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DGSP Forderung: Angemessene Vergütung bei Begleitung beim Reduzieren und Absetzen

Eine Sammlung von Artikeln, die über wissenschaftliche, politische und wirtschaftliche Hintergründe der Behandlung von seelischen Leiden mit Psychopharmaka berichten.
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DGSP Forderung: Angemessene Vergütung bei Begleitung beim Reduzieren und Absetzen

Beitrag von Murmeline » Mittwoch, 25.04.18, 20:56

PRESSEMITTEILUNG
Fachärzten muss die Begleitung beim Reduzieren und Absetzen von Psychopharmaka angemessen vergütet werden
1.383 Personen unterstützen die Forderung der Deutschen Gesellschaft für Soziale Psychiatrie

Köln, 25. April 2018. Die Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie e.V. (DGSP) fordert, dass gesetzlich Versicherte mit psychischen Leiden eine verlässliche und fachgerechte Begleitung beim Reduzieren und ggf. Absetzen von Psychopharmaka in ihren Heimatregionen finden. Deshalb müssen laut Fachverband den behandelnden Fachärzten solche Leistungen angemessen vergütet werden. Das Anliegen unterstützen 1.383 Personen mit ihrer Unterschrift.

Die DGSP hat mit Publikationen und zahlreichen Veranstaltungen die Debatte über die medikamentöse Behandlung von Personen mit Psychoseerfahrung und -anfälligkeit bzw. Schizophrenie-Diagnose in der Psychiatrie angestoßen. Mittlerweile ist die möglichst niedrige Dosierung der neuroleptischen Medikamente im mittel- und längerfristigen Verlauf psychiatrischer Konsens. Sie wird auf Fachkongressen diskutiert und hat auch Eingang in die neuen S3-Leitlinien Schizophrenie unter Federführung der DGPPN gefunden, die in diesem Frühsommer veröffentlicht werden.

Beim Reduzieren von Psychopharmaka müssten Patienten aber gut begleitet werden, sagt der Psychiater PD Dr. Dr. Jann E. Schlimme, der sich auf die Begleitung von Menschen mit Psychosen spezialisiert hat und dem Erweiterten Vorstand der DGSP angehört. Hierfür sei mehr Zeit notwendig als derzeit dem psychiatrischen Facharzt nach den budgetierten Vergütungen der GKV/KV für die einzelnen Patienten zur Verfügung stehe. Die Pauschale beträgt aktuell ca. 45 €/Fall im Quartal, wodurch laut Schlimme nur ca. ein bis zwei Termine im Quartal mit ca. fünf bis zehn Minuten Sprechzeit bei einer durchschnittlich gut organisierten psychiatrischen Facharztpraxis möglich sind.

„Die Begleitung beim Reduzieren und Absetzen von Psychopharmaka erfordert aber eine höhere Terminfrequenz (alle 2-6 Wochen) und längere Termindauer (ca. 25-40 Minuten)“, so Schlimme weiter. „Dies ist langfristig sinnvoll und erfolgreich, wobei es oft nicht um ein generelles Absetzen, sondern häufig um das Reduzieren der Neuroleptika und der mit deren Einnahme verbundenen Nebenwirkungen geht.“

Die DGSP fordert deshalb, dass die von Fachärzten zu leistenden Aufgaben in angemessener Form zu vergüten sind. Dieses Anliegen unterstützen 1.383 Personen mit ihrer Unterschrift. Ihre Forderung hat die DGSP an den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), die Kassenärztliche Vereinigung (KV) und den GKV-Spitzenverband sowie den Bundesgesundheitsminister und den Ausschuss für Gesundheit des Deutschen Bundestags verschickt.
https://www.dgsp-ev.de/fileadmin/user_f ... armaka.pdf
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Re: DGSP Forderung: Angemessene Vergütung bei Begleitung beim Reduzieren und Absetzen

Beitrag von Katharina » Mittwoch, 25.04.18, 23:39

Guten Abend,

verstehe ich richtig,
45 € bekommt ein Arzt für die Begleitung eines PP reduzierenden Menschen ?

( Entschuldigung, ich habe derzeit massiver Probleme mit dem Zahlenverständnis als sonst, vielen Dank ).

Gruss,
Katharina
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Re: DGSP Forderung: Angemessene Vergütung bei Begleitung beim Reduzieren und Absetzen

Beitrag von inandout » Donnerstag, 26.04.18, 8:47

Hallo Katharina,

richtig, aber schlimmer: 45 Euro im Quartal, also für drei Monate, stehen pro Patient zur Verfügung, sagt die DGSP. Nicht nur zum Absetzen, sondern überhaupt. Mögen die noch schreiben die sich besser auskennen: Aber ich vermute, mehr Geld ist dann für Psychiater nur durch Anamnesen, Diagnostik und Verordnungen zu machen?

Viele Grüße,
inandout
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Re: DGSP Forderung: Angemessene Vergütung bei Begleitung beim Reduzieren und Absetzen

Beitrag von Murmeline » Donnerstag, 26.04.18, 9:01

Hallo!

Ich kenne mich nicht weiter aus. Aber ich vermute, das man deshalb viele Patienten haben muss, die man überwiegend leider nur kurz sehen kann, um auf einen vernünftigen Schnitt zu kommen :(

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Re: DGSP Forderung: Angemessene Vergütung bei Begleitung beim Reduzieren und Absetzen

Beitrag von Arianrhod » Donnerstag, 26.04.18, 14:40

Kennt sich jemand aus: Wenn man keine Medikamente nimmt - ist es dann gerechtfertigt, einen Psychiater zu sehen?
Mein Neurologe hat so was angedeutet : Die KK fänden es dann unnötig, -denn der Patient nimmt ja keine Medikamente = kann dann nicht so schlimm sein etc.
Wenn mein Neurologe Recht hat, wäre es im Interesse der "Kundenbindung", Pp zu verschreiben......

liebe Grüße Arian
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Re: DGSP Forderung: Angemessene Vergütung bei Begleitung beim Reduzieren und Absetzen

Beitrag von inandout » Freitag, 27.04.18, 12:58

Hey Arian,

genau weiß ich es nicht, aber es wird praktisch kaum möglich sein, weil die für Gespräche kaum Geld bekommen, wie oben beschrieben. Mein alter Psychiater hat es auch so zu mir gesagt: wir könnten ihr Problem hier gut besprechen und lösen, wenn ich die Zeit dafür hätte. Wenn ein Psychiater sich darauf einlassen würde, würde er weniger als Therapeuten und auch weniger als alle seine Arztkollegen verdienen, vermute ich mal. Vielleicht eine Praxis überhaupt nicht betreiben können.

Hatte sogar mal einen Artikel gelesen, wo sich ein Psychiater beklagt hat, dass er keine Zeit hat für die Patienten, die am dringendsten Gespräche benötigen würden.

Dass Psychiater nur noch "Verschreiber" sind war meines Wissens nicht immer so, bevor die Psychopharmaka so gepusht wurden, war es glaube ich vor allem ein sprechender Beruf.

Ich kenne allerdings eine Frau, die zumindest noch einmal zu ihrem Psychiater gegangen ist, obwohl sie schon sehr lange keine Medikamente nimmt.

Es ist wohl einfach die Frage, ob man einen findet, der sich darauf einlässt, die Krankenkassen können es dir kaum verbieten.

(Vor vielen vielen Jahren bin ich einmal zu einem Psychiater gegangen, der mir Antidepressiva ausreden wollte. Ein Alt-68er, der wohl nicht viel oder nichts von PP hielt. Erst heute, nach so langer Zeit weiß ich, wie genial der eigentlich war. So jemanden wird man heute kaum noch finden.)

Liebe Grüße,

inandout
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Re: DGSP Forderung: Angemessene Vergütung bei Begleitung beim Reduzieren und Absetzen

Beitrag von Katharina » Freitag, 27.04.18, 13:38

Hallo, hallo Inandout,

ja ich meinte innerhalb eines Quartals.,danke.

In diesem Quartal benötigte ich nach langer Zeit die Medikamente.

Die Arzthelferin bestand darauf ich hätte einen Gesprächstermin, es nicht sein konnte da sie Anfang des Jahres keine Termine ausmachen konnten, sie sagte ich müsse eben so kommen.

Ich brauchte an den Tag aus eigenen Gründen kein Gespräch, und dachte ok es ist wohl Zeit das der Arzt der mir nunmal die Medikamente zum Absetzen derer, verordnet auch sieht.

Ich sagte ich weiß nichts von Dosen Termin, kein Manual dabei spürte die zunehmende Gereiztheit der A.Helferin holte das Manuali blieb:

Quartalsbeginn.

Das man nicht mit uns klar und deutlich spricht, geht nicht an.

Arztermine vergesse ich nicht, gewiss nicht diesen.

In was für einer Zwickmühle steckt dies System.

Als KG's waren wir um 2000 mit einem Katalog der KV versehen, der verordnete adequates striktes Behandeln in festgelegter Zeit.

Wieviel Freizeit ich mit Rezepten, die falsch ausgestellt waren, zurück zu den Ärzten neu ausstellen Extrastempel, Behandlung innerhalb 14 Tagen sonst ungültig, wenn Patient krank: neues Rezept.
Viele Frendländer kannten sich nicht aus, katastrophal.
Ich bin so gesehen froh nicht mehr arbeiten zu können:
15 min für eine Massage.
15 für KG, inklusive Ausziehen Anziehen.

Lymphdrainage wurde fast immer ohne Bandage verordnet, es sei denn Extraverordnung.

In jedem Fall ist eine Lymphdrainage ohne anschließender Bandagierung hinfällig.

Wenn dann eine Frau mit besonders bedeckter Kleidung kam, besonders Zeit benötige für Kopftuch und dessen innerer Verarbeitung, ging das nur am Feierabend.

Die jenigen die ich noch kenne, sind selbstständig also freiwillig tätig oder haben 'umgelernt'.

Mein Hepatologe, endsetzt das ich mich nicht erhole seit 2011, schicke mich zu einem anderen Psychologen.

Dieser sagte mir, er könne mir die von der Kasse angebotenen 5 Gesprächsstunden anbieten, danach privat,
ausserdem sei ich bei meiner gut aufgehoben, sie seien in Kontakt.

Ich sagte ich benötige Hilfe mit diesen Medikamenten, da könnte er nicht helfen das ich überhaupt so sprechen könnte mit 4mg Lorazepam.

Gespräche, erwiderte ich, zahle ich seit Jahren privat.
Damit überhaupt Zeit gegeben ist und zwar bei jemandem aus den '70gern.

Das war Juli '17
Da wusste ich nicht das ich reduzieren würde.


Gruß,
Katharina
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Re: DGSP Forderung: Angemessene Vergütung bei Begleitung beim Reduzieren und Absetzen

Beitrag von padma » Freitag, 27.04.18, 14:05

hallo zusammen, :)

möglich ist es, dass ein Psychiater einen "behandelt" und keine Medikamente verschreibt.
Bei einer Freundin von mir ist es so, sie nimmt schon viele Jahre kein PP mehr.

Die "Behandlung" besteht aus einem sehr kurzen Gespräch pro Quartal.

Der Psychiater bekommt in diesem Fall sicher auch die übliche Pauschale.

liebe Grüsse,
padma
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