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Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von Murmeline »

Jimmmy_C hat geschrieben: 15.12.2018 20:37 Hallo Ihr Lieben,
Jetzt melde ich mich mal wieder nach ganz langer Zeit aus einem aktuellen Anlass.

Erst mal die gute Nachricht:
Von den Absetzerscheinunungen und den depressiven Schüben ist keine Spur mehr. Ich konnte in der ganzen Zeit wieder ein ganz normales Leben führen, hatte lange Zeit eine Freundin, bin viel gereist und habe meine Hobbies gepflegt.
Ich wünsche Allen hier, dass es ihnen in Bezug auf ihre Absetzerscheinungen genauso geht und diese immer mehr und mehr nachlassen.

Es gibt aber noch einen aktuellen Wermutstropfen:
Seit dieser Zeit mit dem Fluoxetin ist mir nach einem leichten Motorradunfall letztes Jahr noch etwas traumatisches in Bezug auf Medikamente passiert. Ich wurde nach einer Rippenprellung mit Metamizol per Invusion behandelt und habe als Reaktion übles Herzrasen bekommen. Die Ärzte haben sofort ein Antiallergikum gegeben und nach ca. 20Minuten war der Spuk vorbei.

Ich glaube einfach, dass auch durch diese Sache mit dem Fluoxetin mein Körper "hypersensibel" auf alles mögliche reagiert.
Das hat einfach zur Folge, dass jede kleine Zahn OP oder auch nur eine Magenspiegelung für mich ein Alptraum ist, weil ich
A) Angst habe auf irgendwelche Medikamente überzureagieren
B) noch nicht mal die Rückfallebene einer zumindest kurzen Beruhigung per Tavor oder Diazepam habe, weil ich einfach auf alles paradox reagiere
Ergänzung von padma
Jimmy hatte nach wenigen Tag Einnahme von Fluoxetin sehr langwierige Symptome.
hier ist der thread viewtopic.php?f=18&t=10484
Zuletzt geändert von padma am 15.12.2018 22:26, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: ergänzt
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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von Murmeline »

everendingstory hat geschrieben: 30.12.2018 13:16 Liebes Forum,

seit meinem letztem Post ist nun wieder ein 1/4 Jahr vergangen und ich habe mir vorgenommen, zum Jahreswechsel einen ausführlichen Bericht über meine Erfahrung zu posten. Auch damit ich selber mir immer mal wieder das geschriebene abrufen kann, quasi als Dokumentation und eigene Leitlinie für das neue Jahr 2019. Bitte entschuldigt wenn mein Text länger wird, aber ich schreibe mir alles von der Seele in dieses, mein persönliches Buch hier rein was ich schon immer mal niederschreiben wollte.

Ich bin jetzt nun genau 9 Monate nach der Null, erst der dritte Absetzversuch nach Anleitung des Forums hat zum "Erfolgreichen Absetzen" geführt. Wie jeder andere auch hier, ging ich durch meine Medikamentenodyssee durch die Hölle, zu gutgläubig den Ärzten vertraut, einfach runtergeschluckt ohne nachzudenken was mir verschrieben wurde. Die Klinik zu lange als einziger sicherer Ort betrachtet, gedacht nie mehr gesund zu werden, Depri, Angst, Panik, das volle Programm wie so viele hier.

ABER: nun kann auch ich aus eigener Erfahrung behaupten, meine ganzen Symptome kamen/sind durch die Medikamente verursacht. Hätte ich nie und nimmer glauben wollen, aber es ist so bei mir und es wird gaaaaanz langsam besser, wenn man entschlossen hat abzusetzen und ohne PP auszukommen. Heute bin ich mir sicher, nach meiner Erschöpfung 2004 hätte ich mit dem Stand meines heutigen Wissens nie und nimmer mich in die Obhut der Ärzte/Klinik begeben, hätte ich die Behandlung sicherlich Medikamentenfrei hinbekommen. Der ganze Leidensweg der sich bei mir auftat mit heftigsten Depris, Ängsten, Paniken, DP, DR wurde einzig und allein durch die Medizin verursacht. Aber ich muss mir hier selber die Schuld geben, ich bin von Hinz zu Kunz gerannt und habe gejammert was das Zeug hielt, je mehr man die Symptome schildert, desto mehr wird der chemische Hebel angesetzt und ich habe alles brav geglaubt und die Pillen heruntergeschluckt. Heute ärgere ich mich selbst nur so dumm gewesen zu sein, 14 Jahre unerträgliches Leid gespürt und die Spätfolgen werde ich noch sehr sehr lange zu spüren haben, sicherlich bis an mein Lebensende.

Ich kann heute nach 9 Monaten sagen, JA das Gehirn repariert sich und es kommen wieder gesundere Gedanken hervor. Der Schlaf bessert sich, das Gewicht geht runter und stabilisiert sich, die Konzentration nimmt wieder zu, die Belastbarkeit steigt, man findet wieder mehr Interesse an anderen Menschen, wird sportlich aktiver und risikobereiter. Als Fazit kann ich feststellen, dass mein Fokus sich von den Sorgen und Qualen des Lebens mehr in Richtung Hoffnung und Zuversicht sich dreht. Die Wellen nehmen ab und die Fenster nehmen zu.

ABER: zusammen mit den positiven Emotionen kann ich auch feststellen, dass die negativen Emotionen wie Wut, Ärger, Perfektionismus, Enttäuschung auch wieder zum Vorschein treten. Auch dies gehört zum Gesundungsprozess hinzu, ist zwar auch nicht immer so schön dies mitzuerleben, aber so ist das Leben mit alle Facetten des Menschseins.

Ich stelle dies bei mir wie folgt fest: als ich mich im wahrsten Sinne des Wortes "KRANK" fühlte, zog ich mich in mein Schneckenhaus zurück, baute große Schutzmauern und Gräben um mich herum wie in einer Burg verschanzt. Ich schottete mich ab, so wie mich mein Umfeld mit Samthandschuhen angefasst hat, so fasste auch ich meine Mitmenschen mit Samthandschuhen an. Ich ging quasi allem Ärger und Wut über andere aus dem Weg, da ich genug mit mir selber kämpfen muss.

Nun mit Eintritt der Besserung ändert sich auch die Sichtweise und Einstellung menschlicherseits seit mein hervorkrabbeln aus der Rückzugsburg. Man gewinnt mehr an Selbstbewusstsein, wird mutiger und erobert nach und nach neues Terrain. Die Begleiterscheinung dabei ist jedoch, erst jetzt erkenne ich welche Beziehungsschäden ich hinterlassen habe und mit denen ich nun konfrontiert werde, mein Umfeld erkennt einen im "gesunderen" Zustand nicht wieder und wunder sich doch sehr darüber, wenn ich mich nun mit der Zuschüttung der Gräben und Abriss der Mauern beginne.

Zu viel habe ich nicht nur an Tabletten geschluckt sondern auch menschlich alles geschluckt und akzeptieren müssen - ohne zu Murren, ohne Gegenwehr. Nun fällt mir erst jetzt auf, wie nachlässig man doch war, sei es im privaten oder auch im beruflichem Umfeld. Die Medikamente haben also einen psychischen Schaden hinterlassen und auch einen Schaden in meinem Umfeld.

Und genau diese Aufarbeitung nach der Null ist eine riesen große Herausforderung. Nicht nur sich selbst vom Entzug zu erholen sondern der NEU-Bezug im Umfeld fordert einen extrem heraus.

Genau in diesem Punkt sehe ich eine große Gefahr, man wurde während der Medikamentenphase einfach zu bequem und schätzte das verhätschelt werden doch sehr. Wenn man nun die Zügel wieder mehr und mehr in die Hand nimmt, begibt man sich auf unbequeme Wege und wünscht sich doch eigentlich die Bequemlichkeit zurück. Aber beides geht eben nicht, Entzug ist unmittelbar mit Kampf und Härte verbunden in jeder Hinsicht. Und ich glaube fest, dass der Entzug nur dann gelingt, wenn man sich aller Konsequenzen bewusst wird und aufzuräumen beginnt im Umfeld und nicht nur bei sich selbst.


Als nächstes kann ich feststellen, dass das Warten auf bestimmte Milligramm und das warten in messbare Zeitabstände nach der Null, ebenfalls ein großer Hinderungsgrund auf dem Weg zur Besserung ist. Immer wieder dachte ich, wenn ich erst mal unter 37,5 mg bin, wenn ich erst mal Nahe 0 bin, wenn ich die 0 geschafft habe, wenn ich X Monate nach der 0 bin, ja dann wird alles gut. Quatsch mit Soße, dieses Warten auf eine bestimmte Menge und auf einen Zeitpunkt hilft mir nur wenig weiter. Kaum kommt die nächste Welle und man ist am Boden zerstört. Darum versuche ich zu akzeptieren so wie es ist, ich versuche nicht mehr die Tage, Monate nach der 0 zu zählen und hoffe nicht 1 Jahr nach der 0 ist es so und so viel besser, 2 Jahre nach der 0 dann wiederum um X-Prozent. Das Leben ist so facettenreich und wechselhaft, dass es kaum vorhersehbar ist, was eintritt wenn ich die "letzte Welle" überstanden habe. Die wird immer mal wieder kommen, die allerletzte Welle abzuwarten ist meiner Meinung nach utopisch.

Ich persönlich bin stolz die 0 geschafft zu haben und Ihr schafft das auch, mit vieeeeel Geduld und Zeit. Haltet nicht so sehr an Stufen fest, wenn X dann tritt Y ein. Ich selber muss noch so viel an mir arbeiten und ich habe erkannt das gelingt mir nicht indem ich warte, sondern indem ich jeden Tag neu annehme, akzeptiere wie es aktuell ist und versuche das beste daraus zu machen.


Fazit: Medikament in mg zwar erfolgreich abgesetzt, somit auch in gewisser maßen eine Erfolgsgeschichte, aber keineswegs ein "gesundes Leben" zurückerhalten. Besser ohne Medikamente ist es aber auf jeden Fall geworden und darüber bin ich glücklich. Aber wie genau definiert man "Gesundheit". Diese Frage muss sich glaube ich jeder selber stellen, der eine freut sich schon mal gut geschlafen zu haben, der andere wenn seit 1 Jahr nach der 0 nichts mehr zwickt.


Ich kämpfe weiter und werde gerne weiter berichten.

Auf ein gutes, neues, besseres Jahr 2019

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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von Murmeline »

Ein Update von sinua, bei der sich auf dem leider doch längere Heilungsweg weiter Verbesserungen zeigen.
sinua hat geschrieben: 25.01.2019 17:26 Hallo liebe Foristen :group: ,

mein 4. Jahr auf Null hat begonnen. Hier eine Zusammenfassung der Entwicklung im 3. Jahr.
Die Tendenz der sehr langsamen, aber insgesamt stetigen Verbesserung ist immer noch da. Die Anfälligkeit für Symptomentstehung/-verstärkung durch Trigger (z.B. körperliche Anstrengung) ist noch kleiner geworden.
Und ich nehme immer noch keinerlei Medikamente o.ä. zu mir, auch nicht bei Schmerzen, kann also nicht sagen, ob sowas noch triggern würde.

Monatszyklus:
In der ersten Hälfte des 3. Jahres war mein Zyklus praktisch regelmäßig, eine große Verbesserung. In der zweiten dann auf einmal wieder unregelmäßig, nicht so doll wie in den krassesten Zeiten, aber schon Schwankungen zwischen 25 und 29 Tagen. Nur noch sehr leichte und kurze Vorblutungen.
Verschlechterung: Zyklusende/-anfang triggert immer noch Migräne, die sogar stärker ist als Ende des 2. Jahres.

Migräne/Kopfschmerzen:
werden also um Zyklus-Anfang und -Ende noch getriggert, in mittlerer bis starker Intensität (Verschlechterung). Aber abgesehen vom Zyklustrigger habe ich praktisch gar keine anderen (angetriggerten) Kopfschmerzen mehr, auch nicht nach wenig Schlaf über mehrere Tage (Verbesserung).

Schwindel:
Weg.

Durchfall:
In den Fenster-Phasen habe ich höchstens sehr leichten, in den Wellen (z.B. Zykluswechsel) höchstens Durchfall in mittlerer Stärke. Im Alltag sogar immer wieder normaler Stuhlgang. Kaum Verbesserung gegenüber dem 2. Jahr, aber eine Stabilität, mit der ich gut leben kann.
Die Ernährungsumstellung, die so toll auf den Durchfall gewirkt hat, habe ich beibehalten. Seit einigen Wochen nehme ich ultralangsam wieder Lebensmittel dazu, die ich weggelassen hatte. Für ein Lebensmittel nehme ich mir 3-4 Wochen Zeit, um es einzuschleichen. Das klappt bis jetzt richtig gut.

Übelkeit:
Eigentlich nur noch in Begleitung des Durchfalls, also auch um Zyklusende/-anfang. Leicht oder mittel, nur noch selten stark (i.d.R. nur bei starker Migräne).

Schlaf:
Nur noch „normales“ Schlafbedürfnis: ca. 8 Std. Einschlafen fast immer problemlos. Wenn ich Stress/Anspannung im Hintergrund habe, wache ich auch mal nach 4 oder 6 Std. auf und kann dann nicht mehr einschlafen, aber das quält mich dann nicht, ich liege dann halt wach. Und wenig Schlaf (auch über mehrere Nächte) triggert auch keine körperlichen Entzugs-Symptome mehr.

Haut:
Meine juckenden, roten Ausschläge an Hüfte/Bauch haben sich im ersten Teil des 3. Jahres noch verschlimmert. Seit wenigen Monaten immer mehr Besserung und das obwohl Kälte sonst die Hautproblematik verstärkt zu haben schien. Momentan praktisch kein Juckreiz/Rötung.

Augen:
Ich hatte irgendwann schonmal darüber geschrieben gehabt: im 3. Jahr hatte ich auch immer wieder innen leicht gerötete Augen, die sich trocken/müde anfühlten, auch nach gutem Schlaf. Manchmal musste ich dann länger die Augen zumachen, oft hat es mich nicht doll beeinträchtigt.

Erschöpfung/Schwäche/Kraftlosigkeit:
Kaum noch. Keine Steh-Schwäche mehr. Ich merke meist, wann ich mich ausruhen muss und das hilft dann i.d.R. auch. Ich schaffe immer noch etwas weniger als vor den Medis, aber schon mehr als im 2. Jahr. Das sieht man auch im Haushalt.
Sport habe ich nicht wieder probiert. Ich gehe weiter jeden Tag mindestens eine halbe Stunde spazieren, manchmal auch 1 Stunde - ohne Probleme.

Vielleicht nur ein ausnahmsweiser Zwischenfall: Nach einem Besuch mit großer Feier und 2 Tagen ungewöhnlich viel Kontakt mit vielen Menschen hatte ich auf der Rückfahrt im Auto eine Art "Abschaltung", d.h. plötzliche krasse Erschöpfung, konnte kaum noch etwas tun oder aus den Augen schauen, musste ruhig und mit geschlossenen Augen sitzen. Nach ein, zwei Stunden ging zumindest das Allernötigste und am nächsten Tag war es fast normal.
So etwas hatte ich nur einmal, aber ich hatte auch nur einmal so eine große Feier mit so viel Kontakt.

Seit Anfang des Jahres arbeite ich in einem Bürojob mit 20 Stunden pro Woche. Ich bin für die Tätigkeit überqualifiziert, aber werde das erstmal so ca. 1 Jahr machen zum Wiederreinkommen in die Arbeitswelt nach einigen Jahren Pause. In den Fenstern/guten Phasen geht das gut. In den Wellen ist es tlw. echt anstrengend, aber geht. Es könnte sein, dass es an der Migräne scheitert, die ich ja regelmäßig habe. Da muss ich sehen, ob ich damit arbeiten kann. Im ersten Monat hatte ich die Migräne überwiegend am Wochenende, da ging das.

Ich habe weiterhin große Fortschritte in Achtsamkeit/Akzeptanz gemacht.

Liebe Grüße an euch alle :pillowtalk: ,
und alles Gute für euer Absetzen,
Sinua
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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von padma »

ein update von Sasch:
Hallo zusammen,
Wollte ein kurzes Update jetzt nach 7 Monaten ohne Tabletten machen.
Muskelschmerzen ab und zu mit Entspannungsübungen und Meditation, Achtsamkeit gehts eingermassen.

Herzstolpern nur bei kurzer Starkem Stresssituationen passierts dann Stolpert
Angst ab und zu dabei.
Ich denke mein Stresslevel ist noch nicht gut , weiss nicht ob das irgendwie besser wird.
Muss sagen mach kein Sport
Gehe nur täglich 30 min Spazieren und ab und zu Sauna.
Konditiontraining wäre bestimmt gut.

Lg
An alle
viewtopic.php?p=288761#p288761
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, im :schnecke: Tempo ausgeschlichen
Absetzverlauf:
► Text zeigen
1.1.2020: 0 mg, Die :schnecke: steht auf dem Kilimanjaro :D



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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von padma »

hallo, :)

ein sehr ermutigendes update von KleineLady:


Ja, wo soll ich anfangen. Letztes Jahr im Januar/Februar fing alles an. Ich hatte damals Mirtazapin einfach nicht mehr genommen und sämtliche Symptome gehabt die ich damals nicht zu ordnen konnte. Ein Ärzte Marathon begann, keiner wusste woran das lag und man schrieb mir eine schwere Depression zu. Ich konnte nicht allein sein, ins Kino duschen und all sowas weil ich Angst hatte, ja vor was war mir nicht klar. Ich hatte Angst vor allem. Schlafen und essen konnte ich auch nicht. Und keiner wusste, was los ist. Heute weiß ich, es war der Entzug.

Wenn ich heute zurück blicke, bin ich einfach so verdammt stolz auf mich. Stolz darauf seit 8 Wochen das Medikament los zu sein, zu wissen das ich es dieses Mal geschafft habe. Ich fühle mich genau so wie vor dem Mirtazapin. Glücklich und zufrieden. Das macht mich wahnsinnig stolz. Und ich weiß das es weiter voran geht wird. Was ich jedoch gelernt habe, Achtsamkeit. Mit mir selbst besser umzugehen und zu verstehen das ich auch nur ein Mensch bin.
Jetzt Sitz ich allein hier, Mann Nachtschicht und ich trinke einfach mein Tee und schau tv so wie früher. Ganz alleine ohne Angst und Panik. Ein schönes Gefühl.
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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von Murmeline »

Peppa hat einen Beitrag geschrieben zu ihrer ersten Zeit nach dem absetzen.
Peppa hat geschrieben: 30.04.2019 12:57 Hallo zusammen,

ich wollte mich nach längerer Zeit mal wieder melden, da ich nun schon eine ganze Weile "Citalopram-frei" bin. Ende März habe ich die letzte Minimaldosis genommen. Die letzten Reduktionsschritte waren die schwierigsten. Circa eine Woche nach der letzten Dosis bin ich in ein ganz tiefes Loch gefallen, hatte Suizidgedanken, Weinkrämpfe, fürchterlich....

Aber dann wurde es besser! Und momentan geht es mir entschieden besser als in der Absetzphase, ich bin bedeutend ruhiger und weitaus weniger ängstlich.

Ich konnte mich sogar dazu aufraffen, zu einem neuen Hautarzt zu gehen, der mir statt Rosazea eine periorale Dermatitis + minimal ausgeprägte Neurodermitis diagnostizierte.

Psychisch geht es mir jedenfalls sehr viel besser. Davon wollte ich kurz berichten, weil ich weiß, wie viele hier verzweifelt auf Besserung hoffen und auf Hoffnung angewiesen sind. Ich bin keineswegs vollkommen okay - weder körperlich noch psychisch - aber der Alptraum des Absetzphase verblasst langsam. Ich kann wieder gut schlafen, mache Pläne für die Zukunft, verbringe schöne Tage mit meiner Familie. Ich komme mir manchmal vor, als wäre ich die ganze Zeit unter Wasser gewesen, hätte gestrampelt, gekämpft, und wäre nun wieder ans Licht getaucht.

Ich wünsche allen hier, dass Ihr eine ähnliche Erfahrung macht :) Und mir drücke ich die Daumen, dass es auch so bleibt :wink:

Liebe Grüße,
Peppa
viewtopic.php?p=304082#p304082
Zuletzt geändert von padma am 01.05.2019 21:45, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: link zugefügt
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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von padma »

Yogi geht es wieder gut:
Hallo zusammen

Die schlimmste Zeit ist überstanden .
Selbst die große Angst vor Lokalanästhesie war unbegründet.meine Probezeit auf der Arbeit habe ich geschafft und somit ein festes Arbeitsverhältnis.Einige Tage könnten besser sein aber kein Vergleich mehr zu 2017 .der Körper fühlt sich relativ normal an außer zwischendurch paar Zwänge die vorher nicht waren .ich bin viel außerhalb meines Ortes am arbeiten und ich habe Freude daran .ich esse und trinke wieder alles mit Genuss .
Ich habe nie geglaubt das es mal so positiv ausgehen wird .ich fühle mich zwar noch oft träge aber es war auch ne harte Zeit .ich möchte mich bei allen hier bedanken die moch von Anfang hier begleitet haben und ihre Ratschläge gegeben haben und mich beruhigen wollten .danke für alles

Liebe grüße euer yogi
viewtopic.php?p=306158#p306158
Timi88
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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von Timi88 »

Liebe Leute,

Ich war nun lange nicht online :). Es ist mehr als Normalität zurück gekehrt. Ich habe kaum spürbare Wellen. Die Wellen die ich erlebe hab ich aktuell im Super im Griff. Das schöne ist , ich habe wieder die Kontrolle über Mich und die Wellen.
Viel Ruhe und gutes Essen , Sport tun mir nach wie vor gut gut :)


Auch an meiner Historie sieht ihr, dass es ein nicht einfacher aber machbarer Weg ist! Vor genau 1 Jahr konnte ich wegen Benommenheit, Tinnitus am Morgen und Nacht und Schwindel kaum gehen und heute gibt es das kaum noch ! Eher sehr sehr selten und wenn Alkohol im Spiel ist 😂

Ich merke , dass ich viel positiver bin als vor Mirtazapin und negatives nicht so schnell an mich heran lasse.

Bitte lasst es euch gut gehen und der Körper wird es euch durch Heilung danken. Auch jetzt heilen wir und unfassbar was der menschliche Körper alles kann.

Liebe Grüße
Timi

Ihr schafft das , bleibt dran !!!!

Edit von padma: Timis thread ist hier viewtopic.php?t=13655
Zuletzt geändert von padma am 24.05.2019 11:11, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Edit eingefügt
Februar 2017 - Ende Mai 2017 = 7,5 mg Mirtazapin aufgrund Ängste und Schlaflosigkeit (Diagnose Burnout)
Juni 2017= 0 mg (kalt abgesetzt, laut Psychiater können kleine Dosen abgesetzt werden)
Nach 2 Wochen haben sich dann Absetzsymptome eingeschlichen (Schwindel, Benommenheit, Ängste vor allem Panikattacken, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit)
08.07.2017 - 24.08.2017 = mehrere Dosisschwankungen teilweise bis zu 15mg (wegen Paradoxer Wirkung vor allem Benommenheit und PA sowie starke Ängste , deshalb wieder ausgeschlichen - je niedriger ich gegangen bin, desto besser ging es mir) am Ende bei 0,003 mg ausgeschlichen

seit 25.08.2017 bei 0 mg = daraufhin erneut Schwindel, Kopfschmerzen, Benommenheit, Ängste und Unruhe (vor allem morgens), Schlaf ist einigermaßen besser geworden

16.09.2017= 0,006mg
20.11.2017= 0,006mg (Welle mit Unruhe und Schwindel, Schlaf fast normalisiert...Erfolg durch Kurkuma und Omega 3)
11.12.2017=0,006mg (Welle/Fenster)
24.12.2017=0,0000000mg
18:01.2018= Weniger Wellen, mehr Fenster: Super tiefer Schlaf, weniger bis gar keine Kopfschmerzen, Schwindel nur bei Stress und Müdigkeit, gute Konzentrationsfähigkeit, weniger Ängste, weniger Unruhe, ein wenig erschöpft (ES WIRD BESSER)
20.03.= Nun sind es fast 3 Monate nach NULL und ich bin wieder klarer im Kopf - weiterhin Symptome (vor allem Schwindel und Kopfdrehen,,Hirndrehen")
19.04.2018= 4 Monate nach Null...wenig Schlaf und Stress triggern extrem....
18.05.2018= Ich hatte vor 2 Wochen eine Leistenbruch-OP und hatte eine Vollnarkose (Propofol) erhalten...kleiner Rückfall...aber es geht wieder vorwärts...
20.06.2018=Psyche in Ordnung, kaum Beschwerden ABER weiterhin hin und wieder Schwindel und Kopfrausch...an einer HIT liegen.
05.09.2018= Heilung in Sicht (mehr Fenster)
24.01.2019= leichter Schwindel, Psyche ok - Ablenkung ist total wichtig , weiterhin Tinnitus
01.01.2020= Großer Trigger: Pantoprozol nach Sodbrennen (extreme Unruhe, Angst, Schwindel) sofort abgesetzt !
28.05.2020= aktuell Schwindel bei Stress und zu viel Kaffee sowie wenig Schlaf. Besserung seit Anfangsphase spürbar.
19.06.2020= Tinnitus aushaltbar , Angst bessert sich , kopfdruck bessert sich - Schwindel kaum spürbar...Fenster-Wellen-Fenster Wellen ...
07.07.2020= Protrahierter Entzug: Optimismus ist da. Keine Depressionen mehr - mehr Selbstbewusstsein. Sport und Ablenkung tun gut. Zu viel Sport triggert leider :-( Tinnitus weiterhin mit unterschiedlichen Geräuschen, die sich vor allem bei Überforderung bemerkbar machen...
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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von padma »

hallo Timi, :)

das freut mich sehr zu hören. :D

Herzlichen Dank fürs Berichten. Solche Erfolgsberichte nach 0 sind so wichtig!

alles Gute dir weiterhin
padma
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seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von padma »

Hamon hat erfolgreich Mirtazapin abgesetzt:
Hallo ihr,
Ich bin in der zweiten Woche auf null. Habe mich entschieden, 2 Wochen auf 0,3 und 2 wochen auf 0,15 zu verbringen, bevor ich absetze. Es klappt gut, ich kann meistens gut schlafen- allerdings ist mein Lebenstrott mit später arbeit auch sehr anstrengend denke ich ;) in der ersten Woche war ich sicher, es bricht eine Erkältung aus,ist aber nie passiert.
Ich gehe wieder zur Uni , auch wenn es mir etwas schwer fällt und ich darin nicht wirklich meine Zukunft sehe.
Ich habe also in meinem Leben noch einige Baustellen, die ex hängt mir auch noch immer im Kopf. Doch dass diese verhältnismäßig kurze absetzepisode so gut wie vorbei ist ist eine wahnsinnige Befreiung. Ich war die letzten Monate oft sehr nah am Abgrund und bin Recht stolz, dass ich diesen Weg meistern konnte, was ohne dieses Forum sicher nicht so funktioniert hätte. Ich werd' mich weiter den Hürden stellen, die ich mir ins Leben gestellt habe, freue mich auf den Sommer und einen vielleicht bald sichtbaren weg zu Glückseligkeit und Zufriedenheit, Tabletten brauche ich dafür nicht, nur ein offenes herz und ein gutes Gehör mir selbst gegenüber.

Ich wünsche allen hier die das lesen alles gute, allen, die mir in diesem Thread zur Seite standen danke ich von Herzen ❤️

Ich beobachte die nächsten Wochen weiter und bin guter Dinge, dass das Absetzen gut funktioniert hat
Liebst,hamon
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Moin Moin!
Ich hab Mal fast 5 Wochen verstreichen lassen um zu schauen, ob noch etwas passiert oder nicht! Ich muss sagen, dass ich mich ganz in Ordnung fühl, wie gesagt gibt es in meinem Leben Baustellen und ausreichend Boden für schwere Gedanken, ich glaube aber nicht davon bestimmt zu sein oder so, schaue vielmehr, wie ich meine Lebenszeit in Zukunft angenehm verbringen kann. Böse absetzsymptome wie die panische Nervosität sind nicht wieder eingetreten, ich bin aber sehr wohl noch benommen und leicht abwesend, ich kann mir vorstellen, dass das aber an einer Nahrungsmittelunverträglichkeit liegt, das werde ich demnächst überprüfen.
Schlafen kann ich genauso wie während der Monate der Einnahme , die Gedanken an meine ex Freundin sind weniger und weniger Harz emotional geworden. Ich glaube, bzgl des mirzszapins bin ich über den berg. Bier habe ich ohne Symptome vertragen, Sport und Sauna werde ich bald Mal ausprobieren und hoffe, dass das auch wieder Funktioniert :)
Soviel zu meinem Lagebericht nach 5 Wochen, euch allen ein sonniges Wochenende und ein erfolgbringendes, sensibles umgehen mit euren absetzwegen
Liebe Grüße, hamon
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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von padma »

hallo zusammen,

Zjawax hat erfolgreich Mirtazapin abgesetzt. :D

Hier der thread: viewtopic.php?f=18&t=11650

lg padma
Josh
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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von Josh »

Hallo,

auch ich bin seit 1 Woche auf nulllll!
Von 20 mg Escitalopram, nach Einnahme über 14. Monate
im Oktober 2015, habe ich im Januar 2017 angefangen
und bin nun seit 28.06. 19 auf 0.
Leider kann ich immer noch kein Sport machen da
die erschöpftung immer noch im Vordergrund steht!
Es geht nur mit Ruhe! Geistig und soweiter geht es
super ! Aber Körperliche merke ich eben jede
Anstrengung immer noch!
Vielleicht vergeht es irgendwann! 1 Woche ist noch nicht lange aber die 0 steht!
Melde mich wieder!
Schöne sonnige Tage euch allen!

Josh

Edit von padma: Hier ist der thread von Josh https://www.adfd.org/austausch/viewtopi ... 18&t=15318
Zuletzt geändert von padma am 04.07.2019 17:51, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Edit eingefügt
Dezember 2014 Operation
danach depression, ängste, panik, idiotische gedanken!
keiner geholfen nur antidepresiva im oktober
2015 angefangen ( escitalopram 1 -20 tropfen)
früher immer mal down , job verlust , stress , umzug und
soweiter ! mit johannneskraut und homöopathie behandelt! hat im allgemeinen 20 jahre geklappt!
dann op und ab da kein mensch mehr wie früher!
nehme
MG Fussbad
OPC ca 200 reines
Vitamin C 500-1000 mg
Omega3 2g
D3 mit K2 20.000 IU
multivitaminpräparate mit mineralstoffen !
( hatte eine mineralstoff analyse machen lassen)
Kupfer mängel, selen ! quecksilber hoch und die
anderen werte nicht gut und nicht schlecht!
bin seit jahren in psychotherapie aber die nebenwirkungen kann sie nicht ändern! ist sehr offen
und hat das mit der postoperativen depression nach der OP auch
schon gelesen! es wird wohl nach der OP
MG
FE ( habe ich als kind schon gehabt )
D3
B12 mangel gewesen sein aber keiner hat sich darum
gekümmert! habe ich auch erst 2016/17 selbst erlesen!

Ein Tipp von mir das Buch 📚
Gesund in 7 tagen von raimund von helden!!!
es ist wirklich ein teil welches uns viele baustellen
reparieren lassen kann !!!!
Muss aber nicht nur wer will!!!


Angefangen Oktober 2015 ( 1-20 Tropfen)
Abgesetzt ab
Januar 2017
Und hier die letzten Schritte
2,3 mg am 11 .Februar 2019
2 mg am 20. Februar 2019
1 mg am 20. März 2019
0.5 mg am 30.April 2019
0,25 mg 3.Juni 2019
0 28. Juni 2019
seit dem immer wieder mit Absetzsynthome
Unruhe
Sehprobleme
Muskeln zucken
Erschöpftung
Kopfschmerzen
Antriebslosigkeit
Tinnitus
Früh geht gar nix
Schlechte Laune
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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von Britsch »

Hallo in die Runde,

heute will ich es wagen, mich in der Rubrik "Erfolgsgeschichten" zu melden.

Seit einem Jahr bin ich jetzt auf Null, nachdem ich über 20 Jahre verschiedene Antidepressiva, zuletzt 10 Jahren lang Sertralin, eingenommen habe.

Im Januar 2017 habe ich mit dem Absetzen begonnen - aus Unwissenheit viel zu schnell, wie die meisten hier. Schnell stellte sich eine Vielzahl von Symptomen ein, weshalb ich Ende 2017 auf euren Rat hin 0,5 mg Sertralin wieder eindosiert habe.

Nach anfänglicher Besserung und Erhöhung der Dosis bis auf 1,2 mg hatte ich immer mehr das Gefühl, dass ich die Substanz nicht mehr vertrage und daher im Juli 2018 den eigentlich unvernünftigen Entschluss gefasst, das Sertralin von heute auf morgen komplett wegzulassen.

Seit diesem Tag hat sich mein Befinden langsam, aber einigermaßen konstant immer weiter verbessert. Schlimmere Einbrüche, meistens in Form von Panikattacken, habe ich mit kleinen Dosen (0,25 - 0,5 mg) Lorazepam sozusagen im Keim erstickt. Es war mir wichtig, dass sich Angst und Panik nicht wieder in mir breitmachen. Das hat gut funktioniert. Ich bin zu keinem Zeitpunkt in eine Toleranz geraten oder hatte das Bedürfnis, Lorazepam mehr oder regelmäßig zu konsumieren.

Nur die Kraft und die Belastbarkeit wollten sich nicht so recht verbessern. Deshalb unternahm ich im Mai 2019 einen Versuch mit Johanniskraut (Laif 900), und ab dem Zeitpunkt verbesserte sich mein Allgemeinbefinden zusehends.

Ich kann heute meinen Alltag wieder uneingeschränkt meistern und finde langsam auch wieder Freude am Leben.

Einzig geblieben ist bis jetzt ein Problem mit den Augen. Ich kann oft schlecht sehen, und die Augen brennen und drücken. Aber vielleicht wird das ja auch noch besser.

Ich weiß, dass ich im strengsten Sinne nicht psychopharmakafrei bin, denn Johanniskraut ist ja auch ein Antidepressivum, wenn auch so gut wie ohne Nebenwirkungen. Aber ich bin fast 70 Jahre alt und wollte nicht auf ungewisse Zeit darauf warten, wieder ein normales Leben führen zu können.

Deshalb ist es für mich persönlich auch mit Johanniskraut eine Erfolgsgeschichte.

Ich danke von Herzen allen, die mich unterstützt und getröstet haben. Ohne euch hätte ich gar nicht gewusst, was mir da geschieht, und niemals hätte ich den Absprung von PP geschafft!

Ich wünsche allen, die noch immer zum Teil schwer betroffen sind, dass eure Heilung stetig voranschreitet und ihr auch bald in dieser Rubrik schreiben dürft.

Von Herzen eure Britsch (Brigitte)
1995 erstmals psychiatrische/psychotherapeutische Behandlung mit Opipramol und Tavor. Damals wurde ich krank im Rahmen einer Ehekrise und dann Scheidung. Die genauen Dosierungeun und Einnahmezeiten erinnere ich nicht mehr. Nach einigen Jahren wurde ich umgestellt auf Amitriptylin, darunter massive Gewichtszunahme und Umstellung auf Sertralin 50 mg, zeitweise ergänzt durch Trazodon und Mirtazapin. Innerhalb von ca. 10 Jahren 4 stationäre Aufenthalte in psychosomatischen Kliniken. 2006 Erwerbsunfähigkeitsrente mit 56 Jahren. Ca. 2011 4 Wochen stationär in psychiatrischer Klinik wegen massiver Panikattacken und Einstellung auf 2 x 75 mg Lyrica und 50 mg Sertralin, ergänzt durch 1 mg Lorazepam bei Bedarf. Nach ca. 1 Jahr selbständiges Absetzen von Lyrica ohne Probleme. Seitdem 50 mg Sertralin plus Lorazepam bei Bedarf.
Anfang 2017 Ausschleichen von Sertralin wegen subjektiver Wirkungslosigkeit. Dosishalbierung alle 3-4 Wochen bis auf 12,5 mg ohne Symptome, Anfang März dann von 12,5 mg auf Null. Zunächst keine Symptome und psychisches Wohlbefinden. Erstmals Kopfschmerzen nach etwa 4-6 Wochen auf Null, dann immer neue und wechselnde Symptome wie Augenprobleme, Schwächegefühl, stundenlanges Weinen, Übelkeit, Nacken- und Rückenschmerzen, Muskelverhärtungen, Gesichts- und Kieferschmerzen, Kribbeln am Kopf und im Gesicht, dort auch Berührungsempfindlichkeit, Appetitlosigkeit.
Seit 250.10.2017 Wiedereindosieren von 0,5 mg Sertralin Mylan Dura 50 mg mittels der Wasserlösemethode. Sehr rasche Symptombesserung, besonders die Angstgefühle und andere Neuroemotionen sind deutlich schwächer geworden.
Seit 20.12.2017 folgende Medikation:
0,6 mg Sertralin Aurobindo mittels Wasserlösemethode
47 mg Metoprolol
3 x 3 Tropfen Alpex CBD-Öl 5 %ig
2 x 2 Kapseln Bullrichs Heilerde
Damit bin ich - bis auf gelegentlichen Reflux und häufiges Frieren - beschwerdefrei.
Am 03.01.2018 hinzugefügt:
6 Tropfen Dr. Jacobs Vitamin D3 K2 Öl
1 x 1 Kapsel Vitamin B12 Adenosylcobalamin 500 ug von Sunday Natural
2 x 1 Kapsel Magnesium Komplex a 950 mg
Von Sunday Natural.
Seit 19.01.2018:
0,75 mg Sertralin
47 mg Metoprolol
4 Kapseln Darmflora plus select von Dr. Wolz
Alles andere habe ich nach erneuter heftiger Welle abgesetzt.
Medikation seit 30.01.2018:
1 mg Sertralin
47 mg Metoprolol
Alle NEM abgesetzt.
Medikation seit 07.02.2018:
1,1 mg Sertralin
47 mg Metoprolol
Medikation seit ca. Mitte Februar 2018:
1,3 mg Sertralin
47 mg Metoprolol
2 x 6 Tropfen CBD-Öl 5%ig
6 Tropfen Dr. Jacobs Vitamin D3/K2 Öl
500 ug Vitamin B12 Adenosylcobalamin
von Sunday Natural
2x200 mg Magnesium Glycinate Powder
von Vitalit
Seit 1.6.2018:
Reduzierung auf 1,2 mg Sertralin
Alles andere unverändert
Seit 11.07.2018:
0 mg Sertralin
47 mg Metoprolol
200 ug Vitamin D3/200 uh Vitamin K2
600 mg Magnesium
Vitamin C/Vitamin B6

Aktuell:
0 mg Sertralin
23,75 mg Metoprolol
Vitamin B12 (Veganerin!)
900 mg Johanniskraut (Laif 900)
padma
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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von padma »

hallo zusammen,

Josse hat Mirtazapin abgesetzt:
:party2: :party2: :party2:
Einen kleinen Zwischenschritt hatte ich noch und seit dem 14.08.2019 bin ich clean.
Bislang fühle ich mich sehr gut, mit jeder Reduzierung ging es mir immer besser, genauso wie ich es vermutet hatte.
Ich bin froh mich nicht geirrt zu haben.
Antidepressiva helfen meiner Erfahrung nach garnicht, im Gegenteil. Mich haben die Medikamente komplett aus der Bahn geworfen, haben depressive Symptome hervorgerufen, mich schlaflos und ängstlicher gemacht.
Mein Leben musste ich Gottseidank nicht komplett verändern, so wie es therapeutisch immer gesagt wird. Was ich verändert habe ist meine Einstellung zu vielen Dingen, damit lebt es sich leichter und das Ausschleichen der Droge Mirtazapin.
Wenn jetzt noch mein ganz leicht erhöhter Blutdruck runtergeht, natürlich ohne Tabletten, dann ist alles perfekt. Perfektion habe ich allerdings auch etwas abgelegt, weswegen ich bereits jetzt glücklich über meinen Verlauf bin.
Falls ich Empfehlungen aussprechen darf:
Zigaretten weg, Alkohol weg, ADs weg, Fleisch weniger, mehr Obst und Gemüse, Joggen, Blut spenden, Einstellung zu schweren Themen verändern, Kopf hoch, Brust raus, für die eigenen Dinge einstehen, noch zu hart mit sich sein, ggf.Arbeitgeber wechseln,...
Grüße
José
viewtopic.php?p=316741#p316741
Susanne1978
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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von Susanne1978 »

Der 14.08.19 ist doch noch gar nicht?! 🤔
Seit ca. 1998 nehme ich Antidepressiva
Doxepin, Sertralin, Venlafaxin

03/2017 nehme ich 150 mg Venlafaxin

01.12.2018 = abzgl. 5% = 142,50 mg
01.02.2019 = abzgl. 10% = 128,25 mg
01.03.2019 = abzgl. 10% = 115,50 mg
01.04.2019 = 112,50 mg
01.06.2019 = abzgl. 5% = 106,88 mg
11.07.2019 = abzgl. 5% = 101,54 mg
10.08.2019 = 100,00 mg
11.09.2019 = abzgl. 5% = 95,00 mg
29.10.2019 = abzgl. 8% = 87,50 mg
Einnahme vergessen am 18.12.19!
12.01.2020 = abzgl. 5% = 83,00 mg
18.02.2020 = abzgl. 10% = 75,00 mg
01.05.2020 = abzgl. 10% = 67,50 mg
02.07.2020 = abzgl. 7,5% = 62,50 mg
26.08.2020 = abzgl. 10% = 56,25 mg
23.10.2020 = abzgl. 10% = 50,00 mg
padma
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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von padma »

Susuli hatte Johanniskraut abgesetzt, es geht ihr nun wieder gut :D
Hallo,

ich wolle mich nach über einem Jahr nochmal melden.

Inzwischen geht es mir wieder gut, aber es hat echt ewig gedauert bis sich alles wieder beruhigt hat. Auch die emotionale Situation und die Schulterverletzung von meinem Mann (wobei der immer noch damit zu tun hat) haben sich geklärt. :o

Den Durchfall hatte ich insgesamt ca. 3 Monate, die Schlafstörungen wurden zügig besser als ich wieder zum Neurofeedback gehen konnte.

"Angegriffen" habe ich mich ungefähr bis Weihnachten gefühlt.

Ich wollte mich nur noch mal recht herzlich bedanken für die damalig Unterstützung und wünsche allen Forenteilnehmern hier viel, viel Kraft um auch von dem Teufelszeug (was auch immer es ist) los zu kommen.

Alles liebe
Susuli
viewtopic.php?p=320806#p320806
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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von padma »

hallo,

Rachel hat Duloxetin erfolgreich abgesetzt :party2: :party2: :party2:
Nun nach über 3 Jahren Absetzen des Duloxetinsbin ich endlich bei Null angekommen. Ich bin sehr glücklich. Es,war ein langer Weg, den ich ohne euch hier nicht geschafft hätte. Ich habe wieder Freude am Leben, trotz meiner Wehwechen, die machen schon oft zu schaffen.
viewtopic.php?p=322795#p322795

lg padma
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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von padma »

hallo, :)

Martina52 hat bereits im April 2018 Duloxetin erfolgreich abgesetzt. Es geht ihr soweit ganz gut
viewtopic.php?p=316244#p316244

liebe Grüsse,
padma
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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von Optimist2403 »

Hallo liebe Forum-Mitglieder,

Nach 4 Jahren Venlafaxin Einnahme und 1 Jahr Ausschleichen bin ich das Teufelszeug endlich los :party2: !
Ich bin bis auf wenige Beiträge eher stiller Mitleser gewesen, weil ich meistens nur in schlechten Phasen Trost gesucht und gefunden habe. :group:

Nachdem ich nun 8 Monate auf 0 bin, möchte ich trotzdem von meiner Erfolgsgeschichte berichten.

Im Januar als ich auf 0 ging, war ich mit starken Absetzerscheinungen 2 Wochen krank und nicht in der Lage zu arbeiten.

Danach ging es bergauf und das habe ich nicht zuletzt den Beiträgen hier im Forum zu verdanken! :group:
Ich wäre wahrscheinlich durchgedreht und hätte mich für todsterbenskrank gehalten, wenn ich nicht gelesen hätte, dass die Hirnvernebelung und das Muskelzittern, die Brain Zaps und Kopfschmerzen zu Absetzerscheinungen gehören. Mir war oft so übel, dass ich kein Essen zu mir nehmen oder drinbehalten konnte. :zombie:

Danke Danke Danke für dieses Forum!!!!!

Mein Nervensystem ist dennoch reizbarer als vorher. Im August habe ich geheiratet und habe 1 Jahr lang meine Hochzeit mit 100 Gästen vorbereitet. Durch diesen Stress habe ich seit Juni Tinnitus auf dem linken Ohr.
Auch der Schwindel begleitet mich noch in stressigen Phasen.

Dennoch kann ich meinem Alltag nachgehen und wieder vieles genießen! Ich habe gelernt, meinen Körper zu respektieren und ihm Ruhe und Pausen zu gönnen. Allerdings muss ich mich trotzdem hin und wieder erinnern, was mein Körper durchmachen musste und Geduld üben, wenn einige Funktionen noch nicht wieder optimal hergestellt sind. Aber die Zeit wird es richten. Ich unterstütze ihn, indem ich fast keinen Alkohol trinke, auf gute Ernährung achte und genügend schlafe.

Ich möchte allen AD-Geplagten Mut machen! Es gibt ein Leben nach dem Entzug! Gebt die Hoffnung bitte nicht auf.
Ich wünsche allen viel Kraft und Verständnis seitens eurer Freunde, Familie und Kollegen!

Vielen Dank an alle, die hier ihren Beitrag leisten!

Edit von padma: hier ist der thread von Optimist viewtopic.php?f=35&t=14575&p=324306#p324306
Zuletzt geändert von padma am 16.09.2019 18:26, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Edit eingefügt
10.2014 8-wöchiger Klinikaufenthalt wegen Depressionen und Zwangsgedanken
Start mit 75mg Venlafaxin
Frühjahr 2015 Dosis halbiert --> 37,5 mg keinerlei Absetzsymptome

Juni 2017 erster Versuch abzusetzen reduziert auf 25mg
Nach schon 2 Wochen reduziert auf 12,5 mg
Ganz starke Absetzsymptome: extremes Zittern, Schweißausbrüche, Angstzuständen, konnte nicht allein sein, Konzentrationsschwierigkeiten, Appetitlosigkeit
Kurz danach wieder auf 25mg und dann auf 37,5mg hochgegangen
Psychologin meinte, ich brauche es wahrscheinlich
Im Februar 2018 habe ich dieses Forum entdeckt und es bestärkt mich, abzusetzen
02.02. reduziert auf 25mg
4 Wochen keine Symptome
03.03. Bauchkrämpfe,Niedergeschlagenheit
04.03. fast das ganze We nur geschlafen
05.03. am Morgen extreme Schweißausbrüche Angst, dass es wieder so schlimm wie beim letzten Versuch wird
06.03. seit 3:00 morgens starke Schweißausbrüche und Herzklopfen
10.05 20 mg
.
.
08.08. 11mg
07.09. 8 mg
08.10. 5 mg
07.11. 3mg
05.12. 2mg
03.01. 1 mg
Seit 23.01.19 auf 0
Nach 1 Jahr ist ein normaler Alltag mit ein paar Einschränkungen möglich. Geringere Stresstoleranz als vor der Einnahme von Venlafaxin. Bei zu viel Stress habe ich das Gefühl, dass mein Gehirn "anspannt" und im Bauch zittern die Muskeln.
padma
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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von padma »

hallo,

Wachstum hat erfolgreich Doxepin abgesetzt.
Hier sein Bericht:

Hallo,

ich wollte mich noch mal zurück melden, da ich inzwischen den Absetzprozess mehr oder weniger erfolgreich beendet habe und einiges in der Zeit passiert ist. Vielleicht ist mein Erfahrungsbericht für den einen oder anderen, der auch Doxepin absetzt/abgesetzt hat ja interessant.

Ende Februar, Anfang März 2019 war ja der letzte status, den ich hier mitgeteilt hatte, dass ich innerhalb weniger Wochen in zwei Schritten von 30mg auf 20mg reduziert hatte, kurz bevor ich im März einen neuen Job begann. Das war ein Fehler. Die Absetzsymptome kamen Zeitverzögert mit dem Beginn des neuen Jobs, der mir überhaupt nicht gefiel, und mir ging es innerhalb weniger Tage - auch durch den Arbeitsstress und die neuen Anforderungen - so schlecht, dass ich den Job wieder kündigen musste. Angstzustände, Intrusionen, emotionale Flashbacks, Gefühl sich im Schmerz und in der Angst aufzulösen, massives Überforderungserleben, völlige Energielosigkeit, depressive Verzweiflung und viele schwer zu besschreibende Symptome einer komplexen PTBS waren neben den üblichen Absetzsymptomen wie Brainzaps, Schlaflosigkeit, Albträume, Gefühl wie auf Drogen, Verwirrung, Benommenheit, Brainfog, Verlust von emotionaler Regulationsfähigkeit, Überflutungserfahrungen mit Trauer, Ängsten u.Ä., Verdauungsprobleme usw meine ständigen Begleiter.

Ich Entschied mich letztlich dafür, die kommende Zeit für das Ausschleichen zu nutzen und keinen anderen neuen Job mehr zu suchen. Die ganze Zeit über war ich in der Misere, dass ich ganz klar das Gefühl hatte, dass das Doxepin mir nur massiv schadet, ich keinen Nutzen davon habe und mich davon abhält, wieder Stabilität zu erreichen und in meine Kraft zu kommen. Und es machte mich depressiv, was ich in der Form vorher nie war. Trotzdem musste ich es ja langsam ausschleichen, ich hatte ja gesehen, was der zu große Absetzschritt in Kombination mit Existenzängsten mit mir gemacht hatte. Ein Dilemma, ich habe regelrechten Hass auf Doxepin entwickelt.

Nach der Reduktion auf 20 mg, blieb ich etwa 6-7 Wochen auf dieser Dosis, aber es stellte sich keine Verbesserung ein. Vormittags, bevor ich das Doxepin nahm, ging es mir noch einigermaßen ok, aber 2-3 Stunden nach jeder Einnahme, nahm das Fiasko täglich seinen Lauf. So erledigte ich stets bis zum Mittag noch Dinge im Haushalt, weil ich wusste, dass ich ab Nachmittags nur noch schwer depressiv und benommen im Bett liegen konnte und das Gefühl hatte, von einem LKW überrollt zu werden. Teilweise immer wieder Angstvolle Krisen und Zweifel, ob es wirklich nur am Doxepin liegt, oder ob ich gerade in eine schwere depressive Episode hineinrutsche. Gefühl von Ohnmacht, ausgeliefert sein, fehlende Selbstwirksamkeit, ich konnte die Situation einfach nicht ändern und sie verbesserte sich nicht. Irgendwann entschloss ich, dass es so nicht weitergehen kann, ich kam nicht vom Fleck und litt dauerhaft. Also reduzierte ich von 20mg auf 19mg, im Wissen, dass es dadurch entweder besser oder noch schlimmer werden würde.

Es passierte das, was ich im Inneren eh die ganze Zeit wusste. Mein Zustand verbesserte sich deutlich. Nun hatte ich die Bestätigung, dass mein miserabler Zustand hauptsächlich vom Doxepin verursacht war. Nach einigen Tagen traten wieder diverse Absetzsymptome auf, aber insgesamt ging es mir wesentlich besser. 2-3 Wochen nach der Reduktion fühlte es sich jedoch so an, als ob ein Antidepressivum anfängt zu wirken, ich war wieder völlig "verklatscht", drogenmäßig verballert und der Zustand verschlechterte sich wieder, also reduzierte ich wieder die Dosis.

Dieses Muster setzte sich bei jeder Reduktion fort. Zwar wusste ich, dass ich dem Gehirn nach jeder Reduktion eigentlich mehr Zeit geben müsste, um sich an den neuen Medikamentenspiegel anzupassen, aber die Erfahrung hatte ja gezeigt, dass dies auch nach 6-7 Wochen leiden nicht passierte und ich das Doxepin grundsätzlich einfach nicht gut vertrug. Ich hätte dieses ewige, elendige Dahinsiechen nicht ausgehalten, wenn ich immer 6 Wochen Pause zwischen den Schritten gemacht hätte, in denen sich der Zustand nicht bessert. Also reduzierte ich jeweils nach 2-3 Wochen, wenn die Wirkung wieder begann, eklig zu werden, das war für mich die einzige Möglichkeit damit umzugehen. Von April bis August war ich damit beschäftigt. Der Prozess war in etwa (ganz genau kann ich es nicht mehr sagen) so: 20mg -> 19 -> 16 -> 15 -> 12,5 -> 10 -> 8 -> 6 -> 5 -> 4 -> 3 -> 2 -> 1 -> 0,5 -> 0,3 -> 0 mg. Gegen die widerlichen Zustände/Absetzsymptome/Wirkung der neuen Doxepindosis half nur weiteres Reduzieren.

Mein Absetzprozess war demnach nicht konventionell und nach den Richtlinien, die hier empfohlen werden, aber nur so hat es für mich funktioniert. Offenbar muss jeder für sich selbst herausfinden, wie es für ihn funktieren kann. Es war mit ganz erheblichen Leid verbunden, mit Wut und Tränen, Verfluchen der Pharmaindustrie und Verzweifeln, mit einem halben Jahr Ausnahmezustand und gefühlten Gehirnschaden, mit immer wieder kehrenden Zweifeln und Ängsten.

Jetzt bin ich seit knapp 7 Wochen auf 0 mg. Der letzte finale Absetzschritt war dann noch mal sehr heftig. Wieder kamen nach 2 Wochen extreme Wellen und all die Zustände, die ich bereits beschrieben habe, nur dass ich ja jetzt nichts mehr dagegen tun konnte (weitere Absetzschritte). Zur Zeit ist es so, dass Es Welllen von 4-5 Tagen gibt, in denen ich mich fühle als hätte ich 40 grad fieber, einen 20kg schweren Kopf und 2,5 Promille Alkohol im Blut nur ohne angenehmen Rausch ;-) Ich kann dann kaum noch etwas machen, bin völlig kraftlos, mein IQ und meine Konzentrationsfähigkeit ist gefühlt halbiert, und die Gefühle sind kaum noch zu steuern, morgens fühle ich mich, als ob die Welt unter geht und ich verfluche die Tatsache, dass ich diese Substanz genommen habe. Es ist immer wieder ein Kampf, bewusst in die völlige Akzeptanz zu kommen, denn nur so lassen sich die Wellen aushalten. Und dann gibt es Fenster von 2-3 Tagen, in denen ich mich relativ normal fühle.

4 Wochen nach 0mg begann ich erneut einen neuen Job, leider wieder äußerst ungünstiges Timing, ging aber nicht anders, die Chance musste ich nutzen. Diesmal nur eine halbe Stelle in einem Arbeitsfeld, was mir wirklich Spaß macht, ich bin jetzt in der dritten Arbeitswoche und es macht mir Freude, wieder autonom für mich selbst sorgen zu können, und ich kann es gut bewältigen, trotz der nach wie vor bestehenden Absetzsymptomproblematik. In den Wellen hatte ich teilweise Angst, dass ich in einen protahierten Entzug gerate, weil es 7 Wochen nach 0mg immer noch so heftig ist teilweise und weil sich vielleicht durch die kurzen Pausen zwischen den Reduktionsschritten die Absetzsymptome "aufgestaut" haben und sich nah 0mg dann erst so richtig entladen. Insgesamt wirds aber doch besser, auch wenn ich manchmal das Gefühl habe, nachhaltig Schaden durch das Doxepin genommen zu haben. Ein absolutes Teufelszeug. Rückblickend muss ich sagen, das war die widerlichste Substanz, die ich je genommen habe und das Absetzen war eine der schwierigsten Erfahrungen meines Lebens (Sertralin oder Escitalopram abzusetzen war ein Witz dagegen, Mirtazapin war auch heftig aber kein Vergleich zu Doxepin) und ich habe in den 9 Jahren komplexe PTBS schon viel erlebt...

Mein Fazit:
Trotz der heftigen Absetzproblematiken ging es mir seelisch insgesamt mit sinkender Dosis immer besser und ich bin heilfroh, dieses Gift endlich los zu sein. Es war ein Befreiungsschlag, ein Kampf für meine Freiheit und Unabhängigkeit, ich bin oft wieder gefallen, immer wieder aufgestanden, es hat eine unglaubliche Kraft,Geduld und Akzeptanz erfordert und den starken Willen, endlich (wieder) medikamentenfrei und echt leben zu wollen. Es war Hart und schwer. Auch meine Partnerin war in manchen Phasen unglaublich wichtig für mich, ohne den sicheren Hafen einer guten Partnerschaft hätte ich es nicht geschaffen und auch nicht ohne das Wissen, dass ich mich in den Prozess reinfallen lassen kann, ohne Angst haben zu müssen, ins Bodenlose zu fallen (Wohnungsverlust, Kein Geld, usw). Für meine existenziellen Bedürfnisse war ja stets gesorgt, zur Not auch ohne mein Zutun. Dafür bin ich unglaublich dankbar. So kann ich für mich selbst nur sagen:
Nie wieder Antidepressiva.

LG
Wachstum
viewtopic.php?p=324465#p324465
Hallo,

noch ein kleiner Nachtrag, vielleicht kann man ihn noch in mein Posting im "erfolgsgeschichten" thread hinein editieren?!

Nun sind es fast 11 Wochen nach 0 mg und ich kann berichten, dass sich die massiven Absetzsymptomwellen in den letzten 4 Wochen deutlich gelegt haben. Waren es vor 4 Wochen noch stets mehrere Tage mit heftigsten Absetzsymptomen auf allen Ebenen, die unterbrochen waren von wenigen Tagen ohne oder mit wenig Symptomen, sind die Wellen jetzt langsam aber stetig abgeebbt. Hin und wieder gibt es noch einzelne Tage, an denen es mir schlecht geht, ich mich ängstlich und unwohl oder leicht depressiv fühle, die Symptome sind dann allerdings nicht mehr so deutlich als Absetzsymptome identifizierbar, dennoch fühlt es sich nicht natürlich an, eigentlich läuft mein Leben gerade echt gut, wenn man bedenkt, was ich für einen 1,5 jährigen Horrortrip hinter mir habe. Ich habe das Gefühl mein Gehirn leistet Schwerstarbeit, um sich von diesem Eingriff in seine Chemie zu erholen.

Dieses absolut kraftlose, körperliche Grippegefühl mit Brainfog, gefühlt halbierten IQ und kaum vorhandenen Konzentrationsfähigkeiten, dafür mit schwer steuerbaren Neuroemotionen, ist an den schlechten Tagen nicht mehr vorhanden, dafür dann aber morgens nach dem Aufwachen Brainzaps, was noch das spezifischste Absetzymptom ist. Es ist eher diffus, nicht leicht da zu differenzieren, betrifft eher die Emotionen, aber das Grundgefühl, was mich begleitet, kenne ich so von mir nicht.

Ich merke nach wie vor, dass mein Gehirn sich neu organisiert und noch nicht geheilt ist, oft fühle ich mich leer, wenig belastbar, ernüchtert, wie ein "runterkommen". Ich habe ja schon einige Erfahrung mit Antidepressiva, aber Doxepin war für mich definitiv das Schlimmste; das bei dem ich das Gefühl habe, es hat wirklich Schaden im Gehirn hinterlassen. Dabei habe ich es mit 30 mg noch nicht mal hoch dosiert. Das kannte ich bisher von Escitalopram, Sertralin oder Mirtazapin nicht.

Aber ich habe es überstanden, der Entzug ist im Großen und Ganzen hinter mir, die Nachwirkungen - so würde ich den jetzigen Zustand eher nennen - sind lästig und unschön, aber auszuhalten, ich kann in meinem neuen Job arbeiten, habe meine sexuelle Energie wieder gefunden, meine durchs Doxepin verursachte erektile Dysfunktion überwunden und fange gerade eine Traumatherapie an. Ego-State-Therapie und Körpertherapie, verbunden mit Elementen aus dem Tai Chi und der Meditation.

Was mich am meisten belastet, sind die massiven Schlafprobleme, die ich seit dem Entzug habe. Nichts hilft, Schlafhygiene, Entspannungsübungen, Meditation, Baldrian, Melisse, Hopfen, Passionsblume, CBD, Melatonin - alles highdose schon probiert. Das einzige, was hilft, sind Benzos oder Alkohol, aber das kann es ja auch nicht sein. Ich habe das Gefühl, mein Körper hat Schlafen verlernt. Ich hoffe, das legt sich noch, es ist extrem kräftezehrend.

Definitiv war das für mich der letzte Ausflug in die Welt der Antidepressiva. Im wesentlichen haben sie mir nicht nur nicht geholfen, sie haben Heilungs- und Verarbeitungsprozesse verhindert/verlangsamt und meinem Gehirn massiv Schaden zugefügt. Gespürt habe ich das beim Doxepin von Anfang an, dass es dem Gehirn schadet, rückblickend gesehen eine schlechte Entscheidung, es überhaupt weiter zu nehmen, wenn ich allein daran denke, wie schlimm schon das Einschleichen war. Nun denn, hinterher ist man immer schlauer.

Ich denke, dies war mein letztes Posting, ich bedanke mich noch mal bei den Menschen, die mich in meinem Thread unterstützt haben. Vielleicht schreibe ich noch mal etwas, wenn ich das Gefühl habe, die "Nachwirkungen" sind vollständig abgeheilt. Allen anderen Absetzenden wünsche ich gutes Durchhaltevermögen. Es ist möglich und nur zu empfehlen.

Grüße
Wachstum
Zuletzt geändert von padma am 15.10.2019 19:26, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Nachtrag eingefügt
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