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Prof. Gøtzsche: Weshalb Antidepressiva mehr schaden als nutzen

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Jamie
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Prof. Gøtzsche: Weshalb Antidepressiva mehr schaden als nutzen

Beitrag von Jamie » Samstag, 05.03.16, 19:22

 ! Nachricht von: Oliver
Aus dem Englischen von Jamie und sinua

Professor Peter Gøtzsche: Warum ich denke, dass Antidepressiva mehr schaden als nutzen

Originaltitel: Why I think antidepressants do more harm than good
Quelle (ebenfalls veröffentlicht in: The Lancet Psychiatry, Volume 1 July 2014)
Anmerkung der Übersetzer: Fußnoten sind in runden Klammern angegeben und stehen am Ende des Textes.

In "The Lancet Psychiatry" führen David Nutt und Kollegen an (1), dass Schlagzeilen wie "Antidepressiva verursachen mehr Schaden als sie helfen" einen Tiefpunkt irrationaler Polemik darstellen würden.
Ich sehe das nicht so und nenne hier die Beweise, die meine Argumentation unterstützen, sodass der Leser selbst entscheiden kann, was er von der Verteidigung dieser Substanzen durch Kollegen wie Herrn Nutt am Ende hält.

Mit Blick auf den Nutzen von Antidepressiva stellt die große Meta-Analyse der FDA mit 100.000 Patienten, von denen die Hälfte depressiv war, fest [Anm. FDA = Food and Drug Administration, das ist die Zulassungsstelle für Medikamente in den USA], dass 10% mehr der Patienten auf Antidepressiva ansprachen als auf Placebo (2), und die Cochrane Bewertung (3) depressiver Patienten erbrachte das gleiche Ergebnis (also dass einer von zehn Behandelten von der Behandlung profitieren könnte).
Ich glaube, diese Ergebnisse sind übertrieben, aus vielerlei Gründen (4).

Am wichtigsten wiegt, dass die Untersuchungen nicht blind genug durchgeführt wurden [Anmerkung / Erklärung: Von einer Blindstudie spricht man, wenn weder Arzt noch Patient weiß, ob der Patient das wirkstoffhaltige Medikament oder ein Placebo bekommt].
Antidepressiva haben verdächtige Nebenwirkungen und darum werden viele Patienten und auch ihre Ärzte merken, ob das blind verabreichte Mittel nun der aktive Wirkstoff oder das Placebo ist.

Diesen Abschnitt lasse ich aufgrund der Komplexität vorerst unübersetzt, aber das Fazit steht darunter:
A systematic review of 21 trials (5) in a variety of diseases that had both masked and nonmaske outcome assessors, and which had mostly used
subjective outcomes, found that the treatment effect was exaggerated by 36% on average (measured as odds ratio) when non-masked observers rather than masked ones assessed the eff ect. [sehr schwer zu übersetzen]
--> Hauptaussage ist: wenn diejenigen, die den Behandlungserfolg bewerten, nicht genug verblindet sind, und die Wirkung der Behandlung subjektiv eingeschätzt und nicht objektiv gemessen wird, bewerten sie ihn höher als er tatsächlich ist.

Der Effekt von Antidepressiva wird gemessen mit hoch-subjektiven Werten (z.B. mit der Hamilton Skala) und wenn wir annehmen, dass das "Blindmachen" bei allen Patienten nicht richtig funktioniert und wir die Verzerrung anpassen, dann werden wir herausfinden, dass Antidepressiva keine Wirkung haben (Quotenverhältnis 1. 02) (5).
Wie auch immer, ich glaube nicht, dass das Blindmachen nie funktioniert, nur dass der beschriebene Effekt höchstwahrscheinlich übertrieben wurde.
Vor vielen Jahren sind qualitativ hochwertige Blindstudien mit trizyklischen Antidepressiva (TZA) gemacht worden, bei denen dem Placebo Atropin beigemengt war, was Mundtrockenheit wie bei vielen Antidepressiva auslöst. Diese Studien belegten sehr geringe, klinisch nicht-signifikante Wirkung der TZA im Vergleich zu Placebo. (6)

Ein anderes beunruhigendes Ergebnis randomisierter Studien ist, dass die Hälfte der Patienten nach 2 Monaten die Behandlung abbricht, egal ob sie ein SSRI nehmen oder ein Placebo, und das auch aus sehr unterschiedlichen Gründen.(7) (8)
Dieses Ergebnis legt nahe, dass Patienten die Medikamente in jedem Bereich, und unter Berücksichtigung von Nutzen und Schaden, als unwirksam empfinden.
Und noch gravierender - keines dieser Ergebnisse zeigt an, ob die Medikamente wirklich für solch wichtige Punkte wie den Erhalt sozialer Beziehungen oder den Wiedereinstieg in den Beruf einen Nutzen bringen.

Betrachtet man die Gefahren der Antidepressiva, so leiden die meisten Anwender dieser Medikamente unter Nebenwirkungen. Die Packungsbeilage listet viele Nebenwirkungen auf, zu denen mit am häufigsten auch sexuelle Störungen zählen. In einer Studie (9), die besonders die Nebenwirkungen erfassen sollte, traten sexuelle Störungen in 604 (59%) von 1022 Fällen auf und das, obwohl alle Personen angaben, vor dem Gebrauch der Antidepressiva keine Probleme damit gehabt zu haben. Die Symptome umfassen abnehmende Libido (bei 50% der Fluoxetin-Einnehmenden), verspäteter Orgasmus oder Ejakulation (ebenfalls 50%), kein Orgasmus oder Ejakulation (39%) und erektile Dysfunktion oder verminderte vaginale Befeuchtung (beide zusammen 22%).

Selbst wenn man langsam ausschleicht, so hat die Hälfte der Betroffenen Schwierigkeiten mit der Einnahme aufzuhören, weil sie unter Absetzsymptomen / Entzugssymptomen leiden, die schwerwiegend (10) und langanhaltend (4) sein können.
Wir haben zur Kenntnis genommen, dass SSRI- Absetzbeschwerden so geschildert werden wie man sie von Benzodiazepinen kennt und 37 von 41 geschilderten Symptomen waren sich alle sehr ähnlich.(11)
Wie auch immer, als SSRI-Abhängigkeit hat man sie nicht beschrieben (11). Die selben Symptome im Fall der Benzodiazepine als "Abhängigkeit" zu bezeichnen und im Fall der SSRI als "Absetz-Reaktionen" ist irrational. Für die Patienten fühlen sich die Symptome gleich an und es kann sehr schwer für sie werden davon loszukommen, egal ob es nun Benzodiazepine oder SSRI sind.

Psychiater wie Nutt und seine Kollegen (1) argumentieren oft, dass Antidepressiva vor Suiziden schützen. Nun, ich glaube nicht, dass es hierfür belastbare Beweise gibt. Gute Beobachtungsstudien haben dies widerlegt (12) und Ergebnisse von randomisierten Studien (13) haben aufgedeckt, dass Antidepressiva mit einer erhöhten Suizidgefahr in Zusammenhang stehen (5-6 mehr Suizidversuche pro 1000 Patientenjahre unter SSRI-Einfluss gegenüber Placebos). Antidepressiva werden nicht nur mit Selbstmorden in Verbindung gebracht, sondern auch mit Tötungsdelikten / Morden.(4) (14) (15) (16)

Die FDA-Analyse (2) zeigte, dass suizidales Verhalten unter Antidepressiva-Einfluss in der Altersgruppe der bis zu etwa 40-Jährigen vermehrt auftritt - aber tatsächlich ist die Situation viel schlimmer. Suizide und Suizidversuche wurden in dieser Studie weitgehend nicht angegeben aus diversen Gründen. (4) Zum Beispiel wurden für 52960 Patienten mit Antidepressiva-Medikamentierung bei der FDA-Analyse 2006 (2) nur 5 Todesfälle durch Suizid gemeldet, während in einer Meta-Analyse von 1993 bei 2963 Patienten unter Paroxetin-Einfluss ebenfalls 5 Selbsttötungen erfasst wurden (17).

SSRI sind besonders schädlich für ältere Patienten.
Ergebnisse einer sorgfältig kontrollierten Kohorten-Studie (18) mit depressiven Menschen älter als 65 Jahre zeigen auf, dass Betroffene unter einer SSRI-Behandlung häufiger stürzten als die Patienten, die die älteren trizyklischen Antidepressiva nahmen oder deren Depression nicht behandelt wurde.
Auf jeden 28. älteren Menschen, der mit SSRI behandelt wurde, kam innerhalb eines Jahres ein zusätzlicher Todesfall - verglichen mit einer Nichtbehandlung.
SSRI haben außerdem stimulierende Effekte und können bei ca. 10% der sich in psychisch (-medikamentöser) Behandlung befindlichen Kindern eine Konversion / Umwandlung zu einer bipolaren Störung auslösen.(19)

SSRI sind sehr dürftige ("poor") Medikamente und ich fürchte, sie sind für kein Lebensalter sicher.
Das erste zugelassene SSRI war Fluoxetin, welches die deutsche Zulassungsbehörde als "völlig ungeeignet zur Behandlung von Depressionen" ansah (14) (20). Ich und andere (4) (21) haben über die Kontroversen, die es zu diesem Medikament gibt, geschrieben und wir haben die Prozesse dargelegt, die dazu geführt haben, dass es trotzdem genehmigt wurde und einen weit verbreiteten Einsatz fand.

Ich habe schon früher (4) geschrieben, dass Pharmaunternehmen rücksichtslose Marketingstrategien einsetzen und im großen Stil Straftaten begehen einschließlich Betrug, illegaler Werbung und Bestechung von Psychiatern/Ärzten. In den USA erhalten Psychiater mehr Geld von der Pharmaindustrie als jede andere Gruppe von Fachärzten (4, 22). Infolgedessen werden jedes Jahr in Dänemark genug Antidepressiva verschrieben, um jeden Einwohner des Landes 6 Jahre seines Lebens behandeln zu können (4). In meinen Augen ist das nicht vernünftig und zeigt auch, dass viele Patienten nicht mit den Medikamenten aufhören können wegen der unerträglichen Absetzsymptome.
Es wurde gezeigt, dass SSRI einen sehr geringen oder gar keinen Nutzen haben bei Patienten mit leichten oder mittelgradigen Depressionen (23) und ich denke, das könnte auch bei schweren Depressionen zutreffen (4). Sie sollten nur sehr sparsam eingesetzt werden, wenn überhaupt, und immer mit einer klaren Vorstellung bezüglich des späteren Ausschleichens.
Ich denke diese Situation ist so nicht in Ordnung, denn sie zeigt auch, dass viele Patienten die Einnahme ihrer Antidepressiva nicht beenden können, obwohl sie wollen, weil die Entzugssymptome so schwerwiegend sind.

Es wurde nachgewiesen, dass SSRI einen minimalen oder überhaupt keinen Effekt bei Patienten mit milden bis mittelschweren Depressionen zeigen (23) und ich glaube, dass sie nicht einmal für schwere Depressionen eine Wirkung haben (4). Wenn man sie überhaupt verwendet, so sollte dies nur sehr sparsam erfolgen und immer mit einem Plan kombiniert werden, wie man diese auch wieder absetzen kann.
Die sogenannten "Aufrechterhaltungsstudien", bei denen Patienten nach einer erfolgreicher Psychopharmakotherapie im Anschluss entweder ein Placebo oder weiterhin den Wirkstoff bekommen, dürfen nicht in der Art interpretiert werden, dass man sagt, die Patienten bräuchten weiterhin ein Medikament. Absetzerscheinungen können auch Depressionen beinhalten und treten auch bei der Placebogruppe auf.

Nutt und zwei seiner Co-Autoren, Guy M Goodwin und Stephen Lawrie, haben untereinander über 22 nachgewiesene Interessenskonflikte mit der Pharmaindustrie (2). Ich frage mich ob dies der Grund ist, warum sie die Psychotherapie als so uneffektiv herausstellen (obwohl sie wirksam ist und von NICE empfohlen wird) und die Beschreibung meiner evidenzbasierten Medizin wird von ihnen als irrational polemisch abgetan. Man unterstellt mir ich schade dem Ruf der Psychiatrie und würde das Stigma der psychischen Krankheit vertiefen.
Sie benutzen auch Begriffe wie Anti-Psychiatrie, Anti-Kapitalismus und Verschwörungstheorie. Das ist die Sprache der Menschen, denen die Argumente ausgehen.

Peter C Gøtzsche, Nordic Cochrane Center, Kopenhagen, Danmark


Fußnoten
1 Nutt DJ, Goodwin GM, Bhugra D, Fazel S, Lawrie S. Attacks on antidepressants:
signs of deep-seated stigma? Lancet Psychiatry 2014 ; 1: 103–04.
2 Laughren TP. Overview for December 13 Meeting of psychopharmacologic
drugs advisory committee (PDAC). 2006 Nov 16. http://www.fda.gov/
ohrms/dockets/ac/06/briefi ng/2006-4272b1-01-FDA.pdf
(accessed Oct 22, 2012).
3 Arroll B, Elley CR, Fishman T, et al. Antidepressants versus placebo for
depression in primary care. Cochrane Database Syst Rev 2009; 3: CD007954.
4 Gøtzsche PC. Deadly medicines and organised crime: how big pharma has
corrupted health care. London: Radcliff e Publishing, 2013.
5 Hróbjartsson A, Thomsen AS, Emanuelsson F, et al. Observer bias in
randomised clinical trials with binary outcomes: systematic review of trials
with both blinded and non-blinded outcome assessors. BMJ 2012; 344: e1119.
6 Moncrieff J, Wessely S, Hardy R. Active placebos versus antidepressants for
depression. Cochrane Database Syst Rev 2004; 1: CD003012.
7 Barbui C, Furukawa TA, Cipriani A. Eff ectiveness of paroxetine in the
treatment of acute major depression in adults: a systematic reexamination
of published and unpublished data from randomized trials.
CMAJ 2008; 178: 296–305.
8 Serna MC, Cruz I, Real J, et al. Duration and adherence of antidepressant
treatment (2003 to 2007) based on prescription database. Eur Psychiatry
2010; 25: 206–13.
9 Montejo A, Llorca G, Izquierdo J, et al. Incidence of sexual dysfunction
associated with antidepressant agents: a prospective multicenter study of
1022 outpatients. Spanish Working Group for the study of psychotropicrelated
sexual dysfunction. J Clin Psychiatry 2001; 62 (suppl 3): 10–21.
10 Fava GA, Bernardi M, Tomba E, et al. Eff ects of gradual discontinuation of
selective serotonin reuptake inhibitors in panic disorder with agoraphobia.
Int J Neuropsychopharmacol 2007; 10: 835–38.
11 Nielsen M, Hansen EH, Gøtzsche PC. What is the diff erence between
dependence and withdrawal reactions? A comparison of benzodiazepines
and selective serotonin re-uptake inhibitors. Addiction 2012; 107: 900–08.
12 Zahl PH, De Leo D, Ekeberg Ø, et al. The relationship between sales of SSRI,
TCA and suicide rates in the Nordic countries. BMC Psychiatry 2010; 10: 62.
13 Fergusson D, Doucette S, Glass KC, et al. Association between suicide
attempts and selective serotonin reuptake inhibitors: systematic review of
randomised controlled trials. BMJ 2005; 330: 396.
14 Healy D. Let Them Eat Prozac. New York: New York University Press; 2004.
15 Moore TJ, Glenmullen J, Furberg CD. Prescription drugs associated with
reports of violence towards others. PLoS One 2010; 5: e15337.
16 Lucire Y, Crotty C. Antidepressant-induced akathisia-related homicides
associated with diminishing mutations in metabolizing genes of the
CYP450 family. Pharmgenomics Pers Med 2011; 4: 65–81.
17 Montgomery SA, Dunner DL, Dunbar GC. Reduction of suicidal thoughts
with paroxetine in comparison with reference antidepressants and placebo.
Eur Neuropsychopharmacol 1995; 5: 5–13.
18 Coupland C, Dhiman P, Morriss R, et al. Antidepressant use and risk of
adverse outcomes in older people: population based cohort study. BMJ
2011; 343: d4551.
19 Martin A, Young C, Leckman JF, et al. Age eff ects on antidepressant-induced
manic conversion. Arch Pediatr Adolesc Med 2004; 158: 773–80.
20 Internal Eli Lilly memo. Bad Homburg. 1984 May 25 (available on request).
21 Virapen J. Side eff ects: death. College Station: Virtualbookworm.com
Publishing, 2010.
22 Insel TR. Psychiatrists’ relationships with pharmaceutical companies: part
of the problem or part of the solution? JAMA 2010; 303: 1192–93.
23 Fournier JC, DeRubeis RJ, Hollon SD, et al. Antidepressant drug effects
and depression severity: a patient-level meta-analysis. JAMA 2010;
303: 47–53.
Zuletzt geändert von Oliver am Sonntag, 06.03.16, 11:35, insgesamt 1-mal geändert.
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Katharina
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Re: Prof. Gøtzsche: Weshalb Antidepressiva mehr schaden als nutzen

Beitrag von Katharina » Sonntag, 06.03.16, 1:57

Ich möchte mich für diesen Beitrag
vielmals bedanken
Katharina
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chicoline
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Re: Prof. Gøtzsche: Weshalb Antidepressiva mehr schaden als nutzen

Beitrag von chicoline » Sonntag, 06.03.16, 7:42

vielen vielen Dank, dass ihr das übersetzt habt...mein Englisch reicht leider nicht für die vielen tollen Berichte die ihr so verlinkt habt
das Gras wächst nicht schneller, wenn ich dran ziehe... :schnecke:

150mg Venlafaxin( Beginn mit Trevilor) seit ca 10 Jahren. Diverse Absetzversuche...alle gescheitert....
seit Mitte September 2015 BEGINN der Reduktion von 150mg auf 112,5 mg da ich von der Kügelchenmethode noch nichts wusste...
15.10.2015 nächster Schritt um 16% auf 93,75mg, bislang gut vertragen, keine Besonderheiten
ab 29.10 Wechsel auf Firma Hennig ( wegen der Kügelchen)
12.11.15, Reduzierung auf 75mg
28.11.15, Reduzierung auf 67,5mg....jetzt gehts los in 10% nach Breggin
10.12.15, Reduzierung auf 60mg, mit dieser Dosis schon mal KEINE Hitzewallungen mehr
06.01.2016, 52,5mg
28.1.2016, 45mgab hier 3 Monate krank geschrieben , Depression und Ängste
25.3.2016, 42mg
11.04.2016, 39,75mg
22.04. 2016, 37,5mg

13.052016, ca 35,6mg( ab jetzt immer 10 Kügelchen weniger, ca 5%)

06.06.2016, 33,7mg
13.6.2016, -5 Kügelchen, ca 32,6mg
20.6.2016, - 5 Kügelchen
26.6.2016, - 10 Kügelchen, ca 28 mg

30.7.2016, - 8 Kügelchen, ca 21mg, die letzten ca 73 Kügelchen.....:-))

20.08.2016, 20mg (70 Kugeln/ Kapsel)
27.8.2016, ca 18,75 (65 Kugeln)
06.09.2016, 60 Kugeln, ca 18mg
seit November 68 Kügelchen ca 20mg
20 und 21.12 150mg Opipramol wegen starker Angstzustände die nicht nachliessen

ab 21.12 eindosieren von Venlafaxin zunächst mit 3mg( 20 Kügelchen) heute Abend
ab 22.12 25mg, 88 Kügelchen


27.9.16, das erste Mal wieder leicht eindosiert bzw zurück auf 65 Kügelchen, wegen zunahme der Angstsymptomatikund depressiver Gedanken
12.11.16 68 kügelchen ca 19,5 mg sehr depressive Symptome: weiter eindosiert

seit 2.1.2017 37,5 mg, Depression und Ängste


es geht weiter...seit 6.1.2018

35,5 mg Venlafaxin


Ca 30mg Venlafaxin seit 11.8.2018
Nebenwirkungen die ich bislang spürte, habe oder hatte:
Schwamm im Kopf
Müdigkeit
Schlafstörungen
unruhige Beine, Missempfindungen
allgemeine Unruhe
nie entspannen können
Störungen der Libido
erschöpft sein
Lichtempfindlichkeit, Sehkraft lässt nach. geschwollene Ränder unter den Augen....immer
Geräuschempfindlichkeit
starke Stimmungsschwankungen
zeitweise Gleichgültigkeit
Lustlosigkeit
Konzentrationschwierigkeiten
Antriebslosgkeit
Gedankenkreisen
erhöhte Leberwerte
Heißhungerattacken abends
Traurigkeit und dann nicht weinen können
innere Leere
Ängste

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Re: Prof. Gøtzsche: Weshalb Antidepressiva mehr schaden als nutzen

Beitrag von Sommersprosse » Montag, 07.03.16, 15:19

Bild .....für eure Übersetzung

und viele Grüße von der Sommersprosse (n) Bild
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Sommersprosse für den Beitrag:
Sunnyrose
Ich habe z.Zt. ein kleines, techn. Problem - kann bei einigen Threads keine DANKSAGUNG vergeben, u. bitte um Verständnis

Mein Reduzierungsverlauf:
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Bild .......... Der Weg ist das Ziel
.........................Zitat von Konfuzius

Markus 77
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Re: Prof. Gøtzsche: Weshalb Antidepressiva mehr schaden als nutzen

Beitrag von Markus 77 » Dienstag, 07.06.16, 17:33

Danke für den tollen Bericht ...
Seit 1.2 mirtazapin 15mg ca. 14tage ausgeschlichen. Psychische Krise: 25.2 .14 15mg mirtazapin ca. 15Tage u. 15 Tage 7,5 mg u.ausgeschlichen. ( schlief 15 Std. Damit)Seit.25.2 citalopram 10mg ( 65 Tage)umstieg am 5.4 30mg Duloxetin 14 Tage .. Dann Null( Grund:heftige kopfschmerzen,Augendruck , blutdruckkrise) seit. 15.5 Probleme mit starker Ermüdung/ tagesschläfrigkeit / war vorher nie/starker Erschöpfung/ am 1.6 2tage escitalopram 5mg ( starke Kopfschmerzen)26.6.14 in psychiatrischer Klinik mirtazapin 15mg u. 75mg bupropion . 2 Tage mit 150mg ... 75 mg zurückdosiert ( bekam bei 150mg blutdruckkrise zittrige Hände, übelkeit , Schwindel) ....Derzeitige Medikamente seit ca.seit ca.18.7:6,5m mirtazapin 7.8 ca 5mg Mitra. 2-3 mg Mirta seit 20.8..Seit 30.8 ..Seit 20.10 ca.6,5 mirtazapin seit 3. 11 15mg mirtazapin seit. 7.11 ca.12mg mirta weil 15 mg nicht benötigt!! 11mg Mirtazapin seit 21.11.13 13mg 2.12 .13 seit 18.1 Temsta 4,5mg reduziert auf null seit 22.2. 15 .! seit 20.2 15mg Mirtazapin seit 10.3.15 20mg stabil 18mg seit 15.4 .2015 seit 20.5 auf 16,5 mg schlaf 8 Std. Past 22.6 15,5 mg Versuch
....seit 14.7 . 14,5 mg mirtazapin seit 8.7.15 abilify 5mg abilify seit 18.7 2,5 mg mirta zapin seit 18.7 14mg , 13 mg mirta seit 11.8 12,5 mirtazapin seit 22.8 seit 3.9 12mg , seit 20.9 11mg ,seit 8.10.
...10 mg mirtazapin rezed. Depressionen .seit 1.10.15 9 mg 1.12.15 8 mg mirtazapin und seit 15.11 5 mg abilify schlaf ca.7-8 std . absetzerscheinung :erschöpfung (körperlich ,nervliche) erbrechen , übelkeit ...... ...7mg mirtazapin seit 25.12. 30.1......6,5mg mirtazpin 6 mg seit 29.2.16 .....19.3 5,5 mg
abilify 4,75mg ...!! abilify 5 mg 19.3 3.4.16 Umstieg wasserlösmethode 35ml ergibt 5,25
mg Mirtazapin 33ml ( 5 mg Mirtazapin ) 8.4. 16......30 ml ,( 4,5 mg ) 17.4 .16... 4mg ( 27ml ) 9.5 .16 .....31.5.16 ...3,5 mg ( 35 ml ) 24.6.16 3 mg ( 30ml ) 16.7
(26 ml ) 2,6 mg 18. 7 . 2,7 mg ( 27 ml ) 14 .8 ( 24 ml .. 2,4 mg 11.9.16 21 ml 2,1 mg ... 2 mg seit 25.9. 1,8 ml ( 1,8 mg ) seit 10.10 1,5 mg seit 5.11.16 ...1,2mg seit 30.11. (12ml ) .. 1mg ( 10ml ) 28.12.16....22.1 .17 ...0,8 mg .0,7 mg seit ...8.2.. 0,6 mg seit 18.2 ...0,5 mg 24.2 ..0,4mg ...3.3.17 0,3 mg 17.3 seit . 25.3 abgesetzt .....wieder eindosiert mit 0,2 mg ...ab 1.4.17....abgesetzt 27.4 .17 mit 0,15 mg Mirtazapin abgesetzt ...!!schlaf past 6-9 std.....seit 6.6.17 .........4 mg abilify 3,5 mg Abilify ....seit 29.6....21.7.. ..3mg. 2,6 mg ...seit 21.8 .....21.9.. 2,1 mg ...21.10...1,8 mg 21.11 1,4 mg .....21.12. .....1,00 mg .... 22.1 0,7 mg ....22.2 ... 0,4 mg abgesetzt

Kaulquappe 411
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Re: Prof. Gøtzsche: Weshalb Antidepressiva mehr schaden als nutzen

Beitrag von Kaulquappe 411 » Mittwoch, 15.06.16, 10:58

Herzlichen Dank, und der Bericht zeigt mal wieder, dass wir keine verrückten Spinner sind, die sich alles nur einreden ....
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Kaulquappe 411 für den Beitrag:
Sunnyrose
Diagnosen: PTBS, Depression, Sozialphobie, Agoraphobie, Oralophobie, Migräne, craniomadibuläre Dysfunktion, Tendovaginitis an den Füßen
Erfahrungen mit Ximovan ( Paradoxe Reaktion), Melperon (drastische Alpträume), Taxilan (total abgeschossen) Fluoxetin (Depersonalisation), Lorazepam, Opipramol, Promethazin, Escitalopram, Cipralex, Valdoxan, Amitriptyllin.
Genannte Mittel nur kurze Zeit genommen und kalt abgesetzt, da angeblich keine Probleme nach so kurzer Einnahmedauer, hahaha!
2010 Venlafaxin 150 mg eingeschlichen, Kurzeitige Besserung der Stimmung bzw. Antriebs, jedoch Verstäkung der inneren Unruhe.
Hinzu kam Amisulprid 50mg, half sehr gut gegen Angst, jedoch horrende Nebenwirkungen (30 kg zugenommen, Kopfschmerzen, Diabetes, Hormonstörungen), daher kaltes Absetzen, weil angeblich unproblematisch. Nach 2 Tagen massive Suizidgedanken und Ängste, wieder auf 50 mg für 1 Jahr.
Sommer 2014 wegen Schlafstörungen 12 Tropfen Trimipramin, kaum Besserung, starker Nachhang, Depersonalisierung, Muskelsteifigkeit, Kurzatmigkeit, Nachlassen der körperlichen Belastbarkeit, eigenmächtiges kaltes Absetzen, daher wochenlang starke Schlafstörungen.
Amisulprid 50 mg Ende November 2014 eigenmächtig abgesetzt. Pro Woche 12, 5 mg weniger, keine Absetzsymptome
Venlafaxin 150 mg seit Mitte Dezember 2014 am Absetzen, innerhalb von 2 Wochen auf 37,5 mg mit starker Absetzsymptomatik,( Brainzaps, Weinerlichkeit, Verzweiflung, aggressive Ausbrüche, Bauchschmerzen, Durchfall, Sehstörungen)
11.1. auf 75 mg, da Absetzsymptome zu stark, nehmen im Verlauf des Sommers ab, Schneckenclubmitglied :schnecke:
Sept. 2015 Diagnose Autoimmunthyreoiditis, Einschleichen von Hormonen wegen unerträglichen Nebenwirkungen misslungen.
Regelmäßige Einnahme von Vitamin D, Leinöl, Basentee und versch. homöopath. Globuli bekommen mir sehr gut!!!

31. Oktober 2016 Fortsetzen vom Absetzen Venlafaxin 75 mg mittels Mikrotapering ( pro Kapsel ein Gewicht von 0,306 g)
Meine Absetzsymptome bei jedem Schritt, mal mehr, mal weniger: Weinerlichkeit, Pseudodepri, Pseudoschnupfen, Muskelschmerzen in den Beinen, Verspannungen Nacken und Kiefer, Brainzaps, Geräuschempfindlichkeit, leichte Übelkeit, Kopfschmerzen, Darmprobleme, Juckreiz, Hör- und Sehprobleme
4.11.: Kapselgewicht 0,304 g
7.11.: Kapselgewicht 0,302 g
10.11.: Kapselgewicht 0,300 g, Absetzsymptome zu stark, kurz hochdosiert, besser!
28.11.: Kapselgewicht 0,298 g
9.12.: KG 0,295 g
am 1.1. 2017 bei KG 0,292 g angekommen
17.01.2017 KG 0,290g
15.02.2017 KG 0,286 g
01.03.2017 KG 0,284 g
seit 24.04. 2017 KG 0,280 g
02.05.2017 KG 0,278 g
16.05. 2017 KG 0,276 g
mittlerweile bei KG 0,273 g
nun bei KG 0,270 g
mittlerweile bei KG 0,264 g mit Zwischenschritten
seit 15. 11. bei KG 0, 255 g ohne Zwischenschritte, drei Tage Absetzwelle, dann OK
seit 30.11. bei KG 0,245 g, das übliche an Absetzsymptomgedöns :-)
mittlerweile bei KG 0,230 g
mittlerweile bei KG 0,200 g kaum Absetzsymptome, solange ich auf passende Ernährung achte!
KG 170 g
22 Kügelchen

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