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Die Teams des ADFD




Thread für Langzeitbetroffene - Hoffnung und Unterstützung

Sammlung von Erfahrungsberichten mit Psychopharmaka.
Luna
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Re: Thread für Langzeitbetroffene - Hoffnung und Unterstützung

Beitrag von Luna »

Hallo zusammen
Ich schiebe nicht Alles auf Entzug. Vieles hat damit zutun...ja auf jeden Fall aber nicht nur. Viele hatten ja vor pp schon Probleme...ob nun psychisch oder auch körperlich. Das ist nie ohne Grund und fast immer wird es falsch behandelt wie bei meiner Freundin, die eine unentdeckte Intoleranz hatte und dadurch Symptome vor allem Depression und sie bekam pp. Jetzt hat sie nicht nur das sondern pp Chaos dazu aber immerhin fand sie dadurch die richtige Ursache.

Stress kann jeden Körper auch sensibel machen, das Alter, Behandlungen, Medikamente halten den Körper sensibel...auch Hormone, usw usw.
Unverträglichkeiten bleiben oft länger...vor allem...siehe Faktoren. Ich kenne Menschen, die eine massive Hit oder Allergien bekommen haben alleine durch Stress. Histamin wird ja aus Mastzellen ausgeschüttet, die bei Stress aktiv werden. Pp hindern auch noch oft den Abbau und blockieren Rezeptoren.

Bei Stress sind u.a die Mastzellen Immunzellen auch immer mit aktiv. Diese sind ja eh erhöht worden durch Pp usw und die Nebennieren geschwächt. Je länger Stress besteht um schwächer wird das Immunsystem...dann ist man wieder mehr überflutet mit Stresshormonen. Lässt der Stress nach oder die Stresshormone sind erschöpft dann ist man wieder überflutet mit Mastzellen/Immunzellen usw bzw merkt das mehr, da nicht alles gedämpft. Ein auf und ab. Totale Regulationprobleme.

Angstpatienten leiden unter so vielen Symptomen...ganz ohne Entzug.
Menschen die älter sind, heilen langsamer, weil das Immunsystem anders funktioniert als bei jungen Menschen. Es lernt nicht mehr so viel mit Dingen klar zu kommen.
Bei mir ist pp der Auslöser für viele Symptome und Schwächen im System aber leider auch Stress wie Trauma usw. Das bleibt nicht aus.
Zudem Entzugstrauma. Wir reagieren auf Lebensmittel und das speichert auch das Hirn...es entwickelt sich eine Angst davor und es passiert nicht selten, dass wir aus Angst mehr reagieren mit Symptome.
Das ist so komplex und löst auch wieder Entzündungsreaktion im Körper aus.
Nerven werden gereizt, Muskeln tun dann weh,Augen machen Probleme, grippeähnliche Symptome, Kopfschmerzen Migräne haben mit Entzündungen der Nerven zutun, usw.

Man weiß welche Lebensmittel tatsächlich Entzündungen machen...die sollte man weg lassen. Rest halt was man verträgt und auch mal kleine Mengen probieren aber niemals mit Angst. Ich selbst merke dann....ich reagiere heftiger sogar auf verträgliches. Meditation beim essen hilft auch manchmal...entspannt atmen, es sich am Tisch hübsch machen so als wäre die Mahlzeit ein Festessen und wenn es nur Kartoffeln oder Reis mit Butter ist....usw. Viele essen gestresst. Ich auch oft.
Ich schaffe das auch nicht immer und ich bin sicher, dass bei mir Pp, Stress wie Trauma und Ängste da auch Probleme machen. Das kann und werde ich nie ausblenden. Symptome hab ich auch genug vor allem zurzeit...Ischias löst Ängste aus und ist ganz sicher auch eine Nervensystem Sache, Corona Thema nervt mich usw.

Klar die pp haben ein Ungleichgewicht, zelluläre Schäden, ein aggressives Immunsystem hinterlassen und das Fass zum überkochen gebracht. Das sind keine Bonbons gewesen. Das machen Toxine leider...auch Schimmel usw. Sie dämpfen auch das Immunsystem und das kann nicht richtig arbeiten und lernen usw und ein Teil des Immunsystem wird immer aggressiver. Ich bin der Meinung, dass die pp psychisch instabilen Menschen so richtig schaden, weil solche Menschen eh schon sensibel sind durch Ängste, Trauma...Stress eben.

Es sind aber viele Menschen geheilt...auch wenn es Jahre gedauert hat aber manchmal ist man von Grundauf sensibel aus verschiedenen Gründen und das darf man nie außer Acht lassen.

Alles gute euch allen. Wir geben nicht auf...niemals. Wir müssen versuchen das Beste daraus zu machen und auf unseren Körper zu achten soweit es geht. Manches vielleicht auch akzeptieren und oder an sich arbeiten. Tun was einem gut tut und lassen was einem schadet....das ist nicht immer einfach da das passende zu finden. Kenne ich gut.
LG Luna

viewtopic.php?t=16975
Danke LenaLena
https://www.philosophie-des-gesundwerde ... vensystem/

Bedeutung, wenn man krank ist.
(© Franz Schmidberger (*1942)

Die wirksamste Medizin ist die natürliche Heilkraft, die im Inneren eines jeden von uns liegt.
(Hippokrates)

Seit dem 23.7.2015 absolut Medikamentenfrei.
Etwas über 6 Jahre Venlafaxin.Seid 16.7.2014 auf 0
15 Jahre Schlafmittel.Erst Zopiclon 5 Jahre dann Zolpidem 10 Jahre. Seid 23.7.15 auf 0
Ca 3 bis 4 Jahre Pantoprazol eingenommen und im März 2014 kalt abgesetzt.
Kurzzeitig auch andere Medikamente genommen in den 15 Jahren.
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Bittchen
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Re: Thread für Langzeitbetroffene - Hoffnung und Unterstützung

Beitrag von Bittchen »

Liebe Luna,

vielen Dank für deinen Bericht,dem kann ich nur 100%tig zustimmen.
Symptome sind nicht weg,erneute Wellen machen uns zu schaffen,so ist es leider .
Die jetzige Corona-Zeit löst noch zusätzliche Zukunftsängste aus.
Es ist ja jeder irgendwie betroffen davon,entweder gesundheitlich,finanziell, oder auch aus Ängste um unsere Liebsten.
Auch ich habe immer noch Symptome, auch die,die du beschrieben hast.
Mal mehr, Mal weniger heftig.
Heute weiß ich ,wie sehr mir die PP geschadet haben und meine depressive Störung manifestiert haben.
Trotz allem habe ich keinen Tag bereut, endlich die PP los zu sein.
Der Weg dahin war sehr stressig und doch habe ich ihn immer wieder neu bewältigt.
Auch mit dem Fachwissen und immer wieder mit dem Austausch in diesem Forum ist mir das gelungen.
Es war und ist nicht einfach , denn ich habe auch im Entzug sehr großen Stress von Außen gehabt,den ich nicht so einfach mal lösen oder
Aussitzen konnte.
Das Leben kann ja immer wieder Schwierigkeiten, Sorgen, Trauer, Ärger für uns bereit halten.
Dagegen helfen keine PP, das habe ich nach sehr langer Zeit kapieren dürfen.
Heute ist ein neuer Tag,ein neuer Anfang,ich werde versuchen das Beste daraus zu machen.

Liebe Grüße an dich und an alle Mitleser.
Brigitte
Vorgeschichte:
Als junge Frau hatte ich schon zwei Suizidversuche,18 u.24.Jahre,1968 verbunden mit schmerzhaften Trennungen.

1986 nach der Geburt von der dritten Tochter das erste Mal Diagnose durch Frauenarzt ,Depression.


Medikationsverlauf:


Seit Feb.1992 trockene Alkoholikerin.Halbes Jahr später depressive Phase. Hausarzt spritzt alle 4 Wochen Imap.


1994 erneut starke depressive Symptome,jüngste Tochter hatte bald Kommunion,ich wollte funktionieren.
Hausarzt verschreibt das 1.Mal Aurorix(Mao-Hemmer),hat schnell gewirkt.
Ich hatte eine kurze Hypomanie. In den langen Jahren immer Mal wieder,jetzt schon ein paar Jahre nicht mehr.
Eingenommen bis 2004,dann keine Wirkung mehr.

2004,das erste Mal Akut-Psychiatrie, umgestellt worden auf Trevilor(Venla),immer wenn Wirkung nach ließ, erhöht worden,bis 300 mg.


Dann Inkontinenz und weitere Nebenwirkungen,zu schnell ausgeschlichen.
Umgestellt auf Escitalopram,zwischendurch Citralopram,
Nach ein paar Jahren wieder abgesetzt,immer zu schnell,i

2009 erneut schwere Episode,Hausarzt verschreibt wieder Aurorix,wirkt nicht mehr.
Auch 2009,endlich Psychotherapie,
Psychiater verschreibt Sertralin 25 mg, sehr starke Nebenwirkungen,Zittern,Unruhe,Angst,Selbstmordgedanken,so dass ich erneut,während der Psychotherapie, in die Akut- Psychiatrie muss.
Entlassung mit 50 mg Sertralin. als Nebenwirkung ,starken Durchfall.


Dann ohne Ausschleichen ,Umstellung auf Citalopram 40 mg. dann umgestellt auf 20 mg Es-Citalopram,

Absetzversuche scheitern immer wieder,da erneutes Auftreten der Krankheit diagnostiziert wird.

Absetzverlauf:
Anfang 2017 : Vom neuen Hausarzt ließ ich mir dann Tropfen verschreiben und reduzierte jede Woche einen Tropfen.
Seit Mai 2017 ohne Ad.

3.12.2017 Versuch der Wiedereindosierung von 0,5 mg Escitalopram - starker Durchfall, wieder weggelassen


Seit Ewigkeiten 125 mg L-Thyroxin gegen Unterfunktion der SD.

aktuelle Symptome
Jetzt bin ich in eine, angeblich leichte, Überfunktion geraten.
Symptome sind starke Schlafstörungen,Gereiztheit,Wut ,innere Unruhe und Beben,Kribbeln in Füßen und Waden,schwitzen,sehr trockener Mund,immer Durst.
Plaque in Halsschlagader ,vorgestern beim Endokrinologen fest gestellt,auch Polyneuropathie ,wird in beiden Beinen vermutet.

Erst einmal will ich versuchen ohne erneutes PP auszukommen.
Kein PP hat mich stabilisiert ,eigentlich hatte ich immer nur Nebenwirkungen,wie Inkontinenz und Schleimhautbluten erneut auftraten,beschloss ich auszuschleichen.
Auch Sehstörungen,Magengeschwüre,mit Teerstuhl hatte ich in den letzten drei Jahren .

Luisa52
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Re: Thread für Langzeitbetroffene - Hoffnung und Unterstützung

Beitrag von Luisa52 »

Liebe Luna, liebe Brigitte
Ich hoffe, dass mich nicht diese Symptome der letzten 4 Jahre weiter heimsuchen werden: Symptome der Nebenwirkungen von ADs und üble, vor allem psychische Entzugssymptome. Ich bin bereit Ängste zu haben, vor Dingen die ich glaube nicht bewältigen zu können, ich bin bereit Trauer zu empfinden, wenn es dazu Gründe geben sollte und ja, ich stelle mich auch den Gefühlen von Depressionen, sollten sie auftreten. Selbst wenn dies heftig eintreten sollte, es bekümmert mich nicht und ich werde das bewältigen, da bin ich mir sicher.
Alle Depressionen in meinen über 6 Jahrzehnten Leben hatten immer handfeste Gründe, ob durch Bedingungen in der Außenwelt oder durch meine Persönlichkeit bedingt und ich habe sie immer ohne Antidepressiva bewältigt. Nur das Burnout, was zuletzt zur Depression führte, verleitete mich aus verschiedenen Gründen, insbesondere berufliche, zur medikamentösen Behandlung. Das war verständlich aber falsch und es hatte dramatische und traumatische Folgen. Und das wird hoffentlich die schlimmste Erfahrung in meinem Leben gewesen sein. Davon gehe ich optimistisch aus.
Jenseits vom Entzug gibt es schließlich ein Leben, von mir aus auch mit Rückenschmerzen, Schwerhörigkeit, Sehverlust, Arthrose, Vergesslichkeit, ...... was immer da auch noch kommen mag, was ich ausfüllen, spüren und erfahren möchte. Darauf bin ich eingestellt.
Liebe Grüße Luisa
Vorgeschichte:

2015 Ängste Depression hervorgerufen durch die Einnahme von kurzfristig Tavor (1x /d für 5 Tage) wegen Flugangst und Herzbeschwerden. Amitriptilin kurzfristig 25 mg, dann rasch in 4 Monaten vorsichtig problemlos abgesetzt
01/2016 burn-out erneute Einnahme kurzfristig Amitriptilin, ohne Erfolg
02/16 Doxepin Trp. Zügig abgesetzt da Nebenwirkungen
03/16 Zusammenbruch Aufnahme in Psychiatrie für 5 Wochen Escitalopram 10 mg für 3 Wochen heftigste Nebenwirkungen täglich Suizidgedanken wenn Wirkspiegel offenbar max. hatte. Dann auf meinen Wunsch hin abgesetzt
04/16 Venlafaxin 37.5 mg Retard Suizidalität gebessert
05/16 - 07/16 ambulant bis 3x 37.5 mg aufdosiert, schnell wieder auf 2x 37.5 mg da Nebenwirkungen wie Unruhe, Rastlosigkeit, Gedankenkreisen, Schlaflosigkeit, Gefühl unter Drogen, kam einfach nicht runter.
07-12/16 von 2x auf 1x 37.5 mg reduziert, in langsamen Schritten Kügelchen rausgenommen.
Reduktion zeigte immer Absetzsymptome, aber von 3x37.5 mg auf 1x37.5 mg aber geschafft.

[spoil]Aktueller Absetzverlauf
2017
Zunächst 10% dann aber 5% Reduktion ausgehend von der Dosis 37.5 mg ca. alle 4 oder 6 Wochen, erst heftige Absetzsymptome dann bei 5% Reduktion besser aushaltbar. Langanhaltende Wellen. Im Dez. 2017 bei 35% der Dosis angelangt

2018
01/18 je nach Packung Einnahme von 49-43 Kügelchen
02/18 im Durchschnitt Einnahme 42-37 Kü
03/18 i.D. Einnahme 36 Kü
04/18 i.D.Einnahme 32 Kü
05/18 i.D.Einnahme 30 Kü
06/18 i.D. Einnahme 24 Kü
07/18 konstante Einnahme 21 Kü
10/18 18 Kü
12/18 16 Kü
Wellen haben nicht so lange angehalten wie in 2017 aber je niedriger ich komme, desto besser ist es längere Intervalle einzuplanen und konstante Mengen einzunehmen.

2019
01/19 konstante Einnahme 15 Kü
03/19 14 Kü
04/19 13 Kü
06/19 12 Kü
07/19 11 Kü
08/19 10 Kü, da heftige Welle längere Reduktionspause bis zur Stabilisierung, (10 Wochen Pause)
10/19 9 Kü
12/19 8 Kü

2020
02/20 7 Kü (nach Pause von 9 Wochen, wegen reduktionsbedingter Depression)
04/20 6 Kü
05/20 5 Kü (nach 5 Wochen)
06/20 4 Kü :schnecke: bald am Ziel
07/20. 3 Kü :schnecke: :schnecke:


Absetzverlauf
Psychische Symptome im Absetzprozess unterscheiden sich kaum von Nebenwirkungen Venlafaxin
Treten nach 2-3 Wo auf, bleiben 2 Wo, ebben dann ab, Absetzintervall alle 4-6 Wochen oder auch langsamer.
Zwangsgedanken, Aggressivität, Derealisation, Depersonalisation, neben sich stehen, Gedankenkreisen, nicht klar denken können, Verwirrung, Grübelei, nur im Kopf sein, Hoffnungslosigkeit, Mutlosigkeit, Selbstzweifel, Gefühl unter Drogen zu sein und vieles mehr.

Trigger:
Jeglicher Art von Stresserleben, auch positiver Stress, fremde Umgebung, Lärm, Schlafdefizit, Hunger, Konflikte, Sport, Hitze, Wetteränderung, Sauna, Pantoprazol, Kortison.

Hilfe:
Verständnisvoller Ehemann, positive Ablenkungen, täglich viel Musizieren, gutes Essen, Schlaf, in diverse Freizeitgruppen gehen, in Krisenphase Psychotherapeutin aufsuchen, Gartenarbeit, Handarbeiten, nichts tun.

Meine Quintessenz: absolute AKZEPTANZ, anhaltende GEDULD, viel ZEIT
- Super Schnecken-Absetzplan verhindert nicht Absetzsymptome, aber ich habe gelernt damit umzugehen.
- Wellen kommen und gehen, sie sind nicht immer gewaltig, überwältigend.
- Wellen können in der Endphase bei niedriger Dosis sehr heftig sein, aber Fenster werden auch besser
- Wellen mit großer Akzeptanz und viel Geduld begegnen, nicht gegen ankämpfen.
- Fenster ob klein oder groß voll genießen.

[/spoil]

Clarissa
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Re: Thread für Langzeitbetroffene - Hoffnung und Unterstützung

Beitrag von Clarissa »

Ein 👍für Luisa.

Clarissa
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Re: Thread für Langzeitbetroffene - Hoffnung und Unterstützung

Beitrag von Clarissa »

Liebe Luisa,

das hast Du toll geschrieben, diese Ansicht teile ich vollkommen.

Es gibt ein Leben "danach". Meines ist eingeschränkt, aber ich versuche immer wieder, das Beste draus zu machen und wenig zu hadern.

Liebe Grüße von Clarissa
früher als sleepless2014 im Forum unterwegs gewesen, aber nicht mehr schlaflos :party2:
inzwischen 65 Jahre alt.

seit Mai 2015 EU-berentet letztlich wegen der Entzugs/PP-Problematik, auch wenn die offiziellen Diagnosen anders lauteten :wink:

los ging alles mit lebenslangen Schlafproblemen, die sich in Lebenskrisen mit depressiven Episoden verstärkten

leidvolle Erfahrungen mit Elektro"heil"krampftherapie und ziemlich allen AD, zahlreichen NL und anderen Psychopharmaka wie z.B. Pregabalin, Carbamazepin, Valproat, Johanniskraut, leider auch Diazepam und Zolpidem (von letzteren beiden abhängig geworden) und dem Absetzen; reichlich Erfahrungen auch mit Psychotherapien - alles mit verheerenden Folgen!

Diazepam-frei seit November 2013, Zolpidem-frei seit Mitte April 2014, ohne jegliche Psychopharmaka seit September 2014 (zuletzt das "deckelnde" NL Dominal forte abgesetzt nach raschem Abdosieren)

Inzwischen über 5 Jahre frei von Medikamenten.
NR, keinerlei Alkohol und kaum Koffein, weil alles triggert.
"Reizarmes" Leben einschließlich Ernährung, soweit sich das machen lässt. Streßvermeidung!

Leider nicht symptomfrei :( .

Mir haben falsches Leben, psychiatrische Therapien und besonders PP, allen voran die Benzos, viel Elend beschert. Ich werde nicht aufhören, auf die Gefahren von PP-Gebrauch hinzuweisen.

Luisa52
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Re: Thread für Langzeitbetroffene - Hoffnung und Unterstützung

Beitrag von Luisa52 »

Liebe Clarissa
Ja, so sehe ich das auch.
Der Entzug war bisher das Schlimmste in meinem Leben, was ich zu bewältigen hatte und habe.
Hoffnung, Kraft und Zuversicht geben mir die Überwindung anderer Lebenskrisen, sie haben mich letztendlich in ein schöneres Leben geführt. Das Überwinden von jeder Krise hielt auch immer ein Geschenk für mich bereit. Sei es, dass ich bestimmte Wertvorstellungen aufgab oder Kontakte zu Menschen abbrach, die mir nicht gut taten oder ich neue Hobbys entdeckte.
Und so hält auch dieser Entzug für mich Geschenke bereit:
- Lernen von Akzeptanz, z.B. wenn es mir nicht gut geht, sich depressive Stimmungen breitmachen,
- Abbau von Leistungsansprüchen in vielen Bereichen
- Einüben von Geduld und Ausdauer, wenn es mit der Heilung nicht so vorwärtsgeht.

Ach, mir fallen noch mehr ein, so z.B. Dankbarkeit und Demut. Aber über ein paar weitere Geschenke wie z.B. Loslassen würde ich mich richtig freuen, das ist noch nicht greifbar.
Solidarische Grüße Luisa
Vorgeschichte:

2015 Ängste Depression hervorgerufen durch die Einnahme von kurzfristig Tavor (1x /d für 5 Tage) wegen Flugangst und Herzbeschwerden. Amitriptilin kurzfristig 25 mg, dann rasch in 4 Monaten vorsichtig problemlos abgesetzt
01/2016 burn-out erneute Einnahme kurzfristig Amitriptilin, ohne Erfolg
02/16 Doxepin Trp. Zügig abgesetzt da Nebenwirkungen
03/16 Zusammenbruch Aufnahme in Psychiatrie für 5 Wochen Escitalopram 10 mg für 3 Wochen heftigste Nebenwirkungen täglich Suizidgedanken wenn Wirkspiegel offenbar max. hatte. Dann auf meinen Wunsch hin abgesetzt
04/16 Venlafaxin 37.5 mg Retard Suizidalität gebessert
05/16 - 07/16 ambulant bis 3x 37.5 mg aufdosiert, schnell wieder auf 2x 37.5 mg da Nebenwirkungen wie Unruhe, Rastlosigkeit, Gedankenkreisen, Schlaflosigkeit, Gefühl unter Drogen, kam einfach nicht runter.
07-12/16 von 2x auf 1x 37.5 mg reduziert, in langsamen Schritten Kügelchen rausgenommen.
Reduktion zeigte immer Absetzsymptome, aber von 3x37.5 mg auf 1x37.5 mg aber geschafft.

[spoil]Aktueller Absetzverlauf
2017
Zunächst 10% dann aber 5% Reduktion ausgehend von der Dosis 37.5 mg ca. alle 4 oder 6 Wochen, erst heftige Absetzsymptome dann bei 5% Reduktion besser aushaltbar. Langanhaltende Wellen. Im Dez. 2017 bei 35% der Dosis angelangt

2018
01/18 je nach Packung Einnahme von 49-43 Kügelchen
02/18 im Durchschnitt Einnahme 42-37 Kü
03/18 i.D. Einnahme 36 Kü
04/18 i.D.Einnahme 32 Kü
05/18 i.D.Einnahme 30 Kü
06/18 i.D. Einnahme 24 Kü
07/18 konstante Einnahme 21 Kü
10/18 18 Kü
12/18 16 Kü
Wellen haben nicht so lange angehalten wie in 2017 aber je niedriger ich komme, desto besser ist es längere Intervalle einzuplanen und konstante Mengen einzunehmen.

2019
01/19 konstante Einnahme 15 Kü
03/19 14 Kü
04/19 13 Kü
06/19 12 Kü
07/19 11 Kü
08/19 10 Kü, da heftige Welle längere Reduktionspause bis zur Stabilisierung, (10 Wochen Pause)
10/19 9 Kü
12/19 8 Kü

2020
02/20 7 Kü (nach Pause von 9 Wochen, wegen reduktionsbedingter Depression)
04/20 6 Kü
05/20 5 Kü (nach 5 Wochen)
06/20 4 Kü :schnecke: bald am Ziel
07/20. 3 Kü :schnecke: :schnecke:


Absetzverlauf
Psychische Symptome im Absetzprozess unterscheiden sich kaum von Nebenwirkungen Venlafaxin
Treten nach 2-3 Wo auf, bleiben 2 Wo, ebben dann ab, Absetzintervall alle 4-6 Wochen oder auch langsamer.
Zwangsgedanken, Aggressivität, Derealisation, Depersonalisation, neben sich stehen, Gedankenkreisen, nicht klar denken können, Verwirrung, Grübelei, nur im Kopf sein, Hoffnungslosigkeit, Mutlosigkeit, Selbstzweifel, Gefühl unter Drogen zu sein und vieles mehr.

Trigger:
Jeglicher Art von Stresserleben, auch positiver Stress, fremde Umgebung, Lärm, Schlafdefizit, Hunger, Konflikte, Sport, Hitze, Wetteränderung, Sauna, Pantoprazol, Kortison.

Hilfe:
Verständnisvoller Ehemann, positive Ablenkungen, täglich viel Musizieren, gutes Essen, Schlaf, in diverse Freizeitgruppen gehen, in Krisenphase Psychotherapeutin aufsuchen, Gartenarbeit, Handarbeiten, nichts tun.

Meine Quintessenz: absolute AKZEPTANZ, anhaltende GEDULD, viel ZEIT
- Super Schnecken-Absetzplan verhindert nicht Absetzsymptome, aber ich habe gelernt damit umzugehen.
- Wellen kommen und gehen, sie sind nicht immer gewaltig, überwältigend.
- Wellen können in der Endphase bei niedriger Dosis sehr heftig sein, aber Fenster werden auch besser
- Wellen mit großer Akzeptanz und viel Geduld begegnen, nicht gegen ankämpfen.
- Fenster ob klein oder groß voll genießen.

[/spoil]

Clarissa
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Re: Thread für Langzeitbetroffene - Hoffnung und Unterstützung

Beitrag von Clarissa »

Ein 👍und ein 🙂 für Luisa von Clarissa.
früher als sleepless2014 im Forum unterwegs gewesen, aber nicht mehr schlaflos :party2:
inzwischen 65 Jahre alt.

seit Mai 2015 EU-berentet letztlich wegen der Entzugs/PP-Problematik, auch wenn die offiziellen Diagnosen anders lauteten :wink:

los ging alles mit lebenslangen Schlafproblemen, die sich in Lebenskrisen mit depressiven Episoden verstärkten

leidvolle Erfahrungen mit Elektro"heil"krampftherapie und ziemlich allen AD, zahlreichen NL und anderen Psychopharmaka wie z.B. Pregabalin, Carbamazepin, Valproat, Johanniskraut, leider auch Diazepam und Zolpidem (von letzteren beiden abhängig geworden) und dem Absetzen; reichlich Erfahrungen auch mit Psychotherapien - alles mit verheerenden Folgen!

Diazepam-frei seit November 2013, Zolpidem-frei seit Mitte April 2014, ohne jegliche Psychopharmaka seit September 2014 (zuletzt das "deckelnde" NL Dominal forte abgesetzt nach raschem Abdosieren)

Inzwischen über 5 Jahre frei von Medikamenten.
NR, keinerlei Alkohol und kaum Koffein, weil alles triggert.
"Reizarmes" Leben einschließlich Ernährung, soweit sich das machen lässt. Streßvermeidung!

Leider nicht symptomfrei :( .

Mir haben falsches Leben, psychiatrische Therapien und besonders PP, allen voran die Benzos, viel Elend beschert. Ich werde nicht aufhören, auf die Gefahren von PP-Gebrauch hinzuweisen.

Coldine
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Re: Thread für Langzeitbetroffene - Hoffnung und Unterstützung

Beitrag von Coldine »

Hallo Siggi und ein herzliches Hallo an alle Anderen,
Siggi, dich spreche ich direkt an, weil auch Du diese fiesen Symptome nach Physiotherapie und Osteopathie hast. Obwohl das auch bei mir in der Vergangenheit schreckliche Symptome ausgelöst hat, habe ich mich vom Hausarzt überreden lassen, noch einmal manuelle Therapie an der BWS machen zu lassen. Nach dreimal musste ich es abbrechen. Nach der 2. Behandlung schon beim Aufrichten Schwindel, Sehstörungen und ich bin in Schlangenlinien aus der Praxis. Das 3. Mal haben wir normale Physio gemacht, aber es geht mir von Tag zu Tag schlechter und ich breche es jetzt ganz ab. Ich bekomme morgens ab ca. 5 Uhr migräneähnliche Kopfschmerzen, dann Druck auf den Augen. Heute morgen war es ganz schlimm. Ich hatte totales Verschwommensehen, alles weit weg, Druck im Kopf und Gleichgewichtsstörungen. Dazu Verzweiflung, Panik und Angst.
Ich bin dann trotzdem zum Termin bei der Psychotherapeutin. Es war sehr anstrengend, aber danach war es sogar etwas besser. Mit dieser Therapeutin habe ich wirklich Glück gehabt, ich fühle mich bei ihr sehr gut aufgehoben.
Ich verstehe es wirklich nicht, dass ich noch immer so reagiere. Heute morgen bin ich wie zu den schlimmsten Entzugszeiten zitternd auf dem Sofa gesessen und konnte kaum laufen.

Liebe Grüße
Barbara
2003 habe ich wegen nervöser Herzbeschwerden Lexotanil verordnet bekommen Habe je nach Bedarf 1,5-3 mg genommen.
Während der Einnahme hatte ich schon , ohne es damals zu wissen, Entzugsbeschwerden.
2005 kamen neben Schwankschwindel, Gangunsicherheit, Gleichgewichtsstörungen dann noch Lichtempfindlichkeit , Derealisation und Unwirklichkeitsgefühle dazu und mir wurde Cipralex verordnet um das Lexotanil auszuschleichen.
Oktober 2008 letzte Einnahme Lexotanil
März 2009 letzte Einnahme Cipralex nach langem Runterdosieren
Seit Januar Beschwerden, allerdings immer vorübergehend.
Seit Mai Zunahme der Beschwerden und ab Anfang August dauerhaft. Beschwerden sind z. Zeit: sehr starke Sehstörungen (Verschwommensehen, Akkomodationsstörungen) krampfartiges Gefühl ums Auge, Benommenheit, Gangunsicherheit (Gefühl seitlich wegzukippen), Schwindel selbst im Sitzen, Übelkeit, Durchfall, Schwitzen, extreme Träume, ständiger Harndrang, Kribbeln in Händen und Füßen, Kopfdruck, hochrotes Gesicht, Geühl Fieber zu haben

Siggi
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Re: Thread für Langzeitbetroffene - Hoffnung und Unterstützung

Beitrag von Siggi »

Liebe Barbara, und all ihr andern Lieben :group:

Liebe Barbara,

recht herzlichen Dank, dass du mir deinen Zustand nach der Physio und der Osteopathie geschildert hast!

Ach, liebe Barbara, ich kann mich fast ganz genau darin finden.
Niemand glaubt einen, dass solche Eingriffe den gesamten Menschen in seiner Seele und seinem Körper zum
Negativen verändern können.
Auch ich ließ mich erneut dazu überreden, denn alle Welt spricht immer nur von großen Erfolgserlebnissen durch Physio
und Osteopathie.
Eigentlich sagte mir mein Verstand schon vor einigen Jahren , als ich Rehasport, Massage, Akupunktur,
Physio und Osteopathie machte, dass dies alles Schüsse nach hinten sind, denn schon vor Jahren verschlimmerte sich
mein Zustand nach diesen Behandlungen.
Nur... ich war noch nicht lernfähig und einsichtig genug die Gründe NUR in dieser Behandlung zu suchen,
denn ich war noch doll im Entzug und schob diese Fieslinge immer darauf!

Vor ca. 8 Wochen begann ich mit dieser therapeutischen Behandlung.
Insgesamt habe ich nun 7 Behandlungen in den 8 Wochen bekommen.
Mir ging es mit jedem Mal dreckiger.
Der Physiotherap. bearbeitete alle "wunden Punkte", drückte, bog ein, griff in Wirbel, Oberschenkel,Halswirbel,
und ich biss die Zähne aufeinander, weil es teilweise Folter pur war.
Ich dachte halt immer, da muss ich durch, will ich danach wieder "schmerzbeweglicher werden.. :frust:

Ich wurde immer unruhiger, ängstlicher, panischer, bekam Herzrasen, Kopfdruck und Vieles mehr .
(genau wie du, wachte auch ich morgens mit massivem Kopfdruck auf, der von Panik und Angst, Verzweiflung,
begleitet wurde, denn diese Symptome kenne auch ich nur von meiner schwersten Absetz- Entzugsphase...

Eine Freundin, die viel Erfahrung mit Körper Geist und Seelenbewegung hat, machte mir von einigen Tag Mut.
Sie sagte,dass gerade in solchen Phasen wie in der unsrigen,der Körper noch intensiver auf jegliche Veränderung
reagiert.
D.h. werden ungewohnte Eingriffe am Körper vorgenommen, fühlt sich der Körper total gestört und die Seele
jault auf, weil sie ja genauso mitbetroffen ist.
Mein täglicher Zustand ist im Moment durch diese Physio von über 100 Stimmungen geprägt...
das wechselt von einer Minute zur andern, von: Angst, Panik, Hoffnung, Gutbefinden, NOrmalität
zur Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit...
Und diese Symptome sind weiß Gott nicht von einem natürlichen Seelenzustand geprägt, sondern entstammen
aus einem ausruderndem vegetativen , ZNS...
denn, wie soll es anders sein, denn urplötzlich kommen Tages- Phasen, die total "normal " sind, und man
überhaupt nicht mehr daran denkt,noch spürt, was Entzug mit all seinen schlimmen Symptomen bedeutete.

Liebe Barbara, und so kann ich nur weiterhin hoffen und beten, dass im Laufe der Zeit wenigstens wieder
ein halbwegs erträglicher Zustand eintritt, denn bei jeder minimalsten kleinsten "Aufregung", der man
doch im Alltag immer ausgestzt ist, und auch stemmen würde,kommen Angst und Panikzustände auf mich zu, weil das vegetaive Nervensystem keine Ruhe findet und völlig durchdreht.

Ihr Lieben alle, es würde mich freuen, wenn einige ähnliche Erlebnisse machten und darüber berichten würden,
denn das würde sehr helfen, nicht so alleine da zu stehen!
Ansonsten sind es halt Erfahrungserlebnisse von mir, die euch vielleicht helfen, nicht die gleichen Physio Fehler zu machen.

Seit ca. 10 Tagen kann ich nicht mal mehr langsam spazieren gehen, weil mein re. Knie so schmerzhaft ist,
dass ich es kaum mehr bewegen , geschweige denn es anwinkeln oder beugen kann.
Ists Arthritis,Abnützung, Bakerknie?
Ich habe am Mo. einen Orthop. Termin, der aber mit angst verbunden ist, denn Schmerzmittel vertrage ich nicht,
und röntgen triggert auf lange Sicht,.. ergo werde ich mal wieder als Psycho abgestempelt, weil Ärzte mir nicht glauben,
dass al diese Symptome dem Entzug und der Unverträglichkeit geschulder ist....

Ich wünsche euch nun von Herzen, dass euch diese schwere Erfahrung erspart bleibt.´, und ihr früh genug die
Bremse zieht ( hinzu kommt, dass diese Behandlungen mein sauer erspartes kleines Eeingemachtes,kostete! :( )
aber... ich habs probiert, und man bereut ja bekanntlich nur, was man nicht gemacht hat.... :)

Liebe Barbara, ich denke ganz fest an dich, und wünsche uns, dass sich unser schwerer Ausnahmezustand
wieder etwas beruhigt.
alles Liebe und Gute :hug:
Siggi
Mein Absetzverlauf:

[spoil]2002 wegen Angst-Panik-Depressionen 12 wöchiger Klinikaufenthalt, wo mir 15 µg Remergil und Tavor verschrieben wurde.
Diganose :Hashimoto . Danach Substitution von L.Thyroxin
Von 2003 bis 2005 Remergil von 15 µg auf 7,5. von 2005 bis 2007 Remergil auf 4,5 µg
Im Januar 2007 Remergil ausgeschlichen, 6 Wochen keine Entzugserscheinungen, doch danach umso heftiger, wie Schwindel, Derealisation, starke Benommenheit, Übelkeit und teilweise Depris mit Ängsten.
Ende 2007- ein langes Jahr lang- schwere Symptome aber- erfolgreich ausgeschlichen
2011 wegen 3 schweren OP's (lange Narkose) Angst, Unruhe Herzrasen,etc.erneute Einnahme mit 20 mgMirtazapin (Remergil Tropfen) begonnen!!
April 2012 bis Juli 2012 von 20 mg auf 8mg gesenkt (zu schnell!)
Absetzsymptome: massive innere Unruhe,begleitende generalisierte Angst, Benommenheit, Schwindel! Massive Histaminunverträglichkeit,Gluten-und Fructoseunverträglichkeit-vertrage nur noch wenige Lebensmittel.
Starke, Gelenk-Rücken-Knie-Knochen Schmerzen, Steifigkeit und Schmerzen bei jeder kleinen Bewegung
20.10. 2012 auf 7,2 mg. Mirta reduziert, einfach nur grausig mit allen Symptomen die man sich denken kann
27.12 2012 6,4 Mirta-Tropfen einfach die Hölle...
weiter, monatlich in kleinen Schritten von :
27.12. 2012 bis 7.8. 2014 reduziert!
seit 7.8. 2014 auf Null....
weiterhin kein gutes Befinden, nur wenige Fenster,Ängste, Katastrophengedanken, Unruhe.
sind es Wellen??
Gluten, Histamin, Fructose und seit Jan. 2016 noch Laktose-Unverträglichkeit, Ernährung immer karger.
Seit ca. 3 Monaten bei Vitalogen wegen massiver Nackenmuskelschmerzen und unbeweglich steifem Hals... seit ca. 4 Wochen Beweglichkeit und Radius, sowie Schmerzen durch Behandlung etwas besser.
Seit 7.8. 2014 keine Stabiliät.Immer wieder viel Auf und Ab mit all den Absetzsymptomen.
jedoch immer mal wieder Fenster.... die ich dann versuche zu genießen und davon zu zehren[/spoil]

Coldine
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Re: Thread für Langzeitbetroffene - Hoffnung und Unterstützung

Beitrag von Coldine »

Liebe Siggi,

gestern hätte ich noch schreiben können, dass es besser geht. Genau wie Du schreibst, hat man Stunden, wo man das Gefühl hat, dass man das Schlimmste geschafft hat. Donnerstag saß ich morgens zitternd mit Schwindel bei der Psychologin, nachmittags ging es besser.
Gestern hatte ich brutale Migräne. Nachmittags rief meine Tochter an, sie hat vor 5 Wochen ein Baby bekommen und hat nun 39 Grad Fieber und eine Brustentzündung. Ich also Aspirin genommen und zu ihr gefahren. Ich habe 2 Stunden das Baby auf demArm getragen. Ich weiß nicht, ob es daran lag, aber ich stehe heute morgen wieder auf, noch ohne Kopfschmerzen aber mit komischen Sehstörungen. Sah alles leicht verschwommen und hatte einen Druck um die Augen. War dann einkaufen und danach war alles vorbei. Zittern, Gleichgewichtsstörungen, Migräne, Schwindel, Verschwommensehen, Blurdruck erhöht und gehe alle 10 Minuten Wasser lassen. Ich kann meine Augen auf nichts fixieren, fühle mich total hoffnungslos und verzweifle.
Ob es daran liegt, wenn ich durch Belastung meine Muskeln mehr verkrampfe, ich weiß es nicht. Aber, wie Du schon schreibst, auch bei mir hat es sich in den schlimmsten Zeiten des Entzugs so angefühlt und ich dachte, dass ich das überstanden hätte. Natürlich hört sich das nur nach schlimmer Migräne an, aber solche Migräne habe ich sonst nie mit diesen Begleitsymptomen.
Alles Liebe
Barbara
2003 habe ich wegen nervöser Herzbeschwerden Lexotanil verordnet bekommen Habe je nach Bedarf 1,5-3 mg genommen.
Während der Einnahme hatte ich schon , ohne es damals zu wissen, Entzugsbeschwerden.
2005 kamen neben Schwankschwindel, Gangunsicherheit, Gleichgewichtsstörungen dann noch Lichtempfindlichkeit , Derealisation und Unwirklichkeitsgefühle dazu und mir wurde Cipralex verordnet um das Lexotanil auszuschleichen.
Oktober 2008 letzte Einnahme Lexotanil
März 2009 letzte Einnahme Cipralex nach langem Runterdosieren
Seit Januar Beschwerden, allerdings immer vorübergehend.
Seit Mai Zunahme der Beschwerden und ab Anfang August dauerhaft. Beschwerden sind z. Zeit: sehr starke Sehstörungen (Verschwommensehen, Akkomodationsstörungen) krampfartiges Gefühl ums Auge, Benommenheit, Gangunsicherheit (Gefühl seitlich wegzukippen), Schwindel selbst im Sitzen, Übelkeit, Durchfall, Schwitzen, extreme Träume, ständiger Harndrang, Kribbeln in Händen und Füßen, Kopfdruck, hochrotes Gesicht, Geühl Fieber zu haben

Bittchen
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Re: Thread für Langzeitbetroffene - Hoffnung und Unterstützung

Beitrag von Bittchen »

Liebe Siggi,hallo ihr liebes älteres Semester alle,

ich kann deine Erfahrungen mit Physiotherapie nicht teilen,ich habe sie vor ein paar Wochen GsD vertragen.
Auch da reagiert wohl jeder anders,aber ich war bei einer sehr erfahrenen Osteopathin,sie hat drei Ausbildungen und ist auch Heilpraktikerin.
Vielleicht hatte ich da Glück.
Darf ja auch Mal sein,lach.
Zumindest hat es mir nicht geschadet.
Geholfen,das weiß ich nicht.
Da ich unter Polyneuropathie leide,ist das schwierig zu sagen.

Meine Tagesform schwankt immer wieder,auch weiß ich ,geheilt bin ich nicht und werde wohl weiter mit den depressiven Symptomen leben.
Mal mehr Mal weniger stark.
Das habe ich akzeptiert und versuche so gut es geht dagegen zuhalten.
Das gelingt mir nicht immer gleich gut,jede negative Nachricht oder Begebenheit wirft mich schnell aus der Bahn,aber das ist eben so.
Mir fällt da der Spruch ein von Hans -Jochim Fuchsberger :
" Alt werden ist nichts für Feiglinge."

So ist es leider,es wird ja mit zunehmenden Alter nicht leichter ,aber was ist da die Alternative.
Jung sterben ist es ja auch nicht,seien wir doch dankbar,es bis hierher geschafft zu haben.
Was hätten wir sonst auch an schönen Erinnerungen verpasst ?
Einen erträglichen Sonntag wünsche ich.
Bei der Hitze hilft nur Zuhause bleiben und versuchen, das so gut es geht auszuhalten,bald wird es wieder kühler.
Die Tage werden schon wieder kürzer,der nächste Herbst kommt bestimmt.
Ganz liebe Grüße
Brigitte
Vorgeschichte:
Als junge Frau hatte ich schon zwei Suizidversuche,18 u.24.Jahre,1968 verbunden mit schmerzhaften Trennungen.

1986 nach der Geburt von der dritten Tochter das erste Mal Diagnose durch Frauenarzt ,Depression.


Medikationsverlauf:


Seit Feb.1992 trockene Alkoholikerin.Halbes Jahr später depressive Phase. Hausarzt spritzt alle 4 Wochen Imap.


1994 erneut starke depressive Symptome,jüngste Tochter hatte bald Kommunion,ich wollte funktionieren.
Hausarzt verschreibt das 1.Mal Aurorix(Mao-Hemmer),hat schnell gewirkt.
Ich hatte eine kurze Hypomanie. In den langen Jahren immer Mal wieder,jetzt schon ein paar Jahre nicht mehr.
Eingenommen bis 2004,dann keine Wirkung mehr.

2004,das erste Mal Akut-Psychiatrie, umgestellt worden auf Trevilor(Venla),immer wenn Wirkung nach ließ, erhöht worden,bis 300 mg.


Dann Inkontinenz und weitere Nebenwirkungen,zu schnell ausgeschlichen.
Umgestellt auf Escitalopram,zwischendurch Citralopram,
Nach ein paar Jahren wieder abgesetzt,immer zu schnell,i

2009 erneut schwere Episode,Hausarzt verschreibt wieder Aurorix,wirkt nicht mehr.
Auch 2009,endlich Psychotherapie,
Psychiater verschreibt Sertralin 25 mg, sehr starke Nebenwirkungen,Zittern,Unruhe,Angst,Selbstmordgedanken,so dass ich erneut,während der Psychotherapie, in die Akut- Psychiatrie muss.
Entlassung mit 50 mg Sertralin. als Nebenwirkung ,starken Durchfall.


Dann ohne Ausschleichen ,Umstellung auf Citalopram 40 mg. dann umgestellt auf 20 mg Es-Citalopram,

Absetzversuche scheitern immer wieder,da erneutes Auftreten der Krankheit diagnostiziert wird.

Absetzverlauf:
Anfang 2017 : Vom neuen Hausarzt ließ ich mir dann Tropfen verschreiben und reduzierte jede Woche einen Tropfen.
Seit Mai 2017 ohne Ad.

3.12.2017 Versuch der Wiedereindosierung von 0,5 mg Escitalopram - starker Durchfall, wieder weggelassen


Seit Ewigkeiten 125 mg L-Thyroxin gegen Unterfunktion der SD.

aktuelle Symptome
Jetzt bin ich in eine, angeblich leichte, Überfunktion geraten.
Symptome sind starke Schlafstörungen,Gereiztheit,Wut ,innere Unruhe und Beben,Kribbeln in Füßen und Waden,schwitzen,sehr trockener Mund,immer Durst.
Plaque in Halsschlagader ,vorgestern beim Endokrinologen fest gestellt,auch Polyneuropathie ,wird in beiden Beinen vermutet.

Erst einmal will ich versuchen ohne erneutes PP auszukommen.
Kein PP hat mich stabilisiert ,eigentlich hatte ich immer nur Nebenwirkungen,wie Inkontinenz und Schleimhautbluten erneut auftraten,beschloss ich auszuschleichen.
Auch Sehstörungen,Magengeschwüre,mit Teerstuhl hatte ich in den letzten drei Jahren .

Siggi
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Re: Thread für Langzeitbetroffene - Hoffnung und Unterstützung

Beitrag von Siggi »

Liebe Barbara, liebe Brigitte, liebe Andern :group:

danke schön, dass ihr euch gemeldet habt.

Ach, liebe Brigitte, das freut mich sehr, dass du nicht diese schlimmen Erfahrungen mit der physikalischen
Therapie machen musstest.
Ich denke auch nicht, dass es mit der Inkompetenz des Behandlers zusammen hängt, dass Barbara und ich
solch extreme Reaktionen erleben.

Ja, liebe Brigitte , ich bin dankbar, es bis zum heutigen Tag geschafft zu haben,und ich versuche auch immer
wieder mir all das Positive zu suggerieren, aber die Kraft wird immer geringer, wenn nur noch :
Schmerzen, Unruhe, Ängste, Panik, Atemnot (die ich vor der Behandlung nicht hatte)
und Verzweiflung (und das schon 10 Jahre!!) im Haus stehen.

Liebe Barbara,
ich könnte mir vorstellen, dass das zwei stündige Tragen deines Enkels, deinen ohnehin schon lädierten Körper
noch mehr aus dem Gleichgewicht laufen ließ.

Immerhin sind es Muskelbewegungen, die nicht gewohneitsmäßig sind und daher zur
Verkrampfung führen können, die wiederum Verschlimmerung dieser Symptome auslösen können.
Ich denke aber, dass du bald wieder zur deiner "Muskelmitte" zurück findest.

Wir kennen in etwa unsere Seele,unseren Geist, aber.... wissen wir was da alles organisch und physikalisch
in unserem Körper abläuft?
Und alle 3 Komponenten ergeben ein Resultat, das uns immer wieder vor Rätsel stellt und unvorstellbare
Wundertüten beschert.
Schwer zu ertragen ist dann auch , dass man mental nichts erfassen oder daran arbeiten kann,
denn alles hat seine eigenen individuellen Entzugs-Gesetze :frust:

Nachdem nun ständig diese schwankenden und unerklärbaren Tagesveränderungen bei mir kommen, bin ich fast dazu
geneigt zu glauben, dass diese Symptome immer noch Überbleibsel des langen Entzugs sind.
Es ist nicht erklärbar, denn ein "Gesunder" hat garantiert nicht innerhalb Minuten plötzlich solch Wechsel an Verzweiflung, Hoffnung, Panik, Unruhe Ängsten und dann positiver Mutmacher .
Da mischt das Entzugs-Neuroemotionale und vegetative Nervensystem mit!

Wie geht es dir ?
Konntest du deiner Tochter etwas beistehen? Bekam sie das Fieber in den Griff?

Meine Woche wurde zu allem Übel auch noch von einem Zahnarztnotfalldienst begleitet.
Ich bekam vor 3 Tagen höllische Zahnschmerzen und so schleppte ich mich zum Zahnarzt, der nur noch den Kariesbefallenen Backenzahn ziehen konnte...
Und wieder Betäubungsnebenwirkung , wenn auch ohne Adrenalin... aber mit mindestens 14 Tage anhaltendr Trigger. NW.
Ganz zu schweigen von der Kopfhaltung die so krass verdreht war, dass er Doc überhaupt an den Zahn kommen konnte...

Und nun noch weitere Baustellen am re. Knie und dem gesamten Bein , die mir keine 100 Schritte ermöglichen,
ohne vor Schmerzen aufzujaueln... WAS ist da nur?
Ich hoffe der morgige Orthopäde kann wenigstens die Diagnose finden...
und das bei mir, der ein Leben lang Bewegungsmensch war.... :(

Liebe Barbara,
lass uns weiter aushalten,und nie die Hoffnung auf ein bisschen bessere Lebensqualität verlieren.

Alles Liebe und gute Besserung
Siggi
Mein Absetzverlauf:

[spoil]2002 wegen Angst-Panik-Depressionen 12 wöchiger Klinikaufenthalt, wo mir 15 µg Remergil und Tavor verschrieben wurde.
Diganose :Hashimoto . Danach Substitution von L.Thyroxin
Von 2003 bis 2005 Remergil von 15 µg auf 7,5. von 2005 bis 2007 Remergil auf 4,5 µg
Im Januar 2007 Remergil ausgeschlichen, 6 Wochen keine Entzugserscheinungen, doch danach umso heftiger, wie Schwindel, Derealisation, starke Benommenheit, Übelkeit und teilweise Depris mit Ängsten.
Ende 2007- ein langes Jahr lang- schwere Symptome aber- erfolgreich ausgeschlichen
2011 wegen 3 schweren OP's (lange Narkose) Angst, Unruhe Herzrasen,etc.erneute Einnahme mit 20 mgMirtazapin (Remergil Tropfen) begonnen!!
April 2012 bis Juli 2012 von 20 mg auf 8mg gesenkt (zu schnell!)
Absetzsymptome: massive innere Unruhe,begleitende generalisierte Angst, Benommenheit, Schwindel! Massive Histaminunverträglichkeit,Gluten-und Fructoseunverträglichkeit-vertrage nur noch wenige Lebensmittel.
Starke, Gelenk-Rücken-Knie-Knochen Schmerzen, Steifigkeit und Schmerzen bei jeder kleinen Bewegung
20.10. 2012 auf 7,2 mg. Mirta reduziert, einfach nur grausig mit allen Symptomen die man sich denken kann
27.12 2012 6,4 Mirta-Tropfen einfach die Hölle...
weiter, monatlich in kleinen Schritten von :
27.12. 2012 bis 7.8. 2014 reduziert!
seit 7.8. 2014 auf Null....
weiterhin kein gutes Befinden, nur wenige Fenster,Ängste, Katastrophengedanken, Unruhe.
sind es Wellen??
Gluten, Histamin, Fructose und seit Jan. 2016 noch Laktose-Unverträglichkeit, Ernährung immer karger.
Seit ca. 3 Monaten bei Vitalogen wegen massiver Nackenmuskelschmerzen und unbeweglich steifem Hals... seit ca. 4 Wochen Beweglichkeit und Radius, sowie Schmerzen durch Behandlung etwas besser.
Seit 7.8. 2014 keine Stabiliät.Immer wieder viel Auf und Ab mit all den Absetzsymptomen.
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Bittchen
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Re: Thread für Langzeitbetroffene - Hoffnung und Unterstützung

Beitrag von Bittchen »

Liebe Siggi,

nur gute Nachrichten für dich heute beim Orthopäden, das wünsche ich dir von ganzem Herzen.
Es ist leider so dass wir in einem Alter sind ,da macht unser "Knochengerüst" noch mehr Probleme.

Oft sind es ja auch schon sehr junge Menschen die damit Probleme haben,mein Enkel hat ja Skoliose.
Der Gedanke daran treibt mir gerade die Tränen in die Augen.
Er trägt tapfer beider Hitze das Korsett und geht weiter ins Fitnessstudio.
Es erschreckt mich gerade bei Sportlern sehr,wie gerade die, besonders oft Probleme haben,
weil ja immer gesagt wird "Sport ist gesund".
In meinem Bekanntenkreis haben gerade die Menschen,die sehr viel Bewegung hatten, künstliche Hüften und auch Knie.
Allerdings ohne Bewegung mit extremen Übergewicht sind leider auch die Stoffwechselkrankheiten dann sehr verbreitet.
Wie überall gilt das gute Mittelmaß.

Panik, auch durch Atemnot,das ist natürlich noch Mal eine andere Nummer.
Verstärkte Ängste durch depressive Krisen kenne ich auch sehr gut.
Ich habe COPD durch meine Kettenraucherei,ich weiß also wie belastend Atemnot ist.
Heute geht es mir zumindest dahingehend besser,weil ich endlich den Dreck lassen konnte.
Dadurch blieb mir die Sauerstoffflasche erspart.
Damals war es fünf vor zwölf.
Auch die Zeit damals war nicht einfach,aber ich habe es geschafft und bin sehr da drauf.

Auch wenn ich frei von PP bin, begleiten mich weiter die Symptome einer depressiven Störung.
Heute geht es mir aber ganz gut und ich fahre gleich mit meiner jüngsten Tochter einkaufen.
Wir werden auch einkehren und etwas essen,die Möglichkeiten sind ja auch da wegen Corona eingeschränkt.
Aber hier gibt es im nächsten Ort es ein schönes Cafe ,auch mit Mittagstisch,da werden wir im Schatten gemütlich etwas zu uns nehmen.
Die Vorstellung,durch die Polyneuropathie immer mehr eingeschränkt zu sein in der Zukunft,das macht mir auch zu schaffen.
Im Extremfall ist es ja der Rollstuhl,aber das blende ich aus,denn wenn ich mich darauf fixiere,kommt ein Rattenschwanz von Veränderungen auf mich zu,die will ich mir nicht vorstellen.

Dabei sind die Ärzte bei Polyneuropathie ja auch ratlos und wollen mir immer wieder PP aufschwatzen.
Bis jetzt sind die Schmerzen in einem Bereich,in dem ich auch Schmerzmittel noch ablehnen kann,denn auch die helfen dabei nicht.
Opiate ist da ja auch immer im Angebot, echt ätzend.
Aber das kann ich nicht mehr ändern,ich bin überzeugt diese Nervenschädigung haben mir die PP eingebracht,aber das wird ja selten von den Psychiatern zugegeben.
Moderate Bewegung und gesundes Essen kann evtl. den Verlauf milder machen und etwas verzögern.
Im September fahre ich in eine TCM Klinik um mich genauer über alternative Methoden zu Informieren.
Vielleicht habe ich ja Glück und es hilft mir so eine Behandlung bei einem Aufenthalt.
Erst muss ich auch über die Kosten genau Bescheid wissen und ob ich das überhaupt vertrage.
Akkupunktur hat mich schon Mal sehr getriggert,so dass ich tagelang geweint habe.
Es verursacht bei mir auch wieder Ängste,alleine in eine Klinik zu gehen.

Meine Antwort war mir wichtig,da ich dich wissen lassen wollte ,wie sehr ich dich und deine Ängste verstehe.
Aber jeder Tag geht wieder neu zu gestalten und oft gibt es auch schöne Momente.
Davon wünsche ich dir ganz viele heute.

Liebe Grüße
Brigitte
Vorgeschichte:
Als junge Frau hatte ich schon zwei Suizidversuche,18 u.24.Jahre,1968 verbunden mit schmerzhaften Trennungen.

1986 nach der Geburt von der dritten Tochter das erste Mal Diagnose durch Frauenarzt ,Depression.


Medikationsverlauf:


Seit Feb.1992 trockene Alkoholikerin.Halbes Jahr später depressive Phase. Hausarzt spritzt alle 4 Wochen Imap.


1994 erneut starke depressive Symptome,jüngste Tochter hatte bald Kommunion,ich wollte funktionieren.
Hausarzt verschreibt das 1.Mal Aurorix(Mao-Hemmer),hat schnell gewirkt.
Ich hatte eine kurze Hypomanie. In den langen Jahren immer Mal wieder,jetzt schon ein paar Jahre nicht mehr.
Eingenommen bis 2004,dann keine Wirkung mehr.

2004,das erste Mal Akut-Psychiatrie, umgestellt worden auf Trevilor(Venla),immer wenn Wirkung nach ließ, erhöht worden,bis 300 mg.


Dann Inkontinenz und weitere Nebenwirkungen,zu schnell ausgeschlichen.
Umgestellt auf Escitalopram,zwischendurch Citralopram,
Nach ein paar Jahren wieder abgesetzt,immer zu schnell,i

2009 erneut schwere Episode,Hausarzt verschreibt wieder Aurorix,wirkt nicht mehr.
Auch 2009,endlich Psychotherapie,
Psychiater verschreibt Sertralin 25 mg, sehr starke Nebenwirkungen,Zittern,Unruhe,Angst,Selbstmordgedanken,so dass ich erneut,während der Psychotherapie, in die Akut- Psychiatrie muss.
Entlassung mit 50 mg Sertralin. als Nebenwirkung ,starken Durchfall.


Dann ohne Ausschleichen ,Umstellung auf Citalopram 40 mg. dann umgestellt auf 20 mg Es-Citalopram,

Absetzversuche scheitern immer wieder,da erneutes Auftreten der Krankheit diagnostiziert wird.

Absetzverlauf:
Anfang 2017 : Vom neuen Hausarzt ließ ich mir dann Tropfen verschreiben und reduzierte jede Woche einen Tropfen.
Seit Mai 2017 ohne Ad.

3.12.2017 Versuch der Wiedereindosierung von 0,5 mg Escitalopram - starker Durchfall, wieder weggelassen


Seit Ewigkeiten 125 mg L-Thyroxin gegen Unterfunktion der SD.

aktuelle Symptome
Jetzt bin ich in eine, angeblich leichte, Überfunktion geraten.
Symptome sind starke Schlafstörungen,Gereiztheit,Wut ,innere Unruhe und Beben,Kribbeln in Füßen und Waden,schwitzen,sehr trockener Mund,immer Durst.
Plaque in Halsschlagader ,vorgestern beim Endokrinologen fest gestellt,auch Polyneuropathie ,wird in beiden Beinen vermutet.

Erst einmal will ich versuchen ohne erneutes PP auszukommen.
Kein PP hat mich stabilisiert ,eigentlich hatte ich immer nur Nebenwirkungen,wie Inkontinenz und Schleimhautbluten erneut auftraten,beschloss ich auszuschleichen.
Auch Sehstörungen,Magengeschwüre,mit Teerstuhl hatte ich in den letzten drei Jahren .

Siggi
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Re: Thread für Langzeitbetroffene - Hoffnung und Unterstützung

Beitrag von Siggi »

Guten Morgen, liebe Brigitte,

WIE schön, dass man sich wieder per button bedanken kann :D
ehrlich gesagt, fehlte mir das sehr!

Und so möchte ich dir noch persönlich ganz herzlich für deine mitfühlenden und liebevollen Gedanken
danken.
Da ich immer Mitleser deiner Posts bin, nehme ich auch an deinem Schicksal und dem deiner Familie teil.

Manchmal kann man den Eindruck gewinnen, dass unsere Kinder und Enkel eigene Beeinträchtigungen besser
verkraften, als z.B. wir als Mutter oder Oma.
Vielleicht bekamen sie auch mehr Rückhalt an Zuwendung in ihrem Familienumfeld, sodass ihre Basis an Vertrauen
stärker als bei uns ist !?
Mir fehlt z.B. oft dieses Vertrauen, denn meine Kindheit war mit körperlicher und seelischer Gewalt geprägt.
Aber ich mache heute niemand mehr den Vorwurf,denn auch unsere Eltern hatten ihre "Geschichte" und wussten
es halt nicht besser....und Schläge und seelische Demütigung waren damals die häufigsten
Erziehungemethoden :frust:

Nun muss ich los, zum Orthopäden.
Ich sehe diesem Termin etwas "ruhiger " entgegen, denn ich habe mir die wichtigsten Stichpunkte aufgeschrieben
und werde sie dem Doc geben.
Somit bin ich etwas "vorbereitet" was mich sicherer erscheinen lässt,
und brauche dann auch (hoffentlich) nicht diese schlimmen Befürchtungen zu hegen,
als Psycho abgestempelt zu werden
Weiß man doch aus Erfahrung, dass man meist das Wichtigste vergisst, oder aber, der Arzt nicht ausreden lässt,
oder nicht zuhört und sofort mit seiner "Version" daher kommt!

Auch ich wünsche dir und deinen Lieben von Herzen, dass mit jeder Woche ein wenig Heilung eintritt!
Du machst das so wunderbar, besonnen und klug , daran nehme ich mir oft ein Beispiel. :D

Liebe Grüße :hug:
Siggi
Mein Absetzverlauf:

[spoil]2002 wegen Angst-Panik-Depressionen 12 wöchiger Klinikaufenthalt, wo mir 15 µg Remergil und Tavor verschrieben wurde.
Diganose :Hashimoto . Danach Substitution von L.Thyroxin
Von 2003 bis 2005 Remergil von 15 µg auf 7,5. von 2005 bis 2007 Remergil auf 4,5 µg
Im Januar 2007 Remergil ausgeschlichen, 6 Wochen keine Entzugserscheinungen, doch danach umso heftiger, wie Schwindel, Derealisation, starke Benommenheit, Übelkeit und teilweise Depris mit Ängsten.
Ende 2007- ein langes Jahr lang- schwere Symptome aber- erfolgreich ausgeschlichen
2011 wegen 3 schweren OP's (lange Narkose) Angst, Unruhe Herzrasen,etc.erneute Einnahme mit 20 mgMirtazapin (Remergil Tropfen) begonnen!!
April 2012 bis Juli 2012 von 20 mg auf 8mg gesenkt (zu schnell!)
Absetzsymptome: massive innere Unruhe,begleitende generalisierte Angst, Benommenheit, Schwindel! Massive Histaminunverträglichkeit,Gluten-und Fructoseunverträglichkeit-vertrage nur noch wenige Lebensmittel.
Starke, Gelenk-Rücken-Knie-Knochen Schmerzen, Steifigkeit und Schmerzen bei jeder kleinen Bewegung
20.10. 2012 auf 7,2 mg. Mirta reduziert, einfach nur grausig mit allen Symptomen die man sich denken kann
27.12 2012 6,4 Mirta-Tropfen einfach die Hölle...
weiter, monatlich in kleinen Schritten von :
27.12. 2012 bis 7.8. 2014 reduziert!
seit 7.8. 2014 auf Null....
weiterhin kein gutes Befinden, nur wenige Fenster,Ängste, Katastrophengedanken, Unruhe.
sind es Wellen??
Gluten, Histamin, Fructose und seit Jan. 2016 noch Laktose-Unverträglichkeit, Ernährung immer karger.
Seit ca. 3 Monaten bei Vitalogen wegen massiver Nackenmuskelschmerzen und unbeweglich steifem Hals... seit ca. 4 Wochen Beweglichkeit und Radius, sowie Schmerzen durch Behandlung etwas besser.
Seit 7.8. 2014 keine Stabiliät.Immer wieder viel Auf und Ab mit all den Absetzsymptomen.
jedoch immer mal wieder Fenster.... die ich dann versuche zu genießen und davon zu zehren[/spoil]

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Registriert: 09.03.2009 15:25
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Re: Thread für Langzeitbetroffene - Hoffnung und Unterstützung

Beitrag von Coldine »

Liebe Siggi,
Du beschreibst es so treffend mit diesem Gefühlschaos, das oft im 10 Minuten Abstanbd bei mir wechselt. Ich habe es genau wie Du und ich habe es nach 2 Stunden manueller Therapie.
Vielen Dank, dass Du Dich nach meiner Tochter erkundigst. Ja, es geht ihr Gott sei Dank wieder besser. Sie hat Antiobiotika und Ibuprofen bekommen und musste dadurch dann leider abstillen. Es ist ja schön, wenn man Medikamente nehmen kann und es geht einem dann besser. Ich glaube, dass ist zumindest für mich für immer vorbei und das macht mir oft Angst vor dem Alter und der Zukunft.
Du Arme, dass Du mit all diesen Beschwerden auch noch zum Zahnarzt musstest. Ich kann mir vorstellen, welche Kraftanstrengung das war.

Liebe Siggi, auch ich hoffe, dass Dich der Besuch beim Orthopäden weitergebracht hat. Bitte, berichte doch, wenn es dir möglich ist.

Liebe Grüße
Barbara
2003 habe ich wegen nervöser Herzbeschwerden Lexotanil verordnet bekommen Habe je nach Bedarf 1,5-3 mg genommen.
Während der Einnahme hatte ich schon , ohne es damals zu wissen, Entzugsbeschwerden.
2005 kamen neben Schwankschwindel, Gangunsicherheit, Gleichgewichtsstörungen dann noch Lichtempfindlichkeit , Derealisation und Unwirklichkeitsgefühle dazu und mir wurde Cipralex verordnet um das Lexotanil auszuschleichen.
Oktober 2008 letzte Einnahme Lexotanil
März 2009 letzte Einnahme Cipralex nach langem Runterdosieren
Seit Januar Beschwerden, allerdings immer vorübergehend.
Seit Mai Zunahme der Beschwerden und ab Anfang August dauerhaft. Beschwerden sind z. Zeit: sehr starke Sehstörungen (Verschwommensehen, Akkomodationsstörungen) krampfartiges Gefühl ums Auge, Benommenheit, Gangunsicherheit (Gefühl seitlich wegzukippen), Schwindel selbst im Sitzen, Übelkeit, Durchfall, Schwitzen, extreme Träume, ständiger Harndrang, Kribbeln in Händen und Füßen, Kopfdruck, hochrotes Gesicht, Geühl Fieber zu haben

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