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Seit das ADFD gegründet wurde, haben sich die Verschreibungen von Psychopharmaka ungefähr verdreifacht! Die Gründe warum diese Substanzen verschrieben werden sind sehr unterschiedlich. Es wäre interessant und hilfreich für die Gemeinschaft und auch Außenstehende, einen besseren Einblick in die Verschreibungshintergründe zu bekommen. Darum ...


... macht bitte alle bei unserer Umfrage zum Verschreibungsgrund mit :)


Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Sammlung von Erfahrungsberichten mit Psychopharmaka.
padma
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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von padma »

hallo,

hier ein mutmachendes update von Maggie, der nach einem zu schnellen Absetzen von Paroxetin in ein protahiertes Entzugssyndrom geraten ist:
Hi zusammen,
wollte mal wieder von mir hören lassen wie es mir so nach all der Zeit mitlerweile geht.
Vieles hat sich weiterhin verbessert und starke Wellen / Fenster sind fast nicht mehr vorhanden. Alles fühlt sich mehr und mehr "normal" an, wobei es immer noch nicht normal ist.
Brainfog, Derealisation (Mal mehr mal weniger), starkes Rauschen auf den Ohren, starke Muskelzuckungen und das verkaterte Grundgefühl sind nach wie vor ständiger Begleiter.
Hinzu kommt Fatigue der fast immer gegen 15 Uhr einsetzt, ca 1-2 Stunden bleibt und dann wieder verschwindet.
Meine Stimmung ist um ein vielfaches besser geworden und starke depressive Wellen kommen nicht mehr vor, was alles andere so viel einfacher zu ertragen lässt. Auch kann ich wieder 1-2 Bier / Wein trinken ohne das es alles viel schlimmer macht, wodurch mein Soziales Leben so langsam wieder Form annimt. Geht jetzt nicht nur um den Alkohol, sondern auch länger als 22 Uhr wach bleiben etc. .
Mein Schlaf ist und war ja nie ein großes Problem während des Entzugs, allerdings hören die nächtlichen Halluzinationen einfach nicht auf.
Habe bei Surviving Antidepressents gelesen, dass es sich um Hypnagoge Halluzinationen handelt und laut Google trifft das auch ziemlich genau auf mich zu.

Das ist so der Stand der Dinge bei mir und ich bin endlich, nach 3 1/2 Jahren auf einem "gefühlten" Weg der Besserung.
Lg
Maggie
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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von Straycat »

Hallo,

ein Mut machender Bericht von Torsten51, der nun seit etwas mehr als 10 Monaten Opipramol abgesetzt hat:
Torsten51 hat geschrieben: 14.08.2020 18:49 Mir selber geht es wieder gut . War eine schwere Zeit und langsam kommen alle Muskeln zurück . Laufe jeden Tag auf Arbeit zwischen 8 u 14 tausend Schritte . Ich hoffe das jeder der meinen Thread verfolgt und selbst betroffen ist , nie aufgibt und kämpft . Es wird irgendwann besser und ihr schafft das . Seid stark , lasst euch nicht unter kriegen und kämpft . 4 Wochen opipramol haben mich fast ein Jahr meines Lebens gekostet . Vertraut den Menschen hier die Erfahrung mo AD oder ähnlichem haben . Sie wissen wovon sie erzählen . Es wird wieder besser . Verrennt euch nicht in irgendwelche Krankheiten , habt Geduld mit euch . Versucht nicht zu viel . Am Ende spielt die Zeit für euch und euer Körper wird heilen . Als die erste fast Diagnose mit dem Verdacht auf ALS im Raum stand hatte ich selbstmord Gedanken . Jetzt im Nachhinein wo mein Gehirn wieder funktioniert , denke ich das das letzte Jahr wie ein Horrorfilm war. Bzw ein schlechter Traum . Bitte gebt nie auf und Streicht die schlimmen Gedanken aus euren Köpfen . Es wird besser und versprech ich euch . Haltet durch . Ich danke allen die für mich da waren in der schweren Zeit . Philine , Anna , Maus ... usw. Ihr seid klasse und echt ne Bank . Hab euch alle lieb und nicht vergessen . Bis bald euer Torsten .❤️❤️😘😘😘
Info: Signatur abgekoppelt
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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von padma »

hallo,
Lilalilli hat Venlafaxin und Trazodon (und Alprazolam) abgesetzt:
Hallo.

Ich möchte hier nur kurz ein Update schreiben. Ich bin seit 4 Wochen auf 0 und es geht mir gut.

Ich hatte keine grossen Probleme das Venla abzusetzen, ich hab immer nach Gefuehl reduziert. Gedauert hat es knapp 2 Jahre.

Ich möchte allen Mut zusprechen, ich bin froh das ich mich vorab gut informiert habe und langsam gemacht habe. Ich weiss das auch Monate nach 0 noch was kommen könnte, aber ich nehme an da das entziehen schon so gut ging wird das schon klappen.

Ich bin unendlich froh das nun alle 3 Medis weg sind und wünsche allen hier ein gutes Gelingen.

Liebe Grüße
viewtopic.php?p=377944#p377944
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, im :schnecke: Tempo ausgeschlichen
Absetzverlauf:
► Text zeigen
1.1.2020: 0 mg, Die :schnecke: steht auf dem Kilimanjaro :D



Was finde ich wo im Forum
Infoartikel: Antidepressiva absetzen
FAQ: Alles, was Ihr übers Absetzen wissen müsst!




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Foxly
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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von Foxly »

Liebe Brigitte,

habe gerade in meiner Verzweiflung in den Erfolgsgeschichten hier gestöbert und Deinen Beitrag gelesen. Ich möchte Dir erstmal zu Deinem Erfolg gratulieren!

Ich bin an Deinem Beitrag "hängengeblieben", weil es genau die Kombi war, die ich schon die ganze Zeit suche: an Jahren und Erfahrungen mir ein Stück voraus :wink: Die meisten Erfolgsgeschichten "passen" nicht so recht zu meiner Geschichte, auch wenn ich mich natürlich über jede/n Einzelne/n freue, der/die es geschafft hat, egal unter welchen Voraussetzungen.

Wir hatten in einem anderen thread schon Kontakt. Jetzt fand ich es aber interessant, dass Du mit Laif 900 gut klar kommst, weil ich genau die Frage nach Johanniskraut eben im thread "Ein Jahr Ohne" gestellt habe. Ich komme einfach auch nach einem ganzen Jahr ohne nicht auf die Beine, habe aktuell eher das Gefühl einer gnadenloser Abwärtsspirale :zombie:

Jetzt steht mit meiner sehr engagierten Therapeutin eben die gemeinsame Überlegung im Raum, es mit Johanniskraut zu probieren, denn genau wie Du hier schreibst, kann und will ich einen jahrelangen Entzug nicht durchstehen. Mir läuft schlicht die Zeit davon. Auch ich bin schon etwas älter (fast zweiundsechzig) und habe ziemlich schlechte Voraussetzungen, vollständig von dem Horrorzeug zu heilen (sehr lange Einnahme, MS, viel zu schnell abgesetzt.....) und möchte gerne noch ein bisschen Lebensqualität, denn wem nutzt es, wenn ich schließlich "gesund ins Gras beiße" :haha:

Leider bin ich aber mittlerweile so traumatisiert, dass ich mich gar nichts mehr einzunehmen traue, immer diese Angst, dass auch DER Schuss wieder nach hinten losgeht......

Meine Schwester nimmt Laif 900 nach einer Krebserkrankung seit ca 20 Jahren problemlos, aber sie hat halt auch keinerlei Vorgeschichte mit chemischen PP.....

So kann ich einfach nicht weiter machen......

Danke, dass Du mir mit Deinen Texten Mut machen konntest/kannst!
Liebe Grüße
Gabs
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-> Oktober 2020 Symptome des Infekts klingen langsam ab, aber Entzugssymptome weiterhin vorhanden, manche minimal besser, zu viele noch sehr einschränkend. Massiv leide ich unter mangelndem (Tief-)schlaf und unter einer anhaltenden fürchterlichen fatigue.
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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von Straycat »

Leya :) hat erfolgreich Venlafaxin abgesetzt:
Leya hat geschrieben: 19.09.2020 10:31 Halli hallo :hug:

Ich bin ganz zufällig wieder auf meinen Account in diesem Forum gestoßen und dachte mir, dass ich ja mal meine Posts lesen könnte. :D

Und da habe ich gemerkt, dass ich mich nie nochmal gemeldet habe, ob alles gut gegangen ist.
Das hole ich jetzt mal nach, auch wenn ich hier nicht viel geschrieben habe und mich demnach auch niemand kennen wird.
Aber vielleicht ist es ja für andere schön, zu sehen, wie sehr einem dieses forum helfen kann.
Das hat es nämlich. Ich habe das venlafaxin erfolgreich abgesetzt, wie ich es geplant hatte. Das ist jetzt 6 Jahre her. Ich habe immer mal Probleme mit Unruhe und Nervosität, aber daran habe ich mich gewöhnt und gerate nur sehr selten noch mal in die Situation, dass ich leicht panisch werde.
Mittlerweile bin ich verheiratet und nächstes Jahr geht es an die Familienplanung. <3
Ich bin daher echt froh, damals dieses Forum gefunden zu haben.

Ich wünsche allen, dass es ihn gut geht oder es zumindest besser wird. :group:

So. Das wollte ich mir mal kurz da lassen. :party2:
Meine Geschichte und mein Absetzweg:
► Text zeigen
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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von padma »

Sommersprosse :) hat es nach 35 Jahre AD Einnahme, nun geschafft Venlafaxin abzusetzen und ist AD frei. :party2:
Sommersprosse hat geschrieben: 15.10.2020 20:07 Ein liebes "Hallo" :) in die :pillowtalk:

erschreckend :o wie schnell die Zeit vergangen ist, ein Jahr ist mein letzter Beitrag her.

Zeit für Veränderungen standen an. Nach einem sehr traumatisierendem Ereignis (Eigentum abgebrannt), kurzer Klinikaufenthalt,
freiwilliger Neueindosierung von Venlafaxin, kurz vor meinem Ziel der Reduzierung von 225mg AD, wollte ich mir einen Wunsch / Lebenstraum
(leben am Meer) erfüllen. Nach gut 1-jähriger Planung / Vorbereitungszeit ist dieser nun Realität geworden.
Vor ein paar Wochen haben wir, mein Ehemann und Hundi Deutschland verlassen und Leben 3 Min. vom Meer entfernt.

Seit 15. August 2020 bin ich AD -frei, ohne NW :)

Wer mich hier von meinen Beiträgen her kennt, weiß wie wichtig mir Ziele im Leben sind.

Auch mit einer psychischen Erkrankung, gerade hier ist es meines Erachtens sehr wichtig, sich Ziele zu setzen bzw. zu haben.
Manchmal stellen sich Hindernisse ein - der Weg geht in eine andere Richtung. Dennoch ist es möglich sein Ziel zu erreichen !!

Als ich dieses Forum für mich fand und las, wie lange so eine Reduzierung dauern würde, war ich zunächst einmal sprachlos!
Oje...so lange !!! Gut...dachte ich mir...das schaffst du !! Nie stand die Reduzierung im Mittelpunkt meines Lebensablaufs - ich lebte MIT ihr,
nicht die Reduzierung mit mir.

Ich wünsche ALLEN die ihre Reduzierung gerade angefangen haben oder mitten im Reduzierungsprozess stehen, nicht die Geduld zu verlieren.
Bitte gebt nicht auf !!! Es fühlt sich sehr gut an ohne AD.

Möge euch die Kraft gegeben sein die ihr gerade braucht...ich wünsche euch viel, viel Mut euer Ziel zu erreichen.

Ganz liebe Grüße aus Sweti Vlas kommen von der Sommersprosse (n) :schnecke:
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Re: Antidepressiva absetzen - Erfolgsgeschichten Sammelthread

Beitrag von padma »

ein Update von Schwindelig, sie hat vor 6 Monaten Mirtazapin abgesetzt und es geht ihr gut :D :
Schwindelig hat geschrieben: 17.10.2020 07:50 Guten Morgen! :)

Gestern habe ich aufgeräumt und mir ist eine Packung alter Tabletten in die Hände gefallen. Das hat mich an dieses Forum erinnert und dass ich mal wieder schreiben könnte, wie es mir geht.

Es sind auf den Tag heute sechs Monate medikamentenfrei!! Juhu :D

Ich habe meine Periode erneut bekommen und die nächste steht auch schon an, das kann ich spüren. Ich habe eine Form von PMS, die geht immer eine Woche und ist um die Zeit des Eisprungs. Sie scheint von mal zu mal schwächer zu werden- als ich Anfang des Jahres meine Periode hatte, war es wie zu Zeiten der Depression...
Meine Haut verbessert sich stetig, sie war nie unrein, aber sehr trocken.

Ich bin wieder (und mehr als je zuvor) in Kontakt mit mir selbst. Ich scherze, ich lache, ich kann ganz normal traurig sein. Das war schwierig für mich: zu verstehen und keine Angst zu haben, wenn ich mal traurig bin. Denn jeder Mensch ist mal traurig. Ich verleihe meinen Gefühlen Ausdruck. Früher bin ich sehr still geworden, wenn in mir viel los war. Jetzt arbeite ich mit Geräuschen, zum Beispiel um Schock (wenn ich mich erschrocken habe) oder Überraschung, Freude, Unglauben, .... herauszulassen. Das fühlt sich gut an.

Manchmal treten komische Symptome auf, die dann aber wieder verschwinden. Meine Allheilmittel sind Mittagsschläfchen und Wasser, gutes Essen. In Psychotherapie bin ich seit einem Jahr nicht mehr, das erste Mal seit 5 Jahren. Das tut mir gut!! In der Klinik hatte ich einen tollen Arzt, der mir Werkzeuge in die Hand gegeben hat, die ich gerade nutze. Es ist eine wichtige und besondere Zeit für mich.

Ich komme gut klar. Ich habe das Absetzen deutlich gespürt, aber bin sehr diszipliniert und konsequent. Ich habe bis vor zwei Monaten keinen Alkohol getrunken (und bis jetzt auch nur 3 mal), ich rauche kein Cannabis mehr, ich gehe zeitig schlafen und stehe früh auf, ich erledige meine Aufgaben, weil sie mir wichtig sind (Studium, Haushalt, ...) ich pflege meine Hobbies.

Ich habe Freundschaften mit Menschen, die mir gut tun.
Freunde, die mir nicht guttun, habe ich neu in meinem Leben verortet.

Ich denke nicht mehr so viel über Gesundheit, Medikamente u.ä. nach. Das tut mir gut. Ich vertraue meinem Körper, dass er sich balanciert. Und ich unterstütze ihn bestmöglich. Ich schreibe meinem konsequenten Lebensstil auch meinen Erfolg hinsichtlich des Absetzens zu. Es ist viel Experimentieren, was einem guttut (Essen, Musik, Freunde, schlafen, Natur, Hobbies ....) und das muss ein jeder Mensch selbst rausfinden.

Aber bloß nicht aufgeben und die Hoffnung verlieren!!!!

Alles Liebe

Lou
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