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Zusammentragen von Metastudien und sytematischen Reviews

Verfasst: Montag, 16.10.17, 8:07
von WittgensteinsNeffe
Hallo,

gibt es in diesem Forum einen Thread, in dem Metastudien und systematische Reviews zusammengetragen werden, die den state of the art zu Psychopharmaka zusammentragen? Mir würde so etwas durchaus helfen, denn ich denke, dass man für sich selbst die besten Entscheidungen auf Basis evidenzbasierter Medizin treffen kann. Ich weiß, dass Medikamente und auch die pharmakologische Forschung in diesem Forum sehr kritisch gesehen werden und dass dieses Forum schon eine Entscheidung GEGEN Psychopharmaka wünscht, aber im Kontext von Medizin scheint mir die bestmögliche Selbstaufklärung unabhängig von Ideologie stets besonders wichtig. Wenn es in einem solchen Thread eine Art umgekehrten publication bias gibt, gleicht das vielleicht auch die Interessenkonflikte der pharmakologischen Forschung etwas aus. Ich möchte nicht Kleinststudien zusammentragen, weil diese fast keine Aussagekraft haben. Nur Metastudien und systematische Reviews sind relevant, ansonsten verzettelt man sich in einem unüberschaubaren Dschungel, der gerade Laien nicht hilft.

Was ich mir vorstellen könnte, wäre zum Beispiel eine Liste mit Metastudien und systematischen Reviews, in denen die wichtigsten Parts unter einer Überschrift zusammengefügt werden, etwa so:

Frontale Hirnvolumenminderung durch Antipsychotika [Erste Generation und atypische Antipsychotika], systematisches Review, V. Aderhold · S. Weinmann · C. Hägele · A. Heinz, Nervenarzt 2014, DOI 10.1007/s00115-014-4027-5

Grundlage:
Ausführliche Literatursuche in PUBMED, um alle Studien einbeziehen zu können, Einbezug einschlägiger Reviews

Antworten auf Kernfragen:

Kommt es im Rahmen von Antipsychotika zu Volumenminderungen des Gehirns?
Ja, im Rahmen der kumulativen Gesamtdosis kommt es zu Volumenminderungen insbesondere in frontalen Bereichen.

Sind diese auf die Medikamente zurückzuführen?
Die Volumenminderung lässt sich nicht allein durch die Schwere der Erkrankung erklären. Dies gilt schon für die Studien am Menschen. Zudem wurden morphologische Änderungen auch bei Tieren beobachtet, die nicht psychotisch waren, aber antipsychotisch behandelt wurden.

Gibt es Unterschiede zwischen typischen und atypischen Antipsychotika?
Langfristig scheint es zwischen beiden Typen keine großen Unterschiede bzgl. der Volumenminderung zu geben.

Was empfehlen die Autoren?
Die Autoren empfehlen die niedrigste hinreichend wirksame Gesamtdosis. Ein plötzliches Absetzen ist kontraindiziert. [In diesem Forum werden ca. 10% Reduktion alle 4-6 Wochen empfohlen, sofern die Symptome im Rahmen bleiben.]