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Thread für Langzeitbetroffene - Hoffnung und Unterstützung

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gouvion
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von gouvion » Samstag, 04.02.17, 23:41

Lieber siggi

ich verstehe dich voll und ganz. mein psychiater hat gesagt, oh das ist die Grunderkrankung. nehmen sie ein neues medikament. ich habe ihnen wellbutrin. das ist ganz ein sanftes. EIN SANFTES? als gäbe es sanfte antidepressiva. und mein hausarzt meinte lapidar, ich habe viele patienten, die müssen die medikamente ein leben lang nehmen. vielleicht müssen sie wieder eindosieren. und aus. Wer weiss denn, wie viele depressive wieder gesund wären, hätten sie die medikament abgesetzt? vielleicht sind se ja krank geblieben wegen den medikamenten? Wie können sie es denn wissen, wenn sie nie abgesetzt haben und geschaut haben, ob es ihnen vielleicht (nach dem entzug) besser geht? Werden da nicht zuhauf kranke gemacht?

Mir geht es gleich. Nieman nimmt mich ernst. Ich habe noch keinen guten Arzt gefunden. Ich bin auch verzweifelt. Seit meiner neuen Wohnung gehts nur noch bergab. Ich hatte mich gefangen. Jetzt das. Ich glaube nicht an den Entzug. Ich konnte es 20 Monate glauben. Jetzt im 22 Monate habe ich den Glauben verloren. Ich habe eine neue Wohnung und bin allein auf mich gestellt. Keine liebe Freundin, die mir zuredet. Ich habe gute Freunde, aber die kann auch nicht immer mit meinem Problem belagern. Die glauben sonst auch irgendwann, ich spinne. Ist auch okay, wenn mans nicht selber erlebt...
Schlimm so was...Ich bin hypersensibel seit Absetzen und kann mich in alles reinsteigern. Ich glaube nicht mehr an Gesundheit, mein Leben hat kein Sinn mehr. Ich bin 34, im besten Alter meines Lebens. Und ich vergeude alles... Traurig, traurig..

Wie gerne würde ich die eine oder andere mal treffen aus dem Forum. Einfach sich ausweinen gegenseitig.
15.03.14 - 15.01.15: 10 mg Cipralex
15.01.15 - 20.02.15: 5 mg Cipralex
20.02.15 - 31.03.15: 2.5 mg Ciprlaex
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Absetzsymptome: Schlaflosigkeit, extremes Gähnen, teilweise starke Nervosität, generalisierte Ängste

padma
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von padma » Montag, 06.02.17, 18:20

hallo Gouvion, :)

es tut mir leid, dass du so verzweifelt bist.
Seit meiner neuen Wohnung gehts nur noch bergab. Ich hatte mich gefangen. Jetzt das. Ich glaube nicht an den Entzug. Ich konnte es 20 Monate glauben. Jetzt im 22 Monate habe ich den Glauben verloren.
Schau mal, es gibt hier soviele Betroffene, bei denen der Entzug länger als 22 Monate dauert. Warum sollte es bei dir nicht mehr Entzug sein?

Umzug ist ja immer auch Stress und das kann die Symptome verstärkt haben.
Schlimm so was...Ich bin hypersensibel seit Absetzen und kann mich in alles reinsteigern.
Das ist ein typisches Entzugssymptom.
Ich glaube nicht mehr an Gesundheit, mein Leben hat kein Sinn mehr. Ich bin 34, im besten Alter meines Lebens. Und ich vergeude alles... Traurig, traurig..
Ich glaube daran, dass dein Leben Sinn hat und dass es für dich wieder Lebensqualität geben wird. Es braucht Zeit, doch wir alle sind dabei zu heilen.

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
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25.10.2019: 0,01 mg bin auf der Zielgeraden angelangt :D



Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=15490


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Nospie

Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Nospie » Montag, 06.02.17, 20:11

Hallo gouvion :hug: ,
gouvion hat geschrieben:Ich glaube nicht an den Entzug. Ich konnte es 20 Monate glauben. Jetzt im 22 Monate habe ich den Glauben verloren.
Gib dir und deinem Körper Zeit !
padma hat geschrieben: Schau mal, es gibt hier soviele Betroffene, bei denen der Entzug länger als 22 Monate dauert. Warum sollte es bei dir nicht mehr Entzug sein?
Ich sehe es wie padma !Gouvion,es wird wieder besser - und das sind keine leeren Sprüche :!:
gouvion hat geschrieben:Ich glaube nicht mehr an Gesundheit, mein Leben hat kein Sinn mehr. Ich bin 34, im besten Alter meines Lebens. Und ich vergeude alles...
Du (und wir alle hier)bist in einem sehr komplizierten Heilungsprozess,diese Zeiten der Hoffnungslosigkeit sind "normal" und sie sind schlimm,aber sie gehen vorbei!Du hast noch soviele schöne Dinge vor dir! Es werden bessere Zeiten kommen !
LG
Nospie

Siggi
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Siggi » Dienstag, 07.02.17, 17:56

Liebe Gouvion,

hab herzlichen Dank für deine lieben, aber auch etwas traurigen Worte.

Ich kann es dir nicht verdenken, dass du manchmal desillusioniert bist....du bist nun schon seit 22 Monaten
medikamentenfrei....es gibt leider immer wieder lange Entzüge....

Ja,diese Zeit erscheint einem viel zu lange... wird doch auch noch von "Unwissenden" propagiert, dass dies
kein Entzug mehr sein kann...man wird verunsichert, man zweifelt an sich....dem ist aber NICHT SO !!
Auch ich zweifle immer wieder an meinen 29 Monaten auf Null denn unser Hirn kann nicht nachvollziehen,
dass solch lange Entzüge Fakt sind...

Nospie hat es wunderbar beschrieben, nicht die Hoffnung aufzugeben, auch dann nicht, wenn man glaubt
im hoffnungslosem Dunkel zu sitzen.
Wenn schon Ärzte teilweise keinerlei Verständnis und Wissen bezüglich der schlimmen Symptome beim Absetzen-
oder bei Null- aufbringen, braucht man sich nicht zu wundern, von seinem Umfeld ,oder auch im Freundeskreis
nicht verstanden zu werden.
Ja, ein protrahierter Entzug kann eine verd.... einsame Geschichte sein.... :frust:

Du bist noch sehr jung, hast noch ganz viele schöne und gesunde Jahre vor dir, dafür lohnt es sich diese
Negativgedanken, dass der Entzug eine never ending story ist , aus dem Gedankengut zu löschen.

Natürlich braucht es einen Menschen, der das Gefühl von Verständnis und Akzeptanz deiner jetzigen schweren
Phase mit dir trägt... aber... wie Lina so wunderbar schrieb, ist so Jemand nicht gerade vorhanden, macht es dich
stärker zu erleben, dass du aus eigener Kraft in kleinen Schritten und mit sehr viel GEDULD immer näher zu
dir zurück findest.
Es wird besser, dein junger Organismus verfügt über immense Selbtheilungskräfte, du darfst fest daran glauben ......

Eine neue Wohnung ist anfänglich- auch wenn jedem Anfang ein Zauber inne wohnt..... eine Umstellung
und stellt neue Herausforderungen an dich....aber auch du wirst eines Tages neue Kräfte entwickeln, die, gemessen
an die Zeit der A. D. Einnahme, weitaus stärker, gesünder und hoffnungsvoller werden kann...

Gib nicht auf, es gibt keine "vergeudete Zeit".... alles hat seine Berechtigung, und sei es auch "nur " die,
Einiges im Leben zu verändern, um zufriedener , reifer und erwachsener " zu werden und seine eigenen Bedürfnisse
besser einschätzen zu können.

Ich wünsche dir viele gute und aufbauende Gedanken,und vergiss nicht... alles wird gut!

Herzlichst
Siggi (ich bin weiblich :) )
Mein Absetzverlauf:
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gouvion
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von gouvion » Donnerstag, 09.02.17, 10:17

Danke euch für die netten Worte. Es ist schon schwierig, hinter all dem einen Sinn zu sehen.
Aber ja,ich muss daran glauben, dass diese Hypersensibilität vom Entzug kommt.
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Nospie

Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Nospie » Donnerstag, 16.02.17, 10:53

Hallo,
carlotta hat hier was wichtiges geschrieben,damit es nicht "untergeht" hier nochmal:


Ich sehe den Begriff "Entzug" bei Langzeitfällen bzw. sog. protrahierten oder prolongierten Entzügen auch mittlerweile kritisch, da sich immer wieder zeigt, dass er für viele Menschen nicht nachvollziehbar ist, wenn es um derartige Zeiträume geht. So schlagen auch Experten wie Dr. David Healy oder Dr. Stuart Shipko vor, "Entzug" nur für die Akutphase nach null zu verwenden und später eher andere Begrifflichkeiten. Shipko spricht dann bspw. von "Neurotoxizität", man könnte sagen neurologischen Schäden durch toxische Substanzen (AD). Ich denke, diese Einschätzung ist recht stimmig,denn wenn (mehr oder weniger) starke Beeinträchtigungen über Jahre anhalten, ist es schon angebracht, von Schädigungen zu sprechen. Nur wird das häufig vermieden, weil Betroffene dann davon ausgehen, nie mehr gesunden zu können. Dabei bedeutet es das gar nicht, denn Schäden währen nicht notgedrunden ewig, der Körper findet Wege, diese zu reparieren bzw. Umwege im Gehirn/ZNS zu generieren, um die Schäden auszugleichen. :) Aber dieser Begriff ist m. E. wesentlich, um der Schwere des medikamentösen Eingriffs in den Körper gerecht zu werden.

Wie dem auch sei, die Zeit spielt eine gewichtige Rolle in diesem Prozess. :schnecke: Und natürlich Schonung und Anpassung der Lebensumstände. Wir müssen lernen, mehr auf uns zu achten. :)

gouvion
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von gouvion » Donnerstag, 16.02.17, 17:16

Danke Nospie. Macht aber mehr Angst. Ist denn wirklich alles reversibel? Bleicht nichts zurück?
Bin mir da nicht sicher....
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Murmeline
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Murmeline » Freitag, 17.02.17, 12:20

Hallo Gouvion,

was wir wissen, ist, dass von den Betroffnene, die in einem langwierigen postakuten Entzugszustand sind, immer wieder welche sagen können: Jetzt habe ich es überstanden. Die individuellen Zeiträume können quälend lang sein, sie können über Jahre gehen, sie können ein Jahrzehnt umfassen. Aber auch nach diesen unvollstellbaren Zeiträumen gibt es Berichte, dass die Betroffenen sich selbst nicht mehr im Entzug sehen, dass sie sagen: Ich bin aus dem Zustand soweit raus - die Gründerin des amerikanischen Forums hat dies nach 11 Jahren erklärt.

Das ist für mich das wichtigste, was wir wissen.

Murmeline
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

Charly-de
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Charly-de » Sonntag, 26.03.17, 8:35

Hallo Leute,

wie steht es im allgemeinen um eure Gefühle? "Spürt" ihr euch und habt diese Symptome oder spürt ihr euch eher nicht und habt diese Symptome?
Plagen euch auch zu viele sorgenreiche Gedanken bzw. seid ihr euch dessen bewusst?
Sind eure Symptome physisch oder psychisch?

lg,
charly

Luna
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Luna » Sonntag, 26.03.17, 9:37

Hallo Charly
Ich spüre mich und auch meine Symptome und meine Gefühle usw. Ich spüre mich sogar mehr als unter PP. Nicht immer zum Vorteil aufgrund der Allgemeinschäden aber besser als dauerhaft wenig zu empfinden und gedämpfte bzw kaum Gefühle zu haben wie bei mir unter PP.
Ja Symptome sind körperlich aber auch psychisch...einerseits durch die Schäden bzw Ungleichgewicht der PP und anderseits,weil es insgesamt anstrengend ist und auf die Psyche schlägt.Sorgen und Ängste zählen wohl automatisch dazu.
Zuletzt geändert von Luna am Sonntag, 26.03.17, 10:17, insgesamt 2-mal geändert.
LG Luna

https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?t=16975
Danke LenaLena
https://www.philosophie-des-gesundwerde ... vensystem/

Gesundheit gewinnt erst an Bedeutung, wenn man krank ist.
(© Franz Schmidberger (*1942)

Die wirksamste Medizin ist die natürliche Heilkraft, die im Inneren eines jeden von uns liegt.
(Hippokrates)

Seit dem 23.7.2015 absolut Medikamentenfrei.
Etwas über 6 Jahre Venlafaxin.Seid 16.7.2014 auf 0
15 Jahre Schlafmittel.Erst Zopiclon 5 Jahre dann Zolpidem 10 Jahre. Seid 23.7.15 auf 0
Ca 3 bis 4 Jahre Pantoprazol eingenommen und im März 2014 kalt abgesetzt.
Kurzzeitig auch andere Medikamente genommen in den 15 Jahren.

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Clarissa
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Clarissa » Sonntag, 26.03.17, 10:06

Hallo.

Ich spüre mich und die Symptome, die v.a. körperlicher Natur sind.
Ich habe, ähnlich wie Luna, besseren Zugang dazu als unter PP.
Ich bin besorgt und mitunter ängstlich, weil dieser Zustand des Krankseins schon so lange anhält.

Psychisch geht es mir VIEL besser als unter den PP. Ich bin nicht mehr so "verbimmelt" im Kopf und so diffus voller Zukunftssorgen und Beängstigungen und Unzufriedenheit.

VG sleepless
früher als sleepless2014 im Forum unterwegs gewesen, aber nicht mehr schlaflos :party2:
inzwischen 65 Jahre alt.

seit Mai 2015 EU-berentet letztlich wegen der Entzugs/PP-Problematik, auch wenn die offiziellen Diagnosen anders lauteten :wink:

los ging alles mit lebenslangen Schlafproblemen, die sich in Lebenskrisen mit depressiven Episoden verstärkten

leidvolle Erfahrungen mit Elektro"heil"krampftherapie und ziemlich allen AD, zahlreichen NL und anderen Psychopharmaka wie z.B. Pregabalin, Carbamazepin, Valproat, Johanniskraut, leider auch Diazepam und Zolpidem (von letzteren beiden abhängig geworden) und dem Absetzen; reichlich Erfahrungen auch mit Psychotherapien

Diazepam-frei seit November 2013, Zolpidem-frei seit Mitte April 2014, ohne jegliche Psychopharmaka seit September 2014 (zuletzt das "deckelnde" NL Dominal forte abgesetzt nach raschem Abdosieren)

Inzwischen fast 5 Jahre frei von Medikamenten.
NR, keinerlei Alkohol und kaum Koffein, weil alles triggert.
"Reizarmes" Leben einschließlich Ernährung, soweit sich das machen lässt. Streßvermeidung!

Leider nicht symptomfrei :( .

Katharina
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Katharina » Sonntag, 26.03.17, 15:16

Hallo!

Ich habe intensive Wut und AggressionsGefühle nach dem Absetzen von Escitalopram gehabt.
Dann war es eine Zeitlang normaler, eher wie ich mich kenne.

Seit ich Atarax reduziert habe, leide ich unter Depressionen und fühle intensiv das negative, Sorgen alles was negativ ist, wächst zum Himmel.
Da ich seitdem immer sehr spät einschlafe, bin ich ko.

Aber wenn die Depression weg geht, führte ich wie ich immer gefühlt habe, okay etwas matt da ich sehr sehr erschöpft bin.
Aber optimistischer, froher.

Vorallem sind diese Verzweiflungsgefűhle mit Heulattacken weg, das ist grausam, das ist so intensiv negativ das ich nicht mehr leben möchte.
Aber ich weiß es geht vorbei :) das wusste ich oftmals nicht und habe auch nicht daran geglaubt.
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Charly-de
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Charly-de » Freitag, 31.03.17, 1:13

Hallo Luna,

Welche Allgemeinschäden hast du?

Vg, Charly

Luna
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Luna » Samstag, 01.04.17, 12:00

Schau bitte unter Symptome nach.
viewtopic.php?f=57&t=12168
Vieles davon in griff und einiges wohl nicht mehr so schlimm wie mal war. Kann soweit leben und Rest muss ich aushalten. Es ist wechselnd mit den Symptomen. Mal mehr mal weniger.
Es ist mühsam aber ich glaube fest ,dass der Körper heilt nur eben langsam.
Alles gute wünsche ich dir.
LG Luna

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Etwas über 6 Jahre Venlafaxin.Seid 16.7.2014 auf 0
15 Jahre Schlafmittel.Erst Zopiclon 5 Jahre dann Zolpidem 10 Jahre. Seid 23.7.15 auf 0
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Horni
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Horni » Montag, 10.04.17, 13:36

Hallo zusammen,
Langzeitsymptome.e sind kein Zuckerschlecken.
Meiner Meinung nach kommen die von der zns Schädigung. Schon alleine wenn ich eine Zigarrette geraucht habe, habe ich extreme Verschlechterung der körperlichen Symptome erlebt.
Schon diese Tatsache alleine spricht für eine Schädigung.
22 Monate ist viel, doch es wird besser daran muss man glauben.
Was ist wenn man aufgibt und sich die Chance nimmt zu erfahren, das es besser werden kann?
Were schade oder?
Schaut euch Inge an wie sie kämpft und uns mut gibt!
Eines dürfen wir nicht tun, verschweigen warum es uns so geht!
Mein ganzer Freundeskreis hat es begriffen! Es hat gedauert weil einerseits es schwer zu erklären ist. Es hat lange gedauert, doch jetzt glauben mir alle!
Auch die die es nicht tun, haben es schon zumindest gehört. Und das ist wichtig!!!
Lg
Horni
"Berichtet euren Mitmenschen welche Verherende Wirkung Antidepressiva haben können und wie Verständnis los damit umgegangen wird."
Gebt uns eine Stimme!!!

Verküpfung zum Paroxetin Betroffenen Thread:
viewtopic.php?f=18&t=10777&hilit=Paroxetin+betroffenen

diane

Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von diane » Montag, 10.04.17, 19:00

Hi...

Nun kann ich mich ebenso nach 12 Monaten dazuzählen.

Kennt jmd von euch dieses brennen in den muskeln? Ich habe einen nervenleitgeschwindigkeitstest u mrt von BWS u HWS ohne Befund...

Das gefühl macht mich kirre :(

Lg

Luna
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Registriert: Samstag, 17.05.14, 2:57

Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Luna » Dienstag, 11.04.17, 4:36

Der Körper sowie das ZNS sind gereizt und entzündlich und das geht bis auf Muskeln und Gelenke usw,da Nervensystem im ganzen Körper. Mit einer schonenden und Histaminarmen sowie entzündungshemmenden Kost kann man etwas entgegenwirken. Mir hilft das sehr. Zudem darauf achten,dass man nicht zuvielen Triggern ausgesetzt ist. Ich war teils nicht lebensfähig aber konnte mir so ein wenig helfen. In vielen Fällen ist auch Magen Darm gereizt und da hilft ja eh schonen.Je weniger der Körper unter Stress steht durch Trigger, umso weniger Reize wie auch zb durch Histamin welches bei Stress zuviel ausgeschüttet wird.
Auch sehr viele Medikamente fördern diesen Prozess deshalb sollte man diese meiden wenn nicht nötig. Solange man irgendwas einnimmt,wird das ZNS weiter gereizt usw. Es gibt Menschen, die sind auf Medikamente angewiesen. Hier KANN es sein, dass diese triggern und den Heilungsprozess stören können. Viele Pillen schädigen ähnlich wie PP auf Dauer und deswegen sage ich immer....auf
0 ist man erst wenn man gar nichts mehr nimmt.
Ich nehme gar nichts mehr seid 0 von PP.Weder bei Schmerzen noch bei Herzrasen. Dies habe ich meist in Griff aber es kann mal vorkommen, dass es dennoch passiert durch unachtsamkeit oder Triggern dann heißt es aushalten.

Wenn ich zuvielen Triggern ausgesetzt bin auch über Ernährung dann habe ich auch Taubheitsgefühle....ZNS gereizt.Ärzte werden hier nichts finden,da es für sowas keine Untersuchuchungen gibt. Manchmal sind nur Leukos im oberen Bereich oder CRP erhöht aber auch nicht immer. Wenn zuviele Reize dann kann schonmal im Körper was entzüdet seid wie Darm,Magen usw.
Das kommt aber eher wenn der Körper aufgrund von Stress zuviel Histamin ausschüttet aber auch andere Hormone kommen dann noch mehr durcheinander,die eh schon durcheinander sind. Bei mir merk ich das wenn Periode unregelmäßig oder so.

Es ist ein schwerer Prozess aber man kann sich etwas helfen bei der Heilung. Der Körper ist hochsensibel und es brauch Zeit bis alles sich irgendwann beruhigt und heilt. Das kann schonmal gut 5 bis 10 Jahre dauern. Man kann es selbst leider mit keinen Wundermitteln heilen aber über meiden von Triggern und Ernährung kann man sich helfen um weniger zu leiden und dem Körper u helfen.

Ja es sind Schäden durch die Pillen und sie werden irgendwann weniger und irgengwann wird der Körper heilen. Mit etwas Hilfe kann man es mildern und Rest auf den Körper vertrauen,dass er das schafft und das schafft der auch wenn man Pillenfrei bleibt. Chemie schädigt und heilt nicht.

Der Körper hält viel aus. Ich habe eine Freundin,die hat Aids und sie ist seid vielen Jahren auf Pillen angewiesen. Dank der Medikamente sitzt sie mittlerweile im Rollstuhl,da sie Nervenschädigend sind usw. Sie kann sie nicht absetzen sonst geht sie aber sie kämpft und ihr Körper leidet aber sie lebt und versucht soviel Schönes zu machen. Zu Ärzten geht sie nicht,da sie weiß,dass es Schäden sind durch Medikamente auch auch der Krankheit wobei die Medikamente schon üble Probleme machen.
Mit Ernährung und meiden von Triggern kann sie etwas gegen die Schäden arbeiten,da bei ihr auch alles gereizt und durch sie konnte ich viel lernen was mir auch geholfen hat.

Ich bewundere sie,weil sie so leidet aber sich dennoch nicht aufgibt und sich an kleinen Dingen erfreut.
Auch wir kämpfen aber wir werden gesund. Mit ein wenig Hilfe kann das Leiden gemildert werden.

Achtet gut auf euch.
LG Luna

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Danke LenaLena
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Seit dem 23.7.2015 absolut Medikamentenfrei.
Etwas über 6 Jahre Venlafaxin.Seid 16.7.2014 auf 0
15 Jahre Schlafmittel.Erst Zopiclon 5 Jahre dann Zolpidem 10 Jahre. Seid 23.7.15 auf 0
Ca 3 bis 4 Jahre Pantoprazol eingenommen und im März 2014 kalt abgesetzt.
Kurzzeitig auch andere Medikamente genommen in den 15 Jahren.

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Nospie

Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Nospie » Donnerstag, 13.04.17, 19:45

Hallo,
hab' da mal was gefunden,es ist ein Post aus der FB Gruppe " Paroxetine Paxil Seroxat SSRI Withdrawal",
im übrigen eine echt gute Gruppe .
Ja,es ist wieder auf Englisch :whistle: ,aber für alle,die Englisch können jetzt schon mal (einfach weil ich das Zitat gut finde).
Mein Mann übersetzt per Gelegenheit.
LG
Nospie

Hier das Zitat (von Dr.Claire Weekes):

“He had thought that as he recovered, setbacks, if they occurred at all, would be less and less severe, occur less and less often. And so they might. But, as I have just explained, they may just as well seem worse than ever. Indeed, the worst setback of all may come just before complete recovery, just because recovery is so close. Th closeness of recovery makes it especially frustrating. And yet, however severe setback may be and however close to recovery it may come, it makes no difference to complete recovery if it is coped with the right way. That is why, when trying to recover, you should understand the tricks memory can play and understand setback so well that you are not discouraged by it, however long it may last or whenever it may come.”
Excerpt From: Weekes, Claire. “Hope

Nospie

Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von Nospie » Mittwoch, 19.04.17, 19:25

Hallo,
hier ist die Übersetzung:


"Er hatte erwartet, daß in der Erholungsphase Rückschläge, falls diese überhaupt eintreten
sollten, weniger häufig und weniger stark sein würden. Und dies kann tatsächlich der Fall
sein. Wie ich gerade erklärt habe, können sie jedoch genauso gut schlimmer erscheinen als je
zuvor. In der Tat kann der schlimmste Rückschlag von allen gerade vor der vollständigen
Genesung auftreten, eben weil diese unmittelbar bevorsteht. Die Nähe der Erholung wirkt
dabei besonders frustrierend. Und dennoch, wie stark der Rückschlag auch immer sein und
wie nah auch immer er der Erholung kommen mag, steht dies einer vollständigen Wiederher-
stellung nicht entgegen, wenn er auf dem richtigen Weg bewältigt wird. Deshalb solltest Du
bei dem Versuch der Erholung die Streiche verstehen, die Dir Dein Gedächtnis spielen kann
und einen Rückschlag so gut einordnen, daß Du dadurch nicht entmutigt wirst, egal wie lange
er dauert oder wann auch immer er eintritt."

LG
Nospie

padma
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Re: Thread für Langzeitbetroffene !

Beitrag von padma » Montag, 08.05.17, 17:49

 ! Nachricht von: padma
hallo Fridoline, :)

ich habe deinen Beitrag abgetrennt und dir einen eigenen thread erstellt. viewtopic.php?f=35&t=13181

lg padma

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