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Neuroleptika Probleme; Frakturen und Lungenkrankheiten / Kaliummangelsyndrom

Eine Sammlung von Artikeln, die über wissenschaftliche, politische und wirtschaftliche Hintergründe der Behandlung von seelischen Leiden mit Psychopharmaka berichten.
Antworten
Sunnyrose
Beiträge: 2295
Registriert: 26.04.2016 10:20
Wohnort: Zürich

Neuroleptika Probleme; Frakturen und Lungenkrankheiten / Kaliummangelsyndrom

Beitrag von Sunnyrose »

Zwei aktuelle Beobachtungsstudien weisen auf zum Teil etwas weniger bekannte Probleme hin, die möglicherweise durch Neuroleptika bedingt sind. In der einen Untersuchung zählte man bei Alzheimerkranken, die mit Neuroleptika behandelt worden waren, signifikant mehr Femurfrakturen (2,9 pro 100 Personenjahre) als in der Kontrollgruppe (1,7 pro 100 Personenjahre). Die zweite Untersuchung befasste sich mit Personen, die an einer chronisch-obstruktiven Lungenkrankheit litten; sie zeigte, dass zwischen Auftreten einer akuten respiratorischenr Insuffizienz und Einnahme von Neuroleptika mit einer «Odds Ratio» von 1,7 ein signifikanter Zusammenhang bestand (wobei ein dosisabhängiger Effekt festzustellen war).

Kurzform der ersten Studie aus dem «Journal of Clinical Psychiatry»: 

http://www.psychiatrist.com/JCP/article ... 10458.aspx

Kurzform der zweiten Studie aus dem «JAMA Psychiatry»:

http://www.jamanetwork.com/journals/jam ... ct/2595040

Lg :)
Sunnyrose
Abgesetzt:
Lorazepam, Concerta, Truxal, Escitalopram

Zuletzt abgesetzt:
Escitalopram. Ursprünglich 30mg
Absetzstart September 2015
2,5mg runter alle 2 Monate bis 15mg.
Dann in 10% Schritten. Bis 10mg.
Dann schnelleres Vorgehen wegen Leberwerte.
Januar 2017: 6,8mg
15.2.17: 6mg
8.3.17: 4mg (psychotische Nebenwirkungen)
20.3.17: 0mg

Achtung: nicht nachmachen. Der grosse Schritt zum Schluss war für mich eine Notlösung. Langsames Vorgehen (5-15% Schritte, je nach Höhe der Dosis), wenn irgendwie möglich, ist der bessere Weg.

Ich bin jetzt frei von Substanzen jeglicher Art. Haltet durch! es lohnt sich.

Arianrhod
Beiträge: 1951
Registriert: 15.11.2015 15:16

Re: LISTE: Medikamente als Auslöser von Depressionen

Beitrag von Arianrhod »

Ich schreibe es hier dazu, weil mir nicht so recht einfällt, wohin schreiben, aber es scheint mir so wichtig, dass es umbedingt zu den Nebenwirkungen von NL gehört.
(bitte verschieben, falls fehl am Platze):

Eine Bekannte hat durch Neuroleptika ( in diesem Fall Apriprazol) ein Kaliummangelsyndrom bekommen.
Ihre vorherrschenden Symptome waren:
- Ahedonie (Freudlosigkeit, kann mit einer Depression verwechselt werden!)
- Muskelschmerzen (Schmerzen im ganzen Körper)

wikipedia findet noch mehr schwere Syndrome zu dieser Erkrankung:
https://de.wikipedia.org/wiki/Hypokali%C3%A4mie :
Adynamie bis hin zu Paresen
Obstipation bis hin zum paralytischen Ileus
Abschwächung bis Fehlen der Reflexe
EKG: Abflachung von T, ST-Senkung, U-Welle, Pseudo-QT-Verlängerung durch TU-Verschmelzung, verstärkte Zeichen von Digitalisintoxikationen mit Extrasystolen
Da man Kaliumpräparate nicht ohne ärztlichen Rat nehmen sollte ( Kaliumreiche Produkte darf man aber sehr wohl essen!) , bitte zum Hausarzt und Kaliumspiegel machen lassen, wenn jemand solche Symptome hat. Der Mangel selbst ist einfach zu beheben.

liebe Grüße
[spoil]2005 mit Burnout und Depression in eine Tagesklinik gekommen.

Zuerst einmonatige Behandlung mit diversen Antidepressiva: Doxepin, Mirtazipin, Sulprid,
hypomane Reaktion
wobei die AD sofort und ohne Ausschleichen von den Ärzten abgesetzt wurden.


Verschiedene Diagnosen: schizoaffektive Psychose, Depression, bipolare Störung, Schizophrenie, dissoziative Identitätsstörung


Erst 2 Jahre Behandlung mit Amisulprid . Zu schnell auf eigene Faust abgesetzt.
Schwere Supersensitivitätspsychose .

Einstellen auf verschiedene Neuroleptika: Haloperidol, Quetiapin, Olanzapin, Risperidon, Paliperidon, Aripiprazol
Außerdem Lorazepam, Promethazin, Chlorprothixen, Melperon, Pipamperon

jahrelang , vieles gleichzeitig und in höchster Dosierung.
u.a. Berentung, 60 kg Gewichtszunahme
seit 2012 Ausschleichen von 800 mg Quetiapin retard innerhalb von 2 Jahren.
Meinen Absetzbericht findet man hier:
http://adfd.org/austausch/viewtopic.php ... 47#p120447
Seit Januar 2014 keine Neuroleptika mehr.

Ich leide seit 3 Jahren unter Nervenschmerzen, Kribbeln und Lähmungen. Bei mir wurde eine Polyneuropathie diagnostiziert und ein Zusammenhang mit NL vermutet - leider nicht beweisbar.

Außer Neuroleptika habe ich zwischenzeitlich auch Oxycodon ( ein Opioid) und Trimipramin nach zweijähriger Einnahme abgesetzt , die ich wegen chronischer Schmerzen verschrieben bekommen habe.
Pregabalin habe ich am 7.9.2016 endgültig ausgeschlichen.

Die Anzahl meiner Dauermedikamente beträgt gerade "0". :)

Ich weiß mittlerweile 2019 , dass ich Asperger- Autistin bin .

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