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Aufgrund anhaltender Neuanmeldungen, Urlaubszeit und Unterbesetzung in den Teams sieht sich die Moderation leider gezwungen, das Forum temporär für Neuanmeldungen zu schließen.
Wir peilen einen Zeitraum von circa 8 Wochen an (ein Enddatum wird noch bekannt gegeben).
Wir bedauern diesen Schritt sehr, er ist aber nötig, um der Verantwortung füreinander, aber auch für unsere eigene Gesundheit, nachzukommen.

Neu-Interessierte finden alle wichtigen Infos rund ums Absetzen gut verständlich erklärt im öffentlich zugänglichen Teil des Forum.
Hier viewtopic.php?f=35&t=16516 findet ihr Antworten auf die wichtigsten Fragen und links zu weiterführenden Erläuterungen.

Die Teams des ADFD




Webseite unter anderem zu Psychiatrie

Eine Sammlung von Artikeln, die über wissenschaftliche, politische und wirtschaftliche Hintergründe der Behandlung von seelischen Leiden mit Psychopharmaka berichten.
Antworten
inandout
Beiträge: 300
Registriert: 26.04.2017 21:07

Webseite unter anderem zu Psychiatrie

Beitrag von inandout »

Hallo und schöne Feiertage an alle,

ich würde gern auf die Webseite kulturkritik.net aufmerksam machen; hier finden sich viele gute kritische Artikel zu Psychiatrie, allerdings nicht nur; die Webseite beschäftigt sich mit der herrschenden Kultur im Kapitalismus insgesamt:

http://kulturkritik.net/psychiatrie/index.html

Heute aufgefallen ist mir ein Hörbeitrag zur Geriatrie, zwar von 2004, aber leider glaube ich nicht, dass sich an den Zuständen viel verändert hat (deshalb auch TRIGGERWARNUNG):

http://kulturkritik.net/audio/text_inha ... e=04_03_20

(PS: liebe Mods, ich weiß nicht ob der Beitrag hier richtig ist und ob ein neues Thema nötig ist, ich habe erstmal in den Tiefen des Forums kein Thema "interessante Webseiten" gefunden?!)

Das Beste für Euch alle,

inandout
[spoil]Ausgangsmedikation Amisulprid (vor ADFD):

Mit Psychiatern:

Juli 2009: 800 mg Amisulprid
Okt. 2011: 400 mg Amisulprid
März 2012: 200 mg Amisulprid
Anfang 2013: 150 mg Amisulprid
Juli 2013: 50 mg Amisulprid
August 2013: 100 mg Amisulprid
Anfang 2014: 75 mg Amisulprid
September 2015: 50 mg Amisulprid
Anfang 2016: 100 mg Amisulprid
Juli 2016: 75 mg Amisulprid

Langfristiger Absetzplan: Alle 6 Wochen 5% (mit individuell hergestellten Kapseln; den Einnahmezeitpunkt hatte ich schon schrittweise auf 10 Uhr morgens verschoben)
14. Juli 2017: Beginn mit 66,5 mg Amisulprid
25. August: 63mg
6. Oktober: 59,5mg (bis laufend auf dieser Dosis; relativ symptomfrei, aktuelle "Symptome" liegen nicht an Reduktion allein)
26. Oktober: Erhöhung auf 60,5 mg mit Wasserlösemethode wegen starker Symptome
4. November: Erhöhung auf 61,5 mg mit Wasserlösemethode (weiterhin stark gestörter Schlaf und belastende Bilder/ Zwangsgedanken)

2018
11. Januar: Weiterhin 61,5 mg mit Wasserlösemethode, weiterhin Zwangsgedanken, Nervenbrennen, Schlafstörungen
17., 18. Januar: 1 mg Tavor zum Schlafen
19.,20. Januar: 0,5 mg Tavor zum Schlafen
21-25. Januar: 20mg Diazepam zum Schlafen
26.-28. Januar: 10mg Diazepam zum Schlafen
29. Januar - 1. Februar: 5mg Diazepam zum Schlafen
2. - 4. Februar: 2,5mg Diazepam zum Schlafen
9. Februar: erneut 10mg Diazepam
10. Februar: 10mg Diazepam
11.-13. Februar: 10mg Diazepam
14.-18. Februar: 5mg Diazepam
19.-21. Februar: 2,5mg Diazepam
22. u. 23. Februar: mit CBD-Öl probiert, für Schlaf nichts gebracht
24. Februar bis laufend: 10mg Diazepam
9. - 20. März: 7,5 mg Diazepam
21. März bis 2. April: 5mg Diazepam
3. April - laufend: 4mg Diazepam (Tropfen)

6.6. 2018: Amisulprid: Wasserlösemethode (weiter 61,5 mg)

Beginn Reduktion Diazepam (Ausgangsdosis 4mg):
13.6.2018: 3,5 mg
04.7.2018: 3 mg
26.7.2018: 2,5 mg
14.8.2018: 2mg
15.9.2018: 1,6mg
2.10.2018: 1,2mg
ca. 1.11.2018: 0,8mg
30.11.2018: 0,4mg
23.12.2018: 0 mg

8.9.2019: 54mg Amisulprid
31.12.2019: 48mg Amisulprid
5.5. 2020: 42mg Amisulprid
[/spoil]

Black-Hannah
Beiträge: 54
Registriert: 13.03.2018 22:45

Re: Webseite unter anderem zu Psychiatrie

Beitrag von Black-Hannah »

Hallo inandout,

ich kann mich deiner Empfehlung nur anschließen, die Website Kulturkritik.net ist wirklich gut. Ich bin da auch vor Jahren mal drauf gestoßen, nachdem ich mich intensiver mit dem Kapitalismus auseinandergesetzt hatte. Nicht verwunderlich, dass die kapitalistische Logik sich auch bis in das Gesundheitswesen durchgesetzt hat.

Mein Focus war damals noch nicht so sehr auf Psychiatrie u-ä., weshalb ich die Artikel wohl übersah. Aber ich denke, ich werde zukünftig da mal wieder häufiger stöbern.

Also vielen Dank für deinen Link.
Hat mich wieder daran erinnert die Website mal wieder aufzusuchen. :)

Liebe Grüße
Hannah
Diagnose: Depression (endogene) Januar 2010

Venlafaxin 75mg, hochdosiert weil keine Besserung

seit Frühjahr 2010 225mg Venla (NW Durst, Schwitzen)
seit 2011-2013 stärkere täglicher Cannabiskonusm
wegen zunehmender Teilnahmslosigkeit und Emotionsmangel runterdosiert

ca.Sommer 2012 runter auf 150mg,
Verbesserung des Gemütszustandes, größere Bandbreite an Emotionen

Frühjahr 2015 runter auf 75mg
erstes Mal starke Absetzerscheinungen (Schwindel, Brain-Zaps)
angefangen mit Sport, weniger Cannabiskonsum

September/Oktober 2016 runter auf 37,5mg
NW: Schwindel erstes Mal Unruhe, Angst und Panikgefühle

Mai/Juni 2017 runter auf 0
Sehr starke Absetz/Entzugserscheinungen: Schwindel,Gangunsicherheiten,Brain-Zaps, Ohrensausen/druck, starke Stimmungsschwankungen
Juli/August Magen-Darm-Probleme, diverse Unverträglichkeiten, Konzentrationsprobleme, Schlafstörungen, Herzrasen, Angst/Panik
Verzicht auf Kaffee, Schwarzer Tee, Cannabis, Milchprodukte

Oktober Downphase, Suizidgedanken, ständiges Wasserlassen(immer noch bzw. immer wieder), Grübeln
seit Dezember/Januar wieder häufige Angstzustände, Grübeln/Denken über jetziges Leben/Vergangenheit/Kindheit/Tod, Suizidgedanken, starke negative Emotionen (Wut, Zorn, Trauer)

seit März 2018 das erst mal seit langem ab und an "gute Tage", bin wieder fähig mich zu freuen

Thomas
Beiträge: 342
Registriert: 07.06.2015 12:14

Re: Webseite unter anderem zu Psychiatrie

Beitrag von Thomas »

Hallo,

Danke für den Link! Kannte die Seite noch nicht und sind gute Beiträge wie ich finde. Gerade von Ivy Anger gelesen über Borderline. Lässt sich auch auf andere Diagnosen übertragen und ist eigentlich das immer gleiche Grundproblem.

Mit Kapitalismus als Ursache bring ich Psychiatrie nicht zusammen. Das war im Sozialismus schlimmer.

Viele Grüße
Persönliche Erfahrung mit Zyprexa/Olanzapin, Cipralex, Prometazin, Tavor, Diazepam. Mehrere aus Unkenntnis gescheiterte Absetzversuche. Endgültiges Ausschleichen seit 2014. Frei von Psychopharmaka seit August 2015.

inandout
Beiträge: 300
Registriert: 26.04.2017 21:07

Re: Webseite unter anderem zu Psychiatrie

Beitrag von inandout »

Hallo Thomas,

du meinst wahrscheinlich die DDR bzw. den Ostblock? Ja, auch nach meiner Recherche haben die dort eine vollkommen biologistische Psychiatrie gehabt, häßliche Medikamente verordnet und sind nicht gerade gut mit Menschen in seelischer Not umgegangen. Allerdings wird der „real existierende Sozialismus“ auf kulturkritik.net auch nirgendwo gelobt oder gerechtfertigt, im Gegenteil in dem Lexikon dort mit kritisiert. Dass man das Auftreten von seelischer Not im Kapitalismus analysiert heißt ja logisch auch nicht, daß man deswegen ein Fan des abgewickelten Ostblocks sein muss. Eine Gesellschaft, in der durchgehend menschenfreundlich mit solchen Notlagen umgegangen wurde oder besser in der solche Notlagen gar nicht mehr auftreten müssen ist bisher noch nicht geschaffen worden.

Heut mal sonnige Grüße,

inandout
[spoil]Ausgangsmedikation Amisulprid (vor ADFD):

Mit Psychiatern:

Juli 2009: 800 mg Amisulprid
Okt. 2011: 400 mg Amisulprid
März 2012: 200 mg Amisulprid
Anfang 2013: 150 mg Amisulprid
Juli 2013: 50 mg Amisulprid
August 2013: 100 mg Amisulprid
Anfang 2014: 75 mg Amisulprid
September 2015: 50 mg Amisulprid
Anfang 2016: 100 mg Amisulprid
Juli 2016: 75 mg Amisulprid

Langfristiger Absetzplan: Alle 6 Wochen 5% (mit individuell hergestellten Kapseln; den Einnahmezeitpunkt hatte ich schon schrittweise auf 10 Uhr morgens verschoben)
14. Juli 2017: Beginn mit 66,5 mg Amisulprid
25. August: 63mg
6. Oktober: 59,5mg (bis laufend auf dieser Dosis; relativ symptomfrei, aktuelle "Symptome" liegen nicht an Reduktion allein)
26. Oktober: Erhöhung auf 60,5 mg mit Wasserlösemethode wegen starker Symptome
4. November: Erhöhung auf 61,5 mg mit Wasserlösemethode (weiterhin stark gestörter Schlaf und belastende Bilder/ Zwangsgedanken)

2018
11. Januar: Weiterhin 61,5 mg mit Wasserlösemethode, weiterhin Zwangsgedanken, Nervenbrennen, Schlafstörungen
17., 18. Januar: 1 mg Tavor zum Schlafen
19.,20. Januar: 0,5 mg Tavor zum Schlafen
21-25. Januar: 20mg Diazepam zum Schlafen
26.-28. Januar: 10mg Diazepam zum Schlafen
29. Januar - 1. Februar: 5mg Diazepam zum Schlafen
2. - 4. Februar: 2,5mg Diazepam zum Schlafen
9. Februar: erneut 10mg Diazepam
10. Februar: 10mg Diazepam
11.-13. Februar: 10mg Diazepam
14.-18. Februar: 5mg Diazepam
19.-21. Februar: 2,5mg Diazepam
22. u. 23. Februar: mit CBD-Öl probiert, für Schlaf nichts gebracht
24. Februar bis laufend: 10mg Diazepam
9. - 20. März: 7,5 mg Diazepam
21. März bis 2. April: 5mg Diazepam
3. April - laufend: 4mg Diazepam (Tropfen)

6.6. 2018: Amisulprid: Wasserlösemethode (weiter 61,5 mg)

Beginn Reduktion Diazepam (Ausgangsdosis 4mg):
13.6.2018: 3,5 mg
04.7.2018: 3 mg
26.7.2018: 2,5 mg
14.8.2018: 2mg
15.9.2018: 1,6mg
2.10.2018: 1,2mg
ca. 1.11.2018: 0,8mg
30.11.2018: 0,4mg
23.12.2018: 0 mg

8.9.2019: 54mg Amisulprid
31.12.2019: 48mg Amisulprid
5.5. 2020: 42mg Amisulprid
[/spoil]

Thomas
Beiträge: 342
Registriert: 07.06.2015 12:14

Re: Webseite unter anderem zu Psychiatrie

Beitrag von Thomas »

Hallo inandout,

das war gar nicht mal auf den Blog bezogen. Hab auch nicht unterstellt das jemand Fan alter Zeiten ist. Kommt nur immer wieder eher pauschalisiert und ich bekomme "Kapitalismus" mit Psychiatrie eben nicht recht zusammen. Gerade wenn in nicht kapitalistischen Strukturen Psychiatrie erfahrungsgemäß eher krasser ausgewachsen ist. War auf DDR-Psychiatrie bezogen, klar. Kann mich noch an einen Zimmergenossen beim letzten Stations-Aufenthalt erinnern, der als "alter Hase" das noch erlebt hat. Er hat die heute üblichen Dosis-Bereiche von NL als Witz bezeichnet. Jedenfalls erklärt gewinnorientieres Wirtschaften moderner Pharmakonzerne das Problem ja offensichtlich nicht oder nicht vollständig. Ich würde soweit gehen, dass unter puren kapitalistischen Zuständen Psychiatrie in der Form sogar kaum existieren könnte, weil durch Vergemeinschaftung von Kosten sowie staatliche Umverteilung genährt. Was ein sozialistisches Prinzip ist.

Abendliche Grüße :)
Persönliche Erfahrung mit Zyprexa/Olanzapin, Cipralex, Prometazin, Tavor, Diazepam. Mehrere aus Unkenntnis gescheiterte Absetzversuche. Endgültiges Ausschleichen seit 2014. Frei von Psychopharmaka seit August 2015.

Arianrhod
Beiträge: 1951
Registriert: 15.11.2015 15:16

Re: Webseite unter anderem zu Psychiatrie

Beitrag von Arianrhod »

Hallo Thomas,

wenn ich von kapitalismusorientierter Psychiatrie rede, meine ich nicht, dass die Psychiatrie im real existierenden Sozialismus (Kommunismus hat es nie gegeben) besser war, sondern vergleiche sie mit den Zielen und Beweggründen der Reformbewegung der Siebzigerjahre. In dieser Zeit entstanden Konzepte, von denen beispielsweise Soteria eines ist, die heutzutage eben wieder der Gewinnorientierung der Kliniken/ Psychiater/ des Gesundheitssystemes "geopfert" werden.
Irgendwie waren wir schon mal weiter.....

Hier ein Beispiel: Offener Brief einer Psychiaterin 2009:
http://www.dr-ursula-schuetz.de/2009_PD ... 20QZ-5.pdf

liebe Grüße Arian
[spoil]2005 mit Burnout und Depression in eine Tagesklinik gekommen.

Zuerst einmonatige Behandlung mit diversen Antidepressiva: Doxepin, Mirtazipin, Sulprid,
hypomane Reaktion
wobei die AD sofort und ohne Ausschleichen von den Ärzten abgesetzt wurden.


Verschiedene Diagnosen: schizoaffektive Psychose, Depression, bipolare Störung, Schizophrenie, dissoziative Identitätsstörung


Erst 2 Jahre Behandlung mit Amisulprid . Zu schnell auf eigene Faust abgesetzt.
Schwere Supersensitivitätspsychose .

Einstellen auf verschiedene Neuroleptika: Haloperidol, Quetiapin, Olanzapin, Risperidon, Paliperidon, Aripiprazol
Außerdem Lorazepam, Promethazin, Chlorprothixen, Melperon, Pipamperon

jahrelang , vieles gleichzeitig und in höchster Dosierung.
u.a. Berentung, 60 kg Gewichtszunahme
seit 2012 Ausschleichen von 800 mg Quetiapin retard innerhalb von 2 Jahren.
Meinen Absetzbericht findet man hier:
http://adfd.org/austausch/viewtopic.php ... 47#p120447
Seit Januar 2014 keine Neuroleptika mehr.

Ich leide seit 3 Jahren unter Nervenschmerzen, Kribbeln und Lähmungen. Bei mir wurde eine Polyneuropathie diagnostiziert und ein Zusammenhang mit NL vermutet - leider nicht beweisbar.

Außer Neuroleptika habe ich zwischenzeitlich auch Oxycodon ( ein Opioid) und Trimipramin nach zweijähriger Einnahme abgesetzt , die ich wegen chronischer Schmerzen verschrieben bekommen habe.
Pregabalin habe ich am 7.9.2016 endgültig ausgeschlichen.

Die Anzahl meiner Dauermedikamente beträgt gerade "0". :)

Ich weiß mittlerweile 2019 , dass ich Asperger- Autistin bin .

Thomas
Beiträge: 342
Registriert: 07.06.2015 12:14

Re: Webseite unter anderem zu Psychiatrie

Beitrag von Thomas »

Hallo Arian,

für was meintest Du ist der Brief ein Beispiel? Ich seh nur eine Psychiaterin, die mehr Geld für sich und ihre niedergelassenen Kollegen fordert. Hatt sie zwar Recht damit, dass Psychiater die schlechtbezahltesten Fachärzte sind, find ich aber Klagen auf sehr hohem Niveau. Auch weiß ich keinen Grund, warum Psychiater mehr verdienen sollten als Ärzte für Inneres oder andere echte medizinische Probleme.

Verständlich find ich es insofern, da sie privatwirtschaftlich/gewinnorientiert arbeitet wie andere auch und das Geld eben aus den gesetzlichen Kassen kommt, wo man sich Gehör verschaffen muss. Pharmahersteller und Kliniken wollen ja auch mehr vom Kuchen und die sitzen am längeren Hebel bei Reformierungen der Verteilung. Ist wie immer.. alle wollen mehr Geld. Die kapitalistische Logik wenn man so will und auf jeden Fall eine Ursache für zu viel psychiatrischen Unsinn der betrieben wird, stationär wie ambulant. Was mir nur auffiel ist der Punkt, dass man sich über die ganze Geldschneiderei aufregen muss, sie aber nicht die einzige Ursache sein kann, wenn ohne kapitalistische Triebkraft Psychiatrien und Medikamentierungen sogar extremer waren. Es also noch etwas anderes geben muss, das eher mit Sozialisierung zusammenzuhängen scheint.

Was das Verteilen von gemeinschaftlichem Geld angeht, wär ich konsequent mit Kürzungen im gesamten Psychiatrie-Sekor. Je mehr Geld reinfließt, desto mehr Unsinn kommt raus. Unsinnige Psycho-Diagnosen, unsinnige PP-Verschreibungen mit Abhängigkeiten und Nebenwirkungen sowie andere fragwürdige Elektro-, Eso- und soweiter Therapien. Rein marktwirtschaftlich organisiert würde sich manches wahrscheinlich auf tatsächlichen Bedarf einregeln, weil Unsinniges privat nicht so einfach bezahlt wird. Kann ich mich aber auch täuschen.

Grüße :)
Persönliche Erfahrung mit Zyprexa/Olanzapin, Cipralex, Prometazin, Tavor, Diazepam. Mehrere aus Unkenntnis gescheiterte Absetzversuche. Endgültiges Ausschleichen seit 2014. Frei von Psychopharmaka seit August 2015.

Arianrhod
Beiträge: 1951
Registriert: 15.11.2015 15:16

Re: Webseite unter anderem zu Psychiatrie

Beitrag von Arianrhod »

Hallo Thomas,

eventuell hast du Recht, dass der Brief ein schlecht gewähltes Beispiel ist, denn die Ärztin kann auch durchaus auch nur ihre eigenen wirtschaftlichen Interessen vertreten.
Thomas hat geschrieben:
05.04.2018 23:50
Was mir nur auffiel ist der Punkt, dass man sich über die ganze Geldschneiderei aufregen muss, sie aber nicht die einzige Ursache sein kann, wenn ohne kapitalistische Triebkraft Psychiatrien und Medikamentierungen sogar extremer waren. Es also noch etwas anderes geben muss, das eher mit Sozialisierung zusammenzuhängen scheint.
Kapitalismus und Sozialismus haben nicht nur Trennendes, sondern Gemeinsamkeiten:, die da wären:
- "Wir sind die beste alle Gesellschaften!"
- "In deieser besten aller Gesellschaften ist ein Mensch, der nicht in unserem Sinne funktioniert, geisteskrank."
- "Wer nicht funktioniert, muss so schnell wie möglich wieder zum Funktionieren gebracht werden. "
Thomas hat geschrieben:
05.04.2018 23:50
Was das Verteilen von gemeinschaftlichem Geld angeht, wär ich konsequent mit Kürzungen im gesamten Psychiatrie-Sekor. Je mehr Geld reinfließt, desto mehr Unsinn kommt raus. Unsinnige Psycho-Diagnosen, unsinnige PP-Verschreibungen mit Abhängigkeiten und Nebenwirkungen sowie andere fragwürdige Elektro-, Eso- und soweiter Therapien. Rein marktwirtschaftlich organisiert würde sich manches wahrscheinlich auf tatsächlichen Bedarf einregeln, weil Unsinniges privat nicht so einfach bezahlt wird. Kann ich mich aber auch täuschen.
Die USA, die das marktwirtschaftlich regelt, hat einen boomenden Therapienmarkt für reiche psychisch Kranke , während arme meistens "homeless people" sind und irgendwann auf der Straße sterben.
Überzeugt mich nicht wirklich.

Eine wahre humanistische Gesellschaft würde bei einer Diagnose auch mal auf soziale und kulturelle Faktoren, auf die Erziehung und das Umfeld schauen ( stattdessen interessiert man sich nur für Genetik und Psychopharmaka) . Wie muss man u. a. die Arbeitwelt gestalten, damit der Einzelne nicht krank dabei wird; wie die Umgebung? Wie der Umgang miteinander? Gehört es denn mit ins Konzept einer staatlichen Grundsicherung wie Hartz IV, dass der Bezieher depressiv wird?
An der Klärung dieser Fragen hat eine rein kapitalistische Gesellschaft kein Interesse.

Übrigens, ich bin kein Gegner der Marktwirtschaft. Sie funktioniert wunderbar, um uns mit notwendigen Waren zu Dienstleistungen zu versorgen , und sogar weit darüber hinaus. Doch so ein guter Diener der Gesellschaft sie auch ist; sie wird unerträglich, wenn sie zu einem Diktator wird.

liebe Grüße Arianrhod
[spoil]2005 mit Burnout und Depression in eine Tagesklinik gekommen.

Zuerst einmonatige Behandlung mit diversen Antidepressiva: Doxepin, Mirtazipin, Sulprid,
hypomane Reaktion
wobei die AD sofort und ohne Ausschleichen von den Ärzten abgesetzt wurden.


Verschiedene Diagnosen: schizoaffektive Psychose, Depression, bipolare Störung, Schizophrenie, dissoziative Identitätsstörung


Erst 2 Jahre Behandlung mit Amisulprid . Zu schnell auf eigene Faust abgesetzt.
Schwere Supersensitivitätspsychose .

Einstellen auf verschiedene Neuroleptika: Haloperidol, Quetiapin, Olanzapin, Risperidon, Paliperidon, Aripiprazol
Außerdem Lorazepam, Promethazin, Chlorprothixen, Melperon, Pipamperon

jahrelang , vieles gleichzeitig und in höchster Dosierung.
u.a. Berentung, 60 kg Gewichtszunahme
seit 2012 Ausschleichen von 800 mg Quetiapin retard innerhalb von 2 Jahren.
Meinen Absetzbericht findet man hier:
http://adfd.org/austausch/viewtopic.php ... 47#p120447
Seit Januar 2014 keine Neuroleptika mehr.

Ich leide seit 3 Jahren unter Nervenschmerzen, Kribbeln und Lähmungen. Bei mir wurde eine Polyneuropathie diagnostiziert und ein Zusammenhang mit NL vermutet - leider nicht beweisbar.

Außer Neuroleptika habe ich zwischenzeitlich auch Oxycodon ( ein Opioid) und Trimipramin nach zweijähriger Einnahme abgesetzt , die ich wegen chronischer Schmerzen verschrieben bekommen habe.
Pregabalin habe ich am 7.9.2016 endgültig ausgeschlichen.

Die Anzahl meiner Dauermedikamente beträgt gerade "0". :)

Ich weiß mittlerweile 2019 , dass ich Asperger- Autistin bin .

Oliver
Gründer
Beiträge: 9727
Registriert: 10.10.2003 23:58

Re: Webseite unter anderem zu Psychiatrie

Beitrag von Oliver »

Hi Arianrhod,
Arianrhod hat geschrieben:
06.04.2018 17:12
Kapitalismus und Sozialismus haben nicht nur Trennendes, sondern Gemeinsamkeiten:, die da wären:
- "Wir sind die beste alle Gesellschaften!"
- "In deieser besten aller Gesellschaften ist ein Mensch, der nicht in unserem Sinne funktioniert, geisteskrank."
- "Wer nicht funktioniert, muss so schnell wie möglich wieder zum Funktionieren gebracht werden. "
Wow. Du sprichst mir aus der (nicht geisteskranken (weil das gibt's gar nicht und ist immer nur im gesellschaftlichen/sozialen Kontext "krank")) Seele.

LG
Oliver
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Thomas
Beiträge: 342
Registriert: 07.06.2015 12:14

Re: Webseite unter anderem zu Psychiatrie

Beitrag von Thomas »

Nabend!

Die Diskussion läuft irgendwie aneinander vorbei und sollten wir vielleicht lassen. Wollte mich ursprünglich nur bedanken für den Link zu dem Blog, der mir was neues zum Lesen gegeben hat. Dass ich nebenbei noch nen politischen Nerv getriggert hab, war nicht die Absicht. Bin mit politischen Richtungen eher leidenschaftslos und nur auf der Suche nach ein paar Zusammenhängen. Kann aber Leute ziemlich anpieksen.

Wie es in den USA läuft, überzeugt mich auch nicht. Hatte ja schon Bedenken angemeldet, was den Konsum angeht. Was bei uns zu leicht durch die Kassen geht, machen die durch zulässige Werbung wett. Wenn sich natürlich reiche Leute Therapien ohne Ende auf eigene Kosten reinziehen, dann hab ich damit erstmal nur begrenzt ein Problem. Den homeless people wär allerdings nicht geholfen, wenn sie auf Kasse Prozac und Zyprexa kriegen würden. Da sind sie ohne besser dran und es geht ja nicht um Grundsicherung oder Gesundheitsversorgung, sondern um Psychiatrie. Die brauch ich so oder so nicht, aber vor allem nicht auf Kosten der Gemeinschaft mit Gesundheitskassen als Selbstbedienungsladen für den Absatz von Psychodrogen. Mir selbst jedenfalls wär Zyprexa und das ganze Drumherum sicher erspart geblieben, wenn sie mir den Mumpitz hätten direkt verkaufen müssen.

Unpolitische Grüße :D
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Arianrhod
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Re: Webseite unter anderem zu Psychiatrie

Beitrag von Arianrhod »

Hallo Thomas,
Thomas hat geschrieben:
06.04.2018 23:59
Die Diskussion läuft irgendwie aneinander vorbei und sollten wir vielleicht lassen. Wollte mich ursprünglich nur bedanken für den Link zu dem Blog, der mir was neues zum Lesen gegeben hat. Dass ich nebenbei noch nen politischen Nerv getriggert hab, war nicht die Absicht. Bin mit politischen Richtungen eher leidenschaftslos und nur auf der Suche nach ein paar Zusammenhängen. Kann aber Leute ziemlich anpieksen.
Schade. Aber gegen deinen Willen diskutiere ich natürlich nicht mit dir :wink:



liebe Grüße Arian
[spoil]2005 mit Burnout und Depression in eine Tagesklinik gekommen.

Zuerst einmonatige Behandlung mit diversen Antidepressiva: Doxepin, Mirtazipin, Sulprid,
hypomane Reaktion
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Verschiedene Diagnosen: schizoaffektive Psychose, Depression, bipolare Störung, Schizophrenie, dissoziative Identitätsstörung


Erst 2 Jahre Behandlung mit Amisulprid . Zu schnell auf eigene Faust abgesetzt.
Schwere Supersensitivitätspsychose .

Einstellen auf verschiedene Neuroleptika: Haloperidol, Quetiapin, Olanzapin, Risperidon, Paliperidon, Aripiprazol
Außerdem Lorazepam, Promethazin, Chlorprothixen, Melperon, Pipamperon

jahrelang , vieles gleichzeitig und in höchster Dosierung.
u.a. Berentung, 60 kg Gewichtszunahme
seit 2012 Ausschleichen von 800 mg Quetiapin retard innerhalb von 2 Jahren.
Meinen Absetzbericht findet man hier:
http://adfd.org/austausch/viewtopic.php ... 47#p120447
Seit Januar 2014 keine Neuroleptika mehr.

Ich leide seit 3 Jahren unter Nervenschmerzen, Kribbeln und Lähmungen. Bei mir wurde eine Polyneuropathie diagnostiziert und ein Zusammenhang mit NL vermutet - leider nicht beweisbar.

Außer Neuroleptika habe ich zwischenzeitlich auch Oxycodon ( ein Opioid) und Trimipramin nach zweijähriger Einnahme abgesetzt , die ich wegen chronischer Schmerzen verschrieben bekommen habe.
Pregabalin habe ich am 7.9.2016 endgültig ausgeschlichen.

Die Anzahl meiner Dauermedikamente beträgt gerade "0". :)

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