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Antidepressiva verdoppeln Risiko für Suizid/Gewalt auch bei Gesunden

Eine Sammlung von Artikeln, die über wissenschaftliche, politische und wirtschaftliche Hintergründe der Behandlung von seelischen Leiden mit Psychopharmaka berichten.
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Antidepressiva verdoppeln Risiko für Suizid/Gewalt auch bei Gesunden

Beitrag von Murmeline » Montag, 17.10.16, 17:36

Die erste Review der Studien, bei denen gesunde Erwachsenen ohne Anzeichen einer psychischen Störung Antidepressiva genommen haben, hat festgestellt, dass Antidepressiva die Schäden im Zusammenhang mit Selbstmord und Gewalt verdoppeln.

Die Analyse, im Journal of the Royal Society of Medicine veröffentlicht, wurde durchgeführt, weil die Schäden von Antidepressiva, einschließlich der Gefahr von Selbstmord, oft so erklärt würden, dass es Krankheitssymptome seinen oder nur ein Problem bei Kindern.

Dreizehn doppelblinde, Placebo-kontrollierten Studien wurden in der systematische Überprüfung und Meta-Analyse durch das Forscherteam vom Nordic Cochrane Centre und der Universität von Kopenhagen aufgenommen. Die Forscher glauben, dass die Überprüfung der Schäden von Antidepressiva tatsächlich unterschätzt wird, da sie nur für 11 der 13 Studien Zugang zu den veröffentlichten Artikel hatte, und so nicht in der Lage waren, die vollständigen Daten der Pharmaunternehmen zu analysieren.

Professor Peter Gøtzsche (Nordic Cochrane Centre), sagte: "Während es heute in der Regel akzeptiert wird, dass Antidepressiva das Risiko von Selbstmord und Gewalt bei Kindern und Jugendlichen erhöhen, glauben die meisten Menschen, dass diese Medikamente für Erwachsene nicht gefährlich sind. Dies ist eine potenziell tödliche Irrtum."

Er fügte hinzu: "Die Meldung von Schäden ist in Arzneimittelstudien im Allgemeinen schlecht. Unsere Überprüfung hat festgestellt, dass die Studien nicht viel über ihre Methodik geschrieben haben, und dass Berichte von unerwünschten Ereignissen in der Regel unzureichend waren."

"Es ist gut dokumentiert, dass Pharmaunternehmen die Schäden von Antidepressiva im Zusammenhang mit Selbstmord und Gewalt zu wenig angeben , entweder indem man diese aus den Berichten weglässt, sie anders benennt oder indem anderes wissenschaftliches Fehlverhalten begangen wird."

Professor Gøtzsche und seine Kollegen finden es wahrscheinlich, dass Antidepressiva Suizide in allen Altersgruppen zu erhöhen.
Quelle

Originalstudie:
Precursors to suicidality and violence on antidepressants: systematic review of trials in adult healthy volunteers
Andreas Bielefeldt, Pia B Danborg, Peter C Gøtzsche
Journal of the Royal Society of Medicine; 2016, Vol. 109(10) 381–392
http://jrs.sagepub.com/content/109/10/381.full.pdf


Bereits 2003 fasste David Healy in einem Artikel zusammen:

Hintergrund: Es gibt eine langjährige Streit um die Möglichkeit, dass selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI)-Antidepressiva Suizidalität bei einigen Patienten auslösen könnten.

Methoden: Ausgehend von den klinischen Studien, die zu diesem Thema gab, analysiert dieser Artikel eine nicht weiter ausgewählte Gruppe von randomisierten klinischen Studien (RCT), eine Reihe von Meta-Analysen, die zu diesen Aspekten durchgeführt wurden, weitere Studien bei rezidivierenden kurzen depressiven Störungen, epidemiologische Studien und Studien mit gesunden Probanden SSRIs, um dieser Frage genauer zu beleuchten.

Ergebnisse: Die ursprünglichen klinischen Studien zeigen Beweise für einen dosisabhängigen Zusammenhang, present on a challenge, dechallenge and rechallenge basis, zwischen SSRIs und sowohl Agitation als auch Suizidalität. Meta-Analysen von RCTs aus dieser Zeit zeigen, dass SSRIs bei einigen Patienten Suizidgedanken reduzieren. Die gleichen RCTs zeigen jedoch auch eine Erhöhung von Suiziden und Suizidversuchen auf aktiven Behandlungen (mit Antidepressiva) im Vergleich zu Placebos. Dieser Überschreitung gibt es auch in den am besten kontrollierten epidemiologischen Studien. Schließlich geben Studien mit gesunden Probanden Anzeichen dafür, dass SSRIs Agitation und Suizidalität bei einigen Personen verursachen können.

Schlussfolgerungen: Die hier analysierten Daten, die eine mögliche Verdoppelung des relativen Risikos sowohl von Suizide als auch von Suizidversuchen durch SSRIs im Vergleich zu älteren Antidepressiva oder Nichtbehandlung zeigen, machen es schwierig, eine Null-Hypothese zu stützen, das heißt, SSRIs verursachen diese Probleme bei einigen Personen, denen sie gegeben werden. Weitere Studien oder ein weiteren Zugriff auf Daten muss gegeben sein, um die Größe des Risikos herauszufinden und Eigenschaften von Patienten zu klären, die besonders gefährdet sind.

Lines of Evidence on the Risks of Suicide with Selective Serotonin Reuptake Inhibitors
Psychother Psychosom 2003;72:71–79
http://www.karger.com/Article/Abstract/68691
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