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Erfahrungsaustausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Sammlung von Erfahrungsberichten mit Psychopharmaka.
Berlin-2013
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Re: Erfahrungsaustausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von Berlin-2013 » Dienstag, 02.01.18, 11:35

Ist-Zustand

Hallo,

Also je mehr Stress ich habe desto öfter gehe ich über meine Grenzen was mich kurz darauf anhand (bei mir) als Verspannung und mit Muskelschmerzen einholt.

Das gute ist allerdings das ich daran spüre, das mehr geht als ich vorher denke.

Was mir aufgefallen ist, ist das ich immer öfter in der Rückblende erkenne das einige Symptome fast ganz verschwunden sind bzw. nur noch ganz milde und sehr selten auftauchen...

Ich denke, je mehr ich lese und vergleiche, stelle ich fest, das die meisten einen verlängerten Entzug haben und das es nicht 20 Prozent sind, sondern umgekehrt 80 Prozent. Wenn man das weiß, dann sitzt man nicht dem Irrtum auf das irgend etwas nicht stimmt mit einem und man wartet nicht auf den Erfolg schon nach wenigen Monaten.

2017 resümieren:
Nach meiner Erfahrung sind alle, die unter 1 Jahr symptomfrei sind Ausnahmen und das egal wie lange sie süchtig waren.

Hingegen alle die länger als 1 - 5 Jahre zur Wiederherstellung brauchen die Regel und völlig normal!!!!

So macht man sich kein x vor dem u.

Das wichtigste ist aber das es unglaublich viele Erfolgsgeschichten gibt weil wir alle HEILEN werden 100 Prozent!
Off Topic
Viele Grüße und 2019 wird mein erfolgreiches Jahr der Gesundheit
😍
FAZIT: Ich war viel zu schnell unterwegs und DAS hat alles verschlimmert und den Entzug dadurch unnötig verlängert!! :schnecke: besser ist ZEIT UND GEDULD beim Absetzen. Microtappering ist die beste und schonendste Variante!

Am 13. September 2019 sind es 5 Jahre nach 0 mg :party2: Die Heilung des ZNS ist leider erst zu 85 % erfolgt und da es bei mir nur langsam voran geht 🙄 kostet es mich sehr viel Kraft, Disziplin, Geduld und Willensstärke!

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Christina7
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Re: Erfahrungsaustausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von Christina7 » Samstag, 20.01.18, 15:26

Hallo :)


Habe drei Jahre 4 mg Lorazepam täglich genommen.

Entzug dauerte drei Monate:

Umstellung auf Diazepam und dann ausschleichen über die drei Monate war erträglich.
Also : ist machbar. Und lohnt sich. Ich wurde durch das viele Tavor viel instabiler insgesamt. Ohne tavor zu sein jetzt seit zwei Jahren ist eine Befreiung und jede schlaflose nacht , die man deshalb hatte wert.
Habe mich davon gut regeneriert.

Viel toxischer wirkt für mich das neuroleptikum , da es bei mir die Hormone verändert und unfruchtbar macht.
Tavor ist immernoch irgendwie besser verträglich und ich habe keine spätfolgen davon. Fühle mich einfach ohne Tavor erleichtert und unabhängig.
Allen viel Erfolg dabei : Es lohnt sich und muss nicht soo schlimm sein. Mit dem rauchen aufhören ist schwieriger.

Viel schlimmer finde ich das Reduzieren bzw. Absetzen von Neuroleptika!
2007-2017 400 mg Amisulprid täglich

Nebenwirkungen : 40kg Gewichtszunahme,
Amenhorrhoe , Galaktorhoe, Qt Verlängerung

2016-2018 50 mg Promethazin täglich

2018: 200mg Amisulprid reduziert, wieder Normalgewicht erreicht

2019: 100 mg Amisulprid täglich

Und Abhängigkeit von Benzos:
seit Oktober 2018 bis jetzt okt 2019
Erst 3mg inzwischen 10 mg Lorazepam täglich

Eva

Re: Erfahrungsaustausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von Eva » Dienstag, 06.02.18, 16:03

Hallo zusammen, :)

nun, wo es mir doch allmählich deutlich besser geht und ich sogar wieder annehmbar schlafen kann, wage ich es, mich bei den Erfolgsgeschichten einzureihen. Symptome nehme ich ansonsten keine mehr wahr; mir geht es erstaunlich gut - wofür ich natürlich sehr dankbar bin.

Ein halbes Jahr nach Erstbegegnung mit dem Forum kann ich aufatmen und zumindest sagen: Etappenziel "Null" komplett geschafft, zwei Benzos losgeworden (Zolpidem und Bromazepam) und muss mich nicht mehr unmittelbar rückfallgefährdet fühlen. Zeitweilig habe ich es mit den Mitteln arg übertrieben, mich missbräuchlich, um nicht zu sagen, suchtartig verhalten, also auch hohe Mengen zumindest tageweise eingenommen.

Mit dem Forum zusammen habe ich das eine Medikament in ziemlich großen Schritten absetzen können - würde ich aber nicht weiterempfehlen - und das andere ausgeschlichen. In dieser Zeit habe ich sehr viel gelernt durch Lesen und Teilnehmen. Auch mental konnte ich etwas an mir tun, gehe weiterhin in lockerer Folge zum Psychotherapeuten. Mit ihm zusammen und allein bearbeite ich meine enorme Verlustangst und den "ererbten" Griff zur Tablette. Ich weiß von mir, dass ich für den Rest meines Lebens auf der Hut sein muss, was Beruhigungs- und Schlafmittel (und sogar Schmerzmittel) angeht.

Danke an dieser Stelle, dass das Forum da ist, für die selbstlose Hilfestellung und dafür, dass so lebhaft diskutiert wird. Es ist wie eine gute Freundin für mich - dazu gehört auch, dass nicht immer alles nur Sonnenschein ist, ein Regenwölkchen darf schon mal durchmarschieren. :wink:

Eva,
die heute die pure Sonne und den blauen Himmel genießt. :D

Satori
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Registriert: Sonntag, 11.05.14, 14:19

Re: Erfahrungsaustausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von Satori » Montag, 26.03.18, 8:30

Hallo,

Wollte mal meinen Zustand hier schildern:

Seit fast genau 2017 bin ich fertig mit dem Entzug von Diazepam. Wie geht es mir heute? Ich nehme eine recht hohe Dosis vom Doxepin ein, 100mg. Davon träume ich jede Nacht IMMER NOCH sehr intensiv und zum Teil unangenehm. Meine Einschlafstörung ist leider immer noch vorhanden, was mir aber sehr gut hilft ist 1mg Melatonin, das regelt meinen gestörten Schlafwach-Rhytmus, kann ich sehr empfehlen. Ansonsten, kann ich sagen, fühle ich mich immer noch viel aktiver, befreiter und glücklicher ohne das Diazepam. Allerdings muss ich zugeben, das die Hoffnung (Wie von vielen anderen hier auch) das sich alle Probleme in Luft auflösen nach dem Benzo-Entzug leider nur ein Wunschdenken sind. Die Probleme, die man vor der Benzodiazepine Einnahme hatte, egal ob Depressionen oder Ängste oder sonstwas, bleiben, wenn das alles nicht unbehandelt bleibt. Man muss aber wirklich sagen, das trotz der ganzen Problemen die wieder da sind, das Leben sich dafür "wirklicher" anfühlt, aufrichtiger und würdevoller, wie das narkotische Märchen des Benzo-Leben. Deswegen, ermuntere ich alle, Es ist machbar.

Was ich als nächstes versuchen werden ist das Doxepin langsam auszuschleichen, allerdings weiß ich nicht wohin mich das bringen wird bzw. ob ich wirklich dazu bereit bin.

Ich wünsche euch allen das beste!
S.
2013: Immer wieder mal Benzodiazepine, (Diazepam von 10mg bis 30mg) Manchmal 2 bis 3 Wochen am Stück, dann 2, 3, 4 Wochen Pause. (Manchmal Alprazolam max 2mg statt Diazepam) Opipramol ende 2013 öfters in den Pausen eingenommen zum schlafen, manchmal 3 oder 4 Wochen (200mg-300mg)

2014:
In den Pausen Opipramol 100mg-200mg und die Einnahme war FAST immer (Von Benzos oder Opi) eher Abends oder vor dem schlafen gehen.

01.03.14 bis 15.03.14 (Diazepam 20mg täglich)
04.04.14 bis 15.04.14 (Diazepam 20-30mg täglich)
20.04.14 bis 30.04.14 (Alprazolam 2mg jeden zweiten Tag)

Ausschleichen:

03.05.14 bis 7.05.14 (Diazepam 15mg zur Nacht) (Mir geht es super)
07.05.14 bis 17.05.14 (Diazepam 10-12mg zur Nacht) (Mir geht es super)
17.05.14 bis 26.05.14 (Diazepam 8mg zur Nacht) (Mir geht es okay)
26.05.14 bis 11.06.14 (Diazepam 7.5-7.0mg zur Nacht) (Mir geht es okay, Probleme mit dem Schlaf)
12.06.14 bis 21.06.14 (Diazepam 6.0 mg zur Nacht) (Mir geht es okay, Schwere Probleme mit dem Einschlafen und Durchschlafen)
21.06.14 bis 13.07.14 (Diazepam 5.0 mg zur Nacht) (Mir geht es okay, Schwere Probleme mit dem Einschlafen und Durchschlafen)
13.07.14 bis 04.08.14 (Diazepam 4.0mg zur Nacht) (Tagsüber geht es mir okay, wegen dem sehr schlechtem Schlaf: müde/depressiv)
04.08.14 bis 27.08.14 (Diazepam 3.0mg zur Nacht) (Tagsüber mal nervös mal nicht, Schlaf stabilisiert sich LANGSAM)
27.08.14 bis 21.09.14 (Diazepam 2.0mg zur Nacht) (Mir geht es okay, Schlaf bessert sich)
21.09.14 bis 03.10.14 (Diazepam 1.0mg zur Nacht) (Wegen eines Umzuges, Stress und Unruhe)
03.10.14 = NULL
-------------------
RÜCKFALL:
Nach 2 Wochen auf 0 hielte ich es nicht mehr aus und fing wieder mit der Medikation (Diazepam) wieder an.

Von: 15.10.14 bis 01.01.16, Diazepam bis zu 15mg Diazepam - Täglich.

--------------------
01.01.16 - Angefangen Doxepin einzuschleichen.
01.01.16 - 25.12.16, Diazepam von 15mg zu 0mg runter dosiert. (1 Tropfen, 0,5mg Diazepam weniger in 1-3 Wochen Zyklus)

Doxepin: 50mg
Ab dem 25.12.16 = NULL

---------------------
26.03.18 - Diazepam: 0 mg / Doxepin seit ungefähr einem Jahr, 100mg.

Clarissa
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Re: Erfahrungsaustausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von Clarissa » Montag, 26.03.18, 15:01

 ! Nachricht von: ADFD
Bitte hier keine off-topic Diskussionen anfangen. Dieser Thread ist ausschließlich für das Teilen von persönlichen Erfolgen gedacht. Egal ob andere das als Erfolg einschätzen oder nicht.
Hallo Satori.

Ich hoffe sehr, es gelingt Dir, das Doxepin auch wieder los zu werden.

Sich die Diazepamfreiheit mit 100 mg Doxepin zu erkaufen: MIR scheint der Preis recht hoch.
Wie gesagt: MIR.

Alles Gute wünscht mit VG Clarissa
früher als sleepless2014 im Forum unterwegs gewesen, aber nicht mehr schlaflos :party2:
inzwischen 65 Jahre alt.

seit Mai 2015 EU-berentet letztlich wegen der Entzugs/PP-Problematik, auch wenn die offiziellen Diagnosen anders lauteten :wink:

los ging alles mit lebenslangen Schlafproblemen, die sich in Lebenskrisen mit depressiven Episoden verstärkten

leidvolle Erfahrungen mit Elektro"heil"krampftherapie und ziemlich allen AD, zahlreichen NL und anderen Psychopharmaka wie z.B. Pregabalin, Carbamazepin, Valproat, Johanniskraut, leider auch Diazepam und Zolpidem (von letzteren beiden abhängig geworden) und dem Absetzen; reichlich Erfahrungen auch mit Psychotherapien

Diazepam-frei seit November 2013, Zolpidem-frei seit Mitte April 2014, ohne jegliche Psychopharmaka seit September 2014 (zuletzt das "deckelnde" NL Dominal forte abgesetzt nach raschem Abdosieren)

Inzwischen fast 5 Jahre frei von Medikamenten.
NR, keinerlei Alkohol und kaum Koffein, weil alles triggert.
"Reizarmes" Leben einschließlich Ernährung, soweit sich das machen lässt. Streßvermeidung!

Leider nicht symptomfrei :( .

Berlin-2013
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Re: Erfahrungsaustausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von Berlin-2013 » Montag, 26.03.18, 15:39

von Doxepin siehe:

Dia-HB
Sandra333

Glück wünsche ich dir
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Berlin-2013
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Re: Erfahrungsaustausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von Berlin-2013 » Sonntag, 29.04.18, 19:02

Hi Jamie,

da wir ja sehr ähnliche Symptome hatten, schreib doch mal wie es dir geht aktuell?

Würde mich freuen...
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Jamie
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Re: Erfahrungsaustausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von Jamie » Mittwoch, 02.05.18, 16:12

Hallo, ja ich melde mich demnächst.
Ich weiß, dass ein Update fällig ist... :whistle: ;)

Es fällt mir nach wie vor immer noch leichter anderen hier beizustehen als über mich selber zu schreiben. Mit etwas Muse werde ich es aber schaffen, mich hier zu melden.

Grüße
Jamie
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sigli
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Re: Erfahrungsaustausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von sigli » Mittwoch, 02.05.18, 16:28

Update 1 Monat nach 0:

Es geht mir so weit ganz gut. Wie ich schon einmal geschrieben habe, war die 1. Woche nach 0 leichter, die 2. und 3. Woche nach 0 recht heftig und ab der 4. Woche war alles wieder leichter.

Wenn ich schreibe „leichter“ oder „heftiger“, so bezieht sich das so gut wie nur auf die Muskelsteifheit bzw. die Gelenkprobleme. Ich bin seit einer Woche etwas mehr müde als sonst, aber ob das dann gleich auf die Zeit nach Null zu beziehen ist, ich weiß nicht.

Tami hatte heute geschrieben, „glaubst Du daß alle die, die fast problemlos auschleichen konnten, sich vors Internet hocken und da in Foren schreiben, wie gut es ihnen geht? ich bezweifle das stark... „

Nun, es geht mir noch nicht ganz gut; aber ich bin recht zufrieden. Und ich habe darüber nachgedacht, warum ICH immer noch hier bin.

Seit 2013 bin ich jetzt in diesem Forum. Mir war dieses Forum oft der letzte Rettungsanker. Niemand konnte nachvollziehen, wie es mir ging, außer die Menschen in diesem Forum. Vielleicht ist es deswegen so normal für mich, dass ich oft als erstes morgens hier reinschaue und sehe, was es Neues gibt.

Ich konnte mit keinem Arzt je sprechen, wie ich es hier tun konnte und noch kann. Ich bin meinem Mann sehr dankbar, dass er das Ganze mit mir durchgestanden hat. Für ihn war es oft auch nicht einfach; doch auch er verstand mich oft nicht. Er war manchmal soooo verzweifelt, wenn ich z. B. wieder eine depressive Phase hatte, weil er mir einfach nicht helfen konnte.

Und gerade wegen meinem Mann bin ich sehr froh, dass ich „nur noch“ diese körperliche Problematik habe. Ich habe oft gespürt, wie auch er an sein Limit kam. Erst etwa seit Sommer 2017 habe ich das Gefühl, dass auch ich wieder eine gleichwertige Partnerin für meinen Mann sein kann.

Und noch etwas: ich habe mich verändert. Ich gehe heute nicht mehr gleich an die Decke, wenn irgend etwas ist. Vieles geht mir am … vorbei. Ich kann mich gut distanzieren. Früher habe ich alles immer sehr persönlich genommen, heute gehe ich ganz anders mit allem um. Das macht mich ruhig und angstfrei.

Es kann doch nur noch besser werden oder ? :) :) :)

Glg von Sigli
Wer kämpft, kann verlieren, wer aufgibt, hat schon verloren.

2.4.2018: Diazepam: 0 mg
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Jamie
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Re: Erfahrungsaustausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von Jamie » Dienstag, 15.05.18, 11:24

Hallo,

UpDATE :)

mein letztes Update zu meinem Zustand ist tatsächlich 23 Monate her. :o

Ich überlege, warum es mir so schwer fällt ein Update zu schreiben und gelange zu der Erkenntnis:
Weil sich fast nix geändert hat, weder zum Guten noch zum Schlechten.

Ich bin jetzt ziemlich genau 4 Jahre auf Null.
  • Ich habe nach wie vor Muskel - und Gelenkschmerzen, rheumaartig.
    Morgens fühle ich mich sehr steif und unbeweglich.

    ° Ich vertrage seit meinem Benzoentzug Alkohol nicht mehr, er macht mich melancholisch und müde und mein Körper fühlt sich dann ganz komisch schwer an; unangenehm.
    Gerade so geht mal ein Radler, bei Wein und Sekt streiche ich die Segel.

    ° Ich bin seit meinem Entzug histaminempfindlich, aber nicht immer. Ich bekomme manchmal extremes Zittern und Herzrasen und ein flaues Gefühl nach histaminreicher Ernährung und manchmal passiert mir nichts.
    Interessant ist, dass ich manchmal richtig Gier nach Histaminhaltigem habe, insbesondere Parmesan und Blauschimmelkäse.

    ° Ich bin seit 2015 Migränikerin und weiß nicht, ob das mit den Benzos zu tun hat.

    ° An meinen kognitiven Fähigkeiten arbeite ich mittlerweile aktiv. Ich singe in einem Gospelchor und belege seit einem Jahr einen Auffrischungskurs für Spanisch an der VHS; bin da mittlerweile bei den (leicht) Fortgeschrittenen.
    Ich pauke zudem konsequent Vokabeln. Die kann ich mir vergleichsweise gut merken im Gegensatz zu unregelmäßigen Verben... :roll:

    ° Mein Schlaf ist nach wie vor nicht gut. Ich denke aber es war essentiell, dass ich auch gerade deshalb die Benzos los geworden bin, denn mit ihnen war er ja auch schlecht.
    Ab und zu wird mir die Gnade zuteil, dass ich einfach selbstständig müde werde und mir die Augen zufallen, wie es also ein natürlicher physiologischer Prozess ist, den ich über 15 Jahre nicht mehr hatte oder kannte.
    Ich lese abends viel online (Zeit online, Spiegel online) und die Kommentare auf dem Handy. Ich nutze konsequent einen Blaulichfilter. Das Lesen beruhigt mich und macht mich manchmal schläfrig.

    ° Nach wie vor ist es unmöglich ab dem Nachmittag oder gar abends anregende Aktivitäten zu machen. Deswegen sind leider Do und Fr, die beiden Tage, an denen ich Chor und Spanisch abends habe, schlecht für mich - so sehr ich mich auch freue.
    Mein ZNS wird so hochgefahren durch das Singen und Lernen, dass ich danach die Nächte abhaken kann. Ich finde das wirklich mehr als nervig, ich finde es traurig und schade.
    Es trennt mich vom Leben.
    Selbst sanftes 20minütiges Yoga am Abend mit meditativer Musik sind oft schon zu viel.

    ° Meine Haut ist etwas besser geworden, reiner und Poren feiner. Weniger fettig.
    Das kann aber auch damit zu tun haben, dass ich mein Amitriptylin nur noch sehr niedrig nehme oder auch damit, dass ich schlichtweg immer älter werde :o (stark auf die 40 zugehend :o )

    ° Ich werde leider immer hitzeempfindlicher. Hier weiß ich nicht, ob es mit den Benzos zu tun hat oder einfach, weil mein ZNS durch die anhaltende Schlaflosigkeit so am Rad dreht.
    Manchmal kann ich nicht schwitzen und laufe überhitzt und puterrot im Gesicht herum.
    Vor dem kommenden Sommer habe ich Angst (Dachgeschosswohnung :shock: ....)

    ° Meine Haare und Nägel lassen nach wie vor zu wünschen übrig. Stumpfe, glanzlose, krisselige und sehr dünne Haare und brüchige Nägel. Hier weiß ich auch nicht, ob es noch eine Benzofolge ist oder mit dem Amitriptylin zusammenhängt oder mit dem Alter oder mit meinem Eisenmangel, den ich habe.

    ° Meiner Ernährung habe ich von vegetarisch auf flexitarisch umgestellt. Der Eisenmangel ist chronisch, der Ferritinspeicher leer und Eisenpräparate vertrage ist äußerst schlecht.
    Ab und zu habe ich große Gier nach Salami (auch wieder viel Histamin) - ich glaube an Körperintelligenz und denke es ist besser mit der Mischkost als strikt vegetarisch - ich habe mich irgendwann krank gefühlt

Gäbe sicher noch viel mehr zu schreiben.

Bei Fragen melden bitte und ansonsten auch von mir die herzliche Bitte an alle "Benzo-Null´er" sich hier rege einzubringen :pillowtalk:

Jamie
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Clarissa
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Re: Erfahrungsaustausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von Clarissa » Dienstag, 15.05.18, 12:04

Hallo.

DANKE an Jamie für Ihr Update!

Jamies Bericht animiert mich direkt. Ich bin mit allen Benzos/Z-Substanzen ja auch vier Jahre auf Null und habe irgendwie das Gefühl, es tut sich nichts mehr.

Ich habe auch Muskel-, Gelenk-, Knochen-, WS-Schmerzen, die werden eher immer schlimmer. Steifigkeit und Unbeweglichkeit kenne ich ebenso. Die Schmerzen nehmen leider nach Belastung (Hundegassi!) zu und bessern sich im Liegen (Entlastung). Morgens geht es mir von dieser Seite her am besten, abends ist es noch schlechter. Beschwerdefrei bin ich nie.

Mein Schlaf ist längst nicht als "gut" zu bezeichnen, aber deutlich besser als anfangs und offenbar für mich ausreichend.

Die Reizverarbeitung ist nach wie vor eine Katastrophe. Jeder Reiz triggert! Sofort Beschwerdezunahme und verschlechterter Schlaf.

Ich esse weitgehend clean und auch flexitarisch, aber konnte bisher keine direkten Zusammenhänge zu meinem Befinden feststellen.

Migräne habe ich nicht bekommen, aber so eine Art Dauerkopfschmerz wechselnder Lokalisation, brennend. Auszuhalten inzwischen, aber unangenehm.

Meine kognitiven Fähigkeiten haben sich verbessert, eine Sprache könnte ich aber nicht mehr lernen, naja, Ü60.

Alkohol: ein no go. Nichtmal Radler. Medikamente vertrage ich überhaupt keine mehr, günstigstenfalls wirken sie bloss nicht, meist: richtig NW und Trigger.

Komplette Hitzeunverträglichkeit, einfach schlimm, ich bin froh, wenn der Sommer vorbei ist!

Ich finde, viele meiner Symptome ähneln denen von Jamie.

Trotzdem: mir ging es anfangs noch viel schlechter, auch zuletzt unter den PP, ich kenne drop out und Kindling Effekt und das alles.

Weitermachen, was sonst. Immer wieder aufstehen und Krone richten.

VG von Clarissa
früher als sleepless2014 im Forum unterwegs gewesen, aber nicht mehr schlaflos :party2:
inzwischen 65 Jahre alt.

seit Mai 2015 EU-berentet letztlich wegen der Entzugs/PP-Problematik, auch wenn die offiziellen Diagnosen anders lauteten :wink:

los ging alles mit lebenslangen Schlafproblemen, die sich in Lebenskrisen mit depressiven Episoden verstärkten

leidvolle Erfahrungen mit Elektro"heil"krampftherapie und ziemlich allen AD, zahlreichen NL und anderen Psychopharmaka wie z.B. Pregabalin, Carbamazepin, Valproat, Johanniskraut, leider auch Diazepam und Zolpidem (von letzteren beiden abhängig geworden) und dem Absetzen; reichlich Erfahrungen auch mit Psychotherapien

Diazepam-frei seit November 2013, Zolpidem-frei seit Mitte April 2014, ohne jegliche Psychopharmaka seit September 2014 (zuletzt das "deckelnde" NL Dominal forte abgesetzt nach raschem Abdosieren)

Inzwischen fast 5 Jahre frei von Medikamenten.
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Leider nicht symptomfrei :( .

Eva

Re: Erfahrungsaustausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von Eva » Dienstag, 15.05.18, 12:08

Hallo,

angeregt von Dir, Jamie, schreibe ich auch mal schüchtern etwas über meinen sicherlich recht guten Zustand, jetzt Monate nach Null. Ein paar Beeinträchtigungen gibt es auch.

- Überraschend für mich hat sich Alkohol- und Sonnenunverträglichkeit eingestellt; von beidem geht nur wenig; noch hoffe ich, dass es wieder besser wird.

- Ich esse kohlenhydratarm und kaum noch Fleisch, und meinen Blutwerten nach ist es das Richtige für mich. Aber ich spüre manchmal eine Gier nach Kohlenhydraten; der Körper verlangt offenbar etwas davon, und er bekommt es auch, sogar abends vor dem Schlafen. Bemerkenswert finde ich, dass ich dann eindeutig besser einschlafe, es ist vor der Nacht fast ein "Schlafmittel".

- Der Schlaf ist insgesamt weiterhin fragil, aber wie Du es auch schreibst, empfinde ich von selbst auftretende Müdigkeit und einschlafen Können als Gnade.

Grüße von Eva
Zuletzt geändert von Eva am Dienstag, 15.05.18, 12:49, insgesamt 1-mal geändert.

Berlin-2013
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Re: Erfahrungsaustausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von Berlin-2013 » Dienstag, 15.05.18, 12:49

Nur vorab ganz kurz:
Ian Singleton cepuk.org betreut Betroffene...

Muss los...
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Re: Erfahrungsaustausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von Independencia » Dienstag, 22.05.18, 11:55

Hallo ihr Lieben

Danke an Jamie, die mich auf den Thread aufmerksam gemacht hat. Dann schreibe ich auch mal, wie es sich bei mir so entwickelt hat. Die Ausgangslage ist, dass ich keinerlei Medikamente mehr nehme. Nur Ibuprufen gelegentlich bei Schmerzen. Ich hatte keine Langzeit(neben)wirkungen, bei mir zeigte sich alles innert weniger Tage/Wochen. Die Verbesserungen sind:

- Merkfähiger, kognitiv präsenter und aufnahmefähiger
- Die Unruhe ist komplett verschwunden
- Markante Besserung meiner Angstsymptomatik, auch in Kombi mit Psychotherapie und eigener Bewusstseinsarbeit
- Die ständig leicht depressive und antriebslose Stimmung ist weg
- Meine Augen sehen endlich wieder klar und wach aus, nicht mehr dieser ständige Dämmerblick
- Ich erwache erholt oder bin normal müde und werde relativ schnell wach nach dem Aufstehen
- Schlafqualität ist besser geworden (ich hatte jedoch nie Schlafstörungen). Der Schlaf fühlt sich erholsam und "echter" an
- Der ständige Nebel zwischen mir und meiner Umwelt ist verschwunden
- Geschärfte Sinne, ich nehme viel mehr wahr und auch viel mehr Details
- Ich bin - wie ich mittlerweile weiss - hochsensibel. Das hat aber nichts mit den Benzos zu tun, das habe ich seit Geburt. Der langjährige Benzogebrauch hat die Symptomatik tatsächlich verschlimmert, ich konnte viel weniger "vertragen" als jetzt.
- Körperlich merke ich keine optischen Veränderungen. Ich habe nicht zu- oder abgenommen und sehe eigentlich noch gleich aus, nur eben nicht mehr so dauerverpennt. :)
- Die Leistungsfähigkeit ist besser geworden
- Ich bin weniger müde tagsüber
- Ich spüre Emotionen besser
- Alkohol vertrug ich noch nie wirklich, jetzt aber auch gar nicht mehr
- Ich habe das Gefühl, dass ich unter Medikamenteneinfluss Amnesien hatte. Ich kann mich an viele Sachen einfach nicht mehr erinnern oder nur schemenhaft. Da weiss ich aber nicht, wie das mit den Benzos zusammenhängt, da ich an viele Dinge keine Erinnerung mehr habe. Auch an meine Kindheit, obwohl kein Trauma oder ähnlich vorliegt. Das heisst, ich kann nicht aus dem Stehgreif konkrete Situationen abrufen, aber wenn mir jemand davon erzählt, dann fällt es mir wieder ein. Könnte vielleicht auch mit HSP zusammen hängen, macht mir persönlich aber nichts aus.
Verlauf:

Ende 2005 Erstkontakt mit Benzodiazepinen
2007 Umstellung auf Clorazepat 40mg/Tag - 15mg Escitalopram abgesetzt nach kurzer Einnahme (viele NW)
2007 / 35mg
2008 / 30mg, 25mg und 20mg
2009 15mg + Trazodon 25mg, abgesetzt auch im 2009
11.12.12 / 10mg
17.01.13 Rückschritt auf 15mg (zu schnell)
Ab 31.01.13 schrittweise Clorazepat Reduktion von 1.25mg, 0.625mg und schlussendlich 0.3125mg
05.06.13 - 13.06. Diaz getestet, Abbruch wegen Unverträglichkeit
14.06.13 / 12.5mg Clorazepat
04.07.13 / 12.1875mg
18.07.13 / 11.875mg
15.08.13 / 11.5625mg
10.10.13 / 11.25mg
12.12.13 / 10.9375mg
30.01.14 / 10.625mg
30.07.14 / 10.3125mg
11.02.15 / 0.00mg (Truxal als Übergangsmedikation, max. 3 Wochen)

Heute: nüüüssscchht! Komplett clean

Berlin-2013
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Re: Erfahrungsaustausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von Berlin-2013 » Dienstag, 22.05.18, 13:15

Hello,

hier der LINK zu Ian Singleton

http://cepuk.org/2014/01/15/ian-singlet ... l-process/
Off Topic
Viele Grüße und 2019 wird mein erfolgreiches Jahr der Gesundheit
😍
FAZIT: Ich war viel zu schnell unterwegs und DAS hat alles verschlimmert und den Entzug dadurch unnötig verlängert!! :schnecke: besser ist ZEIT UND GEDULD beim Absetzen. Microtappering ist die beste und schonendste Variante!

Am 13. September 2019 sind es 5 Jahre nach 0 mg :party2: Die Heilung des ZNS ist leider erst zu 85 % erfolgt und da es bei mir nur langsam voran geht 🙄 kostet es mich sehr viel Kraft, Disziplin, Geduld und Willensstärke!

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Hasenfuss
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Re: Erfahrungsaustausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von Hasenfuss » Samstag, 16.06.18, 13:29

Ich finde es toll, Erfolgsberichte wie den von Independencia zu lesen, das macht Hoffnung!
Meine Panikanfälle sind zurück gegangen aber gerade heute fühle ich mich wiedermal ziemlich schlapp, müde (obwohl gut geschlafen) und merkte vorhin, daß ich psychisch nicht oder schlecht belastbar bin! Wenn ich (meist beruflich) stark abgelenkt bin, dann geht es ganz gut aber wehe ich komme zur Ruhe! Mußte mich heute über eine unverschämte Kundin ärgern und das wirft mich total um!
Wann ist das endlich alles mal vorbei? Es sind jetzt knapp 6 Monate nach meinem Kaltentzug von Bromazepam!

Mobu
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Re: Erfahrungsaustausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von Mobu » Montag, 25.06.18, 10:46

Hallo ihr Lieben,

Jamie hat mir den Tipp gegeben hier mal rein zuschauen.
Es ist erstmal prima, das es hier die Möglichkeit gibt zu diesem Thema zu schreiben
Ich bin heute 11 Tage nach Null. Habe mit vielen Symptomen zu tun, die hier viele schreiben.

Ich hoffte das wenn das Benzo abgesetzt ist ,der Spuck vorbei ist.Denkste es geht erst richtig los...😯
Das soll natürlich nicht bedeuten ich will sie wieder! Niemals mehr....

Meine Muskelschmerzen im Nacken Schulterbereich machen mir arg zu schaffen. Diese Verspannungen ziehen bis in den Kehlkopf und machen mir Probleme beim schlucken.

Sonne Verträge ich z.Z.überhaupt nicht.Sie macht mich nur platt und raubt mir Energie
Stress genauso.
Geht es mir gut, gehe ich zu oft über meine Grenzen und habe am folgenden Tag meine Probleme.
Also lernen meine Kraft einzuteilen.

Na ja... ich hoffe es wird mit der Zeit besser.
LG Mobu die tapfer durchhält wie ihr alle🌸
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Clarissa
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Re: Erfahrungsaustausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von Clarissa » Montag, 25.06.18, 13:09

Hallo Mobu,

willkommen im Club :wink: !

Man muß wirklich lernen, damit umzugehen. Und die Hoffnung nicht aufgeben. Das wird, aber dauert bißchen :( . Du hast eine überschaubare Vorgeschichte, das ist gut :) !

Alles Gute für Dich.

VG von Clarissa
früher als sleepless2014 im Forum unterwegs gewesen, aber nicht mehr schlaflos :party2:
inzwischen 65 Jahre alt.

seit Mai 2015 EU-berentet letztlich wegen der Entzugs/PP-Problematik, auch wenn die offiziellen Diagnosen anders lauteten :wink:

los ging alles mit lebenslangen Schlafproblemen, die sich in Lebenskrisen mit depressiven Episoden verstärkten

leidvolle Erfahrungen mit Elektro"heil"krampftherapie und ziemlich allen AD, zahlreichen NL und anderen Psychopharmaka wie z.B. Pregabalin, Carbamazepin, Valproat, Johanniskraut, leider auch Diazepam und Zolpidem (von letzteren beiden abhängig geworden) und dem Absetzen; reichlich Erfahrungen auch mit Psychotherapien

Diazepam-frei seit November 2013, Zolpidem-frei seit Mitte April 2014, ohne jegliche Psychopharmaka seit September 2014 (zuletzt das "deckelnde" NL Dominal forte abgesetzt nach raschem Abdosieren)

Inzwischen fast 5 Jahre frei von Medikamenten.
NR, keinerlei Alkohol und kaum Koffein, weil alles triggert.
"Reizarmes" Leben einschließlich Ernährung, soweit sich das machen lässt. Streßvermeidung!

Leider nicht symptomfrei :( .

Mobu
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Re: Erfahrungsaustausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von Mobu » Montag, 25.06.18, 13:31

Liebe Clarissa,

Schön von dir zu hören. 😊Danke für deine Worte...
Versuche mich da nicht reinzusteigern.
Was machst du gegen diese fiesen Muskelschmerzen?

Zum schlafen nehme ich jetzt Baldrian hat 2 Nächte geholfen..🤔
Na ja dann warten wir ab und lassen es kommen und gehen.😕

LG Mobu
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Clarissa
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Re: Erfahrungsaustausch: Benzo erfolgreich abgesetzt, wie geht es euch? Noch Symptome?

Beitrag von Clarissa » Montag, 25.06.18, 13:58

Ach, Mobu,

ich habe nur eine Strategie: auf der Couch auf den Rücken wie ein Maikäfer :wink: und dann erwärmte Rapskissen. Ruhe Ruhe Ruhe.
Mir helfen weder Magnesium noch gängige Schmerzmittel, die ich früher vorsichtig ausprobiert habe, bekam nur Magen-Aua :x davon.

Ich sitze alles mehr oder weniger aus, weil inzwischen jegliche Medikamente gar nicht oder paradox wirken :( . Das ist noch nicht wieder besser geworden.
Auch für nachts nehme ich nichts, trotzdem inzwischen meist fast sechs Stunden Schlaf, jippie :party2: .

Weiter machen! Alles, was geht, zumindest :wink: .

VG von Clarissa.

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