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Seit das ADFD gegründet wurde, haben sich die Verschreibungen von Psychopharmaka ungefähr verdreifacht! Die Gründe warum diese Substanzen verschrieben werden sind sehr unterschiedlich. Es wäre interessant und hilfreich für die Gemeinschaft und auch Außenstehende, einen besseren Einblick in die Verschreibungshintergründe zu bekommen. Darum ...


... macht bitte alle bei unserer Umfrage zum Verschreibungsgrund mit :)


Warnung vor neuer Diätpille Mysimba: Enthält Antidepressivum Bupropion

Eine Sammlung von Artikeln, die über wissenschaftliche, politische und wirtschaftliche Hintergründe der Behandlung von seelischen Leiden mit Psychopharmaka berichten.
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Jamie
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Warnung vor neuer Diätpille Mysimba: Enthält Antidepressivum Bupropion

Beitrag von Jamie »

Hallo,

vor dieser neuen Pille, die bei der Gewichtsreduktion helfen soll, muss eindeutig gewarnt werden.
Ihr Name: Mysimba

Sie enthält das für schwere Depressionen und Raucherentwöhnung zugelassene Bupropion (ein amphetaminartigher Stoff) und den Opioidrezeptorantagonisten Naltrexon.

http://news.doccheck.com/de/blog/post/8 ... lock=31518

Es ist nicht zu glauben, was sich die Pharmaindustrie da teilweise wieder einfallen lässt, um neue Märkte zu erschließen. :evil:
Und erst recht ist es unverständlich, wie dies überhaupt zugelassen werde konnte
(siehe auch Kritik im Artikel).

Der Wirkmechanismus ist erst recht grotesk: es wirkt über seine Nebenwirkungen, die da lauten Übelkeit, Erbrechen und das durch Bupropion induzierte Aufgeputschsein. :o

Finger weg davon!

Grüße
Jamie
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Arianrhod
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Re: Warnung vor neuer Diätpille Mysimba: Enthält Antidepressivum Bupropion

Beitrag von Arianrhod »

Hallo Jamie,

ich poste mal , was ich dazu im Medien- Thread verfasst habe :) :
Arianrhod hat geschrieben: 06.04.2018 16:55 eine neue Diätpille ist auf den Markt gekommen., leider mit ziemlich unerfreulichen Nebenwirkungen.
Risiko tödlich verlaufender Krampfanfälle.......Suizidalität und vermehrte Depressionen. Angstzustände,, Schlaflosigkeit, Tinnitus, Bauchschmerzen, Hautausschlag, Fieber, allgemeiner Schwäche und Blutdrucksteigerungen – auch Appetitminderung.
DocCheckNews hat zu solch einem gefährlichen Medikament dann auch eine klare Meinung:
Bei unklarer Wirksamkeit, kritischer Nutzen-Risiko-Relation, schwerwiegenden Nebenwirkungen und fraglicher Auswirkung auf die mittelfristige Gewichtsentwicklung und die Sterblichkeit sollte von der Anwendung von Mysimba® dringend abgeraten werden.

Patienten, die unterstellen, die Sicherheit eines Arzneimittels könne vorausgesetzt werden, nur weil es von den Behörden zugelassen wurde, sollten auf die fehlenden Daten zur kardiovaskulären Sicherheit, zur Sterblichkeit und zu unbekannten Langzeiteffekten aufmerksam gemacht werden.
Ach ja..... Wirkstoffe der Diätpille: 90 mg des Antidepressivums Bupropion in Kombi mit 8 mg Naltrexon, einem Opioidantagonisten.
Quelle und Zitate: http://news.doccheck.com/de/blog/post/8 ... lock=31532
liebe Grüße Arian
[spoil]2005 mit Burnout und Depression in eine Tagesklinik gekommen.

Zuerst einmonatige Behandlung mit diversen Antidepressiva: Doxepin, Mirtazipin, Sulprid,
hypomane Reaktion
wobei die AD sofort und ohne Ausschleichen von den Ärzten abgesetzt wurden.


Verschiedene Diagnosen: schizoaffektive Psychose, Depression, bipolare Störung, Schizophrenie, dissoziative Identitätsstörung


Erst 2 Jahre Behandlung mit Amisulprid . Zu schnell auf eigene Faust abgesetzt.
Schwere Supersensitivitätspsychose .

Einstellen auf verschiedene Neuroleptika: Haloperidol, Quetiapin, Olanzapin, Risperidon, Paliperidon, Aripiprazol
Außerdem Lorazepam, Promethazin, Chlorprothixen, Melperon, Pipamperon

jahrelang , vieles gleichzeitig und in höchster Dosierung.
u.a. Berentung, 60 kg Gewichtszunahme
seit 2012 Ausschleichen von 800 mg Quetiapin retard innerhalb von 2 Jahren.
Meinen Absetzbericht findet man hier:
http://adfd.org/austausch/viewtopic.php ... 47#p120447
Seit Januar 2014 keine Neuroleptika mehr.

Ich leide seit 3 Jahren unter Nervenschmerzen, Kribbeln und Lähmungen. Bei mir wurde eine Polyneuropathie diagnostiziert und ein Zusammenhang mit NL vermutet - leider nicht beweisbar.

Außer Neuroleptika habe ich zwischenzeitlich auch Oxycodon ( ein Opioid) und Trimipramin nach zweijähriger Einnahme abgesetzt , die ich wegen chronischer Schmerzen verschrieben bekommen habe.
Pregabalin habe ich am 7.9.2016 endgültig ausgeschlichen.

Die Anzahl meiner Dauermedikamente beträgt gerade "0". :)

Ich weiß mittlerweile 2019 , dass ich Asperger- Autistin bin .
Clarice
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Re: Warnung vor neuer Diätpille Mysimba: Enthält Antidepressivum Bupropion

Beitrag von Clarice »

Ohne Worte! :shock: :evil:
Aktueller Stand:
31.01.2020 0,6 mg E. (Erhöhung um 25 %)
Januar 2020: viele Schmerzmittel sowie Omeprazol
ab 11.01.2020: Hormonersatztherapie wegen extremer Hitzewallungen.
KW 5: 3 Tage Mirtazapin (7,5 mg/1mg/1mg)

[spoil]Langjährige AD-Historie: seit ca 1999, hier die Escitalopram-Phase, leider auch nur rudimentär, da ich sehr nachlässig mit der Dokumentation war:

07.08.2015:Neue Ärztin, neues Medikament: 5mg Escitalopram, Venlafaxin (zuletzt 37,5mg) sofort abgesetzt. 4 Tage lang Kopfschmerzen und starker Harndrang (vermutlich durch das Escitalopram), ca. 2-3 Wochen lang Schwindel (vermutlich Absetzsymptom Venlafaxin)
14.08.2015: Erhöhung Escitalopram auf 10 mg. morgens Halsschmerzen, Stimmungsverschlechterung (Zusammenhang Zyklus?), Pickel, Libidoprobleme,
02.09.2015: seit Tagen massive (Tages-)Müdigkeit, guter Schlaf nachts, wenig Antrieb, Stimmung mittelprächtig, sonstigen NW weg.
04.09.2015: wieder starke Depressive/Angstsymptome
.
Seit Einnahmebeginn Escitalopram Libido quasi 0 / Müde - Müde - Müde. Besonders schlimm seit November 2016.
.
09.01.2017 5 mg Escitalopram (seit mehreren Monaten); Vorsatz endlich abzusetzen
Anfang Feb.2017 Wechsel von Tabletten auf Tropfen, Dosis gleichbleibend.
Zwischen Feb/März eine dämliche Auf- und Ab-Dosierung auf 15mg und wieder zurück, nach dem ich wieder 6 Wochen AU war wg. extremer Müdigkeit/Erschöpfung und Konzentrationsstörungen (Ärzte: Grunderkrankung ist da/Ich inzwischen: Wechsel auf die Tropfen???), je mehr E. desto müder - also wieder runter. Don't ask...
18.04.2017 5 mg Escitalopram
16.05.2017 4 mg Escitlopram
06.07.2017 3 mg Escitalopram, paar Tage später weinerlich und gereitzt, Durchfälle,
11.07.2017 4 mg E.
23.07.2017 3,6 mg E.
26.08.2017 3,3 mg E./Erschöpfungszustände werden weniger
29.09.2017 3 mg E. / fast keine Erschöpfungszustände mehr; Libido lässt weiter auf sich warten :(
10.12.2017 2,7 mg. E.
25.01.2018 2,4 mg. E.
19.02.2018Wechsel Hersteller meiner E-Tropfen: ein paar Tage später massive Depri-Gefühle; Agitiert; Herzrasen; Hautbrennen/Kribbeln, allgemeine Unzufriedenheit, etc.pp.
08.03.2018 2,2 mg E.
28.03.2018 2 mg E.
26.06.2018 1,7 mg E.
17.08.2018 1,5 mg E.
19.09.2018 1,3 mg E.
13.10.2018 1,1 mg E.
09.11.2018 1 mg E.
09.12.2018 0,9 mg E.
06.01.2019 0,8 mg E. - nach ca. einem halben Jahr ziemlich beschwerdefreiem Reduzieren setzen die bekannten Probleme (Schlaflosigkeit, starkes Herzpochen, verstärkung der eh vorhandenen Muskelverhärtungen/Schmerzen) nun wieder ein.
01.03.2019 0,75 mg E. - in dieser Zeit 3 Wochen Cortison erhalten: Starke NW: Psychisch angekratzt, Herzrasen, Schlafstörungen
26.04.2019 0,70 mg E.
In dieser Zeit 3 Tage Cortison erhalten-Starke NW: Psychisch angekratzt, Herzrasen, Schlafstörungen, vermehrt Schmerzen. Außerdem zwei Tage Oxycodon: Horror-NW - nicht weiter genommen.
19.05.2019 0,66 mg E.
Cortison-Depotspritze am 12.6.: nach einer Woche extreme psychische Reaktionen.
30.06.2019 0,6 mg E.
28.07.2019 0,5 mg E.
Ab 15.01.2020 Abbruch nach 2 Tagen! (Stufenschema Prednisolon (Cortison) 20 Tage)
23.12.2019 0,48 mg E.
[/spoil]
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