Klick auf das Kreuzchen um das hier auszublenden ->




Das Forum ist wieder für neue Teilnehmer geöffnet. Alle Details hier.


Antidepressiva - “Größtenteils nutzlos und potenziell schädlich

Eine Sammlung von Artikeln, die über wissenschaftliche, politische und wirtschaftliche Hintergründe der Behandlung von seelischen Leiden mit Psychopharmaka berichten.
Antworten
Murmeline
Moderatorenteam
Beiträge: 15931
Registriert: 11.01.2015 13:50
Hat sich bedankt: 3255 Mal
Danksagung erhalten: 4720 Mal

Antidepressiva - “Größtenteils nutzlos und potenziell schädlich

Beitrag von Murmeline »

Ein Interview über den problematischen Erfolg der Antidepressiva

Michael P. Hengartner ist promovierter Psychologe und forscht an der Züricher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Von 2009 bis 2014 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich. Seit 2015 ist er auch Dozent für Psychosoziale Medizin an der Universität Zürich und für Psychopathologie an der Fachhochschule Nordwestschweiz. Seine Forschungsschwerpunkte sind klinische Psychologie, Sozialpsychiatrie und die Verbreitung (Epidemiologie) psychischer Störungen.


Ich schaute mir auch Forschung zur Wirksamkeit von Psychotherapie an. Dann stieß ich auf die kritischen Arbeiten zur Wirksamkeit von Antidepressiva der britischen Psychiater David Healy und Joanna Moncrieff, des amerikanischen Psychologen Irving Kirsch oder des dänischen Arztes und Direktors der nördlichen Cochrane-Zenters Peter Gøtzsche. Ich war schockiert über das Ausmaß methodischer Verzerrungen in diesen Antidepressiva-Studien.

Michael P. Hengartner: Patienten mit einer diagnostizierten Depression bekommen oft schon ein anderes Medikament verschrieben. Um die Studienergebnisse nicht durch solche Substanzen zu verfälschen, gibt man ihnen wenige Tage vor Beginn der randomisierten Studie erst einmal ein Placebo. Dies wird als Placebo-Washout bezeichnet. Es heißt, dass damit das alte Medikament aus dem Körper gewaschen werden soll. Wer dann schon eine Verbesserung zeigt, also stark auf das Placebo reagiert, der wird aus der späteren Untersuchung ausgeschlossen.

Ein anderes Problem ist, dass durch das Absetzen des alten Medikaments Entzugserscheinungen auftreten können. Denken Sie etwa an Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Ängstlichkeit oder Schlafprobleme. Die wenigen Tage Placebo-Washout vor der Studie sind oftmals zu kurz, als dass diese Symptome vor Studienbeginn bereits abgeklungen wären. Nun muss man wissen, dass das auch Symptome sind, mit denen man die Schwere depressiver Störungen misst.

Das heißt, manche Patienten in der Placebo-Gruppe verzeichnen zu Beginn der Hauptuntersuchung einen höheren Depressionswert, der aber durch den Medikamentenentzug ausgelöst wurde. Bei Personen in der Wirkstoff-Gruppe wiederum tritt kurz nach Beginn der Studie eine deutliche Verbesserung ein, denn die Vergabe von Antidepressiva beendet das Entzugssyndrom unmittelbar. Wenn in Studien von lediglich 4-6 Wochen in der Antidepressiva-Gruppe eine etwas größere Symptomverbesserung verzeichnet wurde als in der Placebo-Gruppe, könnte das nicht für die wirkweise des neuen Medikaments sprechen, sondern schlicht für das Abklingen dieser Entzugserscheinungen.

In den Daten lassen sich diese Effekte leider nicht voneinander unterscheiden. Bei manchen Patienten in der Placebo-Gruppe können die Symptome unmittelbar nach dem Absetzen auftreten, also in der Washout-Phase. Bei anderen geschieht das erst verzögert, während der eigentlichen Untersuchung. Wir wissen aus Studien, dass 10 bis 50 Prozent der Patienten solche Entzugserscheinungen haben können.

Frage: Und was meinen Sie mit Gefährdung der Gesundheit?

Michael P. Hengartner: Hier geht es eher um die langfristige Einnahme von Psychopharmaka, also über viele Jahre hinweg. Man muss sich vor Augen führen, dass es sich um psychoaktive Substanzen handelt. Wie andere Drogen auch. Das heißt, die Medikamente wirken irgendwie im Gehirn, auch wenn sie meiner Meinung nach nicht speziell die depressiven Symptome lindern.

Nun weiß man zudem, dass Serotonin im ganzen Körper wirkt und beispielsweise die Immunfunktion und den Stoffwechsel beeinflusst. So kann es schließlich zu einer Störung lebenserhaltender Körperprozesse kommen. Und natürlich zu neurobiologischen Störungen aufgrund andauernder Veränderung der Gehirnchemie.

Mir geht es nicht darum, Psychopharmaka zu verteufeln. Man muss aber bewusster damit umgehen, was die Substanzen im ganzen Körper machen, und das in die Abwägung von Nutzen und Risiken einbeziehen. Mehrere Studien zeigen inzwischen sehr deutlich, dass die langjährige Einnahme von Psychopharmaka bestimmte Gesundheitsrisiken erhöht.
https://scilogs.spektrum.de/menschen-bi ... chaedlich/
Clarissa
Beiträge: 3917
Registriert: 24.08.2014 18:37
Hat sich bedankt: 564 Mal
Danksagung erhalten: 1154 Mal

Re: Antidepressiva - “Größtenteils nutzlos und potenziell schädlich

Beitrag von Clarissa »

Super Artikel, dem ich Wort für Wort zustimme!

Grüsse von Clarissa
► Text zeigen
Arianrhod
Beiträge: 1951
Registriert: 15.11.2015 15:16
Hat sich bedankt: 956 Mal
Danksagung erhalten: 1028 Mal

Re: Antidepressiva - “Größtenteils nutzlos und potenziell schädlich

Beitrag von Arianrhod »

Habe den Artikel als Leserkommentar beim SPON- Artikel http://www.spiegel.de/gesundheit/diagno ... 94880.html hinterlassen ( und bin sogar durch die :censored: gekommen)

:wink:

liebe Grüße Arian
[spoil]2005 mit Burnout und Depression in eine Tagesklinik gekommen.

Zuerst einmonatige Behandlung mit diversen Antidepressiva: Doxepin, Mirtazipin, Sulprid,
hypomane Reaktion
wobei die AD sofort und ohne Ausschleichen von den Ärzten abgesetzt wurden.


Verschiedene Diagnosen: schizoaffektive Psychose, Depression, bipolare Störung, Schizophrenie, dissoziative Identitätsstörung


Erst 2 Jahre Behandlung mit Amisulprid . Zu schnell auf eigene Faust abgesetzt.
Schwere Supersensitivitätspsychose .

Einstellen auf verschiedene Neuroleptika: Haloperidol, Quetiapin, Olanzapin, Risperidon, Paliperidon, Aripiprazol
Außerdem Lorazepam, Promethazin, Chlorprothixen, Melperon, Pipamperon

jahrelang , vieles gleichzeitig und in höchster Dosierung.
u.a. Berentung, 60 kg Gewichtszunahme
seit 2012 Ausschleichen von 800 mg Quetiapin retard innerhalb von 2 Jahren.
Meinen Absetzbericht findet man hier:
http://adfd.org/austausch/viewtopic.php ... 47#p120447
Seit Januar 2014 keine Neuroleptika mehr.

Ich leide seit 3 Jahren unter Nervenschmerzen, Kribbeln und Lähmungen. Bei mir wurde eine Polyneuropathie diagnostiziert und ein Zusammenhang mit NL vermutet - leider nicht beweisbar.

Außer Neuroleptika habe ich zwischenzeitlich auch Oxycodon ( ein Opioid) und Trimipramin nach zweijähriger Einnahme abgesetzt , die ich wegen chronischer Schmerzen verschrieben bekommen habe.
Pregabalin habe ich am 7.9.2016 endgültig ausgeschlichen.

Die Anzahl meiner Dauermedikamente beträgt gerade "0". :)

Ich weiß mittlerweile 2019 , dass ich Asperger- Autistin bin .
Kaulquappe 411
Beiträge: 925
Registriert: 21.12.2014 22:12
Wohnort: Rheinland-Pfalz
Hat sich bedankt: 168 Mal
Danksagung erhalten: 47 Mal

Re: Antidepressiva - “Größtenteils nutzlos und potenziell schädlich

Beitrag von Kaulquappe 411 »

Schaut mal, hab ich heute entdeckt.
Weiß nicht ob das hier der richtige Platz ist oder ob das irgendwo schon mal gepostet wurde, hab nix gefunden oder halt übersehen.

Falls es nix ist, bitte löschen:

Info Murmeline: gelöscht

Ich finde da sind einige gute Anregungen dabei, was da geschrieben steht. Das Buch selbst hab ich nicht, also soll keine WErbung für das Buch sein.

Bestimmt kennt ihr das schon.

Quappi
Zuletzt geändert von Murmeline am 14.04.2018 14:37, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Editiert
Diagnosen: PTBS, Depression, Sozialphobie, Agoraphobie, Oralophobie, Migräne, craniomadibuläre Dysfunktion, Tendovaginitis an den Füßen
Erfahrungen mit Ximovan ( Paradoxe Reaktion), Melperon (drastische Alpträume), Taxilan (total abgeschossen) Fluoxetin (Depersonalisation), Lorazepam, Opipramol, Promethazin, Escitalopram, Cipralex, Valdoxan, Amitriptyllin.
Genannte Mittel nur kurze Zeit genommen und kalt abgesetzt, da angeblich keine Probleme nach so kurzer Einnahmedauer, hahaha!
2010 Venlafaxin 150 mg eingeschlichen, Kurzeitige Besserung der Stimmung bzw. Antriebs, jedoch Verstäkung der inneren Unruhe.
Hinzu kam Amisulprid 50mg, half sehr gut gegen Angst, jedoch horrende Nebenwirkungen (30 kg zugenommen, Kopfschmerzen, Diabetes, Hormonstörungen), daher kaltes Absetzen, weil angeblich unproblematisch. Nach 2 Tagen massive Suizidgedanken und Ängste, wieder auf 50 mg für 1 Jahr.
Sommer 2014 wegen Schlafstörungen 12 Tropfen Trimipramin, kaum Besserung, starker Nachhang, Depersonalisierung, Muskelsteifigkeit, Kurzatmigkeit, Nachlassen der körperlichen Belastbarkeit, eigenmächtiges kaltes Absetzen, daher wochenlang starke Schlafstörungen.
Amisulprid 50 mg Ende November 2014 eigenmächtig abgesetzt. Pro Woche 12, 5 mg weniger, keine Absetzsymptome
Venlafaxin 150 mg seit Mitte Dezember 2014 am Absetzen, innerhalb von 2 Wochen auf 37,5 mg mit starker Absetzsymptomatik,( Brainzaps, Weinerlichkeit, Verzweiflung, aggressive Ausbrüche, Bauchschmerzen, Durchfall, Sehstörungen)
11.1. auf 75 mg, da Absetzsymptome zu stark, nehmen im Verlauf des Sommers ab, Schneckenclubmitglied :schnecke:
Sept. 2015 Diagnose Autoimmunthyreoiditis, Einschleichen von Hormonen wegen unerträglichen Nebenwirkungen misslungen.
Regelmäßige Einnahme von Vitamin D, Leinöl, Basentee und versch. homöopath. Globuli bekommen mir sehr gut!!!

31. Oktober 2016 Fortsetzen vom Absetzen Venlafaxin 75 mg mittels Mikrotapering ( pro Kapsel ein Gewicht von 0,306 g)
Meine Absetzsymptome bei jedem Schritt, mal mehr, mal weniger: Weinerlichkeit, Pseudodepri, Pseudoschnupfen, Muskelschmerzen in den Beinen, Verspannungen Nacken und Kiefer, Brainzaps, Geräuschempfindlichkeit, leichte Übelkeit, Kopfschmerzen, Darmprobleme, Juckreiz, Hör- und Sehprobleme
4.11.: Kapselgewicht 0,304 g
7.11.: Kapselgewicht 0,302 g
10.11.: Kapselgewicht 0,300 g, Absetzsymptome zu stark, kurz hochdosiert, besser!
28.11.: Kapselgewicht 0,298 g
9.12.: KG 0,295 g
am 1.1. 2017 bei KG 0,292 g angekommen
17.01.2017 KG 0,290g
15.02.2017 KG 0,286 g
01.03.2017 KG 0,284 g
seit 24.04. 2017 KG 0,280 g
02.05.2017 KG 0,278 g
16.05. 2017 KG 0,276 g
mittlerweile bei KG 0,273 g
nun bei KG 0,270 g
mittlerweile bei KG 0,264 g mit Zwischenschritten
seit 15. 11. bei KG 0, 255 g ohne Zwischenschritte, drei Tage Absetzwelle, dann OK
seit 30.11. bei KG 0,245 g, das übliche an Absetzsymptomgedöns :-)
mittlerweile bei KG 0,230 g
mittlerweile bei KG 0,200 g kaum Absetzsymptome, solange ich auf passende Ernährung achte!
KG 170 g
22 Kügelchen
Seit dem 15. August 2018 auf NULL!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
inandout
Beiträge: 300
Registriert: 26.04.2017 21:07
Hat sich bedankt: 71 Mal
Danksagung erhalten: 78 Mal

Re: Antidepressiva - “Größtenteils nutzlos und potenziell schädlich

Beitrag von inandout »

Hmm,

danke fürs Posten, habe es überflogen; leider wird auch dort die These von der biochemischen Störung im Gehirn als Grund für Depression aufgewärmt, wie in der Psychiatrie, und dann auch noch marktschreierisch mit einem eindeutigen Verkaufsinteresse. Nichts für ungut, aber ich würde dafür kein Geld ausgeben.

LG, inandout
[spoil]Ausgangsmedikation Amisulprid (vor ADFD):

Mit Psychiatern:

Juli 2009: 800 mg Amisulprid
Okt. 2011: 400 mg Amisulprid
März 2012: 200 mg Amisulprid
Anfang 2013: 150 mg Amisulprid
Juli 2013: 50 mg Amisulprid
August 2013: 100 mg Amisulprid
Anfang 2014: 75 mg Amisulprid
September 2015: 50 mg Amisulprid
Anfang 2016: 100 mg Amisulprid
Juli 2016: 75 mg Amisulprid

Langfristiger Absetzplan: Alle 6 Wochen 5% (mit individuell hergestellten Kapseln; den Einnahmezeitpunkt hatte ich schon schrittweise auf 10 Uhr morgens verschoben)
14. Juli 2017: Beginn mit 66,5 mg Amisulprid
25. August: 63mg
6. Oktober: 59,5mg (bis laufend auf dieser Dosis; relativ symptomfrei, aktuelle "Symptome" liegen nicht an Reduktion allein)
26. Oktober: Erhöhung auf 60,5 mg mit Wasserlösemethode wegen starker Symptome
4. November: Erhöhung auf 61,5 mg mit Wasserlösemethode (weiterhin stark gestörter Schlaf und belastende Bilder/ Zwangsgedanken)

2018
11. Januar: Weiterhin 61,5 mg mit Wasserlösemethode, weiterhin Zwangsgedanken, Nervenbrennen, Schlafstörungen
17., 18. Januar: 1 mg Tavor zum Schlafen
19.,20. Januar: 0,5 mg Tavor zum Schlafen
21-25. Januar: 20mg Diazepam zum Schlafen
26.-28. Januar: 10mg Diazepam zum Schlafen
29. Januar - 1. Februar: 5mg Diazepam zum Schlafen
2. - 4. Februar: 2,5mg Diazepam zum Schlafen
9. Februar: erneut 10mg Diazepam
10. Februar: 10mg Diazepam
11.-13. Februar: 10mg Diazepam
14.-18. Februar: 5mg Diazepam
19.-21. Februar: 2,5mg Diazepam
22. u. 23. Februar: mit CBD-Öl probiert, für Schlaf nichts gebracht
24. Februar bis laufend: 10mg Diazepam
9. - 20. März: 7,5 mg Diazepam
21. März bis 2. April: 5mg Diazepam
3. April - laufend: 4mg Diazepam (Tropfen)

6.6. 2018: Amisulprid: Wasserlösemethode (weiter 61,5 mg)

Beginn Reduktion Diazepam (Ausgangsdosis 4mg):
13.6.2018: 3,5 mg
04.7.2018: 3 mg
26.7.2018: 2,5 mg
14.8.2018: 2mg
15.9.2018: 1,6mg
2.10.2018: 1,2mg
ca. 1.11.2018: 0,8mg
30.11.2018: 0,4mg
23.12.2018: 0 mg

8.9.2019: 54mg Amisulprid
31.12.2019: 48mg Amisulprid
5.5. 2020: 42mg Amisulprid
[/spoil]
Murmeline
Moderatorenteam
Beiträge: 15931
Registriert: 11.01.2015 13:50
Hat sich bedankt: 3255 Mal
Danksagung erhalten: 4720 Mal

Re: Antidepressiva - “Größtenteils nutzlos und potenziell schädlich

Beitrag von Murmeline »

Hallo!

Wir vom Team finden das Buch nach kurzer Sicht nicht empfehlenswert, es wirbt u.a. mit kritikablen Versprechungen. Daher wurde der Link gelöscht.

Grüße von Murmeline
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier
Bittchen
Beiträge: 1577
Registriert: 24.11.2017 09:35
Hat sich bedankt: 1101 Mal
Danksagung erhalten: 354 Mal

Re: Antidepressiva - “Größtenteils nutzlos und potenziell schädlich

Beitrag von Bittchen »

Liebe Katharina , liebe Mitleser,

deinen Bericht kann ich zu 100 % zustimmen.
Sehr lange habe ich mich ja Im Depression - Forum der "Deutschen Depression Hilfe ,gegründet von Professor Hägerl, ausgetauscht.
Überwiegend sind die Betroffene dort wirklich sehr nette Menschen,aber auch oft sehr Psychopharmaka gläubig .
War ich ja früher leider auch.
Bis dann auch da eine Betroffene das Buch empfohlen hat "Unglück auf Rezept".
Sie nimmt selbst sehr viele Neuroleptika und Ads über Jahre und hat schwere Einschränkungen dadurch.
Da habe ich ganz langsam Zweifel bekommen und auch das zuletzt verordnete Medikament ,was ich 7 Jahre genommen hatte,abgesetzt.
Durch die Probleme beim zu schnellen Absetzen, kam ich GsD hier in dieses Forum ADFD.

In den letzten drei Jahren wurden meine kritischen Anmerkungen über Psychopharmaka, immer öfter ein Problem in dem ganz oben erwähnten Forum für mich.
Wenn ich dem Austausch da im Medikamenten-Faden widersprochen habe oder ehrlich über meine eigenen Erfahrungen geschrieben habe, wurde das erst geduldet.
Die Moderatorin war da noch Frau Blume,eine ganz liebe junge Frau,ich kenne sie persönlich durch ein Treffen ,organisiert durch das Bündnis, oder auch einmal durch eine Begegnung beim Depression -Kongress vor 4 Jahren.
Diese junge Frau ist jetzt in einem anderen Bereich der Uni Leipzig tätig.
Herr Dr.Niedermeier ist im Moment alleine verantwortlich als Moderator für das erwähnte Forum.
Ein Psychiater aus München,wird auch im Forum da auch Dr. Niederlöscher genannt.
Ein nach meinem Empfinden nicht sehr empathischer Arzt.
Aber da habe ich ja schon einige dieser "abgestumpften,besserwisserischen, sturen Ärzte" in diesem medizinischen Bereich kennen gelernt.
Da konsultiere ich keine Ärzte,Psychiater usw. mehr.

Wenn ich kritische Artikel gepostet habe oder das Forum ADFD dort öfter erwähnt habe,dann wurde das nicht gerne gesehen.
Es gab aber auch so 20 Nutzer dieses Forums ,die auf meiner Linie waren und kritisch geschrieben haben.
Das wurde missmutig hingenommen,aber zuletzt ,wie dann auch noch Frau Blume,warum auch immer,dieses Forum als Moderatorin verließ,war der Frust von Dr.Niedermeier wohl sehr groß.
Erst wurden alle Pharmakritiker ermahnt ,sich ein anders Forum zu suchen.
Mir hat er dann eine "Double Bind Störung "diagnostiziert,weil ich meine Warnungen vor den Medikamenten und meine Spätschäden zu oft wiederholt hätte.
"Er wollte das nicht mehr lesen"schrieb er.
Wie ich dann trotzdem noch einmal,verständnisvoll bei einem Bericht antwortete,den ein Betroffenen mit Namen Ziegelstein im Medikamentenfaden schrieb,wurde ich ohne Kommentar gesperrt.

Damit hatte ich gerechnet.
Der besagte Betroffene berichtete über massive Spätschäden an Nieren,Darm und Leber.
Er wurde Indirekt von Dr.Niedermeier bezichtigt zu viele Schmerzmittel genommen zu haben,diese Nebenwirkungen oder Spätschäden gäbe es bei Psychopharmaka nicht!!!
Das konnte ich so nicht stehen lassen und widersprach.
Leider bin ich nicht so fit ,um mich da mit wissenschaftlichen Argumenten austauschen zu können.
Das besagte Forum vermisse ich nicht mehr,die mir teilweise ans Herz gewachsenen Menschen da schon sehr.
Den Hierarchien da, will ich mich aber nicht mehr beugen,denn ich habe nie Höflichkeit oder Anstand verletzt im Austausch mit den Betroffenen dort.

Gerne hätte ich meine Erfahrung über die Schäden,die Psychopharmaka bei mir angerichtet haben,weiter da berichtet,das ist aber nicht erwünscht.
Was soll ich dann da?
Scheinheilig sein will ich auch nicht.
Hier kann ich mich weiter austauschen und auch über meine Fortschritte ohne Psychopharmaka berichten.
Auch weiß ich mich ja schon länger gut aufgehoben und verstanden.
Dass ich nicht die ganze Welt retten kann,weiß ich auch,das habe ich aber versucht.
Da bin ich jetzt auch selbstkritisch,aber es war ein "Kampf" gegen Windmühlen.
Wenn nur einige Betroffenen aus dem besagtem Forum da, sich hier schlau machen und nachdenken,was ihnen täglich angetan wird,dann habe ich schon viel erreicht.
Vielleicht finden ja doch einige den Weg hierher.
Das waren meine Gedanken dazu,vielleicht nicht so ganz passend,aber es beschäftigt mich immer wieder,das was mir passiert ist und was immer so weiter von den Ärzten praktiziert wird.

Meinen Dank an dich Katharina und an die anderen Forianer hier, sich die Mühe gemacht haben,diesen langen Beitrag zu lesen.
Durch meinen nicht so guten Erfahrungen in dem anderem Forum ,habe ich jetzt auch hier Angst ,wenn ich meine Erfahrungen zu oft schildere,auch unerwünscht zu sein.
Aber ganz alleine mit meinen Folgen der Psychopharmaka-Einnahme zu sein ,es ist ja noch immer nicht vorbei,wäre für mich schwierig.
Gerade weil ich wieder privat einige Schicksalsschläge hinnehmen musste.
Aber eins weiß ich genau,"Da helfen keine Pillen".
Auch so ein Mantra ,was ich mir immer wieder vorsage.

Ganz liebe Grüße an dich Katharina und an alle Mitleser.
Brigitte
Vorgeschichte:
Als junge Frau hatte ich schon zwei Suizidversuche,18 u.24.Jahre,1968 verbunden mit schmerzhaften Trennungen.

1986 nach der Geburt von der dritten Tochter das erste Mal Diagnose durch Frauenarzt ,Depression.


Medikationsverlauf:


Seit Feb.1992 trockene Alkoholikerin.Halbes Jahr später depressive Phase. Hausarzt spritzt alle 4 Wochen Imap.


1994 erneut starke depressive Symptome,jüngste Tochter hatte bald Kommunion,ich wollte funktionieren.
Hausarzt verschreibt das 1.Mal Aurorix(Mao-Hemmer),hat schnell gewirkt.
Ich hatte eine kurze Hypomanie. In den langen Jahren immer Mal wieder,jetzt schon ein paar Jahre nicht mehr.
Eingenommen bis 2004,dann keine Wirkung mehr.

2004,das erste Mal Akut-Psychiatrie, umgestellt worden auf Trevilor(Venla),immer wenn Wirkung nach ließ, erhöht worden,bis 300 mg.


Dann Inkontinenz und weitere Nebenwirkungen,zu schnell ausgeschlichen.
Umgestellt auf Escitalopram,zwischendurch Citralopram,
Nach ein paar Jahren wieder abgesetzt,immer zu schnell,i

2009 erneut schwere Episode,Hausarzt verschreibt wieder Aurorix,wirkt nicht mehr.
Auch 2009,endlich Psychotherapie,
Psychiater verschreibt Sertralin 25 mg, sehr starke Nebenwirkungen,Zittern,Unruhe,Angst,Selbstmordgedanken,so dass ich erneut,während der Psychotherapie, in die Akut- Psychiatrie muss.
Entlassung mit 50 mg Sertralin. als Nebenwirkung ,starken Durchfall.


Dann ohne Ausschleichen ,Umstellung auf Citalopram 40 mg. dann umgestellt auf 20 mg Es-Citalopram,

Absetzversuche scheitern immer wieder,da erneutes Auftreten der Krankheit diagnostiziert wird.

Absetzverlauf:
Anfang 2017 : Vom neuen Hausarzt ließ ich mir dann Tropfen verschreiben und reduzierte jede Woche einen Tropfen.
Seit Mai 2017 ohne Ad.

3.12.2017 Versuch der Wiedereindosierung von 0,5 mg Escitalopram - starker Durchfall, wieder weggelassen


Seit Ewigkeiten 125 mg L-Thyroxin gegen Unterfunktion der SD.

aktuelle Symptome
Jetzt bin ich in eine, angeblich leichte, Überfunktion geraten.
Symptome sind starke Schlafstörungen,Gereiztheit,Wut ,innere Unruhe und Beben,Kribbeln in Füßen und Waden,schwitzen,sehr trockener Mund,immer Durst.
Plaque in Halsschlagader ,vorgestern beim Endokrinologen fest gestellt,auch Polyneuropathie ,wird in beiden Beinen vermutet.

Erst einmal will ich versuchen ohne erneutes PP auszukommen.
Kein PP hat mich stabilisiert ,eigentlich hatte ich immer nur Nebenwirkungen,wie Inkontinenz und Schleimhautbluten erneut auftraten,beschloss ich auszuschleichen.
Auch Sehstörungen,Magengeschwüre,mit Teerstuhl hatte ich in den letzten drei Jahren .
Bittchen
Beiträge: 1577
Registriert: 24.11.2017 09:35
Hat sich bedankt: 1101 Mal
Danksagung erhalten: 354 Mal

Re: Antidepressiva - “Größtenteils nutzlos und potenziell schädlich

Beitrag von Bittchen »

Liebe Katharina,

ja,ich habe da in dem Forum einige mir lieben Menschen gelassen, mit denen ich mich ausgetauscht habe und die mich auch vermissen,dies auch offen da schreiben.
Das interessiert Dr.Niederlöscher nicht.
Was hier mit weg war, weiß ich leider nicht,das tut mir aber leid.
Für mich war sie sehr hilfreich,wir haben uns über Polyneuropathie unterhalten haben und sie konnte mir einige Tipps geben.
Da war ich am Anfang der Diagnose sehr dankbar.
Sie hatte mir gegenüber eine sehr liebe Art.
Ich hoffe sehr ,dass sich meine Beschwerden wieder legen,weil es sich nicht verschlechtert haben.
Das diese nervlich bedingten Missempfindungen noch Entzugs bedingt sind,ist für mich ein großer Trost.

Dieses Dahinsiechen habe ich schon des Öfteren erlebt,in meinem eigenen Umfeld und auch beruflich.
Meine älteste Tochter,meine Mutter,mein Vater habe ich in dieser letzten Phase dabei begleitet.
Das schwere Leiden bei Hepatitis C oder auch bei Krebs ist mir also nicht fremd.
Da zu sehen zu müssen,ist nur sehr schwer zu ertragen,das hat mich auch seelisch mit krank gemacht.

Dir auch Alles erdenklich Gute und ganz liebe Grüße
Brigitte
Vorgeschichte:
Als junge Frau hatte ich schon zwei Suizidversuche,18 u.24.Jahre,1968 verbunden mit schmerzhaften Trennungen.

1986 nach der Geburt von der dritten Tochter das erste Mal Diagnose durch Frauenarzt ,Depression.


Medikationsverlauf:


Seit Feb.1992 trockene Alkoholikerin.Halbes Jahr später depressive Phase. Hausarzt spritzt alle 4 Wochen Imap.


1994 erneut starke depressive Symptome,jüngste Tochter hatte bald Kommunion,ich wollte funktionieren.
Hausarzt verschreibt das 1.Mal Aurorix(Mao-Hemmer),hat schnell gewirkt.
Ich hatte eine kurze Hypomanie. In den langen Jahren immer Mal wieder,jetzt schon ein paar Jahre nicht mehr.
Eingenommen bis 2004,dann keine Wirkung mehr.

2004,das erste Mal Akut-Psychiatrie, umgestellt worden auf Trevilor(Venla),immer wenn Wirkung nach ließ, erhöht worden,bis 300 mg.


Dann Inkontinenz und weitere Nebenwirkungen,zu schnell ausgeschlichen.
Umgestellt auf Escitalopram,zwischendurch Citralopram,
Nach ein paar Jahren wieder abgesetzt,immer zu schnell,i

2009 erneut schwere Episode,Hausarzt verschreibt wieder Aurorix,wirkt nicht mehr.
Auch 2009,endlich Psychotherapie,
Psychiater verschreibt Sertralin 25 mg, sehr starke Nebenwirkungen,Zittern,Unruhe,Angst,Selbstmordgedanken,so dass ich erneut,während der Psychotherapie, in die Akut- Psychiatrie muss.
Entlassung mit 50 mg Sertralin. als Nebenwirkung ,starken Durchfall.


Dann ohne Ausschleichen ,Umstellung auf Citalopram 40 mg. dann umgestellt auf 20 mg Es-Citalopram,

Absetzversuche scheitern immer wieder,da erneutes Auftreten der Krankheit diagnostiziert wird.

Absetzverlauf:
Anfang 2017 : Vom neuen Hausarzt ließ ich mir dann Tropfen verschreiben und reduzierte jede Woche einen Tropfen.
Seit Mai 2017 ohne Ad.

3.12.2017 Versuch der Wiedereindosierung von 0,5 mg Escitalopram - starker Durchfall, wieder weggelassen


Seit Ewigkeiten 125 mg L-Thyroxin gegen Unterfunktion der SD.

aktuelle Symptome
Jetzt bin ich in eine, angeblich leichte, Überfunktion geraten.
Symptome sind starke Schlafstörungen,Gereiztheit,Wut ,innere Unruhe und Beben,Kribbeln in Füßen und Waden,schwitzen,sehr trockener Mund,immer Durst.
Plaque in Halsschlagader ,vorgestern beim Endokrinologen fest gestellt,auch Polyneuropathie ,wird in beiden Beinen vermutet.

Erst einmal will ich versuchen ohne erneutes PP auszukommen.
Kein PP hat mich stabilisiert ,eigentlich hatte ich immer nur Nebenwirkungen,wie Inkontinenz und Schleimhautbluten erneut auftraten,beschloss ich auszuschleichen.
Auch Sehstörungen,Magengeschwüre,mit Teerstuhl hatte ich in den letzten drei Jahren .
Antworten