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Thread für Langzeitbetroffene - Hoffnung und Unterstützung

Sammlung von Erfahrungsberichten mit Psychopharmaka.
Murmeline
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Murmeline »

Liebe Nospie,

das ist ein :alptraum:

Hoffe es geht etwas besser in Kürze.

Grüße Murmeline
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit 2012 abgesetzt
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Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier
Nospie

Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Nospie »

Hallo :group: ,
habe wieder mal was gefunden(surviving antidepressants),ist wieder die automatische Übersetzung,
klingt aber nicht mal so schlecht (vom Deutsch her):


Heute gesaugt das Haus und die Böden gewischt .. habe gesagt, ich würde es im Jahr 2015 zu tun! :)

Noch vor einem Jahr (3yrs off) der Gedanke an das allein wäre zu viel gewesen.

Es ist erstaunlich, was zu wachsen beginnt auf dem Boden, wenn Sie ihn für ein paar Jahre nicht gereinigt haben.

Off, das Fahrrad im Fitnessstudio gefahren. Dies war auch nicht vor 6 Monaten möglich.

Ein kleiner Schritt für einen Menschen ... ein großer Schritt für einen SSRI Überlebender!


Na,das kommt mir ja sowas von bekannt vor ...mein Mann saugt alle 1-2 Wochen,ich schaffe es gerade mal Bad und Toilette
zu reinigen,aber immerhin!
Ich muß meinem Mann mal was Gutes tun,ohne ihn wäre ich aufgeschmissen :hug: .
LG
Nospie
MorulaMyomatosus
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von MorulaMyomatosus »

Hallo liebe Leidensgenossen,

ich melde mich auch mal wieder zu einem Update. Seit mehr als 8 Wochen hatte ich nun ein zu 99 % beschwerdefreies Leben. Das ist auch der Grund, wieso ich mich vom adfd zurückgezogen habe. Ich wollte das einfach zu 100 % auskosten. Ich habe gelebt, gearbeitet (viel gearbeitet) und mich gefreut.
Seit gut ner Woche schleicht sich wieder eine Welle an. Ich glaub es einfach nicht....
Ich bin jetzt seit 11,5 Monaten auf Null und habe einfach schreckliche Angst, dass es nochmal so grauenhaft wird wie 2014. der Tinnitus ist wieder in seiner vollen Pracht da. Die "Es macht alles keinen Sinn mehr" und suizidalen Gedanken/Gefühle nehmen zu. Die Arbeit allerdings, lenkt mich ab. Ich komme aber einfach nicht mehr runter. Egal wie mein Tag ist. Ich fühle mich "einen drüber". Ich werde wieder kaum noch müde, kann aber schlafen.
Das Grübeln ist wieder vermehrt da und ich habe einfach Angst, dass es wieder so richtig, richtig bergab geht.

Ich hoffe, dass es bei euch im Moment stabil ist.

Liebe Grüße

Morula
Irgendwann 2007
Diagnose „Panikstörung“.
Erste Einnahme von Citalopram 20 mg.
Wegen Schlafstörungen Zopiclon 7,5 mg über ein halbes Jahr.
Zopiclon selbstständig innerhalb von 8 Wochen ausgeschlichen. Keine Entzugssymptome wahrgenommen.
Tiefenpsychologische Therapie über 2,5 Jahre.

Anfang/Mitte 2010
Citalopram nur noch unregelmäßig genommen, dann eigenständig kalt abgesetzt, da ich dachte ich wäre über den Berg.

Ende 2010
Nach einigen Monaten auf 0 mg setzt, von jetzt auf gleich, der verzögerte Entzug ein. Hauptsymptom: Extreme Suizidgedanken. Ich wusste allerdings nichts von einem Entzug!
Neue Diagnose: „Autoaggressive Zwangsgedanken“ und "mittelschwere bis schwere Depression".
Zweite Einnahme von Citalopram 30 mg und begleitend Lorazepam 1,5 mg
Lorazepam nach ca. 3 Wochen abgesetzt. Keine Entzugssymptome wahrgenommen.
Citalopram wirkt nach 3 Wochen wieder, die Suizidgedanken und alle anderen Symptome sind weg.
Verhaltenstherapie über 3 Jahre.

Ende 2013
Citalopram wieder unregelmäßig genommen, dann wieder eigenständig und kalt abgesetzt, da ich einigermaßen symptomfrei war.

Mai 2014
Nach ca. 5 Monaten auf 0 mg setzt wieder, von jetzt auf gleich, der verzögerte Entzug ein. Hauptsymptome: Schreckliche Suizidgedanken, Gedanken an Fremdgefährdung, völlige Appetitlosigkeit mit starkem Gewichtsverlust.
Auch hier wieder keinen Zusammenhang erkannt, deshalb Wiedereindosierung von Citalopram 40 mg, dazu Lorazepam 1,5 mg.
Lorazepam nach ca. 8 Wochen, ohne erkennbare Probleme, abgesetzt.
Auch nach wochenlanger Einnahme zeigt das Citalopram diesmal keinerlei Wirkung. Es wurde immer schlimmer.
Ich beschäftigte mich langsam mit der Problematik der Psychopharmaka.

Juli 2014
Stationärer Aufenthalt und kurze Umstellung auf Escitalopram. Auch dann kein Wirkeintritt und keine Besserung.
Viel zu schnelles und deshalb unbewusst kaltes Absetzen des Escitalopram innerhalb von 2 Wochen, unter ärtztlicher Begleitung in der Klinik.
Letzte C*pralex am 14.07.2014, seitdem im protrahierten Entzug!
Erst nach der letzen Tablette habe ich langsam verstanden was da eigentlich passiert ist und einen klaren Zusammenhang zu der SSRI-Einnahme erkannt.

Ende August/Anfang September 2014
Es stellen sich die typischen Wellen & Fenster ein.

Update Oktober 2015
Ich bin immer noch im protrahierten Entzug. Es ist extrem wechselhaft und betrifft besonders die Emotionen.

Update April 2016
Seit der letzten Tablette sind nun 21 Monate vergangen. Leider halten die Symptome immer noch an. Seit ca. Jahresbeginn wechseln sich die Wellen und Fenster fast täglich, häufig auch stündlich bis minütlich, ab. Das ist alles extrem anstrengend. Tja... Weiter geht's :schnecke:

Update Mai 2017
34 Monate nach Null. Immer noch im protrahierten Entzug.

Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende!
MorulaMyomatosus
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von MorulaMyomatosus »

Noch ein Update: der Hebel hat sich wieder umgelegt. Es ist, als hätte es die gute Zeit gar nicht geben. Als wäre sie nichts mehr wert. Wenn es wieder dauerhaft so schrecklich ist, weiß ich nicht wie es weitergehen soll........

Ich kann es einfach nicht glauben....
Irgendwann 2007
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Wegen Schlafstörungen Zopiclon 7,5 mg über ein halbes Jahr.
Zopiclon selbstständig innerhalb von 8 Wochen ausgeschlichen. Keine Entzugssymptome wahrgenommen.
Tiefenpsychologische Therapie über 2,5 Jahre.

Anfang/Mitte 2010
Citalopram nur noch unregelmäßig genommen, dann eigenständig kalt abgesetzt, da ich dachte ich wäre über den Berg.

Ende 2010
Nach einigen Monaten auf 0 mg setzt, von jetzt auf gleich, der verzögerte Entzug ein. Hauptsymptom: Extreme Suizidgedanken. Ich wusste allerdings nichts von einem Entzug!
Neue Diagnose: „Autoaggressive Zwangsgedanken“ und "mittelschwere bis schwere Depression".
Zweite Einnahme von Citalopram 30 mg und begleitend Lorazepam 1,5 mg
Lorazepam nach ca. 3 Wochen abgesetzt. Keine Entzugssymptome wahrgenommen.
Citalopram wirkt nach 3 Wochen wieder, die Suizidgedanken und alle anderen Symptome sind weg.
Verhaltenstherapie über 3 Jahre.

Ende 2013
Citalopram wieder unregelmäßig genommen, dann wieder eigenständig und kalt abgesetzt, da ich einigermaßen symptomfrei war.

Mai 2014
Nach ca. 5 Monaten auf 0 mg setzt wieder, von jetzt auf gleich, der verzögerte Entzug ein. Hauptsymptome: Schreckliche Suizidgedanken, Gedanken an Fremdgefährdung, völlige Appetitlosigkeit mit starkem Gewichtsverlust.
Auch hier wieder keinen Zusammenhang erkannt, deshalb Wiedereindosierung von Citalopram 40 mg, dazu Lorazepam 1,5 mg.
Lorazepam nach ca. 8 Wochen, ohne erkennbare Probleme, abgesetzt.
Auch nach wochenlanger Einnahme zeigt das Citalopram diesmal keinerlei Wirkung. Es wurde immer schlimmer.
Ich beschäftigte mich langsam mit der Problematik der Psychopharmaka.

Juli 2014
Stationärer Aufenthalt und kurze Umstellung auf Escitalopram. Auch dann kein Wirkeintritt und keine Besserung.
Viel zu schnelles und deshalb unbewusst kaltes Absetzen des Escitalopram innerhalb von 2 Wochen, unter ärtztlicher Begleitung in der Klinik.
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Ende August/Anfang September 2014
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Update Oktober 2015
Ich bin immer noch im protrahierten Entzug. Es ist extrem wechselhaft und betrifft besonders die Emotionen.

Update April 2016
Seit der letzten Tablette sind nun 21 Monate vergangen. Leider halten die Symptome immer noch an. Seit ca. Jahresbeginn wechseln sich die Wellen und Fenster fast täglich, häufig auch stündlich bis minütlich, ab. Das ist alles extrem anstrengend. Tja... Weiter geht's :schnecke:

Update Mai 2017
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Kevin05

Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Kevin05 »

Hallo,

ich kenne deine Geschichte nicht im Detail, aber du hattest jetzt ein gutes Jahr, wo es dir sehr gut ging, das ist eine lange Zeit, also versuch doch dir das vor Augen zu halten und nicht die Zeit, wo es dir schlecht ging, dass es dir auch gut gehen kann hast du schon bewiesen, je mehr deine Gedanken in diese Gänge gehen, wo du dich an die Situationen erinnerst wo es dir schlecht ging desto schlechter wird es. Du musst versuchen deine Gedanken umzudrehen oder gar nichts zu denken, noch besser und halt auch so viel wie möglich auf dich sehen, Dinge machen die dir Freude machen, umgib dich mit guten Menschen und versuch vor allem Stressfaktoren von dir fernzuhalten, konzentriere dich immer nur auf eine Sache. Wir leben ja in einer Multitasking Zeit, also eines nach dem anderen und dazwischen bitte nimm dir Auszeiten oder lenke dich ab mit guten Sachen.

Du warst zu lange stabil und in einem guten Zustand, dass das mit einem Entzug zu erklären ist, da musst du jetzt versuchen durchzukommen und wie gesagt versuch dein Leben "zu entschleunigen" - wobei Arbeit bzw. Beschäftigung gut ist sofern sie nicht zu viel Stress und Druck erzeugt und mach dir vor allem selber keinen Druck, wenn es dir mal nicht gut geht, dann versuch es zu akzeptieren und hinzunehmen, aber denk nicht, weil es jetzt so ist wird es auch in Zukunft so sein, keine Gedanken in diese Richtung.

Das ist was mir dazu einfällt, aber ich verstehe auch deine Verzweiflung, versuch es was ich geschrieben habe oder was dir andere noch schreiben werden, die mehr Ahnung von ADs haben, aber nicht aufgeben, dazu hast du zu hart an dir gearbeitet und es gibt auch keinen Grund dazu, alles Gute und viel Kraft und du bist sicher nicht alleine, Kevin
MorulaMyomatosus
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von MorulaMyomatosus »

Danke Kevin für deine lieben Worte. Leider fällt es mir in akutzeiten sehr schwer überhaupt an gute Gedanken zu kommen. Leider schaffe ich es kaum bis gar nicht "gut zu mir zu sein". Das liegt daran, dass mein Hirn einfach zu 100 % auf Entzug gestellt ist. Es ging jetzt seit September/Oktober langsam bergauf und ich hätte nie gedacht, dass es nochmal so schlimm wird wie heute! Ich bete zu Gott, oder wem auch immer, dass ich nicht nochmal über so langen Zeitraum durch die Hölle muss......
Bitte lass das b a l d vorüber sein...
Irgendwann 2007
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Zopiclon selbstständig innerhalb von 8 Wochen ausgeschlichen. Keine Entzugssymptome wahrgenommen.
Tiefenpsychologische Therapie über 2,5 Jahre.

Anfang/Mitte 2010
Citalopram nur noch unregelmäßig genommen, dann eigenständig kalt abgesetzt, da ich dachte ich wäre über den Berg.

Ende 2010
Nach einigen Monaten auf 0 mg setzt, von jetzt auf gleich, der verzögerte Entzug ein. Hauptsymptom: Extreme Suizidgedanken. Ich wusste allerdings nichts von einem Entzug!
Neue Diagnose: „Autoaggressive Zwangsgedanken“ und "mittelschwere bis schwere Depression".
Zweite Einnahme von Citalopram 30 mg und begleitend Lorazepam 1,5 mg
Lorazepam nach ca. 3 Wochen abgesetzt. Keine Entzugssymptome wahrgenommen.
Citalopram wirkt nach 3 Wochen wieder, die Suizidgedanken und alle anderen Symptome sind weg.
Verhaltenstherapie über 3 Jahre.

Ende 2013
Citalopram wieder unregelmäßig genommen, dann wieder eigenständig und kalt abgesetzt, da ich einigermaßen symptomfrei war.

Mai 2014
Nach ca. 5 Monaten auf 0 mg setzt wieder, von jetzt auf gleich, der verzögerte Entzug ein. Hauptsymptome: Schreckliche Suizidgedanken, Gedanken an Fremdgefährdung, völlige Appetitlosigkeit mit starkem Gewichtsverlust.
Auch hier wieder keinen Zusammenhang erkannt, deshalb Wiedereindosierung von Citalopram 40 mg, dazu Lorazepam 1,5 mg.
Lorazepam nach ca. 8 Wochen, ohne erkennbare Probleme, abgesetzt.
Auch nach wochenlanger Einnahme zeigt das Citalopram diesmal keinerlei Wirkung. Es wurde immer schlimmer.
Ich beschäftigte mich langsam mit der Problematik der Psychopharmaka.

Juli 2014
Stationärer Aufenthalt und kurze Umstellung auf Escitalopram. Auch dann kein Wirkeintritt und keine Besserung.
Viel zu schnelles und deshalb unbewusst kaltes Absetzen des Escitalopram innerhalb von 2 Wochen, unter ärtztlicher Begleitung in der Klinik.
Letzte C*pralex am 14.07.2014, seitdem im protrahierten Entzug!
Erst nach der letzen Tablette habe ich langsam verstanden was da eigentlich passiert ist und einen klaren Zusammenhang zu der SSRI-Einnahme erkannt.

Ende August/Anfang September 2014
Es stellen sich die typischen Wellen & Fenster ein.

Update Oktober 2015
Ich bin immer noch im protrahierten Entzug. Es ist extrem wechselhaft und betrifft besonders die Emotionen.

Update April 2016
Seit der letzten Tablette sind nun 21 Monate vergangen. Leider halten die Symptome immer noch an. Seit ca. Jahresbeginn wechseln sich die Wellen und Fenster fast täglich, häufig auch stündlich bis minütlich, ab. Das ist alles extrem anstrengend. Tja... Weiter geht's :schnecke:

Update Mai 2017
34 Monate nach Null. Immer noch im protrahierten Entzug.

Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende!
Kevin05

Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Kevin05 »

Ich denke nicht, dass du wieder so einen Rückfall haben wirst, wobei grad die Gedanken ja dein Gefühlsleben massiv mitbestimmen, klar kann man sich nicht zwingen positiv zu denken, aber dann vielleicht eben mehr ablenken, ich mein deine Arbeit ist Ablenkung, ich finde Arbeiten sehr wichtig, wenn die Atmosphäre gut ist, für jeden der psychisch Probleme hat, wobei ausgenommen natürlich Menschen, die extreme Schlafdefizite haben, das ist für die Ausnahme, weil da ist eine geregelte Arbeit eigentlich kaum möglich.

Wenn du es schaffst ein wenig Sport zu machen, wäre das auch gut, wobei je mehr desto besser, auch wenn du Schmerzen hast, weil der Körper ja unter richtiger Belastung auch Glückshormone ausschüttet und beim Laufen zum Beispiel kommt man in einen Zustand, wo man an nichts mehr denkt, außer an den nächsten Schritt. Oliver hat dazu glaub ich auch gute Erfahrungen gemacht früher. Aber ich gebe zu, Sport kann Symptome auch steigern, das ist immer schwer, das muss jeder für sich schauen, was da passt. Auf jeden Fall, je weniger Zeit du zum Nachdenken hast desto besser und Menschen, die eben versuchen ihre Gedanken zum Schweigen zu bringen und eine positive innere Gedankenleere zu finden denen hilft das auch und bringt eben eine gewisse Ruhe.

Aber das Thema Depression, Ängste ist wirklich sehr komplex, weil man die Auslöser oft selbst nicht kennt und wie bei dir so kenne ich auch andere bei denen es von einem Tag auf den anderen da ist. Wichtig ist für mich da einfach, dass man nicht generalisiert, damit mein ich weil ich heute so eine Situation erlebt habe, wird es auch weiterhin sein. Ich weiß nicht, ich hab da nur ein banales Beispiel und es ist auch nicht sehr appetitlich, aber ich habe panische Angst vorm Erbrechen, weil dieses Würgen ist für mich schrecklich, 1987 habe ich glaube das letzte Mal das gehabt aufgrund eines aggressiven Virus, ich hab dann echt glaub ich 2 Jahre gebraucht um mich davon zu erholen, ich meine mir war dauernd übel und ich hatte dauernd Angst, dass das wieder passiert, das mein ich irgendwie, man hat ein Erlebnis und projiziert dieses auf die weitere Zukunft und da gilt es entgegenzusteuern. Tinnitus habe ich auch, ich versuche nicht dran zu denken, meist gelingt es mir, außer wenn ich irgendwo drüber lese wird es mir wieder mehr bewusst, aber es ist immer da.

Und da stehen die Ärzte leider auch sehr daneben und auch sämtlichen anderen Heiler die ich kenne haben keine Antwort darauf, also ich kenne kaum ein Thema wo ich so wenig gehört habe an Therapiemöglichkeiten, das ist wirklich ein wenig schwer.

Wie gesagt, versuch dich mit positiven Menschen zu umgeben und Sachen zu machen, die dir Freude machen, versuch negative Emotionen zu vermeiden, geh in die Natur, tu für dich Gutes und wenn du gläubig bist, dann sprich mit Gott, ich denke grad Menschen die gläubig sind haben da schon Vorteile, ich mache das auch immer im Zuge meiner Meditation, ich spreche mit Gott und auch mit Menschen, die mir wichtig waren. Es gibt kein Muster, dass auf alle zutrifft und jedem hilft, ich hoffe sehr, dass du einen Zugang findest um zu vermeiden, dass du wieder Medikamente nehmen müsstest, das wäre schade, weil du hast viel Kraft und Energie reingesteckt um davon wegzukommen, aber ich will da auch keinen Druck auf dich machen, man soll niemanden verurteilen, weil keiner von uns weiß in welche Situation er oder sie mal kommt, aber ich denke das brauch ich dir nicht schreiben, du bist mündig genug um für dich die richtigen Entscheidungen zu treffen. Ich schick dir gute Gedanken und wünsch dir viel Kraft und hoffe, dass du aus diesem Tief wieder rauskommst, wobei auch gesunde Menschen solche Phasen haben, also es ist nicht immer gleich eine psychische Erkrankung dahinter. Einfach nicht so viel Sorgen machen versuchen okay, alles wird gut und glaub einfach dran, ich denke du hast eine gute Chance diese Phase zu überwinden, alles Gute nochmals Kevin
padma
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von padma »

liebe Morula, :)

es tut mir sehr leid, dass dich wieder eine so schlimme Welle erwischt hat.
der Hebel hat sich wieder umgelegt. Es ist, als hätte es die gute Zeit gar nicht geben. Als wäre sie nichts mehr wert.
Das ist ganz typisch für eine Symptomwelle. Aber es ist kein Rückschritt, die Heilung verläuft in Etappen.
Vielleicht hilft dir dieses Video: http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=9855
Wenn es wieder dauerhaft so schrecklich ist, weiß ich nicht wie es weitergehen soll.....
Wie lange diese Welle dauert, kann man leider nicht sagen, aber es wird nicht dauerhaft so sein.

Ich schicke dir ein ganz dickes Kraftpacket, :group:

liebe Grüsse, :hug:
padma
Fluoxetin nach über 10 jähriger Einnahme zur Schmerztherapie abgesetzt

Nach Quasi - Kaltentzug Wiedereindosierung und im :schnecke: Tempo ausgeschlichen; seit 1.1.2020 psychopharmakafrei
Absetzverlauf:
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Was finde ich wo im Forum
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von MorulaMyomatosus »

Danke liebe Padma, das ist sehr lieb von dir. Das große Problem ist, dass ich mit meiner Selbstständigkeit wirklich verpflichtet bin. Wenn es aber so ist wie heute, dann habe ich den Impuls (aus diesen ganzen Neuroemotionen heraus), allen Familien die ich betreue abzusagen, meine Arbeit aufzugeben und einen HARTZ4-Antrag zu stellen. Wenn es mir so schlecht geht, ist jeder Gedanke eine einzige Qual. Jeder Gedanke wird mit schrecklichen Gefühlen überflutet und zwingt mich quasi dazu "eine Entscheidung zu treffen". Ich weiß nicht wie ich es verständlicher erklären soll.....
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Ende 2010
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Lorazepam nach ca. 3 Wochen abgesetzt. Keine Entzugssymptome wahrgenommen.
Citalopram wirkt nach 3 Wochen wieder, die Suizidgedanken und alle anderen Symptome sind weg.
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Ende 2013
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Auch hier wieder keinen Zusammenhang erkannt, deshalb Wiedereindosierung von Citalopram 40 mg, dazu Lorazepam 1,5 mg.
Lorazepam nach ca. 8 Wochen, ohne erkennbare Probleme, abgesetzt.
Auch nach wochenlanger Einnahme zeigt das Citalopram diesmal keinerlei Wirkung. Es wurde immer schlimmer.
Ich beschäftigte mich langsam mit der Problematik der Psychopharmaka.

Juli 2014
Stationärer Aufenthalt und kurze Umstellung auf Escitalopram. Auch dann kein Wirkeintritt und keine Besserung.
Viel zu schnelles und deshalb unbewusst kaltes Absetzen des Escitalopram innerhalb von 2 Wochen, unter ärtztlicher Begleitung in der Klinik.
Letzte C*pralex am 14.07.2014, seitdem im protrahierten Entzug!
Erst nach der letzen Tablette habe ich langsam verstanden was da eigentlich passiert ist und einen klaren Zusammenhang zu der SSRI-Einnahme erkannt.

Ende August/Anfang September 2014
Es stellen sich die typischen Wellen & Fenster ein.

Update Oktober 2015
Ich bin immer noch im protrahierten Entzug. Es ist extrem wechselhaft und betrifft besonders die Emotionen.

Update April 2016
Seit der letzten Tablette sind nun 21 Monate vergangen. Leider halten die Symptome immer noch an. Seit ca. Jahresbeginn wechseln sich die Wellen und Fenster fast täglich, häufig auch stündlich bis minütlich, ab. Das ist alles extrem anstrengend. Tja... Weiter geht's :schnecke:

Update Mai 2017
34 Monate nach Null. Immer noch im protrahierten Entzug.

Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende!
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von padma »

liebe Morula, :)

ich würde in so einem Zustand möglichst keine Entscheidung treffen, auch wenn du dich dazu "gezwungen" fühlst. Es sind diese Neuroemotionen, die dir diesen Druck machen, und die haben keine wirkliche Grundlage.

Dein Dilemma mit den Familien ist natürlich schwierig, gibt es da eine Vertretungsmöglichkeit?

liebe Grüsse,
padma
Fluoxetin nach über 10 jähriger Einnahme zur Schmerztherapie abgesetzt

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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von MorulaMyomatosus »

Ja, die gibt es. Aber nur kurzfristig....
Heute war wirklich heftig. So schlimm war es seit de Klinik letztes Jahr nicht mehr. Von jetzt auf gleich. Zack.
Mir geht es seit dem Abend schon wieder besser. Diese unerträgliche Unruhe ist besser und die Horrorgefühle auch. Aber ich erinnere mich noch an letztes Jahr: Da ging es mir häufig gegen Abend besser. Und Morgens bin ich schon in einem Zustand wach geworden, der mit Worten kaum zu beschreiben ist. Naja....self-fulfilling prophecy lässt grüßen. Ich warte quasi nur darauf. Ich denke das hat was mit der morgendlichen Cortisol-Impulsspitze zu tun?! Die kenne ich nur zu gut.
Für mich ist einfach unerklärlich, wieso der heutige Tag so extrem grausam war. Während dem ganzen Entzug, seit dem letzten Jahr, kenne ich ja Wellen zu genüge.. Aber nicht in dem Ausmaß...
Irgendwann 2007
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Anfang/Mitte 2010
Citalopram nur noch unregelmäßig genommen, dann eigenständig kalt abgesetzt, da ich dachte ich wäre über den Berg.

Ende 2010
Nach einigen Monaten auf 0 mg setzt, von jetzt auf gleich, der verzögerte Entzug ein. Hauptsymptom: Extreme Suizidgedanken. Ich wusste allerdings nichts von einem Entzug!
Neue Diagnose: „Autoaggressive Zwangsgedanken“ und "mittelschwere bis schwere Depression".
Zweite Einnahme von Citalopram 30 mg und begleitend Lorazepam 1,5 mg
Lorazepam nach ca. 3 Wochen abgesetzt. Keine Entzugssymptome wahrgenommen.
Citalopram wirkt nach 3 Wochen wieder, die Suizidgedanken und alle anderen Symptome sind weg.
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Citalopram wieder unregelmäßig genommen, dann wieder eigenständig und kalt abgesetzt, da ich einigermaßen symptomfrei war.

Mai 2014
Nach ca. 5 Monaten auf 0 mg setzt wieder, von jetzt auf gleich, der verzögerte Entzug ein. Hauptsymptome: Schreckliche Suizidgedanken, Gedanken an Fremdgefährdung, völlige Appetitlosigkeit mit starkem Gewichtsverlust.
Auch hier wieder keinen Zusammenhang erkannt, deshalb Wiedereindosierung von Citalopram 40 mg, dazu Lorazepam 1,5 mg.
Lorazepam nach ca. 8 Wochen, ohne erkennbare Probleme, abgesetzt.
Auch nach wochenlanger Einnahme zeigt das Citalopram diesmal keinerlei Wirkung. Es wurde immer schlimmer.
Ich beschäftigte mich langsam mit der Problematik der Psychopharmaka.

Juli 2014
Stationärer Aufenthalt und kurze Umstellung auf Escitalopram. Auch dann kein Wirkeintritt und keine Besserung.
Viel zu schnelles und deshalb unbewusst kaltes Absetzen des Escitalopram innerhalb von 2 Wochen, unter ärtztlicher Begleitung in der Klinik.
Letzte C*pralex am 14.07.2014, seitdem im protrahierten Entzug!
Erst nach der letzen Tablette habe ich langsam verstanden was da eigentlich passiert ist und einen klaren Zusammenhang zu der SSRI-Einnahme erkannt.

Ende August/Anfang September 2014
Es stellen sich die typischen Wellen & Fenster ein.

Update Oktober 2015
Ich bin immer noch im protrahierten Entzug. Es ist extrem wechselhaft und betrifft besonders die Emotionen.

Update April 2016
Seit der letzten Tablette sind nun 21 Monate vergangen. Leider halten die Symptome immer noch an. Seit ca. Jahresbeginn wechseln sich die Wellen und Fenster fast täglich, häufig auch stündlich bis minütlich, ab. Das ist alles extrem anstrengend. Tja... Weiter geht's :schnecke:

Update Mai 2017
34 Monate nach Null. Immer noch im protrahierten Entzug.

Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende!
Nospie

Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Nospie »

Hallo Morula :hug: ,
MorulaMyomatosus hat geschrieben: Noch ein Update: der Hebel hat sich wieder umgelegt. Es ist, als hätte es die gute Zeit gar nicht geben. Als wäre sie nichts mehr wert. Wenn es wieder dauerhaft so schrecklich ist, weiß ich nicht wie es weitergehen soll........
Das ist im Entzug "normal",lese ich immer und immer wieder,ich erlebe es ja selber und weiß ,wie das ist.
Ich habe hier mal geschrieben:

was mir sehr hilft ist ein Tagebuch !
Das führe ich schon seit Beginn meines Entzuges,ich kann dort sehr gut nachlesen,wie sich alles
entwickelt,Wellen ,Fenster,Dauer,Intensität usw.
Die "guten" Zeiten mache ich gesondert kenntlich,sind dann schneller zu finden.
Das ist sehr wichtig,weil,wenn die schlimmen Zeiten kommen,kann man sich an bessere Tage nicht mehr
erinnern,wenn schlimme Wellen kommen hat man die besseren Tage "vergessen".
MorulaMyomatosus hat geschrieben:Leider fällt es mir in akutzeiten sehr schwer überhaupt an gute Gedanken zu kommen.
Das ist auch verdammt schwer,aber es wird wieder kommen!
MorulaMyomatosus hat geschrieben: Und Morgens bin ich schon in einem Zustand wach geworden, der mit Worten kaum zu beschreiben ist.
Das kennen auch fast alle,nennt man "Morgentief",ich hab's immer Morgengrauen genannt,hängt mit Cortisol zusammen,wie du
schon richtig vermutet hast.
Auch das wird wieder besser!!
Gab es was Außergewöhnliches bei dir,Medikamente o.ä.?Passiert aber auch ohne solche Auslöser,fast 12 Monate auf Null ist noch nicht so
lange.
Bei jeder Welle tut sich was in Richtung Heilung und die ist bei uns sehr schmerzhaft,leider.
Du kennst doch bestimmt das Video http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=9855

LG
Nospie
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von MorulaMyomatosus »

Liebe Nospie,

Danke für deine Antwort. Ich bin gerade schon mit nem ganz ekeligen Gefühl im Bauch und Durchfall wach geworden.. Das darf echt nicht wahr sein..
Du sagst, dass 12 Monate auf 0 noch nicht so lange ist. Was sind denn dann deine realistischen Erfahrungen?
Sind eure Erfahrungen, dass die Wellen mit der Zeit weniger/kürzer werden?
Bei mir war es nämlich so... Die Wellen wurden seit Sep/Okt 2014 peu a peu kürzer und weniger schlimm. Umso schockierter bin ich, dass ich jetzt SO hier sitze :cry:
Ich weiß nicht was das ausgelöst haben könnte.. Ich habe keine Medikamente genommen. Allerdings wird der Juli vom Arbeitsaufkommen echt viel und ich weiß noch nicht wie ich das rückgängig machen kann.
Oh Gott, ich schau grad auf die Uhr und habe Angst vor dem Tag.. Das ist echt grad wie in einem Horrorfilm...
Irgendwann 2007
Diagnose „Panikstörung“.
Erste Einnahme von Citalopram 20 mg.
Wegen Schlafstörungen Zopiclon 7,5 mg über ein halbes Jahr.
Zopiclon selbstständig innerhalb von 8 Wochen ausgeschlichen. Keine Entzugssymptome wahrgenommen.
Tiefenpsychologische Therapie über 2,5 Jahre.

Anfang/Mitte 2010
Citalopram nur noch unregelmäßig genommen, dann eigenständig kalt abgesetzt, da ich dachte ich wäre über den Berg.

Ende 2010
Nach einigen Monaten auf 0 mg setzt, von jetzt auf gleich, der verzögerte Entzug ein. Hauptsymptom: Extreme Suizidgedanken. Ich wusste allerdings nichts von einem Entzug!
Neue Diagnose: „Autoaggressive Zwangsgedanken“ und "mittelschwere bis schwere Depression".
Zweite Einnahme von Citalopram 30 mg und begleitend Lorazepam 1,5 mg
Lorazepam nach ca. 3 Wochen abgesetzt. Keine Entzugssymptome wahrgenommen.
Citalopram wirkt nach 3 Wochen wieder, die Suizidgedanken und alle anderen Symptome sind weg.
Verhaltenstherapie über 3 Jahre.

Ende 2013
Citalopram wieder unregelmäßig genommen, dann wieder eigenständig und kalt abgesetzt, da ich einigermaßen symptomfrei war.

Mai 2014
Nach ca. 5 Monaten auf 0 mg setzt wieder, von jetzt auf gleich, der verzögerte Entzug ein. Hauptsymptome: Schreckliche Suizidgedanken, Gedanken an Fremdgefährdung, völlige Appetitlosigkeit mit starkem Gewichtsverlust.
Auch hier wieder keinen Zusammenhang erkannt, deshalb Wiedereindosierung von Citalopram 40 mg, dazu Lorazepam 1,5 mg.
Lorazepam nach ca. 8 Wochen, ohne erkennbare Probleme, abgesetzt.
Auch nach wochenlanger Einnahme zeigt das Citalopram diesmal keinerlei Wirkung. Es wurde immer schlimmer.
Ich beschäftigte mich langsam mit der Problematik der Psychopharmaka.

Juli 2014
Stationärer Aufenthalt und kurze Umstellung auf Escitalopram. Auch dann kein Wirkeintritt und keine Besserung.
Viel zu schnelles und deshalb unbewusst kaltes Absetzen des Escitalopram innerhalb von 2 Wochen, unter ärtztlicher Begleitung in der Klinik.
Letzte C*pralex am 14.07.2014, seitdem im protrahierten Entzug!
Erst nach der letzen Tablette habe ich langsam verstanden was da eigentlich passiert ist und einen klaren Zusammenhang zu der SSRI-Einnahme erkannt.

Ende August/Anfang September 2014
Es stellen sich die typischen Wellen & Fenster ein.

Update Oktober 2015
Ich bin immer noch im protrahierten Entzug. Es ist extrem wechselhaft und betrifft besonders die Emotionen.

Update April 2016
Seit der letzten Tablette sind nun 21 Monate vergangen. Leider halten die Symptome immer noch an. Seit ca. Jahresbeginn wechseln sich die Wellen und Fenster fast täglich, häufig auch stündlich bis minütlich, ab. Das ist alles extrem anstrengend. Tja... Weiter geht's :schnecke:

Update Mai 2017
34 Monate nach Null. Immer noch im protrahierten Entzug.

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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Murmeline »

Liebe Morula,

Zu neuroemotionen hier etwas:
http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=50&t=9778

Sie treten mit korisol Ausschüttungen auf.

Unsere Kultur hat eine lineare zeitvorstellung - immer nach vorne. Andere Kulturen sehen zeit eher spiralförmig vergehen. Aus dieser Perspektive wäre es verständlicher, wenn man ein Jahr später zur gleichen zeit wieder eine hoffentlich nur kurze Krise hat. Die Spirale schraubt sich aber gleichzeitig höher. Man ist nicht am gleichen Punkt, man "überfliegt" diesen aber erneut, dass kann Auswirkungen haben. Vielleicht kannst du mit dieser Perspektive etwas anfangen.

Grüße murmeline

Edit: mit dir überschnitten. Hast du ggf. Einen Infekt?
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von MorulaMyomatosus »

Liebe Murmeline,

ich weiß nicht, ob ich das mit der Spirale richtig verstanden habe? Meinst du, dass das sowas wie ein "Wiedererleben" ist?
Einen Infekt habe ich nicht, das Wachwerden mit Übelkeit und Durchfall war/ist bei mir ein sehr typisches Symptom des Entzuges. Geht mit einer unglaublichen Rastlosigkeit einher.

Lg Morula
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Anfang/Mitte 2010
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Ende 2010
Nach einigen Monaten auf 0 mg setzt, von jetzt auf gleich, der verzögerte Entzug ein. Hauptsymptom: Extreme Suizidgedanken. Ich wusste allerdings nichts von einem Entzug!
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Lorazepam nach ca. 3 Wochen abgesetzt. Keine Entzugssymptome wahrgenommen.
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Ende 2013
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Mai 2014
Nach ca. 5 Monaten auf 0 mg setzt wieder, von jetzt auf gleich, der verzögerte Entzug ein. Hauptsymptome: Schreckliche Suizidgedanken, Gedanken an Fremdgefährdung, völlige Appetitlosigkeit mit starkem Gewichtsverlust.
Auch hier wieder keinen Zusammenhang erkannt, deshalb Wiedereindosierung von Citalopram 40 mg, dazu Lorazepam 1,5 mg.
Lorazepam nach ca. 8 Wochen, ohne erkennbare Probleme, abgesetzt.
Auch nach wochenlanger Einnahme zeigt das Citalopram diesmal keinerlei Wirkung. Es wurde immer schlimmer.
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Juli 2014
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Viel zu schnelles und deshalb unbewusst kaltes Absetzen des Escitalopram innerhalb von 2 Wochen, unter ärtztlicher Begleitung in der Klinik.
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Ende August/Anfang September 2014
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Update Oktober 2015
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Update April 2016
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Murmeline »

Ja, ein wiedererleben. So wie man die Jahreszeiten wieder erlebt obwohl es ein neues Jahr ist.

Es gibt auch Theorien zu Körpererinnerungen. Und es ist zb nicht verwunderlich, dass jemand ein Jahr nach dem Verlust eines geliebten Menschen traurig wird - und dem Bewusstsein erst Tage später einfällt, welcher Zeitraum gerade ist und wie die zusammenhänge sind.

Ich finde solche Perspektiven hilfreich. Grüße murmeline
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von MorulaMyomatosus »

Danke Murmeline...
Puh, ist das krass..
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Mai 2014
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Murmeline »

Liebe Morula,

ich wollte Dich damit nicht erschrecken und noch weniger wollte ich Dir das Gefühl geben, dass es quasi eine Spirale ist, aus der man nicht rauskommt. Dass sehe ich nämlich nicht so. Mir hilft diese Perspektive, Verständnis zu haben, wenn etwas wieder durcheinander-rückt. Und dieses Verständnis bzw. die Akzeptanz hilft mir dann besser da durch.

:hug:

Grüße Murmeline
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von MorulaMyomatosus »

Liebe Murmeline, du hast mich damit nicht erschreckt. Das "Puuuhh.. Krass" war auf meinen Zustand bezogen.

LG
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Murmeline »

Ich muss mal noch was ergänzen. Mir ist eben eine Situation aufgekommen, als mein Mann auch in einer Phase, als es mir schlecht ging, in einen schon länger geplanten Urlaub verschwunden ist. Dieser Umstand hat mich dann vollens umgeschmissen erstmal.

Ich hab ihm zugeredet, da ich nicht wollte, dass er den gebuchten Urlaub, auf den er sich gefreut hat, absagt. Aber es ging mir zunehmend schlechter, und es explodierte ziemlich, als der Abschied kam. Ich war an diesem Tage so durch, ich bin Autogefahren und konnte mich nicht mehr orientieren. Beim Tanken bin ich weitergefahren OHNE zu bezahlen.

Beziehung gibt Stabilität und wenn diese dann wegbricht, dann kann das auch mal solche Symptome triggern, denke ich. Das ist auch völlig ok, denn man nimmt eben nicht jede Veränderung auf die leichte Schulter. Ich sehe da auch einen körperlichen Zusammenhang - man ist nervös und gestresst, das bringt z.b. hormonell irgendetwas durcheinander (Cortisolausschüttung?), und schnell kann sich das auch mal kurzfristig (hoffentlich vorübergehend) hochschaukeln. Wir sprechen ja auch viel von Gleichgewicht in allen Körperprozessen hier. Ich erlebe bei mir ganz klar, dass diese durch solche für mich (auch emotional) anstrengenden Trigger (Mann ist länger nicht da) eben durcheinanderkommen. und dass man dann versuchen sollte, seinen Körper wieder zu beruhigen. Da muss man selber die passenden Maßnahmen für sich finden, wie Puzzlestücke.

Ich denke: sich das bewusst machen, akzeptieren und viel auf sich achten ist wichtig. Dazu kann auch gehören, die Mama vorübergehend bei sich zu haben.

Das allerwichtigste ist, diese schlimme Sprirale zu verhindern, dass man von so einem durcheinander-gerückten Moment sofort wieder auf die nächste lange Zeit oder das komplette Leben einen Rückschluss zieht. Und das sagt sich leichter, als es getan ist, und in vielen Moment geht es nicht. Ich hatte oft abends etwas ruhigere Momente, und dann hab ich mir das immer wieder klar gemacht, sogut es eben ging.
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