesse entstehen. Welche Autoimmunerkrankung dann entstehen kann, das hat sicher etwas mit der individuellen Disposition zu tun.

Das Gute zum Ende: Wenn man das richtig angeht (das dauert allerdings), dann kann man diese entzündlichen Prozesse stoppen. So brauchen z.B. Patienten mit einem Diabetes Typ 2 danach keine Medikamente mehr. Allerdings nur, wenn o.g. Zusammenhänge dafür verantwortlich sind.

LG Leni
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Hashimoto Thyreoiditis, Nebennierenschwäche, HPU, Viren, Schwermetalle, Kieferostitis - wieder gesund
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Re: Begünstigen SSRI die Entstehung von Multipler Sklerose?

Beitrag von Matthias Seibt »

Hallo Jamie, hallo Leni,

danke für Eure raschen Antworten. Lenis Erklärung
finde ich (und auch meine Bekannte, vermute ich)
völlig ausreichend.

Ganz herzlichen Dank für Eure gute Arbeit Matthias
Von Dezember 77 bis Januar 85 nach einem 10-wöchigen Psychiatrieaufenthalt von Neuroleptika (und teilweise von Antidepressiva) dauerabhängig. Mehrere vorsichtige Reduktions- und Absetzversuche musste ich in diesen Jahren rückgängig machen, weil ich nach einiger Zeit merkwürdige Seelenzustände erlebte. Einen zweiten Psychiatrieaufenthalt wollte ich nicht riskieren. 85 bis 10 gelegentlicher (0 bis 4-mal jährlich, meistens halbe oder ganze Tablette) Konsum von 25 mg Neurocil / Levomepromazin zum Zweck der Schlaferzwingung. In dieser Zeit (90 und 92) zwei kurze (14 Tage und 3,5 Tage), zwangsweise Psychiatrieaufenthalte. Seit 11 nur noch Alkohol (sehr massvoll) und Kaffee. Letzterer wird bei beginnenden Schlafstörungen auf eine Tasse am Tag reduziert.
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