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Arzneimittelbrief berichtet erstmals über Ausmaß der Entzugserscheinungen durch SSRI/SNRI

Eine Sammlung von Artikeln, die über wissenschaftliche, politische und wirtschaftliche Hintergründe der Behandlung von seelischen Leiden mit Psychopharmaka berichten.
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edgar
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Arzneimittelbrief berichtet erstmals über Ausmaß der Entzugserscheinungen durch SSRI/SNRI

Beitrag von edgar » Samstag, 10.10.15, 16:59

Liebe ADFDler,

der AMB berichtet erstmals über das eigentliche Ausmaß und die Schwere der Entzugssymptome durch SSRI und SSNRI.

EDIT: neuer Link, Artikel frei verfügbar (Oktober 2017) https://www.der-arzneimittelbrief.de/de ... =2015&S=65

Edit: oder hier lesen ab Seite 20: https://www.kvhessen.de/fileadmin/media ... 2_2016.pdf

Kritikable sind weiterhin die Reduktionsempfehlungen, obwohl diese schon vorsichtiger geworden sind und die Tatsache, dass es immer wieder Fälle gibt, bei denen die Entzugssymptome Jahre dauern. Ein paar weitere Punkte, die noch schlimmer sind als angenommen könnte man auch noch aufzählen.

Aber es ist erstmals ein wirklich kritischer und hoffnungsvoller Artikel einer Fachzeitschrift in Deutschland über die Schwere der Symptome und eine inhaltliche Aufgliederung, was damit unter anderen an Problemen/Symptomen einhergeht.

Liebe Grüße
edgar
Zuletzt geändert von Murmeline am Sonntag, 26.02.17, 13:51, insgesamt 1-mal geändert.
Angehöriger, Dipl.-Sozialpädagoge (FH), seit 2008 Mitarbeiter im ambulanten Betreuten Wohnen für Menschen mit psychischer Erkrankung (u.a. auch Beratung und Unterstützung beim Absetzen von Medikamenten), davor 2 Jahre Mitarbeiter in einer Tagesstätte und 1 Jahr lang in einem Wohnheim (stationäres Wohnen) für Menschen mit psychischer Erkrankung. Seit 2013 Mitglied des Fachausschusses Psychopharmaka der DGSP.

Murmeline
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Re: AMB berichtet erstmals über Ausmaß der Entzugserscheinungen durch SSRI/SNRI

Beitrag von Murmeline » Sonntag, 11.10.15, 17:37

Hallo Edgar,

vielen Dank für die Info! Ich hab den Artikel gelesen, das mit dem Kennelernartikel ging unkompliziert.

Ich stimme Dir zu, er greift (noch) nicht die ganze Tragweite auf, die man kennt, wenn man Betroffenen zuhört. Dazu gibt es ja auch keine Studien, die zitiert werden können.

Ich fand den Satz, dass es erstaunlich sei, dass über die Möglichkeit solcher Phänomene wenig zu lesen und entsprechend wenig bekannt sei, wo doch diese Arzneimittel so häufig verordnet würden, ganz wichtig. Deshalb gebe ich ich ihn hier wieder. Es ist mehr als erstaunlich. Es ist ein Skandal.

Grüße, Murmeline
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
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Re: AMB berichtet erstmals über Ausmaß der Entzugserscheinungen durch SSRI/SNRI

Beitrag von Murmeline » Sonntag, 26.02.17, 13:50

Den Artikel kann man hier ab Seite 20 lesen: Überschrift: Entzug, kein seltenes Phänomen:

https://www.kvhessen.de/fileadmin/media ... 2_2016.pdf
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Re: AMB berichtet erstmals über Ausmaß der Entzugserscheinungen durch SSRI/SNRI

Beitrag von Arianrhod » Montag, 27.02.17, 18:06

Psychose wird in dem Artikel als Absetzsymptom benannt. Es passiert doch relativ oft, dass jemand mit einer Deptression in die Klinik kommt, dort mehrere AD ausprobiert werden - und der Patient eine Psychose entwickelt. Dann heißt es, die Depression war nur der Vorbote, also präpsychotisch.
Nach diesem Artikel könnte es aber auch gut sein, dass der Patient die psychostischen Symptome erst NACH einer AD- Behandlung entwickelt.
Dann bekommt er auch noch Neuroleptika - und schon ist er drin, im Kreislauf der Psychopharmakaabhängigkeit und weiterer Klinikaufenthalte.

Die vorhergehende Medikation wird bei der Diagnosestellung nicht berücksichtigt.

Genauso ist umstritten, ob jemand, der durch AD manisch wird, wirklich bipolar ist oder nicht. https://psylex.de/psychopharmaka/antide ... manie.html

liebe Grüße Arian
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Murmeline
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Re: AMB berichtet erstmals über Ausmaß der Entzugserscheinungen durch SSRI/SNRI

Beitrag von Murmeline » Sonntag, 01.10.17, 15:19

Hinweis: der Artikel ist jetzt auch beim Arzneimittelbrief frei zum lesen verfügbar, hab den Link oben erneuert.
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Luisa1974
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Re: AMB berichtet erstmals über Ausmaß der Entzugserscheinungen durch SSRI/SNRI

Beitrag von Luisa1974 » Sonntag, 01.10.17, 15:59

Dankeschön, werde ich meinem Hausarzt geben
Symptome: soziale Phobie / Ängste / Panikattacken
Medikation: 08/2011: 20 mg Citalopram, bei akuten Angstanfällen Bromazanil
seit 2013 zunehmend wieder Panikattacken mit Atemnot
2014 Burnout, Schlaflosigkeit, Erschöpfung
Medikation: weiterhin 20mg Citalopram, Bedarf an Bromazanil steigt ständig (psychisch abhängig)

Absetzverlauf:
August 2016: Citalopram runter auf 15mg (sehr gereizt, aber sonst keine Nebenwirkungen)
11.08.2016: Citalopram runter auf 10 mg (nach 2 Wochen nervös. extrem gereizt, Brainzaps, leichter Tinnitus, in der 3. Woche Höhepunkt, dann wurde es besser)
11.09.2016: 0g Citalopram ab der 3. Woche Hölle pur: extremer schriller Piepton in den Ohren, Druck im Kopf, ich dachte mein Kopf platzt, Brainzaps, vor allem im Hinterkopf, gereizt, extreme Stimmungsschwankungen, fiel in ein schwarzes Loch, gelähmt, konnte kaum aufstehen, Selbstmordgedanken, zu diesem Zeitpunkt ebenfalls Bromazanil abgesetzt
3.11. 2016: 2,5 Wochen Nordseeurlaub hat mir gut getan, lange Spaziergänge am Strand und das Meeresrauschen halfen bei Tinnitus, nachts und morgens früh war es schon manchmal fast still in meinen Ohren, aber Stimmungsschwankunge extrem
Nach Rückkehr extreme Stimmungsschwankungen, Selbstmordgedankentäglich,Weinkrämpfe
Dezember 2016: Depression, das Gefühl gelähmt zu sein, ist fast verschwunden, :) bin ruhiger, Tinnitus ist oft leise, aber auch bei Stress/Alkohol/zu wenig Schlaf wieder extrem (schrilles Geräusch sehr laut)
Januar 2017: täglich Selbstmordgedanken, extreme Stimmungsschwankungen, Brainzaps im Hinterkopf, Tinnitus schriller Piepton, macht mich verrückt
22.01.2017: Aufdosierung Citalopram 5 mg - fühlte mich besser, Antrieb wieder da, Tinnitus leiser und durch den Antrieb besser auszuhalten - Happy!
25.01.2017: Tinnitus wird wieder extrem laut, schriller Piepton, denke ich werde verrückt - durch Stress und Druck vom Jobcenter
27.01.2017: Aufdosierung auf 10 mg anschließend 1. extreme Panikattacke
02.02.2017: aufgrund erneuter Panikattacke mit Atemnot aufdosiert auf 15 mg
06.02.2017: 20 mg
16.02.2017: Panikattacke nach Klinikabsage - auf 30mg erhöht - wahnsinnige Unruhe, Nervosität, Atemnot, habe das Gefühl das Citalopram löst die Panikattacken aus
23.02.2017: zurück auf 20 mg Citalopram nach extremer Angstattacke, zusätzlich 2 Tavor Schmelztabletten
==>> ab jetzt zusätzlich bis zur Klinikeinweisung Mirthazapin 15

*** KLINIK ENDGÜLTIG ABGESAGT *******************

31.05.2017: Reduzierung Mirtazapin auf 11,5 mg. Symptome: Einschlafschwierigkeiten, sehr gereizt, nervös, Brainzaps links wo der Tinnitus ist, Müdigkeit vom Kopf her - nach einigen Tagen bis auf Tinnitus besser
14.06.2017: Mirtazapin 7,5 mg

27.06.-10.07.2017 -> Reduzierung Mirtazapin auf 3,75 mg (Symptome: die ersten Tage extreme Müdigkeit)
01.09.2017 => Mirtazapin wieder auf 7,5 mg erhöht (die extreme Müdigkeit war keine Folge des Mirtazapins sondern Symptom meiner Depression. Brauche das Mirtazapin gegen Nebenwirkungen von Citalopram (Schlafen, Schwitzen)
01.10.2017 =>Reduzierung des Citaloprams auf 15 mg (da ich so unter den Nebenwirkungen leide), Mirtazapin 15 mg
01.01.2018 - heute => langsame Reduzierung des Citaloprams auf 10 mg
leider gibt die Signatur nicht mehr Zeichen frei, also ich bin jetzt auf 0 mg Citalopram, 15 mg Mirtazapin, meine Mutter war krank und ist gestorben, deshalb war ich länger nicht hier

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