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Psychopharmakainduzierte Adipositas

Verfasst: Montag, 16.11.15, 14:56
von Arianrhod
oder das leidige Thema der Gewichtszunahme unter Psychopharmaka, unter Antidepressiva, Stimmungsstabilisatoren und Neuroleptika. Oft wird dem Patienten von Seiten der Ärzte Disziplinlosigkeit vorgeworfen, aber das ist nicht die Ursache für die oft schnellen und hohen Gewichtszunahmen, die bis 50, 60 kg gehen können.


Wirkmechanismen von Antidepressiva, Neuroleptika und Stimmungsstabilisatoren sowie eine Liste der Ergebnisse von Studien
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/i ... p?id=39283

Was geschieht bei der Gewichtszunahme von Neuroleptika?
http://web.archive.org/web/200709272335 ... 004_16.pdf


Bei dieser Doctorarbeit geht es um die Behandlungsmöglichkeiten, aber auch die Mechanismen werden meiner Meinung nach gut erklärt,
hier die Möglichkeit des Downloades

https://www.freidok.uni-freiburg.de/data/1385

Re: Psychopharmakainduzierte Adipositas

Verfasst: Montag, 04.04.16, 0:13
von Kassiopeia
Danke für diesen Thread und die Links. Leider gibt es dazu sehr wenig. Ich persönlich habe momentan auch mit massiver Gewichtszunahme zu kämpfen, verstehe aber die Zusammenhänge nicht. Als ich mit den Medis begonnen habe, da habe ich stark abgenommen. Zugenommen habe ich erst ab etwa 150mg. Schwer zu sagen, ob es mit dem Absetzen zusammenhängt.

Alles Liebe
Kassiopeia

Re: Psychopharmakainduzierte Adipositas

Verfasst: Montag, 04.04.16, 9:50
von LinLina
Hallo Kassiopeia,

Mich würde interessieren, hast du beim reduzieren oder beim aufdosieren plötzlich zugenommen?

Bei einigen SSRI scheint die Gewichtszunahme meist eher bei längerer Einnahmedauer zu zuschlagen, während Neuroleptika, Trizyklika und Mirtazapin schon gleich am Anfang innerhalb kürzester Zeit zu vielen Kilos mehr führen können.

Bei SNRI wie Venlafaxin habe ich sehr unterschiedliches gelesen, ich habe den Eindruck dass es hier meist einerseits Dosisabhängig und auch abhängig von der Einnahmedauer zu einer Gewichtszunahme kommen kann.

Ich habe vom Mirtazapin erst kurz nach meine beendeten Benzoentzug innerhalb von 2-3 Wochen 10-15 Kilo zugenommen, ganz besonders, nachdem ich den ersten Abdosierversuch mit Mirta gemacht habe, aber dann erstmal wieder auf die alte Dosis zurück musste, weil der Schritt zu groß war. Ich glaube der krasse Entzugsstress vorher hat die Zunahme verhindert, aber sobald der weg war, hat der gewichtssteigernde Effekt des Mirtazapins direkt Wirkung gezeigt. Ich bin richtig erschrocken, das sah eher aus wie schwanger, nicht wie eine normale Gewichtszunahme. Sowas hab ich noch nie erlebt, egal wie viel ich gegessen habe bisher in meinem Leben.

Liebe Grüße,
Lina

Re: Psychopharmakainduzierte Adipositas

Verfasst: Samstag, 09.04.16, 19:28
von Andrea013
Hallo,

beim ersten Mal Venlafaxin habe ich innerhalb des ersten Jahres moderat ca. 3kg zugenommen ( Venla 75 mg ). Habs dann auf 37.5 mg reduziert und darunter wieder auf mein normales Gewicht abgenommen. Bei dieser Dosis hab ich nicht mehr zugenommen.
Mirtazapin hab ich einmal über ca. 2 Monate versucht, darunter hatte ich so massive Wassereinlagerungen, dass ich ständig die Beine hochlegen musste und dadurch natürlich auch eine Gewichtszunahme.
Aktuell unter dem Einschleichen von Venla hab ich eher angenommen wegen Appetitlosigkeit zu Beginn der Einnahme.
Gruß, Andrea

Re: Psychopharmakainduzierte Adipositas

Verfasst: Samstag, 09.04.16, 20:33
von Murmeline
Hallo,

Bei mir wurde Venlafaxin mal ambulant erhöht bis auf 300mg. Ich hab dann bei normalen Kalorien 8-10 Kilo zugenommen, fühlte mich aufgedunsen. Beim/nach dem runterdosieren zurück auf 75mg hat sich das reguliert wieder. Soviel so schnell zugenommen hab ich nur noch einmal, in der Schwangerschaft, allerdings am Ende über 20 Kilo (auch viel Wasser). Das ging aber auch wieder weg, dauerte aber länger.

Grüße, murmeline

Re: Psychopharmakainduzierte Adipositas

Verfasst: Mittwoch, 18.10.17, 18:21
von Arianrhod
Metabolische Effekte langfristiger Psychopharmakotherapie
bei Patienten mit chronischen psychiatrischen Erkrankungen


Die Arbeit ist nicht pp-kritisch, dennoch rät die Autorin:
Nach dem derzeitigen Kenntnisstand sollte auf jeden Fall ein konsequentes Monitoring
metabolischer Parameter durchgeführt werden.
dazu gehören Amnanese, alle 4 Wochen Kontrolle des BMI, blutdruck, Nüchternglukose, Lipide

(kenne keinen psychisch krank diagnostizierten, bei dem das konsequent gemacht wird; im Gegenteil, Sorgen über das steigende Gewicht werden eher als zweitrangig bezeichnet.)

https://edoc.ub.uni-muenchen.de/12574/1 ... arbara.pdf ,

Re: Psychopharmakainduzierte Adipositas

Verfasst: Montag, 02.07.18, 12:09
von Arianrhod
Hier noch ein interessanter link zur Gewichtszunahme unter NL:
https://books.google.de/books?id=OITyBQ ... tz&f=false

Re: Psychopharmakainduzierte Adipositas

Verfasst: Montag, 03.09.18, 15:50
von Arianrhod
Valproinsäure wird gegen
- Epilepsie,

aber auch als Prophylaxe bei Migräne und als Stimmungsstabilsator bei bipolarer Störung verschrieben. Leider:
Dickmacher Valproinsäure - Valproinsäure ist ein potenziell obesitogenes Pharmakon. Ursächlich verantwortlich gemacht wurde hierfür eine Störung der Fettsäureoxidation [3]. Jüngere Arbeiten verdeutlichen jedoch, dass der Körpergewichtsanstieg unter der Behandlung mit Valproinsäure auf ein multikausales Ursache-Wirkungs-Gefüge zurückzuführen ist. Dabei wird der Störung des hypothalamisch-hypophysären Systems und des Insulin- und Fettstoffwechsels eine zentrale Bedeutung beigemessen.........Selbst schlanke Personen entwickeln unter der Therapie mit Valproinsäure gehäuft eine Insulinresistenz und ein damit assoziiertes metabolisches Syndrom
Die Erklärung ist gut, die Anmerkung:
können bereits relativ einfache verhaltenstherapeutische Maßnahmen dazu beitragen, einem Valproinsäure-induzierten Gewichtsanstieg entgegenzuwirken
....

halte ich für :censored: ,......

Quelle: https://www.deutsche-apotheker-zeitung. ... roinsaeure

Man sollte gut überlegen, ob man überhaupt ein psychiatrisches Medikament mit solchen Nebenwirkungen einnehmen möchte.

denn der nächste Artikel ist dann: https://www.deutsche-apotheker-zeitung. ... dlichen-iq

liebe Grüße Arian

Re: Psychopharmakainduzierte Adipositas

Verfasst: Donnerstag, 06.09.18, 11:42
von Bittchen
Liebe Arianrodt,liebe Mitleser,

da ich ja weiß ,dass du auch unter Polyneuropathie leidest ,ohne die bekannten Ursachen wie Diabetes oder Alkoholmissbrauch zu haben,
möchte ich dir eine Entdeckung von mir schildern.
Mein Hausarzt verschrieb mir vor mehreren Monaten 20 mg Atorvastatin,einen Cholesterinsenker.
Vertrauensvoll habe ich diese Medikament geschluckt,aber danach immer wieder meine Probleme in den Füßen und Beinen angesprochen.
Wie die Probleme zu stark wurden,habe ich aus eigenem Antrieb,Venen ,Nerven ,Wirbelsäule untersuchen lassen.
Mein Schilddrüsenarzt hatte die Diagnose Polyneuropathie so nebenbei in den Raum gestellt.
Mein Hausarzt wörtlich.:"Wenn es so ist,da kann man wenig machen,ohne aber selbst weitere Untersuchungen anzuordnen."
Jeder Arzt den ich konsultierte,wusste,dass ich Atorvastatin nehme,keiner hielt es für nötig, mich auf diese sehr bekannte Nebenwirkung aufmerksam zu machen.

Dann bestellte ich mir das Buch "So therapieren sie Polyneuropathie ganzheitlich und effektiv "von Sigrid Nesterenko.
Eigentlich nichts Neues,aber sie erwähnte öfter den Auslöser Medikamente,nicht Psychopharmaka.
Dass es bei Statine diese Nebenwirkung gibt,habe ich dann endlich auf dem Beipackzettel gelesen.
Vorher war ich da einfach nur leichtsinnig und wollte den etwas zu hohen Cholesterinspiegel in den Griff bekommen.
Dann goolgte ich bei "Sanego Erfahrungen mit Atorvastatin" und ich konnte es kaum fassen.
Ganz viel, was da aufgeführt wird,auch Durchfall usw habe ich .
Jetzt lasse ich das Zeug erst einmal weg und habe Montag einen Termin bei meinem Hausarzt, um das Blutbild zu besprechen.
Ich will jetzt nicht behaupten,dass ich das Ei des Columbus gefunden habe,aber es war mir wichtig, das mitzuteilen.

Schon die Wechselwirkung mit dem Blutverdünner Cilostazol (Petal) ,ich bekam starke Kopfschmerzen,hätte mich stutzig machen sollen.
Denn auf diese Gefahr zusammen mit der Einnahme von Atorvastantin wurde ich hin gewiesen.
Petal habe ich dann gleich weg gelassen.
Auch aus Angst wieder Magenbluten zu bekommen,denn ich bekam auch gleich starkes Sodbrennen.
Da habe ich einfach wieder nur den Ärzten vertraut.
Das war ein fataler Fehler, ich werde sehr viel vorsichtiger werden müssen.
Denn ich weiß ja wie stark ich auf Nebenwirkungen reagiere,das habe ich aber immer nur auf Psychopharmaka bezogen,
aber auch andere Medikamente sind da ja nicht zu vernachlässigen.
Jetzt warte ich ab,vielleicht habe ich ja Glück und meine Beschweren in den Füßen und Waden bilden sich zurück.
Das wäre zu schön um wahr zu sein.

Liebe Grüße und ich wünsche einen guten Tag

Brigitte

Re: Psychopharmakainduzierte Adipositas

Verfasst: Donnerstag, 06.09.18, 12:01
von Murmeline
Liebes Bittchen,

Ich hoffe, du hast so ein Puzzlestücke für deine Problematiken gefunden. Die geannnten Medikamente stehen nicht in deiner Signatur, oder? Wir empfehlen immer, alles was eingenommen wird, anzugeben, vielleicht fällt dann den einen oder anderen auch mal eine Nebenwirkung oder Interaktion auf. Auch wenn du sie nicht mehr nimmst, ergänze bitte deine Signatur um den aktuellen Stand. Danke!

Murmeline

Re: Psychopharmakainduzierte Adipositas

Verfasst: Dienstag, 04.06.19, 18:35
von Arianrhod
Bei psychopharmakainduzierter Adipositas : Wenn plötzlich starke, hartnäckige Kopfschmerzen auftauchen, wird es bei Frauen fast immer unter "Migräne" verbucht, wobei Tinnitus und visuelle Probleme wie Flimmern von Mustern etc., Nackenschmerzen dafür sprechen.

Es kann aber auch einmal eine seltenere Erkrankung sein : idiopathische intrakranielle Hypertonie
In den letzten 10 bis 15 Jahren sind die Fallzahlen der sogenannten idiopathischen intrakraniellen Hypertonie (IIH) deutlich gestiegen. Die zumeist weiblichen Patienten leiden bei dieser Erkrankung täglich oder fast täglich an Kopfschmerzen, manchmal kann das Sehen beeinträchtigt sein. Die vermehrten Fallzahlen könnten mit dem weltweiten Anstieg von Übergewicht und Fettleibigkeit zusammenhängen, vermuten Experten
https://www.doccheck.com/de/detail/arti ... rm=article

liebe Grüße Arian