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Aufarbeitung Studie 329 - Paroxetin - GlaxoSmithKline

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Aufarbeitung Studie 329 - Paroxetin - GlaxoSmithKline

Beitrag von Murmeline » Donnerstag, 03.09.15, 22:49

Die wohl umstrittenste Arzneimittelstudie, Studie 329, wurde im Juli 2001 veröffentlicht:
  • erklärte, dass Paroxetin ein sicheres und wirksames Medikament sei zur Behandlung von schweren Depressionen bei Jugendlichen;
  • wird immer noch weit verbreitet in der medizinischen Literatur zitiert und wiegt Ärzte in Sicherheit über die Nützlichkeit von Paroxetin
  • obwohl sie von einigen wachsam und besorgt Journalisten und Wissenschaftler kritisierten wurde, wurden deren Stimmen von einem Tsunami positivem Marketing und Promotion von Interessengruppen begraben;
  • diese Werbemaßnahme führte zu einer erfolgreichen Betrugsklage gegen GlaxoSmithKline in New York
  • und führte im Jahr 2012 zur größten Geldstrafe in der Unternehmensgeschichte - $ 3 Milliarden; und
  • trotzdem wurde die Studie bis heute nicht zurückgezogenen.
Im Juni 2013 veröffentlichten Peter Doshi und Kollegen den Artikel Restoring Invisible and Abandoned Trials: A Call for People to Publish the Findings im British Journal of Medicine (BMJ).

Sie erklärten: "Unveröffentlichte und gefälschte Studien machen es schwierig, den wahren Wert einer Behandlung zu bestimmen. Peter Doshi und Kollegen suchen Sponsoren und Forschern, um die Daten der Studien neu zu analysieren und zu veröffentlichen."

Ein Team von Forschern unternahm diesen Versuch im Rahmen des RIAT Protokoll. Im August 2015, nach einem Jahr und sieben Entwürfen, benachrichtigte BMJ das Team, das ihre Vorlage im September 2015 veröffentlicht wird.

Diese neue Studie, Wiederherstellen der Studie 329: Wirksamkeit und Schaden von Paroxetin und Imipramin bei der Behandlung von Jugendlichen mit schweren Depression: Wiederherstellung einer randomisierten kontrollierten Studie, sollte alle, die über die Integrität im Rahmen von Arzneimittelsicherheit besorgt sind, schockieren.

Dies wird das erste Mal überhaupt sein, dass Studien mit zwei völlig unterschiedlichem Ergebniss auf Basis der gleichen Daten veröffentlicht werden.
Quelle: http://www.madinamerica.com/2015/08/a-m ... ming-soon/

Die Website gibt es hier: http://study329.org/

Aktuell interssant ist die Timeline: http://study329.org/timelines/
1985: In Deutschland abgelehnt
1986: Suizidauslösende Vorfälle werden in den Studien vertuscht
1987: In den USA zugelassen
1989: Riesen Marketingkampagne
1990: Erste Artikel zu Suizide durch Paroxetin. Erste Selbsthilfegruppen (Prozac Survivor Support Groups) gründen sich!
1991: Anhörung Zulassungsbehörde, Paroxetin gilt weiter als "sicheres Medikament"
....
1998: Studie 377 erklärt Paroxetin weniger sicher und effektiv für Erwachsene als Placebo
1999: Studie 329 erklärt die Sicherheit für die Patienten und wird zur Veröffentlichung eingereicht
2000: Studie von Dr. Healy zeigt, Paroxetin löst Suizide aus. Studie 701 zeigt Paxil hat wenig therapeutischen Erfolg
2001: Studie 329 wird veröffentlicht
....
2005: Suizidwarnungen müssen in den Beipackzettel aufgenommen werden (verstanden als "verstärken die Selbstmordgedanken")
2008: Schwerwiegende Kritik an Studie 329
....
2012: GSK zahlt $ 3 Milliarden Schmerzensgeld wegen Betrug!
2014: Studie 329 wird neu geschrieben, die Daten werden neu analysiert
2015: Veröffentlichung des neu analysierten Daten im September
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
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Lana19
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Re: Aufarbeitung Studie 329 - Paroxetin - GlaxoSmithKline

Beitrag von Lana19 » Freitag, 04.09.15, 17:14

Erschreckend :vomit:
Gerade für mich als Paroxatabhängige. Mir wird ganz schlecht wenn ich sowas lese.... :cry:
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Re: Aufarbeitung Studie 329 - Paroxetin - GlaxoSmithKline

Beitrag von Murmeline » Samstag, 05.09.15, 14:04

Prof. Goetzsche hat in seinem letzten Buch auch über die Studie geschrieben:

Tödliche Medizin und organisierte Kriminalität: Die Verbrechen der Pharmaindustrie

Peter C. Gøtzsche Autor, Facharzt für innere Medizin, Leiter des Nordic Cochrane Center


Warum lassen wir zu, dass Pharmaunternehmen so oft lügen, gewohnheitsmäßig Straftaten begehen und Hunderttausende von Patienten umbringen? Warum schicken wir die Verantwortlichen nicht ins Gefängnis? Warum sind viele Leute immer noch dagegen, dass Jedermann Zugang zu allen Rohdaten aller klinischen Studien bekommt, und warum wehren sie sich dagegen, das ganze System abzuschaffen und nur noch Akademikern in öffentlichen Institutionen Arzneimittelstudien mit Patienten zu erlauben, unabhängig von den Pharmaunternehmen?

Ich kenne einige hervorragende Psychiater, die ihren Patienten sehr helfen. David Healy bevorzugt zum Beispiel Beobachten und Abwarten, bevor er Patienten, die zum ersten Mal in Behandlung sind, Medikamente verabreicht. Und ich bin durchaus kein Feind der Psychiatrie.

Aber meine Studien in diesem Gebiet veranlassen mich zu einer sehr unbehaglichen Schlussfolgerung: Unseren Bürgern würde es viel besser gehen, wenn alle Psychopharmaka vom Markt verschwänden, weil die Ärzte nicht mit ihnen umgehen können. Es ist unvermeidlich, dass diese Medikamente mehr schaden als nützen.

Glückspillen treiben Kinder in den Selbstmord: Die Glaxo-Studie 329


Im Jahr 2001 veröffentlichte GlaxoSmithKline eine Studie mit Kindern und Jugendlichen, die Studie 329. In dem Bericht stand, Paxil (Seroxat) sei wirksam und habe minimale Nebenwirkungen. Viele glaubten dieser Studie, und sie wurde bis 2010 nicht weniger als 184-mal zitiert, was beachtlich ist. Die Studie war jedoch ein Schwindel.

Das wissen wir, weil der Generalstaatsanwalt des Staates New York die Firma 2004 wegen wiederholter und hartnäckiger Verbrauchertäuschung verklagte und ihr vorwarf, sie habe die Nebenwirkungen von Paxil verschleiert. Daraufhin musste die Firma ihre Archive öffnen, um einen Vergleich zu erwirken. Das Unternehmen belog seine Verkäufer, als es ihnen versicherte, die Studie 329 habe eine »ERSTAUNLICHE Wirksamkeit und Sicherheit« nachgewiesen, obwohl es in internen Dokumenten einräumte, dass die Studie keinen Wirksamkeitsnachweis erbracht habe. Bei allen acht im Prüfplan genannten Wirksamkeitsparametern lieferte die Studie keinen Beweis für eine Wirksamkeit, aber es gab Beweise für Nebenwirkungen.

Noch schlimmer waren die Fälschungen hinsichtlich der Nebenwirkungen. Der nicht veröffentlichte interne Studienabschlussbericht, der während des Prozesses ans Licht kam, zeigte, dass mindestens acht Kinder, die mit Paxil behandelt wurden, und ein Kind in der Placebogruppe sich das Leben nahmen. »Schlussfolgerungen: Paroxetin wird im Allgemeinen gut vertragen und ist bei schweren Depressionen bei Jugendlichen wirksam.«

Kriminelle Tricksereien der Pharmaunternehmen
Ein internes Dokument zeigte, dass die Firma genau wusste, was sie tat: »Es wäre geschäftlich inakzeptabel, bekannt zu machen, dass die Wirksamkeit nicht nachgewiesen ist, denn dies würde dem Ruf von Paroxetin schaden.«

Die skrupellose Vermarktung verlief erfolgreich. Von 1998 bis 2001 wurden jährlich fünf Millionen Rezepte für Paxil und Zoloft für Kinder und Jugendliche ausgestellt. Wir dürfen nicht vergessen, dass sich hinter diesen Zahlen echte Tragödien und echte Menschen verbergen, die für die schamlosen Lügen, Betrügereien und Verbrechen der Pharmaunternehmen mit ihrem Leben bezahlten.

http://m.huffpost.com/de/entry/6152880
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Re: Aufarbeitung Studie 329 - Paroxetin - GlaxoSmithKline

Beitrag von Murmeline » Mittwoch, 16.09.15, 11:29

Die Studie 329 zeigte die angebliche Sicherheit des Medikamentes und seines Nutzens.
Die Roh-Daten mussten GSK inzwischen öffentlich zugänglich machen.


Appendix (Anhang) H zu schweren Nebenwirkungen, Entzug und Todesfällen veröffentlicht GlaxoSmithKline bis heute nicht!


Diejenigen, die die Studie wieder aufgearbeitet haben, mussten eine Geheimhaltungsvereinbarung unterschrieben, um die Daten aus Anhang H anzuschauen. Die Daten wurden weder als PDF noch als offene, zu bearbeitende Daten zur Verfügung gestellt sondern konnten nur angeschaut werden. Sie durften auch nicht abgetippt und veröffentlicht werden, was bei 77.000 Seiten auch nicht möglich wäre, zu leisten.

http://study329.org/the-data/

Da fällt einem doch nichts mehr zu ein. Was hat GSK zu verstecken?
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Re: Aufarbeitung Studie 329 - Paroxetin - GlaxoSmithKline

Beitrag von Murmeline » Donnerstag, 17.09.15, 0:56

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Re: Aufarbeitung Studie 329 - Paroxetin - GlaxoSmithKline

Beitrag von Murmeline » Donnerstag, 17.09.15, 21:21

Das deutsche Ärzteblatt berichtet:

ÄRZTESCHAFT – 17.09.2015
Studie 329: Re-Analyse bezweifelt Effektivität und Sicherheit von SSRI für Jugendliche

http://m.aerzteblatt.de/news/64184.htm

Das Problem mit den 77000 Seiten wurde leider nicht richtig verstanden. Zitat:

Der Hersteller GSK, der weiterhin auf der Seriosität der damaligen Publikation besteht, hat sich – offenbar nach anfänglichem Zögern – bereit erklärt, den Forschern die Prüfberichte aller 275 Patienten zur Verfügung zu stellen. Die etwa 77.000 Seiten haben dann die Ressourcen der Forscher doch überfordert. Die angestrebte genaue Prüfung war ihnen nur bei 93 Prüfberichten möglich.


Diese 77000 Seiten aus dem weiterhin nicht veröffentlichen Appendix H wurden nicht in einer Form zur Verfügung gestellt, die bearbeitbar gewesen wäre.

Bedrückend dieser Auszug aus dem Artikel:

Zitat
Die Zahl der Patienten mit suizidalem Verhalten oder Gedanken stieg von fünf in der Original­publikation auf sieben. Hinzu kommen noch einmal vier Fälle, die in der Ausschleichphase auftraten.


Die Absetzphase dauerte vier Wochen.
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Re: Aufarbeitung Studie 329 - Paroxetin - GlaxoSmithKline

Beitrag von Murmeline » Donnerstag, 17.09.15, 21:43

Hinweis:

Linda hat im ADFD 2004 über die Studie berichtet:

viewtopic.php?t=662
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Wort
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Re: Aufarbeitung Studie 329 - Paroxetin - GlaxoSmithKline

Beitrag von Wort » Freitag, 18.09.15, 4:29

Murmeline hat geschrieben:Prof. Goetzsche hat in seinem letzten Buch auch über die Studie geschrieben:


Noch schlimmer waren die Fälschungen hinsichtlich der Nebenwirkungen. Der nicht veröffentlichte interne Studienabschlussbericht, der während des Prozesses ans Licht kam, zeigte, dass mindestens acht Kinder, die mit Paxil behandelt wurden, und ein Kind in der Placebogruppe sich das Leben nahmen. »Schlussfolgerungen: Paroxetin wird im Allgemeinen gut vertragen und ist bei schweren Depressionen bei Jugendlichen wirksam.«
Das ist glaube ich falsch. Es haben sich ein paar versucht umzubringen, aber es ist glaube ich niemandem geglückt.

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Re: Aufarbeitung Studie 329 - Paroxetin - GlaxoSmithKline

Beitrag von Murmeline » Freitag, 18.09.15, 5:33

Hallo Wort,

Ich weiß nicht, warum Prof. Goetzsche diese Formulierung gewählt hat im Artikel (potentielle übersetzungsfehler der Huffpost auch möglich). Er bezieht sich hier zumindest auf einen nicht veröffentlichten internen Studienabschlussbericht aus dem Gerichtsverfahren.

Zitat Wort:
Das ist glaube ich falsch. Es haben sich ein paar versucht umzubringen, aber es ist glaube ich niemandem geglückt.

Ich weiß es nicht. Ich weiß nicht, was mit den Personen, die während der Studie plötzlich "Emotional lability" - emotionale Labilität - zeigten, (worunter GSK "suicidal ideation" - Selbstmordgedanken, "attempted suicide" - versuchter Selbstmord und "suicidal" - akut selbstmordgefährdet versteht) in der Studienzeit selbst, in den ausschleichphase und danach (noch) passiert ist. Ich weiß auch nicht, wieviele nach der Studie und dem dazugehörigen Absetzen gesund geworden sind ohne langfristige gesundheitliche Nachwirkungen.

Anhang H zu den Case studies nennt sich jedenfalls Appendix H zu schweren Nebenwirkungen, Entzug und Todesfällen (Death). http://www.gsk.com/media/352347/329-AppH.pdf
Die kompletten Daten werden von GlaxoSmithKline bis heute nicht veröffentlicht.

Über die nur zur Ansicht bereitgestellten Daten zum Anhang H erklärt das Restudy-Team im BMJ-Artikel:

At least 1000 pages were missing from the case report forms we reviewed, with no discernible pattern to missing information—for example, one form came with a page inserted stating that pages 114 to 223 were missing, without indicating reasons.

Hm.

Wenn es jemand weiß, Wort, dann die Familien der Kinder und Jugendlichen, die damals an der Studie teilgenommen haben. Und vielleicht noch die Menschen, denen diese Familien sich möglicherweise anvertraut haben.

Ein wichtiger Punkt ist, dass alles, was mit Suizid(alität) zusammenhing, in die damals veröffentlichte Studie (die Basis für eine weitreichende Kampagne und Verschreibungspraxis war) nur unter dem Begriff emotionale Labilität einging. Wie soll man so ein Vorgehen nennen?

Dass diese Medikamente nicht nur eine so bezeichnete Verstärkung bestehender Suizidgedanken mit sich bringen können, sondern zudem auch einen auslösenden Moment haben können, dazu hat sich der Pharmakologe Bruno Müller-Oehrlinghausen in einem Beitrag auf 3-Sat geäußert:
http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=52023
Grüße murmeline
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Re: Aufarbeitung Studie 329 - Paroxetin - GlaxoSmithKline

Beitrag von Murmeline » Sonntag, 20.09.15, 21:54

Die FDA hat selbst erklärt, dass die Studie 329 die Effektivität von Paroxetin nicht zeige:
http://2spl8q29vbqd3lm23j2qv8ck.wpengin ... ovable.pdf

Was ist dann passiert?

Plötzlich wurde die Studie unterzeichnet von vielen anerkannten und einflussreichen Psychiatern in einem Journal veröffentlicht.

David Healy erklärt:
Notionally authored by Dr. Martin Keller, et. al., but actually ghostwritten by Sally Laden, the original Study 329 was published in the Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry (JAACAP) in July 2001. (The study) concluded that “paroxetine is generally well tolerated and effective for major depression in adolescents.”

Based on this research, GlaxoSmithKline (GSK) marketed Paxil as safe and effective for adolescents when company executives were aware that a number of studies (all but Study 329 unpublished) had shown that the drug was no better than placebo and caused thought disturbance and suicidal behavior in some youngsters.
http://study329.org/bmj-publishes-study ... -public-2/

Von Sicherheit, Effektivität und wenigen Nebenwirkungen sind die Ärzte bei der Verschreibung ausgegangen. Die Daten und besonders die individuellen Verläufe während der Studie zeigen dagegen hohe individuelle Verschlechterungen.
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Re: Aufarbeitung Studie 329 - Paroxetin - GlaxoSmithKline

Beitrag von Murmeline » Dienstag, 22.09.15, 8:12

Wichtigste Sätze aus dem Artikel der SZ:

Für Fiona Godlee, die Herausgeberin des British Medical Journal, zeigt die Re-Analyse der Daten, "in welchem Ausmaß wir durch die Medikamentenkontrolle getäuscht werden können". Weder Ärzte noch Öffentlichkeit hätten unverfälschte Informationen, die nötig seien, um die besten Therapien, Tests und Entscheidungen für Patienten auszuwählen.

Auch die Schwere der Nebenwirkungen wurde verschleiert. Massive Herzprobleme unter Imipramin spielten die Studienautoren herunter. Suizidgedanken und -versuche (unter und nach Paroxetin) wurden als "emotionale Labilität" eingeordnet. "Die Daten aus den Fallberichten zu den einzelnen Patienten wurden nicht vollständig in Studienbögen übertragen - und das Team um Keller hat daraus wiederum nur lückenhaft die Daten übernommen", so die Autoren.

Anders als die behauptete "gute Verträglichkeit" gingen beide Medikamente mit starken Nebenwirkungen einher. Paroxetin führte zu Verhaltensauffälligkeiten, Suizidneigung und anderen schweren Einschränkungen; Imipramin löste hauptsächlich Herzrhythmusstörungen aus. Fehlende Wirkung und unerwünschte Folgen der Behandlung tauchen in der Veröffentlichung 2001 jedoch gar nicht oder nur stark abgeschwächt auf.

Während das Autorenteam um Keller für Paroxetin 265 Fälle auflistet, in denen Nebenwirkungen auftraten, sind 481 unerwünschte Reaktionen in den insgesamt mehr als 70 000 Seiten an Aufzeichnungen und Protokollen der Studie von 2001 verzeichnet. Für Imipramin gab Keller 340 Zwischenfälle an, tatsächlich waren es 552.

http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/p ... -1.2652676
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Re: Aufarbeitung Studie 329 - Paroxetin - GlaxoSmithKline

Beitrag von Murmeline » Dienstag, 22.09.15, 21:13

Also, wenn ich mich nicht verzählt habe, dann haben 8 studienteilnehmer bei Paroxetin wegen suizidgedanken abgebrochen.

Patient Demographics Withdrawal Reasons Spreadsheet
http://study329.org/wp-content/uploads/ ... t-data.xls
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Re: Aufarbeitung Studie 329 - Paroxetin - GlaxoSmithKline

Beitrag von Murmeline » Dienstag, 22.09.15, 21:32

Das RIAT-Team hat GSK folgendes geschrieben:

Zitat:
Finally, on the basis that it is likely that even more children became suicidal on Paxil than those reported in the Clinical Study Reports or Case Report Forms, we once again ask you to write to all participants who took Paxil, pointing out that if they became suicidal in this trial it may have stemmed from taking Paxil.

In terms of good clinical care participants should be informed of the implications for other antidepressants they may take and also for their image of themselves and the view health professionals may have of them.

We understand the learned intermediary argument that you are making but it seems to us that GSK are in the best position to discharge the duty to tell all children in this trial who were on medication that any suicidality experienced was more likely to be treatment related than Not.
http://Www.study329.org/wp-content/uplo ... on-GSK.pdf
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Re: Aufarbeitung Studie 329 - Paroxetin - GlaxoSmithKline

Beitrag von Murmeline » Mittwoch, 23.09.15, 8:21

Bei Studie 329 von GlaxoSmithKline hatte das Antidepressivum Seroxat keine Wirkung bei Kindern und Jugendlichen gezeigt.

Das wusste GSK 1998 selbst.

Hier ein internes Memo dazu:
http://www.healthyskepticism.org/files/ ... nPiece.pdf
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Re: Aufarbeitung Studie 329 - Paroxetin - GlaxoSmithKline

Beitrag von Murmeline » Mittwoch, 23.09.15, 17:35

Auch interessant ist dieses interne Dokument, eine Mail von Keller an die anderen Psychiater, die die Studie unterzeichnet haben.

Zitat aus einem Artikel von Dr. David Healy
http://davidhealy.org/study-329-mk-hk-sk-gsk-history/

Sitting in the midst of a Maelstrom in 2004 when New York State were suing GSK for Fraud, faced with demands to “modify” Study 329, on June 13 Marty Keller emailed some of his co-authors to get a united position about what they would say to GSK about the modification:

that [it must be] 100% clear in this paper that there is no way to read it and think that 329 is being criticized and that it was not written with complete integrity and accuracy given the data we had and should have had….. We also want it to be crystal clear that any new data or analyses, case report forms, narratives etc. you have worked with since 329 was published, was not made available to the 329 investigator’s by SK, otherwise we could look foolish, naïve, incompetent or “biased” (the most likely accusation that will be made) to present things in a way that was favorable to SK, disregarding our responsibility to the proper scientific method, to the public, children and their families.
Quelle für den Auszug aus der Mail:
http://2spl8q29vbqd3lm23j2qv8ck.wpengin ... anetal.pdf
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Re: Aufarbeitung Studie 329 - Paroxetin - GlaxoSmithKline

Beitrag von Murmeline » Samstag, 26.09.15, 19:35

Betroffene sagen danke für die Reanalyse der Studie:

I wanted to say thank you for publishing this article. I was once on Paxil myself, as a newly 20 year old, for panic disorder without agoraphobia. While taking just 1/4 of the normal starting dose (5mg was my dose), I displayed flat affect and a "zombie" like appearance. This was within several weeks, about two. I then became suicidal.
For something that is supposed to be an ANTI-depressant, I'm amazed at how PRO mental disorder it truly was.

I'm a very happy woman, and was always a happy teenager. This was not normal. The small, sane part of my brain told me I needed to tell someone I was feeling this way, but I didn't want to - they would try to stop me if I did tell someone. I will never forget what that feeling was like, and I truly wonder if I am a PTSD patient now because of it.

In the end, I did try to hurt myself. I was very lucky to have my mother and a very close friend stop me and take me to the doctor. They pulled me off Paxil completely and switched me to another SSRI and a benzodiazepine to ease the withdrawal side effects from the Paxil. I've been on this SSRI ever since, and it has now been about 10 years.

Everytime I see an article like this, my heart breaks. I truly hope that this research saves other adolescents from experiencing what I went through. I wouldn't wish it on my worst enemy.

http://www.bmj.com/content/351/bmj.h4629/rr-1
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Kimeta
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Re: Aufarbeitung Studie 329 - Paroxetin - GlaxoSmithKline

Beitrag von Kimeta » Samstag, 26.09.15, 20:14

- Doxepin zur Migräneprophylaxe seit mindestens 2002 in einer Dosierung von 5-10 mg.
- Absetzen von 10 mg ab dem 28.12.2013.
- Aktuell seit 24.10.2019: 1,95 mg

Hintergründe und Absetzverlauf:
► Text zeigen
:schnecke: Mein Thread :schnecke:

Murmeline
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Re: Aufarbeitung Studie 329 - Paroxetin - GlaxoSmithKline

Beitrag von Murmeline » Sonntag, 27.09.15, 7:09

Es gibt sehr bewegende Lesermeinungen beim BMJ:
It is refreshing to see the BMJ publish an article highlighting the corruption, collusion and dangerously unethical behaviors among the pharmaceutical and psychiatric industries, university medical departments and government "regulators." I'd like to tell my teen-aged daughter all about the "retraction." Unfortunately, she died from SSRI-induced akathisia, Serotonin Toxicity and prescribed suicidality. When she was experiencing life-threatening SSRI-induced side effects, her doctor did what many misguided doctors incompetently do: increased the toxin. Sadly, her death-and the deaths of hundreds of thousands of other innocent children, is not retractable.
http://www.bmj.com/content/351/bmj.h4629/rr-5
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
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Re: Aufarbeitung Studie 329 - Paroxetin - GlaxoSmithKline

Beitrag von Murmeline » Sonntag, 27.09.15, 19:43

Artikel in the atlantic


The Human Cost of a Misleading Drug-Safety Study

A reexamination of old data for Paxil found that the antidepressant is more dangerous than the authors let on. How much harm has been done in the 14 years since it was published?

Auszug:
One night in 2002, a couple years after that photo was taken, Sara woke in the night thinking she’d heard a bump in her kitchen. When she went to investigate, she found her 25-year-old daughter on the kitchen floor in a pool of blood. Next to Cecily on the floor was a large and bloody chef’s knife. In her chest were two knife wounds. One was shallow; the other was fatally deep.

Sara has always thought that her daughter was killed that night by an antidepressant called Paxil. Cecily, a bright, generally cheerful Stanford graduate, had been taking Paxil for two weeks. Five months before, she had become moderately depressed, and, as Sara would recall it, entered a psychiatric system newly enamored of chemical models of depression and chemical solutions. In search of the drug that would work well, doctors had put her on one after another that worked badly. Of these, Sara says, Paxil was the worst. It made Cecily more and more agitated, increasingly unlike herself. Finally she ended it in what Bostock has called a death “completely unexpected, out of character and violent.”

As Carey notes in his Times story, thousands of children, teens, and young adults attempted or committed suicide while on Paxil—but it’s impossible to know how many, if any, did so because of Paxil. This new BMJ paper makes it seem more likely than ever than some did. And of her daughter, Sara Bostock has no doubt.

http://www.theatlantic.com/health/archi ... de/406105/
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Re: Aufarbeitung Studie 329 - Paroxetin - GlaxoSmithKline

Beitrag von Murmeline » Sonntag, 27.09.15, 20:39

Die Cosmopolitan berichtet auch über die Reanalyse der Studie 329.

Even though Dr. Healy says it's mostly female patients who report adverse side effects to drugs and question existing research, if you're currently taking Paxil, you probably don't give AF about how or why the original analysis went wrong — you're wondering whether you should trash your prescription.

The definitive answer is "no." That's because withdrawal can heighten your risk of suicide — even if you were never suicidal in the first place, Dr. Healy says. For what it's worth, no one is calling for a ban on Paxil or any other SSRI antidepressants — even though Dr. Healy thinks other drug formulas could pose similar risks. Rather, researchers are calling for wider access to clinical data so you can thumb through the facts yourself before going on a medication and better understand any side effects you experience while you undergo treatment.

So if you've been taking Paxil for more than a few weeks and you're feeling perfectly fine, there's no reason to freak out — it's unlikely you'll have any problems on your current dose. But if your antidepressant medication is making you feel way worse, talk to the doctor who prescribed it ASAP.

http://www.cosmopolitan.com/health-fitn ... de-effect/
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